L Sette. Sfr. SH -------s-- aberamls isti einem firnen Apparat Vort-Zkuzm rind sonstigem *'9eiveiimi rrial wieder vorgenommen. Angeklagier leugnet. Der -StqrwanwÄt laßt mehrere Anklagepunkte fallen, hält aber 6c- izüglich br anderen die Auilage wegen Untreue unfrecht, weil Angeklagte Ge'Ler eingezogen mid Wechsel ausgestellt habe, ohne als Mtt-Liquidcttr dazu legttttnirt zu sein. Er beantragt hregeit Untreue 1 Jchr Gefängniß und ein Geldbuße von 230 Mark. Dem gegenüber macht der Vertheidiger Herr Dr. Ebner geltend, es könne hier gar keine Siebe sein von Vollmacht, weil er als Liq. daisr sich selbst vertrat. Sein Klient habe in gutem Glauben gestanden, sich für seine Liquidationsarbeit aus der Gesellschaft-kaffe bezahl! zu machen. Er habe zwar eigenmächtig sich be-ahS, keiner Untreue sich schuldig gemacht. Die lauge Verhr,...uinq , big! um 61- Uhr mit her Verurtheilung des R. in zwei Füllen rrb feiner Bestrafung mit t'/rMonaten. Wegen Entnahme der Baarsummen ritb wegen Wechsel- und sonstiger Fälschung wird er freiaesprochrn. Es sorgt eine Anklage gegen den Rrdaktrur der .Kleinen Poesie",. Max Kahlen­berg, tot 'V. eines PreßvcrgehenS, das in der Nr. 206 vom S. Eeptembrr 1986 in einem zum größten Theil derFreisinn. Zeitung" entlehnten Artikel begangen sein soll. Darin war die Mittheilung enthalten, daß auf dem in der heißen Jahreszeit vorgenommenen Manöver am 13. Anguss v. I. nach einem Marsch von beinahe 4 Meilen von Löben bis Falkenberg in Oberschlesien bei bet 6. Kompagnie des 11. schlesischen Grenadierregimemr ein Soldat tobt umgefallen und vom Hauptmann bei Strafe von 3 Tagen Mittelarrest verboten worden sei, ihm Wasser zu reichen. Daran war die Bemerkung geknüpft daß ein solches Verfahren nicht mehrStrammheit", sondern Grausamkeit geuannt ivcrben müsse und der Wunsch auf Abschaffung bei Marschübungen bei solcher Hitze gerechtfertigt erscheine. Es ist mm Strafantrag gestellt rom Regimentskommondo, weil die in dem Artikel be­richteten Thatsachen nicht wahr sein sollen. Die Mittbeilnng des Artikels an das Regr.oentsiommando ist, wie aus dem Akten­material hervorgeht, von der Polizeibehörde ober der Staats­anwaltschaft veranlaßt worben. Es wird eine Reihe von Proto­kollen verlesen, eine mündliche Zeugenvernehmung findet nicht statt. Der Staatsanwalt beantragt in ausführlicher Motivirung .eine Gefänguißstrafe von 4 Wochen. Der Vertheidiger Dr. e kirch begründet demgegenüber eingehend den Antrag auf Freisprechung. Das Erkenntniß lautet auf eine Geldstrafe von '100 Mark.

Kraukfurter Augefegc«heiLcu.

Frankfurt a. M 6. Dezember. Bom Tag«.

* Der Verein der Forts chrittspartei wird am Wonnerstäg eine Versammlung im Saalezur neuen Börse" ab- halten. Es wird über die Getreidezollvorlage uno über die Ver­längerung der Legislaturperiode verhandelt werden. Referenten Üverden sein die Herren LandtagS-Abg. H. Flinsch und Rechts­anwalt Dr. Ebner.

IMarktpreise iut Großverkauf am 6. December. Heu- und Strohmarkt. Angefahren 79 Wagen. Heu pro 100 Kilo 37.20, Stroh pro 100 Kilo ,/Z 4.204.60.. iMarkthallenpreise. Erbsen (ganze) pro 100Kilo 18 bis-^21.50, do. (geschalte, ^2030. Linsen«28-45. Bohnen (weiße) -« 1922. Grüne Erbsen (Schoten) M. 1516. Mohr­rüben -« 68. Kartoffel» pro 100 Kilo 55.50. Weiß­

kraut pro 50 Kilo «K. 35. Butter pro 50 Kilo100103. "Hühnereier pro 100 Stück 5.108.. Milch pro 1 Liter

JL 0.160.20. Rüböl (raffinirtes) pro 50 Kilo <*. 32.. Äranntwsiii (50 pCt.) pro 1 Hektol. 50.. Gerstengrütze .pro 50 Kilo M. 1416. Hafergrütze pro 50 Kilo 2028. Graupen pro 50 Kilo M 1422. Weizengries pro 50 Kilo 1420. Grüne Kerne X 2228. Nudeln (breite) M. 22 ibis 46. Fadennubeln M. 2248. Brod: Roggenbrod >2 Kilo 0.300.41, do. (feineres) 0.46, gemischtes Brod 3 Kilo Jl 0.74. Materialien: Petroleum pro 50 Kilo JL 12. Kiefernholz pro 1 Kubikmeter 56., Buchenholz

pw 1 Kubikmeter 78.50. O b st. 1. Italienisches: 'Maronen JL 1820. Haselnüsse M. 30. Aepsel M. 20 pro 50 Kilo. Binien «*. 30. Kastanien M 1625. Quitten JC. 1520. 2. Deutsches: Birnen «.< 1825. Trauben

xJf.. 50. Russe pro 100 Stück »«0.30. Quitten Jl. 30. Kastanien Jl 1518. Mandarinen pro Kiste 3.50- 4.

