2. Seite. Nr. 134.

Morgcttblatt der Zeit«»«.

Sonntagsfrage. Bethmann-Museum mit Danneckers Ariadne" (Friedberger Thor), unentgeltlich geöffnet IV1 Uhr Mittags. Kaisersaalrc. imRömer", 111. Roth- schildffche Kunstsammlung (Untermainkai 15), 112 Uhr; Karlen am Befichtigungstage zu entnehmen Bethmannstraße 1 und in der Buchhandlung von Karl Jügel's Nachfolger.

scheu die Knie gepreßt, auf das Unheil zu ihren Füßen herab- stiert. Die Kunst des belgischen Meisters feiert in diesem Jahre einen neuen Triumph.

Wie alljährlich enthält der Salon des Marsfeldes auch eine Abtheilung für Kunstobjelte. Das Kunstgewerbe ist damit zum Range der Kunst erhoben, und die ausgestellten Gegenstände weisen die volle Berechtigung dieser Rangerhöhung nach. Beim raschen Durchschreiten bemertt man die Holzschnitzereien von C a r a b i n: von einer Seite geschehen ist es eilte Fran, von einer anderen Seite eine Fledermaus, und das Ganze ist eine Aschen-Schaalc; ser. er eine silberne Raucher-Lampe von H a e k, ein kleines Prachtstück der Goldschmiedektmst u. s. w. «. s. w. Aber man bemerkt vor allen Dingen Eines: daß mau nämlich Unrecht thut, diese Säle rasch zu durchschreiten.

Vermischter.

* Hffeuöurg, 13. Mai. Auf Wunsch des Hm. Oskar Muser bestätigen wir, daß er nicht der Einsender der Notiz über die Ver­haftung des Oberiugenieur Scholl ist.

B Aondon, 12. Mai. In dem Bericht des Direktors des ameri­kanischen ethnologischen Bureaus wird die Zahl der noch in den Bereinigten Staaten von Amerika vorhandenen I n d i a n e r auf ungefähr 250,000 geschätzt. Mehr als die Hälfte derselben gehört bereits der einen oder anderen christlichen Sekte an und die Bekehrung des Restes soll nur dieFrage wenigerJahre sein. Mehr als Zweidrittel haben ihr unstätes Leben aufgegeben und er­halten sich durch Ackerbau und Handarbeit ohne irgendwelche Unterstützung Seitens der Regierung. Mit wenigen Ausnahmen halten sie aber trotz der tiefgreifenden Veränderung ihrer Lebens­weise an ihren alten Gesetzen bezüglich Erbschaft und Stammes- befitz fest. Fehden der Stämme unter einander haben gänzlich auf­gehört und auch gegen die Weißen kriegerisch vorzugehen würde sich heute nur noch ein sehr kleiner Theil der Indianer bereit finden.

* Z»ckcrsvurg. 9. Mai. Ter Kasseubole, welcher in der St. Petersburger Diskonto-Bank gegen 92,000 Rubel unterschlagen hat, heißt Wladimir Michailow und dient bereits 22 Jahre in der Bank. Er hatte, wie diePeterSb. Ztg." mittheilt, ein Jahresgehalt von cn. 1000 Rbl. und freies Quartier. In den letzten Jahren soll er an der Börse und Karten gespielt haben. Wie Michailow ausgesagt hat, ging er bei der Defraudation in folgender Weise vor: jeden Abend'lieferte er nach Schluß der Operationen der Bank das baare Geld, die Coupons, Checks und anderen Werthe aus seiner Kasse in das Depot der Bank ab. Hierbei ersetzte er nun die unterschlagenen der Geldsummen durch fiktive Checks, die er am nächsten Tage aus dem einlaufeudeu Gelde bezahlte, um sie durch neue Checks zu ersetzen. Auf diese Weise beugte er einer Revision der Check? in den Büchern der Bank vor. Diese Operation ist jahrelang unbemerkt geblieben.

dieser Krastfnttermittel in bedenklicher Weise hänfen, sehr annähernd die Menge der zngesetzten fremden Stoffe festzustellen. Die Erdnuß Ut stärkehaltig und wird daher durch Jod dunkelblau gefärbt, während zugesetzte Reste anderer Oelsamen kein Stärkemehl ent­halten, deshalb gelb gefärbt werden und sich mit Hülfe der Lupe leicht auslesen lassen.

Ilm das Einballen des Schnees in die Pferdehufe zu verhüten, benutzt man Strohpuffer, welche man auf folgende Weise l,erstellt: Mau nimmt glatlhalmiges, nicht modriges Roggenstroh: welches mit Wasser etwas angescuchiet wird. Davon nimmt man einen fingerdicken Strohbüichel, bindet diesen an seuien starken Halmenden mit einem Faden zusammen und theilt dann dielen Büschel in drei gleiche Theile, um ein dreitheiliges Geflecht herzustellln. Ist das Geflecht fertig, so rollt man dasselbe so ans, daß die breiten Flächen aneinander zu liegen kommen; es müssen jedoch gleich beim Beginn des Ausrollens die Lagen beS Geflechtes sehr fest mittelst Nadel und Faden durchstochen werden, damit die Verbindung haltbar wird. Das Aufrollen setzt man so lange fort, bis der Puffer die Größe erreicht, daß er fest zwischen die Eisen­schenkel hineingedrückt werden kann. Diese Strohpuffer sitzen sehr fest und es geht selten einer davon verloren; man hebt ihn heraus, indem ein stumpfes Instrument zwischen Puffer und Eisen eilige« schoben wird. ______________

Frankfurter Handelsblatt.

