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Abendblatt der Arankfnrter Zeitung.

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wieder besseres Wisse« bescheinigt haben, daß fit mit Erfolg anS- geführt seien._________________ _____

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Nutzer Geschäftsbüchern war nichts darin, da der Eigenthümer vor­sichtig genug ist. jeden Abmd den Geld- und Wechselvorrath an anderer Stelle aufzubewahren. Die große Arbeit, die die Spitz­buben leisteten, hat sich also schlecht gelohnt. Im Äontor hatten fit noch zwei Pulte aufgebrochen und die Portokaffe sowie dm Vorrath an Freimarken mitgenommen.

# In den Gärten bei Sachsenhausen geriethen gestern Nach­mittag die Gärtner Schäfer und Schnitzspahn nach vorausgegangenm Neckereien in S i r e i t, in dessen Verlauf Schäfer feinem Gegner mehrere Schläge mit der Schippe auf Kopf und Hals versetzte. Schnitzspahn brach blutüberströmt zusammen und wurde später in die Bockenheimer'sche Klinik verbracht. Schäfer aber eilt« voll Schrecken über seine That nach Hause und machte seinem Leben durch Erhängen ein Ende. Die Verletzungen Schnitzspahn'S sind schwer, u. A. ist eine Schäbelsplitierung konstatirt, aber nicht tödtlich. Er konnte bis jetzt noch nicht vernommen werden. Der Vorfall macht in Sachsenhausen um so mehr Aussehen, als beide Betheiligten angesehenen, mit einander verwandten Familien an­gehören.

ß Der gestrige Markt im Viehhof war befahren mit 97 Ochsen, 2 Bullen, 91 Kühen, Rindern und Stieren und 322 Schweinen. Die Umsätze erfolgten zu den letztnotirten Preisen.

ß Auf der Freibank gelangten heute zum Verkaufe: Ochsenfleisch zu 35 und 40 Pfg., Kuhfleisch zu 20, 25 und 30. Kalbfleisch zu 30, Schweinefleisch zu 40 Pfg. das Pfund.

Vereine.

-g- Der Israelitische Frauen verein veröffentlicht seinen 45. Jahresbericht. Im Jahre 1892 wurden 4 Zöglinge aus­genommen und 6 entlassen, so daß zu Ende des Jahres 29 Zöglinge in der Anstalt waren. Davon besuchen 23 hiesige Bürger- und Volksschulen, 6 werden im Hause und in der Küche für ihren künf­tigen Beruf vorbereitet. Von den dem Verein zugegangenen Gaben ist vor Allem die Rothschild'sche Spende von <^l 10, 000zn erwähnen. Im Ganzen betrugen die Geschenke und Legate ,<20,128, die Mit­gliederbeiträge JL 4656, die AusgabeJL 20,985.

wird eine ihm angetragme deutschparteiliche Kandidatur in Lud­wigsburg ablehnen müssen, aber nicht etwa, weil ihm das grund­sätzliche Bedenkm verbieten, sondern well er zur Zeit krank ist.

* Aus Württemberg, 18. Mai. Für Obe rsch Waben werden di« bisherigen CentrurnSabgeordneten wieder kandidiren. FürA a len tritt Pfarrer Wengert als Centrumskandidat auf; die Meldungen liberaler Blätter über ein« ultramontaue Gkgrn- kandidalur find grundlos. Für H e i l b r o n u hat d«r Oekono- mierath Mayer nach langem Schwanken eine Kandidatur für die deutsche Partei acceptirt.

K München, 18. Mai. Da? Wahlbündnis; der Mün­chener Rationalliberalen und Deutschfreisinnigen ist für die Reichslagswahlm in großer Gefahr. Ein kleiner Theil der Rationalliberalen wäre geneigt, anS wahltaktifchen Gründen (Erhaltung liberaler Landtagsmandate) die deutschfreisinnige KandidaturGrimm anzunehmen, aber die überwiegende Mehrheit der tonangebmdm Persönlichkeiten ist sehr verstimmt über diese Kandidatur und will von der ursprünglich in Aussicht genommenen Verschleierung der aktuellen Lage nicht abgehen. Die Verhandlungen dauern noch fort. Die Nationalliberalen arbeiten darauf hin, daß entweder ein anderer Kandidat, der sich mehr zu ihrer Taktik bekennt, aufgestellt werbe ober Landgerichtsrath Grimm und die Deutschfreisinnigen Zugeständnisse machen. Daß sich Landgerichtsrath Grimm zu einer solchen Transaktion Herbei­lasjen würde, ist nach dem ganzen Charakter dieses Mannes ans- gefchloffen. Der deutschsreisinnige Verein kann aber die Kandi­datur nicht mehr fallen lasten, will er sich nicht für alle Zeit un­möglich machen. E-i sind schon Einige im dcutschsreifinnigen Verein, die zu Transaktionen sich herbeilastm könnten, aber sie scheinm sich in hoffnungsloser Minderheit zu befinden. Unter diesen Umständen ist es mehr als wahrscheinlich, daß das vom Anfang an nicht fehl glücklich zufaminengemachte Kartell ausein­anderbricht. Irgend ein Mandat kommt dabei nicht in Frage, denn die Sozialdemokraten siegen wahrscheinlich so wie so. Aber wie jetzt die Parteien in die Reichstagswahlen Eintreten, davon hängt ihre weitere Entwickelung, sowie das Vertrauen ab, das ihnen die sehr mißtrauisch gewo ebenen Wählermasten in Zukunft schenken werden.

