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tenswerte Nutzpflanze lepräsentiere. Er sei
ausnahmslos ein Bürger der Steppe und träte
niemals in die Wälder ein. Seine Früchte er¬
reichen etwa den Umfang grosser Mispeln und
enthalten einen, seltener zwei Samen, aus
welchen die Schibutter hergestellt werde.
Als Ausfuhrprodukt spiele die Schibutter
bisher nur im Handel mit den afrikanischen
Nachbarländern eine Rolle. Um die Produk¬
tion zu heben, sei es erforderlich, die müh¬
same und rohe Methode der Schibutterge¬
winnung bei den Eingeborenen zu vervoll¬
kommnen, ferner die Leute zum systematischen
Ernten der Schinüsse anhalten und endlich
dem Baum anzuschonen und zu kultivieren.
Im folgenden Abschnitt, bespricht Busse
die im ganzen tropischen Westafrika weitver¬
breitete Leguminose Erythrophloeiim guine-
ense: Ursprünglich ein Bürger des Begenwal-
des habe sich dieser Baum auch dort zerstreut
erhalten, wo sich die klimatischen Verhältnisse
allmählich verschlechtert haben. In wirtschaft¬
licher Hinsicht habe der Baum neuerdings
eine gewisse Bedeutung erlangt, indem man
erkannt habe, dass sein Holz eines der wert¬
vollsten Fournierhölzer Afrikas abgebe. Sein
forstlicher Anbau werde daher in unseren
tropisch-afrikanischen Kolonien voraussicht¬
lich eine bemerkenswerte Rolle spielen.
In dorn letzten Abschnitte gibt Verfasser
eine Beschreibung von Cola accuminata, von
welcher Pflanze man früher allgemein ange¬
nommen habe, dass die Cola des Handels allein
davon abstamme, bis vor einigen Jahren
K. Schumann nachgewiesen habe, dass die
Stammpflanze der wertvollsten Cola des in¬
nerafrikanischen Handels eine andere Art,
nämlich die von ihm benannte Cola vera sei.
Cola accuminata, ein Baum von ansehnli¬
chen Dimensionen mit edel belaubter Krone,
liebe feuchtgründige Standorte und finde sich
daher besonders zahlreich in den Fiussniede-
rungen. Die Samen von Cola accuminata seien
durch hohen G-ehalt an schleimigen Stoffen
ausgezeichnet, die denen von Cola vera fehlen;
hieraus erkläre sich auch die Abneigung der
meisten afrikanischen Völker gegen die Cola
accuminata. Nichtsdestoweniger sei diese als
wertvolle Nutzpflanze zu betrachten, welche
zur Herstellung medizinischer und diätetischer
Präparate mit gleichem Nutzen verwendet
werden könne wie Cola vera. Zu Anpflanzun¬
gen in unseren afrikanischen Kolonien em¬
pfiehlt aber Verfasser nur Cola vera, weil
ihre Früchte in frischem Zustande jederzeit
ein grosses Absatzgebiet im afrikanischen Hei¬
matlande selbst vor sich haben werden. .
Den Beschreibungen dieser fünf Westafrika-
irischen Nutzpflanzen sind Lichtdrucke bei¬
gegeben, welche nach photographischen Auf¬
nahmen des Verfassers hergestellt sind. Diese
wohlgeiungenen Vegetationsaufimhmen stel¬
len auf je einer Tafel dar: Junge Ölpalmen
bei Esse, Ölpalmen im Tafievhe-Gebirge bei
Ho mit einer Mischhuirs von Mais, Maniok und
Bananen, einen Kapokbaum am Agu-Gebirge,
Schibutterbäume in der Steppe bei Ho, Ery¬
throphloeum guin.ee.nse, endlich Colabäume,
Pandanus und ölpalmen an der Flussmün¬
dung bei Mokundangc (Kamenmküste).
Von den in der Steppe bei Ho aufgenom¬
menen Schibutterbäumen scheint der im linken
Vordergründe befindliche Baum eher die dem
Schibutterbaum täuschend ähnliche Lophira
alata zu sein.
Personalnachrichten.
Am 16. März sind mit dem Dampfer „Lothar
Bohlen,, im Schutzgebiet eingetroffen:
Herr Pater Tholen,
Herr Kaufmann Westphal,
Herr Colmorgen, L Offizier d. W. L.
Am 19. März sind mir, dem Dampfer „He¬
lene Woermann„ im Schutzgebiet eingetroffen:
Schwester Gertrud Heschke,
Herr Kaufmann Paul.