Nr. 6
Veilaqe zum „Deutschen OffizierbLart".
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Verantwortlich für die Schrittleitung: Frau Toni Sarins. Bertm. — Alle Anfragen und Beiträge für „Sie oeutsche
Offizierfrau- sind zu richten an Frau Toni Sa ring. Berlin W.9. Potsdamer S'ratze 22b. Fernruf: Novendorf 4370
jche. wollt ihr wieder Las Vertrauen der Welt gewinnen? | i tretet der Luge entgegen, daß Deutschland allein schuld Z am Kriege sei. l
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Jugend von heure
Don HannaZunk.
Die! wird über unsere I «gend aekl^gt. m der Siadt und aut dem Lande! Und doch gibt es auch heute Junten und Mädchen, genau so solid und io brav, wie damals, vor 1914! In der Großstadt seltener, aber in der Provinz und teilweise auf den Dörfern, da, wo der Bauer der kleine Herr auf eigenem Boden ist und die Kinder heranwachsen in dem Ge» danken, auch einmal später die heimische Scholle zu bemirrschaften. Je größer die Stadt, je mehr die Verführung. Da braucht man nur auf» Merksam täglich die Zeitungsberichte zu lesen, um zu sehen, wieviel Gejetzesverfehlungen auf die Halbwüchsigen kommen. Wie geht das zu? Meist rührt bis Verwahrlosung von der Freiheit, der mißverstandenen Freiheit her. Börne sagt in seinen Aphorismen einmal: Der Unter» schied zwischen Freiheit und Freihei.en ist so groß, wie zw.chen Gott und Göttern.
Und diese Jugend strebt nicht nach Freiheit, sondern nach Freiheiten. Der französische Revolutionsruf müßte nicht heißen: Freiheit» Gleichheit, Brüderlichkeit!, sondern: Freiheiten usw., denn die wahre „Welt der Freiheit trägt der Mensch in feinem Innern! Und Tugend ist der Freiheit Götterkind".
Das versteht die fordernde Jugend von heute nicht: sie will ein Ausleben. ein Genießen, ein Vorwegnehn-en alles dessen, was sonst ein Mensch durch mühevolle Arbeit zu seinem Besitz macht.
Und da zeigt sich ein scharfes übetwollen der arbeitenden Klasse gegen die besitzende, eine Geringschätzung des geistigen Schaffens von den Handarbeitern. Rur was der Besitzende hat, sieht der Neidische, nicht den langen Weg, den er zurücklegte, um zu feinem Errungenen zu gelangen, nicht den Schweiß, den die Götter vor den Erfolg fetzten! Die Köchin verargt wohl der Frau des Hauses die schönen Kleider, die Annehmlichkeiten, Gchellschaften usw., ohne daran zu denken, daß auch hier, bei den verwöhnten Menschen, Frau Sorge sich zu Gaste iäd und hsier manches Leid ein und aus geht, von dem sie nichts ahnt!
Oder der Arbeiter, der feinem Fabrikherrn das Dorwärtskommen mißgönnt und dabei außer acht läßt, wie viel schlaflose Rackste, wie viel Geldaufwendunaen erst notwendig waren, um den heutigen Stand der Dinge zu erreichen!
Wer etwas können will, muß erst lernen! Daß darf die Jugend nicht vergessen, das ist Sache der Mutter, der Erziehenden, es dem Kinde von frühester Jugend an einzupräqen! Darum muß der, welcher frei fein will, vor allem das Gehorchen lernenl
Nur aus der Selbstzucht erwächst dis wahre Freiheit! ..Weil ich will, was ich muß, darum bin ich frei." Das versteht aber ein Menschenkind nur, wenn es ihm vorgelebt wird. In dem Beispiel finden die Eltern das beste Hilfsmittel der Erziehung. Tenn Kinder find scharfe Kritiker, sie sehen schnell, ob Wort und Tat in Einklang stehen. Selten werden aus einem Haufe, in dem streune Pflichterfüllung die Mutter der Freiheit ist, zuchtlose Kinder in die Welt gehen, und, wo es dennoch oorkommt, da sprechen wohl andere, atavistische Belastungen mit.
