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Grgan -er Deutschen kolonialgesellschast
«d der Kauenvereinr vom Roten ?iir deutsche Sber See
, MAetziehen durch die Geschüstsstellender Deutschen
t KVlynialgesellschaft, Berlin W 35, Afrikahaus,
'«d des Frauenvereins vom Roten Kreuz für
' Deutsche Mer See, Berlin W , Milhelmstr. 62
Schrifkleitung und Geschäftsstelle:
Deutsche Kolonialgesellschast Berlin V 35- AM Karlsbad 10
Postschece-Konto: Berlin 19043 Fernsprecher: Lützow 3629 u. 8106
Alleinige Anzeigen-Annahm«
Nunsneen-GxpedMon Rudolf Moff»
Berlin SW 19, u. sämtliche Fittals»
Nr. S.
Berlin, * 5 . Septetnber G 22 . 3 Y. Jahrgang.
Beschluß des Ausschußes. — Die Tagung der Deutschen Kolonialgesellschast am 13. und 14. Juni in Weimar. —Karl von d«k
Heydt f. — Das Ende der ersten preußischen Kolonie. — Literatur.
Frauenverein vom Noten Kreuz für Deutsche über See: Berichtigungen. — Abteilungen. — Neue Mitglieder. —
Togo. — DaS Elisabethhaus. — Den Eltern kleiner Südwester. — Aus China. — Aluenenge. — Die letzte Reise. — Gesuche
um Schwesternstellungen im Auslande. — Eingegangene Gelder. — Bücherbesprechung.
Für die Rückgabe unverlangter Beiträge, denen genügendes Porto nicht beiliegt, wird keine Gewähr übernommen. Nachdruck der
Originalaussätze nur mit genauer Quellenangabe gestattet.
Der Ausschuss hat beschlossen, Satz in diesem Jahre
M«r «Sch Sie Nummer S Ser „Deutschen Kolonial-
zeitung" erscheint «nd Sie Nummer 6 ausfMt. Die
liHerstellungskosten einer Nummer find nicht allein matz-
'los gestiegen, sondern es ist unter Sen augenblicklichen
WerhSltnifien auch gar nicht abzusehen, welche Kosten
Im November für Sie Nummer 6 entstehen werde». Bei
Dem geringen Beitrag für 1922 würden uns so große
jEchwierigkeiteu entstehen, datz wir wegen Ausfalls der
Kummer 6 Wohl auf die Zustimmung unserer Mit¬
glieder rechnen dürfen»
Befebluß des Husfcfoufjes.
Eine Entnahme von Büchern findet ferner nur gegen Hinter¬
legung des Wertbetraaes des betr. Werkes statt.
Fortab wird für die Ausleihung von Büchern 5, — M Leih¬
gebühr auf eine Leihzeit von 4 Wochen erhoben.
Mit Wirkung vom 1. Oktober.
Die Tagung der Deutschen Kolon ialgefdlfebaft
am ia. und 14 . Juni in Weimar.
In stattlicher Zahl hatten sich die Mitglieder des Vorstandes und
die Vertreter der Abteilungen in Weimar eingefunden. Eingeleitet
wurde die Tagung durch einen Begrüßungsabend. Der zweite Vor¬
sitzende der Abteilung Herr Generalmajor a. D. v. Kesfinger, rief
den Gästen ein herzliches Willkommen zu und Herr Professor Dr.
Deetgen führte sie in einem inhaltsreichen und formgewandten Vor¬
trag durch die Kulturstätten Weimars.
Am 13. Juni um 9 Uhr vormittags eröffnete der Herr Präsident
• die Vorstarrdssitzrmg
sjitt einer Ansprache, in der er daraus hinwies, daß wir zu unserer
wirtschaftlichen Gesundung eigenen, ausreichenden Kolonialbesitz be¬
nötigen und wir deshalb niemals von der Forderung abgehen dürften:
Gebt uns unsere Kolonien wieder, gebt uns von eurem Üeberfluß, den
ihr doch nicht ausnützen könnt, was uns so bitter nottut. Er ging
dann auf das Versagen der Mandatswirtschaft ein, die an der Ver¬
elendung unserer Schutzgebiete schuld ist, und kam auch hierbei zu der
Forderung der Rückgabe unserer Kolonien, damit sie wieder in die
Weltwirtschaft eintreten und in ihnen kulturelle und ideale Aufgaben
gelöst werden könnten.
