29. Mal 1885,

Avenddlalt Lrr frankfurter Geltung.

s. Arm. Mr. iw.

ton durch eine Deputation zu bitten,

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Ägypten zu begeben.

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Anirrtka.

* Newyork,

27. Mai. Aus Arizona werden neue

Uermischtea.

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m, den Sul- Verdröngung

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Sämmtliche Arnautenführer hatten eine Zusammenkunft in Stanovci bei Pristina, wo sie den Bes"

nöthigen Mittel dazu zu erhalten, um an stelle dieser zwei­monatlichen eine einmonatliche Verbindung zwischen Neu-Seeland

v n Mannheim, 28. Mai. Morgen kommt vor der hiesi­gen Strafkammer ein Monstre-Bierprozeß zur Verhand­lung. Angeklagt sind 18 Bierbrauer von Heidelberg und Um­gegend und ein Kaufmann von Heidelberg toegen Verfälschung von Eenußmitteln, resp. Beihülfe hierzu. In den meisten Fällen handelt es sich um „Klärung" des Bieres mittels eines besonderen Farbstoffes, doch sind in der Anklage auch einige Fälle schwererer Natur enthalten. Der Ausgang des Prozesses kann nach der be­kannten Reichsgerichtscntscheidung, wonach das Bier nur aus Malz und Hopfen bestehen darf, nicht zweifelhaft sein.

J. Brüssel, 28. Mai. Ein schrecklicher Mord ist heute hier begangen worden. Ein 62 Jahre alter Deutscher Namens Karl T r i m b o r n, gebürtig aus Burg, der eine Cigaretten­fabrik hat, verfolgte schon seit langer Zeit ein belgisches junges Mädchen, das in seiner Fabrik arbeitete, mit unmoralischen An­trägen. Er wurde dem Mädchen so lästig, daß diese zuletzt die Fabrik verließ. Trimborn versuchte, die Eltern des Mädchens zu bewegen, sie in die Fabrik zurückzuschicken. Doch weigerte das Mädchen sich bestimmt, dahin zurückzukehren. Gestern Abend drang Trimborn in die Wohnung der armen Leute, und stürzte in das Zimmer, in dem das Mädchen war. Er war mit einem starken Messer bewaffnet und die Ermordung des Mädchens war das Werk eines Augenblickes. Der Mörder lief dann auf die Straße und verschlang ein starkes Gift, das er bei sich trug. Er siel todt auf der Stelle nieder.

der Okkupationstruppen aus Bosnien und der Herzegowina schleunigst veranlaßt werde. Als Mitglieder dieser Deputation wurden Süleyman Alisza aus Djakovar und Aliaga Aschip- schay, der berüchtigte Malifforenführer, gewählt. Gleichzeitig wurde auch beschloffen, einem etwaigen Vordringen Oesterreich- Ungarns nach Salonichi bewaffneten Widerstand zu leisten.

Großbritannien.

- * London, 28. Mai. Mit Bezug auf den Aufenthalt Lord Rosebery's in Berlin schreibt die „Daily News": „Es mag mit Sicherheit angenommen werden, daß der Bei­stand des deutschen Reichskanzlers nicht durch irgend welche Konzessionen erkauft worden ist, welche das Parlament Groß­britanniens oder die öffentliche Meinung auf diesen Inseln zu billigen zögern würde." Der Berliner Korrespondent der „Times" versichert, daß der Besuch ein rein privater war und von einem Handel zwischen Lord Rosebery und den: Fürsten Bismarck nicht die Rede sein könne. — Aus der Ankündigung des Unterstaatssekretärs für auswärtige Angelegenheiten, Lord Edmond Fitzmaurice, nicht mehr als Kandidat bei den Wahlen zum Unterhause — er vertrat den Nordwestbezirk von Wiltshire — auftrcten zu wollen, schließt man, daß der Untcrstaatssekretär des Aeußern bald sein Amt niederlegen wird. Lord E. Fitzmaurice ist übrigens schon seit einiger Zeit leidend und die Aerzte haben ihm eine längere Ruhe angerathen. — Während die „Köln. Z." aus angeblich „zuverlässigster" Quelle erfahren haben will, daß der Abschluß der Verhandlungen über die afghanische Grenz frage schon für die allernächsten Tage bevorstehe und jedenfalls noch vor Ankunft Lumsden's in London zu erwarten sei, behaupten die englischen Blätter, daß Rußland noch immer Schwierigkeiten erhebe. Aus Tirpul wird der „Times" unterm 23. d. gemeldet, daß die eng­lische Grenzmission jetzt etwa 37 Km. von Herat ein Lager bezogen habe; die Witterung bleibe schön und an­genehm und die Neutralisirung von Pendschdeh habe die Ruhe allenthalben wieder hergestellt. — Der große Strike unter den Kohlengrubenarbeitern in Süd-Portshire hat nach siebenwöchentlicher Dauer ein plötzliches Ende zu Gunsten der Grubenbesitzer genommen. Allenthalben wird die Arbeit zu den um 10 pCt. herabgesetzten Löhne» wieder ausgenommen. — Aus Dongola meldet man dein „Daily Chronicle", daß Lumbale Walad Hamid, ein Nachkomme der Könige von Argo, zum Gouverneur des Gebietes zwischen Sukkot und Handak ernannt sei. Derselbe werde thatsächlich ein unab­hängiger Fürst und müsse versuchen, sich ohne Hülfe von eng­lischer oder egyptischer Seite gegen etwaige Angriffe des Mahdi zu vertheidigen. Die Einwohner scheinen jedoch kein großes Vertrauen zu dem neuen Herrscher zu habm, denn es haben bereits 2300 Flüchtlinge Dongola verlassen, um sich nach Unter-