K Aus Bayer », 18. Mai. Die Verhältnisse sind in vielen bayerisch en Reichs tags Wahlkreis en noch sehr verworren nnd die Nominirnngni noch sehr unvollständig. Zu den Abgeordneten, welche nicht mehr kandidiren wollen oder es für gerathen halten, nicht mehr zu kandidiren, sind in den letzten Tagen noch gekommen: Biehl- Augsburg, Domkapi­tular Weiß-Passau, Graf Max Prey sin g -Dillingen (Bruder des 2. Vorsitzenden der Centrumsfraktion im Reichstag), Rauchenecker in Niederbayern, Riß-Amberg bei Bender hat die Herrlichkeit der Nachwahl nicht lange gedauert, Dr. v. H au ck-Kifsingen, Wagner- Rosenheim, Burlein- Schweiiifurt, Fischer- Wasserburg, sämmtlich vom Centrum. Frhr. v. Stauffenberg, der bekanntlich auch eine Kandidatur für den Reichstag ablehnt, ist für den Landtag von den intimen Parteikreifen für München in Aussicht genommen. Er entsagt also, wie er schon in seinem Schreiben mittheilte, der parlamen­tarischen Thätigkeit nicht ganz. Für Aschaffenburg stellen die Klerikalen den Psarrer Hans, für Amberg den Landgerichtsrath Lcrno, für Kitzingen an Stelle Schönborn's einen noch nicht benannten Cefonomen, für Lohr den Bürgermeister Keßler, für Pfarrkirchen Haberland, für Landshut Kunstanstaltbesitzer Mayer, für Ingolstadt Aichbichler, für Kronach Bierbrauer Stöcker, für Würzburg Psarrer Neckermann, für Järchheim Petzold auf. Die meisten dieser Kandidaten vertraten den Wahlkreis schon bisher. In Deggendorf stellt das Centrum den bisherigen Abg. Pfarrer Leonhard wieder auf, dem aber ein gefährlicher klerikaler Gegenkandidat in der Person Dr. Ratzingers, des bekannten bayerischen Publizisten und Volkswirthschastlers erstanden ist. Die aus klerikalen Kreisen stammende Nachricht von einer Kandi­datur des bayerischen Centrumsführers Dr. -D r t e re r für den Reichstag bestätigt sich nicht. In der Nheinpfalz kandidiren, wie schon mitgetheilt wurde, die bisherigen nationalliberalen Abgeordneten wieder.mit Ausnahme Dr. Buhls, für den fein Bruder nominirt wurde. Es wird in der Pfalz aber gefährliche Gegenkandidaturen geben. In Kifsingen stehen verschiedene klerikale Kandidaturen auf; Bürgermeister Fuchs und Bürger­meister Eck werden hier genannt. In Nürnberg-Altdorf stellen die Konfervativen den Baumeister Alt ohne jegliche Aussicht auf. Im Allgün ist ein Kompromiß zwischen Nationalliberalen und Freisinnigen ans ganz ähnlicher Grundlage z» Stande gekommen, wie das schon wieder in die Brüche gehende famose Kompromiß der Münchner Liberalen. Liberale Kandidaturen werden im Allgäu noch nicht genannt. In Erlangen-Fürth kandidirl Evora (deutsche Bolkspartei) mit sehr guten Aussichten. Es werden übrigens noch mehrere bayerische Wahlkreise mit aussichtsvollen demokratischen Kandidaturen besetzt werden.

$ Aus Bayern, 18. Mai. Die Sozialdemokra­ten stellen für die 6 bayerisch -schwäbischen Wahlkreise fol­gende Kandidaten ans: 1) Für Augsburg: Breder, Redakteur der Augsburger Volksztg."; 2) für Jllertissen-Memmingen-Neu-Ulm: Hans Bader, Schlachthausmeister aus Krumbach; 3) für Dillingen : Volkmar; 41 für Nördlingeu-Oettiiigen: Vollmar; 5) für Kauf­beuren: Ulrich Zitt, Drechslermeister aus Irsee; 6) für Kempten- Jmmenfladt: Birk aus München.

(Privattelegramme derFrankfurter Zeitung".)

8 Witte«, 18. Mai, 6. V. Die Nationalliberalen stellten in Iserlohn gegen Lenzrnann den Redakteur Hoppstädter (Bochum) Alfs.

S Witten, 19. Mai, 10.35 V. Redakteur Hoppstädter- Bochum wurde auch in Hagen von den Kartellparteien ac§ Kandi­dat aufgestellt.

4 Mainz, 19. Mai, 12.55 N. Di« nationall ib «ralen Vertrauensmänner haben für die Stadt Amtmann Braun und für das Land Hirsch- Alsheim aufgestellt, spätere Einigung Vorbehalten.

e Koblenz, 19. Mai, 11.35 V. Im Wahlkreis Koblenz- St. G o a r stellt das Centrum statt des bisherigen Antts- gerichtsrath Fritzen den Amtsrichter W e l l st e i u aus Ehren- breitstein auf.

(D e p e s ch e n - B u r e a uHerold")

Mannheim, 19. Mai. Die Nationalliberalen des 13. Wahlbezirkes Bretlen-SinSheim stellten als Kandidaten für die Reichstagswahl den Gutsbesitzer Wiesner gegen den konservativen Grafen Douglas auf.

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Wetterberichte der Frankfurter Zeitung.

Telegramm vom 19. Mai. 8 Uhr Morgens.

leis. Zug. 2 leicht. 3 schwach. 4 = massig. 5 frisch. stark. 7 = steif. 8 = stürmisch. 9 = Sturm. 10 = starker Sturm.

Frankfurter Angelegenheiten.

Frankfurt «. M., 19. Mai. Bem Tage.

