1919
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' Zustand wirklicher oder vermeintlicher Abhängigkeit von England
1 forwauertll
13 . April 1918 :
Hertzog sagt in emer Rede in % kxml u . au „ Das südafrikanische
Volk must seine Freiheit zurückerhalten . Unter dem Worte Freiheit
verstehe ich ' das Recht des Volkes / innerhalb seiner eigenen Grenzen
für fein Tun und Lassen der Welt gegenüber verantwortlich zu sein .
Die Verfassung Südafrikas ist für uns die Selb - stvegierung / aber die
. jetzigen Minister machen diese Selbstregi - erung abhängig von der
Willkür des englischen Parlaments . Das wichtigste ' ' Äecht , ent -
' scheiden Zu können , ob man in Freundschaft oder Feindschaft mit
anderen Völkern leben will , hat Südafrika nicht . Solange man dem
. Volke dieses Recht vorenthM , ist es berechtigt , mit allen friedlichen
Mitteln nach - diesem Recht Zu streben . "
13 » April 1918 :
Die restubl ' ik - a - nifche Bewegung nimmt zu und ist bereits stark irr
die Südafrikanische ' ( Botha - Partei ) emgedrungew Einer ihrer
Führer , R . A . Esselen , erklärt in einer Versa in m lang in Pretoria ,
die Verfassung sei kein Gott , an den ; nitm nichts ändern könne .
' 13 . April 1918 :
Im Rathaus in Johannesburg wird vor Beginn einer Versamm¬
lung , in der der Nationalistenführer Malan zugunsten der Republik
sprach , die englische Flagge von ein paar jungen Nationalisten her -
mrtergenommen . ' Die Nachricht hiervon erregt die zu einer Werbe -
- Versammlung vereinigten llnionisten derart , daß sie nach dem Klub¬
gebäude der NationaÜsten - Partei ziehen , alles zusammenschtag - en und
die au st die Straße geschleppten Möbel verbrennen . Hierauf organi¬
sieren sich die Buren ' zu sogenannten Schutzkommandos und ziehen
mit der alten Transvaalfahne und unkx Absingung des alten
Transvaal - Natronallied - es bewaffnet durch die Straßen .
17 . April 1918 :
Minister Bur Ion bekämpft in einer Rede in Mooreesburg die
republikanische Propaganda als „ Verrat an der Flagge und der Ver¬
fassung /
13 . April 1918 . '
Botha sagt in einer Rede int Parlament u . a ° : „ Die Serben *
schäften sind bis zur Fieberhitze gesteigert . Ich weiß , was . im Lande
umgeht , und wenn die Mitglieder des " Hauses mich nicht unterstützen
in dem . Bestreben , es zu verhüten , dann werden wir den Bürgerkrieg
bekommen . Höret aus mit dieser Propaganda , denn sie führt zum
Bürgerkrieg - Höret auf , höret auf . um Gottes willen höret auf !
Wir gehen dem Unglück mb Ruin entgegen ! Ich appelliere an alle
f arlämentsmiLglieder , mir zu helfen und sich zu mäßigen und zur
^ Haltung des Friedens deizutragenll — - Am Abend wird General
Hertzog nach dem Verlassen des Parlamentsgebäudes von einem
Manne unter dem Ausruf : „ Ich bin ' ein Engländer und Sie sind ein
Freund des Kaisers " schwer ins Gesicht geschlagen . — Hertzog hatte
in der Nachmittagssitzung die Regierung wegen der schlechten ' Zu¬
stände im deutschen ~ . Jntermert - enlag - er in ' Pvetermaritzburg an¬
gegriffen .
21 . April 1918 :
Reuter ans Kapstadt : „ Alles weist bctrmtf hin , daß die Krisis , die
Südafrika in den letzten Tagen durch gemacht hat , die Lage in einen
besseren Zustand brachte . Die energische Haltung der ' Regierung
die fest entschlofs - en ist / die Ruhe aufvechizuerhalten , hat überall be¬
ruhigend gewirkt . ' Man ist in gut unterrichteten Kreisen der Arw
sicht , daß die Gefahr für innere ' Unruhen weniger groß ist als seit
einiaer Zeit/ '
4 , Mai 1918 :
Der nationalistische Führer,Fremantle ( Engländer ) sagt in einer
Versammlung der Nationnlisten - Purtei in Potchefstroom , die
deutschen Kolonien müssen an Deutschland zurückgeg - eben werden .
