m
tlSrr-m begrüßt, während auf den Wegen beiderseits des Maines eine w-geude Menschenmenge des glL«zenden^.Gchö«tpiett htzrrte und der MainstroW mit zahÜteicheu KÜHneu bedeckt war. „Die öfter, retchische Hymne erklang, eine mächtige Gtrandole leuchtender Raketen sauste -in die Ärft und ließ den Kaiser auf dem Balkon aus dem Nachtduukel her- vortretev. Im Nu ertönte auch wieder aus den dunhly Massen der Zuschauer ein enthusiastische- Hoih? riesenhafte Garben von Raketen, Schwärmern ,'Äuchtkugeln aller Farben flammten gleichzeitig * auf, begrenzt von zwei Feuer-, tonnet» üNd » von bengalischen Feuem au den fernen WaMhürmen durchleuchtet — ein unbeschreiblicher AnblickI* ' — so ging es fort, so hatte das Auge keine Sekunde Rast noch Ruhe, obgleich durch den Rachmittagsregeu die volle Prachtentfaltung mannigfach beeinträchtigt war. Der unermeßlichste Jubel aber begrüßte die Gestalt der Oermama unita, welche zum Schluß aus tausendfarbigen und tausend- gestaltigen Flammen emporstieg, in der Rechten das streitbare Schwert, in der Linken das fiegreich wallende Banner Deutschlands.*)
(Fortsetzung folgt).
Frankfurter Stsdtthkater.
*Rosenkranzund Güldenstern, Lustspiel in 4 Arte« von Michael Klapp. Fürst Albert von Liebenstein hält seinen Sohn, den Grasen Ernst, den er bisher in strenger Obhut gehalten, endlich für reif, um sich ein wenig in der Welt umzuschauen und sich, wie man sagt, etwa- die Hörner abzulaufen, ehe er das eigene HauS gründet, für welches der sorgsame Bater ihm bereit- die Gattin, Clariffe, die Tochter der Gräfin Kien- dorn aüSerwählt hat. Mein darf der Sohn aber nicht hinaus; eS wird ein geeigneter Mentor und Begleiter mr ihn' gesucht. und gefunden, der Baron Rosenkranz. Rach, den Instructionen, welche der Fürst dem Reisebegleiter ertheilt» muß dieser den Grafen Ernst vor ernsteren Verbindlichkeiten bewahren, flüchtige Liaisons werden zuge- standen, namentlich aber zwet Grundsätze aufgestellt: Gefährlich kann die Leidenschaft werden, entweder für eine junge Dame deS Adels oder für eine Dame deS Theater-. Eine der Letzteren ist übrigens schon einmal für die Familie deS Fürsten gefährlich geworden. Die Schwester des Fürsten hatte nämlich vor Jahren eine Mesalliance mit einem Schauspieler geschlossen. Als gefahrlos bezeichnet der Fürst aber einen etwaigen kleinen Roman mit einem Mädchen bürgerlicher Abkunft. Mit diesen Lehren geht es also frisch in die Welt hinaus und da der Fürst wünscht, daß der Sohn incognito reise, so wird leicht der Name Güldenstern gefunden. Die- der erste Act. Die nächsten spielen an dem Vierwaldstädter See; oder bester gesagt, de« ' wirklich lustspielartig aufaebauten ersten Act ist als Folge eine Kette von guten und schlechten Scenen, Bildern, Episoden, Poffenfiguren in drei abgesonderten Abtheilungen anaehLngt, die. ein ziemlich dünner Fadm verbindet. W-Hreydnrm Baron und Graf in der Ferne schweifen, bat die Gräfin Kienborn die Wegreise erfahren und nichts Eiligeres zu rhun, als mit ihrer Tochter Clariffe ebenfalls einen Ausflug zu machen, und zwar in die Schweiz, „wo man sich tmmer findet." Die gute Gräfin findet nun allerdings am Vierwalhftädter See z wsi Touristen, wovon der jüngere Ernst
„ *) BuddeuS.