Wiederabdruck der mit bezeichneten Artikel, sowie der Privatdepeschen ist nur mit Quellenangabe gestattet

* "Wiener Börse. Aus Wien, 12. d. M., berichtet unser A-Korrespondent: .Der Kampf zwischen Wien und Berlin wurde in der abgelaufenen Woche mit gesteigerter Hartnäckigkeit und Erbitterung geführt. Nachdem die mäßige Versteuerung des Geldpreises, welche der Ultimo im Gefolge hatte, gewichen war, glaubte die Wiener Spekulation die Hausse-Bestrebungen von Neuem auf­nehmen zu können, und sie erblickte eine Anregung und zugleich eine Berechtigung überdies in dem Umstande, daß endlich ein ausgiebiger Regen niedergegangen war, und den Saaten eine namhafte Kräftigung gebracht hatte. Waren die vorausgegangene Dürre und die Geldtheuerung im Sinne der Reaktion verwerthet worden, so schien es nur konsequent zu sein, den eingetretenen Regen sowie die Erleichterung des Geldmarktes als Argumente zu Gunsten der Hausse gelten zu lassen. Allein der erste Versuch, die Course zu steigern, wurde von der Berliner Contremine sofort mit vermehrten Abgaben und in wei­terer Konsequenz derselben mit einer neuerlichen Steige­rung des Goldagios beantwortet. Sowie aber diese Achillesferse berührt wurde, zuckte die lokale Spekulation zusammen und die gewonnenen Coursavancen gingen wie­der in die Brüche. Die heftige Rückwirkung, welche einer­seits die australische und andererseits die griechische Krise auf den Londoner Markt übten, konnte schließlich auf die hiesige Börse ebenfalls nicht ohne ungünstigen Einfluß bleiben, zumal durch die Zinsfußerhöhungen der Bank von England und der Deutschen Reichsbank die Steige­rung der Devisen- und Valutenpreise einen neuen Impuls erhielt. Was früher, insoweit die ausländischen Effekten- Verkäufe in Betracht kamen, zum nicht geringen Theile als ein Werk der Berliner Kontremine angesehen worden war, hatte nunmehr durch die ungünstige Gestaltung der internationalen Geld Verhältnisse gleichsam eine Sanktion erhalten, so daß die Widerstandskraft der hiesigen Speku­lation nicht unwesentlich vermindert wurde und die Reaktion, welche sich anfangs in ziemlich engen Grenzen bewegt halte, schließlich fast auf allen Effekten-Gebieten, größere Dimensionen annahm. , Auf dem Banken- Markte erlitten, insbesondere Kreditaktien und Boden­kredit-Aktien, bei welchen man zu Beginn der Woche die Hebel ä la hausse angesetzt hatte, einen ziemlich empfind­lichen Rückschlag. Die übrigen Bankpapiere wurden von der Reaktion ebenfalls mehr oder minder in Mitleidenschaft gezogen. Auch Länderbank - Aktien, welche von einem Spekulantenkreise zeitweilig favorisirt worden waren, mußten sich schließlich eine nicht unbeträchtliche Cours­einbuße gefallen lassen. Auf dem Transport- Äktien-Markte interessierte sich die Speku­lation in erster Linie für Saatsbahn - Actien, weil das mit der Regierung getroffene Uebereinkommen nicht allein in Betreff des Ausgleichs mit den Prioritäten, sondern auch bezüglich der neuen Formel für die Ga­rantie-Ermittelung auf dem Ergänzungsnetze zu Gunsten der Staatsbahn-Gesellscbaft gedeutet wurde. Die Speku­lation suchte daraufhin den Cours der Staatsbahn-Actien neuerdings zu heben, ohne daß es ihr jedoch bisher ge­lungen wäre, bei der im Allgemeinen ungünstigen Börsen- ; Strömung mit ihren Bemühungen einen nachhaltigen Er- : folg zu erzielen. Lombarden, welche in der Ultimo- I Regulirung unter Executionsverkäufen zu leiden hatten, | vermochten sich später von der Depression theilweise zu , erholen. Elbthal-Äctien wurden vorübergend durch die Dividenden-Erklärung(10% fl.lgünslig beeinflußt. DieHausse ; der Aussig-Teplitzer Aktien wird mit Plänen bezüglich einer neuen Actien - Emission in Zusammenhang ge­bracht, doch wurde die Bewegung schließlich durch die von der Regierung geforderten Tarif - Ermäßig­ungen einigermaßen beeinträchtigt. Die Coursverän­derungen der übrigen Transportwerthe waren von uptergeordpeter Bedeutung. Auch Industrie-Wertie erfuhren k6ine einschneidenden Veränderungen. Speziell Montan-Werthe bekundeten im Vergleiche mit den deutschen Bergwerksaktien sogar eine feste Haltung. Bau- und Ziegel-Aktien blieben ziemlich stationär. Oesterreichische j Waffenfabriks-Aktien wurden im Hinblick auf die neu?r- \ liehen Pourparlers, welche bezüglich italienischer Gewehr- \ Bestellungen gepflogen werden, mit einer ansehnlichen \ Avance bedacht, welche jedoch zum Schlüsse der Woche ebenfalls mehrfachen Anfechtungen ausgesetzt war. Die Entwicklung der Rente n-Kurse wurde zeitweilig durch Investitionskäufe der Postsparkasse gefördert, doch stellte sich schließlich auf diesem Effekten-Gebiete gleichfalls eine Reaktion ein. Devisen und Valuten haben auf Grund des Remboursbedarfes3 der Effekten-Arbi­trage, sowie in Folge der Erhöhung der ausländischen Zinssätze im Preise angezogen. Die Abgaben der Kredit­anstalt und die Leihoperationen der Oesterreichisch-Un- garischen Bank übten auf die Coursbewegung des Devisen- und Valuten-Marktes gleichwohl eine retardirende Wirkung.

* Griechische Finanzen. Aus Athen vom 6. d. M. uns zugehende Mittheilungen, die noch vor dem Aus­bruch der Ministerkrisis geschrieben sind, lassen erkennen, daß dort zu dieser Zeit noch immer auf das Zustande­kommen der neuen Anleihe gerechnet wurde. Man hatte indeß bereits sich damit vertraut gemacht, daß statt der ursprünglich geplanten Lst. 5 nur 3% Mill, auf diesem Wege beschafft werden würden, und daß weitere Fr. 21 Mill, kurzsichtiger Vorschüsse, die vorher ebenfalls aus der neuen Anleihe getilgt werden sollten,

Frankfurter Angelegenheiten.

