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DsNtschs RMHNßslzeiLNNK
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Saal der Philharmouis bis auf der? lebten Platz ge«
stillt; alle Galerien und Gänge waren dicht besetzt, so daß
Mort Zwei Parallelversammlungen veranstaltet werden Mußten
(Irrt; OberlichtsaaL der PhiLhavmoMe und im Kaisersaal des
stchmnm.Wmch die gleichfalls die Säle vollständig gefüllt fawdern
- ?y \>"v VersaMmlurl-gen war ein ^überaus großer und
f ,hvi vielen 'Tausende, die erschienen waren,
Legten Zeugnis davon ab, daß im deutschen Volke den Raub-
'stucheen /i »■ chuunw auf unsere Kolonien energisch entgegen-
geteeteu werden solle.
Ms erster Mstner sprach unter leWaftem Beifall der Ber-
sammluM Herr Staatssekretär Erzberger und führte aus:
•'"f 'engen vor ganzen Welt seien in diesen Tagen nach
Paris ' geruhtest wo die Alliierten ihre leider vielfach eni>
scheidenden Dorentschlüffe für den Weltfrieden fassen. ' Das
deutsche Volk Müsse wissen, daß das, was jetzt in Paris vor---
gehst Mehr sei als die Vorbereitung und die Festlegung irgend¬
eines anderen Friedens, wie die Weltgeschichte ihn bisher zu
verzeichnen hatte» Es solle ein dauernder WelLsriede vor¬
bereitet und der Völkerbund aufgerichtet werden- Es sei von
" gstr waau 'velleutung für die Frage des Friedens unter den
M .'Dm oo er auf der Grundlage des Reichts abgeschlossen
werde ober ob es nur ein S ch e in f r rede sei, d. Hst in 'Wirk¬
lichkeit Waffenstillstarl'd ' mit B e r g ewal t i g u n g ein z e l -
ner Glieder der M c n s ck st e i i Vielfach scheinen die
Alliierten - von dem Bewußtsein der ungeheuren Tragweite
ihrer Entschlieburlgen nicht so durchdrungen' zu. sein wie das
deutsche Volk. Frankreich öffne den ganzen Schrank seiner
histoV.sch-poli.tischen Altertümer, ferner imperialistischen
. ÄspM-ationera vom 15. Jahrhundert und noch früher bis zu
Mapoleon UL Das llrmötiv der französischen Ostpolitik: die
RheingVenze und hie Zerstückelung Deutschlands töne wieder
an unsere Ohren. Napoleons.?. WeLtherrschertraum könne sich
nicht Mehr über Aegypten erstrecken, weil sich dieses in den
Händen der mit Frankreich verbundenen Engländer befinde;
' dm > ^ r ?»r n 1 ] b v, r o | , u ^ c q o ly lebe x u w und ersehne
die deutschen Kolonien. Ob das Aneien Rogime des Sonnen¬
königs, ob der Zäsarenwahn Napoleons T. oder' der Bürger-
rock des Herrn CLemeneeau die äußere Hülle sei, sie können der?
^ranZö.sffchen Imperialismus, seine Machtgier und seine
Revanche dem kritischen Auge nicht verbergen. Der neue
f t a n Z ö f i s ch e M a ch i 6 u n g e r g e h e h e u t e n a ch
u n f e t e n K o l o n i e n. .
