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1919
DeuLsiDe Holo-itldljeifmig»
Stunde war alles wieder vorbei« Die Inder in den Palmenkronen
hatten uns zwar empfindlich aufs Korn nehmen können, aber keiner
.tarn wohl lebend herunter. — Ein zweiter Durchbruchsv-ersuch um
6 Uhr abends, bei Einbruch der Dunkelheit, hatte dasselbe Schicksal-
Für die Nacht mußte man auf alles gefaßt sein. Sie kam schwül und
weich'nach dem glühendheißen Lage« Es waren —- glaube ich — 63° C
Bodentemperatur. Wie tot lagen die Reserven dicht hinter der
Schützenlinie,^ ohne doch Schlaf zu finden. Rings noch die Leichen,
und schon verbreitete sich ein fürchterlicher Gestank. Einmal, gegen
Mtsirnachsi flackerte kurz das Jnfanderiefeu-er wieder auf. AVer es war
ein blinder Alarm.. Doch als es hell wurde, wurde es wieder Ernst. •
Em verzweifelter Durchvruchsversuch des Gegners mußte.cch-g-ewiesen
werden. Mit schwerem, aber schlecht -gezi-eltem Feuer begleitete ihn
.das- englische Geschwader. Kurz nach dem Zusammenbrechen des'
Ausfalls' wurde uns in erfreulicher Weise die Lage klar. - Das Feuer .
war gerade völlig verstummt, als unter den Palmen eine weiße Fahne
sichtbar wurde und am dem Wege vom Dorf zu meiner Stellung
Zwei Engländer mit einigen Indern hevankamen und mit dem freund¬
lichsten ' Gesicht der Welt die Uebergabe von vier Jnderkompagnien'
b.e d I n g ii n g s l o s anvotm. Bald daraus kam in . langem ' Zuge,
vornweg ihre Engländer, die indische Truppe waffenlos durch, unsere
Linie. Die Besatzung des befestigten Dorfes und Forts, denn um ein
solches, m der undurchsichtigen Vegetation gar nicht erkennbares Han¬
delte es/sich. hatte sich ergehen.- Warum, ist mir heute noch nicht
recht klar/ Hinter ihren Stellungen lies zwar ein Kriek vorn iUeexe
aus, der aber zur Ebbe passierbar war.- Wir umschlossen sie nur
in einem Halbkreise, xnii' beiden Flügeln an den Kriek angelehnt. Ich
'erinnere .mich, daß sie' Wassermangel an gaben und sich wohl von ihren
Reserven -verlassen zu fühlen Anlaß hatten. Trinkwasser allerdings
konnten sie wohl nirgends'' her mehr bekommen, denn der' einzige
'Brunnen dort lag unter gegenseitigem Feuer. Wir hal.en ^aller auch
deines. ^
-In ritterlichster, Weise entlief; unser Kommandeur die gef-angenen
- Offrzieregegen - Ehrenwort. ' Unmittelbar nach ihrer Rückkehr ver¬
legte der' Feind sein nun wohl-gezieltes Z().5-em-Schiffsgeschützfeuer auf
die Troüeystraße, unsere einzige rückwärtige Verbrndung. — Am Nach--
wrttage»des 19. Januar begruben wir umere Gefabenen im Sedorum
der Palmen auf den erstürmten Stellungen, und drei Salven donnerten
über die Gräber hinweg den geschlagenen, in ihre' Gebiete zurücksliedem
den Engländern nach.. — Manche Kugel pfiff noch .m den folgenden
Tagen beim Nachfühlen auf engilischem Gebiete. Nachts .vollEhrten
Löwen und Hyänen ein wildes Konzert, an gelockt von dem reichlichen,
scheußlichen Mahl. Wiederum hatte bk tapfere 'Trutzye mit schweren
Blutopfern Den an Zahl-und Bewaffnung weit überlegenen - Feind
vom deutschen Boden vertrieben, so daß er nun bis 1916 in der
Defensive' blieb.
* ' ' ' Literatur,.
KEieasgefMNKeW mtti durch tlfrlfn«. Erlebnisse einer '.deutschen
- Frau int Weltkriege. Von Ellh' Vrocrnveler. Berlin, Otto E'lsner.
