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Mr. 8 Beilage zumDeutschen Ossizicrblatt". 1622 )

Verantwortlich für die Schristleitung: Frau Toni Saring, Berlin. Alle Anfragen und Beiträge fürDie deutsche Offizierfrau" sind zu richten an Frau Toni Saring, Berlin W. A, Potsdainer Sirahe 22b. Fernruf: Nollendorf 4370. I

Nur das Guts laiu» bleiben, nur dem guten Gärtner gedeiht sein Garten.

Wort der Königin Luise auSDie Rose von Titstt".

Die Frauengruppe der Bundesleitung legte im Namen aller weiblichen Mitglieder des Bundes am Denkmal der Königin Luise zu ihrem Geburtstage einen Kranz nieder.

Deutsche Hausfleiß-AusstellungSpinnrocken und Webstuhl"

Von Luise M a r e l l e.

Die kleine Ausstellung:Spinnrocken und Webstuhl im deutschen Hause", die am 18. Februar in der Dolkstunstabteiluna des Deutschen Lyzeumklubs im Hause A. Wertheim eröffnet wurde, sollte umfassend veranschaulichen, was zurzeit in deutschen Landen von Frauen im Spinnen und Weben geleistet wird.

Es waren drei Gesichtspunkte, die die Beranstalterimren der Aus­stellung Mitglieder der deutschen Gruppe der Volkskunstabteilung hauptsächlich leiteten: vokkserzie hexische. Volkswirtschaft- l ich e un d vaterländische Gründe. Neben dem Gefälligen und Künstlerischen des neu erwachten und hoch zu pflegenden Hausflsißes »vurde in der Ausstellung die Notwendigkeit methodischer Schulung für diese Handfertigkeiten betont. Da in den meisten Familienhäusern, auch aus dem Lande, die belehrende Überlieferung von Mutter auf Tochter infolge der Bevorzugimg mechanischer Gespinste und Gewebe fehlt, mußte die unentbehrliche Schulung an anderer Stelle einsetzen, den»« auchSpinnen un Weben" mußg elernt e", muß Qualitätsarbeit" sein, schon un» jegliche Verschwendung des so knappen und teuren Rohmaterials zu vermeiden. So bildeten den Ausgangs­und Kernpunkt der kleinen Ausstellung die Auslagen der W e be­schulen und W e b e l e h r g ä n g e der ländlichen Hausfrauerwereine und der städtischen Webeschulen.Webeschule Muscheriner Handweberei-Verein" (Gründerin und Leiterin Frau von Schöning) u»»d derW ebelehrgänge" des Pommerschcn Verbandes der Lnndlvirtschafitichen Hausfrauenvereine, Kreis Naugard l P. (Begründerin und Leiterin Frau von Flügge auf Speck). Es gliederten sich an die Erzeugnisse der A l t a n g! e r Kunstweberei Faude- rvik bei Flensburg (Leiterin Frl. Harder), der Verein für Mönchs- guter Hausweberei Göhren auf Rügen, die Handwebersi-Werk- statt von G. v. W e e ch, Räckarn, Hof Schaftlach in Oberbayern, das Oskar-Helene-He im (Krüppelheim) Zehlendorf, die Äebe­schule Bauer, Westend, die W e b e st u b e Kurt Hentschel in Schmargendorf, u. a.

Ganz besonders dankenswert »var, daß dieH ö h e r e F a ch s ch u I e s ü r Textil, und Bekleidungsindustrie" in Berlin (Direktor Professor F l e m m i n g) neben fertigen Arbeiten drei Web­stühle ausstellen ließ, die in Betrieb gezeigt wurden beim Handweben von Nutz stoffen, Zier- und Gobelingeweben. Neben einer 12-Meter-Rolle eines schönen, fertigenFleckerlteppich- Läufers", nach bayrischer Art gewebt, erregte lebhaftes Interesse die angefangene Fleckerlweberei von Frau Gcheinirat Arnhold, Berlin, auf dem Webestuhl von Hedwig Hambke, das Material: builte, schmale Streifen zusammengenähter. gleichmäßig geschnittener Flickenstrerfcn, war angebunden. Adele Blumenbad), Hannover-Stöcken. Kloster Marienwerder, beschickte die Ausstellung mit einer Puppe und mit überaus reizvollen kleinen Modellkleidchen fürländliche Trachten" aus handgewebten Stoffen.

Die farbenfrohen, das Auge immer wieder fesselnden, vornehm wirkenden Stoffe aus der Werkstatt von Weech, die von künstlerisch geschultem Geschmack zeugen, sind in erster Linie bestimmt für Röcke der setzt auch bei Städterinnen im Gebirge so beliebtenDirndl-Kleider", die zun» Äwentar des eigenen Sommerhäuschens gehören oder ohne Uberfrachterzeugung im Handkoffer Platz finden. Das mit Recht so unbeliebteAufplülten" des Sommergewandes sparen sie. wenn sie. wie hier gezeigt, ausBeiderwand" (Wolle- und Leinen- oder Wolle- und Baumwollfäden oder auch aus reiner Wolle) hergestellt sind. Vor­bildlich in ihrer vornehmen Schlichtheit wirkten die beiden Schnerder- kleider. die Frau von Flügge. Speck, neben den Erzeugnissen der von ihr evlgerichtetenLehrgänge" ausstellte. Ein Jackenkleid wurde aus grauem Leinen (felvstverfponnener Flachs), das andere a»»s gelbbrauner Wolle von Schafen eigener Zucht gearbeitet.

