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I aoakanbau.
c? Der Tabakbau hat bereits seit mehreren Jahren
unter den Ansiedlern des Kilimanjaro- und Merubezirks
Freunde gefunden, die mit Energie und Zähigkeit den
Anbau dieser Pflanze betrieben und sich durch Misserfolge
nicht einschüchtern Hessen. Wenn trotzdem die Erfolge
nicht den gemachten Aufwendungen entsprachen, so ist
der Grund hierfür darin zu suchen, dass dem Tabak
von Beging der Ernte an eine Behandlung zuteil werden
rnuss, die gewisse Vorkenntnisse zur Bedingung macht.
f Immerhin ist der bis jetzt von einigen Pflanzern auf den
Markt gebrachte Tabak, besonders Pfeifentabak, ein brauch¬
bares Produkt, das einen Vergleich mit dem aus Trans¬
vaal importierten Pfeifentabak wohl auszuhaken vermag.
Heute bereits kann man an den verschiedensten Orten der
Uordbezirke und neuerdings auch in Daressalani jenen
Pfeifentabak käuflich erstehen, ein Zeichen, dass das
Produkt mehr und mehr Anhänger findet. Mit Zigaretten¬
tabak, der nach der Ernte in der Pastalisation und Fermen¬
tation besonders hohe Anforderungen an den Produzenten
stellt, sind, gerade mit Rücksicht hierauf die Erfolge bisher
nicht so günstige gewesen, sie werden aber auch mit der
Zeit noch eintreffen. Um sie zu erreichen, werden die
Ansiedler unterstützt durch die Arbeiten der Versuchs¬
station Kibongoto am Kilimanjaro. Dort werden bereits
seit iy 2 Jahren mit günstigem Ergebnisse Anbauversuche
mit Zigarettentabak gemacht. Neuerdings baut in eigenem
Betriebe die 'Koloniale Wirtschaftsgesellschaft „Dekawe"
.Tabak an, und das mit gutem Erfolge. Auch bemüht
sich .diese Gesellschaft seit einiger Zeit sehr für den
Tabakbau im Bezirke Moschi und leiht Ansiedlern, die
sich dafür interessieren, ihr besonders Interesse. So gibt
diese Gesellschaft Tabaksamen an die Ansiedler gratis ab.
Hoffentlich werden ihre Bemühungen von Erfolg gekrönt
Wenn der Tabakbau e von fachmännischer Seite geleitet
oder deren Anordnungen gefolgt wird, so wird der Tabak¬
kultur im Kilimanjaro- und Merubezik noch eine grosse
Zukunft beschieden sein, denn, was die Bodenzusammen¬
setzung betrifft, so steht dieselbe in keiner Weise hinter
der der besten Tabakländer zurück.
Für Diejenigen, die sich für den Tabakbau interessieren,
seien in aller Kürze nachstehend die Winke angegeben,
die notwendig sind, um günstige Erfolge in dieser Kultur
zu erzielen:
Für den Tabakanbau ist solcher Boden zu verwenden,
der möglichst nur einmal bebaut gewesen ist. Der hierzu
bestimmte Acker muss frei liegen, dass der Wind jeder¬
zeit Zutritt hat. Durch zwei- bis dreimaliges Pflügen hat
der Boden eine Auflockerung von mindestens 20 Zentimeter
zu erfahren. Sofort nach der Ernte hat das erste Pflügen
zu geschehen, vor dem Auspflanzen der Setzlinge ist
ebenfalls zu pflügen. Nachdem dies geschehen, ist das
Unkraut je nach Bedarf ein oder mehrmals zu entfernen.
Bei der Bodenauswahl ist in erster Linie Kalkboden oder
leichter Boden zu benutzen, während nasser oder salz¬
haltiger Boden nicht zu verwerten ist. Die Saatbeete, die
beschattet werden müssen, was am besten und billigsten
mit Amerikano geschieht, ' dürfen nicht zu breit, sondern
so angelegt werden, dass sie jederzeit gut beaufsichtigt
werden können. Es kann hierfür der für das spätere
Verpflanzen vorteilhafte Lehmboden verwendet werden.