157 Seitens
Eine-ziemlich anspruchslose Schilderung der Einnahme Talw^as
und des .Abtransportes der Gefangenen durch' den Kongo/ der Ge¬
fangenschaft in England und mcaifxeui). Neues bringt das - -vom
Verlag recht stiefmütterlich ausgeftattets Werk nicht. Karftrdll .
MitLeLafrikch- in' -Karten 1:2 Mull, Herausgegeben vom Reichs--
Lolvnialamr. bearbeitet von. P. Sprigade und M. Morsel:
Dentsch!-O'stasri ta. Ansgabe mit und ohm politisches Kolorit, Berlin
1918. Dietrich -Reimer (Ernst Vo'hsen).
Bon dem. während, des Weltkrieges'entstanoenen Kartenwerke,, dessen
erste beiden Blatte?:, den ftft’ r icC]<eu Sudan umfassend-, bereits in dieser
Zeitschrift (1918, S, 62) 'besprochen sind, ist nunmehr das Blatt Deutsch-
Ostafrim erschienen, das man in AnLetracki der/Ereignisse .nicht ohne
Wehmut betrachten wird. Sind doch nicht nur, unsere stolzere Hyfsi
tutii()eit auf ein deutsches Mittelasrita vereitelt,, sondern wir ftelien.
sogar vor der Frage,, ob wir unfern Kolonialbesitz auch nur teilweise
. ZurückerhalLen werden.
Das neue^Blatt ist ebenfalls ein rühmliches Zeugnis deutscher karto¬
graphischer Technik und Gründlichkeit, um das sich außer den beiden Her¬
ausgebern ihre Mitarbeiter Rux, Schnitze und Just verdient ge¬
macht haben. Die Karte umfaßt das Gebiet' des ostakrikanischeu Hoch¬
landes zwischen 1 6 N und 12 0 S, — sowie zwischen dem Indischen Ozean
und dem Zentralafrik.amschen Graben und Laßt namentlich auf dem
nicht mit Politischem GrenZkoloriL versehenen Blatte die in kräftiger
brauner Schummerung gehaltene Geländedarstellung überaus plastisch
und charakteristisch hervortreten. Die großen Gräben und auch die
kleineren 'tektonischen Senken heben, sich mit ihren schroffen, scharfen
Rändern deutlich heraus, und von den Vulkanen, wie von den
inselartig aus der Ebene aufsteigenden Horstgebieten, den
Landstraßen, Berg reihen mw. gilt dasselbe. Die Flüsse erscheinen als
blaue Linien, die stehenden Gewässer als hellblaue Flächen mit schmalem,
dunkelblauem Rande. Die Verkehrswege find 'schwarz 'gezeichnet, Land-
telegraphen, Kabel und dm wohl während 'des Krieges in größerer
Anzahl.entstandenen optischen Telegraphen durch verschiedene grüne
Linien wiedergegeben. Auch sonst enthalten die Karten noch eine Fülle
von Einzelheiten, z. B. Kolonial- und Bezirksgren-zen, -G-erichtsbark-eits-
-grenzcn. Verwaltungsorte und Militärvosten. Post- und Telegraphen¬
anstalten, Zollämter, Leuchtfeuer. Schifsbarkeitsgrenzen, Bahn- und
Dampserlinien und viele Höhenzahlen. Trotz aller dieser Einzel¬
heiten, die soweit als möglich bis auf den neuesten Stand so-rt-
gesührt wurden, und trotz Mhlreicker Namen tritt aber selbst- auf
der (mnthewegten politischen Karte der geographische Inhalt 'in
allen seinen Wesentlichen Zügen deutlich hervor. Zu beanstanden wäre
nur, daß in den nicht-deuts-cken Kolonialgebieten die geographischen
Bezeichnungen und Frembnamen auf eine? deutschen Karte nicht
deutsch, sondern englisch und französisch wiedergegeben' sind. Das an«
gehc'tete Begleitwort- gibt die benutzten, meist englischen und deutschen
Quellen an und verrät dem Kundigen die Mühevollen Vorarbeiten, die
der Veröffentlichung der neuen, schönen K-artenMtter v'or-ausgingen.
''Kurt H a s s e r t.