HM und in de« -e sofort jenen Ernst erkennt, bet ihrer Tochter bestimmt ist, nämlich den Grafen Ernst von Liebenstein. Der andere, ältere ist selbstverständlich der Reisebegleiter. Zwei andere Reisende, die sich Rosenkranz und Güldenstern nennen, sieht sie für Schauspieler, für beurlaubte „Meininger" an. Güldenstern (d. h. Graf Lieben- stein) seinerseits findet seinen Roman, indem er zum Erste« mit Clariffe anbändelt, bei dem Erscheinen einer anderen Dame, welche er auf feiner Reise schon einmal getroffen, aber absprtngt und sich nun in diese. bis über die Ohren verliebt. Diese zweite Dame ist Niemand ander- als Bilma, die Enkelin de- Ober-SanitätSrathS von Düring und die Tochter der verstorbenen Schwester des Fürsten von Liebenstein, also das Kind jenes Schauspieler-, durch welchen eine Mesalliance in die hochadelige Familie gekommen. Rosenkranz verliebt sich inzwischen in Clariffe, welche gemäß ihrem Ausspruch: „auf der Hochschule deS Lebens find wir die ersten Lehrkräfte" gewiß künftighin an den sanften Zügeln de- Ehelebens auf Rosen wandeln läßt. Schließlich kommt der Fürst von Liebenstein angereist -um Schrecken des Barons Rosenkranz — doch nem, in zehn Minuten ist der Standesherr umgestlmmt, versöhnt und legt selbst Bilma's Hand in die seines Sohnes. Die Gräfin Kienborn muß zuaeben, daß ihr Scharfsinn sie getrügt hat, indem ihr Schützling sich als Ernst Sanstleben, Sohn de- Bierbrauers Eanftleben entpuppt. — Wenn wir sagen müffen, daß es dem Stücke an einer künstlerischen Fügung fehlt, so müffen wir auf der anderen Seite doch zugestehen, daß man lachen, recht oft lachen muß. ES birgt neben auS dem wirklichen Leben
ä enen Scenen und Gestalten ein Conglomerat von -en Situationen, wirksamen Effekten, Trivialitäten, Witzen, Kalauern, unmöglichen Figuren, daß wir auSrufen möchten: Bitte, etwas weniger von Allem. Man glaubt, der Autor habe erst daS Lustspiel als ein solches geschrieben und später gesunden, daß er aus seiner Sammlung von Witzen, Kalauern noch gar viele verwendbar habe. Also frisch drauf los, noch ein Paar Figuren, den Theodor Schmählich, den Düring und den Sanstleben; die mußten sich in die Distribution theilen und der poffenhafte Charakter des zweiten und vierten Actes war fertig. Bezüglich der Darstellung dürfen wir der Regie wie den Künstlern unser Compllment machen. Das Spiel griff flott ineinander, war lebendig und litt nicht an Uedertreibung.
f r. Schneider aab den Baron Rosenkranz mit Laune, umor und voller Liebenswürdigkeit; Hrn. Stäg emann fiel eine etwa- weniger dankbare Rolle zu, doch wußte auch er seinem Güldenstem eine muntere Natürlichkeit zu wahren. Hr. Z ademack spielte den Fürsten von Liebenstein mit behaglicher Sicherheit; leider rst sein Terrain nur im ersten Act, denn das Wiedererscheinen deS Alten im vierten Act gewährt dem Mimen wenig Feld, um das Interesse für sich zu fesseln. Herr Stritt (Theodor Schmählich) erfchim von einer sehr
S uten Seite und gab den Beweis, daß unter einer ver- ändigen Leitung auch ohne starken Auftrag Wirkungsvolle-geleistet verden kann. AehnlicheS dürfen wir von Hrn. Werkenthin (Sanstleben) sagen. DieHH. Hermann (Schleich), Hamm (Düring), H o f man n (Schallenberg), Müller (Engländer)und Srohecker (Oberkellner) wurden ihrer Aufgabe vollkommen gerecht. Die Damenrollm bilden die schwache Sette des Stücke-; sie wurden indessen zufriedenstellend wiedergegeben. Frln. Becker bewahrte ihre leichte Schalkhaftigkeit bi- zum Schlüsse und wußte so alle Schwerfälligkeitea der Rolle geschickt zu übermalen. Frln. Sraßmann spielte die. Vilma (Antrittsrolle) recht nett und mit innigem Tone. Auch Frau Collot gestaltete die Gräfin in sehr verständiger Weise. Das scenische Arrangement zeugte von gutem Geschmack, Beherrschung der Mittel und war durchweg stimmungsvoll.
»en»t»«rwcher «rtactnr ä. »itt,e«er. Verl,, m N»r^»tz P,uhler. Pwck m N«w-Ach»M «ichs,l,er «»tzr. itiiln) Mb
