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Deuts ch e Uolottialz elf tut g .
Nr . 3
Im übrigen genügen die Zeugnisse feindlicher Kolonialpoli¬
tiker und Heerführer ' , wie Sir Harry Johnston , E . D . Morel ,
General Northey ' u » a . m . , um der Tendenz die der bewußten
Irreleitung , der öffentlichen Meinung in betr uns feindlichen
Ländern zugrunde liegt , die Maske vom Gesicht zu reißen .
Warum brauchen ' wir Kolonien ? Die Antwort darauf '
laufet ;
1 « Weil wir ein wachsendes Volk sind , das . sich in Zukunft ,
da ihm fremde Markte zum Teil verschlossen sein ' dürften , mehr
als je zuvor auf eigenem . Grund und Boden betätigen muß ,
wenn es selbständig leben will ,
% Weil wir Produktionslünder für Rohstoffe , wie Palm «
kerne , Palmöl , Srsal , Holz , Baumwolle , Kaffee , Tabak , Leder ,
Erze usw . , nötig haben für die Versorgung unserer heimischen
Industrie und Landw - irtschaft .
3 . Weil wir - unseren Welthandel , unsere Weltwirtschaft neu -
aufb - auen und ausbauen müssen , wozu die Kolonien mnentbehr -
lich find .
4 . Weil wir unserer Kultur , unseren Missionen ein erweiter -
res Feld der Tätigkeit eröffnen müssen , um unseren Mensch -
heitsaufgaben gerecht zu werden .
5 . - Weil wir den Glauben an unser Volk ausvechterhalton .
daß es einer neuen großen Zukunft entgegengeht , wenn es seine
Weltaufgabe im Rate der Völker richtig erfaßt .
Unser Kolonialbesitz vor Ausbruch des Krieges stand in gar .
keinem Verhältnis p " : Der wachsenden Bedeutung Deutschlands '
als Weltwirtschaftsfaktor . Während Frankreich bei einer Ein¬
wohnerzahl von 39 Millionen über einen Kolonialbesitz von
11 Millionen Quadratkilometer mit 50 Millionen Bewohnern ,
davon in Afrika allein 10 Millionen Quadratkilometer mit
40 Millionen Bewohnern , England über einen solchen von
30 Millionen Quadratkilometer mit 375 Millionen Ein - !
wohnern . wovon etwa 10 Millionen Quadratkilometer mit
47 Millionen Einwohnern in Afrika , verfügte , das kleine Portu¬
gal mit 534 Millionen Einwohnern dagegen - einen Kolonial¬
besitz von 2 Millionen Quadratkilometer mit 8 % Millionen Ein¬
wohnern und Belgien sogar 234 Millionen Quadratkilometer
mit 20 Millionen Bewohnern anfzuweisen hatte , mußte Deutsch¬
land mit 68 Millionen Ernwoh ' nern sich mit dem geringen Be¬
sitz von 3 Millionen Quadratkilometer mit etwa 16 Millionen
E l nw o h n er n b egnüg en .
Das ist ein schreiendes Mißverhältnis , bas im Sinne von
Punkt 5 des Wilsonschen Friedensprogrammes , das sowohl wir
als auch die leitenden Machte der Ententegruppe angenommen
haben , unbedingt ausgeglichen werden muß , wenn der kom¬
mende Friede ein Rechts - und Dauerfriede sein soll , der allem
die Gewähr für einen neuen Aufstieg der ganzen Kuiturmensch -
heit verbürgt ohne den drohenden Schatten zukünftiger furcht¬
barer Kriege , die die Menschheit ' der Vernichtung überant¬
worten würben .
Friede ist nur möglich , wenn die ehrlich Gesinnten aller
Völker sich die Hauch zum Menschheits - öunde reichen . Gegen alle
oüsteren Machenschaften irregeleiteter und bewußt belogener
ieindlicher Gewalten , die sich nicht um das immanente Rech -
kümwierr ; , sondern die Beraubung unseres heroischen Volkes als
eine nrorät ' ische Tai darstellen möchten , erheben wir den schärf¬
sten Protest im Interesse unseres Volkes und der Menschlichkeit .
Gegen fiäiifwlt w « d
Vau Prof , Dr > L . Aülp
einem . Reichsverband ' zusammengeschl . ossL . nen Kolonialbeittfchen ,
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Behagen und oft mit geschicktem Raffinement beuten sie dabei
nmiüruch Stimuten ' au8 unserem eigenen Lager alls .
