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traf er mit Urlaub irr der Heimat ein, reiste noch im gleichen Jahre im Juli nach den
Karolinen, die wir damals von den Spaniern erworben hatten, und richtete als Vize-
Gouverneur in Ponape die Verwaltung der Ost- und.Zentralkarolinen ein, Im Mai 1901
ging er nach Herbertshöhe,, um die Vertretung des Gouverneurs zu übernehmen, der
sich in die Heimat begeben Hatte«. 'Fm Mai 1962 trat Dr. Hahl nach schwerem Schwarz-
wässerfieber eine Erholungsreise nach Deutschland an. Im November des gleichen
Jahres wurde er zum Gouverneur des Schutzgebietes .ernannt. Am 1. Februar IM!
verheiratete, er sich mit Luise Freim v. Seckenborff-Werdar und reiste über Java, wo
er sich zu Studienzweckeü einige Zeit aufhielt, wieder in bas Schutzgebiet zurück/ Pr. Hahl
führte nun. als Gouverneur. die Verwaltung des großen Südseeschutzgebietes bis zürn
April 1614, wo er einen Heimatsurlaub mit seiner Familie antrat. Ebenso hatte er in
den Jahren 1906 und 1610 Deutschland zur Erholung aufgesucht. Im Mai 1915 wurde
Pr. Hahl. unter Ernennung zum Wirklichen Geheimen Oberregieruugsrat in den Dienst
des Reichskolonialamtes übernommen. Seit Juli 1916 befindet er sich in Koustcnttinopel
als Beirat nn Mirnsterium für Handel und Landwirtschaft.
Das Amt,, das Dr, Zahl als Gouverneur übernommen hatte, war kein leichtes und
erforderte einen ganzen Mann. .
Neuguinea ist von Deutschland weit abgelegen«' Schon dieser Umstand brachte
eß mit sich, daß ihm eine beschränkte Teilnahme zirgewendet wurde. Während in richtiger
Erkenntnis', der besonderen Grundlagen ihres wirtschaftlichen Gedeihens den afrikanischen
Besitzung en m steigendem Maße Aufmerksamkeit' und schließlich auch Geldmittel zuteil
tyrttden^...blieb.NeuKrwsabas-.StieMd 'der kolonialen.-Verwaltung. Fm Jahre MW
wurde" der Neü-Gumea-Compagnie die Bürde der Verwaltung abgenommerl. Das
gleiche Jahr brachte nördlich des Äquators den Gebietszuwachs der Karolinen-, Marianen-
irnd Palauinseln, während im folgenden Jahre die wertvollen Salomomseln (Choistnrl,
Isabel und andere Gruppen) gegen Samoa den Engländern abgetreten wurden. Jni
Jahre 1906 wurden auch die Marshallmstln dem Gouverneur von Neuguinea unter¬
stellt. ' Die weitausgedehnte.Fnselflur erstreckt sich damit über 28 Breiten- und einige
40 Längengrade. Wenn aus'dem-Lande etwas - werden sollte, mußte in erster Linie
die Schiffahrt entwickelt werden.. Die Erkenntnis hierfür hat sich nur zögernd durch-
gerungen, und zu einem. Aufschwung kam es erst, nachdem der Norddeutsche Lloyd in
Rabaul Hafenanlagen errichtete und von dort aus 1666 eine Küstenlinie int Anschluß
an seine großen. durchgehenden Dampfer eingerichtet hatte.
Da dem Lande die Mittel, zu einer Erforschung oder Ausschließung tut großen
Zuge versagt blieben, mußte es im Gegensatz zu den afrikanischen Kolonien im% zu
Kmutschou aus seiner eigenen Kraft entwickelt werden. Dieser. Werdegang konnte nur
langsam sich vollziehen. Die Mittel, die sich darboten, bestanden in der Arbeitskraft der
Eingeborenen und in der Fülle fruchtbaren Landes, dem Zugriffe auch in Krrstennähe
-offen. Die Befriedigung der Eingeborenen, ihre Eingliederung in eine einfach geordnete
Verwaltung, ihre Heranziehung zum Straßenbaus zur Anlage von Gemeinbepflanzungen,
die Hebung und Erschließung ihrer Cteuerkraft nahmen-Zuma! in den ersten Jahren
die .Aufmerksamkeit des.Gouverneurs reichlich, in Anspruch, bis. die allmählich heran¬
geschultert jüngeren Kräfte, die Bezirksmutmänner und Ctatjonsleiter -ihm diese Bürde .
Abnahmen.« .Die. Entwicklung, des. AnbaMs lief Mannigfache Wege.' Das Kapital Sief '