Frankfurt a. M., 14. Mai.

Born Tage.

<--- Die neue VerwaltungSordnung des Waisen­hauses trifft u. A. folgende Bestimmungen: Das Waisenhaus ver­pflegt aus seinen Mitteln unvermögende christliche Kinder, die hier ihren Unterstützungswohnsitz haben und zwar: a) vollverwaiste Kin­der, deren Eltern (bei unehelichen Kindern die Mütter) 10 Jahre lang hier ihren Wohnsitz gehabt haben in a l l e n Fällen, mit Aus­nahme jedoch der schon zu Lebzeiten der Eltern vom Rrmenamt untergebrachten Kinder; b) andere vollverwaiste, sowie halbver­waiste Kinder, bei denen die Voraussetzungen unter a nicht zutreffen, wenn das Pfleganit auf Antrag des Armenamtes deren Aufnahme in die Waijcnhauspflege beschließt. AIs unvermögend gelten Kinder, die kein oder doch nur ein Jt. 2000 nicht übersteigendes Vermögen und auch keine Verwandten besitzen, die zu ihrem Unterhalt ver­pflichtet und im Stande sind. Das Waisenhaus ist berechtigt und, soweit das Interesse des Kindes einen Wechsel nachtheilig erscheinen läßt, verpflichtet, die Verpflegung auch bei Wegfall der Voraus­setzungen fortzusetzen, wenn ihm das Armenamt die Kosten ersetzt. Auch kann die Verpflegung aus Waisenhausmitteln unter Zustim­mung des Magistrats festgesetzt werden. Das Waisenhaus kann gegen Pflegegeld in Pflege nehmen: 1. auf Antrag des Armenamtes solche Kinder, die hier keinen Unterstützüngswohnfitz besitzen, für die aber das Armenamt das Pflegegeld zu zahlen sich bereit ertlärt, 2. auf An­trag des Vormunds solche vollverwaiste hier unterstützungswohnsitz­berechtigte Kinder, deren Vermögen höher als 2000 Mark ist. Kin­der aus den früheren Frankfurter Ortschaften können ausgenommen werden, soweit die deshalb vorhandenen Stiftungen die Mittel zur Verpflegung und Erziehung gewähren. Die Kinder werden in der Regel bei Familien in kleineren Orten aus dem Lande in Pflege und Erziehung gegeben und nur aus besonderen Gründen in Anstalten untergebracht. Das Pflegamt kann unter Zustimmung der städti-

jscheu Behörden Hilssanstalten für die aus der Schule entlassenen Kinder errichten und solche auch anderen Kindern zugänglich machen, auch andere derartige Anstalten mit Beitrügen unterstützen.

Tageskale «der sür Montag, 15. Mai: Frank­furter Demokratischer Verein, öffentliche Versamm­lung im Saal derConcordia" (Großer Hirschgraben 19), Abends 8M Uhr; T.-O.: Die Auflösung des Reichstags und die politische Lage; Referent: Redakteur Franz Schreiber. Lehrkurs für Jugend- und Turnspiele, einleitender Vortrag und Uebungen in der Musterschule von Vm. 10 Uhr ab ; Turnspiele der Mittel- und Bürgerschulen aus dein Altaracker", Nachm. 5Uhr. Verein sür Ferienkolo­nien, Hauptversammlung im Hoch'schen Konservatorium, Nachm. !6 Uhr. Bürgrrverein, Abstimmung über Neuanmeldungen mm 15., 16. und 17. Mai, Abends 6814 Uhr. Frankfurter ^Evangelische Vereinigung, Jahresversammlung im i.Lnserhof", Abends 8% Uhr. Evangelischer Verein sür innere 'Mission, Vortrag imVereinshaus Westend" (Neue Mainzer- straße 41), Abends 9 Uhr; Pfarrer Cordes : Unsere Stellung zur Gretorzu nennen, dessen drei Porträts volle Beachtung ver­dienen. Ein Jrauen-Porträt ist mit seinein geistreichen Colorit dunkle Kleidung auf dunklem Grunde und mit seinen charak­teristisch herausgearbeiteten Gesichtszügen >vohl das beste Bild der von dem vielversprechenden Künstler ausgestellten Serie.

Nun noch einige Hauptwerke: Billotte, der feine Poet, der in Farbcn die Reize der Holden besingt, die sich Paris nennt, hat Nstre-Dame wiedergegeben, von violettein Dämmerung-nebel umtvebt, aus dcni die Kathedrale hcrvorschaut so zart und leicht, als wäre sie selber eine Dunsterscheinung. Ban Beers hat zum zehnten oder zwölften Male seineFiileuse" in den Salo» gesandt, nnd so genau man diese Dame im schwarzen Sammetpelz, die sich das lachende Gesicht zur Hälste mit dein Muff verdeckt, auch schon kennen, so viel Böses man auch über Van Beers und seine Kunst ohne Ernst noch Gewissen gehört oder auch selbst gejagt habm mag so sehr man mit einem Worte verpflichtet ist, die kleineFrostige" zu verdammen, so wenig kann man sich verhindern, sie bei diesem Wiedersehen doch ganz deliciös zu finden. Sehr viel Wesens wird von D a n n a t ge­macht, der, Ivie gewöhnlich, dieFlamencas", die spanischen Zigeunerinnen, in ihren Tänzen malt. Es ist ja wahr, daß die Schlangenlinien der tanzenden Frauenkörper dem Leben abgesehen und mit sicherem Wurf auf die Leinwand gebracht sind; aber die Gesichter sind von einer solchen Fratzenhastigkeit und vor allen Dingen die Lichtwirkungen von einer so beleidigenden Brutalität, daß man sich an dieser Kunst unniöglich begeistern kann, wenn MM ihr auch nicht jedes Verdienst absprcchen mag. Leon F r L d i r i c ist im gegenwärtigen Salon der einzige Mystiker von Bedeutung. Die Art, wie er den Gothikcrn uacheisert, wie er selbst deren Zeichenfehler, deren Steifheiten sorglich nachahmt, ist allerdings schon nicht mehr allzuweit von der Manier entfernt. Auch wirkt seinenglischer Gruß", wobei die Jungfrau in einem geschmacklos modernen grauen Kleide dargestellt ist, aus den ersten Blick mehr als befremdend. Aber aus diesem wie aus den anderen Bildern geht hervor, daß Fred(ric doch eine starke Eigen­art besitzt, und wenn man sich einmal an seine Excentricitäten gewöhnt hat, so findet man bei ihm Kraft, Tiefe und Poesie.