Gerichtszertimg.^

— Frankfurt, 29. Mai. Der kgl. Eisenbahnfiskus braucht ffu die Mainkanalisation mehrere, HerrnEdm. Gagel am Gutleuthof gehörige, Parzellen, 5 Ar 87 M. Im Enteig­nungsverfahren waren ihm 7706 dl zugebilligt worden, da die Taxatoren der Ansicht waren, der Ar Land sei daselbst nur 250 Mark werth. Dagegen behauptete Herr Gogel, das Land fei mindestens noch einmal so viel werth und fand seine Ansicht da­durch unterstützt, daß derselbe Fiskus für Theile derselben Grundstücke, die mehr landeinwärts lagen, 800 und 400 dl pro Ar bezahlt hatte. Auf Grund einer neuen Schätzung wurde der Ar auf 350 dl gewerthet. Das Gericht erkannte heute den be­klagten Fiskus schuldig, an den Kläger außer der bereits be­zahlten Summe noch dl 3082.50 und 6 PCt. Zinsen vom Tage der Klagezustellung zu bezahlen, auch die Kosten zu tragen. Das­selbe Urtheil gilt auch für die Stadt Frankfurt.

Australien.

* DaS Parlament der austialischen Kolonie Neu-Seeland !;■: der Regierung zur Subventionirung einer zwischen Auckland und der Samoa- und Tongagruppe einzurich­tenden Postdampfcr-Verbindung eine Summe bis zur Gesammthöhe von 6400 Lstr. bewilligt. Auf Grund dieser Er­mächtigung hat die Regierung kürzlich mit den Eigenthümern des nach Sidney gehörigen neuen Dampfers „Janet Nicoll" von 763 Register-Tonnen einen Vertrag abgeschlossen, wonach diese gegen jährliche Zahlung von 4200 Lstr. sechs Reisen im Jahre nach dem östlichen Theile der Südsee zu unternehmen sich verpflichten. Der Ausgangspunkt der Reisen wird Dunedin sein. Der Dampfer soll Lyttelton, Wellington, Napier, Auckland anlaufen, von dort nach Tonga, dann nach Samoa und schließlich nach Tahiti gehen, von wo er direkt nach Auckland und Dunedin zmückkehtt. Die erste Reise sollte am 1. d. M. stattfinden. Die Regierung von Neu-Seeland erwartet übrigens vom Parlament schon bald die

Ausschreitungen der Apache-Indianer gemeldet. Am Sonnabend wurden 5 Kolonisten gelobtet. Die Indianer haben sich der zwischen Eagle und Graston verkehrenden Post­kutsche bemächtigt. Vorige Woche sollen in verschiedenen Ort­schaften über 20 Personen von Geronima's Banden gelobtet oder verwundet worden sein. Neue Truppenabtheilungen sind abmarschirt, um die Indianer anzugreisen.

i * Ottawa, 27. Mai. In der heutigen Sitzung des kanadischen Hauses der Gemeinen verlas der Minister der Miliz, Caron, eine Depesche von General M i d d l e t o n, welche meldet, daß die einflußreichen Indianerhäupt­linge Poundmaker, 9)eHoio Mud, Can Man, Breaking- through Ice und White Bear, sich jetzt als Gefangene in feinem Lager befinden und daß ihnen die Waffen (210 Ge­wehre), sowie alle Vorräthe abgenominen wurden. Gabriel Dumont, der Befehlshaber der aufständischen Mischlinge, ist unweit der amerikanischen Grenze gefangen genommen worden. — Bezeichnend für die Stimmung gewisser Kreise in Kanada ist folgender Vorfall: in Montreal veranstaltete der „R a t i o n a l - C l n b" ein Banket, an welchem viele Mit­glieder des Provincial-Parlaments theilnahmen. Der Toast auf die Königin wurde stillschweigend getrunken, während der Mayor von Montreal und 6 Mayors aus her Provinz einen mit Enthusiasmus aufgenommenen Toast „a u f die Unabhängigkeit Kanadas" beantworteten. Man erklärte, daß eine Reichs-Föderation unausführbar sei und daß jede weitere Föderation mit den Ver. Staaten abgeschlossen werden müsse. Der Zweck dieser Demonstration war, der Be­hauptung, daß Niemand einen solchen Plan hege, entgegen zu treten. —