= Die gestrige vierte Forst Hansrundfahrt war im Vergleich zu den drei ersten Fahrten dieses Jahres, was die Zahl der Theilnehmer betrifft, durch das zweifelhafte Wetter etwas be­einträchtigt. Der Waldschönheit ist dagegen die mäßige Feuchtig­keit, die uns der Himmel in den letzten Tagen spendete, von Vor­theil gewesen; satte Farben und frische Düste erc,lüden die Wald- fahrer. Unter den Fuhrwerken fielen wieder die schönen Viererzüge der Herren C und H. v. Laug auf; das erste Gespann lenkte der Besitzer selber, in der zweiten, rappenbespannten Kalesche hatten die Lang'schen Damen Platz genommen. Herr A. F. Borgnis lenkte einen ungarischen Vierspänner. Auch Prinz Croy-Dülmen, Frau v. d. Marwitz (im eleganten Pony-Gig), die Herren Stein und Weinberg kntschirten selber. Von Equipagen seien noch erwähnt die der Herren Jos. Bär, Goldschmidt, Mauskopf, Konsul Schramm. Sulzbach. Weiller rc.

Die Wittwe des Vahnbeamten Schneider, der durch einen Belriebsumfall feinen Tod gesunden hat, verlangte von der Frank­furter E i s e n b a h n » D i r e k t i o n, daß die Berechnung der ihr nach § 6 des UnfallverficherungS-GefetzeS zu stehenden Wittweuren 1 e auch die M i l i t ä r p e n f i o n ihres verstorbenen Mannes angerechnet werden muffe. Das Reichs­versicherungsamt erachtete jedoch, wie derKl. Pr." aus Berlin ge­schrieben wird, den Antrag der Klägerin nicht für begründet. Der Senat erklärte, zum Jahresarbeitsverdicnst, welcher der Berechnung für die Wittwenrente zu Gunde gelegt wird, gehörten in der That nicht nur Gehalt und Lohn, sondern auch Tantiemen und Natural­bezüge, deren Werth nach Ortsdurchschnittspreisen in Ansatz zu bringen sei. Auch regelmäßig gewährte Trinkgelder feien an­rechnungsfähig, ebenso die von der Eisenbahn gezahlten Meileu- gelder. Knfallrente und Pension könnten aber als Arbeitsverdienst Nicht betrachtet und daher auch nicht bei derRentenberechung berück­sichtigt werden.

----Im Zoologischen G a r t e n hat endlich der durch die seitherigen kalten Nächte lange hingehaltene NmzugderThiere in die Sommerquartiere stattfinden können. Vor allem spie das doppelgeöffnete Affenhaus zwar keine Leoparden (die im steinernen Raubthiergebünde untergebracht sind), wohl aber etwa 100 andere vierfüßige Thiere aus: den luchsartigen Caracas, den pantherfleckigen Serval, die Pardelkatze und das Ozelot. Die Wild­katze. deren feindseliges Fauchen nicht erwarten läßt, daß sie die Stammmutter unserer Schmeichelkätzchen ist, die stets scheu in den Winkel zurückgezogenen Falbkatzen und dann die Lieblinge der Engländerinnen, die feidenhaarigen Angora-Malteser und Siam- Katzen. die mit ihren treuen Gesichtern merkwürdig gegen ihr« wilden Verwandren abflechen. sie alle produziren sich jetzt Wieder in systematisch geordneter Reihenfolge. An die Katzen schließen sich Viverren oder Halbkatzen an , die in der grocen Iibethkahe und bet Pharaoratte ihre typischsten Vertreter finden. Von der letzteren, dem unter dem Namen Ichneumon hin­länglich bekannten Lieblingsthier der orientalischen Sage, erzählte man sich im Alterthum die graulichsten Dinge: dem schlafenden Krokodil soll der Ichneumon durch den geöffneten Rachen ins Innere kriechen, ihm die Eingeweide abbeißen u. s. tu. Im Zoolo­gischen Garten zeigt sich das kleine iltisartige Thier ziemlich harm­los und stößt nur zuweilen einen kläglichen Ton aus, als wäre es im Innern unzufrieden darüber, daß man ein solches Wunderthier hier so unverdeckt den profanen Blicken der schaulustigen Meng« bloßstellt. Eine Reihe von matberaitigen Thieren beginnt mit unseren einheimischen Arten; ihnen schließen sich der Grisvn und bunte Zorilla an, überhaupt jene Thiere, von denen man sagen kann: je unerwünschter der Geruch, desto geschätzter der Pelz. Das Extrem dieser Reihe bars der Zoologische Garten nicht anschaffen, und zwar rm Interesse seiner Besucher: es ist dar Stinkthier (Mephitis), ein mit Recht gemiedenes, ja, gefürchtetes Geschöpf. Der Dachs lei­tet zu der Reihe der bärenartigen Thiere hinüber, den Wasch- und Nasenbären. Dann folgen die sonderbaren Beutelthiere und bann die Affen, beten Schaar kürzlich um 15 Stück vermehrt wurde. Bei allen Thieren läßt sich an bett regeren Bewegungen unschwer er­kennen, wie wohl ihnen das sruhlingssrische Grün nnd der liebe Sonnenschein thut. An den beiden Pfingsttagen werden im Garten Dvppelkonzerte gegeben. Sonntags wird die 81er Musik «nd Montags die Husareukapelle Nachmittags und Abends mit der Gartenkapelle konzerliren. Der Montag wird in üblicher Weise durch rin Frühkonzert bet Gartenkapelle eingeleitet.