In der Skulpturen-Abtheilung steht auf dem Ehrenplatz Vater Constantin M e u n i e r. Unter Andern: hat er die Frau aus seiner im Brüsseler Museum befindlichen GruppeSchlagen­des Wetter" ausgestellt die Mutter, welche unter den vom schlagenden Wetter getödteten Bergleuten die Leiche ihres Sohnes gefunden hat. Es ist unmöglich, sich eine erschütterndere Ver­körperung des Elends der Enterbten zu denken, als dieses lange 'hagere Weib, das mit stumpfsiuuigem Gesichte, die Hände zwi-

Kleines Feuilleton.

Frankfurt a. M., 13. Mai.

# (Fromme Bühncucensorcn.s Aus Elberfeld, wird uns vom 11. d. M. geschrieben: Der Beschluß des Krefelder Stadt­verordneten - Kolleginms bezüglich der Aufführung von Suder- mann'sH e i m a t h" Hai hier Schule gemacht. In der vor­gestrigen Sitzung der Stadtverordneten, in welcher es sich unter Anderem um die Bewilligung von 4000 Mark für Theaterzwecke handelte, nahmen vier durch ihreFrömmigkeit" bekannte Mit­glieder des Kollegiums dieselben find gleichzeitig Mitglieder des lutherischen Presbyteriums Veranlassung, gegen das Theater im Allgemeinen und gegen Sudermann'sHeimath" im Speziellen zu Felde zu ziehen. Diese Herren, die sich mehr durch die Be­thätigung ihres extrem-orthodoxen Standpunktes, als durch be­deutende Leistungen in der Selbstverwaltung auszeichnen, thaten ihr Möglichstes, um die Bewilligung der genannten Summe für eine Institution, welche Sittlichkeit und Moral untergrabe, zu hintertreiben. Einer der frommen Stadtväter bezeichnete die Heimath", welche er nach eigenem Geständniß nur aus der Re- cension eines hiesigen Blattes kennt, als ein Stück, in welchem die Unfittlichkeit gefeiert werde. Nichtsdestoweniger wurde die Summe mit allen gegen vier Stimmen bewilligt.

(Politik und Glauben, j Vom Inn schreibt man dem katholischen Bayerischen Vaterland : In einem oberbayerischen Pfarstorse ermahnte der Herr Pfarrer nach dem Bekanntwerden der RrichStags - Auflösung die im Gasthause anwesenden Bauern, bei den nächsten Wahlen den alten CentrumS-Ka«- bibattn wieder zu wählen. Dir Bauern nickten stumm mit den Köpfen; als aber der Herr Pfarrer fort war. sagtm sie einmüthig: Die Beichtzettel haben wir schon für Heuer; jetzt können wir wählen, wen w i r wollen."

neben dieser durch Ausgabe von 4proz. inlän­dischen Rententitres zu decken wären, die man den Vorschußgläubigern zu 55 pCt. überlassen wollte. Hier­nach hätte also auch das neue Auslandsanlehen nicht den einzigen Schuldenzuwachs dargestellt. Der Vorschuß von Lst. 40,000, den die Athener Allgemeine Kreditbank am 10. April vom Staate zurückzufordern hatte, prolongirte sie auf weitere drei Monate zu dem bisherigen Satze von 5% pCt Unbehagen verbreitete in Asten das Beharren der französischen Finanziers und ihrer Presse bei der Abneigung gegen das neue Anlehen und die von Paris immer wiederkehrende Mahnung, statt der Vollzahlung aus neubeschafftem Gelde doch lieber die Zinsen der alteren Anlehen zu verkürzen. Wie nach dem Scheitern der Anleihe die neu zu bildende Regierung darüber denken wird, das muß sich bald zeigen. Bis zum Rücktritt von Trikupis vertrat mit ihm die Athener Presse den Standpunkt, daß Griechenland gewillt und in der Lage sei, seine Verpflichtungen voll zu erfüllen. Von den hervorragenden Politikern vertritt diese Auffassung auch Delyannis; Ralli will sogar die Vollzahlung auch ohne neues Anlehen für möglich halten. Der frühere Ministerpräsident Constantopoulo, der auch für die neue Kombination wieder genannt wird, soll dagegen für eine Zinskürzung sein. Der frühere Finanzminister Carapanos vertritt nicht eine Kürzung sans phrase, er will vielmehr das Budget steilen in ein Verwaltungsbudget, welches balanziren soll, und in ein Budget der Staatsschuld, das über gewisse, ihm überlassene Einkünfte zu verfügen hätte, so daß die Anlehenszinsen voll zu zahlen wären, wenn und soweit die hierfür überwiesenen Einkünfte ausreichen, während andernfalls entsprechende Kürzung einzutreten hätte. Auch das wäre aber eine Art von Bankerott, verbunden mit einem Arrangement, über welches man sich doch erst mit den Anlehensgläubigern ver­ständigen müßte, bezüglich der zu überweisenden Einkünfte sowohl, wie bezüglich ihrer Verwaltung. Die Finanzlage Griechenlands befindet sich schon seit Jahren in zuneh­menden Schwierigkeiten. Die Ursachen lassen sich weit zurück verfolgen, sie sind nicht ohne Zusammenhang mit einem politischen Chauvinismus, der namentlich bei der letzten Mobilisirung durch unproduktive Ausgaben von sehr großem Umfange das Land in Schulden gestürzt hat. Die Summe der ausländischen Anleihen Griechenlands wird auf mehr als Fr. 600 Millionen be­ziffert neben etwa 270 Millionen Drachmen innerer An­leihen. Der Jahresaufwand für die Staatsschuld hat nach einer uns vorliegenden amtlichen Aufstellung für 1892 Dr. 35.47 Mill, betragen, ungerechnet Dr. 8.85 Mill. Kapital­zahlung für Rechnung der Schulden, zusammen mehr als 40 pCt. des ganzen Budgets. Dabei ist die Handel s- b i 1 a n z des Landes passiv. Die Einfuhr wurde 1891 auf Dr. 140 Mill., die Ausfuhr auf nur Dr. 107 Mill, beziffert. Der Zinsendienst der ausländischen Anleihen und der Passivsaldo der Handelsbilanz an das Ausland sind na­türlich in Gold zu zahlen. Das ging leicht, so lange im­mer neue Anlehen im Auslande kontrahirt werden konn­ten. Seitdem hat sich längst gezeigt, daß der Staats­schatz seine Zahlungen einzig auf diesem Wege aufrecht zu halten vermochte; insbesondere wurde der Erlös der Piräus-Larissa-Anleihe, entgegen dem Sinne des Anlehens­vertrages, dafür verbraucht, so daß jetzt der Bahnbau aus dem Budget bestritten werden muß. Das Budget aber hat, so oft es auf dem Papier künstlich balanzirt wurde, stets von Neuem Fehlbeträge aufzuweisen, und die Art der Bilanz-Veröffentlichungen trägt dazu bei, das Mißtrauen zu vermehren. Die Budget­rechnungen jedes Jahres werden bis Ende Oktober des folgenden Jahres offengehalten und erfahren dann sehr verschiedenartige Aufstellung. So ist das Ergebniß von