und hier, wie immer, wenn er bei Mnfikfesten erfcheini, der gefeierte Mittelpunkt, kam schon am Dienstag (26.) Nachmittags — mit seinen Enkelinnen Isolde von Bülow und Eva Wagner, nebst der Nichte Richard Wagner's, Frau Franziska Ritter — von Mannheim, wo er am Abend vorher der ersten Aufführung der „Götterdämmerung" beigewohnt hatte. Kurz nach seiner Ankunft (er wohnt, wie immer, im Germania- Hotel) begann die Generalprobe zum heutigen ersten Festconcert. Hoftapellmeister Felix Mottl, einer der berufensten Diri­genten, genial in der Auffassung, fchneidig in der Ausführung, ein geborenes Feldherrntalent, um Massen nicht nur zu führen, fonbent auch zu begeistern, und trotzdem den Einzelnen und das Einzelnste niemals aus dem Auge verlierend, — hat es verstan­den , einen imposanten musikalischen Gesammtkörper herzu­stellen, organisch zu verbinden und einheitlich zu schulen. Daß er sich hier um ein Musikfest im großen Stile handelt, sagte rms schon die Maffenhaftigkeit der Mitwirkenden: Die Großh. badische Hofkapelle, verstärkt durch die Militärkapelle des bad. Leibgrenadier-Regiments und durch „Freiwillige" — im Ganzen 120 Musiker; der Philharmonische Verein, das Hof­theaterchor, Cäcilienverein, Evangelische und Katholische Kirchen­musik « Vereine, die Männergesang - Vereine „Liederhalle" und „Liederkranz', zusammen über sechshundert Sänger und Sängerinnen, und hierzu noch ein Knabenchor von 150 Stimmen. Mit solchen ungewöhnlichen Kräften läßt sich auch Ungewöhnliches leisten und daß dies hier geschehen, be­kundete schon die Generalprobe, die eigentlich eine Auf­führung war, nur daß außer ben Mitgliedern des Musik - Vereins keine Zuhörer zugelaffen wurden. Im Sfufe des Mittwoch trafen die Mitglieder des Musik - Vereins fast ave schon ein — darunter viele mehr oder minder große musikalische Eelebritäten. Eine Uebersicht derselben ist schwer zu geben, weil eine gedruckte Präsenzliste (bis jetzt wenigstens) fehlt. ES wimmelt von Pianisten, Pianistinnen, Geigern, Dirigenten und Komponisten. Die Sänger und Sängerinnen, welche Soli's übernommen haben, sind zumeist vom hiesigen Hoftheater. Hier fand am Mittwoch Abend, zur Vorfeier, eine wahrhafte Muster- vorstellung von R. Wagner's „Walküre" statt, welche durch den Stil der Aufführung uns nach Bayreuth versetzen konnte. (Bericht über dieselbe erfolgte bereits von anderer Seite. D. Red.) Heute Nachmittag wurde unS Ruhe gegönnt — aber es war die Ruhe vor einem Sturm. Es wurden beim ersten Festconcert, welches Nachmittags 5 Uhr in der städtischen Festhalle seinen Anfang nahm, wahre Massenangriffe auf die Nerven der Zuhörer unternommen. Aber sie haben sie glänzend ausgehalten; Nie­mand ist, trotz bet großen Hitze, in dem vierstündigen Concert vom Platze gewichen, oder gar auf dem Platze geblieben, und die Temperatur bei Enthusiasmus, mit welchem die einzelnen Werke ausgenommen wurden, entsprach der Temperatur des Saales. Zur richtigen Beurtheiluno des Thatbestandes sei konstatirt, daß

Herrn Auer-Schwerin trat die Kommission alsbald inThättg- keit und erhielt als sachverständiger Beirath den ersten Haupt- lasfier, Herrn Gramm.

Es wurden hierauf Gegenstände besprochen, die zu Punkt 7 der Tagesordnung („verschiedene Kassenangelegenheiten") gehören. Von Oldenburg war beanttagt worden, daß allmonatlich eine Liste der Ausgeschloffenen in der „Neuen Tischlerzeitung" zu veröffentlichen sei, und die Verwaltungen danach eine alpha­betische Liste anzulegen haben. Der Antrag wurde abgelehnt. Auch eine halbjährliche Veröffentlichung wurde abgelehnt. Altona beantragte auf den Ouittungsmarken nicht die Klassen, sondernden Preis derselben anzugeben, unter Beibehaltung der Farbe. Der Antrag wurde angenommen. Herr Leineman«-Hamburg beantragte, die Liste der Ausgeschlossenen alljährlich zu veröffent­lichen. Hiergegen wandte sich Herr Blume, weil das eine Liste von 15,000 Personen gäbe. Die Versammlung ging über den Antrag zur Tagesordnung über. Noch wurde beschlossen, daß die seither in Anwendung gewesenen Quittungsmarken erst aufge­braucht werden müssen, ehe die neuen in Gebrauch genommen werden. Die 34. Wahlabtheilung, nebst Rüppur, Duisburg und Malsch beantragte, es sollen die Kranken­scheine 4 Wochen gelten. Der Antrag wurde durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt, ebenso der Anttag Deuben, die Krankenscheine gelten für die ganze Krankheit. Gegen 10 Uhr trat eine Pause ein.

