8. Mai 1893

M-r-eEatt der H-ranlfrrrter Settitn#.

taten4« erachtm f-i: als Mensch muffe er solche? Gelränke aber nach «-sicht M Vereins für ^d-n^-fenn aus dem Gesicht,.

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Das

S. Seite. Nr. 12Z

nicht zu ferner Zeit den heute dafür zu erzielenden Preis erheblich übersteigen. Auf diese Weis« dienen du großen Opfer, du heute die Stadt, d. h. die Gesammtheit der Bürger, bringt, dazu, bat ersten Käufern, also einer kleinen Minderheit, einen bedeutende« Gewinn mühelos zufließen zu lasse». Ein einfaches Mittel, diesen Werthzuwachs der Allgemeinheit zuzaführen, ohne doch die neuen Bauplätze der sofortigen Benutzung zu entziehen, ist vorhanden, wenn die Stadt an Stelle des Verkaufe, di« Der» Pachtung auf -ine Reihe von etwa 3040 Jahren treten läßt. Wir erachten gerade den vorliegenden Fall als sehr geeignet für unser Gemeinwesen, um zu einer planmäßigen Vermehrung des städtischen Grundbesitzthums einen entscheidenden Schritt zu thu». Das bisher geübte Svstem, in den Besitz der Stadt gelangte Bau­plätze so bald als möglich wieder zu veräußern, diente nicht nur dazu, den mit der BevölkerungSziffer progressiv steigenden Werth deS Grundes und Bodens einer i. 3t. wohlfituirten Minderheit von Hausbesitzern zu Gute kommen zu lassen, sondern es gereichte auch der Mehrheit der Bürger durch Steigerung der Miethen und Steuern zu unmittelbarem Nachtheile. Wird dagegen unser Vor­schlag, soweit es im Machtbereiche der Stadt liegt, energisch, wenn auch allmählich durchgesührt, so sichert die auch für die Zukunft zu erwartende Grnndwerthsteigerung unserem Gemeinwesen eme stetig wachsend- Einnahmequelle. Was die AuSsühibarkeit unseres Vor- schlage? anbelangt, so erlauben wir uns in erster Linie auf da» Beispiel Hamburgs zu verweisen, das sein Freihafengebiet in solcher Weise verwerthete, wie auch auf den Umstand, daß gerade in jüng­ster Zeit in unserer Stadt werthvolles Gelände seitens Privater zu Bauzwecken verpachtet worden ist. Der Verein gibt sich der Hoffnung hin, daß der Magistrat in Berücksichtigung auch der Inter- essen künftiger Geschlechter sich der Mühe unterziehen werde, den ge­machten Vorschlag auf seine Durchsührbarkeit zu prüfen, und, wenn letztere feststeht, auch in Bälde die einleitenden Schritte zu seiner Berwirklichnng zu treffen." .

Tageskalender für Montag, 8. Mai: Hanptverem der deutschen Luther st iftung für den Stadtkreis Frankfurt a. M-, ordentliche Hauptversammlung im Polytechnische» Gesell- schaftshause (Neue Mainzerstraße 49), Nachnr. 7 Uhr. Elek­trotechnische Gesellschast, Geschäftssitzung und Vortrag im Kaiserhos", Abends 8 Uhr; Ingenieur Nahmsen-Köln: Elektro- metallurgische Gewinnung von Zink ans Erzen. Freies deutsches H 0 ch stift, juristische Sektion, Vortrag imRestaurant Kühn" (Neue Mainzerstraße 82). Abend« 8)4 Uhr; Assessor Dr. Waldschmidt: Aemtervenassung von Frankfurt a. M. Kranken- rmd Begräbnißkaffe deS K a n f m ä n n i s ch e n A e r e i n «, außer- ordentliche Hauptversammlung im Vereinshaus, Abends 8% Uhr. Bethmann-Museum mit DanueckersAriadne" (Fried­berger Thort, unentgeltlich geöffnet 10 -1 Uhr Mittags. Per­manente Ausstellung in der Stadtbibliothek (Schöne Aussicht 2), 10 bis 12 Uhr. Kaisersaal rc. imRömer", 111. Rothschild'sche Kunstsammlung (Untermainkai 15), 112 Uhr; Karten am Besichtigungstage zu entnehmen Beth- mannstraßr 1 und in der Buchhandlung von Karl Jügel's Nach-

Frankfurter Handelsblatt.

Wiederabdruck der mit * bezeichneten Artikel, sowie der Privatdepeschen ist nur mit Quellenangabe gestattet

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bezeichnet eS als Pflicht, daß ein Braumeister vom mcnichlrchen EtandMnkt aus solches Bier nicht verkauft, sondern weglanfen läßt. Herr Michel, Direktor der Brauschule in M u n ch e n, Nimmt an, daß die Katze schon in Verwesung übergegangen gewe­sen, da sie nach Anssag n der Zeugen gerochen habe In diesem Falle sei das Bier als starkverdorben zu erachten, da es Ekel errege und nicht alle von dem Kadaver h-rruhrenden Stoffe durch die Eahruua ausgestoßen werden. Bei ihm würde ras Bier wegge- f* üm iiordni sei». Das Hütte auch der Braumeister Wagner Ihrm. tollem Die Annahme des Herrn Prior, bafe das Mitsieden von Rallen und Mäusen keine Seltenheit sei, bekämpfte er. Hem Laudae.ichtsrath Dr. Hofmann von hier bczeichnet das Bier nicht für gesundheitsschädlich und verdorben vom chemischen Standpunkt aus vom Standpunlte des konsumircndeu Publikums aus müsse er­es ober als nicht normal, als Ekel erregend, als verdorben rm Smne des Gesetzes bezeichnen. Das schon mitgclherlte Urtheil lautet aus ,ine Geldbuße von 100 X event. 10 Tage Gefängniß.

(Millionen Mark.)

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Vermischter.