^AciÄWEL zut K-iI^cvci dev Osiitfdicii KolofiiÄlgcfcIlfdia'Jt®
Das'normal der Bücher ist n?rr dann, angegedem wenn es nicht 8° ist
Eine Beschaffung von Huchem können wir nicht übernehmen ,
(u) bedeutet unaevrmdem
-Bon tu e t f ch . Oberlehrer, Dr, Gerhard: Geschichte der deutschen
K^w'rnen nn de? Wolga. 132 S», Stuttgart 1919, I Eng-elhorn.
(Schriften des deutschen Ausland-Institut,) 8,20 N (u.).
D i e deutsche ft o i o n t a l p o I U t f vor dem Gerichtshof
der Welt' Eine deutsche Antwort von Kolomalpolitikern und
Missionaren, 66 S. Basel 1918. Ernst Finckh. 9 M (u.si
E n a e 11) a x d t, Emil: Inf deutschem Vorposten. Aus den Kampf-
fahren eines deutschen Auslandspfarrers. 128 S. Hamburg 1919»
F. W. Vogel. 4 N lu.).
H e i n e m a ii n , Dr. Bruno: Ziele und Gefahren der Sozialisierung.
~ 23 S. Berlin 1919. Karl Curtins. (Potsdamer Handelskammer) (u.).
Kan dt, Richard: Meine Seele klingt. Nachgelassene Gedichte aus
dem Kriege. Mit einem Bilde des Verfassers. 71 S. Berlin 1918.
D. Reimer. 8.56 M.
üu filiert,. Wilde im: Im Lande meiner Modelle. 281 S. - Leipzig
1918. Klinkb-ardt Ir, Mermcmn Geb. BÖ M.
Sero in, Evans: Deutsche Kolonisatoren in Afrika. Die Kolonisirung
lmt der Peitfth-e. Mit einem offenen Brief des Bischofs von Zam
zwar. 71 S. (u.) 1,20 M. Zürich 1918. Orell Füßli.
Dcipfe, Pastor, A., ifi-eoi Lehrer am Misfionssemmar in Leipzig:
' Ahm-ednagar und Golconda. 160 S. Leipzig 1918. Dörfsling u.
Franke. 6.56 N (u.).
D e r O f ? i Z i er als Siedle r. Von einem, der auch witgemachr
und rmtgelitten Bat. 61 S. Berlin 1919. R. Gifensidmidt. 8 N (u.)«
Z a d o w, Prof» Dr., Fr.: Brauchen wir Kolonien? 32 S. Stettin 1919.
Ponnn-ersche Nerchspost. (u.)
Frey tag. Er: Völkerkarte von'Europa. Maßstab -1: 7 600 000, be¬
arbeitet von Dr. Arthur H-aberlandt. Mit einem erläuternden Text.
2. Ausl. Wien 1919. G. Freytag u. Berndt. 3.56 IL
6 n t ? f| c i) o, P. u, M° Moisel: Mittelafrika in Korten. 1: 200 000.
Herausgegeben vorn Reich-stolonialamt, .vearb-eitet von P. Eprig-ade
u. M. Moisel. Deutsch-Ostafrika. Berlin 1918. D° Reimer. 6 M.
Du: Deutsche $tßlmiwlznt\xii% erfdielat in vie^Wöchmtsn Zlvijcd mmnmm in? Ilwimigc vm? 16 Seite??.
Sie Mitglieder? Xnt Wmtä&wm ieMUtbaH die ^eilrnrg dis öii.f rnfMeiefr sttelkemlb tmtät dis VSschKMUMs dM GsfeKfchaft.
Der Wech'jet des Üimmtiamavik® Der WvD?r?p.lg ifl der »kichnrwiMU? Ber-liu l -v 85. Em Kar?sd<?.d 10, nrngehend anm^emen»
zmr T eutfmegit feiCIsImit nimmt btxm stelle imb an Orten, wo etTie SCbteslimg der Gesekschaft besteht, der W?tdlmia®nm:ftanb gntgegeit.
JützrbsdHMrKH-- In Deutschland. Ämmiien mib Oesterdeich-'Nngarn 6* U, in bni iibziq^n, SanDoni 8 U. DaM Bin ein non den. SXDteilim m .üxhobrnsv, nicht an aCUn
Orten gleicher Zuschlag o. bis & vi), In Den Kolonie?? wrrd meist vh* chobersr Zuschlag stoben. - Mi ürMitglred.Kr a^utien dir ZeNnnaen. dnrch die Polt oder im. Buchhandel.
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