g. Srttr. 27. «fctofct» 19O4L

noch gegen den Eindruck kämpfen zu müssen, den die revolutio­näre Generalprobe im September bei allm denen, die etwas zu verlieren haben, hinterlassen hatte, doch mehren sich die An­zeichen, daß bei dem rein persönlichen Charakter, den die Wochlm in Italien, diesem Lande der Individualisten, stets ge­habt haben, dieser Eindruck sich langsam verwischt. DaS große Publikum interessiert sich auch nur für vasPersölUiche; so z.B. für Enrico Ferri, der allein dreißig oder vierzig Mal kandidiert und eine neue Note in den Wahlkamps gebracht hat, indem er jeden Tag zwei bis drei Biographien, meist recht hämisch gehatten, der ftüheren Abgeordneten bringt. In der Lebens- sttzze von S o n n i n o hat er sich gemäßigt, ja anerkennend ausgesprochen und politische und Witzblätter sprechen jetzt nur noch von der neuen Liaison Ferri - Sonnino; ein llerikales Blatt hielt es sogar für nötig. Sonnino in einem Leitartikel vor der umgarnungslustigen Freundschast des sozialistischen Dittators zu warnen. Ueberhaupt dreht sich das Interesse hauptsächlich um Sonnino, obgleich dessen Partei auf nichts zusammengeschrumpft scheint, weil viele seiner füllen Anhänger jetzt in der ministeriellen Bewerbertoga auftreten um sich die Gunst des großen Wahlmechanikers Giolitti nicht zu verscherzen. Im ministeriellen Lager, das beweist ein Artikel der offiziösen .Tribuna' von vorgestern, haben sogar einige Pessimisten plötzlich Angst davor bekommen, daß in dem gemeinsamen Kampfe gegen die Revolution die konstitutionelle Opposition mehr Anhänger finden könnte, als die liberal-radikale Partei, auf die Giolitti'loSsteuert, der einen fortschrittlich freihett- lichen Block plant, der ganz auf ihn eingeschworen sein würde. Die gemäßigt konservativen Zeitungen glauben auch schon verkündm zu können, daß dieser Plan gescheitert sei; so sagt dasGiornale di Venezia' in einem Leitartikel, die Chancen Giolitti'S seien wenig günstig, da die September-Un­ruhen seine Wahlvorbereitungen, die auf einen späteren Wahl- termin zielten, gestört hätten. Sein Ziel war Bekämpfung der Sozialisten und Republikaner, die er durch Radikale, Sozial» Reformisten wie Turati und Ministerielle der Linken ersetzen wollte. So hätte er eine linksliberale Konzentration ge­schaffen und dieser durch eine TeilkrifiS das Kabinett ange- paßt. Aber die Konservativen hätten die Augen geöffnet und die Geiahr erkannt, die in diesemöden" Radikalismus liege. Im Süden, der ganz konservativ sei, präsentierten sich alle Kan­didaten als ministeriell, und so müßte Giolitti gute Miene zum bösm Spiel machen und sie siegen lasten, obschon er sürchte, daß sie nach dem Siege die Maske abwerfen und ihn vielleicht stürzen würden. Auch in Mittelitalien seien die Konservativen so stark, daß GioNtti wenig Linksliberale durchsetzen werde, er sich also als verloren betrachten könnte. Dieser Artikel hat natür­lich vieles als Tatsache angenommen, war nur Wunsch ist, aber daß er manches Wahre enthält, beweist der oben erwähnte Aus­fall der .Tribuna' gegen die Gemäßigten, den das Blatt Tags darauf dementieren mußte, um den Eindruck zu verwischen, alS seien im Ministerium Zwistigkeiten zwischm Giolitti und dem konservativen Schatzminister Luzzatti ausgebrochen.

DekMeg zwischen Mußtand und Japan.