-ä- Ein Extrazug mit holländischen Pilgern traf heute Morgen 8 Uhr ans der Rückkehr von Rom hier ein. Im großen Speisesaal des Hauptbahnhofs, der für 300 Gedecke herge- richtei war, wurde ein Frühstück eingenommen. Die Weiterreise nach Holland erfolgte um 9 Uhr.

a» An der L e t S n e r f ch u l e wurden die Herren Böhm «nd Breufing definitiv als Lehrer angestellt. Herr Ludwig Sauer trat an die B e t h m a n n f ch n l« über, feine seitherige Lehr­stelle erhielt Herr A. Sauet, bothet Lehrer in Höchst a. M., als Hilfslehrer.

# Bei der Firma A. Dreißigacket in der Launitzfiraße wurde in der vorigen Nacht eingebrochen und aus dem Kontor das mehrer« Centner schwer« Mittelstück des Kassenschrailkesge- stöhlen. Di« Siebe brachen vier Thüren ein, ehe sie an den Schrank kamen. Zum Transport benutzten sie einen im Hof stehen­den Drückkarren, mit dem sie ihren Weg durch die hinter dem Hanse befindlichen Gärten nahmen. Die sofort nach dem Bekanntwerden des Einbruchs angeftellten Nachforschnngen hatten das Resultat, daß der Schrank im Walde hinter Loutja erbrochen gefunden wurde.

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Die Wahlbewegung.

* Aus Schlesien, 18. Mai. Auf die Wahlvet­wa IIdtfchaft der Konservativen und der Anti- f e m i t e n wirst ein Vorfall int Wahlkreise Ohlau-Strehlen ein sehr bezeichnendes Licht. DieBrest. Zig." berichtet darüber: Auf einer konservativen Versammlung in Strehlen befürwortete am Sonntag Graf Zedlitz-Trützschler auf Petrikau, der Vor­sitzende des Bundes der Landwirthe int Wahlkreise, die Kandida­tur des antisemitischen Gutsbesitzers Rother. Zwei andere hoch­konservative Herren wandten sich gegen diese Kandidatur sowie gegen den Antisemitismus überhaupt und empfahlen die Kandi­datur des Grafen Saurma. Graf Sanrma gab die Erklärung ab, daß er sich entschlossen habe, zn Gunsten des Herrn Rother von der Kandidatur zurückzutreten. Als ein Herr an den Kan­didaten Rother die Anfforderung richtete, er möchte doch seine Stellungnahme klarlegen, antwortete Herr Rother:ja, da müsse er crst einmal den V o r stand frageu*. Auf die Frage, tver denn eigentlich der Vorstand wäre, erhoben sich mehrere Atitisemiten, gingen ins Nebenzimmer nnd beriethen, ob sie Herrn Rother als Antisemiten, oder dem Vor­schläge des Grafen Zedlitz gemäß, als D e u t f ch konserva­tiven Stöcker'fcher Richtung aufstellen sollten. Schließlich verkündeten sie, daß Rother seinen Sitz im Reichstage unter dm Letzteren einnehmen solle. Graf Zedlitz verpflichtete darauf den Kandidaten, der nunmehr, nachdem erden Vorstand" befragt hatte, über seine Stellungnahme klar war, auf das deutschkonser­vative Programm.

Z Avs dem Kreise Saarbrücken, 18. Mai. Die Aus­stellung der Kandidatur B o l tz an Stelle der ursprünglich in Aus­sicht genommenen des Berghauptmanus Eilert in Bonn bedeutet nicht sowohl einen Sieg des Stttmm'jchen Einflusses über den der Bergpartei, als vielmehr die Bethätigung des Wunsches, durch eine Persönlichkeit im Reichstage vertreten zu werden, die ihren Wohnsitz im Kreise hat und mit dessen Bedürstiiffeii besser vertraut ist, als ein fern Wohnender. Man befürchtet in den maßgebenden Kreisen der genannten Partei eine Stimmen-Zersplitteruiig, wenn di« Eilert'sche Kandidatur anfrechterhalten würd«, imb so entschloß sich denn Herr Boltz, da keine ander« wirklich populäre Kandidatur i sich finden ließ, 'in die Bresche zu treten, nachdem Herr Eilert zu seinen Gunsten Verzicht geleistet hatt«. Gegen Boltz dürste ernstlich nur «ine Centrnms-Kandidatur in Betracht zu ziehen sein, voraus- gesetzt, daß dies« Partei einen Mann findet, der auch das Ver- trauen des beträchtlichen katholischen Theils der bergmännischen Be­völkerung genießt. Als solcher wird ein jüngerer Rechtsanwalt ge­nannt, der früher mit dieser Bevölkerung engere Fühlung hatte, sich aber zurückzog, als der sozialdemokratische Einfluß im Rechts­schutzverein Geltung gewann. Die Freisinnigen hatten vor, bei Ausstellung des Berghauptmanns Eilert ihrerseits einen Kandida­ten zu nominiren; ob sie dies Herrn Boltz gegenüber thun werden, steht dahin.