Nach Wiederaufnahme der Verhandlung wurde ein Anttag von Hamburg angenommen, wonach § 19b der Statuten auf den Krankenscheinen abzudrucken ist. (Derselbe lautet: „das Ver­lassen der Wohnung darf nur von Morgens 8 bis Abends 8 Uhr stattfinden, für die Wintermonate nur bis 4 Uhr Abends. Die Wintermonate beginnen mit dem 1. Oktober und endigen mit dem 31. März"). Anträge von Hannover, Dieskowund Walteishaufen, Aenderungen der Krankenkassen betreffend, wurden theils abgelehnt, theils entbehrten sie der nöthigen Unter­stützung. Die Anträge Thonberg, Danzig und der 41. W ahlabtheilung, welche sich auf andere Einrichtung der Mit­gliedsbücher bezogen, wurden durch Uebergang zur Tagesordnung er­ledigt; desgl. Antrag SerlinE und Antrag Lübeck über Verwal­tungs-Angelegenheiten. Dagegen wurde ein Antrag Leipzig angenommen „Die örtlichen Verwaltungsstellen können vom Auf- nahmesuchenden für entnommenes Material ein Aufgeld erheben, welches bei der Aufnahme angerechnet, bei Rückgabe des Mate­rials in gutem Zustande oder Nichtaufnahme zurückgezahlt wird", mit dem Zusatz: „Dieses Aufgeld verfällt nach einem Viertel­jahr dem Reservefond, wenn die Betreffenden nicht ein« traten und das Material nicht zurücklieferten." Ange­nommen wurde ferner ein Anttag von Berlin und dem Mitgliede Stephan-Oschatz: „Das Statut und die Geschäfts- unb Kassenorbnung ist besser mit einanber in Uebereinstimmung zu bringen." Ueber ben Anttag Neustriesen unb Dresden: „Der Vorstand möge versuchen, sämmtliche Centtal- u. s. w. -Kaffen mit unsrer zu einer einzigen zu vereinigen," wurde zur Tagesordnung übergegangen. Der Antrag Berlin A: „Mit anderen freien Hülsskasien sind Kartellverttäge abzuschließen", wurde nach längerer Debatte angenommen. Ueber ben An­trag Brebow, eine bem Gesetze nicht genügende niedrige Neben- kaffe einzurichten, wenn der Sitz der Kasse nicht verlegt wird, wurde zur Tagesordnung übergegangen. Wandsbeck bean­tragte, bem ersten Hauptkassier für bie im Interesse der Kaffe außerhalb der festgesetzten Bureauftunden geleisteten Arbeiten eine Gratifikation von dl 300 zu bewilligen; auch dieser Anttag wurde (ohne Debatte) durch Uebergang zur Tagesordnung erle­digt. Ein Antrag des Herrn Kittler-Heilbronn, die Kartell­verträge möchten dahiugehen, daß Mitglieder, sobald sie ge­zwungen sind, ihren Aufenthalt an Orten zu nehmen, wo keine Zahlstelle ihrer Kaffe ist, als vollberechtigt in die Kasse, die dort eine Zahlstelle hat, ausgenommen werden, wurde ab gelehnt. Um 1 Uhr wurde die Berathung abgebrochen.

In das Referat über de» Kassenbericht des Herrn Gramm hat sich ein Druckfehler eingeschlichen, den wir zu berichtigen ersucht werden. Den Einnahmen an Geiieral-Versammlungsgel- dern im Betrage von dl 16.386 steht eine Ausgabe von dl 3,811 gegenüber (nicht dl 31,811), so daß die Mehreinnahme dl 12,575 beträgt.

~~ Wetterberichte der Frankfurter Zeitung. Itttheilungen der meteorologische! Station des Physika­lischen Vereins sn Franfnrt a. M.

vom 28. Mai Mittags 12 Uhr bis 29. Mai Mittags 12 Uhr.

1) Das Barometer (ans 0° und den Meeresspiegel reducirt) stand am 28. Mai Mittags 12 Uhr auf 764,45 Mm., fiel leicht schwankend sehr langsam und steht am 29. Mai Mittags 12 Uhr auf 762,27 Mm.

2) Das Thermometer (Celsius) stand am 28. Mai Mittags 12 Uhr auf +24,7», stieg bis 2m Uhr auf +-26,5', fiel dann und er­reichte Morgens 4M Uhr seinen niedrigsten Stand mit 4-13,1°, stieg Wieder und stellt am 29. Mai Mittgai 12 Uhr auf -+28,5».

3) Windrichtung: 28 Mai Mittags 12 Uhr NW (schwach), ging Nachmittags nach N und Abends nach O herum, blieb so bis Morgens, ging dann über BO nach 8 und gegen Mittag nach W herum, Windstärke schwach bis leicht, wurde Vormittags mässig und ist am 29. Mai Mittags 12 Uhr WSW (mässig).

4) Belativ o F euch tigkeit: 28 Mai Mittage 2 Chr 50 %, Abends 10 Uhr 84 %, 29. Mai Morgens 6 Uhr 75 %.

5) Bewölkung u. Niederschlag: 28.Mai Mittags 12 Uhr heiter, blieb so (Nachts wolkenlos) und ist am 29. Mai Mittags 12 Uhr heiter.

Prognose für Frankfurt, desgl. für Mittel- und Süd- deutschland für den 30. Mai.

(Nachdruck verboten.)

Das Barometer steht in ganz Europa ziemlich hoch und der Wind ist in unserer Gegend südwestlich; es ist desshalb wesentlich heiteres, trockenes Wetter bei hoher Temperatur zu erwarten. Gewitterbildung nicht ausge­schlossen. .

Königliches Theater zu Wiesbaden.

Freitag: Gastdarstellung des Herrn Hermann W nkelmann aus Wien. „Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg.“ — Samstag: „Die Waise aus Lowood.“ — Sonntag : „Der Trou­badour."

Irin Urion.

Aus Kunst und Lebe».

- Frankfurt a. SR., 29. April.