Wie glaubwürdig versichert wird, hat die englische Regierung wegen der Beschießung d er engli­sch e n F i s ch e r in der Nordsee folgende Forderungen anRußland gestellt: 1. Entschuldigung wegen des An­griffes, 2. Geldentschädigung für die Opfer, 3. Bestrafung der in Bettacht kommenden russischen Osfiziere und 4. Garantie für die zukünftige Sicherheit der englischen Schiffahrt vor ähnlichen Angriffen. Die beiden ersten Forderungen find natürlich von Rußland schon bewilligt worden, allein über die beiden letzten, gehen noch die Meinungen auseinander, obgleich doch die Be­strafung der schuldigm Osfiziere nur eine selbstverständliche Folge der Entschuldigung wäre. Was für Garantien die ruffische Regierung für das zukünftige Wohlverhalten ihrer Flotte geben könnte, ist allerdings unfiot und die englische Regierung sollte sich daher hierüber deutlicher ausdrückcn. DaS Beste wäre, wenn diese streitigen Punkte dem Haager Schiedsgericht unterbreitet würden. Damit würde auch den Hetzern, die bereits eifrig an der Arbeit sind, ihr Handwerk gelegt werden. Es wäre auffällig gewesen, wenn dieselben nicht auch den Versuch gemacht hätten, Deutschland in die An­gelegenheit hineinzuziehen. So will der Petersburger Korrespondent des .Echo de Paris' erfahren haben, daß die Warnungen vor japanischen Angriffen von deutscher Seite ausgegangen seien. Im übrigen bezeichnet derselbe Korrespondent die allgemeine Stimmung in Rußland als sehr englandfeindlich; man würde mit Freuden einen Krieg be­grüßen, der einen Vorwand dazu bieten würde, um den un­populären Krieg mit Japan zu beendigen und der Rußland in Zentral-Afien gleich zu Siegen verhelfen würde. Der Zar und der Minister des Auswärtigen, Graf LamSdorff, wünschten jedoch über alles den Frieden. In Wirklichkeit will wohl auch in Rußland niemand, außer einigen Militärs, einen Krieg gegen Englmld. Daß die Rusten auf die Warnungen vor den Japanem hereingefallen find, ist schon möglich. Haben doch auch die Engländer während des Burenkrieges auf eine angeb­lich von den Buren ausgegangene Denunziation hin die unge­rechtfertigte Beschlagnahme deutscher Dampfer vorgenommen. Vielleicht können die Russen nachträglich feststellen, ob die War­tungen vor den Japanern nicht auf die Japaner selbst zu- rüchusühren find.

Dom Kriegsschauplatz.

(Wolff's telegr. Corresp. »Bureau.)

Mukve«, 27. Oktbr. (Ruff. Telegr.-Agentur.) Gestern Abend 10 Uhr begann ein Gefecht südöstlich von Mukden.

t eVu

jumiiniuiu vir gTwuii mm ^nuniei

Die Japaner rückte« bi« z«m Dprfe Jerdgou, daSfie Gerüchten zufolge in einem bis zum Morgen andauemde« Kampfe genommen haben.

Sxmfcon, 27. Oktbr. DerTimes" wird aus Tokio gemeldet: Ein Bericht eines fremden Korrespondenten von Port Arthur rom 17. Oktober besagt, daß die Kämpfe der Garnison an Energie abnehmen. Man glaube deshalb, daß das Ende bevorstehe. DemStandard" geht aus Schanghai die Nachricht zu, daß P o r t A r t h u r am 25. Oktober den ganzen Tag in Flammen gestanden habe.

London, 28. Oktbr. Der Korrespondent des Reuterfchen Bureaus bei der russischen Westarm.ee meldet unter dem 26. d. Mts.:: Die russischen und die japanischen Vorposten stehen sich auf 600 bis 800 Meier gegenüber. Ein neuer Angriff der Japaner, die sich gegen das russische Artilleriefeuer verschanzen, wird erwartet. Sonst herrscht Ruhe. Die Russen haben Bekleidungsstücke für den Winter noch nicht erhalten. Die Nachricht von der Ernen­nung des Generaladjutanten Kuropatkin zum O b e r kommandierenden wurde allgemein mit Befriedigung ausgenommen.

