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schafsung in den letzten Jahren gegeben. Die große Steigerung der Preise ftir die herr¬
lichen, von den Damen so. sehr begehrten Schmucke dieser Krähe etwa vom Jahre 1916
ab bewirkte eine förmliche Flucht der Angestellten von ihren Firmen 'und da die Jagderlaubnis
von der Bedingung abhängig gemacht wurde, daß ihre Erträge im Interesse des Landes
Verwendung finden sollten, entstand eine Reihe von Pflanzungen, von denen manche
schon tragen wird, wenn wir, was hoffentlich recht bald geschieht, die Südsee Wiedersehen.
Nicht alle Pflanzer haben das Ziel erreicht, viele hat Krankheit ausfällcu lassen, andere
konnten die langen Wartejahre nicht durchhalten und mußten verkaufen, ohne die Frucht
ihrer Arbeit zu sehen, manchen hat der böse Alkohol einen Knüppel Zwischen die Keine
geworfen und nicht wenige haben ihr Leben unter den Waffen der Eingeborenen lassen
Blick auf die Blanchebucht von Herbertshöhe.
müssen. Aber die meisten sind geblieben und haben in harter Arbeit auf einsamem Posten,
abgeschnitten von der übrigen Welt, oft kaum mit dem Nötigsten versehen im lähmenden
Tropenklima unter Entbehrungen und Gefahren aller Art ihre Kulturarbeit dmchgeführt,
und wenn man jetzt mit dem Schiff an der Küste entlang fährt, so sieht man dort, wo früher
nur der dunkle, schweigsame Urwald grüßte, die Hellen Flecken der Pflanzungen wie eine
Perlenkette den Strand emsänmen. Sie erzählen dem Schauenden, was der Deutsche
ans einem Lande machen kann, das früher niemand haben wollte. Es ist mir während
des Krieges Gelegenheit gegeben Worben, als Gefangener auf einem englischen Schiffe auch
die Küste von Britisch-Neu-Guinea Zu sehen; dort,sind keine Pflanzungen und keine lichten
Flecke im Küstenbild, denn hier hat dem Engländer der von ihm als Pionier so sehr geschätzte
Deutsche gefehlt, dem es in Reu-Guinea möglich geworden war, unter deutscher Flagge
Zu arbeiten und wenn nötig für deutsche Kultur zu sterben.
Jetzt ist die Gründung einer Pflanzung im Schutzgebiete auch nicht mehr so leicht,