: 1892 Mitte April d. J. mit Dr. 97.«s Mill, (inklusive Dr.

i 11 Mill. Anleihe) veröffentlicht worden bei Dr. 14.03 Mill, i Rückständen bis Ende Februar 1893 und Dr. 88.42 Mill. Ausgaben bis Ende Dezember 1892; zwei Wochen später, ! am 29. April, erfolgte eine zweite Veröffentlichung, eben-

falls für Ende Februar 1892, die aber bei angeblich Dr.

: lll/o Mill. Einnahmen nur noch Dr. 2.07Mill. Rückstände 1 aufweist, während die Ausgaben mit Dr. 105.70 Mill, an- I geführt sind. Das Erste, was von den Griechen bean­sprucht werden muß, das ist eine mehr rationelle und durchsichtigere Art der Behandlung des Staatshaushalts.

* Societa Imniobiliare, Rom. Der 1892er Ge­schäftsbericht dieses Instituts, dessen Darstellung des Ge­schäftsverlaufs sowie die Endergebnisse bereits von unse­rem römischen Korrespondenten besprochen worden sind, liegt uns jetzt vollständig vor, Bei dem großen Interesse des deutschen Kapitals an den Obligationen des

1 Unternehmens verlohnt es, aus dem Inhalte noch Einiges ! hervorzuheben. Der Umlauf an Obligationen, der bis i Ende 1887 in raschen Sprüngen auf Le 102.48 Mill, angc- I wachsen war und sich dann einige Jahre annähernd so

erhielt, ist bis Ende 1892 auf Le 87.20 Mill, zurückge­gangen , und der Bericht fügt hinzu, daß bis zum 15. April d. J. eine weitere Verminderung um Le 8.48 Mill., also auf Le 78.72 Mill, sich vollzogen hat. Hier-

; nach erscheint das Institut gleichsam in einer freiwilli­gen Liquidation, was insofern mit Vortheil geschehen

kann, als die Obligationen bekanntlich sehr niedrigen ; Coursstand haben. Andererseits vollzieht sich der I Rückkauf von Obligationen aber nicht mit den eigenen

Mitteln des Instituts, sondern offenbar mit Unterstützung j einer Bankengruppe, an deren Spitze man sich wohl den 1 dem Unternehmen nahestehenden Credito Mobiliare zu ! denken hat. Ende 1892 sind die Buch- und Wechsel- i schulden des Instituts, die schon in den Vorjahren auf i Le. 30 Mill, und darüber gestiegen waren, auf Le. 35.40 i Mill, angewachsen, wovon Le 8.94 Mill, auf Wechsel-

