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Erscheint alle vierzehn Tage als Beilage zur „U.-P."
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Wirtschaftiichei
Verein 1
(Bericht über die Sitzung vom 21. Oktober eis. Js.)
Zu Beginn der Sitzung begrüsste der Vorsitzende die
( anwesenden Gäste und machte auf die Bedeutung des
Tages, an dem vor vier Jahren der Verein gegründet wurde,
aufmerksam.
Des Weiteren erklärte der Vorsitzende, dass bei der
diesjährigen Tagimg des Landesverbandes in Tanga der
Wirtschaftliche Verein vom Meru nicht vertreten war.
Der Vorstand wurde ermächtigt, an den Landesverband
die Anfrage zu richten, warum die bereits für Moschi
festgesetzte Tagung des Landesverbandes ohne Weiteres
abgeändert und Moschi übergangen wurde. Es soll gegen
dieses Vorgehen Protest erhoben werden.
Es wird hierauf zu Punkt 1 der Tagesordnung über¬
gegangen und die Verlesung des Protokolls über die
letzte Sitzung vorgenommen. Im Anschluss hieran wurde
seitens des anwesenden Bezirksamtmanns dem Vorschlag
zugestimmt, dass bei der jetzt erfolgenden Erhebung der
Kopfsteuer zugleich auch eine Kontrolle der Arbeiterkarten \
vorgenommen wird, insbesondere um die bei den Arbeitern
so sehr beliebten Doppelnamen auszumerzen und den
richtigen Namen festzustellen.
Bei Punkt 2 — Bezirksratswahl — wurden den
Anwesenden die Namen der wählbaren Personen bekannt
gegeben sowie vorgeschlagen, jedem die Wahl der Person
selbst' zu überlassen. Ebenfalls wurde* nochmals auf die
Bestimmungen der Bezirksratswahl aufmerksam gemacht,
die in der Zeit vom 5.—25. November stattzufinden hat.
Als dritter und wichtigster Punkt stand ein Antrag
zur Beratung, der auf die kürzlich von Dr. Foerster in
der Usambara-Post angeregten Frage des wlrtsdiafilldien
Zusammensdüusses der deutsdwstafrtkanlschen Kaffee-
Produzenten fusst: „Der Verein möge zu der von Dr. Foerster
am Kilimanjaro angeregten Organisation einer Kaffeever¬
kaufsgenossenschaft Stellung nehmen und das Notwendige
in die Wege leiten um in dieser Angelegenheit mit dem
Kilimanjaro-Verein Fühlung zu nehmen." Im Allgemeinen
fand die Foerstersche Idee Anklang bei den Anwesenden,
nachdem einer der Mitglieder darüber Aufschluss gab, in
welcher Weise die Idee zu verwirklichen sei. Auch er¬
klärte sich dieses Mitglied bereit, auf eigene Kosten in
Hamburg einen Kostenanschlag anzufordern betr. die
Anlage einer Aufbereitungsanstalt mit den dazu gehörigen
Baulichkeiten, Maschinen (Schäl-, Polier- und Sortier¬
maschinen) sowie einen Kaffee-Experten. Es wurde
schliesslich eine Kommission gewählt, die sich in der
Frage der Kaffeeverkaufsgenossenschaft mit dem Kilima¬
njaro-Verein in Verbindung setzen und das nötige Material
und Unterlagen bis zur nächsten Versammlung sammeln soll.
Von dem Kolonialinstttut in Hamburg war ein Verzeichnis
über die in diesem Institut stattfindenden Vorlesungen ein¬
gegangen, das den Mitgliedern zur Einsicht zur Verfügung
steht.
Da dem Transportverkehr zwischen Moschi und
Aruscha durch die kürzlich angeordnete Sperre grosser
Schaden entsteht, so wurde seitens zahlreicher Interessenten
der Antrag gestellt, den Transportverkehr vorläufig noch
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