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{Mit Unbefangenheit in Beziehung auf 3fe Extreme In den Ansichten über die Verbreitung der Cholera untersucht der berühmte Verf. hier nach Zahlenverhältnissen, die au­thentisch genannt werden müssen, wenn auch in einzelnen Fällen eine ganz vollständige Genauigkeit an sich unmög<* lieh ist, die tüdtlichen Wirkungen der Krankheit auf die Preufsische Bevölkerung» Der Staat hatte Ende 1831 mit Militair 13,038,960 Einwohner^ in diesem Jahre waren 462,665 gestorben (also das bedeutende Verhälinifs von 1 : Kec»), darunter 32,647 an der Cholera; (also war

von,allen Lebenden 1:399, unter den Verstorbenen aber der "fünfzehnte, 1:14 von der Cholera hingerafft worden» Rec,). Der Vf. zeigt beweisend, wie der Cholera schon in den letzten Jahren eine gröfsere allgemeine Sterblichkeit vorherging, woran namentlich Faulfieber, dfe sich in Folge der nassen Witterung, der schlechten Erndten und der Ueberschwemmungen besonders an der VVeichsel und im Grofsherzogthum Posen entwickelten, die Schuld trugen* Diese gröfsere allgemeine Sterblichkeit begleitete über­all die Choleraseuche, und der Vf. versucht desfallsige Er­klärungen in beider Hinsicht, indem er dies gröfsere Ster­ben als'Ursgche wie als Folge der Cholera deutet. (Gan^ genügend wird sich aber hierüber erst in der Folge ur- iheilen lassen; denn so wie der Verf. die zehn Jahre vot der Seuche in statistischer Beziehung betrachtet hat, in de­nen gleichmäfsig die Mortalität stieg, so werden sich erst die zehn nachfolgenden Jahre untersuchen lassen müssen, um einen festen Vergleichungspunct in dieser Thatsacbe zti gewinnen, die die wichtigste in der ganzen vorliegen- . 'den.Schrift, und von viel höherer Bedeutung ist, als der yf;. als Nichtarzt, zu glauben scheint, weil sie über das Lebeh der Epidemieen, wie über die Natur der Cbolerii als Seuche, grofses Licht verbreiten raufs. Denn dafs z« 33. dieCholeraangst, die auch der Vf. heranzieht, nicht genügt, um' jene allgemeine, gröfsere Sterblichkeit Zu er- klären, wird uns jeder Arzt zugeben, Rec.) Wie nun die Züge der tüdtlichen Wirkungen der Seuche sich in den i: - einzelnen Landestheilen gestalteten, dies müssen wir dem Leset- überlassen, in der Schrift selbst zu studiren, die an sich eben so interessant, als unentbehrlich für den künf­tigen Geschichtsschreiber der Cholera ist, dem wir nur nicht in den nächsten Mefscatälogen zu begegnen wün­schen , weil erst noch mehrere solcher mühsamen Vorar- «, hejten , wie diiese,. einer brauchbaren Chölera-Geschichte zur Unterlage dienen müssen!)

t* 15hrhaftste i fl, toedlc.-chir. Zeitung» 4lerßand, 1832.

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i " Herausgeber» Dr. Casper»

Afitreddfction i Dr» Rombergj Dr» v» Stoächj Dr» Thar.