»ereilte*

-g- Der demokratische Verein hielt am Montag unter idem Borsitz des Herrn May eine sehr gut besuchte Versammlung -ab. Zunächst ehrte die Versammlung das Andenken der ver­storbenen Mitglieder Heinrich Auerbach und C- G. Schäfer durch Erheben von den Sitzen. Dann hielt Herr -Franz Schreiber einen Vortrag über die Reichstags- jsession und die politische Lage inDeutschland. iJn zündender, oft von Beifall und Heiterkeit unterbrochener Rede schilderte er die Folgen der Schuld, die das deutsche Volk durch tue Wahlen vom 21. Fcbmar auf sich geladen Schneller und .gründlicher, als selbst Pessimisten dorausgesehen, sei die Reaktion chereingebrochen. Die agrarischen Bestrebungen träten immer un- !verhüllter hervor. Die neuen Getrewezölle würden selbst nach (der Berechwmg des notionalliberalen Abgeordneten Kalle eine Mehrausgabe von 5% bis 6 JL per Kopf und Jahr verursachen, ialso bei einer Familie von nur 4 Personen 22 bis 24 In ldem Gesetzentwurf über die Alters- und Jnvalideiwersorgung sei ein an sich. vollständig gerechter Gedanke in gänzlich ungenügen- ber Weise zum Ausdruck gekommen. Statt daß für genügenden ckttbeiterschutz, Maximalarbeitstag :c. gesorgt weide, solle wie- 'derum einewesentliche Steigerung der Wehrkraft des deutschen Meiches" herbeigeführt werden. Von Seiten der Kartellparteien fei ein Antrag auf Verlängerung der Legislaturperioden auf 5 Jahre gestellt worden, womit die Regierung vollständig einver­standen sei. Ferner spreche man von einer 5jährigen Verlän­gerung und Verschärfung des Sozialistengesetzes, die nur aus's Tiefste bedauert werden könnte. Hosrath Ackermann habe wieder ifeinen Antrag auf Befähigungsnachweis für fast alle Ge­werbe eingebracht; nur für Hosräthe, die in Gewerbcsachen Machen , fei kein Befähigungsnachweis verlangt. Die freisin­nige Partei ihrerseits erneuere ihre Anträge auf Entschädigung ^unschuldig Derurtheilter und auf Ueberweisung der Preß- und politischen Vergehen an Schwurgerichte, ein Gegenstand, der im Gewissen des Volkes fortwährend wacherhalten werden muß. iZiehr man die Summe befielt, was wir gegenwärtig im Reichs­tag sehe», so wird sich am Schluß der gegenwärtigen Session toiebenmt ergeben für das Volk eine neue schwere Belastung, eine weitere Verkümmerung seiner ohnehin so unendlich spärlichen Rechte. ES seien schwere Zeiten, in denen wir leben, aber 'schwerere Zeiten ständen uns bevor, und da gelte es, unentwegt zu stehen zur Freiheit, zum Recht und zur Gerechtigkeit, zum Fortschritt auf kulturellem und sozialem Gebiet. Wir leben ge­genwärtig wohl im Winter unseres Mißvergnügens, es ist eine recht trübselige Zeit, aber in unserer Hand liegt es, daß es so bald wie möglich wieder Frühling werde. (Anhaltender Applaus.) s Im Verein für Geographie und Statistik begann am 30. November Herr Dr. W. Kabelt aus Schwan­heim den 17. Cyclus der 11 ebersichts Vorträge über die neuesten Fortschritte der Erdkunde mit einem Bortrag über A frika. Er ging aus von zwei Werken der geographischen Literatur, mit denen jeder Geograph zu rechnen habe: Süß, 'Antlitz der Erde, das trotz der irrigen Annahme der Verände­rungen auf der Erdoberfläche in Folge vonSchollenbruch" von 'Bedeutung ist, und N i ch t h o f e n, Führer für Forschungs­reisende, das unter diesem bescheidenen Titel eine Zusammen­fassung aller auf die physikalische Geographie Bezug habenden Fragen gibt. Von besonderer Wichtigkeit unter diesen ist die sFrage der Küstenbilbung durch die Brandungswelle, die nach Richthofcns Anleitung zuerst Pros. Fischer im Mittelmeer- . gebiet ftnbirte, der zugleich auch die nördliche Sahara bereiste. .Dieses So.ndmeer war nach den neuesten Forschungen ursprüng- jlich eine weite Steppe mit verschiedenen großen Seen, die dann .nach und nach abliefen oder austrockneten. Der Vortragende 'berichtete dann über die Fortschritte der Franzosen in Senegam- bien; sie sind bis Timbuktu gelangt, finden jedoch Widerstand an dem von Osten her vordringeuden Islam, der auf die Neger großen Einfluß auSübt. Wie weit eigentlich das Gebiet am unteren Niger und Benne unter englischer Herrschaft steht, ist schwer zu sagen; gegen den oberen Senne dringen von Kamerun aus, auf das die deutsche Regierung alle für die Erforschung Afrika's verfügbaren Mittel verwendet, die Reisenden Kund und Tappenbeck vor. Zum Schluß wurde der Kongostaat näher beleuchtet, von dem nur Mißerfolge zu verzeichnen seien. i These find übrigens bei der Unmöglichkeit eines geregelten Ver­kehrs auf dem Flusse und bei der geologischen Beschaffenheit des iKongobeckens, welche Wasseransammlungen und damit den Be­trieb landwirthschaftlicher Thätigkeit unmöglich macht, nicht un­erwartet gekommen, auch sind die Belgier offenbar nicht geeignet zum Entdecken und zum Kolonisiren. Nur deutsche Offiziere lhaben die großen Nebenflüsse be§ Kongo entdeckt. Die einzige noch offene Frage, die über den Unterlauf des Uelle, wird wohl trotz der in letzter Zeit aufgetauchten Schwierigkeiten Stanley lösen.