S Aus dem Wahlkreise Hamm-Soest, 18. Mai. Der Telegraph hat Ihnen schon gemeldet, daß die Nationalliberalen des hiesigen Wahlkreises in einer gestern Abend in Soest abgehaltenen Vertrauensmänner - Versammlung den Gutsbesitzer Schulze- Hennen als Kandidaten ausgestellt haben. Herr Schulze- Hennen ist ein Mann, der keineswegs auf dem Boden der Partei stehen sann, die ihn ausgestellt hat. beim er wird gegen einen Handelsvertrag mit Rußland stimmen. Er erklärte bestimmt, er werde bei der Militärvorlage im Sinne Hueue's stimmen, bei der Vorlage von Handelsverträgen aber als Landwirth die Interessen seines Standes wahren. Tas ist klar und deutlich, und doch erklär­ten sich die beiden nationalliberalen Landtagsabgeordneten des Kreises, der Landwirth Schulze-Steinen und der Gymnasialdirektor Dr. Schmelzer-Hamm, für vollkommen befriedigt. Das geschieht in einem Wahlkreise, der bis vor 10 Jahre» noch von dem alten Bockum-Dolff's vertreten war. Die Freisinnigen und das Centrum haben sich noch nicht schlüssig über di« Wahl gemacht.

# Elberfeld, 18. Mai. Die Kandidatur des Gärtners Herrn K a r l D a h m ist außer von den A n t i i e m i t e n und Kon­servativen nunmehr auch von den Vorständen der natio­nalliberalen Vereine angenommen worden.

* Brc-lau, 18. Mai. Der freisinnige Abgeordnete Eberly, der Vertreter des Waldenburger Kreises, verabschiedet sich in einem Schreiben von den Wählern, da es ihm sein Gesund­heitszustand nicht erlaube, fernerhin parlamentarisch thätig zu fein.

---- Wiesbaden, 19. Mai. Der Fabrikbesitzer und Haudels- kammerpräfident, Herr Rudolf Köpp, ist von einer national- liberal-freisinnigen Vereinigung für den hiesigen Wahlkreis als Kandidat nominirt worden. Herr Köpp gehört der freisinnigen Partei an. wird aber in Sachen der Militärvorlage sich den Nationalliberalen anfchließen.

4- Aus dem Wahlkreise Lichtenfels-Kronach-Teusch- «itz, 18. Mai. Der F r a n k e n w ä l b e r Bauern­verein", ein entschiedener Gegner des Norddeutschen Bauern­bundes, proklamirte den Bürgermeister und Landrath Zinner ans Förtschendors, einen sehr freisinnig gesinnten Mann und ent­schiedenen Gegner der Milttärvorlage, als Kandidateii.

X Bernd «rg, 18. Mai. In einer gestern Abend abgehaltenen nationalliberalen Versammlung wurde beschlossen, Herrn Prof. Dr. F r i e b b e r g in Halle für ben 2. Anhal- t'i s ch e n W a h l k r e i s an Stelle Oechelhäuser's als Kandidaten für die Reichstagswahl aufznstelleu. Herr Friedberg hat sich bereit erklärt, ein Mandat anzunehmen.

* Vom Rhein, 18. Mai. Kandidat des Centrums tm Wahl­kreise Saarlonis-Saarburgan Stelle des zurückgetre­tenen Haanen ist der Oberlandesgerichtsrath R o « r e n in Köln.

J Homburg, 18. Mai. Ein auch heute eines gewissen Interesses nicht entbehrendes Geständnis; legte Herr Hauptmann v. Wodiczka -Wiesbaden in einer von den Freisinnigen im benachbarten Dornholzhausen gestern Abend abgehaltenen Ver­sammlung ab. Herr v. Wodiczka, ein Ration alliberal er und Landwirthbündler, erklärte nämlich nach dem Vortrag« des Herrn Rechtsanwalt Dr. Gehrke-Franksnrt, daß im Jahre 1884 bei der Stichwahl zwischen den Herren Sonne­mann und Sabor der Sieg Sabor's nicht nur durch nationalliberale Stimmen, sondern auch durch national- liberales Geld gefördert worden sei. Er habe damals Herrn Sabor ausgesucht und aus feiner eigenen Tasche einen erheb­lichen Beitrag zum sozialdemokratischen Wahl­fonds beigefteuert. Aus der Versammlung heraus über die Motive befragt, erklärte er, nicht politisches Einverständuiß, son­dern .feine Ueberzeugung" habe ihn damals geleitet.

8 Stlttt-art, 18. Mai. Die Bolkspartei wird, wie ich telegraphisch meldete, ganz energisch im Wahlkreise Stutt­gart in den Reichstagswahlkamps eintreten. Wenn sich ein württembergisches Blatt berichten läßt, es sei von einem W a h l h a n d e l" die Rede, d. h. die Demokraten werden vielleicht gar keinen Kandidaten ausstellen, um sich wenn möglich aus solche Weis« die Unterstützung der Sozialdemokraten in anderen Wahlkreisen zu sichern, so ist das die reine Fabelei. Herr Oekonomierath Stockmayer, ehemaliger Demokrat wie sein Bruder, der Redakteur des Organs der deutschen Partei.

Muskau Cork Cherbarg Helder Sylt......

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Briefkaste«.

C. H. S t. Es ist nicht nur möglich, sondern höchst wahrschein» lich, daß die Entscheidung Ansaug Juli fällt.

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in der Unterhaltung hab« er von einer Alliance d*> France avec la Russie gesprochen, worauf der Herr Botschafter bemerkt^ er glaube nicht, daß man berechtigt fei, von einer Allianz zwischen Frankreich und Rußland zu sprechen. Die einzelnen französische« Worte wisse er (Baumbach) nicht mehr, der Sinn sei aber so ge­wesen. Herr Baumbach erklärt dann weiter, wie durch di« gestern bereits mitgetheilte Erklärung geschehen, in welchem Zusammen­hang er in der Wahlversammlung von der angeblichen Aeußerung des Botschafters Gebrauch gemacht habe und schließt:Nichts hat mir ferner gelegen, Herr Botschafter, als Eure Exzellenz in unseren Wahlkampf hineinzuziehen. Ich bedauere aufrichtig, wenn ich durch jene Bemerkung über ein Privatgespräch zwischen uns dazu Veran­lassung gegeben habe." Schließlich bemerkt dieNordd. Allg.Ztg.', sie habe nur hinzuzufügen, daß die kurze Konversation seitens des Botschafters in französischer, vcn Herrn Baumbach in deutscher Sprache geführt worden sei, und daß der Botschafter, wie er auf politische Fragen Unberufener stets zu thun pflege, dem Oberbürger­meister Baumbach lediglich erwidert hab«, daß er sich über diese Frage nicht äußern könne: qu'il ne pouvait pas parier sur cette question.