Der Redner führte aus, datz von den in den Kolonien errichtetLN
Denkmälern besonders verdienter Männer die von Wißmann und
Dr. Peters nach Deutschland zurückgebracht worden seien und wahr¬
scheinlich in Hamburg aufgestellt werden würden.
Mit warmen Worten gedachte der Herr Präsident der Herren des
Vorstandes, die im verflossenen Jahre durch den Tod abgerufen wuH°
den: Generalmajor a. D. von Poellnitz, Major d. R. a. D. Dr. Wet¬
stein und Professor Dr. Rathgen. Die Anwesenden ehrten das Ge¬
dächtnis für diese Verstorbenen durch Erheben von den Sitzen.
Hierauf erörterte der Redner die wirtschaftliche Lage der GeseA-
schast. Die fortschreitende Teuerung aller Lebensverhältnisse erfop-
derte gebieterisch, daß nicht wieder Versuche mit halben Maßregem
wie im Vorjahre gemacht würden. Es müsse ein Mitgliedsbeitraß
sestgelegt werden, der uns aus der Desizitwirtschaft herausbrings.
Andernfalls sei das Ende der Deutschen Kolonialgesellschast sicher. Ms
freiwilligen dankenswerten Spenden einiger Abteilungen hätten mm
einen sehr bedingten. Erfolg gehabt. Auch auf die Gefahr hin, dH
wir eine Reihe von Mitgliedern verlieren, müsse die Gesellschaft wirt¬
schaftlich unabhängig werden, wenn sie lebensfähig sein soll. Deshalb
sei es dringend notwendig, daß die Abteilungen sich mit allem Eifer
der Werbungen annehmen, worin einzelne Abteilungen Vorbildliches
geleistet hätten. Die kürzlich in Berlin abgehaltene Kolonialtagung
sei eine mächtige Kundgebung für den kolonialen Gedanken gewesen
und habe Zeugnis abgelegt für die koloniale Begeisterung in weiten
Kreisen. „Wir müssen unsere alte Höhe wieder erreichen, wir brauche«
überzeugte Männer, damit unserer Stimme derselbe Wert beigemeste»
wird wre früher, wir brauchen die Jugend,, damit der koloniale Ge¬
danke im deutschen Volke weiterlebt von Geschlecht zu Geschlecht/
Es wurde dann zu Wahlen geschritten, deren Ergebnis war, daß
die Mitglieder des Ausschusses und des Vorstandes, deren Mahlzeit
abgelausen war, alle wiedergewählt wurden. In den Vorstand neu¬
gewählt wurden die Herren Max Brock (Hamburg), C. Kettler
(Bremen), Staatsanwaltschaftsrat Dr. Weyermann (Äerlin), Regie¬
rungsrat Dr. Graes (Düsseldorf), Generalmajor a. D. v. Lettow-Vorbeck
(Nieder-Görne, Post Arneburg a. d. Elbe).
Der Geschäftsbericht für 1921 wurde genehmigt und im Anschluß
hieran Anträge des Gauverbandes Rheinland erörtert. Diese Anträge
befaßten sich mit der Auflösung von Abteilungen bzw. mit der Frage,
ob eine Abteilung als aufgelöst oder als weiterbestehend angesehen
werden soll.
Es wurde der Ausschuß ersucht, in den Gegenden, in denen eine
größere Anzahl Abteilungen ihre Tätigkeit eingestellt hat, im Ein¬
vernehmen mit dem Zuständigen Gauverband alle geeigneten Schritte
Zu tun, um den Abteilungen die Wiederaufnahme ihrer Arbeit zu
Lclelchtern und die als noch bestehend zu betrachtenden Abteilungen