4 . Mai 1918 :
Hertzog warnt in einer Rede in Smithsteld lOranjefrei staut ) seine
Wähler vor Gewalttätigkeiten und betont dabei , daß das Beste des
Landes auf konstitutionellem Wege zu erreichen sei . Jetzt sei die
Zeit für die kleinen Nationen gekommen . Man müsse Lloyd George
und Wilson beim Wort nehmen hinsichtlich ihres Versprechens der
Unabhängigkeit und Freiheit . Südafrika habe diese Freiheit noch
nicht . . Solange wart dem Imperium diene , könne keine Rede von
derp Freiheit der kleinen Volker sein . England habe kein Recht zu
bestimmen , daß die Erzeugnisse Südafrikas nach England und . nicht
■ nach Deutschland gesandt werden dürfen . Er glaube , daß in nicht
zu langer Zeit viele Tausende englisch sprechender Afrikaner mit
' den Nationalisten einmütig Zusammengehen werden .
6 . Mai 1918 :
' ^ In einer Versammlung in Potchefstroom ( Transvaal ) sagt , der
Nationalist van Veyeren : „ Niemand weiß , wie der Ausgang des
Krieges in Europa fein wird . Vielleicht werden wir als Nation in
dre Gelegenheit kommen , unsere Taten nach dem Willen Gottes ein -
zu richten/ '
Ist Mai 1918 : ^
1 Wuf dem Jahreskongreß der Südafrikanischen Partei in Pretoria
• warnt Botha m er - ner Rede vor der republikamMen Propaga - nda
, der dMaonalisten . In seinen eigenen Reihen sei ein ' Streben bemerk¬
est ^ dre Gründung , einer südafri - kamschen Republik in das Partei¬
programm aufzunehmen . Er werde in den unruhigen Bezirken das
Krregsrecht proklamieren , wenn die republikanische Propaganda
Nicht eingestellt werde . Der Geist in diesen Bezirken sei sehr auf¬
ständisch ; man spreche dort von dem Aufstellen „ republikanischer
Kommandos " / Der Einführung Der allgemeinen Wehrpflicht werde
er niemals > zustimmen . Wollte England dies tun , so müßte es die
Verfassung zu rück nehmen . Aber wer wollte an eine solche Ma߬
nahme denken !
17 . Mai 1918 :
General Smuts sagt in einer Rede in Glasgow : Unter dem
„ Sieg " , den er erhoffe, ' sei nicht zu verstehen , daß die Engländer bis
zmn ' Rhein oder nach Berlin marschieren und den Krieg bis zur
Vernichtung Deutschlands fortsetzen wollten . ' Er glaube . nicht , daß
ein vollständiger Sieg für eine der beiden Mächtegruppen möglich ist .
ist Juni 1918 :
Botha fordert in einer Wer de Versammlung vn Eastcourt ( Mckal )
zum Ei - n - bvi ' tt in das englische Heer aus und sagt u . a . : „ selbst
wenn Paris siele , würden wir nicht aufhören , weil wir unsere Treue
und unsere Freiheit nicht preisgeben/ '
2 . Juli 1918 : ~
General Botho erläßt einen Aufruf twt die gesamte . Bevölkerung
Südafrikas , um sie vor den Intrigen des Feindes zu warnen . In
dem Aufruf wird u . a . gesagt : „ Die Regierung ist über das Bestehen
einer Bewegung unterrichtet , die danach strebt , die Staatsgewalt zu
stürzen und bist Verfassung aufzuhebenst In den leht - en Tagen haben
sich Ereignisse zugetragen , die es notwendig machen , sofort kräftige
militärische und polizeiliche Maßregeln zu treffen - Sonst wäre es zu
ernster Unordnung und ' wahrscheinlich zu großem Blutvergießen
gekommen . " ( Reuter . )
8 . Julr 1918 :
Die „ Times " melden aus Kapstadt , das Publikum habe seit einigen
Tagen begriffen , daß ungewöhnliche Maßnahmen defensiver Art ge¬
troffen werden mußten . Die diesbezüglichen Instruktionen seien am
5 . Juli von Pretoria an alle Hauptzentren der Unron ergangen .