— (Frankfurter Theaternachrichtcn.j Wir er­halten offiziell folgende Mittheilungen: „Unmittelbar nach der ersten Aufführung von „H e r o d i a s" wurde im Opernhause mit den Vorbereitungen zu den nächsten Novitäten begonnen; diese find: Weber's „S Y l v a n a" (in der Einrichtung von Emst Pasqut und Kapellmeister Langer) und Offenbach'S komische Oper „Hosmann's Erzählungen". — Nächste Woche gelangt die neue Operette „Die Jungfrau von Belleville" von Millöcker, mit dem bekannten Wiener Komiker Girardi in der Hauptpartie zur Aufführung. — Der beliebte Gast unserer Oper, Herr Perotti, wttd sein Repertoir demnächst durch zwei weitere Pattieen vermehren, indem derselbe hier zum ersten Male als Robert und als Ariwld im „Tell" auftreten wird. — Bei der jetzt ««getretenen ungewöhnlich warmen Witterung dürfte es für die Theaterbesucher interessant sein, zu erfahren, daß bei der gestrigen Aufführung des „Troubadour" im Opernhaufe (mit Herrn Perotti als Gast) bei dicht besetztem Hause die Temperatur nur zwischen 13 und 15 Grad betrug.

--- (Fräulein Nina Weisse), das st» beliebte Mit­glied unseres Schauspiels, hat, wie wtt erfahren, der hiesigen Intendanz auf wiedecholtr Anregung der letzttren, den mit Herbst 1885 ablaufenden Vertrag mit ihr zu erneuern, die endgültige Mittheilung zukommen lassen, daß dieselbe sich noch nicht wohl genug fühle, um für die kommende Saison eine Vechflichtung zu übernehmen. Von dem hier schon feit einiger Zeit kurfirenden Gerücht, Fräulein Weisse beabsichtige fich demnächst zu ver- heirathmt, glauben nunmehr auch wir Notiz nehmen zu sollen. Dasselbe gewinnt offenbar durch obige Nachricht an Wahrschein­lichkeit. —- ----.

— (Dal Oprrn-Personal des Frankfurter Stadttheatersj ist seit einigt« Tagen von amerikanischen Werbungen förmlich umschwärmt. Mehrere Vertteter sowohl der deutsch - amerikanischen als der englisch - amerckanischen Oper in New - Dork sind hier anwesend um Gastspiele für den nächsten Winter abznschließen. Es haben bis jetzt die Damen Hanfstängl, Luger, Walter, die Herren ©tritt, Candidus und Rieriug An- ttäge erhalten. Auch mit dem stabilen Gast unserer Oper, Herrn Perotti, wird lebhaft unterhandelt. - —- ——— -

«*• [Som Mufikfest bei Deutschen Musik» uvT oo1 »-3L“3 Karlsruhe, 28. ds., wird uns geschrieben:

ToEnstler-Bersammlung des Allgemeinen Deutschen MusiwerernS hst zwar heut, erst offiziell begonnen, aber eigens» “7 doch scheu gestern ihren Anfang genommen. Liszt, der Ehrenpräsident des Vereins feit der Gründuna (1859) in Leipzio

heute, hier in Karlsruhe, scheint uns das Eis gebrochen zu sein. Die Franzosen werden wohl nachkommen. Denn so viel unS bekannt, hat feit Berlioz' Tod eine vollständige Aufführung des Requiem, mit unverkürzter Partitur, in Frank­reich noch nicht staügefunden. — Daß die Chöre zu Herder'» „Prometheus" von Franz LiSzt gleichfalls einen durchschlagen­den Erfolg hatten, ist weniger zu verwundern.. Diese Chöre find ja vielleicht das Populärste (außer ben Ungarische« Rhapso­dien), wa» Liszt für Chor- und Orchester-Kräfte gefchrie- 6en hat. Die Chöre find sehr melodisch, gut sangbar und durchaus stimmungsvoll. Sie warm sehr fein fhibirt und erwiesen sich durchweg von bedeutender Wirkung. Der ver­bindende Text, (von Herrn Hofschaufpieler Winds sehr Der» ständnißvoll gesprochen) vermittelt die Stimmungswechsel sehr gut Nach dem Winzerchor (den man wiederholt wünschte) und am Schluß wurde Liszt stürmisch gerufen. Der Großherzog ließ ihn an feiner Seite Platz nehmen. Die Prometheus-Chöre find leicht ausführbar und verlangen keine besonders starke Besetzung der außergewöhnlichen Jnstrumentalmittel. Und so wird wohl die heutige Aufführung Anregung gegeben habm, daß eine Reihe süd­deutscher Vereine das wttklich anmuthige Werk in ihr Repertoire aufnehmen. — Der Allgemeine Deutsche Musik-Verein hat bie Sirte eingeführt, alljährlich auf seinem Musikfeste Richard Wagner's „Kaisermarsch" aufzuführen, und zwar mit großem Bolkschor. Dadurch wttd er populär und endlich Volksmelodie werden. Mit so starker Besetzung, wie diesmal, haben wir ihn aber noch nie gehört. Alle Jnstrumentalmittel, welche zu Berlioz „Requiem" erforderlich warm, kamen, weil einmal zur Disposi­tion, auch zur Verwendung; Mottl hatte noch 6 Militärttomm- ler beigefügt, und so krachte beim bet Kaisermarsch ge­hörig. Aber er verlangt auch große Mittel, um zur Geltung zu kommen. Wagner schilberte damit den Siegereinzug (1871) in Berlin musikalisch. Man hört das Glockengeläute, sieht die Mafien fich drängen, ben Zug herankommen, die Fahnen schwenken, hört die Jubelrufe — und je großarttger dies inscenrrt wird, desto näher kommt das Bild der Wirklichkeit. So deutlich wie diesmal ist uns aber der ganze Vorgang noch nie erschienen.