* Merlin, 6. Mai. Auf einen Patientenfchoß gestern Nachmittag gegen drei Uhr der p r a k t i s ch e A r zt Dr. F r i e d r i ch Köster, Landwehrstrabe 16a. Ueber daS Aufsehen erregende Vorkommmß wird derVolksztg." Nachstehendes berichtet: Der Gastwirth Ernst Trieglaff begab sich gegen zwer Uhr Nachmittags zu der Muiter des Dr. Köster, die mit ihrem Eodne in demselben Hause, und zwar zu .ebener Erde wohnt, um die Hilfe ihres Sohnes in Anspruch zu nehmen. Frau Koster wies Trieglaff in das Sprechzimmer des ersten Stocks, das erntn beson­deren Eingang vom Flur aus hat. Neben dem Sprechzimmer wohnt die Schlosserwittwe Niemer, die bald nach dem Eintritt der Patienten einen lebhaften Streit zwischen diesem und dem Arzte hörte. Sie konnte die Worte genau verstehen und giebt an, daß Trieglaff ein geschriebenes Rezept nicht honoriren wollte und dabei nusrief-ich gehe zu einem andern Arzt." Dr. Köster war damit Nicht einverstanden, drohte mit der Polizei und ließ sich schließlich soweit hinreißen, Trieglaff zurückzudrüngen, so daß er m dem Zimmer bleiben mußte und selbst vom Flur aus d:e Thür zuzu- Hal teil. Der Gastwirth gelangte aber doch gewaltsam hinaus und zwischen Arzt und Patient entspann sich ein Ringkampf auf dem Treppenflur. Daun hörte die Zeugin einen Schuß fallen und sah auch spater, daß die aus einem Revolver des Doktors abgeschossene Kugel in di- in das obere Stockwerk führend; Treppe gedrungen War. Sie kam arich noch frühzeitig genug, um wahrzunehmcn, daß Dr. Köster mit der Waffe in der Hand den Gastwirth an die Thür des auf der anderen Seite des Sprechzimmers wohnenden Kauf­manns Eigeimlann drängte. Dann krachte wieder ein Schuß: das Geschoß hatte den Kinnbacken Trieglafsis getroffen und war in die Korridorthür eingedrungen. Dieser Ausgang ernüchterte den Arzt sofort, er nahm sich des Verletzten an und versah ihn mit einem Nothverbande. Trieglaff wurde dann nach seiner Wohnung Keidel- straße 9 gebracht, wo er sich in Behandlung des Dr. Schacht be­findet. Eine lebensgefährliche Verletzung scheint nicht vorzuliegen, wenn er auch das Bett hüten muß. Dr. Köster, der zunächst auf freiem Fuß belassen wurde, dürste inzwischen festgenommen worden sein.

* Memek, 28. April. DasWem. Damvfboot schreibt: Die behördliche Versügung, wonach von heute Nachmittag ab für russisch-jüdische Auswanderer gleichzeitig der Eiten- ibahnschaltcr und die deutsche Grenze sich schloffen, hat die natürliche j Folge gehabt, daß gestern nnd heute der Zufluß der Auswanderer l«ach unserer Stadt ganz kolossale Dimensionen annahm. Befördert wurden, der angegebenen Verfügung gemäß, alle diejenigen, welche flch auf der Liste des hiesigen Comites befanden oder auf Grund don Schiffskarten noch nachträglich die Genehmigung zur Weiter- !fahrt erhalten hallen. Die Arbeit, die das Comiti zu bewältigen chatte, war außerordentlich schwer, die Aufgabe, alle diese Menschen 'zu befriedigen, wurde jedoch glücklich gelöst. Mit dem heutigen ^Frühzug verließen über 200 Auswanderer unsere Stadt, die Kinder, die kein Billet zu lösen hatten, nicht mitgerechnet, und heute Nach­mittag 3 Uhr wurden in 6 Waggons über 300 Personen, ebenfalls di- Kinder nicht einbegriffen, befördert. Die Zahl der beförderten Perfonen, einschließlich der Kinder, dürfte annähernd 700 gewesen 'fein. Die meisten der Auswanderer begaben sich zuvörderst nach Bremen oder Rotterdam, um von da nach Amerika zu kommen. Für die Fahrkarten nahm die hiesige Stationskäffe allein am heutigen Tage an 10,000 Mark ein.

i * Aus Penang wird ein aufregender Fall jener Mord- m« n i e, wie sie in Ostasien nndIndien nicht selten ist, gemeldet. 'Ein m a l a y i s ch e r Seemann, der wegen Losbreuncns von ^Schwärmern und Raketen verhaftet worden war, erstach mit seinem ^Messer den die Verhaftung vornehmcnden Polizistm uud schnitt einem herbeieileuden inalalstscheu Geheimpolizisten die große Schulteraterie durch, was den augenblicklichen Tod desselben zur Folge Halle. Ein europäischer Polizist kam dann an die Reihe, doch kam derselbe mit einer leichten Schramme an der Hand davon. Darauf flüchtete sich der Tollwüthige in ein Haus, von wo er, durch 'chinesische und malayische Polrzisten scharf in die Enge getrieben, einen Ausfall machte, wobei er sein Messer in den Rücken des ihm zunächst Stehenden stieß. Dann verbarrikadirte sich der Rasende in einem Zimmer des Hauses, bis es schließlich einem europäischen Mispeklor gelang, den Malayen durch einen Revolverschuß in« Knie kampfunfähig zu machen, worauf er in'« Gefängniß abgeführt weiden konnte. _________________