Englisch« Drohung««.

Privattelear. der ..Franks. Ztg.'

O London, 27. Oktbr., 8.45 V. Die Lage f)ai sich noch nicht gebessert. Die russische Admiralität will, wie dem Bureau Reuter telegraphiert wird, bis heute, Donnerstag früh ein Uhr noch keinen Bericht von Roshdjewenski erhalten haben, obwohl derselbe, wie dieTimes" hervor­hebt, gestern Vormittag in Vigo ankam und dann Zeit hatte, Staatsbesuche zu machen und mit den spanischen Be­hörden über die Einnahme von Kohlen zu verhandeln. Nach einer Meldung desDaily Telegraph" aus Peters­burg will man dort die russischen Marineoffiziere schützen und ihnen das Recht wahren, verdächtige Fahrzeug anzu­greifen. DieT i m e S" verlangt auf Grund der Aeuße­rungen RoshdiewenSkis (vgl. unter Vigo. D. Red.) seine sofortige Entlassung und exemplarische Bestrafung. Das Blatt schreibt ferner: Als Rußland sich nicht mit den wandernden Schiffen seiner Freiwilligenflotte offiziell in Verbindung setzen konnte, schickte England einige Kreuzer, um dies für Rußland zu besorgen. Dieses Mal werde Eng­land wenn nötig ein Geschwader oder sogar mehrere Ge­schwader schicken.

(Wnlff'L telegr. Corresp.-Burean.)

London, 27. Oktbr. DaS Reniersche Bureau meldet aus Gibraltar von gestern: DaS Kanalg esch w ader hat Kohlen genommen und Vorräte und Munition aufgefüllt. Es ist klar. Um jeden Augenblick in See zu gehen. Die Linien­schiffeJupiter' undH a n n i b a l ' und der Kreuzer .Dori»' halten außerhalb der Straße scharfe Wache. ES heißt, daS Mittelmeergeschwader werde hier in Kurzem erwartet. Auf der Werst herrscht große Tätigkett, es wird sogar nachts gearbeitet. Die Admiralität hat eine Um­frage bet den Kohlenlieferanten gehalten, wieviel Kohlen zur Zeit disponibel feien.

London, 27. Oktbr. Der erste Lord der Admiralität. Earl of Selborne, begab sich gestern Abend nach Portsmouth. Die englische Flotte ist in den heimi­schen Gewässern auf der Flottenbasis int Firth of Forth ein- getroffen.Daily Telegraph" bemerkt, daß zur späten Abendstunde des gestrigen Tages noch keine Antwort ausPetersburg vorlag. Das Blatt befürchtet, daß die Verwicklung sich verschärft habe. Das russische Marinemini­sterium wie der Kaiser seien gegen die Bewilligung der Be­strafung der Offiziere. Die Blätter aller Richtungen for­dern heute einstimmig, England dürfe nicht länger zögern, im Interesse der zivilisierten Welt Schritte zu tun, um eine die gesamte Schiffahrt bedrohende Gefahr zu beseitigen.

Lonvo«, 27. Oktbr. Verschiedene Blätter äußern ihre Unzufriedenheit darüber, daß die russische Regierung die englischen Forderungen noch nicht endgültig erfüllt habe.Daily Mail' meldet, die russische Regiermig habe sich zur Annahme der beiden ersten englischen Forderungen bereit erklärt, weigere sich aber bis jetzt, die beiden anderen Punkte, nämlich die Bestrafung der schuldigen Offiziere und die Gewährung von Garantien für die zukünftige Sicherheit der englischen Schiffahrt, zu bewilligen. Das Blatt will wissen, di« englische Regierung habe infolgedessen yin Ulti­ma t u m gestellt und die Bewilligung aller Forderungen bis heute Nachmittag verlangt. Von anderer Seite liegt eine Be­stätigung dieser Behauptung nicht vor.

