D eu t fd) e Lolonialzeitung.

TieroröL, ist als Rittmeister nach Metz versetzt. Grünberg (Schl.)

^Uiar: ^otfl'Uib: L Vorsitzender: Amtsgerichtsrat Lewin; II. Vor- li Header und Schriftführer: Realghnmasial-Oberlehrer Dr. Lee der; Lclwtzmeister: Spediteur F. Winkler; Beisitzer: Kreisarzt Dr. Erb-- fam, Kreisbaumeister Ka Helba cd, Rittmeister a. D. von Nordeck, Stadtbaurat Severin, Fabrikdirektor H. Winkler. ^ Haders­leben. Der Schatzmeister, Landesbauinspektor GriPP, ist nach Ploen verseht' Hildesheim. Jetziger Vorstand: 1. Vorsitzender: Reg.- Prösident von Philipsborn: II. Vorsitzender: Professor Andreas, I. Schriftführer: Oberstabsarzt Dr. Herrmann; II. Schriftführer: Oberlehrer Dr. S cbimmel p feng; I.Schatzmeister: Buchdruckereibesitzer Dr. Phil. Gerstenberg; II. Schatzmeister. Kaufmann Schnoemann. -- Kaiserslautern. Der Beisitzer, Bankdirektor Schuster, ist nach Freiburg verzogen. Liegnitz. Schatzmeister.ist jetzt Fabrikbesitzer Max Hübner. Lyck. An Stelle des nach Goldap versetzten Oberst­leutnants Wegner ist Oberst Pollier, Kom. d. II. Mas. Inf.-Regt. 147, als Beisitzer gewählt. Naugard. Schriftführer und Schatzmeister ist jetzt Hauptmann z. D. von Wissmann. Neustadt a. d. H. ,'ddou barst w *): i Vor vtzeuo-Kom. - Rat Will). Mancher; tt. Vvrfi heu der : Bankier AI t s ch ü l e r; Schriftführer: Buchhändler W. R ocboll; Schatzmeister: Bankdirektor Bürklin. Otjimbingue- Karibib. Der Vorsitzende, Dr. Stephan, ist gestorben. Thorn. Schatzmeister ist jetzt Oberleutnant Rach. Witt stock. Vorsitzender ist jetzt Oberlehrer Dr. Höfinghoff.

Zweiter Teil.

(Unter Verantwortung des Schriftleiters.)

Rückblick Und Ansülick.

tzsta arocilisames Jahr für das Fortschreiten der kolornalen ck uLwnl'lung und die Ausbreitung des kolonialen Gedankens inr 'stenlje di das Jahr 1902 gewesen. Reich an Ereignissen auf owuialem Gebiete ist es zu nennen/ reich an erfreulichen Er- rtgnissen, di:' einen gewaltigen Fortschritt bedeuten, aber auch reich ail betrübenden Verlusten unter der Zahl der Förderer formalen Geoankens.

Reiche Ernte bat der Tod unter ihnen gehalten. Den achten Heerführer aus der Zeit, des großen, gewaltigen Einheits- lampses nuferes Volkes hat er uns entrissen, den Heldenkönig Dort Sachsen; neben chlll beklagen wir den Verlust von \ditL>ols veil Bennigsen. RuöolfVirchow, Wirkt. Geheimem Rat Tr. Herzog, Wilhelm Oechelhäuser, Gouverneur Köhler von Togo Aber ihrer aller Gedenken wird allezeit sort- itben tu unserer Geschichte, nnb ihre Arbeit für den kolonialen Ge- /iinai ist nickt vergebens gewesen; denn sie wird fortgeführt durch iimgere Geschlecht der l'leberlebenden zu glücklichem Ende. Tie Erkenntnis, daß die Kcolonialpolitik ein wichtiger Be- Uat?Dxcil unserer gesmntett Wirtschaftspolitik ist, wächst zusehends nn Volke. Das beweisen insbesondere die vorjährigen

Etujsöevatten im Reichstage, uw die Behandlung des Kolonial- uat- einen vierten Ranu^ ennmhm. Vergeblich ist das Be- iwü)i:n oecheuigeu. welche bte Notwendigkeit einer deutschen Kolonialpolllik nicht einfchen, gegenüber den Bestrebungen der KoLouial?rcrn:de, und giebt es noch einen Streit aus kolonialem Geviele. so iiaubcü es sich dabei lediglich um die Frage, wie nur unsere Kolonien zu entwickeln haben, nicht aber mehr darum, ob wir überhaupt Kolonien haben müssen.

Inr engen Zusammenhänge mit unserer' Kolonialpolitik sicht das Auswailderungswesen; und auch auf diesem Gebiete yat uns das Jahr 1902 euren bedeutsamen Fortschritt gebracht, die Errichtung der Reichsauslunftsstelle für Auswanderer im Ansclnaß an die Organisation der Deutschen Kolonialgesellschaft.

Tie Griurduug der Deusichen Nationalschule in Wert- all nr a. Idl dient dazu, den Zusammenhang und die geistige Gememschaft der Deutschen im Auslande mit der alten Heimat zu fördern und immer inniger zu gestalten. Ein weiterer Tüchn mll dustein Wege ist in dem Erlaß des Preußischen Kuttusw misters zu erblicken, durch welchen preußischen Lehrern ;lrre ^stenstwit an deutschen Schulen im Auslande auf ihr hcirnisches Tnnstaller augerechuet wird.

Der Ausbau unserer H e ercs einrichtungen hat insofern- eine oedetusame v-rnreirerung auf kolonialem Gebiete erfahren, als auc Ablepn-ng der Wehrpflicht den Reichsangehorigen. auch wenn >ic in (imnpa wo'gncn, hx den Schutzgebieten nach Maßgabe der verfügbaren Mawl nnb im Bcdürftnsfalle ermöglicht, tft.