Aktiengesellschaft der Löhnberger Muhle. Als im Januar d. J. X 1 Million 4Xproz. Obligationen des Unternehmens zu 102 pCt. sur Emission kamen, wurde an dieser Stelle monirt, daß der Prospekt keinerlei Mittheilung, nicht einmal eine approximative, über das Geschäftsergebniß von 1892 gab. Nach seinen Angaben waren steigende Dividenden vertheilt worden, bis auf 10 pCt. für 1889, dann nur 6 pCt. für 1890, aber für 1891 wieder 92,'s pCt, wobei auch die neu ausgegebenen Aktien für die zweite Jahreshälfte 3 pCt. bekamen. Jetzt stellt sich, wie schon kurz telegraphisch gemeldet, heraus, dass das 1892er Ergebniß ein überaus ungünstiges war. Das muß die Verwaltung annähernd schon im Januar gewußt haben, der Prospekt hätte darüber nicht ganz schweigen sollen. Der ganze Bruttogewinn hat diesmal nur Mark 102,363 betragen gegen X 281.873 des Vorjahres, während die Unkosten dem mit X 124,751 gegenüberstehen, so daß bei nur X 17,940 Abschreibungen ein Verlustsaldo von X 40,328 übrig blieb. Durch Deckung desselben ver­mindert sich die Spezialreserve auf 118,303; die ordent­liche Reserve enthält X 205,550, gleich 10 pCt. des Aktien­kapitals. Die Anleihe ist in der Bilanz noch nicht voll aufgeführt; an Einzahlungen figuriren zunächst X 212,000, neben denen X 770,000 weitere Verbindlichkeiten be­standen. Unter den Aktiven figuriren die älteren Anlagen mit rund X 527,000, der Neubau mit X. 1,449,000 (1891 jfL 835,000). Die Waarenbestände sind von X 710,000 auf X 1,045,000 gestiegen, die Debitoren von X 442,000 auf X 268,000 vermindert.

* Die deutschen Zettelbanken Ende April. Die Veränderungen, welche der April in dem Status der Zettelbanken veranlaßt hat, sind völlig andere wie im vorjährigen Parallelmonat. In der Hauptsache hängt dies offenbar damit zusammen, daß bei der Reichsbank durch die Einzahlungen auf die neuen 3proz. Anleihen unge­wöhnliche Veränderungen vorgekommen sind. Bei sämmt­lichen Zettelbanken ergiebt sich für April eine Zunahme des Wechselbestandes um X 73.65 Mill, und des Lombards um 3.50 Mill., während im April 1892 der Wechsel­bestand sich um ..« 22.83 Mill, und der Lombard um X 7.87 Mill, sich verringert hatte. Damals waren die Giro-Einlagen um X l.eo Mill, zurückgegangen, diesmal wird eine Vermehrung derselben um X 119.38 Mill, aus­gewiesen, wobei aber zu bemerken ist, daß sie trotzdem nur um X 11.78 Mill, über ihre vorjährige Höhe hinaus­gehen. Der Metallvorrath, welcher im Vorjahr um X 9.39 Mill, stärker geworden war, hat diesmal um X 0.91 Mill, abgenommen, derselbe ist mit X 943.58 Mill, um_X 88.70 Mill, niedriger als zur gleichen Zeit des V orjahrs. Der Notenumlauf hat sich um X 61.73 Millionen (1892 X 28.29 Millionen) verringert, die steuerfreie Notenreserve ist von X 133 95 Millionen auf XL 187.32 Millionen ( 892 von XL 249.60 Mill, auf 293.12 Mill.) gestiegen. Die gesetz­liche Notendeckung aller Banken war Ende April 82 22 pCt. gegen 77.80 pCt. Ende März und 89.93 pCt. Ende April des Vorjahres. Die Deckung der Noten der Giro- Guthaben durch Kasse (Baar, Reichskassenscheine und Noten anderer Banken) berechnete sich am 56.64 pCt. :t. Ende März und l.sapCt. Ende April 1892.

