Seils 6 Dir. 3

Dis deutsche Offrzrerfrau

1. Januar 1922

des HLUsdienftuerhültnifser Einfluß gewinnen werden, ob auch hier tn Anbetracht der großen Schwierigkeit, tarifliche Vereinbarungen der Lnterrffenten sestzulegen, zur Aufstellung von Lohnskalen durch staat­liche oder fomtmmale Behörden gegriffen werden muß. wird die Zu­kunft lehren.

Otis öer BunÖesarbelt

Aus der Tätigkeit der Frauengruppe de» Landesverbandes Rheweig.

2m Juli d. I. fand eine Besprechung der Leiterinnen bzw. Per- trtterinnen der Irauengruppen der Ortsgruppen rmjere» Landes- Verbandes statt, tn welcher eine Aussprache über das bisher Erreichte gehalten und Richtlinien für die Weiterarbeit gegeben wurden. Die 15 Ortsgruppen unseres Landesverbandes waren fast alle, zum Teil durch mehrere Teilnehmerinnen vertreten.

Mir war der Auftrag zuteil geworden, als Leiterin der Frauen- arupps des Landesverbandes, über meine Teilnahme an dem Lehrgang des D. O. B. für Kriegsbeschädigten. und kkriegshlnkerbliedenenfürforge fm Mcu tn Berlin uns mein« anschließende Teilnahme an der Tagung de» Bundes zu berichten. Diese Ausgabe hatte ich mir besonderer Freude übernommen. Uber den Lehrgang konnte ich berichten, daß weine Erwartungen, dorr viel für die praktische Fürsorge zu lernen, voll erfüllt wurden. Der Lehrgang bor soviel der Anregung und des Reuen, daß wohl alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen de» Dankes voll sind. Die Notwendigkeit der genauen Kenntnis aller neuen Gesetze und Bestimmungen in der Fürsorge und ebenfalls der stets neuen Wege her sozialen Fürsorge, über die uns Herr Oberrogierungsrar Wälz in feinen warmherzigen und fesselnden Vorträgen unterrichtet hat. wird wohl allgemein anerkannt.

Ich darf hier einfügen, daß es mir eine ganz besondere Genugtuung war. unseren Damen davon zu sprechen, wie großen Anteil Frau Hage, mann, die zkelbewußte Dorkämpserin für die Rechte unserer Hinter» hliebSnen, durch ihre Vorträge an dem Erfolg des Lehrganges hatte. Zu den vornehmsten Aufgaben jeder Frauengruppe gehört ja die Hinterbliedenenfürforge und damit verbunden die soziale Fürsorge, und nichts kann mehr erwünscht sein, als wenn die gemeinsame Tätigkeit durch persönliche Stellungnahme aller darin arbeitenden Stellen tedendig erhalten wt>ch. Wenn auch die Aufgaben in jeder Stadt ver- schieden liegen, so wurde doch einstimmig die Nvtweckügkeir anerkannt, unseren Bund im Beirat der städtischen Fürsorge vertreten zu sehen. Rur so ist es möglich, über die allgemeinen Ziele dieser Tätigkeit unter, richtet zu sein und sie aus dem eigenen Arbeitsgebiet zu verwirklichen. Den vorerwähnten Berichten folgte bei zwanglosem geselligen Bei- iammsnfein eine Aussprache, die einen Überblick über die letzte ÜMtlafeil In unserem Landesoerbande und den Ortsgruppen und weitere An- r»gnn§en gab.

In der Erholungsfürsorge war unser Landesverband durch eine hochherzige Stiftung in die Lage verseht, in diesem Sommer 200 kriegs. Hinterbliebene Kinder in einem Kinderheim irn Teutobura« Wald« vnterzubringen. Hieran batten alle Ortsgruppen nach ihrer Mitgliedcr- rhl teil. Die Kinder haben sich unter der liebevollen Aufsicht und lea« prächtig erholt.

Durch die gleiche Stiftung war es uns ermöglicht, 24 kriegshinter» Hitebene Jünglmye von 14 bi» 18 Jahren unter Führung eines jungen, leicht krieosbefchadigten Theologen auf vier Wochen in den Harz zu schicken. Der Leiter ist feiner Aufgabe vortrefflich gerecht geworden Er suchte bet den Wanderungen den Sinn für die Schönheiten unserer Heimat zu wecken und zu fördern und har bei Ausflüßen nach den Städten Hildesbsim und Braunschweig mit ihren alten Baudenkmälern vnd ihrer geschichtlich reichen Vergangenheit den Sinn der Jugend für unsere Geschichte geweckt und bereichert.