accepte entfielen, Le. 16.86 Mill, auf Buchschulden, Le. 9.60 Mill, auf Reports. Diese Verbindlichkeiten kosteten für 1892 nicht weniger als Le. 2,345,565 Zinsen, was auf den Saldo vom Jahresschlüsse etwa G5/s pCt repräsentirt. Der Bericht stellt Verminderung des Zinssatzes in Aus­sicht und fügt auch hinzu, daß bis 15. April d. J. diese Schulden sich um etwa Le. 5 Mill, reduzirt hatten. Den Verbindlichkeiten standen in Hypotheken Le. 87.20 Mill, gegenüber, in hypothekarisch gesicherten Darlehen auf kurze Frist Le. 23.50 Mill.; von ersteren entfallen Le. 68 Mill, auf Rom, Le. 9 Mill, auf andere Plätze, Le. 10 Mill, auf Provinzen und Gemeinden; von dem zweiten Posten entfallen Le. 16h» Mill, auf Rom, Le. 3(2 Mill, auf Neapel; an rückständigen Zinsen sind darunter Le 3,486,092 enthalten. Diejenigen Hypothekarausstände, deren Zinsen nicht regelmäßig eingehen, werden im Berichte auf etwa Le 24 Mill, ge­schätzt. Eine Positiondiverse Debitoren ohne Klassifi­kation, welche das Disagiokonto vorstellt , figurirt mit Le 5.76 Mill, als Aktivum. Der Besitz an Immobilien hat sich von Le 6.51 Mill, des Vorjahres auf Le 7.04 Mill, er­höht. Weiter verfügte das Institut über Le I.22 Mill. Bankguthaben, Le 4.06 Mill, liquide Effekten, bestehend in italienischer Rente, Kirchengüter- und Eisenbahn-Obli­gationen zum Börsenkurse, sodann über Le 8.46 Mill. Annuitätsforderungen an den Staat, endlich über Le 14.94 Mill, in anderen Effekten, welche sich zusammensetzen aus 9000 Aktien des Credito Fondiario zu Pari mit Le 4.50 Mill., 12,800 Risanamento zu 140 mit Le. 1.81 Mill., 1280 Stück eigenen 5 proz. Obligationen zu 400 mit Le. 0.51 Mill, und 40,666 eigenen 4 proz. Obligationen zu 200 mit Le. 8.13 Mill. Nach alledem befindet sich das Institut augenscheinlich in schwieriger Lage. In den Kreisen, welche ihm nahestehen, wird versichert, daß alles Un­günstige der inneren Situation bereits voll dargelegt sei, und daß die Ausleihungen im Uebrigen als gute betrachtet werden dürfen. Trotzdem wird das Institut noch längere Zeit die Unterstützung seiner Bankenkreise nöthig haben, um allmählich wieder zu geordneten Verhältnissen ge­langen zu können.

* Eidgenössische Staatsrechming für 1892. Die Staatsrechnung der schweizerischen Eidgenossenschaft für 1892 hat sich günstiger gestaltet, als nach dem Vor­anschlag erwartet worden war. Im Budget war ein Fehl­betrag von Fr. 12.83 Mill, in Aussicht genommen, wel­cher sich durch Hinzutritt von Fr. 8.12 Mill. Nachtrags­kredite auf Fr. 20.95 Milk erhöhte. Thatsächlich beträgt das Defizit der Jahresrechnung Fr. 10.28 Mill., womit sieh dieselbe also um Fr. 10.66 Mill, günstiger stellt. Das liegt hauptsächlich daran, daß die Zollverwaltung Fr. 5.-3 Mill, mehr vereinnahmte, als erwartet worden war. Beim Eisenbahn - Departement wurden Fr. 446,000 Mehrein­nahmen erzielt, während die Ausgaben sich um Francs 650,010 verringerten. Die Einnahmen des Militär-Departe­ments stellten sich um Fr. 1.17 MilL höher, die Aus­gaben um Fr. 2.64 Mill, niedriger, als veranschlagt worden war. Dabei handelte es sich indeß zum größten Theil um Verschiebung von Krediten tür

15, Mai 1893,

Kriegsmaterial-Beschaffung und Festung# bauten aus» nächste Jahr, so daß aus diesen Minderausgaben keine weitergehenden Schlüsse gezogen werden dürfen. Für Amortisation und Verzinsung der Anleihen waren Fr. 516,000 mehr erforderlich, als das Budget vorge­zeichnet hatte. Die Generalrechnung der Eidgenossen­schaft zeigt einen Vermögenszuwachs von Fr. 8.44 Mill., herrührend von Neubauten und Liegenschaftsankäufen, sowie von Abzahlung auf die 1887er Anleihe. Das Aktiv­vermögen der Eidgenossenschaft hat sich indeß gegen das Vorjahr um Fr. 1.83 Mill, verringert, und beträgt nunmehr Fr. 34.72 Mill. i

Budapester Elektrische Stadtbahn-Akt.-G. Die Zahl der beförderten Personen hat sich in 1892 von 8K Mill, auf 14 Mill, erhöht. Die Einnahmen sind mit fl. 766.717 um fL 216,558 höher als im Vorjahr. Aus dem mit fl. 289,111 aus­gewiesenen Reingewinn werden 7 pCt. Dividende verstellt und fl. 28,000 als Steuerreserve zurückgestellt. Die aus der Betriebsführung durch die Firma Siemens & Halske resultiren- den Betriebsüberschüsse wurden nach Abzug der Gründungs­kosten der Gesellschaft überwiesen, welche dieselben mit fl. 274,753 der außerordentlichen Reserve zugewiesen hat. Von dem auf fl. 4 Mill, festgestellten Aktienkapital sind vorläufig erst fl. 3 Mill, ausgegeben. Restliche fl. 1 Million sollen jetzt zum Course von 150 pCt. zur Ausgabe gelangen und zwar sollen dieselben den alten Aktionären derart angeboten werden, daß auf je drei alte Aktien eine neue entfällt.

Südafrikanische Goldminen. Die. Jumpers Gold Mining Company verarbeitete im März 7540 t Erze, woraus 3089 Unzen Gold gewonnen wurden. Dieselben er­gaben zu 72 sh 6 d einen Erlös von Lst. 11,199, wozu noch Lst. 1208 für 487 Unzen Concentrates treten. Die Ausgaben betrugen Lst. 11,005, so daß sich ein Monats-Ueberschuß von Lst. 1402 herausstellt. Auf der Geldenhuis Estate and Gold Mining Company betrug die Förderung 6383 t und die Verarbeitung 5196 t, woraus 3412 Unzen Gold gewonnen wurden. Der Erlös beträgt einschließlich Lst. 941 aus Concentrates Lst. 13.396, während sich die Betriebskosten auf Lst. 6713 und die Ausgaben für die Entwickelung der Mine auf Lst. 2202 belaufen, so daß sich der Monats-Ueber­schuß auf Lst. 4480 berechnet.

Waaren- und Produktenberichte.

Getreide.