W Berlin, 19. Mai, 12.05 N. Ueber den bekannten vom Vorwärts" veröffentlichten Bries desPrinzen Albrecht verlautet zuverlässig : Der Prinz schrieb den Bries auf dem Jagd­schloß Blankenburg, ließ ihn ohne Couvert und Adreffe auf dem Schreibtisch liegen, und als er ihn nach einiger Zeit sucht«, war er vom Schreibtische verschwunden. Der Adreffat sollte General Winter­feld sein.Der französische Botschafter H e r b e 11 e hatte gestern wegen der Affaire B a u m b a ch eine längere Unterredung im Auswärtigen Amte, deren Resultat die heutige Veröffentlichung der Norddeutschen Nllgem. Zeitung" ist.

m Barmen, 19. Mai, 11.25 V. Die R i e m e n d r e h er e i» Besitzer beschlossen gestern, die Forderung der strikenden Riemen- dreher abzulehnen, und wenn die Ausständigen bis zum nächsten Dienstag nicht zurückkehren, die Betriebssperre zu verhängen.

M »rüffel, 19. Mai, 8.34 V. Die Gesellschaft zur Seron- ftaltung einer Ausstellung in Brüssel im Jahr« 1895 hat sich gestern tonffituirt. Das Kapital beträgt eine Million Francs. Hauptsächlich beteiligt sind Mitglieder der Finanz- und Handelswelt.

B London, 19. Mai, 8.13 V. Die Königin empfing gestern ben außerordentlichen Gesandten Serbiens, welcher mit der formellen Anzeige der Thronbesteigung des Königs Alexander betraut ist.

Wiesbaden, 19. Mai. Das Herrenhaus - Mitglied G r a f Seherr-Thohs rst hier g e ft o r b e n.

Madrid, 19. Mai. JiiBereiro. Provinz Orense, ent­standen anläßlich der Veranstaltung einer Festlichkeit Streitig­keiten, wobei Einwohner gelobtet unb etwa zwanzig verwundst wurden.

Sport.

rfl Aks voraussichtliche Starter werden bezeichnet im große« Berliner Jagdrennen am 20. d. M.: Rittnr. v. Sydow'sWellgunde" (Reiter: Bef.), R. ®ore§Heidelberg" (Reiter: Bef.), Ch. Thompson'SGreat Paul" (Reiter: Bef.) und Rittm. v. Goßler'sEventail" (Reiter: Lt. Gr. Känigsrnarck); im Leipziger S t i s t n n g s p r e i s am 22. Mai: K. Hpt.-Gest. Graditz'sWahlstatt", Frhrn. E. v. Falkenhausen'S Kann", Frhrn. v. Münchhausen'sGeorgia" und I. Saloschin's St. Marco"; im großen Teutonia-Preis (Leipzig) am 23. Mai: V. May'sArcher", Hpttn. Spiekermann'sPräsi­dent Ex" und E. LandfriedeMagnat".

H Budapest, 18. Mai. Rennen. Verkaufs-Remien 1. Klasse. Preis 2000 fl. Für Zweijährige. Dist. 950 Meter. 1) Rittm. A v. Jeckey'sMurznk", 2) Gr. G. Degenseld'S Kigyo", 3) A. Egyedi'sArmany". Baron Beia Wenckheim- Mernorial-Stakes. Preis 2000 fl. dem Sieger. 500 fl. dem zweiten Pferde. Dist. 1600 Meter. 1) Comp. D. W. F.'sS z «l v e ß", 2) Gr. Zd. Kinsky'sTessek". Staatspreis 10,000 Frcs. in Gold. Dist. 2400 Meter. 1) E. v. Blaskovit'SPri­mas II., 2) A. Egyedi'sCalypso".

* Paris, 18. Mai. Renn e n zu Lonzchamps. Prix des Acacias 25,000 Frcs. Dist. 2400 Meter. 1) E. Veil-Picard's Saint Ferjeux", 2) Prinz A. Arenberg'sDiavolo", 3) Comte Hallez-Claparede'sOedipe". Mit dreiviertel Längen gewonnen. Sechs Pferde liefen.

® London, 18. Mai. Rennen zu Newmarket. Th« Payne Stakes von 500 Sovs. nebst Sweepstakes von 15 Sovs. Eins. Für Dreijährige. Dist. ca. 1600 Meter. 1) I. Jeiining jun.'SM o n t e z u in a", 2) I. Joiceh'sPeppercorn", 3) (Seit. O. Williams'Perigord". Fünf Pferde liefen.

Vermischte».

* Merlin. 18. Mai. Gegen den jüngst öielgenannien Herrn v. Sch lieben ist die Voruntersuchung abgeschloffen und die Anklage wegen der bekannten Albumsaffair, e unb anberet ihm zur Last gelegten Unregelmäßigkeiten erhoben worden. Herr v. Schlieben befindet sich schon seit Wochen behufs Beobachtung seines Geisteszustandes in der Krankenabtheilung desUntersuchuugs- gefängnisieS. Man glaubt, daß er denwilden Mann spiele.

