. ." „Das Bad ist wirklich gut, und die Zeitungen treffen immer pünktlich ein." „Aber dann . . ." „Das Essen ist ausgezeichnet, und die Kellner sind beim ersten Wink zur Stelle/' Ich begreife nun wirklich nicht, mein Herr . . „Ich kann nur sagen, dass der Ort entzückend ist, und Ihrer Wochenrechnuug war auch nicht das Geringste aufgeführt, was ich nicht gut und richtig bekommen hätte. Aber ich halte es nicht mehr aus .. „Was kann Ihnen aber nur fehlen, mein Herr? Ich gebe mir doch die grösste Mühe, meine Qäste zu befriedigen, und tue alles, was ich kann, ihnen das Leben so bequem wie möglich zu machen." „Das ist's ja gerade! Es ist alles so vollkommen, dass ich nicht glauben kann, dass es mit rechten Dingen zugeht, und so finde ich in der ganzen Nacht keinen Schlaf, weil ich immer lege und denke, nun müsste etwas Schlimmes nachkommen. Ich gehe dabei zugrunde, und wenn ich nun nicht bald etwas finde, worüber ich — schimpfen kann, dann packe ich meine Koffer und fahre nach Hause ..
Eingesandt.;
Die Redaktion stellt dem Publikum gerne einen bestimmten Raum «ur Besprechung von Angelegenheiten, die von allgemeinem Interesse sind und keinen rein persönlichen Charakter tragen, zur Verfügung, muss, sich aber dagegen verwahren, mit dem Inhalt derartiger Einsendungen identifiziert jcu werden. Einsendung von Namen und Adresse an die Redaktion sind Vorbedingung zur Annahm?,
Wahrheit!
■ Nachdem der Einsender d. „Pietät" in Nr.
58 d. K« P. seine zweideutigen—wie Ja schon im voraus bemerkt, vielleicht unbewussten— Anspielungen in aufrichtiger und friedensliebender Weise dahin kommentarisierte, dass ihm jedwede Aufforderung und tendenziöse Absicht etc. ferne lag, ist der Zweck des Eingesandt in Nr. 59 vollständig erfüllt, und soll deswegen in gleich friedlicher Weise auch der Artikel 59 in seiner gerechtfertigten, ja im Lichte der Wahrheit und obwaltenden Umstände geforderten, Defensive keineswegs eine Misskennung seines guten Willens bedeuten, ganz abgesehen davon, dass der in Nr«
59 ausgesprochene Schlussgedanke a 11 g e- meiner Fassung war und deshalb auch von keinem Logiker und Wahrheitsliebenden zu einem rein persönlichen Ausfall umgeprägt werden darf.
Hätte der Einsender sich vorher — wie bemerkt — genau orientiert, dann hätte er leichtin Erfahrung bringen können, daß z.B. die katholische Mission auf ihrem Friedhofe allmonatlich die kath. Eingeborenen - Frauen den Platz vom hier ja bekanntlich rasch nachwuchernden Unkraut säubern lässt, dass sie ferner mit ihren Missionsschülern auch zur gelegenen Zeit für die Instandhaltung der Gräber, namentlich der der Europäer, Sorge trägt; natürlich muss der Einfluss der Witterung hierbei wohl berücksichtigt werden, da die Trockenzeit einerseits die Bearbeitung des humus schwierig gestaltet und die Regenzeit andrerseits einen verheerenden Einfluss auf wohlgeformte, insbesonders unelngefasste Grabhügel ausübt Die kathol. Mission.sorgt also wohl für ihren Friedhof und zwar u n- äufgefordert und ohne Beihilfe der Europäer, wie sie auch gerne, ja meistenteils ohne jedwede Vergütung, im Namen der christl. Charitas den Leib ihrer Katholiken;mit allen kirchlichen Ehren zur letzten Ruhe geleitet — wenn äueh gotteslästerliche Spötteleien fällen, wie dies jüngst beim Erscheinen des Priesters mit Kreuz etc. von einem Europäer in der Träuerversämmlung gegenüber seinem Nebenmann geschehen ist—, gar nicht zo sprechen von den erhabenen und steten Snffragien für die dahingeschiedene Seele, einem „Toten- kultus", der ja bekanntlich ein Charakteristikum der kathol. Kirche ist
Das war der Gedanke, der uns vorschwebte, als wir dem Einsender ein wohlmein e ndes „Si tactüsses" zuriefen i. e. ohne
vorherige Orientierung geschwiegen hättest von dem allgemeinen Appell an die Missionen.
Dieser Umstand war es. auch, warum „ein Vertreter der Missionen" es nicht nur wagte, sondern im Interesse der Wahrheit und für die Ehre der Religion sich sogar verpflichtet fühlen musste, einer einmal eigentümlich klingenden Anspielung auf die Missionen zu parieren, wobei aber keineswegs der Gedanke unterschoben werden darf und kann, als ob Schreiber des Nr. 59 die Anregung des Einsenders „Pietät" üb erlraupt zurückwiese. Wer die also gerechtfertigte Defensive des Nr. 59 Einges. verstanden hat und verstehen wollte, muss wahrheitsgemäss die Schlussfolgerung ziehen, dass einerseits, der Zweck des Eingesandt Nr. 59 berechtigt war, andrerseits aber auch gar kein sachlicher Grund vorlag und vorliegt, aus Nr. 59 Schlussfolgerungen und unedle Hetzereien herauszuschmieden, die den eigentlichen nun abgemachten Status quaestionis nicht berühren und deswegen absolut keine Berücksichtigung verdienen.