Lonvo«, 27. Oktbr. Der Staatssekretär für Indien, Brodrick, erklärte in einer Rede, das Bedauern des Kaisers von Rußland und sein Versprechen, Entschädigung zu leisten, könnten allein nicht genügen, dasVorgeh en der Russen zu sühnen. Die ganze Welt müsse wünschen, daß England Sicherheit dafür erhalte, daß sich ähnliche Vorfälle nicht wieder ereignen. Man könne überzeugt sein, daß das während der letzten Tage der Regierung geschenkte Vertrauen gerechtfertigt ist. Der Kolonialminifler L y 11 e 110 n erklärte, er zweifle nicht, daß die russische Regierung vollständige Genugtuung leisten und die Schuldigen bestrafen werde.

Gibraltar, 26. Oktbr. (Reuter.) Die Schlachtschiffe VictoriouS", JllustriouS' undMajestic' und die Kreuzer .Lancaster',Th eseuS' und En- d y mion " haben Befehl erhalten, am Freitag früh in See zu gehen. Wie verlautet, sollen diese Schiffe die Bewegungen der Schlachtschiffe der russischen Flotte, von denen man an­nimmt, daß sie über das Kap der Guten Hoffnung nach dem äußersten Osten gehen, verfolgen und beobachten. Voir den

Kreuzern und TorpÄobootm wird angenommen, daß sie die Sttaße von Gibraltar passieren werden, um nach dem Suez­kanal zu dampfen. Di« ganz« Torpedobootslottille von Gibraltar ist mobil gemacht worden.

Pari-, 27. Oktbr. Der .New-York Herold' hört au» Venedig: Di« englisch« Mittelmeerslotte, welche noch Pola und Fiume besuchen sollte, fei einem ihr erteilten Befehle entsprechend nach Malta und Gibraltar abgesegelt. Unter den Mannschaften herrsche große Er­regung.

Di« Mährt der baltische« Flott«.

Bigo, 26. Oktbr. (Havas.) Admiral Roschdjest- wenSky äußerl« sich über den Zwischenfall in der Nordsee dahin, daß derselbe unvermeidlich gewesen sei. Er habe nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt, um sein Geschwader vor Vernichtung zu bewahren. Vor der Abfahrt von Libau habe er tatsächlich bekannt machen lassen, daß er mit Strenge vorgehen werde gegen jedes Schiff, daS sich seiner Flotte nähern würde. Der Admiral bedauert, daß er sich hier nicht vollständig verproviantieren könne; er werde sich mit 400 Tonnen für jedes Schiff, die er erbeten, zufrieden geben, um die Sttaße von Gibraltar zu erreichen, wo ruhigere See ihm die Uebernahme von Proviant auf hoher See gestatte.

Bigo, 26. Oktbr. Auf erneutes Ersuchen des Hafenkom­mandanten gab Admiral RoschdjestwenSki fein Wort, daß er indenspamschenGewässern keineKohlen einnehme, bat aber um die Erlaubnis, daß jedes Schiff 400 Tonnen Kohlen nehmen dürfe, um Tanger zu erreichen. Zwei Kohlen» dampfer liegen neben den russischen Panzerschiffen drei gingen nach Tangerab. Es geht das Gerücht, das Geschwader sei angewiesen worden, sich möglichst kmze Zeit in Vigo auszu­halten, um einen Anschlag japanischer Agenten zu verhüten, deren Anwesenheit in Vigo befürchtet wird.

Brest, 26. Oktbr. Ein russischer Transport- dampfer und ein Kohlenschiff erwarten hier neue Weisungen. Es ist ihnen ausdrücklich verboten, sich mit dem Lande in Verbindung zu setzen. Der ruffische Konsul wmde zur Besorgung von Proviant an Bord gerufen.