Die Umgebung des Kindes, feine Spielgefährten, macken viel aus, aber ein richtig gelenktes Kind wehrt von vornherein die Elemente, die gegen feine Empfindung gehen, ab, bleibt lieber für sich, eh« cs zu Minderwertigen die Schritte lenkt. Hat die Mutter ein weichmütiges» leicht zu beeinflusiendes Mädchen oder solchen Jungen, dann heißt es für sie, doppelt vorsichtig zu sein und die Elemente, die da nicht reinen Ursprungs sind, von dem Kinde fernzuhalten! Da gilt nicht ihr: »Zch habe keine Zeit, mich soviel mit dem Kleinen abzugeben", sondern da muß sie mit fester Hand beiseite schieben, was ihr die Stunde nimmt, die diesem Kinde nun einmal gehören mutz! Denn gerade die Schwachen sind es, welchen die Vorführung die meisten Stricke legt, sie fallen am schnellsten in solche Schlingen!
.„Zieh' Jugend, straff den Zaum, sieh' um dich und Hab' acht," mft schon Walther van der Vogelweide den Heranwachsenden zu.
Die Freiheit, die nur die Ungebundenheil des Handelns, die Begierde ungebundenen Willens bedeutet, dies« Freiheit, die vor nichts haltmacht, verdient den edlen Namen gar nicht.
Sie schafft Sklaven der eigenen Lust, schlagt sie in schlimmere Fesseln, als je eine Obrigkeit es tu». kann. Unglückliche Menschen, ein verfehlte» Leben — das ist das Ende solcher armen, irregeleiteten Jugend!
Sie sehen dann zu svat ein, welchen Wert die Jugend, die sie zerbrochen haben, für sie gehabt hat.
Bericht über die Tagung einer Abordnung der Hinterbliebenen der Ossiziere des Beur.aublen.tandes zur Behebung der Notlage nichtzivi;pensiobsberechtigter Kriegshinterbliebener
Auf Einladung der Bundesleitung tagte am 20. Januar in der Dundesgeschäflsstelle eine Aborünung der im D. O. B. organisierten mchlzivilpensionsberechtigten Hinterbliebenen der Offiziere de» Be» uilaublenstanoes
Aus verschiedenen Landesverbänden waren wir herbeigerufen, um an Besprechungen zur Verbesserung des Reichsverforgungsgefotzes teil» zuneymen und um selbst als Anwalt in unserer Bersorgungsangetegenhcil aufzutreten Die Auswahl war erfolgt auf Grund der auf einen Aufruf der Hinterbliebenenabteilung im „D. O. Bl." eingegangenen Briefe, die das meiste Interesse an diesen Fragen erkennen ließen.
Wir danken der Bundesteitvng. daß sie die « roßen Kotten nicht gefcheut hat. um den Vertreter nnen dieser Gruppe K.H Gelegenheit argeve i, i reAn- sichten zu Verbesserungen des R. V. G. selbst zu äußern und ihre Ansprüche bei den maßgebenden Persönlichkeiten der Regierung selbst zu vertreten. Besonderer Dank gebührt Frau Hagemann, der Vertreterin der K. H. des D. O. B. im Reichsausschutz der K.-B.» und K.-H.-Fürsorge für ihre rastlose Arbeit in unserem Interesse bei den verschiedenen Behörden.