Die Nene Ball-Gesellschaft hält ihr Weihnachts- rränzchen Samstag den 7. Januar 1888 im Pakmengarten ab.

rw Im Verein für naturgemäße Gesund­heitspflege und arzneilaje Heilkunde sprach

ISKIes Morsrrrblatt der UraMfurter Iettung.

beten hatte, gleichwohl von den Behörden am Bahnhöfe von Castello bei Florenz bei feiner erwartet. Die Villa Quarto, in der ihre Majestäten das Absteigequartier nahmen, Eigenthum der Marchesi Capponi und früher im Besitze der Gräfin Stroganow, liegt unweit von der Station Castello in der Nähe der dem italieuischen Königshaufe gehörigen Villa della Petraia. Die gegenwärtige Residenz des Württembergischen Königs­paars wurde einst vom Architekten Tribolv für den Medicäer Herzog Cosimo I. erbaut. In den beiden kleineren der Villa Quarto benachbarten Villen wohnt das Gefolge des württem- bevgischen KRiigspaars, ungefähr 60 Personen stark. Die Woh­nung des Königs Karl befindet sich im Parterre und besteht aus Schlafzimmer, Garderobe, Toilettezimmer, Empfangssaal und Spielzimmer. Königin Olga wohnt im 1. Stock; eine herrliche Stiege, die an die bet schönsten Medicäerpaläste erinnert, führt zu ihren Gemächern empor. Das Zimmer, in dem sie sich zumeist aufhält, ist rosafarben tapeziert, der große Salon blaßgrün-blaß- golden tapezirt. Königin Olga hat sich bereits einmal in Florenz aufgehalten: es war kurz vor ihrer Vermählung, int Jahre 1845, wo sie mit ihrem Vater Kaiser Nicolaus von Rußland einige Zeit dort zubrachle. Noch mancher Florentiner erinnert sich an die Großsiirflin Olga als an eine sehr schöne junge Dame.

II Mrüfftk, 4. Decbr. Baron E. S a d o i n e, der frühere Direktor derGesellschaft Cockerill" in Seraing, ist jüngst von seiner Reise nach China, Japan und Nordamerika zurückgekehrt. Als Frucht feiner Studien, Beobachtungen und kommerziellen Bemühungen hat derselbe soeben eine keine Schrift, betitelt: Exploration autou.r du monde* veröffentlicht, deren Lektüre, obgleich sie, wie die Reise des Autors, hauptsäch- ttch belgische Industrie-Interessen im Auge hat, auch deutschen Kaufleuten und Industriellen, besonders jungen Leuten, zu em­pfehlen ist. Sadoine ist eine Art belgischer v. Lesseps und be­sitzt eine Weltkenntniß, von der junge Leute, an welche die Frage der Wahl einer Carriere herantritt, lernen können. Die Schrift ist bei Gilon in Verviers erschienen und kostet nur 50 Ctms. Das Exekutiveomiti desGrand concours des Sciences etc. (Brüsseler Weltausstellung pro 1888) hat die Schaffung einer besonderen internationalen Klasse für alle seit einigen Jahren gewährten Erfindungs-Patente be- schlossen. Danach werden die pateutirten Modelle, Pläne u. s. w. eine besondere Gruppe bilden. Die Leitung dieser Abtheilung ist einem bewährten belgischen Patent-Agenten, Herrn H. Raclot, übertragen.