Zd° §

* Wiener Börse. Aus Wien, 5. d. M., wird uns geschrieben:Die Aktion, welche zu dem Zwecke in Scene gesetzt worden war, um durch eine Vertheuerung des Geldpreises die Hausse einzuschränken und so die I ausländischen Verkäufe und in weiterer Konsequenz eine Steigerung des Goldagios hintanzuhalten, ist ohne die er­wünschte Wirkung geblieben. Wohl wurde der Geldpreis vcrtheuert und die inländische Spekulation zurückge­drängt, aber um so kühner erhob dagegen die Berliner Contremine ihr Haupt und durch die Steigerung der Effekten-Verkäufe des Auslandes wurde das inländische Goldagio von Neuem in die Höhe getrieben. Zum Theil wurde der Berliner Contremine hiezu indirekt durch' die Vertheuerung des Geldpreises selbst der Vorwand ge­liefert. Die Erhöhung des Zinsfußes hatte nämlich er- ] möglichst wieder Zinsfußarbitragen mit dem Auslande I vorzunehmen, und da diese im Wege von Trassirungen I durchgeführt wurden, so wurde Wien in den üblen Ge­ruch gebracht, daß hier die Lage unhaltbar geworden I und der Ausbruch einer Katastrophe unmittelbar bevorstehend sei. Am 9. Mai werden es gerade zwanzig Jahre, daß die 1873er Krise ausgebrochen ist, welche bei der gegenwärtigen Generation noch heute in recht lebhafter Erinnerung steht und sie die vielen Jahre her und bis in die jüngste Zeit vor Ausschreitungen behütet hat, welche eine ernste Sühne erfordern würden. Wer mit den Verhältnissen nur einigermaßen vertraut ist und dieselben objektiv lieur- theilt, muß auch zugeben, daß zwischen Einst und Jetzt ein himmelweiter Unterschied bestehst Unmittel­bar nach der Durchführung der großen staatlichen Konvertirungen hat die Spekulation wohl einen Mo­ment von Gründungen geträumt, aber der Traum ist nicht in Erfüllung gegangen. Die Haute finance verhielt sich derartigen Zumuthungen gegenüber völlig ab­lehnend und die vereinzelten Finanzirungen, welche bezüglich kleiner industrieller Etablissements von unter­geordneten Firmen versucht wurden, haben auch ge­zeigt, (hiß das Publikum für solche Dinge nicht empfäng­lich ist. Und darum können die heutigen Verhältnisse mit denen vom Jahre 1873 auch nicht annähernd in eine Parallele gebracht werden. Die Hausse der letzten I Monate war in der Hauptsache nichts anders als eine Konsequenz des Erfolges, von welchem die staatlichen Konvertirungen und die Goldbeschaffung zum Zwecke der Valuta - Regulirung begleitet waren. Im Großen und Ganzen konnte gegen die Berechtigung der Hausse auch nichts eingewendet werden, nur das Tempo I derselben war überhastet und mußte naturgemäß I zu einem Rückschläge führen, weil es eben trotz aller I Gunst der Verhältnisse so nicht weiter fortgehen konnte. Als in Folge des Widerstandes der ausländischen Märkte gar ein Goldagio zum Vorschein kam, erkannte man die I Nothwendigkeit zu relardirep, doch wurden nun, wie be- I reits gesagt, die Angriffe von auswärts nur um so heiliger I erneuert. In Folge dessen verfielen die Course zunächst einem Abbröckelungsprozesse und später einer beschleunig­ten Reaktion, welche noch dadurch verschärft wurde, I daß man sich angesichts des lange dauernden Regen- 1 mangels auch der Sorge um die Entwicklung der Saaten I nicht entschlagen konnte. Erst in den letzten Tagen kehrte mit den Niederschlägen, durch welche die Hoff­nungen der Landwirthe aufgerichtet wurden, auch an der Börse wieder eine zuversichtlichere Stimmung ein. Die Course vermochten sich zu erboten, eine kräf­tigere Aufwärtsbewegung wurde jedoch durch das Goldagio verhindert, welches sich nach wie vor fast auf seinem höchsten Stande hielt Zwar nahm die Berliner Kontremine Deckungskäufe vor, welche mit Verkäufen, aut dem Valuten-Markte verbunden waren, allein sie legte sich hierin mit Rücksicht auf die eventuelle Auflösung des deutschen Reichstages eine gewisse Bescliränkung \ auf, so daß auch in den Coursen keine größere Wirkung ' zu Tage trat. Außerdem fehlte es wohl auch nicht an umfassenden Valuten-Abgaben der Kreditanstalt, welche . allerdings eine weitere Steigerung des Agios verhinderten, aber andererseits auch keine nachhaltigeErmäßigung des­selben im Gefolge hatten, weil das auf den Valuten- Markt gebrachte Material von der Kontremine gierig aus­genommen wurde, zumal dieselbe bei der Prolongation ihrer Engagements in Devisen und fremden Valuten mit beträchtlichen Deports zu rechnen hatte. Auf dem Banken- Markte blieben trotz der schließlichen Erholung durch­wegs ermäßigte Course in Haltung, Auch Transport werthe bewegten sich auf einem niedrigeren Niveau. Industrie- Werthe waren nur relativ geringen Fluktuationen unter­worfen. Speziell Alpine Montan-Aktien reagirten auf die Version, es könne schon heute als ausgemachte Sache betrachtet werden, daß keine Dividende vertheilt sondern der erzielte Reingewinn zu Refundirungen und Investitio­nen verwendet wenden wird. Oesterreichische Waffen­fabrik-Aktien gewannen eine ansehnliche Reprise, weil neuerliche Verhandlungen wegen italienischer Bestellun­gen eingeleitet wurden. Renten bekundeten im Zusammen­hänge mit den Mai-Fälligkeiten, welche zahlreiche Käufe seitens der Wechselstuben im Gefolge hatten, eme feste Haltung. Geld ist nach dem Ultimo etwas flüssiger end

I billiger geworden, ohne indeß die frühere Abundanz bisher wieder erlangt zu haben.*

K. Oberverwaltungsgericht in Berlin hat dahin entschieden, daß aus dem Einkommen der Aktiengesellschaften 3M% als | steuerfrei nur auf das wirklich, eingezahlte Kapital gekürzt werden dürfen, nicht auch auf Geaußscheine. Die Bazar- I Akt. - Gesellschaft hatte die 314% auf das ganze, ursprünglich eingezahlte Kapital gekürzt, der Fiskus ließ I den Abzug nur für den noch nicht in Genußscheine umge- I wandelten Kapitalbetrag gelten, und die hiergegen eingelegte Beschwerde der Gesellschaft wurde durch den Gerichtshof zurückgewiesen. In den Urtheilsgründen heißt es u. A.: Im § 16 des Einkommensteuergesetzes findet eich erörtert, was als steuerpflichtiges Einkommen der Aktien-Ge Seilschaften zu betrachten ist und dabei die Vorschrift, daß von den ennit- I selten Ueberschüssen 3M Prozent des eingezahlten Aktien- 1 Kapitals abzuziehen sind. Der zugelassene Abzug ist mit I anderen Worten nur für eingezahltes, also thatsächlich vor- 1 handenes und arbeitendes Aktien - Kapital zu machen. Von anderen Betheiligungen, welche die gleiche Berücksichtigung erfahren sollen, ist keine Rede. Die Genußscheine stellen nun aber eine von den Aktien wesentlich verschiedene Betheili­gung an der Gesellschaft nach deren statutarischer Einrich­tung und selbst nach der eigenen Ausführung der Beschwerde dar und sind jedenfalls keine eingezahlten Aktien mehr.

Oldenburgische Glashütte. Der Bruttogewinn ist von X 151,045 auf X 65,794 zurückgegangen. Davon werden JC. 35J509 zu Abschreibungen benutzt und X 281000 als Divi- | dende von 4 pCt. (1891 9pCt.) vertheilt.

