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Kriegs-Nummer von Kolonie und Heimat

Nr. 45

Der jetzt 23 Jahre alte engl. Kronprinz als Hauptmann im Felde.

wei Jahre Krieg! Und welch ein Krieg. Gedanke und Gefühl, ganz gleich, ob sie im Philosophen wohnen oder in dem ein­fachsten Manne, hätten die lange Dauer nicht für möglich gehalten. Und noch ist das Ende nicht da, ist es nicht abzusehen. Wenn wir in diesen Tagen wiederum von der Entscheidung sprechen, so vergessen wir, daß wir es schon oftmals getan haben. Vorberei­tung ist, was auch der jetzigeAugenblick erheischt.

Lange Jahre Krieg ha­ben die Völker im Laufe der Geschichte öfter erfah­ren. Aber es war kein Krieg wie dieser, bei dem die Hölle die Vernichtungs­werkzeuge ausgesonnen und die Dämonen den Haß der Feinde geschürt haben könnten. Die Men­schen Europas werden zu Hunderttausenden nieder­gemäht, das beste Blut der Welt fließt in Strömen.

Ist es ein Kampf der Lei­denschaften, der hier sich biszumZusammenbrechen austobt, oder ist es ein Kampf der Notwendig­keiten, der Naturgewalten und der Ideen? Wir schei­nen es kaum noch ausein­anderhalten und erkennen zu können. Die ganze Welt ist in Aufruhr, und der Grund ist nach den Aus­sagen der Feinde Deutsch-

Zwei Zähre Krieg.

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Anamitischer Soldat der französischen Kolonialarmee an der Front im Westen.*

Der zwölfjährige italienische Kronprinz als Pfadfinder.

heuren Massen Munition an und liefert sie an die Feinde; sie nimmt die Lügennachrichten der Besiegten in breitem Raume in ihren Zeitungen auf. Dem Sieger gönnt sie kaum einen Blick und ein Wort begeisterter Bewunderung oder freundschaftlicher Teilnahme. Sie ist wie behext von dem Phantom England, das sie in ihrer Furcht zu erhalten weiß, nachdem es unter mehr als einem Stoße erzitterte. Deutschland kann strah­lend Heldentaten verrich­ten, es kann die Mensch­heit erfüllen mit geistigen und sittlichen Kräften, es kann selbst anerkannt sein als der Lehrmeister der Völker: es findet dennoch keinen Bewerber. Unfaß­liches Heldentum bis zum heutigen Tage hat ihm ihn nicht zu bringen ver­mocht. Das ist für unser Volk nach zwei Kriegs­jahren ein Ergebnis, das vielleicht die wichtigste Er­kenntnis für unser zukünf­tiges Verhalten und für die Stellung bildet, die wir nach dem Kriege als Deutsche uns zu schaffen und zu bewahren haben werden.

Das heißt vor allem, daß wir unsere Kräfte nützen müssen. Der Deut­sche im Auslande darf fortan nicht mehr als der

* Nach englischer Darstellung.

Krankenträger der anamitischen Kolonialtruppen aus Cochinchina.

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land. Sie sieht nicht Öster­reich-Ungarn, die Türkei und Bulgarien, sie sieht nur Deutschland. Sie springt nicht empört auf gegen die Völker­rechtsbrüche und Vergewal­tigungen Englands, sie ent­rüstet sich nicht über die Bar­bareien Rußlands. Sie zieht kühl den Deckmantel der Neu­tralität über sich und stellt sich blind. Sie fertigt in unge-

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Französische Liebesgaben-Sammlung bei den westasrilan. Eingeborenen. Brigade-General Sir Percy Sikes,

Sammeltag für die Truppen in Frankreich, „ies ?oiIus", in Bondulu, der Befehlshaber englischer Truppen

Hauptstadt der französischen Elfenbetnküste.* in Süd-Persien.

Der frühere englische Oberbefehlshaber Lord French bält eine Parade über die Freiwilltgen-Regimenter im Hyde Park, London, ab.*

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