Worms, 13. Mai. (Original-Wochenbericht der Franks. Ztg., Auch diese Woche machte die steigende Tendenz in Weizen und Koggen weitere Fortschritte, hervorgernfen durch Klagen über Frostschäden und große Trockenheit sowie durch höhere Berichte der auswärtigen Markte. Wir notiren: Weizen .Ä 17%, Koggen Jk 15%, Gerste M 18, Hafer .< 16%%. Alles per 100 Kilo netto je nach Qualität. Blummehl Nr. 00 M 29%. Nr. 0 M 27%, Schwing­mehl Jk 25%, Griesmehl .1123%, Kernmehl .Ä WM. Roggen Vorschuß Jl 24%, lloggenmehl Jk 23. Alles per 100 Kilo brutto mich Sack.

Heilbronn, 12. Mai. (O.-B. d. Fkf. Ztg. v. Strauß & Hirsch­berger.) Die Stimmung für Brodfrüchte war infolge der anhalten­den Trockenheit und höherer Notirungen der auswärtigen Märkte fest und erfuhren die Preise bei besseren Umsätzen eine kleine Erhöhung. Gerste gefragt und preishaltend. Hafer mußte bei ge­ringem Angebot besser bezahlt werden. Wir notiren heute erste Kosten: Weizen, wärst. .« 17%%. bayer. Jk 1818%. fremder 17% 18%, Kernen 17%, Dinkel 13%, Roggen M15, Gerste, hiesige, Ungar. Jk 1819, Hafer, hiesiger Jk 15%, oberl. .« 16%.

Augsburg, 12. März. Heutiger Schrannenstand 2078 Ctr., wo­von 2000 Ctr. verkauft wurden. Mittelpreise: Weizen Jk 8.981+20 Ak Kern Jk 8.49 (+ 4 H), Koggen .«7.78 ( 32 +1, Gerste.#871 ( 37 A), Hafer Jk 8.11 (+ 51 H). Die Umsatzsumme betrug ,Ä 16,783.

Oslo, Oelsaaten und Fettwaaren.

Berlin, 12. Mai. (Originalbericht von Gebr. Gause.) Butter. Die Frage nach feinen und feinsten Qualitäten war diese Woche eine recht gute und konnten die Einlieferungen zu vollen Preisen placirt werden. Auch für Landbutter war die Frage eine bessere, so daß sich die Preise behaupten konnten. Unsere Abrechnungs­preise franco Berlin an Produzenten sind heute: Hof- und Genossen­schaftsbutter 1. Qualität Jk 9193, II. Qualität Jk 8890. ab­weichende .11 8587. Landbutter: preußische Jk 8083, Netzbrücher Jk 8983, pommersche Jk 8083, polnische Jk 8083, bayerische Senn--, do. Land- JkTl 80, schlesische Jk 8083, galizische Jk 73

75. Margarine Jk 4070. Schmalz. Amerika sandte fortge­setzt höhere Notirungen und konnten bei guter Nachfrage auch hiesige Preise 2 M anziehen. Heutige Notirungen: Choice Western steam Jk 62. la Fester Stadtschmalz Jk 62, feinstes reines amerika­

nisches Tafelschmalz Jk 62, Fairbank Jk 50.

Worms, 13. Mai. (Original-Wochenbericht der Franks. Ztg.) Beps Jk 2829 per 100 Kilo netto erste Kosten. Büböl Jk 6061 per 100 Kilo netto ohne Faß.

Heilbronn, 12. Mai. (O.-B. d. Ff. Ztg. v. Strauß & Hirsch­berger.) Bens und Mohn ohne Umsatz. Büböl bei schwachem Ge­schäft preishaltend. Mohnöl und Leinöl unverändert. Wir notiren heute erste Kosten: Reps, Mohn, Büböl faßweise Jk 60, ia Partien faß frei M 60, Mohnöl, deutsches Jk 102114, von indischer Saat Jk 6768, Leinöl .« 51.

Thran und Fische.

Hamburg, 12. Mai. (Wochenbericht der H. B.-H.) Thran. Norw. braun Leber- Jk 34, gelber, blanker Jk 40 per Nord. T, Archangel und Grönl. Jk 39. per 100 Kilo, Schwed. 3 Kronen 56. per Faß, braun Gerber u. 3 Kronen 38 per 100 Kilo, Ifedi- cinal- Jk 4244, Dampf-Medicinal Jk 5053 per Nord. T., New- foundl. weißer Jt 48 per 100 Kilo. Thran ruhig.

Colonialve aaren nnd Landesprodukte.

Hamburg, 12. Mai. (Wochenbericht der H. B.-H.) Kaffe e. Am Markte für effective Waare herrschte anhaltend ersichtliche

Festigkeit und es fanden vom Lager umfangreiche Abschlüsse statt. Einfuhr seit dem 5. Mai: 262 Sack von der Westküste Afri­

kas, 8183 S. von Brasilien, 23,355 Sack von Westindien. 415 8. von Lissabon, 1613 S 3 F., 10 K. von London, 3 8. von Leith, 2618. von Botterdam, 1820 8. von Amsterdam, 18 S. von Bremen, 10 8. Diverse. Notirungen in Pfennigen per Pfund: Bio ordinär6677%,do. reell ordinär 7884, do. gut ordinär 8488, do. fein ordinär 8990, do. gewaschener 94106, Santos ordinär 6876, do. reell ordinär 8085, do. Campinas 8292, Ceara 7882, Bahia 6878, Savanilla 87100, Guatemala 94104, Costarica 92104, Portorico 100118, Lagnarya Trilladen 7885, Deszerezado gewasch. 94100, Maracaibo 82100, Domingo ordinär nnd reell ordinär 7882, do. gut ordinär u. fein ordinär 8386, do. verlesene 8792, Mocca 115150, Afrikaner (Ca- zengoi 6875, Java 105ICO, Ceylon Native, do. Plantation, Triage und Brennwaare 5333.

1» Rotterdam, 12. Mai. Vergleichende Uebersicht der Kaffee« Vorräthe an den europ. Hauptmärkten am 1. Mai in Tons:

1893. 1892. 1891.

