( 624 )
Neuß, vom 2Q Aug.
Gestern haben die Franzossn die Insel zerade gegen Engenheim über im Rhein, besetzt, wo sie Batterien und Laufgraben machen, und mir vieler Lhättgkeiti arbeiten. Gegen gesagtem Engenheim über, haben sie eine ausserordentliche hohe Batterie gemacht, wortnnen sie heute Morgen 30 Stück Kanonen stehen hatten. An jener Sette vom Rhein ist man gewiß nicht Weniger thatig; denn von dem Preussl- schen brs oberhalb Kaiserswerth, ist alles, Vas man sicher, lauter Batterien und Brustwehren, so daß arrf-iooo Schritt Don einander, Schanzen mit 6 unb8 Kanonen zu sehen sind^ Gegenüber Kaisers- Werth, haben die Franzosen eine Viertelstund vom Rhein 200 Pontons fertig Uesen. Zu Rotterdam, Dordrechtrc. haben stc mit Gewalt mehrere Schiffe hinweggenommen , und in die Gegend von Köün geführt. Jedem Schiffer wurden täglich jo Gulden zugesagr.
Amsterdam, vom 21. Aug.
Heute erhalten wir die Nachricht, daß der preussrfche Kommandant zu Emmerich, die holländischen Deserteurs hat arrerircn, nnd an den französischen Kommandanten auf der andern Sette des Rheiirö auslie- fern lassen. Nach Berichten von Bremen, soll der Prinz Friedrick von Oranten nach Berlin gereift seyn. Obfchon die holländischen Schiffe, welche für spanische Rech? nung beladen waren, und in England ‘ aufgebracht worden sind, vor kurzem ven dem englischen Mtnisterio losgegeben wur, den, so ist doch jetzt der spanische Friede schuld, daß sie aufs neue mit einem Embargo belegt worden sind.
Paris, vom 22 Aug.
Der Konvent hat neulich in einer Siz- zung sich deutlich darüber erklärt, warum er nicht die neue Verfassung dem Vock erst vorlegen, und seine Annahme abwarten Wolle. Er befürchtet uemlich, die gröste Anzahl des Volks möchte für das König- khum seyn, und so natürlich nichrrmtdenr Interesse der Gesetzgeber harmoniren. Baudm erinnerte dagegen, es könne ohne «rögkch die Majorität des Volts in den
Urvcrsammlungen sich für einen Kenia e., klaren, rudem es gewiß nicht, anstatt der Bmde der Frerherr, aus den Händen rer, die es beauftragt habe, Frankreich frei zu machen, anzunehmen, sich i ntw Z Sklavenfesseln schmieden wolle; und uLr dies fty es ungerecht, irgend jemand, wie viel weniger ein ganzes gross Volk, in der Ausübung seines Rechts äu Ambern bloö darum, weil man problematisch Mißbrauch befürchten könne. Endlich erinnert er die Volksvertreter an ihre mft Pflicht, wenn auch das schlimmste ausder Erfüllung ihrer Verbindlichkeiten enkstehm sollte, auf ihrem Posten sich eines fyiraf zu begeben, welches sie zu Zeugen derAkr verei deren aufdcwahren würde, die fit srey machen sollten, und wollten. Nene Gefahren umgeben in diesem Augenblick die Patrioten, und die Repnblck. Alle Faktionen sind im Innern kvaUsirt. Die Elmgnrten kommen zurück. Chouaiisrrird Jesuskinder zeigen sich in dieser Stadt. Die Aristokratie hebtaüer Orten ihrHapt empor, und steckt sogar die Bataillon öer bewaffneten Hand mit ihrem Gifte Man sollte glauben , daß alle ßartfcen, mdd)e seit dem Anfänge der Revolutm ehre Ehrfs gehabt haben, in BewezrmgMd» während die Nationalparthei ruhig diM.
Genf, vom 22 Aug.
Unsere unglückliche Stadt ist immergleichen Schritts mit der französischen Revolution gegangen. Raub, und Mord, waren auch bei uns zur Tagesordnung gekommen , und zwar zur nemlichen Zeit, als ln Paris Ströme von Blut flössen. Nur der Dreistigkeit und dem Ungejrümm, mit weichem unsere Schreckettsmanner lenes verheerende System, das Frankreich seinem Untergang so nahe brachte, befolgten, haben wrc unser Unglück zu verdanken. Wir können zwar mcht leugnen, daß jetzo die öffentliche Stick mrrrrg em;che>- j dend gegen die Terroristen ist; aber unsere i Regierung hat nicht Mannkraft genug,
; die guten Bürger gegen ihre Anfälle zu schützen. Die Auswanderung von belnaye allen reichen Famrssen unserer Stadt, die öffentlichen Ausgaben, welche nuranZim