= [®ie Nachricht von der Erkrankung Hans v. BSlow'sj, welche wtt dem „Wiener Fremdenblatt' ent­nommen, ist, wie uns beute von hier mitgetheilt, wird durchaus unrichtig: „Dr. HanS v. Bülow befindet sich seht wohl, gibt heute die letzten Unterrichtsstunden im Konservatorium des Herrn «Professor Karl Klindworth in Berlin, geht heute Abend nach Meiningen zurück und wird am Sonntag zur Ertheilunz eines einmonatlichen Unterrichts am Raff - Konservatorium hier ein­treffen." .

-+- (Gefährliche Rekruirrung.) I« einem Württem­bergischen Orte machte dieser Tage der Ausrufer mit der Schelle bekannt: „Die Rekruten, welche zum Zuge müssen, find im Rath- haus anaeuagelt"

bie Masse des Publikums keineswegs, wie man vielleicht glauben könnte, aus Tonkünstlern bestaub. Die Festhalle faßt vielleicht 3000 Personen, Tonkünstler sind als Zuhörer aber höchstens 300 anwesend — sie konnten also in keiner Weise den Ausschlag geben. Wir betonen bad, weil der große Erfolg, ben das Berlioz'fche „Requiem" gehabt hat, uns überraschte. 40 Jahre lang hat das Werk scheintodt gelegen; kein Mensch hat sich darum bekümmert, der Verleger hielt eS nicht einmal der Mühe werth, einen Klavier - Auszug machen und Stimme« drucken zu kaffen. Wenn man von einer Aufführung sprach, zuckte Jeder­mann die Achseln unb erklärte baä Werk für unmöglich. Der allgemeine beutsche Musikverein (Proseffor Karl Riedel in Leipzig als Vorsitzender) hat das Verdienst, das Requiem in Deutschland zuerst in sei« Repertoir ausgenommen zu habe«, freilich mit reduzirter Partitur. In Wien unb Prag haben vor Kurzem auch Aufführungen ftattgefunben — ob vollständiger, ist uns nicht bekannt geworden, aber einen Erfolg wie hier haben diese Aus­führungen nicht gehabt. Mottl gab es unverkürzt, mit ber betten vorgeschriebenen Besetzung von 8 Paar Pauken, 4 Flöten, 2 Oboen, 2 Englischen Hörnen, 4 Klarinetten, 4 Fagotten, 1 Tam­tam, 2 großen Trommeln, 8 Hörnern, 12 Trompeten, 8 Po­saunen, 2 Baßtuben. Diese koloffale Besetzung ist baburch mo- tivirt, daß Berlioz vom französischen Ministerium (unter Louis Philipp) den Aufttag erhalten hatte, ein großes Requiem für die Gefallenen im Afrikanischen Kriege zu komponiren. Der Staat stellte bie Mittel zur Disposition , unb Berlioz benutzte bieS in ausgiebiger Weise; et ließ feiner Phantasie so recht nach Herzenslust bie Zügel schießen. Die Wirkungen, bie er erzielt, finb aber auch großartige. Denn es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ein Genie ober ein Routinier „Lärm" macht. Bei jebem Monstre-Militär-Concert sind viel mehr Blech- unb Schlaginstrumente in Aktion, der Eindruck des Mafienhaften wird dadurch freilich erzielt, aber auch nichts weiter. Aber Berlioz mit feinen Akkordfolgen von Pauken­wirbeln, mit feiner vollkommenen Kenntniß und unerfchöp- liche« Erfindungsgabe für bie Wirkung überhaupt jedes In- sttuments, hat mit feiner Besetzung unerhörte Effekte erzielt. Wie wirkte der Tubafatz, der bai Tagen bei jüngsten Gerichtes schildert! Aber bei alledem sind die Harmonien einfach unb ber Gesang ist melodisch geführt. Viele Schönheiten hat das Lacn- mosa; ein Meisterwerk, Beethoven's würdig, ist das Oyorterium. Auch das Sanctus macht viel Effekt, namentlich auch durch bie vortreffliche Ausführung des Tenor-Solos bnrch Herrn Oberlän­der. Andererseits sind bas „Quid sum miser“ und „Hostius* zwei Sätze, welche man nicht nur unbeschadet bet Gesammtwir- lung, sondern zu ihrem Vqrtheil stteichen könnte. Gegen ben Stil, ber theilweise vollkommen dramatisch ist, bann wieder rein lyrisch wird, lassen sich auch gewiffe Bedenken nicht unterdrücken. Aber im Großen und Ganzen ist dieses „Requiem" ein geniales Werk, das noch eine Zukunft hat. - Gerade

Iranhfurtrr Angelegenheiten.

Vom Tage.

Frankfurt, 29. Mai.

* Frau Baronin Willy vonRothschild hat nach dem „Jnt.-Bl." mehrere an das Klementinen-Hospital grenzende Grundstücke angekauft, um auf denselben ein Siechenhaus zu er­richten. Ein auf dem Terrain stehendes Haus ist bereits für diesen Zweck hergerichtet worden.

— Kommenden Sonntag sind es 300 Jahre, daß die hiesige niederländische Gemeinde AugsburgerKonfes- fion gegründet wurde.