M Henk, 1. Dec. Die feit dem Jahre 1808 hier bestehende Maatechappij van Kruidkunde (Societe d'agriculture et de botanique) wird in den Tagen vom 15. bis zum 22. April 1888 ihre alle fünf Jahre stattfindende internatio- nale Ausstellung für Gartenbau und Blumen­zucht verausialten. Dem Programm nach zu urtheilen wird diese Ausstellung alle früheren an Glanz und Großartigkeit übertreffen, obgleich dievjlle de flore, wie Gent nicht mit Unrecht genannt wird, auf diesem Gebiete bereits wiederholt Bedeutendes geleistet hat. Es möge genügen, daraus hinzuweifen, daß die nächstjährige Ausstellung in 16 Sektionen 417 verschie­dene Wettbewerbe umfaßt und daß an die Sieger Preise im Ge- samvitwerthe von ungefähr 60,000 Francs vertheilt werden sollen. Die Preise bestehen theils aus Kunstgegenständen, theils aus goldenen, vergoldeten und silbernen Denkmünzen. DasPro- graiitm hält sich von engherziger Beschränkung durchaus fern und läßt jede Art Kultur, von der bescheidensten bis zur reichsten und seltensten, zum Wettbewerbe zu. Kaum irgend eine Stadt in Europa eignet sich so sehr, wie Gen', für ein Unternehmen dieser Art. Sie versieht nicht blos Belgiern sondern auch einen großen Theil des Auslandes mit den Produkten ihrer mehr als 80 Handelsgärtnereien, Blumen, Topfgewächsen, Treibhaus­pflanzen u. s. w. Die bedeutendste unter diesen Gärtnereien ist die .Compagnie continentale dHorticulture, eine andere, das große van Houlte'sche Etabliffement, hat feit vergangenem Sommer fein Dasein beschlossen. Seine werthvollen Sammlungen wurden vor einigen Monaten öffentlich verkauft; das Terrain ging in den Besitz der Stadt über. Ganze Schiffsladungen mit Kamelien, Azaleen, Orangenbäumen und anderen Gewächsen gehen alljährlich von Gent nach Fra,streich, Rußland, Amerika u.s.w. DieSociete dagriculture et de botanique, die außer ihren fünfjährigen internationalen Ausstellungen in zedem Jahre zwei­mal eine Landes-Blumen-Ausstellung mit Preisbewerbnngen ver­anstaltet, hat sich aus geringfügigen Anfängen (ihre erste Aus­stellung, die am 6. Februar 1809 eröffnet wurde, bestand nur aus 50 Topsblumen) durch beharrlichen und methodischen Fort­schritt zu ihrer gegenwärtigen großen Bedeutung emporgearbeitet. Sie besitzt seit dem Jahre 1836 ein nach den Plauen von L. Roelandt erbautes eigenes Lokal, dasCasino", mit prächti­gem Garten verbunden, das zugleich als Vergnügungs-Mittel­punkt der Genter dient.

* Newyorü, 26. Novbr. DieNewy. Staalsztg." schreibt: Am Danksagungstage verschied im Kreise seiner Familie in Hartem, nach nur kurzer Krankheit einer unserer ältesten deutsch- amerikanischen Bürger und Kaufleute, Herr Wilhelm Ren- ftaebter. Obgleich Herr Nenstaedter nie eine öffentliche Stelle bekleidete, gehörte er doch zu den bekanntesten und in deutschen Vereinskreisen beliebtesten deutschen Bürgern unserer Stadt. Er hinterläßt eine Wittwe und vier Töchter, von welch' letzteren drei verheirathet find. Sein Tod wird in deutschen Kreisen tief bedauert werden.

Prival-Deprschen der Frankfurter Zeitung.

N Berlin, 6. Dec., 8 Uhr 45 Min. Abends. Der Landeseisenbahnrath ist zur Plenarsitzung am 9. December in Berlin einberufen. Bon dem ständigen Ausschuß werden folgende Anträge von allgemeinerem Jn- teresse befürwortet:

1) Die Wiederaufhebung der Ausnahmetarife für Mais von Ungarn und Rumänien nach den östlichen Provinzen, da Mais bei seiner vielseitigen Verwendung mit den meisten der in Deutsch­land erzeugten Feldfrüchte in Wettbewerb trete und daher ge­eignet fei, die Gesammtmte reffen der deutschen Landwirthschaft zu beeinträchtigen: 2) eine Ermäßigung für Stückgut zur über­seeischen Ausfuhr iwch autzcrdeutschen Häfen für den Verkehr hon den rheinisch - westfälischen Jndusttiebezirken nach den deutschen Nordseehäfen unter dec Voraussetzung, daß ermäßigte Ausfuhr­tarife auf gleicher Grundlage für ähnliche Entfernungen (etwa 250 Km.) und weiter auch für den Verkehr mit anderen deut­schen Häsen und von anderen inländischen Bezirken eingeführt irerbcn (Einheitssatz annähernd etwa 6,7 Psg. Klasse a 1), für Eilgüter der doppelte Beiroz der ermäßigten Stückgutfrachten; 3) Antrag des Mitgliedes des Landeseisenbahnraths Dr. Wedsky betreffenb die Befürwortung eines Ausuahmetariss für Rohblei und Rohzink zur überseeischen ^Ausfuhr; 4) Ablehnung eines Ausnahmetarifs für feuerfesten Schieferthon von Neurode nach Rheinland und Westfalen weil diese Frachtermäßigung den Absatz der rheinischen und hessischen Thone zu Gunsten des schle­sischen Thones beeinträchtigen werde und somit ein im öffent­lichen Verkehrsinteresse begründeter Anlaß zur Ermäßigung der Frachten für Thon von Neurode nicht vorliege.

L Wie«, 6. Dec., 8 Uhr 40 Min. Abends. Wie diePresse" meldet, wird der Handelsvertrag mit Italien auf 10 Jahre abgeschlossen, vom Jahre 1892 ab einjährig kündbar.

uz Rom, 6. Dec., 3 Uhr 55 Min. Nachm. Be­züglich der Personalveränderungen im dip­lomatischen Corps erfahre ich, vorläufig werde nur der Petersburger Botschafter Greppi in Disponibilität versetzt werden. Die anderen Posten an den großen Höfen bleiben unverändert, der Londoner Posten bleibt längere Zeit unbesetzt.

4s Dortmund, 6. Dec., 10 Uhr Abends. Der hiesige Oberberghauptmann Prinz Schönaich-Carolakh tritt am 1. Juli 1888 in den Ruhestand.

Molff's telegraphischer Lorrespsudeu?- Bureau.