Deutsch-Russische Naphtn-Importgesellschast, Berlin. | Nach dem Geschäftsbericht für 1892/93 ist der Garantie­vertrag mit der Naphta - Gesellschaft Gebr. Nobel in Peters­burg zu Stande gekommen und von beiden Seiten vollzogen worden. Die Garantieleistung wurde nicht in Anspruch ge­nommen. Wenngleich der Markt für Petroleum im ganzen Geschäftsjahr wiederum dauernd weichende Konjunktur ver­folgte, und obgleich Amerika vermöge seiner inzwischen in Betrieb gesetzten vermehrten deutschen Inlands - Petroleum­anlagen das Geschäft und den Absatz des Nobel - Petroleum weiter erschwerte, vermochte die Gesellschaft dennoch ein befriedigendes Gesammtresultat zu erzielen. Der Umsatz ist zwar von 418,518 Ctr. auf 311,022 Ctr. zurückgegangen im Fakturwerthe von X L85 Mill. (1891/92 X 2.« Mill.). Aus dem Bruttogewinn von X 122,290 werden X 21,215 zu Abschreib­ungen, X 22,315 zur vertragsmäßigen Rückzahlung an die Herren Gebr. Nobel und X 66.000 zur Zahlung von 5M pCt. Dividende auf X 1,200,000 Aktienkapital verwandt

Basler Leben 8 v ersiclierun gsgesel Isch ast In 1892 betrug der reine Zuwachs in der Lebensversicherung Fr. 5«, Mill Kapital und Fr. 106,538 Rente, wodurch sich der Versicher­ungsstand auf Fr. 126-72 Mill. Kapital und Fr. 476311 Rente gehoben lüft. Dazu kommen noch in der Unfallversicherung Fr. 232-67 Mill. Versicherungen auf den Todesfall und Fr. 344.M

I Mill, auf den Invaliditätsfall. An Prämien wurden Fr. 5.M I Mill, für Lebens- und Rentenversicherungen, Fr. 809,436 für I Unfallversicherungen vereinnahmt, zusammen Fr. 6 ,7 Mill., 1 d. i. Fr. 809,789 mehr als im Vorjahre. Ausgezahlt wurden I Fr. 3.01 Mill- die Prämienreserve wurde um Fr. 2-~ Mill, auf

Fr- 30-75 Mill- erhöht. Der Reingewinn beträgt Fr. 520,449, woraus Fr. 330.000 dem Gewinnfonds der Versicherten und Fr. 65,000 den Reserven angewiesen werden, während die

I Aktionäre 9 pCL (1891 7 pCt.) Dividende erhalten.

I Freyburger Mühlenwerke, H. Hintze fc (X, Fretbnrg I a. Unstrut, Man schreibt uns:Die außerordentliche Gene- I ralversammlung am 4. d. M. beschloß, Grundschuldbriefe im I Gesa mm tbe trage von 400.000 X auszugeben, die durch Ein- ] t auf dem Grundbesitz der Gesellschaft hinter 200,000

. eilt werden. Durch diese Transaktion würde

die lediglich durch Mangel an Betriebsmitteln verursachte Kalamität der Gesellschaft beseitigt werden. Nachdem die Grundschuldbriefe gezeichnet nein werden, soll die Kom­manditgesellschaft in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden.

Ende §-g.

6«

Aatwerpe«, 5. Mai. O«mUe Hetirnagen Br Wolle nach Kammxug nn Termin handel.) Contract B. Mai 4.67%, Juni 475» Juli 4.77S6. Aug.. Sept <82%. Oct. EL. Äov. <85. Dec. 4.87)4» Jan. 4.90, sehr. 4.92^ Marz 4.95, April 497)4. Verkauft «UXB KiMl Kn big. . ä

Antwerpen, 5. Mai. (Witteua A Co.) . La Plata Woll-Stati­stik. Ankünfte in europäischen Häfen von 1. Nov. bis 36 Apol MWI 240,297 B. regen 328.423 B. in 189293. , .

BrwUtoe*, 4. Mai. Wolle fest, namentlich Cresabred «« Luatre, Gai ne lest, mäßiger Umsatz, Snperiustre eher ttoearsm Stoffe ruhiger.

Leine*.

HB Dundee, 3. Mai. (Originalbericht der Franks. Zfeiton Jute sehr fest, Verkäufe nach London und dem Continent. hier 1 Platze aber keine Nachfrage, Prima-Marken, abgeschlossen zu

HaenoTer'sche BrateselMaft. Die Gesellschaft hat in A 1892 Grundstücke im Werthe von X 134.673 verkauft, woran ein Buchgewinn von X, 27.428 erzielt wurde. Dadurch er- I mäßigt sich der Immobilienbesitz auf -M 2.M Mill., welche I einenMiethsüberschuß von X 81,143 (1891 X 76,254) brachten. Bautischlerei und AsphaJtlabriken heben ewen etwa« bessern I Nutzen ergeben als im Vorjahr. Von der Produktion der I Ziegelei sei für 1893 bereits der größte Theil verkauft. Der , Gewinnüberschuß beläuft sich auf X,. 99,074 (1891 XL 131,955), I die Dividende beträgt 3M pCt (1891 iM pCtj '

Waaren- und Produkt en berichte.

Getreide.

Berlin. 5. Mai. (Griff.-Wochenbericht der Franks. Zeit an» über die Berliner Produktenbörse.) Der A erkehr in Weizen ist den wenig anregenden Berichten entsprechend, to ' ernossener Woche bis gestern hier nnbedeutend gewesen und die Dtimmung durchaus nicht lest; heute jedoch erfuhren die Weizenpreise im Anschluß an eine stürmische Hausse für Boggen, einen namhaften Aufschwung, so daß gegen vor acht Tagen einiger I crtschntt zu konstatiren ist. Für Koggen, der sich bei ruhigem Geschäft zunächst nicht vollkommen im Werthe behaupten kennte, hat später die Kauflust wieder die Oberhand gewonnen, und gerade heute ist das in so hohem Grade der Fall gewesen, daß die Preise schnell und sehr beträchtlich stiegen. Hafer hat nach ge­ringen Schwankungen erst gegen Schluß heutiger Börse eine weitere Preissteigerung erfahren. Die Betheiligung am 1 ermin- handel blieb schwach, der Absatz für Waare ging aber etwas besser.

