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Ferner ist in den Anmeldungen der noch vorhandene Bestand anzugeben und der angeforderte
Bedarf zu begründen.
In dringenden Fällen können die Dienststellen auch zu anderer Zeit den benötigten
Bedarf von dem Gouvernement anfordern oder, wenn Gefahr für Leben oder Eigentum besteht,
an Ort und Stelle selbt beschaffen.
Die Rechnungen über beschaffte Inventarien und Materialien u.s.w. sind vor der Zah¬
lungsanweisung rechnerisch zu prüfen und zu bescheinigen, mit der Richtigkeitsbescheinigung
sowie mit einem Vermerk über die erfolgte Vereinnahmung der Inventarien und Materialien
pp. in den Konten zu versehen.
§ 10.
Verfahren bei Unbrauchbarkeit und Reparatur bedürftigkeit.
Inventarien, deren Instandsetzung am Orte nicht angängig, aber mit Vorteil anderswo
noch ausführbar ist, sind dem Gouvernement zu überweisen, von den entlegenen Stationen
jedoch nur dann, wenn der Wert der Gegenstände im Verhältnis zu den etwa entstehenden
Transportkosten steht. Die Versendungen sind stets — wichtige Fälle allein ausgenommen —
mit einem Fahrzeuge des Gouvernemets zu bewirken. Das Gouvernement läßt die Inventari¬
en in Stand setzen und stellt sie den betreffenden Dienststellen wieder zu. Als Ausweis für
die Ab- und Rückgabe gilt der Lade- bezw. Begleitschein. Vollkommen unbrauchbare bezw
unverwendbare Inventarien und Materialien, bezw. solche, deren Instandsetzung sich nicht
mehr lohnt oder nicht mehr angängig ist, sind seitens der Dienststellen in den bezüglichen Kon¬
ten auf Grund einer entsprechenden Bescheinigung nach beihegendem Muster abzusetzen und,
wo wegen Wertlosigkeit eine Versteigerung nicht angängig ist, zu vernichten. Die Bescheini¬
gung hat '1er Dienststellen-Vorstand abzugeben.
Eintretendenfalls ist der Erlös auf Grund der Yeisleigerungsverhandung in der Kas¬
senabrechnung in Einnahme nachzuweisen. Die Versteigerung ist vorher in ortsüblicher Weise
bekannt zu- machen. Au Stelle des öffentlich meistbietenden Verkaufs kann der freihändige
treten, wenn es sich um Gegenstände von geringem Werte handelt, ein angemessenes Kaufan¬
gebot vorliegt und ein höheres auch bei Versteigerung nach Überzeugung des Dienststellen-
Vorstandes nicht zu erwarten ist.
Finden Beschädigungen oder Verluste von Inventarien und Materialien durch höhere
Gewalt oder Diebstahl statt, so ist der Sachverhalt protokollarisch aufzunehmen,, der Verlust zu
ermitteln und hierüber eine Verhandlung dem Gouvernement einzureichen; auch sind die erfor¬
derlich erscheinenden Sicherheitsmaßregeln zu treffen bezw. zu beantragen und im Falle des
Diebstahls die zur Wiedererlangung der gestohlenen Gegenstände geeigneten Schritte zu tun.
Zur endgiltigen Inabgangstellung derartiger Verluste ist die Genehmigung des Gouvernements
erforderlich, dem auch ihre Feststellung vorbehalten bleibt.
§11.
Verwaltung der Bestände.
Die Vorsteher der Dienststellen haben darauf zu achten, daß die dienstlichen Bestände
an 1 nventarien und Materialien pp. möglichst schonend und sachgemäß behandelt werden. Für Schä¬
den an Inventarien und Materialien pp., die nicht auf natürlichen Verschleiß zurückzuführen
sind, sondern durch schlechte Behandlung oder Aufbewahrung entstehen, wird die Dienststelle bezw.
der von dieser als der nachweisbar Schuldige dem Gouvernement Angegebene haftbar gemacht. All¬
gemeine Bestimmungen über Behandlung der Inventarien nnd Materialien pp. lassen sich nicht
geben, es Muß vielmehr den Dienststellen überlassen werden, die nötigen Anordnungen, die sich
hauptsächlich nach den Orthchen Verhältnissen sowie der Art und Beschaffenheit des Gegen¬
standes selb-?! richten, zu treffen.
Angeführt sei hier nur, daß die Bestände, wenn irgend angängig, stets in verschlie߬
baren und vor der Witterung geschützten Bäumen ordnungsmäßig und zählbar lagern, die
Eisenteile durch öfteres Reinigen und leichtes Einölen rostfrei gehalten, die Lagerräume selbst
durch öfteres gründliches Reinigen möglichst von Ungeziefer freigehalten werden müssen und
Lucht verderbliehe Gegenstände nicht in zu großen Mengen lagern dürfen.
Salz. Reis u.s.w. müssen, namentlich in feuchten Bäumen stets auf Unterlagen lagern. Auch
dürfen die Verptlegungsgegenstände mit Petroleum, Ölu. s. w., die tunlichst in besonderen Räumen