Auch aus der Einzeiarbeit der Ortsgruppen konnte viel Erfreuliches berichtet werden, Awä Ortsgruppen waren durch Zusammenarbeit mit ihrer städtischen Fürsorge in der Lage, eine Reihe von Zindern an die Nordsee zu schicken. Ander« Ortsgruppen hatten knegshinterbliebsnen Damen größere Beträge für die ihnen notwendige Erholung in einem Badeort verschaffen können. Die Notwendigkeit, den Müttern ihre Kräfte zu erholten, um den Kampf mit dem Dasein durchführen und Ihre Kinder zu tüchtigen Menschen erziehen zu können, betrachten wir ai» eme unserer vornehmsten Aufgaben und hoffen, tn diesem S-rme noch manche» Gute wirken zu können

Die Ausführungen der Leiterin einer Orts.Frauengruppe gaben «in hocherfreuliches BM> über da» Anwachsen dieser Frauengruppe au» Äeinsten Anfängen innerhalb einer unserer große« Industriestädte. Die Leit«ln hatte io eifriger Zusammenarbeit mit der städtischen Fürsorge, die fe&r Große» leistet, viel erreicht. Fast alle größeren kriegshinter» bliebenen Sind« waren tn diesem Sommer etwa sechs Wochen an der Ostsee.

I« einer anderen Ortsgruppe konnten während dreier Monat«, dank einer gütigen Stiftung, täglich 86 Liter beste Vollmilch an Hinter, hliedene verteilt werds«. Auch auf diesem Geriete, das so wesentlich ist. um die Unterernährung der Sriegssahr« zu bekämpfen, wird sich vteUeirA noch manch« Weg zum Ausbau der Tätigkeit unser« Frauen, gruppe bieten.

Eine Ortsgruppe hatte sich dem Deutschs« Frauenbund angefchiosjen, «m Ihre Tätigkeit weit« auszrchehnen, Dieser Bund ist ja in seinen Mieten tm wesentlichen dem D.O. B. gleich gerichtet: Hochhaltung des nationalen Gedankens und Mittelstondsfürsorge. Den Damen der Ort».- gruppen ist er fteigestrltt, die sehr guten Vorträge des Frauenbundes

zu besuchen, und von den Veranstaltungen des Frauenbundes, für die Eintritt erhoben wird, fallen 50 o. H. des Reingewinns dem 'Inter» ftützungsfonds der Ortsgruppe zu. Aus den Ausführungen war zu er­sehen, wie wertvoll und gesellig anregend für viele Damen diese Der- bindung geworden ist: der Anschluß an den Frauenbund kann auch anderen Ortsgruppen warm an» Herz gelegt werden.

Eine Ortsgruppe berichtete über ein Kinder waldfest, in welchem bei fröhlichem Spiel im Freien den Kleinen und ihren Begleitern Kaffee. Milch und viel Kuchen seiten» gütiger Spender gestiftet wurde.

Aus einer anderen Ortsgruppe hörten wir von ihrem selbständigen Unterstützungsfonds. Sie war in der Lage, daraus beträchtliche Bei­hilfen an kriegshimerbliebene Mütter zu Sommerreisen und Badekuren auszuterlen Buch konnten in mehreren Fallen Darlehen bzw. Unter» stützungen an Mitglieder de» D. O. B die sich infolge Berufswechsel» in einer Notlage befanden, gegeben werden

Aus den nmnnigfochen Anregungen, die die Leiterinnen unser« Ortsgruppen gaben, feien nur diese herausaegrifsen. Wir waren un» darüber einig, wie wichliq diese Zusammenkünfte der Leiterinnen der Frauengruppen unsere» Landesverbandes sind. Es wurde befchlosien, derartige Zusammenkünfte öiter zu galten; eine jede der Teil­nehmerinnen nahm wohl die uberzeugnno mit. daß in dieser Fürsorge» tätigkeir die richtigen Wege beschrttten sind, ober noch viel ausgebaut werden kann. Eine selbstlose und aufopfernde Arbeit gehört dazu: die hohe Aufgabe, die Not unser« Kriegshinterbliebenen zu lindern zunr Wähle unseres geliebten Vaterlandes, macht sie zur selb stverständlichen Pflicht. ______ E. Schoening.