Paris, 6. Dec. In seiner gestrigen Unterredung mit Clemenceau hob Sadi Carnot die Nothwendigkeit der Bereinigung aller Republikaner hervor, einmal nm dem Auslande zu zeigen, daß die Republikaner sich zu verständigen wüßten) sodann um ein klares ehrliches Budget aufzustellen. Clemenceau stimmte im Allgemeinen den Ansichten des Prosi- denten zu, welcher heute Ribot und Andere empfing.

Kon»««, 6. Dec. Die Kommission der Zuckerkon- s e r e n z Hirst heute eine fünfstündige Sitzung. Da indeß bet Bericht der Kommission noch nicht fertig ist, wurde dir auf morgen cmbcraumte Plenarversammlung bis nach Ausarbeitung des Berichts vertagt. Die Kommission tritt morgen wieder zusammen.

csiern Herr Dr. web. Max Boehm aus Stuttgart über dHalsleidcn, deren Ursache und Heilung nach hen Grundsätzen der «rzneikosen Heilkunde." Eine vom Borstande des Vereins auSgegangene Zeitungsnotiz wies darauf hin. daß der Redner sich namentlich auch über die Krankheit des Kronpriirzen verbreiten werde. Diese Mittheilung hatte c3 wohl veranlaßt, daß Zuhörer und Zuhörerinnen den Saal imHotel du Nord" vollständig besetzt hatten. In Ber­lin, wo Anfangs dieser Woche Herr Dr. Boehm in gleicher Weife seinen Vortrag angekündigt, hatte die Polizei es ihm untersagt, die Krankheit des Kronprinzen zu besprechen. Der Vortn zeude ein noch sehr junger Herr entwickelte unter steter Berufung aus feine große Praxis und Erfahrung Ansich­ten, aus welche das Beiwortdilettantisch paßt. Er erlaubte sich, mit wenig Witz und viel Behagen die ersten Koryphäen der medi­zinischen Wissenschaft, z. B. auch Ech.-R. Koch, wie Schuljungen, welche ein Pensum schlecht gearbeitet, abzukanzetn. Ueber die neue Theorie der krebsartigen Erkrankungen von Dr. Scheuerlen äußerte sich der Redner u. A.:Es ist ja möglich, daß man unterm Mikroskope so ein Würmchen (sic!) oder Pflänzchen sieht die Ursache des Krebses ist es nie und nimmer! Die Krankheit des Kronprinzen soll nach Herrn Dr. Boehm ihren Grund haben in einer besonderen Anlage der Hohen; ollern, einer vor Kurzem überstandenen Masernkrankheit, dem starken Rauchen und der englischen Küche. Der Verein für naturgemäße Gesund­heitspflege sollte sich in seinem eigenen Interesse vor solchen Wander- und Wunderdoktoren hüten; sie schaden der Sache, welcher der Verein dienen will, am Meisten, indem sie dieselbe der Lächerlichkeit preisgeben.

g Der Wirthschafts-Verband des hiesigen Lehrer-Vereins, welcher nm Samstag seine General- Versammlinig hielt, zählt 513 Mitglieder. Der Gesammtumsatz betrug im vergangenen Jahre <.<t. 125,768. Der zu vertheilende Rabatt beträgt «V. 8515; wenn man beit Rabatt der Zeitungen mit 665 und den direkt vergüteten Rabatt hinzurechnet, so ergibt sich ein Gesammtantheil von X 10,599 beträgt ,4l 591 (gegen .« 391). Herr Huth wurde auf ein weiteres Jahr zum Vorsitzenden, und Herr Wilhelm Zucker auf 2 Jahre znm Kassier, zum ersten Schriftführer Herr Wilhelm Steitz gleichfalls auf 2 Jahre gewählt.

Ä 3» Gan-Ausschuß be r Frankfurter Tur­ne r s ch a f t, welcher am MoN-ag eine Sitzung hielt, wurde mitgetheilt, baß der Frankfurter Schützenverein ber Frankfurter Turnerschaft als Erinnerung für das ihm von derselben gele­gentlich seines 25jährigen Stiftungsfestes zu Theil gewordenen Ehrengeschenk das Anerbieten macht, 1000 der (Saufaffe zu spenden ober eine Schützenfest-Denkmünze in Gold ober Silber an jebe ber 7 Vereinssahnen zu stiften. Das Geldgeschenk wurde bankend abgelehnt. Dagegen sollen die Erinnerungsmedaillen be­reitwilligst angenommen werden, wenn dieselben Bezug haben auf das gefeierte Stiftungsfest. Dagegen verzichtete bet Ausschuß auf bie Stiftung von Schützenfest-Medaillen vom letzten Bundes- fchießtn, ba es bis heute noch nicht einmal von maßgebender Stelle für nöthig befunden worden sei, in irgend einer Form eine Aeußerung für bie beim letzten Schützenfest seitens ber Frankfurter Turnerschaft geleisteten mühevollen Dienste an ben Ausschuß gelangen zu lassen.

Vermischtes.

S*E Hs«-rörück, 5. Dec. Wegen der auf dem hiesigen Stahlwerk e vorgekommenen Unterschleife, über welche bieFrankfurter Zeitung" f. Z. bie ersten, Aufsehen erregenden Mittheilungen brachte, findet am 19. und 20. b. Mts. vor der hiesigen Strafkammer die Hauptverhanblung gegen die beiden in Untersuchung befindlichen Ingenieure des Stahlwerks statt.