E Gehre« (bei Ilmenau), 17. Mai. Gestern Mittag gegen 1412 Uhr ereignete sich auf den hiesigen Bahnhof (Strecke Ilmenau- Großbreitenbach) ein schrecklichesEisenbah n-Ung In ck. Der Zug, der um 11 Uhr 8 Mim die Station Neustadt-Gillersdorf verläßt fuhr mit Blitzesschnelle gegen Gehren zu, denn der Fall auf bt«>er Strecke ist ein ganz bebeutenber. Der Lokomotivführer konnte dm Zug auf dem Bahnhof nicht zum Stehen bringen, weil die Bremsen versagten. So fuhr ber Zug durch die Station hindurch, rannte an deren End« ans einige Kohlenwagen, unb überstieg diese, wobei die der Maschine folgenden Gepäck- unb Personenwagen sich in die vorausstehenden hineinbohrten und dabei zertrümmert wur­den. Der Verlust an Menschenleben ist augenblicklich noch nicht festzustellen. Ein Mann, aus Goldisthal ftammeub, ist tobt, eine Frau und ein Mädchen aus Altenfeld sind durch bi« Lokomotive schrecklich verbrüht unb zerfleischt worben unb es ist wohl wenig Hoffnung auf Rettung vorhanben, eine Fran unb ein dreijähriges Kind aus Großbreitenbach haben arge Brandwunden erlitten, ber Lokomotivführer hat schwere Verletzungen an einem Bein unb am Kampfe. Der Wartesaal gleicht einem Spital, und der Anblick ber armen Opfer ist ein jammervoller. Die Aufräumungs - Arbeiten werben rasch geförbert, unb ärzliche Hilfe aus Stabt unb Umgegend war rasch zur Stelle.

* Miesbaden, 18. Mai. Wie berVoff. Zig." von hier gemel-- bet wirb, ist Frau von K o I e m i n e, die geschiedene Ge­mahlin des verstorbenen Großherzogs von Heffen, die vor einiger Zeit die Nachricht von ihrer bevorstehenden ehelichen Verbinüung mit dem Sekretär der russischen Botschaft in Berlin, von B a ch a- r a ch t, für falsch erklärte, nun thatsächlich mit Herrn v. Bacharacht verheirathet. Bacharacht ist als Attache an die russische Gesandtschaft in Lissabon versetzt worden.

K Verbeten im Kreise Daun, 17. Mai. Als am vergangenen Sonntag die Leute in der Kirche weilten, brach Feuer aus, das so schnell um sich griff, daß kaum ans Löschen gedacht werden konnte. Dreizehn Wohnhäuser, vierzehn Scheunen, die Kirche und die Mühle wurden in Asche gelegt Die Beschädigten (arme Leute) haben fast nichts gerettet unb bie Noth groß.

* Ans Suddeutschkand, 17. Mai. Der F u t t e r m a n g e l macht sich allenthalben empfinblich bemerkbar. Viele Bauern müssen ihr Vieh verkaufen, weil sie nicht in ber Sage finb, bi« hohen Preise für Futtermittel anzulegen. InHechingen verendeten einem Landwirth zwei Stück Vieh am H u n g e r t y p h u S. Die Land- wirthe klagen viel über mangelhaftes Entgegenkommen der Forst- verwaltungen in Bezug auf WaldgraS, Streuzettel rc.

Alm, 18. Mai. Wie Württembergische Blätter melden, wurde der be$ Mordes an ber Klavierlehrerin R e u ß verdächtige Gipser Barthol. Stier von Egesheim O.-A. Spaichingen in Munder­kingen, wo er am Brückenbau beschäftigt war, verhaftet.

K München, 18. Mai. Das Befinden des Bankdirektors Dr. V. S ch a u ß, des Führers ber bayerischen Nationalliberalen, ist so ungünstig geworden, baß man an seiner Wiedergenesung fast ver­zweifelt.

o Aasek. 18. Mai. Der Große Rath genehmigte einen Kredit von Fr. 817,00 zum Bau eines neuen B i b l i o t h e k g eb ä u des auf dem Petersplah. Ein Angestellter ber Irrenanstalt hat Fr. 9000 veruntreut und ist zur Hast gebracht worden.

Civilstands-Register der Stadt Frankfurt.

Geborene. Mei 9. n ? rig, Aurora (Pfälznkr), Schlachthaus^. 22. 11. ftlein. Joses Heinrich (Baker), Waldfchui.-Str. 94. Klotz. Albert (Stein), Meijengufte 30. Volk, Roiine (Heimuth), Allerh.-Str. 02. 1.3. S ch m i d t, Kathar. (Happ), gr. Spill.-Str. 14. Hausen. Marie Franziska (Walper), o. Atzemer 11. Kuhl, Friederike (Tworinachi). Schwarzburgstr. 12. 14. Keller. Will? (-Bleuer), Happelg. 2. Fein, Franz (Gerlach), Zicgelg. 2. Walz. Anna (Haag), Höhcustr. 23. Scherer, ftatljat. (Wolsert), kl. Eschenheimerstr. 31.

Berftorbene. Mai 15. P ötsch. Iah. Christ.. Jnlendaniur-Sekr., 40 I Eschers?. Landftr. 111. 16. Uhrheimer. Anna Marie, 17 I., Slisl- strntze 30. Büttner, Jakob. Tagl., 44 J.. Langestr. 4. Helm. Dan.. Schneider, 48 I., Langestr. 4. Stiefenhoser. todtgeb. Sohn. Blücher- platz 5. 17. 2Bc d 6 e r, Anna Margar., 9 I., Alteg. 31. ©inner, Anna Rat?., geb. Ehrmann, 28 J Lederweg 41.Nackan, Carsten Christ, Ansl, 65 3~ am Main gel.