Neuss, 5. Mai. (Or.-Ber. d. Erks. Ztg. von Jonas Hoffmann.) Die Marktzafuhren bleiben klein. Weizen gut preishaltend. Kog­gen, Hafer, Gerste und Mais fester. Hülsenfrüchte umsatzlos. Weizenmehl unverändert ruhig. Weizenkleie sowohl greifbare als auch Lieferungswaare höher. Tagespreise loco hier: Weizen Mark 156164. Roggen .« 142146, Hafer 155 per 1000 Kilo. Weizenmehl No. 00 ohne Sack .« 21%22% per 100 Kilo. eizea- kleie ohne Sack .« 4.404.50 per 50 Kilo. .

Heilbronn, 5. Mai. (U.-B. d. FkL Ztg. v. btrauß & Hirsch- berger.) Die Stimmung für Brodfrüchte hat sich befestigt, die Umsätze blieben jedoch den höher gestellten Forderungen gegen­über ziemlich beschränkt. Gerste bei mangelndem Angebot in bes­serer Frage. Hafer fest und höher. Wir nobren heute erste Kosten: Weizen, wnrtt. .# 17X-K, bayer. 18, fremder 17^18)4, Kerne, Ä Dinkel M 13%M, Koggen 14%-la, Gerste,* IbM

UM. Ungar. M 17^-18^ Hafer, hiesiger l->. oberl. M 1&

Landshut. 5. Mai. (Onginalbencbt der Franks. Zeitung). Die heutigen Marktzufuhren befragen: Weizen 461, Korn 58, Gerste 23, Hafer 92 Doppel-Hekt. Mittelpreise: Weizen ,* 26.66 (+ 97 A) Korn M 19.71 (+ 54 ~\), Gerste M 18.91 (+ 69 5,), Hafer M 14.8 (+ 86 4»), e ..

Spiritus.

Berlin, 5. Mai, (Orig.-'VX ochenbericht der Franks. Zeitung.) Für Spiritus ist eine weitere nicht ganz unerhebliche Werther­höhung festzustellen. Der Verkehr in dem Artikel hat sonder­liche Ausdehnung nicht erlangt, aber die Vorsicht des Angebots verschaffte mäßiger Nachfrage immer sehr bald einiges Ueber- gewicht. _ _ ..

Oele, Oelsaaten nnd Fettwaaren

Berlin, 5. Mai. (Orig.-Wochenbericht der Franks. Zeitung.) Rüböl hat sich nicht viel im Werthe verändert und wenn auch mitunter größere Kauflust sich zeigte, hat es doch an Abgebern nicht gefehlt, da die Mühlen gegen ostindische Oelfrucht ihre Verschlüsse fortsetzten.

Berlin, 5. Mai. (Originalbericht von Gebr. Gause.) Butter. Die letzten Preise konnten sich in dieser Woche nicht voll be­haupten. Die Eingänge von feinen Qualitäten waren infolge der billigen Konkurrenzmarkte nicht in glatter W eise abzusetzen und hat die bisherige feste Stimmung nachgegeben Die Preise für Landbutter waren bei schwachem Geschäfte gleichfalls gedruckt. Unsere Abrechnungspreise franco Berlin an Produzenten sind heute. Hof- und Genossenschaftsbutter 1. Qualität .* 9193, IL Qnalrtat ,* 8890, abweichende jt.85- 87. Landbutter: preußische ^-83, Netzbrücher M 8083, ponimersehe M 80 -83, polnische .« 80-83, bayerische Senn--, do. Land- Jh 7780, schlesische ^ 80 85«

zische M 78 -75. Margarine M 40- 70. Schmalz. Es bestand rege Kauflust für Locowaare und nahe Lieferung Heutige Hoti- r an gen: Choice Western steam .Ä 60, la Fester Stadtschmalz M 60, feinstes reines amerikanisches Tafelschmalz ,4t 60, h airbauk 48 49.

Xeass, 5. Mai. (Or.-Ber. d. FrkL Ztg. von Jonas Hoflmann.) Angebote in indischen Saaten haben sich bei andauernd fester Stimmung verringert. Umsä'ze sind unbedeutend. Infolge der Witterung sind die ohnehin in hiesiger Gegend weniger vorkom­menden Bapsanpflanzungen als fast gänzlich verloren zu betrach­ten. Leinsaaten matter. Bombay- und Madras-Erdnüsse ziemlich unverändert. Büböl bei befriedigendem Absätze ruhig. Lemol niedriger. Erdnußöl gut behauptet. Greifbare Oelkuchen ver­nachlässigt, dagegen auf spätere Lieferungen gefragt und hoher. Tagespreise loco hier bei Abnahme von Partien: Kubol ohne FaB M 52, Leinöl ohne Faß 45 per 100 Kilo. Leinkuchen, I Erdnnßkuchen, Rübkuchen M 107 per 1000 Kilo. _ .

Heilbronn, 5. Mai. (O.-B. dl Ff. Ztg. v. Strauß & Hirsoh- berger.) Beps und Mohn ohne Umsatz. Büböl fest und etwas höher. Mohnöl und Leinöl unverändert. "Wir notiren heute erste Kosten: Beps -, Mohn -, Büböl faßweise Min Partien faßfrrf ( M 59. Mohnöl, deutsches .« 102114, von indischer baat M 6768, I Lciiiun^cl^^e^, 5 Nai. Terpentinöl nnveränd.. disp. 60, Sept- Dec. 60, französisches 58, spanisches 57% per 100 Kilo.

C London, 5. Mai. (Urigmalbencht der Franks. Zeitung.) Talg wurde mehr beachtet und erzielte in der heutigen Auktion einen fast allgemeinen Aufschlag von 6d, nur feiner Schaftalg blieb unverändert. Von den aufgestellten 1082 Faß australischen Sorten wurden 783 Faß verkauft. Mach Qualität brachten Schaftalg 28>4 31s, Ochsentalg 26%28s. Hiesiger Stadttalg notirt 29s, lJC 48s loco. Leinöl verkehrte ruhig und wenig verändert. Barrels notiren loco sowie Mai-August £ 19%, Sept.-Decbr. £ 19%. Lot­to n ö 1 war unbelebt und schwach preishaltend. Bohes loco £ 19%, Juni-August £ 20, Bafflnirtes kostet nach Marke und Fastage £ I 21%22%. Palmöl behielt die Notirung von £ 27 für feines Lagos Cocosnußöl zeigt wenig Veränderung. Feines Ceylon notirt £ 26%. Gutes und feines Cochin £ 28%-29 loco.

