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Deckmantel dient, trng auch dazu bei, die Aufmerksamkeit von einem Verfahren nbzulenken , zu dessen Lohe sich'iu «len Zeitschriften einzelne Stimmen bereits hören liefsen *). Durch eine Reihe von Versuchen, welche ich vor zwei Jahren begonnen, bin ich in Stand gesetzt, einige Ergebnisse meiner Erfahrung über die Wirksamkeit und Zuläfsigkeit dieser Methode mitzutheilen.
Die Nervenkrankheiten, zumal die Sensibilität- und Mo- tilitätneurosen, eiguen sich vorzugsweise fiir die endennati- sche Kur, deren radicaler oder palliativer Erfolg von dem Sitz der Krankheit abhängt. Ist derselbe in den peripherischen Nerven-Ausbreitungen, so leistet dieses Verfahren am meisten, und gewährt in vielen Fällen dauernde Hülfe. Zn diesem Zwecke bediene ich mich hei Ncnralgieen und Con- vulsionen des essigsauren Morphium, zu ^ — \ Gran, bei Paralysen des schwefelsauren Strychnin, zu £—JGran, ein- bis zweimal täglich, in Pulverform auf die durch eiu Vesi-
*) Vergl. unter andern Meier in Rusl’s Magazin f. d. ges. Heilk. Bd.28. H.2.; Richter ebendas. Bd.32. Heft 3.
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catovium in der Nähe des leidenden Nerven wundgemachte
Fläche aufgestreut.
Als erläuternde Beispiele wähle ich aus einer gröfsern Anzahl folgende :
Eine 68jährige Wittwe, welche in der Nacht zum 24. Juli 1831, von einem schweren Traum aufgeweckt, in gro- fscr Angst ihr von Schweifs triefendes Gesicht der Zugluft ausgesetzt hatte, bemerkte am folgenden Morgen eine starke Entstellung ihrer Züge, und erbat sich drei Tage darauf meinen Rath. Die rechte Gesichtshälfte ist nach der linken Seite hin verzerrt, besonders die Nasenspitze. Der linke Mundwinkel ist schief nach unten gezogen; aus dem rechten Riefst der Speichel unwillkührlich aus.. Das rechte Auge steht offen und kann nicht geschlossen werden. Die Binde-