Frauenarbeit In Btaöf und Land

Die Zentrale der denischeo Hausfrau«, veranstaltet mit den ihr ongeschlossenen Verbänden vom 14. bis 18. Februar in Berlin eins Landfrauen-Wc. che Am 14. finden die Tagungen des .,R?kcl>s- verbandes der deutschen Gutsbeamtinnen* und desDeutschen Verein» für ländliche Wohlfahrts- und Heimatpflege" statt. Der 15. bringt die Mitgliederversammlungen desVerbandes märkischer landwirtschaftlicher Hausfrauenvereine-, desDeutschen Lnndpfleqeverbandes" und de» Reifensteincrverbandes für wirtschaftliche Frauenschulen auf dem Lande". Am 16 o«anstaitet derEvangelische Verband für die werbliche Jugend Deutschlands" und dieEvangelische Frauen hilf c" Borträge mit Aussprache. Die .Zentrale der deutschen Landfrauen* schließt mit ihrer Tagung am 17. und ein« geschlossenen Mitgliederversammlung am 18. die Reih« d« Veranstaltungen ab-

Kleine Mitteilungen

«»schrtst Mr Äerur-ZscagsL Fünorw «sei Ca DtEmiachrsetS. Let-rgSage Heiiaartvtt - Hrmreiraruvoe f>e# O. 4L werkln ©. 'gafAMstsr Stree* 2Sd.

Einkommevstrner für Hausangestellte. Unter Bezugnahme aick den Artikel in Rr. 33 der Deutschen OfsizierftauWas muß die Hausfrau von den neuen Steirern willen" sei darauf hin­gewiesen. daß neuerdings die Steuerregelung für da» Steuerjahr 1922 wesentliche Veränderung in günstigem Sinne erfahren hak. Bei der oftmaligen Veränderung des Gesetzes herrscht fast bei allen Behörde« noch völlige Unklarheit, besonders über die vom Finanzamt festgesetzte Höhe der Sachbezüge. Dieser Umstand braucht jedoch nicht zur Be­unruhigung zu führen, da de! d« Steuerveranlagung ein Ausgleich her­beigeführt wird. Die Werbungskosten, die für die Monate November und Dezember 19^1 von 35 auf 15 M«rk herobrestch? rnorm. werden für 1922 mit 48 Mark in Rechnung gesetzt, so daß die Hausangestellte nunmehr, wenn nicht ganz außerordentlich hoher Lohn gezahlt wird, steuerfrei ist.

Nebenbeschäftigung finden gewandte jüngere Damen, dir al» Werberianen für ein«, Vuchoerlag in Berlin oder in anderen größere« Städten tliig sein wollen.

Freien Landmifevthall findet OffiziermVitwe mit 4jährigsm Junge« bei der Witwe eine» Gutsbesitzers mir gleichaltrigem Sohn. Als Gegenleistung wird Hilfe im Haushalt beansprucht. Personal vorhanden.

Offizier stocht er, 1720sShritz, die sehr kinderlieb ist. findet äußerst günstige angenehme Stellung im Haushalt eine» Deutsch-Amerikanev« m Beriin-Grunewald. Erfahrung und Vorbildung nicht «ford«lich. E» handelt sich um die Pflege vnd BeovffickstjMmg eine» emeinhatb- jährlgen Mädchens

Kostenlos« Aufenthalt ln einer Familie für ISsährig« Offizlerr- tochter vom Laude gesucht, dir I» größerer Stadt da» Lyzeum besuchen soll.

Dame«, die Pfauenmust« stricken können, bitten wir. sich 6«i der Heimarbeitsabteilvng der Bundes! ettung zu melden. Die Arbeit, die guten Verdienst verspricht, kann nicht nach anherhalb vergebe« werden, kommt also nur für Graß-Berliner DcMSii in Frage.

Dame, die hcwLwIrychnftUch vollkommen erfahre« ist und bereit ist. k!ne selbständige Hnurdamenstelle in einem größeren Lan.dhauishatt ia Mitteldeutschland anzunehmen, findet freien Landaufenthalt der Möglichkeit, eigens Möbel mitZubrttrgrn.

Crierc.ung de» Landharrshasts bietet sich für iungtz MädSter; in Pommern und Miiteid-rutschland unter fackckundiücr Leitung drr Hausfrau. ' ^