L London, 5. Mai. Butter. Markt ruhig. Neuseeland 5670s, Australische 60 - 94s., Friesland 8892s, Jersey 80 -88s, Norman- I die 90114s, Kiel nnd dänisch 90104s.

Thran und Fische. ___

Hamburg, 5. Mai. (Wochenbericht der H. B.-H.) Ihran. Norw. braun Leber- X 34. gelber, blanker X 40 per frord. T, Archangel und tirönl. ,« 39 per ICO Kilo, Schwed. 3 Krone« 5(i per Faß, braun Gerber u. 3 Kronen 38 per 100 Kilo, Medi- cinal- X 4244, Dampf-lledicinal X 5653 per Nord. T, New- foundl. weißer X 48 per 100 Kilo. Thran ruhig.

Käse.

T, London, 5. Man Käse. Geschäft lebhafter. Gouda 42 As» Amerikanisch 4856s, Edam 4662s.

Colonialwaaren nnd Landesprodukte.

Hamburg, 4. Mai. (Wochenbericht der H. B.-H ) Kaffee. Am Markte für effektive Waare ist fortdauernd ein befriedigendes Geschäft gemacht worden und der Abzug ins Inland blieb ein guter. Die meisten Umsätze fanden in westindischen und centralameri-

April 1892 Mai

Juni Juli Aug. Sept. Oct

Nov. Dec. Jan. 1893 Fehr. März

April

Frankfurter Angelegenheiten.

Frankfurt <u M.. 7. Mai.

Brat Tage.

, ---- Die bereits erwähnte Eingabe, die der Frankfurter Boden- tzefitzreform - Verein aus Anlaß deS Altstadt- Straß en durch bruchs an den Magistrat richtete, hat Nachstehenden Wortlaut:Durch di« Ausführung des am 18.April ibeschlosstneu Straßeudurchbruches in der Altstadt wird eine erheb­liche Anzahl neuer Bauplätze städtisches Eigenchnm. Es ist anzu- ipehmen, daß derm Verwerthung der bisherigen Gepflogenheit «nt- ifprechend durch Verkauf erfolgen wird. Diesem Verfahre« stehe»

Zudeu ö l erfunden habe» am Ende haben auch die Bettel-- jleuir etwas erfunden? Will der arme Man« nicht auch lebe»? ifißo bleiben die armen Ritter?

j Was belouimt denn der arme Mann ? Ein Stückchen altes Brod. Wenn also die gute Wirthin einmal ein Esse» aus Altbackenem Brode macht, so nennt sie dieses Essen den Arme n 'Mann und eine Suppe von altem Brode bezeichnet sie als eine Beitel mannssnppe. S« bereitet auch eine Speise ans altbackenem Schwarzbrod uud Aepseln, die nennt sie Apfel- Lettelw an» und ein Gebäck von Erodschnitten, Milch und Eimst dos nennt sie de» B l i» d e n Mann. Siehst auch eine Sauce, in die sie Schworzbrod und geriebene Semmel thut, (die nennt sie des armen Mannes Sauce. La Sauce au pauvre Ihomme. Und ein billiges, aus übriggebliebener Semmel be­stehendes Anshllsegericht taust sie: A r m e r R i t t c r.

, Die Bier Bettler, die zum Nachtisch gegeben werde«, ibw Qtiatre Mendiants: Knackmandeln, Haselnüsse, Feigen mid Traubeurosineu sind die vier Bettelordcu. Wie Lazarus Kbegehren sie sich von den Brosanien, die von des Reiche« Tische n, zu sättigen. Wir dem arme» Manne, gab ma» den elmönchen, was übrig geblieben war, und wie der arme Mmn wurden die Bettelmönche für diese Abfälle typisch. Man sagtauchStudentensutter. Aus den Brosamen wurden all­mählich Lnackmandeln und Traubenrosincu, wie das immer zu gcheu pflegt in dieser Gestalt mag die Bettlrrkost sogar einem Rothschild munden, der ä la Finanziere speist. Jede andere Erklärung der Quatre Mendiants, über die sogar ge­predigt worden ist, hinkt.

Aus den Klöstern ist übrigens außer einigen Liköre» und RSsiherseu herzlich wenig hervorgegangen, so gut auch darin ge- [eS ward. Ich will abbrechen nnd de« Leser überlassen, diesen kamubalistischcn Speisezettel zu ergäuzen, aber zum Schluffe noch mWre», wie der Mensch auch wieder ist, was er ißt, wie er fernen Namen von Würste» und Heringe» eotiefott Daß der Postenreißer jedes Volks nach der Bolksspeije. daß er in Teutsch- Hauswurst, in Frankreich: JeanPvtage, « England: AackPndding heißt, ist bekannt; aber auch die ehrbaren Her inge, Bratli sche, B utterdrode, die Wir kennen nnd tagtäglich kennen lernen, sind zu ihren Namen durch die leidige Gula und nicht bei der Taufe, sondern über Ristch gekommen. So gewiß der Pickelhering, da? heißt der ge- stch«e Hering in der Komödie den populären Fisch personistzirt, so stcher hat Wilibald Alexis (Wilhelm Hering) eimnal Heringe

