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Wochenschrift für Gemeinwesen und Hemeinstnn.
Herausgegeben von Kranz Rittweger.
Erscheint jeden Samstag. — Der Abonnementspreis beträgt pr. Quartal Mk. 1.50, ausschließlich des Trägerlohns. Einzelne Nummern nebst Beiblatt 15 Pfg. — Annoncen: die vierspaltige Petitzeile 15 Pf. — Die Expedition befindet sich: Buchgafie No. 3.
M. LI. Samstag de» 2f. August 1881. Erster Jahrgang.
Die städtische Wasserversorgung.
Die Bilanz und vergleichende Uebersicht des Wasseramles pro 1880—81 ist dem Magistrate am 19. d. M. vörgelegt und von diesem der Stadtverordneten-Bersammlung unterbreitet worden. Die Schriftstücke enthalten a) Einnahme im Ordinarium, b) Ausgaben im Ordinarium, c) Ausgaben im Extradrdinarium und d) Bilanz. Zu a — Einnahme — macht das Wasseramt folgende Bemerkungen: Die Einnahmen an Wassergeld und sonstigen Erträgnissen im Ordinarium betragen M. 788,302.70 und ergeben eine Mehreinnahme von M. 81.302.70 gegen den Boranschlag und M. 54,591.37 gegen das Etatsjahr 1879—80. Im Extraordinarium konnten Einnahmen nicht erzielt werden. Es konnte nämlich die in Aussicht genommene Veräußerung nicht stattfindcn, da die Ueberschreibung der Immobilien auf den Namen der Stadt von Seiten der Liquidatoren noch nicht bewirkt ist. Ferner war eine Berwerthung der entbehrlichen Materialien nicht möglich. Zu b — Ausgaben im Ordinarium — wird ausgeführt, daß es bei dem Betriebe des Wasserwerkes möglich gewesen sei, nicht nur jede Ueberschreitung der bewilligten Credite zu verhiiten, sondern sogar eine namhafte Ersparniß im Betrage von M. 28,029,01 zu erzielen. Dazu haben sich trotz der bewilligten Gehaltserhöhungen und obwohl die älteren Werke verhältnißmäßig hohe Kosten verursachten, die Betriebsausgaben pro 1880/81 gegen daS vorhergehende Jahr um M. 14,478.75 vermindert. Bei c — Ausgaben im Extraordinariumsind unter „Plus verausgabt" folgende Posten besonders anzuführen, welche aber eine Credit- überschreitung, für welche eine Nachbcwilligung stattzufinden hat, nicht darstellen, nämlich M. 283.99 für Entschädigungen, M. 22,292.69 für Materialien. Die Entschädigungen waren auf Grund des Uebereinkommens mit der Regierung zu Cassel vom 24. Mai 1870 zu leisten. Die Summe von M. 22,292.69 besteht in dem Werth - von Baumaterialien, welche in natura vorhanden sind. Tie Berrcchnung auf die einzelnen Bauobjecte, für welche am 31. März a. c. noch Restcrcdite von M. 399,644.91 verfügbar waren, kann jedoch erst dann geschehen, wenn die Verwendung der Matcralien thatsächlich stattgefunden haben wird. Bei den Reinigungs- schächten in den Ableitungs-Canälen bei Fischborn ergab sich eine Mehrausgabe von M. 498,30, und sind zur gänzlichen Bollendung der Schächte noch M. 500 erforderlich, im Ganzen also M. 998.30. Bei allen Ausführungen, welche im verflossenen Etatsjahre vollendet und abgerechnet werden konnten, haben keine Creditüberschreitungcu stattgefunden, vielmehr verblieben noch Mk. 5,650.80 als Ersparnisse, d) — Bilanz. — Mittelst Magistrats-Bescheid vom 16. October 1880 wurde das Grundcapital der städtischen Wasserwerke pro 31.
März 1880 auf M. 10,634,946.53 festgesetzt. Es wurden auf das Extraordinarium im Etatsjahre 1880/81 verausgabt Pf. 300,626.18. Rach Abzug derjenigen Ausgaben, welche eine Capitalvermchrung nicht darstellen, nämlich Liquidation M. 2,721.25, Waffermesserbestand M. 4,830.10, Wafser- leitungs-Anlagen in den städtischen Liegenschaften M. 2,973.74, in Summa M. 10,525.14, verbleiben M. 290,101 04 als Aufwand für Ausdehnung der WaffcrleitungSanlagen im Jahre 1880/81 und erhöht sich das Grundcapital durch Hinzurechnung dieser Sumnie auf M. 10,925,047.57.
Mit Rücksicht auf die mit dem 1. April a. c. in der Buchführung eingctretenen Veränderungen und zur Vereinfachung der Rechnung schlägt das Wasscramt vor, die folgenden Activposten gegen das Guthaben des RechneiamtS auS- zugleichen, nämlich Liquidation M. 11,413.79, Wasseranlagen in städtischen Liegenschaften rc. M. 19,143.31, uneinbringliche Forderungen M. 6189.31, zusammen M. 36,746.41, so daß sich hierdurch der Conto Rechneiamt auf M. 366,753.65 stellen würde. Als Reste der für verschiedene Anlagen im Extraordinarium bewilligten Credite sind noch M. 399,644.91 verfügbar, die als Soll-Reste auf neue Rechnung vorge- trage» werden. Inventar und Matcrialvorräthe sind nach den einzelnen Beständen getrennt und werden mit dem pro 31. März a. c. sestgcstellten Werthe auf neue Rechnung übertragen und nach der erlassenen Instruction verwaltet.
Es ergibt sich bei dem Betriebe der städtischen Wasserwerke hinsichtlich der Einnahmen und Ausgaben für das abgelaufene Rechnungsjahr das Resultat, daß die Einnahmen, welche sich unter Hinzurechnung von Mk. 85,714.29 als Wassergeld der Stadt für ihren eigenen Bedarf auf Mk. 874,016.99 beziffern, gegen die Vorjahre bedeutend zugenommen, die Betriebsausgaben dagegen mit Mk. 188,105.60 sich gegen die früheren Betriebsabschnitte vermindert haben. Der erzielte Reingewinn mit Mk. 685,911.39 repräsentirt für das Baucapital der Quellwasserleitung mit Mk. 10,510,253.34 eine Verzinsung von 6,*52 pEt. und für das Anlagccapital der gesammten Wasserwerke mit Mk. 10,925,047.57 eine Verzinsung von 6,28 pEt. Es dürfte zu erwägen sein, ob in künftigen Jahren nicht ein Theil dieser Rente zur Amortisation des AnlagccapitalS zu verwenden ist.
Auf Grund dieses Berichtes beantragt das Wasseramt, der Magistrat wolle in Gemeinschaft mit der Stadtverordneten- Bersammlung beschließen: 1) unter Berücksichtigung der erzielten Ersparniß für Vollendung der Schächte bei Fischborn den- Betrag von M. 998,30 bewilligen; 2) daß nach Maßgabe der Bilanz vom 31. März 1881 dem Grundcapital der städtischen Wasserwerke M. 290,101.04 zuzuschrcibcn sind und 3) daß die im Berichte erwähnten 3 Activposten im