# 6. December. Schon wieder ist in Folge des \

niederenWafierstandes ein Schiffsunfall zu verzeichnen. Ter zu Thal gekommene Schleppdampfer der Tauerei I. (Eigenthum her Kölner Tauereigesillschast) gerieth während des Aufdrehens i in der Nähe des Bläufethurms an einen Felsen, ben sogenann- ! ten Farrenstein, und erlitt berartige Beschädigungen, baß er nur mit größter Mühe nach Singen gelangen konnte, woselbst er ganz in der Nähe des Ufers sank.

* liCensSerg, 8. Dec. Am Mittwoch Morgens halb 7 Uhr wurde Abensberg durch Feuersignale in Schrecken versetzt. Es brannte ein Haus total nieder. Große Panik herrschte in der Stadtpfarrkirche, wo gerade Gottesdienst abgebalten wurde. Auf den Ruf .Fetter drängte Alles nach den Ausgängen und dadurch wurden viele Personen und Kinder niedergeworfen. Glücklicher Weise hat Niemand ernsten Schaden genommen.

-m- Hfftttßach, 6. Dec. In ber hiesigen Werkzeug- mafchineu-Fabrik von Collet u. Engelhard wurde in diesen Tagen eine Plandrehbank von ganz un gewöhn! ich en Dimensionen ferttggestellt, tvelche das Jnterefie aller Fachkreise um so mehr erregt, als in unserer Gegend Werkzeugmaschinen dieser Dimension bisher nicht gebaut worben find. Die Drehbank ist für bas große italienische Stahlwerk zu Terni bestimmt unb soll zum Drehen von großen Näbern und schweren Walzen bienen. Die Planscheibe ; hat 3.5 Met. Turchmeffer und wiegt ohne Zahnkranz 6.5 T-, , sie gestattet das Drehen von Schwungrädern bis zu 8 Meter Durchmesser und 10 T. Gewicht, ferner können zwischen Spitzen Walzen von 6 Meter Länge unb 20 T. Gewicht gedreht wer­den. Das Gesammtgewicht der Drehbank beträgt 33 T. Die Bank kann mit 20 verschiedenen Geschwindigkeiten laufen, unb zwar können diese verschiedenen Eeschwindigkeiten zur Hälfte direkt von ber Axe unb zur Hälfte durch ben Zankranz erreicht werden. Die Ausrückungen geschehen in einfachster Weise durch Handräder. Die Anssührung des Suffes sowohl als ber übrigen Theile ist in /ber Beziehung mustergültig, unb es erscheint des­halb nicht zweifelhaft, daß der deutsche Werkzeugmaschinenbau durch solche Leistungen in Italien mehr Eingang finden wird, nachdem es jetzt gelungen ist, bie englische Konkurrenz auch be- zügltch des Preises aus bem Felde zu schlagen.

H Mannheim, 6. Dec. Ich habe Ihnen bereits telegraphisch über dar gräßliche Unglück berichtet, welches sich heute früh halb 8 Uhr in unserer Stabt ereignete. Die Maurergesellen waren eben zur Arbeit gegangen, uni bie innere Wetterführung eines Neubaues an ber Käferthaler Landstraße (jenseits des Neckars) vorzunehmeu. Eine größere Anzahl derselben bildete eine Kette, um sich auf bie übliche Weife Backsteine zuzuwerfen; ber eine Theil ber Kette war naturgemäß außerhalb, ber andere Theil bei welchem sich ber Polier befand im Innern des Baues. Plötzlich stürzte das Gerüst an dem bereits drei Stock­werk hohen Baue zusanimen, mit furchtbarem, bonnerahnlichem Getöse folgte ein Theil des Gemäuers nach. Zehn Arbeiter lagen unter dem Schutt und den Trümmern : die rasch herbei- geeilten Lerne versuchten, bie Verschütteten von ber Last zu be­freien, was denn auch unter Beobachtung ber peinlichsten Vor­sicht geschah. Bald fanden sich Aerzte, Wundarzneibiener, Krankenwärter mit Tragbahren, Transportwagen unb Verband- mitteln an ber Unglücksstätte ein, unb nach verhaltnißmäßig kurzer Zeit waren bie mehr ober minder schwer Verwundeten ans Tageslicht gefördert. Sie wurden sämmtlich in das allge­meine Krankenhaus verbracht. Aus meine dortselbst eingezogeuen Erkundigungen wurde mir mitgeiheilt, daß drei Arbeiter sofort verbunden unb entlassen werden konnten, die übrigen sieben sind schwer, davon zwei tödtlich verletzt. Dec Polier L ö s ch m a,i n (verh.) bürste nur noch ioenige Stunden zu leben haben; er ist furchtbar zugerichtet. Grauenvolle Verletzungen am llnterleibe, schwere innere Verletzungen lassen ein baldiges Ende der Leiden erwarten. Ter Maurergeselle Bannholzer (verh.) lebt ebensals noch, allein ber Körper des Unglücklichen bildet nur eine blutige, zerquetschte Masse. Die Verletzungen der übrigen Fünf sind ebenfalls innere, größtentheils Rippenbrüche, Kopftontusionen, Fleischwunben. Die jetzige Sage der Verletzten erlaubt noch leinen persönlichen Besuch. lieber bie Entsteh- ungsurs-cche des von Baumeister Weber geleiteten, Herrn Tüncheimeister Kleebach gehörigen Neubaues kurfiren ver­schiedene Gerüchte, ans denen bie gegenwärtig vorgenommene Untersuchung des Staatsanwalts bas Falsche ausscheiden wird. Die ganze Stabt nimmt an dem furdjtbaren Unglücke lebhaften Antheil. Für die betroffenen Familien veranstaltet der hiesige Eenercl-Anzeiger" eine Kollekte, um die erste Noth zu lindern.