— Die Austral-Neger im Zoologischen Gatten wurden im Ganzen von 18,587 Personen, worunter 4263 Schüler, welche klassenweise kamen, besucht.

— Im Zoologischen Garten ist nunmehr eine Per- sonen-Waage aufgestellt, auf der Jedermann gegen Entrich­tung eines Wieggeldes von 10 Pfg. sein Körpergewicht feststellen lassen kann.

§§ Der Portier der Ruder-Gesellschaft „Germania" sand gestern in einer Ladung Mainkies einen Siegelring, der scheinbar aus einer Mischung von Gold mit anderen. Metalle« besteht und die Inschrift I. G. H. 1672. trägt. Diese Schrift- zeichen befinden sich ant Rande der Siegelplatte, welche die Größe eines Zehnpfennigstückes hat. Die Mitte der Platte zeigt einen Anker, unter welchem ein Bootshaken und ein Nachen-Ruder ge­kreuzt liegt. Dieser Ring, welcher jetzt 213 Jahre alt ist, dürste wohl das Eigenthum eines Jnnungsmeisters oder eines Mitglieds der Schiffer- ober Fischer-Innung gewesen fein.

-g- Montag ben 1. Juni findet im Meriansaale Abends 8)4 Uhr eine öffentliche Tischlerversammlung statt, in welcher die Herren Kloß aus Stuttgart unb Meist aus Deutz referiren werden.

1. MarktPreiseimGroßverkaufam2S. Mai. Heu- und Strohmarkt. Angefahren 42 Wagen. Heu pro 100 Kilo dl 5.20—6.60, Stroh pro 100 Kilo X 4—5. — Markthallenpreise. Erbsen (ganze) pro 100 Kilo 22 bis 30, Linsen dt, 26—38, Bohnen (weiße) dl 23—26, Rüben (gelbe) pro 100 Kilo 5, Kartoffel pro 100 Kilo dl 5.—, neue Maltheser Kartoffel dl 30—32, Zwiebel pro 50 Kilo Jt 5—8, Spargel pro 50 Kilo dl 40—45, grüne Erbsen (Schoten) 50 Kilo dl 35, frische Gurken 100 St. dl 30—40, Artischoken 100 St. ^50. Butter pro 50 Ko. ^4! 75—80, Eier pro 100 Stück: deutsche <^4.10 bis dl 4.40, italienische 5.50, Rüböl (raffinitt) pro 50 Kilo dl 32, Branntwein (50 pCt.) pro 1 Hektol. dl 27—33, Gersten­grütze pro 50 Kilo dl 15—20, Hafergrütze dl 20—28, Graupen dl 14—28, Weizengries pro 50 Kilo dl 18—22, Kerne (grüne) dl 20—26, Nudeln (breite) pro 50 Kilo dl 22—50, Fadennudeln dl 22—50, Reis dl 14—30, Pfeffer pro 50 Kilo: schwarzer dl 100-115, weißer dl 135—150, Petroleum 50 Kil. dl 13, Kiefernholz 1 Kubikmeter dl 5—6.50, Buchenholz 1 ßubmtr. dl 7—8.

_ Vereine.

— Gestern Abend fand im Saale der „Rosenau" die zweite ordentliche Generalversammlung des Vereins zur Erbau­ung einer evangelisch-lutherischen Kirche im Nordend statt. Mit Genehmigung der letzten Generalversamm­lung hat der Vorstand des Vereins ein Grundstück für eine Kirche unb ein Pfarrhaus, an ber Burg- unb Luisensttaße gelegen, er­worben. Ferner ist es bem Vorstand gelungen, ein Servitut unb Vorkaufsrecht für bie nächstgelegenen Plätze zu erlangen. Der Ankauf bes Bauplatzes erforberte 60,600 dl Das Vermögen des Vereins beträgt dl 46,691.6G - ,

VII. Ordentl. Generalversammlung der Cenlralkranken- und Sterbekasse der Tischler und anderer gewerblicher

Arbeiter.

in.

-g- Frankfurt, 29. Mai 1885.

In der gestrigen Sitzung wurde die Generaldebatte geschlossen. Dann wurde, gemäß eines ftüher gefaßten Beschlusses, eine Kommission von 14 Mitgliedern gewählt, um die Vorschläge in Berathung zu ziehen. Dieselbe besteht ans den Herren: An er- Schwcrin, Grotz ° St. Pauli, Meist -Deutz, Ritter- Berlin, Fr e n z e l - Lindenan, F ü l lgrabe - Frankfurt, Müller- Darmstadt, Schmidt -Gotha, Roth- Karlsruhe, Cramer- Freiburg, Hempel- Gera, B u ch w a l d - Altenburg, Müller- Meerane, Klotz- Stuttgart. Nachdem dieselbe Bericht erstattet haben wird, findet eine nochmalige Berathung („zweite Lesung") statt.

Heute vor Eintritt in bie Tagesordnung überreichte ein Ab­geordneter Namens der Versammlung dem Büreau in Aner­kennung seiner angestrengten Thätigkeit einen Blumenstrauß. De« Vorsitz führte Herr K o e n e n - Hamburg. Herr Martientzen- Altona beantragt, um der Kommission eine Direktive zu geben, alsbald Über bie Verlegung ober Nichtverlegung des Sitzes zu beschließen. Der Antrag wurde mit 57 gegen 52 Stimmen ab­gelehnt. (Die Beschwerdekommission war während dessen in Berathung, also nicht im Saale anwesend). Zufolge Antrags des

Telegraphische Depeschen.