Des barometrische Maximum im Norden, welches jetzt über dem boihi lechen Basen hegt, hat an Höhe zugenommeu, während eine P-press on sich vo:i den britischen Inseln ost:wärt j nach Ost­deutsch and < re reckt. Bei schwacher Luftbewegnng ist dis Wetter in Deutschland warm, im Westen vorwiegend heiter, im Osten trübe : vielte h fanden Regen fälle statt, insbeson lere in den westlichen tiebietstheilen, wo wieder zahlreiche Gewitter sich ent­luden. Ans den britischen Inseln sowie im Nordseegebiete fanden ausgedehnte und meist ergiebige Begenfälle statt. Oxö meldet z2 a. m. liegen.__[Deutsche Seewarte.]

Franks, a.l.frsgs+is sw 3 heiter | Physik. Verein rn Frankfurt a. I.

Mittheilungen der mctcorol. Station -es Physika». Vereins zu Frankfurt a. M.

1) TaZ Barometer (ans 0° nnd den Meeresspiegel reduzirt) stand am 18. Mai Millags 12 Uhr auf 756.27 Mm., stieg bis Morgens nm ca. 3 Mm., fiel Vormittags wieder und steht am 19. Mai Mittags 12 Uhr auf 758-93 9JIäi.

2) Tas Thermometer (Celstns) stand am 18. Mai Mittags 12 Uhr auf +22.00, stieg bis Nachmittags 3 Uhr auf +24.50, fiel dann bis Mar. gens 5 Uhr auf +11.30, stieg wieder nnd steht am 19. Mai Mittags 12 Uhr auj +21.50.

3) Windrichtung: 18. Mai Mittags 12 Uhr SW (mäßig), behielt saft unverändert diese ijtiajtmig, Windstärke bis Abends mäßig, baun schwach nnd ist am 19. Mai Mittags 12 Uhr SW lichwach).

4) Relative Feuchtigkeit: 18. Mai Mittags 2.25 Uhr 48 %, Abend, 9.25 Uhr 87 %. 19. Mai Morgens 7.25 Uhr 82 %.

5) Bewölkung und Niederschlag: 18. lvlai Mittags 12 Uhr halb bedeckt, blieb ptachmtttags mäßig demölkl, Abends und Vormitternacht be­deckt. heiterte sich gegen Morgen tast ganz auf, blieb io uub ist ant 19. Mai Mittags 12 Uhr heiler. Gestern Abend von 8 bis g Uhr schwacher Regen.

Prognose für Frankfurts dcsgl. für Mittel« un» Süppeutschlaud für ben 20. Mai.

(Nachdruck verboten.)

Das wistlich« Minimum ist noch weiter nach Norben gerückt. Hoher Luftbruck liegt im Nordosten und gewinnt langsam nach Südwesten zu an Ausdehnung. Auch vom Süden her scheint sich höherer Luftdruck übet Deutschland ausbreiten zu wollen. Infolge dessen dürste weitere Andauer des heiteren, warmen, im Wesent­lichen trockenen Wetters mit wechselnder Bewölkung zu erwarte» sein; stellenweise Gewitter nicht ausgeschloffeu.

Hxparand 769 Petersbrg

Telegraphische Depeschen.

(Nachdruck, telegraphische oder telephonische Verbreitung ohne Vereinbarung untersagt.)

yriuut-Pt|itfd)ni drr «frankfurter Teilung.

E Berkin, 19. Mai, 10.52 V. In hochoffiziösen Lettern ver­öffentlicht bieNorddeutsche Allg. Ztg." einen Schriftwechsel zwischen dem französischen Botschafter Herrn H e r b e t t e und Herrn B a u m b a ch. Herr Herbett« schreibt unterm 16. Mai: Herr Oberbürgermeister! Wir haben keinerlei Beziehungen zu ein­ander und ich erinnere mich nicht einmal wo unb wann wir uns zufällig begegnet wären. Jnbeffen haben Sie mir vor einer öffent­lichen Versammlung gewisse Erkläningen zugeschrieben, welche Sie mich in einer Privatuuterhaltung hätten machen hören. Diese Er­klärungen, welche basBerliner Tageblatt" in seiner gestrigen Num­mer toiebergegeben hat, habe ich nicht abgegeben, weder Ihnen noch sonst Jemand gegenüber. Vielleicht hat eine ungenügende Kenntniß der ftanzöfischcn Sprache Sie in diesem Fall« irregeführt. Jeden­falls ist es bedauerlich, daß Sie den Vertreter einer fremden Regie­rung in Ihre Wahlinteressen hineinzezogen haben, während dieser Vertreter sich, wie ich, stets den inneren Angelegenhelten JhreS Lan­des ferngehalten hat. Ich ermatte eine Aufklärung von Ihnen, ber ich diejenige Folge geben werde, die mir gut dünkt und bin, Herr Oberbürgermeister, der Ihrige, gez. I. Herbette. Darauf erwidert Herr B a u m b a ch unterm 17. Mai in einer, dem knappen Ton des vorstehenden Schreibens gegenüber überaus höflichen Form, er habe im vergangenen Winter ine Ehre gehabt, zusammen mit seiner Exzellenz beim Reichskanzler eingeladen zu sein; er habe sich dort dem Botschafter als Vicepräsibenten bes Reichstags vorgestellt unb

Station, [b.'^ ^Wetto^ | statlon iB- Cis?