kantseben Sorten. Einfuhr seit dem 28. April: 1113 Sack von Ost­indien, 2 Faß von Colombo, 7577 Sack von der Westküste Süd­amerikas, 15,888 8. von Brasilien. 2433 S. von Newyork, 507 8. von Lissabon, 6558 8. von Havre, 4328 8., 1 F. von London, 32 8. von Antwerpen 364 8. von Rotterdam, 420 8. von Amsterdam, 12 8. von Bremen, 1003 8. von Bremerhaven, 11 8! von Gothenbnrg, 21 Sack Diverse. Die Verkäufe am Locomarkte vom 28. April b s 4. Mai be­trugen : 7000 Sack Bio u. Santos, 2000 8. Laguayra, 4000 S. Maracaibo. 7500 8. centralamcrikan. Sorten. 4600 8. Domingo u. 1000 8. Diverse. Notirungen in Pfennigen per Pfund: Rio ordinär 6677%,do. reell ordinär 7884. do. gut ordinär 8488. do. fein ordinär 8999, do. gewaschener 94106, Santos ordinär 6876, do. reell ordinär 8085, do. Campinas 8292, Ceara 7882, Bahia 6878, Savanilla 87100, Guatemala 94104, Costarica 92104, Porterico 10.1118, Laguarya Trilladen 7885, Deszerezado gewasch. 94100, Maracaibo 82109, Domingo oi-dinär und reell ordinär 7882, do. gut ordinär u. fein ordinär 8386, do. verlesene 8792. Mocca 115150, Afrikaner (Ca- zengo) 6875, Java 105160, Ceylon Native, do. Plantation, Triage und Brennwaare 53 SS.

Wein.

t Main«, 5. Mai. (Originalbericht der Frankfurter Zeitung.) Die heute hier abgehaltene Weinversteigerung des Herrn Wilh. Paaizza von 18 Stück und 26 Halbstück 1890r, sowie 11 Halb­stück 18S9r Niersteiner, darunter hervorragende Ans- nnd Spät­lesen. erfreute sich einer sehr regen Betheiligung der Vertreter des Weinhandols. Die 1890r erzielten X 7601350 per Stück. X59O 990, 1030, 1270, 1340 (die 4 letzten Nummern Behbach Biesl. Aus­lese) per Halbstück. Von den 1889r fanden nur 7 Halbstück zu x 820, 1020, 1030, 1310, 1280, 1400, 1550 (beide letztere Behbach Aus­lese) Nehmer. Die 4 letzten und feinsten Nummern der Kollektion wurden, da die Gebote hinter der Eignertaxe zurüekblieben, nicht zugeschlagen. Gesammterlös für 8 Stück und 33 Halbstück X 38,350.

A Oberwesel, 5. Mai. (Originalbericht der Franks. Ztg.) Seitens des Herrn Amtsgerichtsrath a. D. D A v i s, Weingutsbe­sitzer dahier, gelangte gestern eine Kollektion von 43 Nummern 1890r, 1891r und 1892r Weiß- und Bothweine zur Auktion. Die Ver­steigerung war gut besucht und fanden sämmtliche Nummern wie folgt Nehmer: Weißweine 1890r .*610-890, 910-1195; 1891r X 530 860, 1892r X 650905 per Fuder von 1060 Liter. Bothweine 1890r X 1115, 1240, 1691 r X 910, 925, 1910, 1065 per Fuder. Gesammterlös für 43 Fuder Wein X 36,470. ,

Oürkhetei, 5. Mai. (Originalbericht der Franks. Ztg.) Herr Phil. Guttermann und Frau Wtwe. Jean Senft stellten heute eine Kollektion 1891r, 1892r, 1889r und 1890r Weiß- u. Roth­wein zur Auktion. Es wurde für 18911 X 465-600, für 1889r X 710. 850, für 1892r X 680-700 bezahlt. Einige Faß gingen zurück, Bothwein 1892r erzielten X 330370, 1889r X 630-650 per 1000 Ltr. Aach hiervon gingen einige Fall zurück.

I u WirJieakrl«, 5. Mat (Originalbericht der Frank. Ztg.) Herrn L. H. Wolfs Wtwe. lies heute eine Kollektion sehr be- achtenswertiier, zum Theil hervorragenden Gewächse aus ver­schiedenen Lagen von Wachenheim, Deidesheim Forst und Rup­pertsberg versteigern und zwar 20 Stück 1889r, 35 Stück 1890r und 35 Stück 1891r, alles eigenes Wachsthum. Die Auktion erfreute sich sehr guter Betheiligung und nahm einen überaus günstigen Verlaut Hier die Einzelheiten: 1891r X 5651206, 1890r X 610 100015401559, 1800, letzteres Ruppertsberger Gewürztraminer, 1889r X 710-1410. 1630, 1905 (forster), 2100 (Wachenh. Bächel BiesLL

I 1800 (Ruppertsberger), 2106 (Deidesheimer Hochmorgen), 2060 und 2089 (Forst a-f. 6590 (Auslese) per 1-000 Ltr.

Webestofie end Äan ofaJcterwaare» Baumwolle.

Bombay, 4. Mai. Ankünfte diese Woche 72BOO B. (gegen 71)000 B-z. Zeit 1898), «eit 1. Ja«. 957B00B. (14)10,000 B.), Export nach | England diese Woche 2000 B. ( BjL seit 1. Januar 25.000 B.

(36.000 BA Wochenvereehiffungen nach Frankreich 7000 B. (12.000 B.), I nach dem übrigen Kontinent 63000 B. (472)00 B.), seit 1. Jan.

nach demselben 422,000 B. (444,000 B.j, an Schiffsbord 4L000 B. (27.000 I B.) Cours auf London 1s 3VBd, auf Paris Credits 1 Fr. 59 C.

Fracht per Dampfer nach Liverpool I7s 6d, nach Havre 18s 9d- I Markt ruhig mit nur mäßiger Frage.

I Hengkesg, 4 Mai. Mamrfakturwaaren ruhig. Grey Shirtings SWpfti. D. 2JO per Stück. Tarter Twist 16 24 D. 96 per Stück.

| Wechsel auf London 4 ML S- Bankwechsel 2s 9%d.

Skaaghal, 4. Mai. Manufakturwaaren trage. SXpfd- Grey

I Shirtirgs 1 Taels 90 Mares. 7p«d. Mexican T-Cloth Taels. -a | Wechseloours aas London 4 Mt. Sicht 3a WHd.

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