Mavriv, 26. Oktbr. Nach einem derCorrespondenzia de Espaüa' auS Vigo zugegangenen Telegramme erklärten die russischenOsfiziere die Beschießung der englischen Fischerflottille folgendermaßen: Während der Nacht­fahrt seien angeblich zwischen den Linien der russischen Schiffe zwei Torpedoboote gesehen worden. Man habe geglaubt, daß es sich um einen japanischen Angriff handle, deshalb fei gefeuert worden. An Bord von zwei Booten seien Kanonen gesehen worden. Keiner der Seeleute habe das Aussehen von Fffchern gehabt. Die Offiziere fügen hinzu, sie hättm nicht gewußt, ob die Leute verwundet waren, und bedauern ihren Irrtum.

Mavriv, 26. Oktbr. (Havas.) Der Marineminister wird in Eftmeinschaft mit dem Minister des Aeußern zwei von den in B i g o eingetroffenen russis chen Schiffen, die Beschädigungen erlitten haben, denen es deshalb nicht mög­lich ist, den Hasen nach der vorschriftsmäßigen Frist von 24 Stunden zu verlassen, einer Untersuchung unterziehen lassen und dann die entsprechenden Anweisungen erlassen. Der Minister bestätigt, daß er den russischen Schiffen keine Erlaubnis erteilt habe, sich zu verproviantieren.

Newhave«, 27. Oktbr. Die Meldung, daß der Fisch- dampferSylvia' bei dem Angriff« der russischen Flotte untergegangen sei, bestätigt sich nicht. Der Dampfer ist in Orkney eingetroffen.

Petersburg, 27. Oktbr. DerRegierungsbote" ver- öffentlicht heute zwei Reskript« des Kaisers. Der Inhalt deS ersteren, in welchem der Kaiser den Statthalter Alexejew auf dessen dringende Bitte von seiner ©Mung alSOberbesehlshaber der Truppen im fernen Osten befreit, deckt sich mit dem von Alexejew erlassenen Tages­befehl vom 24. Oktober. DaS zweite Reskript ist an dm ium Oberkommandierenden aller Land- und Seestteitttäste auf Dem Kriegsschauplätze ernannten General Kuropatkin gerichtet und schließt mit den Worten:Ihre durch die Aktion in der Mandschurei gefestigte Kriegserfahrung gibt mir die Zuversicht, daß Sie an der Spitze unserer ruhmreichen Armee die Hart- näckigkeit der feindlichen Streitkräfte brechen und damit Ruß­land den Frieden im fernen Osten sichern werden."

London, 28. Oktbr. DieMorning Post" hat Grund zu der Annahme, daß Rußland bei den Mächten an­gefragt hat, wie sie sich gegenüber der Forderung, die Fahrt durch die Dardanellen freizugeben, verhallen würden.

Btzchotva (Gouvern. Mohilew), 26. Oktbr. Gestern, am zweiten Mobilisierungstage demolierten Reservisten alle jüdischen Magazine und Buden sowie einige Häuser. Abends wurden einige geplünderte Buden angezündet. Erst das Eintreffen eines Militärkommandos aus Rogaischew ließ die Be­völkerung freier aufatmen und tat der Plünderung Einhalt. Der Schaden wird aus etwa 200,000 Rubel geschätzt.

« Wien, 27. Oktbr., 12.25 N. Gestern begaben sich etwa 1000 russische Deserteure aus Russisch-Polen über Galizim nach Amerika.

Vigo, 27. Oktbr. (HavaZ.) Nach einer Mitteilung des Fürsten K c r ch e l i, Offizier an Bord des Panzerschiffes Imperator Alexander III.", soll sich der Vorfall in der Nordsee wie folgt abgespielt haben: Das russische TransportschiffAnadyr" sah sich bei seiner Ankunft in den Gewässern von Hüll plötzlich von zahlreichen Booten um­ringt. Es hielt sie für Torpedoboote und gab ein Alarm-

»7. Stttlm* 1904- N*. 29»

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erfolgt.

