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SAMOÄNISCHES
GOUVERNEMENTS-BLATT
HERAUSGEGEBEN VOM KAISERLICHEN GOUVERNEMENT.
BAND V. — Nr. 8. APIA, DEN 14. MAERZ igr^
Bekanntmachung.
Gemäss der Verordnung vom 6. Dezember 1913 (Gouv. Bl. Bd. IV
Nr. 52) werden die mit chinesischen Arbeitern geschlossenen Arbeiter¬
verträge nur noch, genehmigt (§ 2), wenn der Arbeitgeber nachgewiesen
hat, dass ihm eine dauernde Einrichtung zur Verfügung steht, die die
nötige ärztliche Fürsorge verbürgt.
Denselben Nachweis haben die Arbeitgeber zu erbringen (§ 6),
die bereits im Besitze genehmigter Arbeitsverträge sind. Wenn sie die¬
ser Verpflichtung nicht nachkommen, machen sie sich gemäss § 5 straffällig.
Von einer strafrechtlichen Verfolgung ist bisher noch abgesehen
worden. Weitere Nachsicht wird aber demnächst nicht mehr geübt wer¬
den. Alle Arbeitgeber, die den Nachweis noch nicht geführt haben,
werden daher hiermit aufgefordert, das Versäumte nachzuholen.
Die Erfordernisse des Nachweises enthält der § 3 der Verordnung.
Danach wird jeder Arbeitgeber eine Anzeige an das Gouver¬
nement zu richten haben, die über folgende Fragen Auskunft giebt:
1* Wieviel chinesische Kontraktarbeiter beschäftigt, der Arbeit¬
geber? • ; f.
2. Auf welchem Platze werden die Arbeiter beschäftigt ?
3. Mit welchem Krankenhause hat der Arbeitgeber ein Abkommen
getroffen betreffend ärztliche Behandlung seiner Arbeiter ?
4. Wie: weit ist die Entfernung vom Arbeitsplatz zum Arzt oder
Krankenhaus und wie gelangen die erkrankten Arbeiter dorthin ?
(zu Fuss, zu Wageco, durch Boot ?)
Arbeitgeber, die ein eigenes Krankenhaus unterhalten, werden ausser¬
dem noch folgende Fragen zu beantworten haben :
1. Von wem wird das Hospital geleitet?
2. Ueber wieviel Räume und Lagerstätten verfügt das Hospital ? „
3. Werden im Hospital auch Schwerkranke behandelt ?
oder wohin werden die Schwerkranken überführt ?