C«pra.
Unterzeichneter, der sich für diesen Handel interessiert und seit einiger Zeit alleinig diesen Artikel exportiert hat, gestattet sich, den Ausführungen des geehrten Verfassers der in der letzten Ausgabe dieses Blattes erschienenen Zeilen folgendes zu entgegnen resp. hinzuzufügen. —
Dass die Ausfuhr dieses Produktes gegenüber dem Vorjahre eine Zunahme aufzuweisen hat,, ist sesr erfreulich und jedenfalls ein Zeichen dafür, dass die Eingeborenen den Wert und die Ausnutzung dieses Landesprodukt es besser kennen lernen, dass aber die Basis dieses Geschäfts eine ungesundere geworden wäre, ist mir nicht erklärlich. Der Handel mit Copra hat bis vor kurzem lediglich in den Händen der Inder gelegen, welche die Copra in demselben Zustande, wie sie hier auf den Markt gebracht wird, und meistens in denselben Säcken nach Zanzibar ausführten und sich wenig darum kümmerten, in welchem Zustande siel» die Ware befand, wenn sie nur billig eingekauft hatten, denn auf dem Transport von hier nach Zanzibar ist weder ein grösserer Gewichtsverlust, noch das Verderben der Copra zu befürcht 5:1.
Soviel ich weiss, hat fine europäische Firma hier früher Versuche mit diesem Artikel angestellt, die aber bald wieder aufgegebn wurden, jedenfalls weil dieselben die erhofften Resultate nicht ergaben. Dass nun jetzt, da ein Europäer respe. eine andere europäische Firma die Sache in die Und niimint und durchführn will, die Grundlage des Geschäftes sich verschlechtert bat, ist mir unverständlich und kann meines Wissens um-li keine!-, der nicht augenblichklich mit dem Artikel beschäftiget ist. ein competen- tes Urteil darüber abgeben.
Was die Qualität anbetrifft, so ist die Copra, die aus der nächsten Umgebung von Tanga kommt, nicht versandreif und bedarf einer Nnchtrockuung seitens des Käufers. Feuerge- trocktete Ware ist mir bis jetzt ein einzigesmal angeboten und auch zurückgewiesen worden. Schlechte, nasse Copra zu verschicken, die auf dem Transport vollkommen verfault, wird niemals im Interesse des Versenders liegen, da die Annahme der Ware verweigert würde. Nicht die Kolonie oder andere würden den Schaden zu tragen halten, sondern lediglich derjenige, der schlechte Ware geliefert hat. Wenn der betreffende nicht vollkommen trockene Copra kauft , ist es seine eigene Sache. Derselbe sagt sich, die Copra verliert so und so viel von ihrem Gewicht heim Xachtrocknen und berechnet dann eben den Preis diesbezüglich. Bezüglich der Preise wird es meines Ermessens wohl keinem einfallen,
aus Vergnügen teurer zu kaufen wie nötig; und selbst wenn er es thäte. würde es nur dem Lande zu gute kommen. Ausserdem ist man hier immer sehr gut über die Marktlage im Zanzibar unterrichtet und erfährt sofort jede Preisschwankung.
Was den geehrten Verfasser des vorigen Artikels veranlasst hat zu glauben, dass schlechte Copra ausgeführt würde, ist mir, glaube ich, bekannt. Der betreffende Herr hat jedenfalls Säcke bemerkt, die nicht ganz gefüllt aussahen, und er schrieb diesen Umstand der Wasserver- dunstung zu. Die Sache ist aber sehr leicht verständlich und beruht auf einem rein technischen Grunde. Die Säcke, wurden in der That ebenso gefüllt wie di<» übrigen. Schichtet man nun aber 5-7 Säcke aufeinander, und haben die unteren während mehrerer Tage ein Gewicht von 900 - 1200 Pfd. zu tragen, so ist es natürlich, dass sieh die Copra in den unteren Säcken zusatn - inendrückt und die Säcke nicht ganz gefüllt atisehen.
Um dem Übelstande abzuhelfen, dass die Eingeborenen schlecht getrocknete Waren ver - erkaufen, wären meiner Ansicht Polizei - oder Zollverfügungen am Ausfuhrplatze nicht ausreichend, man müsste auf administrativem Wege dagegen eiuschreiten und die Juiuben resp. Akiden, in deren Bezirk Copra produziert wird, mit der Aufsicht beauftragen. .Jedenfalls kann sich der Aufkäufer gegen Verluste von dieser Seite schützen, indem er, wie schon oben bemerkt wurde, die Copra eben nachtrocknet und den entstehenden Gewichtsverlust auf den Preis in Anrechnung bringt.
Darin, dass das Copragesehäft — wenn schlecht dis, oniert — zu Venusten führen kann, wie auch schon vorgekommen ist, stimme ich «lern Herrn Verfasser des vorigen Artikels vollkommen hei.
I -
John Weth.
8 Meerschweinchen, i2 Enten, i5 Hühner i Truthahn, i Ziege, t Papagei,
20 Tauben,
i Eierbrutmaschine billigtet zu verkaufen bei
Ed. Stadehnann. Tanga.
Sonntag: Gonzert Jlnfang 5 Uhr.