B Aus Kranken, 4. December. Eine überaus mysteriöse 1 Diebstahlsgeschichte wirb uns aus Gibitzenhof mit­getheilt. Die Frau eines Bahnbediensteien gibt vor, es sei Nachts, während der Abwesenheit ihres Mannes, ein Mensch plötzlich in ihrem Zimmer gestanden und habe, indem er ihr mit dem Revolver drohte, Gelb verlangt. Zu Tobe erschrocken, hätte sie nicht antworten können, worauf ber Eiildringling mit einem Bund Schlüssel an bie Kommode ging unb alles haare Gelb aus betreiben entnahm. Sie selbst hatte so viel Geistesgegenwart, ihr Vermögen, welches in Obligationen besteh enb unb ebenfalls in derselben sich befand, rasch an sich zu bringen unb zu ver­wahren. Der Spitzbube habe sie bann gebunden und ihr den Mund verstopft, aus welcher Lage sie erst ihre später erwachen­den Umber aus ihre Hilferufe befreiten. Ein Verdacht gegen eine bestimmte Person liegt nicht vor unb es ist nur ber allge­meine Wunsch, die eingeleUcte Untersuchung möchte Licht in diese dunkle Sache brmgen.

2 Nom, 2. Dec. Das wür11embergische Königs­paar wurde, wiewohl ti sich einen offiziellen Empfang ver-

Telegraphische Depeschen.

Die Wiedergabe der Privattelegramme. der telegraphische» Reichs» ».Land- tag«brrichte ohne Quellenangabe ist untersagt v. wird als Nachdruck verfolgt.

_______________7. Ser-mber 1887.

Frankfurter Handelsblatt.

Wiederabdruck der mit * bezeichneten Artikel, sowie der Privatdepeschen nur mit Quellenangabe gertattet.

* Vom Waarenmarkte.

Die Liste der Preissteigerungen hat auf unserem Ke- feratsgebiete seit voriger Woche reichlichen Zuwachs erhalten. Die raschen und großen Erfolge, welche spe­kulative Intervention in jüngster Zeit am Waarenmarkto erzielte, haben dort zu weiterer Umschau angeregt und die Unternehmungslust zu erhöhter Thätigkeit ange­spornt. Zunächst wurden während unserer heutigen Berichtsperiode mehrere von der wilden Hausse der. Kupfer- und Zinnpreise seither wenig berührte Metalle in die steigende Bewegung einbezogen. Gleichzeitig wurde die Wertherhöhung auch auf andere Artikel aus­gedehnt, in deren statistischer Lage gleichfalls eine1 Besserung bereits erkennbar ist, oder in nahe Aussicht genommen wird. Die zuversichtlichere Auffassung desi Geschäftslage fand in verstärkter Kauflust beredten Aus­druck. Ausgiebigere Versorgung des Bedarfs sowie auchi spekulative Nachfrage verliehen dem Verkehr mehrseitig ein animirtes Gepräge, mit welchem die Zurückhaltung scharf kontrastirte, zu deren Fortsetzung die Unsicher­heit in Betreff der Zollgesetze auf einzelnen wichtigen Gebieten des Waarenhandels genügenden Anlaß bot.

Getreide verkehrte an den meisten Märkten in befestigter Tendenz. Im Inland wurde das Geschäft von' den schwebenden Zollfragen sehr beeinträchtigt, aber die Preise davon nicht erheblich beeinflußt. Recht deut­lich wird der gebesserte Grundton der Getreidemärkte von den amerikanischen Weizencoursen dokumentär!, in deren langsam fortgesetzter Erhöhung indessen vorerst die Hoffnungen auf die Zukunft mehr als die gegenwär­tige dortige Geschäftsentwickelung zum Ausdruck ge­langen. An den wichtigsten Binnenplätzen der Vereinig­ten Staaten blieben die Zufuhren nahezu unverändert. Dieselben wurden zuletzt mit 537,500 Qts. Weizen gegen 550,000 Qts. in voriger Woche und 410,000 Qts. gleich­zeitig 1886 beziffert. Die Ausfuhr nach Europa umfaßte 161,00O Qrs. Weizen und 221,000 Sack Weizenmehl gegen 154,500 Qrs. und 319,000 Sack in voriger Woche., Die sichtbaren Weizenvorräthe haben seit der Vorwoche eine Zunahme von rund 1/s Mill. Bush, erfahren und be­tragen nunmehr 39.4, Mill. Bush., mithin immer noch 20.» Mill. Bush, weniger als vor Jahresfrist, denn damals? waren die Verrathe bereits auf 59,570,000 Bushel ge­stiegen. Die Abladungen Ostindiens sind sehr schwach; nur 11,000 Qrs. Weizen, gegen 48,000 Qrs. in voriger Woche, gingen nach Europa. Die mangelhafte Leist­ungsfähigkeit dieser Bezugsquelle in Verbindung mit den minder reichlichen Verrathen Amerikas verleihen der

günstigeren Meinung in die zukünftige Preisgestaltung immerhin gewichtigen Anhalt.