Nach allem was bis jetzt über die Stellungnahme der
Entente zur Kolomalfrage gehört worden fest werde'beabsichtigst
Deiltschland vor? stall ern und jedem Kolo^nia!-
ll u t i h a a s z r f oss l i e b o -n Nstrcht nur daß- man Deutsch¬
land seine Kolonien nehmen wolle. Möchte man gleichzeitig
m i mrpüwu n, daß ihm irgendwelcher Ersatz "dafür zm
fomme. ß% würde' Deuischland die koloniale Befähigung über¬
haupt - abgesprochen; dem'deutschen Volke, das mit einem ge-
u.stu lruochdeu AiWl , Schulmeister der Welt^ führe- Man
wolle Deutschland nicht eimnal m.it Portugal auf eine Stufe
m t Je? ooch bekannt, daß Deutschland das Meiste für
Anffchluß der unerforschten Erdteile durch Entdeckerfahrten
getan habe- In den wenigen 36 Jahren konsequenter deutscher
'-Kolomalpolitik, habe das deutsche Volk den Befähigungsnach¬
weis für erfolgreiche Kolomalpolitik erbracht, wie das vor dem
e.KjC ollmmBn aiwrluaui- m.den fei 'Das alles aber sei
gelle ipstbsch mav HU Hause bleiberl und
in . ' >-n'i WW dr 'hur zeigen können, was es
ap ss p - i ''[) - /!' i ^ * o ^11;!^ -mweno Allen anaer^u
illn.i ‘;.^ih b' s> r, stla,-; rnrnww ln- iyn:
Erjurrmentiersucht zur Verfügung gestellt würden.
Mai: sn.chlpnach S ch >.} u g » ün h e n um b-en ik a u b b e t
e * ' f 'ü » k iv "S 0.. ti f p ' z. -US und verleugne damit
^" r'u> - ns^rn^en b >^-chc nns"re hcrllnue > Ggaur
'I ' ! . -a-' U'^stlg. ll-vonialgslu l^'stvlc
' und .. uw'' ' >'-U 0'U' u Germer würden'offen
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k f*-., mlui!" , -u U'i',' aamiel ‘-vj }
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ollen das wenige, was sie hätten, verlieren, damit die Ziffern
urr die Alliierten noch höheRwürden, DaS sei das Resul ta l
der Vorverhändlung e n d e s F riedens -
! i) n greffe s in Paris. Wie stelle sich das d e u t s ch e V o l l
hierzu?' In den letzten zweieinhalb - Monaten hatte leider
unser Volk an den außenpolitischen Vorgängen recht wenig
Anteil genommen- Erst -die Hammer schlage der verschiedenen
WaffenstillftandsabkoMmen • ijätkn es in' der letzten Zeit wieder
aufgeweckt' und ihm gezeigt, welche w e ! $ h i ft o t i f ch e
Stunde geschlagen habe. Äenn bei diesem Erwachen die
deutsche .WaffenstillstandskomMWon die ersten Hiebe bekommen
habe, ' so trage sie diese im Bewußtsein, ' ihre vaterländische
Pflicht irr allem erfüllt zu haben, ja sie freue sich, daß der
deutsche Michel nicht Mehr schlafe- Die Beschlüsse der Arbeiter«
und SoldaLenräte und manches andere FlitL-erzeuy hätten des
deutschen Volkes Interesse mehr beansprucht als die Schaffung
der /neuen Welt, welche die Alliierten jetzt vorbereitm. Das
solle anders werden ittib müsse anders "werden? Nicht nur
k ( Interesse Deutschlands, sondern um einen dauernden
Frieden zu erlangen- Wir haben heute keine Wehr und haben
keine Waffen, aber wir haben unser g u L e s alte s R e ch L
Wer am Recht sich vergehe, versündige'sich an der Menschheit,
Die Alliierten hätten genau so wie "Deutschland die vierzehn
Punkte Wilsons a n g e n o m w t n, In Punkt 5 verlange
Wilson eine' ^ freie weitherzige und unbedingt unparteiische
Schlichtung aller kolonialen Ansprüche- die aus einer genauen
Beobachtung des Grundsatzes fuße, daß bei der Entscheidung
aller derartigen Souverämtätsfragen 'die Interessen der be«
trofswen Bevölkerung ein ebensolches Gewicht haben ' müssen
wie die berechtigten Forderungen der Negierung, deren Rechts--
anspruch bestiMMt werden solle, , Auf diesem Grundsatz hal?e
Deutschland mit seinen Gegnern auch m der Kolonialsrage sich'
zusarnm-eugefunden. Was die Allilerien aber jetzt rn Paris
wollen oder schon beschlossen hätten, stehe - tm Gegensatz in
jedem Wort Wilsons und damit zu den'getroffenen Verao--
redungemchiestvor dem Abschluß' des ckVaffenstillst'andes erfolg¬
ten. Die Alliierten wollen keine Schlichtung a I l e ^ Wmttöieii
Ansprüche, sondern mit ein Machtdiktat ge-benüb-er den
deutschen Kolonien: sie wollen nur eine Schilchtung ihrer
Ft ge neu egoistischen Ansprüche, Was sie wollten oder'bm
schlossen^ hätt'M/sei weder frei noch weitherzig, noch unbedingt
unparteiisch!' Wahrun-g der berechtigten Forderungen der.
