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uüOrt.'n JJiörljU’H, welche Cuc- Berliner Genera lalle unter-
0 uOm' (laben Mi v-rhandeln, damit Maßregeln angenommen
werden, um die in jenem Staate obwalten dorr Mlßständc zu
rnit er bluteten."
Der Antragsteller führte mrs, der Kongvstaat sei drrrch
das Einvernehmen der Mächte ins Leben gerufen worden,
unter der Bedingung, daß erstens die Eingeborenen sittlich und
materiell gehoben und zweitens dem Handel aller Nationen
volle Freiheit eingeräumt würde. Tatsächlich werde mit Aus-
nahme eines Gebietsteils westlich vom Stanley Pool das ganze
Land wie ein Privatbesitztum des Königs der Belgier betrachtet.
Bon den Landgesellschaften besitze der Kongostaat die Hälfte
der Aktien. In den Kouzesstonsgebieten dieser Gesellschaften
dürfe kein Außenstehender Geschäfte treiben. Der unglückliche
Rabinek sei verurteilt worden wegen „Handeltreibens in
einem Bezirk, in welchem der öffentliche Handel verboten ist."
Der britische Handel mit dem Kongostaat sei infolge der Ab¬
sperrung ganz geringfügig. Noch bedenklicher seien die Ber-
hältnifstr was die Eingeborenen betrifft. Zwangsarbeit m
mancherlei Form sei gegenwärtig gesetzlich gestattet, ebenso
zwangsweise Heranziehung zum Heeresdienst. Träger würden
eingesangeu. Die hohen Einnahmen des Staates rührten
großenteils von Der schweren Belastung der Eingeborenen der.
Der Redner verlas eine Reihe von Zeugnissen über grausame
Behandlung der Eingeborenen, die dahin führt, daß . nmde
ans den Dörfern entfliehen, die Männer in den $5n'u\i. die
Frauen und Kinder nach den Missionsstätten. An einer D-telle
fand ein Zeuge 80 abgehauene Hände, die über eutem
Feuer getrocknet wnrden.st Nicht alle Missionare indes würän
als Zeugen zu haben sein oder gestatten, daß ihr Name ge¬
nannt würde. Als vor einigen Jahren Arbeiter aus Sierra
Leone uub der Gvldküstenkolonie nach dem Kongostaat an-
geworben worden waren, mußten die Anwerbungen britHeher-
seits untersagt werden, weil die Leute schlecht behandelt nun'den
waren. Auch sei zu bedenken, daß von den Greueln '.cn nur
lnee und da durch einen Zufall etwas durchsickerr. W c n n
der Kongostaat Zivilisation bedeutet, was ist dann
B a v 0 a v e i!
Der Redner verschwieg nicht, daß die Finanzverwaluing
des Kongoftaates erfolgreich geioesen ist, die KautschukoeseÜ-
sch asten die besten Geschäfte zu verzeichnen haben und dem
Staat seinen Gewinnanteil zusühren, daß ferner viel pxv 'sern-
haltung des Branntweins, zur Errichtung von Krankenhäusern
und Pockenimpfung geschehen ist, nrtd daß die Menschen jc-gden
der Araber unterdrückt worden sind. Aber wenn der Staat
die Grau sann leiten auch unterdrücken möchte, sie flub eben
der un v erm eidliche A rr sf luß d e s v or h a n de n e n Sy st ems.
vier also müssen die verantwottlichen Faktoren einsetzen. Die
Berliner Generalakte sieht ine Einsetzung einer internatio-
nalen Ko in uni jteu mn /ja aic gelang der Schiffahrt und
Untersuchung etwaiger Berieinulgen der Generalatte. Diese
KSnnmisffon in noch mei]l ennniui i muhen, Die Rcmernng
8: einer Arajestät könnte den ur. erneu beteiligten Machter-, tnu>
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erwägen haben, ov dcm lärngockaat wettert) in erlaubt,
ue e i 8 o •; 0 - 0 . (5 1 n j u c- \ ( \ 0 l < ^ ; M, r- r h c v e n so daß der Re-
aarung mm mu- M.neßat oao •' ''genbell geiwten ist, mt Ein-
aeulebmen mit den andern ck-äckten vorzugehen.
Sir Charles Dille unterstützte den Antrag mit Aus-
sschrungen. die bestirnmt waren, darzutun, daß schon vor der
Gründung des Kongostaats britischer Unternehmungsgeist und
Forschertrieb im Lande tätig gewesen waren. B. L. Camerott
dnrchgucrte es 1874, tu der Absicht, die Altgliederung an
Großbritannien herbeizuführen. Die Verträge, die er mit den
Häuptlingen abgeschlosielt hatte, wurden, indes in London
nicht anerkannt. Spater vertraute man den Versicherungen
Siomq Leopolds, daß der Handel frei bleiben würde; das
brcki'jchc ausn'-äriige Amt sicherte dies seiner Zeit den Liverpooler
Firmen vartou and Cookfon und John Holt zu. Nach dem
Abschluß des 'berliner Vertrages begnügte sich die britische
Negierung rmiyi nia den darin enthaltenen Verpflichtungen für
den Kongostaat. die Handelsfreiheit für alle Nationen zu
r ) Wenn die eingeborenen Soldaten die Bewohner eines Dorfes
beim Eintreiben des Kautschuks lässig finden, pflegen sie ihnen eine
Hand abzuhanen, uni bem Faktor Uten oder Stationsbeamten den
Beweis zu erbringen, daß sie die Säumigen gestraft haben. Damit
öie abgehauernm Hände nicht faulen, iverden sie geräuchert.