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= Wien, 27. Oktbr., 12.25 N. (Priv.-Tel.)' erschienen namens des deutschen VollzugSauß s ch u s s e S, da die Abgg.Lueger und Groß verhindert wa« nur die Abgg. Baernreither und Derschatta Beim Mn sterpräsidenten Körber, um Information über die die Kabinettsrekonstruktion geschaffene neue Lage ei holen. Körber erklärte, daß der Kurs bet al bleibe, daß erkeineAbmachungen mit den Tsch «q chen getroffen habe und weit entfernt fei, etwas gegen Deutschen zu unternehmen. Sein einziges Ziel sei, die Ar­beitsfähigkeit des Reichsrats herbeizuführen. Die Verz tretet der Deutschen gewannen den Eindruck, daß tatfächlW hinter dem Rücken der Deutschen keine Abmachungen erfolg ten. Am Samstag tritt der deutsche Vollzugsausschuß zu« fammen, woraus abermals eine Besprechung mit Korbetz

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Pas österreichische Wmsterium.

= Wien, 27. Oktbr., 8.58 V. (Priv.-Tel.) In ein® Darstellung, welche der zurückttetende Finanzminister vor Böhm in derNeuen Freien Presse" über die Ursacher seiner Demission gibt, erklärt er, daß er schon feit längere, Zeit durch die große und aufregungsreiche Arbeit sich schwel belastet und in seiner Gesundheit erschüttert. fühle, aufl sich nach einer wissenschaftlichen Tätigkeit zurücksehne. Des äußere Anlaß der Demission war eine Meinungsverschi» denhett mit dem Admiral S p a u n in der Delegation üb« die Refundierungsfrage in Sachen der neuen MarinekH dite. Vollkommen unzutteffend fei die Anschauung, daß bg Rücktritt mit einem Wechsel im p olitischen Äutf.

oder mit weitgehenden Forderungen finanzieller Natur an­läßlich einer mit den Tschechen geschlossenen Vereinbar, ung Zusammenhänge. Er habe keinen Zweifel, daß der­artige Vereinbarungen nichtbest ehe n. Mtt Dr. v. Kör­be r, für welchen er die aufrichtigste Freundschaft heM habe er sich jederzeit im vollsten Einvernehmen besundech Ebenso fei die Version vollkommen unzutreffend, daß feil Rücktritt mit der Anwendung des Paragraphen 11 für die Beschaffung der Geldmittel für die Militärkrel' zusammenhänge. Er hatte keinen Anlaß, zu dieser Fr« welche bisher nicht aktuell war und von der er wünsche, i sie auch in Zukunft nicht aktuell werden möge. Stell, zu nehmen. Er habe die feste Zuversicht, daß auch finanzielle Kurs unverändert bleiben werde. Sein Nc folger, der bisherige Sektionschef Kofel, besitze neben st männischer Tüchtigkeit Festigkeit und Sinn für Spars leit. (Vgl. die Tages-Rundschau.)

fignal, woraus bi« russischen PmuMchiffr die unbekaMß Boote umzingelten und diesen den Rückweg abschnitten. (W Boote wurden aufgeforbett ihre Nationalität zu erkenne, zu geben, antworteten daraus aber nur mit Evolution^ Der Admiral gab nun den Befehl zu feuern und seht« beä die Fahrt fort, ohne sich Über das Ergebnis der Kanonad, Gedanken zu machen, da er glaubte, es mit Torpedobooten H tun zu haben, die von Japan in England an gekauft worW feien. Vor der Kanonade hätten die Russen von den unlei kannten Schiffen her einen Kanonenschuß gehört. ,1

Gerichtszeiümg.