Juli 1918 :
Ms Propaganda gegen d ; e nationalistische Bewegung in der süd¬
afrikanischen Union wurden 45 000 Exemplare der Lichnowskhscheu
Denkschrift in - Holländisch in den Farrndistrikten Zur Verteilung ge¬
bracht .
14 . Juli 1918 :
Lloyd George sagt bei einem den kan - a - di scheu Pr - essevertvetern ge¬
gebenen Festmahl , daß auf Grund der von den britischen Dominions
erwiesenen Dienste deren Vertreter am Kriegsrat unter durchaus beit
gleichen Bedingungen teilnehmen wie die englischen Staatsmänner .
Sie müßten b - ei der Festsetzung der Friedensbedingungen Stimme
haben und mi - t den Vertretern des Vereinigten Königreichs die Bedin¬
gungen aus - arbeit - en , unter denen England Frieden zu schließen be -
• reit sei . ‘ '
25 . Juli 1918 :
Smuts sagt in einer Rede in London : „ Was wir durch unsere
Tapferkeit im Kriege - erreicht haben , werden hoffentlich unsere
Staatsmänner im Frieden sichern . Es ist unser stärkster Wunsch und
liegt zugleich im Interesse Südafrikas und des ganzen Reiches , daß
Deütsch - Südwestafrika ein Teil unserer afrikanischen Union bleibt , und
hoffentlich ist der Tag nicht mehr fern , an dem auch Rhodesia mit
der Union vereinigt wird . Dann wird unser Gebiet bis zum Zambest
und Kunene reichen / und es werden für die Entwicklung einer großen
weißen Rasse in Südafrika günstigere Bedingungen vorhanden sein
als in irgendeinem - ' anderen ' ' Lande der Welt/ '
29 . Juli 1918 :
Der Parieikongreß der Südafrikanischen Partei in Pretoria be¬
schäftigt sich lebhaft not der vepublikanischen Frage . Bei Zahlreicher ;
Mitgliedern der ' Partei ist die Liebe für die rmabhängig - e Republik neu
erwacht .
3 . August 1918 :
Bo nur Law erklärt im Unterhause auf Anfrage des Abgeordneten
King , die Rede des . Generals Smuts in Glasgow " vom 17 . Mai d . I .
habe lediglich die persönliche Ansicht von Smuts wiedergegeben .
20 . August 1918 :
Die Gesamtkonferenz der Nationalisten - Partei der vier Provinzen
Südafrikas faßt in BloemsonLein folgenden Beschluß : „ Die Konferenz
ist sich des ernsten - Wunsches unseres Volkes nach Unabhängigkeit be¬
wußt . Sie hat ' Kenntnis genommen von ' den verkündeten Kriegszielen
der Entente ' und den Grundsätzen , welche Lloyd George und Wilson
formuliert haben . Danach muß jede Verletzung des Rechts der Frei -
. heil der Völker wieder gut - gemacht und allen - Nationalitäten
das Recht zuget - eilt werden , über ihr eigenes Schicksal zu bestimmen .
Danach kann kein Volk gezwungen werden , gegen feinen eigenen Willen
unter einer fremden Herrschaft zu leben . Wir sind auch davon über¬
zeugt , daß diese Gesichtspunkte mi - t den obigen Grundsätzen von Recht
und Gerechtigkeit über - einstimmen , und wir stimmen begeistert zu .
Wir verlangen infolgedessen , daß diese Grundsätze auch auf Südafrika
angewendet werden . Alle nationalistischen Parteien Südafrikas solle : ;
aufgefordert werden , Schritte zu tun , um die Anwendungen dieser
Grundsätze von Recht und Freiheit für Südafrika durchzusetzen . "
23 . August 1918 :
In fastu sämtlichen Städten des Oranjefreistaates werden Erst -
schließun - gen angenommen , die ' die r - epublikanische Unabhängigkeit
Südafrikas fordern und der gegenwärtigen Regierung das Vertrauen
verweigern . Botha gibt daher Feine beabsichtigte Propaganda reise in
den Oranjefreistaat auf . Für Oktober ist ein repuolikanifcher Propa¬
gandafeldzug Hertzogs ang - ekün ' digt .