Regierungen ließen sie nur für sich selber gelten, nicht für das
deutsche Volk, Ein Rechtsanspruch'-Deutschlands werde nicht-
einmal erwogen-. Die Interessen der betroffenen Bevölkerung
aber seien überhaupt unter dem Tisch gefallen, wie so manche
schöne Phrase unserer Gegner wähvenst des Krieges.
Wenn englische Blätter dieser Tage schrieben: Die Behand¬
lung der Kownien sei. - das erste Kriterium dafür, ob der
Völkerbund ehrlich gemeint sei oder nur eine Redensart, so
hätten sie damit recht, chrs sei wahr: Der Völkerbund, der Welt-
fviede ^ sei tu Gefahr. Ein Deutschland aller seiner
Kolonien beraubt,. bringe den Kennst des Todes in den
Völkerbund, bevor er geboren sei. Das Müssen wir
heute schon mit aller Deutlichkeit fügen. Das deutsche
Volk könne und dürfe -nicht warten,bis die Friedens-»
Verhandlungen^in Paris selbst begonnen haben; düs 'wäre zu
spät. - Die Alliierten berieten heute über jeden einzelnen'
der 14 Punkte Wilsons und seine Erläuterurlgdu. Sie suchten
diesch zu uwsZtreibeu und anders auszulegeui Was dann' im
mühseligen Kompromiß unter den alliierten Regierungen zu¬
stande ge.koMM.en ' fei, werde im wesentlichen der Inhalt des
künftigen Weltfriedens werden. Wenn Deutschland zu dem
Friedensk.vngreß Immm, so werde es seinen Uuterhäudlern nach
dem unter den Alliierten erzielten UeberemkoMmen sehr schwer
sein, wesentliche Uenderringen au den Beschlüssen des Vor-
friedenskongreffes herbeizuführen. Der Frieüensvertrag selbst
lg erste > ^ pllmr .tllrr WosnstWa ^.ichmst- inhsN.rlöch
's'. D W s -i i , mm >mi.. r -'NM' tio d,° /’ 3 . r
des V e r I? a ’ f e l o s gew nb i n-n?
Darum müsse das deutsche Volk in diesen Tagen und
Wochen seine Stimme erheben. Wenn es bei den entscheidenden
Verhandlungen nicht vertreten sei und man dort seine unver--
LußerLicheu Rechte nicht hören wolle, so müsse hier zu Hause
tt. w st ühch n ''-m .--stssstmdmm g. - d> o "mcstestn ."0-i-u.nn
D"o'v"i r st st ".".Ul- ' tuest iei . u e r ^:y * •
stow; st'' ; - mm - nt- .. - me t
Douffsiw" -Ists -e i. r.listu stu.oiuon''' j o.-r ' u z luder mk
ur dr»ust.u- i--messe. {?rlu^ 'm un^mstr.UTuue^'sssm '.'•■■i
u o \t t o r> - m : stst 1d e komm Nip -Ü r . w -'! r iu ^ >i
D d N ? s ch ! ^ d st - : 7 a I st a u r a C r» j h r r., 7 7 d C U,