England - - - 14000

Hamburg................. 21950

Antwerpen 5 750

Havre...................... 44750

10800 9150

11150 9900

5 950 3 250

27900 20600

Bordeaux 2 550 2 200 1 850

Marseille 3750 2 800 1 950

Triest 9650 8300 4650

Holland 21700 13 400 7 700

Total 124100 82500 59050 do. 1. April 106400 71 650 52 600

Drogaen und Chemikalien.

Hamburg, 12. Mai. (H. B.-H.) Chile-Salpeter. Loco Jk 9.41, ans Schißen zu erwarten: Mai Jk 8.75, Juni-Juli M 8.10, Sept.-Oct jk 8.10. Oct.-Nov. Jk 8.15. Die Preise verstehen eich ohne Abschlag und Gutgewicht. Tendenz: Stetig.

Tabak.

Bremen. 12. Mai. (Orig. - Wochenbericht der Franks. Ztg.) Im hiesigen Markt für Nordamerikanische Fässer - Tabake war der Geschäftsgang in dieser Woche wieder ein recht ruhiger. Von neuen kräftigen Kentucky-Tabaken wurde bislang nur wenig zu­geführt. während andererseits die Käufer sich noch ziemlich zu­rückhaltend zeigen, um erst größere Auswahl und besonders spä­ter inspicirte, mehr Sicherheit für gute Kondition bietende Tabake abzuwarten. Dio Umsätze bestehen aus 26 Fässer Kentuckytabak alte Waare, zum Theil schwärzliche präparirte und zum Theil Blattwaare von Clarksville-Gewächs. Von Virginy wurden 30 F. farbiger Lynebburg Schneidegut neuer Ernte zu guten Preise, von Stengeln 30 F. braune Virginy zu bisherigen Preisen verkauft. Am Markte für Cigarren-Tabake entwickelte sich auch in ver­flossener Woche ein) sehr lebhaftes Geschäft, das sich wieder wie seither fast ausschließlich den St. Felix- und Brasil-Tabaken zn- wandte. Die Umsätze davon betragen wieder reichlich 22.000 P. vorn Lager und auf Lieferung. Die Stimmung für diese Tabake bleibt eine sehr günstige, da im großen Ganzen mehr Käufer als Abgeber im Markt sind. In koiumbischen Tabaken erhielt sich ebenfalls die seitherige gute Meinung, so daß etwa 1050 Colli Car­men und Ambalema zum Abschluß kamen. In den übrigen Gatt­ungen kamen Umsätze von Bedeutung nicht vor. Zu erwähnen bleibt indessen, daß hier morgen eine erste Einschreibung für diese Saison über 1325 P. Sumatra-Tabak stattfindet.

Ein- Ver- Lager! Ein- Ver- Lager

fuhr kauf LHand fuhr kauf LHaud

letit. Woche I letzt. Woche

Havana-«----- 5450 8. ParaguayP.

Cuba.......... 101508. Seedleaf 670 K.

Domingo 8910 C. Sumatrau.Java 2430P.

Columbia -. 222 1041 6340C.Manil» 100P.

Mexico........ 640 P.China 140 P.

Esmeralda 1000P.lPoitor.-Blätter 20 >P.

Laguayra. Cu- IVarinasBlätter 1250K.

mana&Maturiu 590 P.lTfirk. U-Griech. 970 P.

Brasil 6756 5274 84320PJBio Grande-P.

Neu-Guinea 172 P.

Bremen, 12. Mai. (W.-Z.) Umsatz 12 Faß Kentucky, 23 Faß Stengel, 7850 Pck. St. Felix.

Webestoffe nnd Manofaktnrwaare»

Baumwolle.

Bombay, 11. Mai. Ankünfte diese Woche 90,000 B. (gegen 89.000 B. z. Zeit 1892), seit 1. Januar 1,347,000 B. (1.990,000 B.), Export nach England diese Woche 3000 B. (3000 B.), seit 1. Jan. 28.000 B. (39,000 B.), Wochenverschiffungen nach Frankreich B. (1000 B.), nach dem übrigen Kontinent 32000 B. (25.000 B.), seit 1. Jan. nach demselben 454,000 B. (470,000 B.), an Schiffsbord 35.000 B. (55,000 B.) Cours auf London ls 2%d, auf Paris Credits 1 Fr. 56% C. Fracht per Dampfer nach Liverpool 17s 6d, nach Havre 18s 9d. Markt stetig mit sich bessernder Frage.

Shanghai, 11. Mai. Manufakturwaaren träge. 8%pfd. Grey Shirtirgs 1 Taels 90 Maces, 7pfd. Mexican T-Cloth Taels. Wechselcours auf London 4 Mt. Sicht 3s 10%d-

Wolle.

Lelpalc, 12. Mai. (Officielle Woll-Notirungen von Kammzug auf Zeit, B-Contraot). Umsatz 45,000 Kilo. Mai 3.77%, Juni 3.80, Juli 3.82%, Aug. 8.85, Sept. 3.87%, Oct. 3.87%, Nov. 3.90, Dec. 3.90, Jan. 34)0, Febr. 390, März 3.90. April 3.90.

Aatwerpea, 12. Mai. Officielle Notirungen für Wolle und Kammiug im Terminhandel.) Contract B. Mai 4.62%, Juni 4.67%, Juli 4.70. Aug. 4.75, Sept. 4.77%. Oct. 4.80, Nov. 4.82M, Dec. 4.85, Jan. 4.87%, Febr. 4.90, März 4.92>£, April 4-95. Verkauft 255,000 Kilo- Fest.

Bradford, U. Mai. Wolle ruhig, Lustre und Kreuzzuchten fest, Merinowolle matt, Garne ruhiger, Stoffe unverändert

Leinen.

VDJI Hamburg, 12. Mai. Jute. In Ca 1 c u t ta keine Ver­änderung. In Newyork war der Markt fester und wurden die Notirungen etwas höher gehalten. Notirung vom 8. <L: Für Heesians 4#6cper Yard. Der deutsche Markt nahm auch fliese Woche einen recht lebhaften Verlauf und konnten wieder