Die Sitzung wurde um 9)4 Uhr mit einer herzlichen Ansprache Ihrer Exzellenz Frau Meyer-Waldeck, der Vorsitzenden aller Frauengruppen des D. O. B„ eröffnet. Danach erhielt Frau Hagemann das Wort, um über das zur Diskussion stehende Thema: „Verbesserungsvorschläge zum Reichsversorgungsgesetz unter besonderer Berücksichtigung der nickstzivil» pensionsberechtigten K. H. der Offiziere des Beurlaubtenstandes" zu referieren. Das Reichsarbeitsministerium hatte auf Grund der letzten stürmischen Sitzungen im Reichsaus chuß die K.-B.- und K.-H.-Berdänd« aufgcfordsrt. ihre Ansichten und Wünsche zur Verbesserung des R. D. G. in schriftlicher Form bis zum 22. einzureichen. Daraufhin hatte unsere Vertreterin der K. H. und ebenso der Vertreter der K. V ouf Einladung mir den anderen Spitzenorganisationen Fühlung genommen und beraten, was augenblicklich zu «ordern lei Eben o mar n alle Lanoesverbanöe «> >f- gefordert worden, die ihnen am Herzen liegenden Verbesierungsvorschläge bis zum 19. einzureichen. Frau Hagcmann nahm alle für uns in Betracht kommenden Paragraphen durch und beleuchtete an der Hand des umfangreichen gesammelten Materials die verschiedenen Ansichten und. Möglichkeiten sowie die Auswirkungen der von uns gemachten Vorschläge.
Bei der nach jedem Paragraphen einsetzenden Aussprache zeigte sich erfreulicherweise, daß alle Vertreterinnen in ihren Forderungen zur Reform untereinander sowohl als auch mit der Bundesleitung im wesentlichen überein ckmmten
Besonders lag uns allen die Aufdesierung der Derjorgungsgsbührnisie der nichtzivilpensionsberechtigten Kriegshinterbliebenen am Herzen, denen also nur die gänzlich ungenügenden Versorgungssätze nach R. D. G. zustehen und die damit weniger erhal en, als die Erwerbslosensürsorge in einer Großstadt an Unterstützungsgeldern den erwerbslosen selbständigen Frauen und ihren Kindern gibt. Wie schwer es ist, eine Formulierung und Lösung dieser Frage, die allen gerecht wird zu finden, eine Lösung, die vor allem vom jetzi en Reichstag angenommen würoe, sahen wir erst bei Behandlung dieses Punktes. Jeder von uns hatte wohl eine Lösung, die für ihn selbst paßte, nicht aber allen gerecht wurden denn es gibt nichzivilper'sionsbcrechtigte Widmen von Beamten, solche von Männern der freien Berufe und solche von studierten Männern, die sielen, ehe sie den Ofsizierrang erreichen konnten. Außerdem sollte auch denen geholfen werden, die nicht die doppelte oder einfache Ausgleichs- Zulage beziehen. Durch die Aussprache wurde schließlich ein annehmbarer Weg gesunden und im Reichstag und im Reichsarbeitsminifterium von den Vertreterinnen zum Vortrag gebracht. — Damit wäre ich in meiner Berichterstattung zum zweiten Teil gekommen, zur Schilderung unserer Erlebnisie bei den Herren Volksvertretern im Reichstag und bei den Herren Ministerialräten im R. A. M.
Nach Beendigung der Beratung in der Bundesgeschäftsstelle begaben wir uns unter Führung von Frau Hagemann in den Reichstag, um mit den im 19. Ausschuß sitzenden Vertretern der verschiedenen Frok^ioner die furchtbare Lage aller nur noch dem R. D. G. versorgten, niästzivil- pensionsberechligten Witwen klarzulegen und sie dafür zu interessieren, daß hier unbedingt etwas geschehen müsse, sollten nicht diese Hinterbliebenen zugrunde gehen, was bei den derzeitigen Ren Ansätzen selbst einer invaliden, erwerbsunfähigen Witwe, gemessen an der Teuerung, nicht übertrieben ausgedrückt fei.
Wir sprachen zuerst mit den Vertretern der Volkspartei. Herrn Admiral a. D. Brüninghaus, Or. Hugo, Frau Mende, daraus wurden wir von dem Vertreter der Deutschdemokratischen Partei, Herrn Ober»