ny Frankfurt a. M., 27. Oktbr. Strafkammer Einen neuen Trik, um Geld zu bekommen hat sich bet Kaufmann Lothar Lehr auserdacht. Als Opel-Rüffels« heim telefonierte er verschiedenen hiesige größere Hotels an, erklärte, daß ein Vertreter der Firma bei Homburg eines Automobilunfall erlitten und in dem Hotel absteigen werde Man möge den Mann in jeder Weise, auch mit Geld, unter­stützen, 2000 Mk. sehn unterivegs. Bald nach dem TelS phongespräch erschien Lehr, borgte Hoteliers oder Ange stellst um Beträge von 20 bis 150 Mark an und verschwand dann Zur Anklage stehen fünf derartige Fälle, von denen ein« pekuniär erfolglos war. Nach dem Gutachten von Direkt« Sioli ist Lehr, dcr bereits von verschiedenen Gerichten weg« Geisteskrankheit freigesprochen wurde, nur als geistig mini derwertig anzusehen. Das Urteil lautete auf 1 Jahr Gv fängnis.

G Koblenz, 25. Oktbr. Die durch den Sergeanten Bienei selb vom Jnfanterie-Regiment Nr. 29 in Trier ins Rollen gei brachte Untersuchung wegen Mißhandluna U n t e ri gebener nimmt immer weiteren Umfang an. Schon ist eia Anzahl Feldwebel, Vizeseldwebel und Unteroffiziere verurteS und immer wieder kommen neue Anzeigen. Hunderte von Fälle, find wieder neuerdings ermittelt. Gestern fand im RathauSsmck in Cochem a b. Mosel burch einen Kriegsgerichtsrat eine Sei nehmung von über 100 Reservisten des 29. Regiments statt. ®$ Ermittlungen dauern an, die Behörde greift bis zum Ersatz es JahreS 1896 zurück.

m Hamburg, 25. Oktbr. Im Krankenhausprozeß nah, gestern der Staatsanwalt Jrrmann, der Berteidiger Dr. Bray Hoest und der Angeklagte Dr. Rooien daS Wort zu ihren P doyerS. Dr. Roose» stellte gegen den Staatsanwalt einen Sti antrag wegen verleumderischer Beleidigung Er bittet am Sch seiner Rede, falls der Derjährung stattgegeben werden würde, mög« ihm feine bedeutenden baren Ausgaben vergütet werden. Er fchlttß mit den Worten: .Fiat jusiiha, pereat senalus!* Die Sitzuq wurde auf heute vertagt. Nach Eröffnung der heutigen Sitzich fragte der Vorsitzende den Doktor Roofen, ob er gestern gefast hätte: .pereat senatus; Doktor Roofen erwidert, er hätt pereat Senator* gesagt. Darauf bemerkte der VorfitzoM er habe die gestrige Rede RoosenS nicht unterbrochen, wtt er sie vielfach für lächerlich hielt, aber er müsse jene Ungehörig« noch nachträglich rügen. Dcr Gerichtshof verkündete sodann M Beschluß, daß die sämtlichen BeweiSanträge bei Dr. Roose« abgi lehnt werben, weil diese für die Frage der Verjährung belangst find und daS Gericht bereits die Ueberzeugung gewonnen habe, «stj die Strafverfolgung gegen Dr. Roofen ve» jährt ist. Vor Verkündung des Urteil» führt der DorfitzM aus, daS Gericht sei zu demselben Resultat wie in N früheren Verhandlung gelangt, daß die Broschüre so«

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Museum einen eingelegten Nußbaum-Ueberbauschrank aus Ant­werpen, 17. Jahrh. IN. 1454), für 8570 JC. Nach Berlin ehtg ein großer französischer Aussatzichrank auS Eichen, 15. Jahrh. (5t 1441), für 8000 Nach dem Haag kam ein geschnitzter 'Eicheu-Ueberbauschrank mit den Wappenschildern der Kölner Satrbierfamilien Gehn und Zabach, kölnische Arbeit auS dem 17. Jahrh. (N. 1455), für 4850 JL Für 8550 «K ging ein fron. Höfischer BibliothekSichronk,, Armoire ä deux corps* auS dem il6. Jahrh. (N. 1450). nach München. Heymann»Frank, »art kaufte ein komplettes ZimmergetSfel in Eichen geschnitzt, jeuS Köln, 15. Jahrhundert (31.1440) für 8100 JL Eine fron» zSstfche Rokoko-HauSuhr auS der Mitte bei 18. Jahrh. (31.1477) ging für 7050 °FI nach Brüssel, vier Chorstühle in Nußbaum «it Intarsia, Bologna um 1500 (N. 1493), blieben für 4100 <* in Köln. Altmann -Frankfurt kaufte einen gotischen Bet­stuhl aus dem 15. Jahrh. (31. 1495) für 1250 Nach Berlin Hing ein Paar französische Kronleuchter auS dem Ende deS 17. ÄahrhundertS (R. 1480) für 1550 Jt. (In dem Bericht in R. 297 muß es heißen, daß die deutschen Liebhaber und Händler dem Ausland eine mächtige (nicht mäßige) Konkurrenz bieten. Den ,F. L.' gezeichneten Nautilus kaufte für 5860 Jt. Bb. Steinbarter in München; er ging nicht, wie angegeben, nach Men.)