(Tie SBiebctgcb: dec Privattelearamme, der telegraphischen Reichs» n.Land- tagSberichte ohne Quellenangabe ist untersagt und wird als Flachdruck versolgt.)

Lrivat-Tepeschen der Frankfurter Zeitung.

-m- London, 29. Mai, 7 u. 55 Mill. „Daily News" leugnet, daß Lord Rosebery irgend eine offizielle Mission in

Berlin gehabt habe. — Die Verhandlungen mit Rußland stritten langsam aber befriedigend fort. Die Krankheit des Kaisers Wilhelm mache es unwahrscheinlicher als je zuvor, daß er das Amt des Schiedsrichters übernehmen werde. — Zufolge einem Telegramm aus Sinju (Afghanistan) hat der Emir Abdurrahmandie englischen Offiziere eingeladen. Die Offiziere langten am 10. Mai in Herat an und wurden von dem Gouverneur in einem Durbar empfangen, welchem die afghanischen Generale beiwohnten. Die ganze Garnison war zur Parade aufmarschirt und der Empfang von Seiten aller Klaffen war für die Engländer außerordentlich befriedi­gend; selbst die Priester zeigten sich herzlich und die Truppen aus Kabul freundlich gesinnt. Die Offiziere verließen die Stadt am 11. Mai. Es wird gerüchtweise gemeldet, daß 300 Kosaken noch immer Zulfikar und Akrobat besetzt halten. — Der „Standard"-Correspondent in Petersburg sagt: daß die Hauptschwierigkeit bei der Feststellung der asghanisch-russi- schen Grenze dann liege, daß die Russen Merutschak be­halten wollen, weil dasselbe angeblich zu Pendschdeh gehöre, während England darauf besteht, daß der Ort bei Afghanistan bleibe. Eine weitere Differenz bilde die Frage, ob der Zul» fikarpaß als Grenze angesehen oder ob der ganze Paß in das asghanische Gebiet eingeschlossen werden soll.

W. Marseille, 29. Mai, 9 Uhr 15 Min. Eine tele­graphische Anzeige meldet das nahe bei Coruna (Spanien) erfolgte gänzliche Scheitern des englischen Steamers „Cha­mois" auf der Reise von Cardiff nach Savona. Die Mann­schaft wurde gerettet.

Wolff's telegraphisches Correfpondenr-Bnreau. :

Madrid, 28. Mai. Die Deputirtenkammer hat ben am 10. d. M. abgeschlossenen Vertrag betreffend einige' Abänderungen des Tarifes A. des deutsch-spanischen' Handelsvertrages ohne Diskussion genehmigt. '

Sigmaringen, 29. Mai. Das vom Leibarzt Dr. Koch herausgegebene SBußetin über das Befinden des Fürsten besagt: Seit gestern früh 9 Uhr herrschte bewußtloser Zustand, gegen Mitternacht ttat Unregelmäßigkett in den Athembewe­gungen und in der Herzthätigkeit ein. Gegen Morgen fiel der Patient in einen natürlichen Schlaf.

Petersburg, 29. Mai. Meldungen der Blätter zu­folge ging dem Reichsrathe ein von der unter dem Grasen Pahlen tagenden Kommission entworfenes Regulativ zu, welches sich mit dem Einttitt der Juden in die Universität, die das Gymnasium absolvirt haben, beschäftigte. Für dieses Regulativ sei die Dringlichkett beanttagt.

Wien, 29. Mai. Wie Dorn's „Volkswirthschastliche Wochenschrift" erfährt, werden Vorbereitungen gekoffert, um die in Brasilien und den La Plata-Staaten be­stehenden österreichisch-ungarischen Cousular- ämter zu vermehren und daselbst neue Consulate zu errich­ten. Der nächsten Delegation solle die Kostenvorlage zugehen. — Demselben Blatte zufolge werde die Zolltarifnovelle deut Reichsrathe wieder vorgelegt; vorher beabsichtige die Re­gierung, Gutachten der Handelskammern einzuholen.

Wasserstands-Nachrichten.

Frankfurt, 29. Mai, Mittags. Mainhöhe 0.16, gef. 0.00.

Mai ns , 29. Mai, Morgens 8 Uhr. Bheinhöhe 1.28, gef. 0.06. Cöln, 28. Mai, Vorm. Bheinhöhe 2 82, gef. 0.08.

Mannheim, 28. Mai, Mittags. Bheinhöhe 4.02, ge£ 011. Cau b, 28. Mai, Morgen«. Bheinhöhe 2.12, gef. 0.01.

Ko biene, 28. Mai, Morgens. Bheinhöhe 2.61, gef. 0.14. Trier, 28. Mai, Mittags. Moselhöhe 1.12, gef. 0.10, Buhr ort, 28. Mai. Morgens. Bheinhöhe 2.29. gest. 0.07. Arnheim, 27. Mai. Bheinhöhe 2 09, gest. 0.0L Nyme gen, 27. Mai. Waalhöhe 8.73. gest. 012.

Deventer, 27. Mai. Ysaelhöhe 3.33, gef. 0.00.

Vreswyk, 27. Mai. 2Ä 6b. a. I'., 4.16 unt. n. P„ gef. 0.01.

Main was ser-Wärme am 29. Mai, Mittags 12 Uhr : 16’ B.