Nelrerdings scheint man diese schändliche Kampfesweife etwas
sparsamer zu üben , sei es , daß Mangel , au neuern
Material herrscht , sei es , daß wir jetzt Zeit finden , '
den Lügnern eutgegenzutreten , oder daß auch die Erkenntnis
dämmert , es könnte ein Volk wie die Franzosen mit ihre - u
Panamaskaudal , ihrer Fremdenlegion und ihren schwarzen
Kulturbeschüßern oder d - ie Englcinder mit ihrem tnfeischeu
und südafrikanischen Schul - dkonto oder gar die ver¬
bündeten Portugiesen und Belgier mit ihren jämmerlichen
koLonisatorischen ^ Ergebnissen nicht recht geeignet sein , über
Deutschland zu Gericht zu sitzen ; kurz , mau bevorzugt jetzt eine
andere , nicht weniger perfide , aöer ^ noch einfachere Methode ,
indem man beliebig oft - in der verfügbaren Presse überall d - a ,
wo man sich gerade einen Erfolg davon verspricht , die De -
hauptung ausstellt : die Deutschen haben ja selbst nicht das ge¬
ringste Interesse an kolonialem Besitz . Als Begründluag
brauchen sie nur auf unseren stummen Verzicht in der äußeren
Politik oder auf eine der kolonmlfeindlichen deutschen Stimmen
unter ihrer selbstverständlichen Verallgemeinerung zu ver¬
weisen . - Neben belanglosen persönlichen Kritiken irgendeines
engbegr - enzton Condergebietes treffen wir leider auch auf
Aeußerung - en von Männern , die den Schein der Sachkenntnis
uw . ihr Urteil zu verbreiten wissen » Eins . von ihnen - aus
jüngster Zeit entstammt der Feder eines ehemaligen Kolonial »
' beamten der Südsee, . Geheimrat Fritz , der vom Stand - -
Punkt des Alldeutschen , guten PaLrioten ( ! ) und gewissem
haften Beamten au § in einem offenen Brief an - den . Äorstand
des Reichsverbandes der Kolonialdeutschen ( früher Gouverneur
der gleichen Kolonie , in der Geheimrat F . tätig war ) die Fr . age ,
ob wir unsere Kolonien zurücksordern sollen , verneint und ferne
Ansicht zu begründen sucht . Beim Lesen ( „ Deutsche ZeitumF
vom 24 . Januar ) drängte sich mir jenes kurze , nlederschrneü
lent . be Urteil in die Erinnerung , mit - bem der ehemalige britische
E - en - eralstabsches in seinem kürzlich erschienenem . Buche ' über
unseren Zusammendruck ) die Niederlage - des im . Frontkanmf
unbesiegbaren ^ Heeres erklärt : „ Es wurde von rückwärts ti >
dolchtll " freilich wählt der Hem V obllu r 6 uichr d/ijt
blanken , scharfen Stahl als . Kampfeswaffe , sondern mit einem
vom Gift bitterer Erinnerungen Mtetzten Pfeil sucht er färte '
ehemalige ^ toloniäle Adoptivheimat und unser Vaterland fu
treffen » Sein von Vorurteilen getrübtes Auge läßt ihn - beide
Ziele Verfehlen . Die meisten Alldeutschen werden , hier wnchl
staunend zum ersten Male von einem der Ihrigen die Kolonial -
gegnerschait in ursächlichem Zusanunenhang mit ihren J - deallM '
und der ^ Vaterlandsliebe gepreßt sehen . Unter Preisgabe lex
jetzigen Parole fordert und hofft . er vom Reichsverban . de
das Streben nach Siedelungsland für den zu erwartenden ,
bäuerlichen Volksüberschuß ( ! ) im Balten - und Litauerlau . de .
Eine schwere Enttäuschung . seines kühnen Höffens ist ihm gewiß, "
. und ich staune , wie sehr ein Alldeutscher die treue Amhäng - Licch
feti unterschätzt , die uns KolonialdeuLsche mit verschwindenden
Ausnahmen an unser altes Arbeitsfeld , fesselt , obwohl gleich
ihm keinem von uns dort auch trübe Erfahrungen erspart
blieben . ^ So manchen trieb es immer wieder in die Arme ' der
neuen Heimat , bis sie ihn endlich zur letzten Ruhe umsckg ' lang .
Er unterschätzt aber auch das beharrliche deutsche Pflichtgefühl ,
das im Gegensatz zu ihm das ll - eberrorttden von Schwierigkeiten
bei einer einmal üöerttonrmenen Ausgübe zum Ansporn ^ zuo :
Befriedigung und Freude werden läßt . Fahnetffluchl war n . t >
mals deutsche Art . Sicher w - erdcn auch die Gegner der Alb
- deutschen Kapital aus seiner Gesühls - üuHerung schlagen .
Wir müssen der eigenartigen Beweisführung dieses - Kolo -
malgegners ' etwas näher treten : denn ' gerade aus dem
Ztifammenhang gerissene . Einzelheiten werderl ? rfu . hrn . « . s -
ge - lläß am meisten aus - gebeutet . Ich unterschreibe aufs Wort
hlles so - iÄ iXeii llch uv s ~ ' ^ r n * ie ' n i
Regierung oder den Mangel an nattonalern Empfinden
geklagt wird . ^ mtu ui , m . ; « > r - . , . - . r : r >
daß . von der ? 27 Männern , imb Frauen , die den
kolonialen Weckruf des st mach
die von ihnen ctirmmea Parteien unb Köl ; bn >
schäften , die m elften ( mit Sperrdruck im Original ) märti
ch am ammu . od - ^ h ' re - : Ü - ? u . m - nm ' . u - ,1 ?
geger : die Alldeutschen und a Ile , i > I e Oe n n a tl . o n a I e n
s ; n m c u n u h l U > ft m . i t ch - ch - r | ,rOi , ich
uchg lj,,rau llu - o ' . ' : ununo l ' - eu : llM - u - . uo , ^ u ' ürr . h > ^ . r ' iO
ihr einw - andcheier Beweis nochaohov d ' Bor . ? n
gehören acht führender : Geistern der Mission oder charitativen
cm ; ebensovielp treiben aktive koloniale Be -
russarbeit ^ d . ch . bei mehr als der Halste schon läßt weder ihr -
Beruf noch ihre Körperschaft ein grundsätzliches Hetzen cpgal
die Älldeuischeu erwarten . ' Auch die alte Ressierung verdient