Tw Flotternicanegung ist in enge Verbindung mit der srstalliaten Bewegung getreten, insofern, 'als der Hauptverband

Nr. I

Deutscher Flottenvereine im Auslande für sich selbst und für eine Anzahl seiner Abteilungen die korporative Mitgliedschaft der Deutschen Kolonialgesellschaft erworben hat. ^Durch seinen Vizepräsidenten, Exzellenz Valors, konnte der Hauptverband Sr. Majestät dem Kaiser 300000 M zur Beschaffung eines Fluß- kanonenbootes zur Verfügung stellen.

Bemerkenswert ist auch in diesem Jahre die weitere Aus­dehnung unserer unterseeischen Kabellinien, insbesondere in Ostasien.

Auf dem Gebiete des Kolonialrechts ist zu erwähnen, daß Tine Professur für Kolonialrecht an der Berliner Universität errichtet ist. Die Professur bekleidet zur Zeit als erster Prost Dr. 'Bornhak. Daneben find auch in diesem Jahre die kolonial- und konsularrechtlichen Vorlesungen des Admiralitäts- rats Prof. Dr. Köbner. am Seminar für orientalische Sprachen fortgeführt. Bei der Wichtigkeit dieses Gegenstandes/darf nicht unerwähnt bleiben, daß die Bestrebungen, ein einheitliches Kolonialrecht zu schaffen, in diesem Jahre eine erhebliche Förderung erfahren haben.

Die diesjährige Hauptversammlung der Deutschen Kolonial­gesellschaft, welche unter dem Vorsitze Sr. Hoheit des Herzogs Johann Albrecht zu Mecklenburg in Halle statt­fand, legte ein beredtes Zeugnis dafür ab, wie festgewurzelt der deutsche koloniale Gedanke in den führenden Kreisen des Volkes bereits geworden ist. Noch mehr aber bewies dies der erste deutsche Kolonialkongreß in den Mauern der Reichs­hauptstadt; aus allen Gauen des Reiches und aus Zahlreichen überseeischen Gebieten waren Vertreter und begeisterte Verfechter des kolonialen Gedankens, Männer der Wissenschaft und der Praxis herbeigeeilt, und widerlegten das Gerede von Kolonial­müdigkeit und Kolonialverdrossenheit auf das Schlagendste. Von Bedeutung für die Kolonialgesellschaft ist ferner das Aus­scheiden von Exzellenz Dalois als Geschäftsführendem Vize­präsidenten der Gesellschaft und die Uebernahme dieses Amtes durch Exzellenz Albert von Pommer Esche.

Was die einzelnen Schutzgebiete anlangt, so sind auch in diesen bedeutsame Fortschritte zu verzeichnen.

Zwar harrt die Bahnfrage in Ostafrika immer noch der Erledigung. , ,Die Ablehnung der Bahn von Korogwe /nach Mombo und die Aufschiebung der Entscheidung über diejenige von Dar-es-Salaam nach' Mrogoro bedeutete Zunächst einen schweren Schlag für die wirtschaftliche Entwicklung unseres ost­afrikanischen Schutzgebietes. Immerhin haben aber die sich daran schließenden Erörterungen bewiesen, daß man sich über die Notwendigkeit von Bahnbauten in Ostafrika völlig einig ist. Das begründet die Hoffnung, daß in diesem Jahre" nunmehr der Bahnbau nach Maßgabe der verfügbaren Mittel des Reiches und privater Gesellschaften thatkräftig in die Hand genommen wird, umsomehr als die Tangabahn 'in letzter Zeit einen ganz überraschenden Aufschwung im Verkehr genommen'hat.

Trotz aller Hindernisse, insbesondere trotz des Fehlens guter mtb billiger Transportmittel, ist die wirtschaftliche Entwicklung Ostafrikas auch in diesem Jahre ein gut Stück vorwärts gekommen. Das beweist die Gründung der zentralafrikanischen Seengesellschaft, die Ausbeutung der Glimmerlager im llluguru- gebirge, die Gewinnung von Granaten iw südlichen Schutzgebiet und der Beginn der Ausbeutung der gewaltigen Holzbestände des Usambaragebirges. Die Hebung der Eingeborenenkulturen, die erhöhte Gewinnung von Kopra, Sesam und Erdnuß ist unverkennbar; auch die Anlegung von Baumwollkülturen in Ostafrika steht jetzt vor ihrer Verwirklichung.

Neben den reichen Erfolgen der Misstonsthätigkeit ist ins­besondere die Bestellung eines katholischen Bischofs (apostolischen Vikars) mit dem Sitz in Dar-es-Salaam und die Vollendung und Einweihung der evangelischen Kirche daselbst zu erwähnen.

In Kamerun ist das Hinterland in diesem Jahre nun­mehr völlig unterworfen. Der Norden wie der eaiben steht völlig unter deutscher Herrschaft. Die Südkamerungrenzexpe­dition hat ihre Arbeiten abgeschlossen.

Der Ausdehnung der politischen Herrschaft folgte der Handel auf dem Fuße. Zur Zeit weilt die Handelsexpedition des Deutschen Tschadseekomitees im Innern. Auch ist in diesem Jahre mit der Trassierung einer zweiten Eisenbahn in Kamerun begonnen, die von Victoria über Mundame nach den Manengüba- bergen zu etwa 400 km zunächst in baM Innere vorgeschoben werden soll. Die andere, eine leichte Gebirgsbahn, von Vic­toria über Buoa nach den höher gelegenen Pflanzungen hinauf- führend, nähert sich ihrer Vollendung. Der Fernsprecher von