Einzelpersonen hatten freundlich ihre Wäscheschränke und -truhen geöffnet rrnd förderten handgesponnene und handgewebte Schätze m

Leinen und Damast zutage, Tischtücher. Servietten mit eingewebten» Monogramm und Jahreszahlen mit Papageien. Iagdgetiermustern. mit Darstellungen aus dein Lebe»» Jesu, mit Zeichen, die auf die Benutzung in drei Generationen hinwiesen, mit künstlerischer Durchbrucharbeit.

Einen weiteren künstlerischen Einschlag gaben der Ausstellung di» Leihgaben aus dem Schloß-Museum: alte Beiderwandvorhänge mit schöne,» Mustern, handgewebte Vorbilder deutscher Webekunst aus frühere,» Jahrhunderten.

Das Hamburger Mufeum für Kunst und Gewerbe hatte eben- falls von seinen Schätzen aus den Vierländer Webereien geschickt, kostbarste Stickereien und Filetarbeiten aus handgesponnenem Material: alles Vorbilder für den neu erwachenden Hausfleiß, den deutsche Frauen in Stadt und Land zu fördern als Ausgabe erkennen.

Vom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus »nutz auf die ungleich größere Haltbarkeit aller handgewebten Stoffe hingewiesen werden, die so die teuren Ansertigungs-, später Reinigungskosten lohnen. Zu Arbeitskleidern kann nicht genugBeiderwand" oderW a r p" emp­fohlen werden. Der Unterrock, die Schürze und eine Probe von Kleider­stoff, den eine Hausangestellte für hie Ausstellung übergab, als in einen» Dorfe in der Mark von der Mutter auf eigenem Webstuhle ge­webt »nit handgesponnene»»» Garn, erregte allgemeine Bewunderung.

Es darf nicht verhehlt werden, daß die handgewebten Stoffe noch sehr teuer sind, aber ersahrungsmähig halten sie auch jahrelanq und sind der Mode, wenn man sie alsTrachtenkleid" oder als schlichtes Jackenkleid verarbeitet, nicht unterworfen. Die deutsche Landwirt­schaft will es unternehrner», im vaterländischen Interesse das deutsche Volk aus deutschem Boden zu ernähren; über dem vermehrten Körner­fruchtbau darf der Flachsbau (gute Vorfrucht) nicht vernachlässigt werden, der deutscher» Frauer» die Anfertigung schöner, heimischer Ge­spinste ern»öglicht und uns »nit dem Rohstofferwerb »»»»abhängig von» Auslande »nacht.

Es wird noch lange dauern, bis die Handweberei bei uns eine gleiche Rolle im Erwerbsleben spielen kann, wie in» befreundeten Schweden, wo in jeden» Gau, in jedem Bezirk, von der Regierung gefördert, in großer» Mengen gewebt werden: Kleiderstoffe aller Art, Vorhänge, Friesdecken, große und kleine Umschlagetücher, Teppiche, Quasten, Gürtel urrd Nutzgurten. Pferdedecken, Wäschestoffe, Wand­behänge (auch für uns beachtenswert zun» Schutz und Schmuck von rohen Lehm- und Holzwänden in Siedlungshäusern). Niemals norden wir vielleicht erlichen, was der Rumäne »nit Stolz sagt in bezug auf Handgespinste und -gewebe:Die Frau klerdet das Haus"; ober auch a»n Spinnrocken und Webstuh! kann deutsche Aufbauarbeit geleistet werden; auch hier und heute gilt Wilhelm Randes Vers, den er um 181? als Ruf an fein Volk hrnausgehen lieh:

An's Werk, an's Werk mH Herz und Hand,

Zu bauen das Haus, dos Vaterland!

An's Werk, an's Werk m»d laßt Euch nicht Ruh, Gegraben, gehämmert zu und zu!

Mit Händen hart, mit Händen weich Behauen die Steil»« zum Bau für das Reich!

Arrs Werk, an's Werk, sei's Tag. fei'r Nacht,

- Keine Rast, bis das Haus zustand gebracht.

An's. Werk, an's Werk!"

Krästeaustaufch

Den Winter mit seinen Nöten und Sorgen habe»» »»irr nun gotttod Überständer»; ober die Not unseres Volkes bringt es mit sich, daß auch der Weg den wir nun gehen, nicht klar und frei und eben vor uns liegt, daß wir der gütigen Hand danken müssen, die vielleicht noch größere Lasten vorerst gnÄüg verhüllt. Nur soviel wissen wir: auch im Sornmer werden wir uns kein« Reife, keine rechte Erholung gönnen dürfe»», weder uns noch unseren Kindern, die ihrer nach allen Ent­behrungen und Schäd»gu»»gen zum Auswachsen und Krästesammeln am meiste»»' oedürsen. Und doch tragen unsere Iungens und Mädels mit ihren dünnen, aufgeschosierren Gliedern auf ihren ungefestigten Rücken unsere deutsche Zukunft, sa. auf sie wird das Hauptgewicht der Lasten drücken, die uns ei»» uninenfchlicher Gegner auserlegt und immer höher, immer, erdrückender aus uns häuft. Die Landfamilien unserer Kreise haben »hr Bestes getan und werden es auch in diesem Jahre »vieder tun, um wenigstens einen Teil der so dringend erholungsbedürftigen Jugend als Ferienkinder für einige Wochen bei sich aufzunehmen: aber nur e»n geringer Bruchteil vermag von dieser »vahre»» Kameradschaft Nutzen zu ziehen, und viele Mütter wollen eine so einseitige Gesälligke»t nicht annehrnen. Da eröffnet sich, um beiden Parteien Nutze»» »»nd