860
zu seiru tief auch thttftt von fehlen Leuten zurück und befahl ihnen da- Castell zu bewohnen, fiter* auf ritt er nach Eppenstein und kündigte seinem Vater den gefaßten Entschluß an, dieser gab ihm die uvthigeu Bauleute mit, und Benno betrieb de« Bau auf da- Eifrigste, allein schon während deffel- ben offenbarte fich sein grausame- Wesen, er mißhandelte die Bauleute und die ihm willig helfende« Hirten auf da- Aergfte. Unter diese« Hirte« war ein SOjähriger schneeweißer Grei-, der, wenn er auch nicht selbst thätige Hilfe leistete, doch mit Rath «ud That vortrefflich betftand. Aber auch er erfuhr manche harte Behandlung von Ritter Benno, und da jener, al- er eben einen armen Hirten hart schlug, ihn ernstlich warnte, er möge seinen Zorn bezähmen, so führte er auch eine» starten Hieb nach dem alten Manu, aber stehe da, der Stock brach in der Luft entzwei und die Stücke fielen zur Erde. Jetzt sprach der Alte: „Herr Ritter, sofern Ihr Eure tolle Wnth nicht bezähmet, so wird e- Euch noch übel ergehen, und Ihr werdet nimmer der Herr dieser Veste werden/
Auf eine kurze Zeit wirkte die-, aber nicht lange, so fing er sein vorige- Thun wieder an, und umso uu- gescheuter trieb er e-, da er den Allen gar nicht mehr sah, und auch Niemand etwa- von ihm wiffen wollte.
Während dieser Zell sah er fich auch in der Umgegend «ach einer Hau-frau um, und glaubte in Jda von Sonnenberg alle seine Wünsche vereint zu finden. Der Ritter von Sonnenberg willigte gern in Benno'- Gesuch, auch war ihm da- Fräulein nicht abhold, denn er war ein schöner Mann, und seine Wildheit hoffte ste durch ihre Sanft- muth bezähmen zu können, Benno drang ungestüm in Beide die Sache bald zu beendigen, und in 6 Wochen wurde da- Fest der Trauung auf Sonnenberg vollzogen. Täglich ritt nun Benno nach Hohenburg, um seine Leute zur Arbeit an- rutreibeu, denn gerne wollte er recht bald mit seiner jungen Gatttu die eigene Burg bewohnen. Eine- Tage-, al- ihn Jda begleitet hatte, kam er mit einem jungen Hirten tu Wortwechsel, weil dieser nach seiner Meinung nicht Steine genug geladen und schlug ihm so heftig auf den Kopf, daß er todt niederftürzte. In dem Augenblicke stand der alle Grei- drohend vor ihm und warnte ihn: „Benno! Benno i noch eine Unthat und Ihr und Eure Nachkommen werden nimmer auf Hohenburg hausen/ Benno konnte aber seine Wnth nicht bändigen und wollte eben einen derben Streich nach dem Allen mit den Worten: „Verdammter Hexenmeister, hier hast du deine« Lohn/ führen, als ihm Jda in die Arme fiel, um für den Alten zu bitten, allein auch ste stieß er tu seinem Zorn so heftig von fich, daß fie rücklings niederstürzte, der Greis war verschwunden. Jetzt kam Benno zu fich selbst, aber zu spät. Seine geliebte Jda wurde ohnmächtig auf einer Tragbare «ach Sonnenberg
gebracht und kam zu frühe mll eine» tobten Kinde nieder, nud fie hauchte ihr junge- Lebe« wenige Stunden darauf au- und hatte kau« noch Kraft .genug, ihre« Mörder ihre willige Verzeihung vor- -ulalle«. Benno irrte wie wahnstuuig in de« Wälder« und Gebirge« Ta- und Nacht umher. Eine- Abend- kam er vor eine Höhle nahe an Hohenburg, au- der der alle Hirte ihm eutgegen- trat und ihn also anredete: »Da- Maß deiner Sünden ist voll. Du wirst nimmer Herr, dieser Burg werden, nur Burgvögte deine- Bruder- gud seine Nachkommen werden hier hausen und et« Fluch auf ihr ruhen, der nur erst dann seine Kraft verliert, wenn Hohenburg eigene Herrscher au- einem edlen katttschen Fürstenftamm erhalte« wird. Daun aber wird e- unter dem milde« und väterlichen Scepter dieser Fürsten gedeihen und blühen, dem deutschen Baterlaude wird die- Hau- viel Helden und tapfere. Krieger schenken, einer von ihnen, Friedrich II., wird einem große« Herrscher Bo- russten- einen herrlichen Sieg erkämpfen und die eingefallenen Feinde aus dem Lande vertreiben, einen hohen Ruhm und Glanz wlld diese- Haus unter Friedrich Ludwig, Wilhelm Christian erhallen, der fich mit einer edlen Fürstentochter aus demselben Stamme vermählen wird, die ihm und dem deutschen Baterlande 6 Söhne und 5 Töchter schenken wird, alle Muster von Tapferkeit, Helden- muth und Frauentugevd. Einer unter ihnen, Leopold genannt, wird glorreich in einem schweren Befreiungskämpfe gegen ftemdes Joch sein schvueS Lebeu früh enden und ohnfern der Stätte fallen, wo ftüher ein großer König seinen Tod finde« wird. Der älteste Bruder aber de- gefallenen Edlen wird, nachdem er lange Zeit dem deutschen Baterlande al- würdiger Held seine Dienste, geweiht haben wird, eine Königstochter au- dem mächtigsten und blühendsten Reiche der Erde als würdige Gattin heimführen, und lange noch wird er da- Glück und da- Wohl seiner Uuterthanen befördern, und unter ihm wird sein Land zur höchsten Blüthe kommen. Du aber Benno wirst wohl thun, wenn du. deine Sünden bereuest und strenge Buße thuft, damit 'dir der Herr vergeben möge und du jenseits noch glücklich werden kannst/ Bei diesen Worte« verschwand die ehrwürdige Gestalt; Benno war tief bewegt und von Rene durchdrungen, beschloß die Burg nicht zu bewohnen, sondern bauete eine Einsiedelei tief im Wald, that Buße, betete und fastete und stand de» armen Hirten bis an sei« baldige- Ende mit Rath und That bei; und versorgte die Verwandte« de- Erschlagenen reichlich. Im Uebrigeu ging die Prophezeiung de- wunderbaren Allen in jeder Hinsicht in Erfüllung.
Vrr»»t»«r1Uch»r kitteten M. Älttmtir. 9trl«| in kttzsl»tz ßfntzter. Druck »»» ckttts-LchmUl Ntckfrüir «rvr. Mitsknt 4rttkfmrt