lc.. '.alzeitung. " ^.22
erhaltelt mth feine Geschäftsmonopole zu erteilen; sie sicherte
durch einen Vertrag mit dern Kongostaat ihren Staats-
allgehörigen die Freiheit des Geschüstsbetriebes. Trotzdem be¬
wirken die bekannten Erlasse des Kongostaates, daß das ganze
Land und die Bodenerzengnisse als das persönliche Eigentum
König Leopolds gilt. Ja, noch mehr. Das ganze Land.ist
neun Konzessionsgefeilschasten überwiesen worden,
die jeden Handel Dritter getötet haben. Alles ist Monopol-
Wirtschaft, es giebt keinen Raum mehr für offenen
Handel. Die Konzessionen erstrecken sich auf alles, was Wert
im Kongobecken hat. Ente der Konzessionen reicht bis in das
Bahr el'Ghasal in der englisch-ägyptischen Sphäre; zum Glück
wird sie dort nicht ausgenutzt. Aber man sieht daraus, daß
die Begehrlichkeit des Kongostaates keine Schranken kennt.
Von den 9 Konzessionsgesellschaften teilen 7 ihren Gewinn mit
dem Staat zur Hälfte,' bei einer ist das Verhältnis nicht be¬
kannt, rrnd bei dem Katanga-Unternehmen besitzt der Staat zwei
Drittel der Aktien. Sir "Charles besprach dann eingehend
die unfern Lesern bekannte Rabineksche Angelegenheit. Sodann
verlvies er auf die 1807 von ihm im Hause hervorgerufene
Erörterung, in welcher er nachgewiesen hatte, daß die damals
schon bekannten Greuel die Folge der Bodengesetzgebung des
Staates seien. Der Kongostaat versuchte, die Anschuldigungen
des Captaiu Hiude zu vertüuchen, konnte sie aber nicht weg-
lengnen. Nach jener Verhandlung wurden die Aussagen des
schwedischen Missionars Sjöblom bekannt, die den Zusammen¬
hang zwischen den Monopolen und den Greueln noch deut-
! lieber erkennen ließen. In den letzten Wochen nun gab der
j Kongostaat Geld wie Heu aus, um alles mögliche
! abzuleugnen und den Mitgliedern dieses Hauses verlogene
Bücher zu senden, allein an die Erklärungen Hindes und
Sjvbloms wagte er sich nicht heran. Herr Sjöblom mußte
einmal von den Kongoleuten hören, warum er denn die ihm
bekannten Verbrechen nicht zur Anzeige gebracht habe, als er
„draußen" weilte. Weil man ihn, wenn er die Eingeborenen
weiter nerteidigen wolle, mit fünf Jahren Zwangsarbeit be-
- droht hatte. Die Kongoleute gingen soweit, den Gouverneur
j Sir H. H. Johnston als einen Verteidiger des Kongostaates
! hinzustellen, ob schon er weiter nichts geäußert hatte, als einige
freundliche Worte über eine belgische Station, die er an der
Grenze besucht hatte. Nachdem der Redner einige weitere Fälle
von Verdrehungen gekennzeichnet hatte, erklärte er, am Ende
wäre es besser, wenn das Kongobecken an Frankreich überginge.
Großbritannien habe das Land nickt nehmen wollen, und
alles, was es verlange, sei Sicherheit für die Eingeborenen,
Achtung ihrer Rechte und Sicherheit für den britischen Handel
gegen Monopole und Einschränkungen.
Sir John Gorst sprach kurz für den Antrag und erwähntst
daß die Bereinigten Staaten, obschon nicht Partei bei dem
Berliner Vertrag, nach zuverlässigen Angaben schon Schritte
getan hätten, um sich gegen die Zustände im Kongolande zu
verwahren. Gewissermaßen als Generalredner faßte der Ab¬
geordnete für Oldham, Emmott, die von den Vorrednern
ansgesührten Gründe zusammen mit der Warnung, daß, wenn
j die unvermeidliche Empörung der Bantuneger des Kongostaates
j ansbreche, die Provinz Bahr el Ghasal (die bekanntlich seit 1894
an den Kongostaat in Pacht gegeben ist) in Mitleidenschaft
gezogen werden würde.
Angesichts der übereinstimmenden und nachdrücklichen
Aeußerungen von beiden Seiten des Hauses hatte die Regierung
einen schweren Stand. Regierungen lassen sich nicht gern
in internationale Verträge hineinreden und betrachten Ab¬
machungen, tote die auf den Kongostaat bezüglichen, als dem
Einfluß der öffentlichen Meinung entrückt. Der Unter-
staatssekretar des Auswärtigen, Viscount Cranborne, von
den zünftigen Diplomaten des Auswärtigen Amts beein¬
flußt, wollte noch einmal ausweichen. Immerhin mußte
er in seinen hauptsächlich auf Formen beruhenden Aus¬
führungen erklären, „die Regierung neige zu der Auffassung,
daß das im Kongostaat eingeführte und obwaltende System
nicht ganz mit den vom Kongostaat übernommenen Ver¬
pflichtungen übereinstimme (Heiterkeit). Dies wird aber nicht
allgemein zugegeben, sondern es wird behauptet, solange jeder¬
mann frei sei, tut Kongostaate zu kaufen tmd zu verkaufen,
würde den Vorschriften der Berliner Generalakte Genüge ge¬
leistet. Die Frage ist, ob jedermann frei sei, zu kaufen und zu
verkaufen (Beifall und Heiterkeit)." Im klebrigen ist es-nicht
möglich,zder gewundenen Rede weiter zu folgen oder Stilproben
daraus zu geben, Lord Cranborne erklärte, die Regierung