tmb läßet da- Fähnlein wieder durch den Bice- Fähudrich 1»'- FähudrichS-Hau- a» seinen gewöhu- Üchea Ort lege», darauf kommen fie wieder zurück, schließ« fich wieder au und der Hauptmauu läßet reife* und ltuckS biß au d« Degen die Compagnie schließ«, thuet den Huth ab vor der Compagnie und daucket fie folgender Gestatt ab: Herren

Officiers auch sehr liebe sämbtliche Mitbürger und schr verthe Freunde. Daß Dieselben auf gegebnen Trommel-Schlag, so willig und gern erschienen und zu Dienst« unserer geliebt« und hochgeehrten Stadt Wohlfahrt ein Jeder von Euch seine Dienste sowohl vttscheu, daß ich damtt sehr contaut und solche- beh unserer hochgeehrtesten Obrigkeit wohl zu rühmen Hab, al- bedancke ich mich de-wegeu gantz dienstlich und will hoff« e- werde ein Jeder still und ehrbar ohne Schießen und Platzen auf der Gaffe, wodurch leicht ein Unglück geschehen kann, weiter nach Hauße gehn, womit ich einem Jeglichen ein« glückseelig« Taag oder Nacht wünsche und aebet also von einander."

Die Hauptleuthe von der Burgerschafft sollen einig sehn, und fich wie Brüder halten. Keiner ohne dem Andern zur Präjudiz, der Burgerschafft etwa- placittten, sondern wann etwa- au fie be­gehret wird, soll« fie au- ihnen zwei oder drei der ältest« oder verständigsten deputir« «ad alsdann mtt Respect die Propofitiou de- Rath- anhbren, darauf aber kein« Schluß machen, sondern ant- worten, fie wollen solche- denen andern Herr« Capitäns eomwuuiciren und alsdann deren sämbt- liche, einhellige Meinung gehorsamst wieder hiuter- briogeu.

Wann daun der sämbtliche Schluß gemacht, sollen diese Deputirten ihre Resolution dem Löbl. Magistrat mit schuldigem Respect überbriugea. Sollte aber diese Meinung der Obrigkett nicht ge­fallen und diese Deputirten mtt ohngewöhulichen, rauh« Wort« (wie wohl ehemahl geschehen) au- gefcchr« werden solten, sollen fie wieder mit Re- fotct antworten und sagen, man möchte fie al- Mttglieder der Löbl. Burgerschafft mtt solchen harten Worten verschon«, daun wer einen beschimpft, be- lehdigt die ander« alle mit einander, müßeu höflich dagegen protestireu und ferner sagen, daß mau ihre Meinung nicht auhören hätte wollen man fie daun iu-küufftig mtt derselben Beschickungen verschonen sötte, fie wären der Obrigkett Gehorsam schuldig, sie wär« aber auch nicht umsonst Hauptleuthe, sondern müßten da- Interesse ihrer Mitbürger auch beobacht« und vor fie rathen, fie wären ehrliche Männer, so der Stadt Aufnehmeu und Wohl­fahrt uebst Beste- in Acht nehmen wollt«.

Da muß denn keiner von d« Hauptleuthe« eine alte H sehn, die ohne der Andern Wissen zu den Herr« laufft und fich von seineuCameraden absoudert, denn e- ist von ehrlichen Leuthen nichts Ander- al- Alle- wa- recht und bMig und der

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Burgerschafft zum Gedeih« gereich« mögte, zu muthmaß«. Daun so eia Burger-Hauptmanu vor sein« Burgern in billigen Sachen nicht errötheu darf, sondern wie ein Sclave schweig« soll und muß, wozu ist er da nutz, zu nicht- Auderm al- da- fünfte Rad am Wagen. Lin Hauptmann von der Burgerschafft ist mehr, al- er weiß und wann mau in Respect bleibt, darf mau auch wohl mtt Bescheidenhett der Obrigkeit die Meinung sagen, dann fie find auch Menschen, die fehl« können und bißweileu mehr al- andere Leuthe und weilen dieser Di-cour- nur allein den Hauptmauu conceruirt, schweige ich von andern Sache« fernere- zu red«. Der Leuteuaut muß seinem Hauptmauu in Allem secundireu, die Compagnie fleißig in Acht uehm« und der Fähudrich alle Lenthe in Liebe erhalten. Schautzet die Burgerschafft, so müß« die Herr« Officier- die schautzeudeu Leuthe mtt guten Worten autreiben, Kein« anschuarg«, «och viel weniger schlagen, item solte auch ein Hauptmauu seine Burger mit deu angenehmsten Worten auredeu, fie ebensowohl ehren und ja nicht bollern, noch zu hochmüthig gegen fie sehn, daun diese- kann ei» Burger nicht leid«.in gute- Wort findet eine gute Statt und wer etwa» fehlet mtt Gutheit wieder zurecht zu bringen. Da- ist also mein we­niger Dicour- von der Charge eine- Stadthaupt- mauu- von der Burgerschafft und will ich Keinem etwan au- Borwitz dieses vorgeschriebe» haben noch aus vermeinter Ras«weistgkett hiermtt ihme viel gelernt haben, sondern diese- find ebm meine Zett vertteibeude Gedaucken und ein jeglicher ehrlicher Hauptmauu weiß durch seine selbst eigene gute Con- duite diese- zu mehren uud zu mindern.

Ich verbleibe de- beliebten Leser- Adieu dienst- bereitwilligster Diener I. A. Jormauu Oberster.

Kleine MittheUnnge«.

- (Ein römischer Legionär.) Dem Kaiser von Deutschland wurde bei seiner Anwesenheit in Wiesbaden ein römischer Legionsolvat durch den Oberst v. Cohnus« vorgeführt. Der Soldat war zwar ein braver 60er, seine Kleidung und Au-rüstuag aber bestand thells au- den meisterhaften NachbUdung« de- römisch. germanisch« Museums in Mainz, weil- an- Originalstück« de- Mes- baden« Lllerthumsmuseums, theil- endlich, was die Tunica und die Sandal« anbelangt, war« fie von d« Hand­werksmeistern des ob« genannt« Regiment- nach alt« Bildw«ken und Mustern heraestellt. Die man hört, bat d« Kais« mtt vielem Interesse und mtt der demsÄben eigen« Sachtenntniß dle Betteidung und Bewaffnung de- Mannes im Einzelne« befichtigt und mit d« Jetztzett in B«gleich gezogm.

ver»«t»»rUicher «rdutrur S. «Uttstger. Verl», tn Ps-etzl«.

Dnuk so« Lred»--ch»M Uachfot,rr »edr. »eiedrod. Fr»»ks,r1 a. M.