Für uns damit ein für allemal: causa finita ;
Den zweiten „Herrn" Artikler übergehen wir mit Stillschweigen, da er einerseits gar nicht in die Schranken gerufen ist, andrerseits sein offenkundig Streit suchendes Pamphlet so unfein und unnobel klingt, dass es keiner Erwiderung bedarf und auf eine Friedliche Reaktion unsrerseits gar keinen Anspruch machen kann. Will er aber seine Lanzen gerne brechen jenseits des Ozeans, so möge er — aber, bitte, wahrheitsgetreu— tun, was er nicht lassen kannj Sollte der Herr Einsender jedoch auch keine böse Absicht haben und will er in Ehren seine vom Zaune grissene Debatte zum Austrag bringen, so komme er, bitte, unerschrok- ken mit o ff e n e m Visier zum „Gottesraann", der ihm hiemit das Visier lültet:
Katholische Mission. Duala.
Für Jedermann.
Es ist interessant, wie man sich um die Erhaltung der Gräber streiten kann, anstatt die Sache beim Kern anzufassen. Wahr ist es, dass es Menschenliebe und Christenpflicht erfordert, hier etwas zu tun. Dies ist aber eine allgemeine Sache nicht nur derer, die dies predigen, und da keiner ein vernachlässigtes Grab haben möchte, so soll er jetzt etwas dafür geben.
Den Missionen wird man hierin, glaube ich, keinen Vorwurf machen können. Ohne jegliche Unterstützung die Gräber in Ordnung zu halten, kann man von ihnen nicht verlangen, da denselben die Mittel nicht zu reichlich in den Schoss gelegt werden, zumal aus Kamerun selbst.
Zum anderen war es vielleicht Pflicht und Schuldigkeit des Einzelnen selbst, dessen Freund oder Bekannter es war oder in dessen Diensten der Verstorbene stand. Diese werden auch gerne etwas dafür opfern, wenn jemand diese Arbeit übernimmt.
Wir wollen nicht der Gleichgültigkeit steuern, indem wir denken, es wird schon dafür gesorgt werden, sondern wollen jetzt tun, was sich tun lässt und eine kleine Gabe geben. Die Missionen werden dann gewiss gerne bereit sein, die ' Instandhaltung |der Gräber zu übernehmen.
Schreiber dieses übergibt hiermit für die „Instandhaltung der Gräber" an den Redakteur der „Kamerun-Post" 3 M und hofft, dass andere mit grösseren Summen folgen werden, da „Geben" Jedermanns Sache ist
Vielleicht sind die Bezirksämter bereit, die Beträge für bestimmten Zweck zu verteilen.
Nachdem die Situation in Sachen der Friedhofsangelegenheiten nunmehr vollauf geklärt ist, schliessen wir hiermit die Diskussion über dieses heikle Thema.
Gleichzeitig eröffnen wir hiermit die angeregte Sammlung für „Instandhaltung der Gräber" und sind bereit, weitere Beträge entgegenzunehmen.
Es gingen ein: Ungenannt 3 M.
Lokales.
—Wir machen hiermit nochmals auf den heute Abend 8 Uhr stattfindenden Vortag des Herrn Assessor B o m k e in der Deutschen Kolonialgesellschaft aufmerksam. Anschliessend hieran findet die Hauptversammlung der Gesellschaft statt
Am 6. August sind es 12 Jahre, dass Herr Karl We n dt, Zollassistent I. Klasse, ] im Schutzgebiet eingetroffen ist. Herr Wendt, der in dieser langen Zeit fäst .alle Küstenplätze besucht hat, ist an der ganzen Küste infolge seines liebenswürdigen Wesens gegen jedermann, dabei streng im Dienst, allgemein beliebt, sowohl bei den Europäern wie bei den Eingeborenen. Möge der dienstbeflissene Beamte noch Hange Jahre bei gleicher Gesundheit unserem Schutzgebiete erhalten bleiben und die Anerkennung hierfür nicht ausbleiben.
— Der Postschluss für P. D. „Lucie Woermänn" findet am Freitag den 8. nachm. 4 Uhr statt. Für Pakete, Wertsendungen n. Zeitungsbestellungen schliesst die Annahm» bereits um 11 Uhr vorm. Letzte Briefkastenleerung um 5 Uhr nachm.
Letzte Nachrichten.
— Die gegen den Hafen von Kitta verhängte Quarantäne wird aufgehoben.
S a c b a c h: Prälat L e n d e r, das älteste Mitglied des Reichstages ist gestorben.
Bukarest: Die Bevollmächtigten aller Balkanstaaten sind hier eingetroffen.
Bulgarien hat die rumänische Regierang ersucht, Vidin (in der Nordwestecke Bulgariens zwischen Rumänien und Serbien) zu besetzen, um die Bevölkerung gegen etwaige Racheakte der Serben zu schützen*
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Leipzig, Südstrasse 24,
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K.: Wohin führen Sie Ihren überseeischen Freand, wenn in Hamborg, jtom Einkauf von Getränken, Konserven, Zigarren?
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Max Erler
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