Spiritus wurde an den inländischen Märkten von dem wieder aufgetauchten Projekte eines Spiritti srings etwas im Werthe gehoben. Die eingetretene Befesti­gung der Notirungen wurde jedoch von darauffolgender Ermattung der Tendenz bald wieder verdrängt, da das Zustandekommen der geplanten Vereinigung vielseitigem Zweifel begegnete und die Konsumfrage verminderte An­forderungen stellte. Der Tcrminhandel erleidet unter den Bestimmungen des neuen Steueigeselzes gegen­wärtig sehr- erhebliche Einschränkung, für welche die geringen Preisschwankungen beredtes Zeugniß ablegen.

Rüböl hielt mäßige Werthbefestigung nicht lange aufrecht. Die in Aussicht gestellten Zollerhöhungen haben nicht vermocht, dem Artikel größere Beachtung zuzu­führen und dessen Preisstand vor erneuerter Ermattung zu schützen. Leinöl wurde gleichfalls etwas williger abgegeben. Olivenöl und Cottonöl blieben gut im Werthe behauptet. Terpentinöl begegnete ver­mehrter Nachfrage, deren Ausdehnung die Notirungen befestigte., Palmöl bedang stetige Preise. Cocos- n u fi ö 1 stand bei wenig veränderten Notirungen in ruhigem Verkehr. Talg hat in minder belebtem Handel den vorwöchenüicher Preisstand ziemlich unverändert beibehalten. Schmalz erlangte festere Haltung.

Petroleum hat langsam im Preise angezogen. Die Ausfuhr aus sämmtlichen Häfen der Vereinigten Staaten erreichte vom 1. Januar bis 22. November d.J. 506.8 Mill. Gall, gegen 515.1 resp. 49O.s Mill. Gall, gleichzeitig in den beiden Vorjahren. An den sieben kontinentalen Hauptmärkten hat der Lagerbestand in Folge reichlicher eingetroffener Zufuhren ansehn­liche Zunahme erfahren, welche indessen von gleichzeitiger Abnahme der schwimmenden Ladungen, sowie der neuen Abladungen dorthin übertroffen wurde. Der Versandt jener Märkte hat seit der Vorwoche weitere Abnahme erfahren. Die einzelnen Positionen zeigen im Vergleich zur Parallelperiode des Vorjahres nachfolgende Veränderungen in Barrels:

1887. 1886.

1. Lagerbestand 393,520 498,431

2. Zufahr in der Woche 177,577 144,850

seit 1. Juli 2,073,087 1,916.297

3. Versandt in der Woche 114,809 107,487

seit 1. Juli 2,195.511 2,137,275

4. Schwimmend 274,051 230,320

5. In Abladung 1-13.209 208,000

Total (1., 4. tt. 5i 81ü,771 931,751

Kaffee gewann an sämmtlichen V" kten festere Haltung. Namentlich an den Terminbörsen zeigen die Preise merkliche Erholung von dem kürzlich dort ein­getretenen starken Rückgänge. Die erhöhten Nolirungen, in welchen der zeitweise verdrängte Einfluß der redu- zirten Schätzungen der nächsten Ernten xu erneuerter Geltung gelangte, blieben jedoch nicht voll behauptet. Zucker behielt nahezu ununterbrochen steigende Ten­denz, welche der gebesserten statistischen Lage des Artikels ziffermäßigen Ausdruck verschaffte. Kakao wurde lebhaft umgesetzt und höher bewerthet. Thee, Reis und Pfeffer fanden gleichfalls vermehrte Be­achtung und erzielten merklichen Preisaufschlag. In­digo bewahrte stetige Haltung. Salpeter stand bei befestigenden Notirungen in belebterem Handel. S c h e 1 -. lack hatte sehr animirtes Geschäft. Die verminderten

Zufuhren und verstärkten Ablieferungen in London haben die Kauflust dort kräftig angeregt und die Preise rasch emporgeschnellt. Chinin erlangte bei reger Nachfrage ansehnliche Preissteigerung.

Hopfen hat die vorwöchentliche Marktlage ziem­lich unverändert beibehalten. Das reichliche Angebot untergeordneter Qualitäten begegnet fortgesetzt schwacher. Nachfrage, deren Zurückhaltung die Eigner zur Nach­giebigkeit veranlaßt. Tabak verharrte in fester Ten­denz, in welcher amerikanische Provenienzen sich be­sonders vortheilhaftauszeichneten. Leder, sowie rohe Häute und Felle erfuhren bei ruhigerem Handel meist nur geringe Preisänderungen.

Baumwolle folgte an den europäischen Märkten dem von Amerika gegebenen Impulse zur weiteren Werthbefestigung, welche sich ungeachtet der Zweifel in die Richtigkeit der niedrigen merikanischen Ernte­schätzungen mit kurzen Unterbrechungen langsam fori-, setzte. Wolle bekundete in den Auktionen in London gleichfalls festere Tendenz und wurde dort bei lebhafter Kauflust die anfängliche Preisabschwächung rasch wieder verdrängt und theilweiseAufschlag etablirt. Jute stand bei anziehenden Preisen sowohl für nahe als entfernte Lieferung in belebtem Verkehr, welcher von spekulativer Betheiligung kräftig alimentirt wurde. Seide bekun­dete in Folge verminderter Zurückhaltung der Käufer gleichfalls festere Haltung.

Kohlen bedangen bei gutem Abzüge feste und theilweise gebesserte Notirungen. Von Metalle»