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GOUVERNEMENTS - BLATT
HERAUSGEGEBEN VOM KAISERLICHEN GOUVERNEMENT
BAND III, — No. 47. APIA, DEN 28. APRIL 1906,
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Gouvernements-Verordnung
betreffend chinesische Kontraktarbeiter des
Jahrgangs 1903.
Auf Grund des § 15 des Schutzgebietsgesetzes (Eeichsgesetzblatt 1900
Seite 813) in Verbindung mit § 5 der Verfuegung des Reichskanzlers vom
27. September 1903, betreffend die seemannsamtlichen und konsularischen
Befugnisse und das Verordnungsrecht der Behoerden in den Schutzgebieten
Afrikas und der Suedsee (Kol.-Bl. Seite 509), wird hiermit verordnet, was
folgt:
§1.
Die chinesischen Kontraktarbeiter des Jahrgangs 1903, deren Kontrakte
nicht verlaengert worden sind, muessen auf Verlangen ihrer Arbeitgeber das
Arbeitsverhaeltnis fortsetzen, bis ihre Heimschaffung erfolgen kann.
§2.
Der Tag, an dem dieses Arbeitsverhaeltnis als beendigt anzusehen ist,
wird vom Gouvernement bekannt gemacht werden.
§3.
Macht ein Arbeitgeber von dem Rechte des § 1 Gebrauch, so muss er
dem Arbeiter fuer die Zeit vom Ablauf des Kontraktes bis zur Beendigung
des Arbeitsverhaeltnisses (§2) monatlich mindestens 15 M. Lohn zahlen
und ihm auf Verlangen eine Woche arbeitsfrei geben.
In der arbeitsfreien Woche hat der Arbeiter keinen Anspruch auf Lohn
und Bekoestigung.
§ 4.
Im Uebrigen tritt in den Hechten und Pflichten de3 Arbeitgebers und
des Arbeiters keine Aenderung ein.