- < (Der Urheber der Mainzer Pnlver-Explostan.j AuS Lubwigshafena. Rh. schreibt uns ein Leser, der Augen­zeuge bet Mainzer Pulver-Explosion vom 18. November 1857 ge­wesen : Die in Nr. 294 derFrankfurter Zeitung" publizierte Mttteilung des Herrn Michael TwardowSky in Wien über -ie Mainzer Pulvet-Explof ion vom 18. November 1857 bedarf Wohl einiger Erläuterung und Berichtigung. Zu- nächst ist eS nicht verständlich, warum der genannte Herr 17 Ver­höre zu bestehen hatte, da doch schon am Morgen des 19. Novem­ber also Tag» nach der Katastrophe in Mainz allgemein und auch bei dem Gouvernement sehr wohl bekannt war, wer bet Attentäter, und welche Motive ihn zu der abscheulichen Tat bestimmt hatten. ES war offenbar der Racheakt eine» Feuer­werkers des österreichischen Artillerie-Regiments, daS damals in Mainz garnifonttrte, mit Namen Wimmer. Dieser verkehrte damals viel in der Strobelschen Weinwirtschaft in der BetzelSgaffe zu Mainz, wo ich ihn ötterS sah, in bet letzten Zeit, namentlich noch am Tage vor der Explosion gewöhnlich in Gesellschaft einer Landsmännin, welche ihm nachgereist fein sollte und die er zu heiraten bebfichtigte, da er mit ihr schon zwei Kinder hatte. ES war uns durch seine Mitteilungen bekannt, daß ihm von Seiten seiner vorgesetzten Militärbehörde in Meiern Vorhaben bet Ver­heiratung unüberwindliche Schwierigkeiten entgegengesetzt wurden, die ihn erbitterten und wie noch feinen vielfachen leidenschaftlichen Auslassungen anzunehmen ist - zu der entsetzlichen Tat antrieben, um sich auf diese Weise an feinen Widersachern zu rächen. Am Nachmittag jenes verhängnisvollen 18. November wußte sich Wimmer in Abwesenheit feines Hauptmanns, der die S ch l Ü f f e l zu dem Pulverturm St. Martin am Gautor nächst dem alten Kästrich in Verwahr hatte, diese durch falsche Vor­spiegelungen vom Dienstmädchen z» verschaffen. So war es ihm möglich in das P«^v--r.Magazin zu gelangen und feinen

Wagen steigt und im Nichtrauchercoupe den Rücksitz entnimmt. Bei den Verhandlungen deutscher B a h n ä r z t e ist ferner die Tatsache hervorgetreten, bag nach einer Untersuchung des deutschen Reichsgesundheits- amtes di- zweite Klass« der Eisenhahnen bte un­sauberste und gesundheitsgesährlichste ist; sie enthält tn ihren Bolstern die meisten Bakterien, während tue Mitte Klasse die sauberste ist, weil sie am gründlichsten gereinigt werden kann. Wer also hygienisch reisen will, muß (die An­forderungen bezüglich der Heizung vorausgesetzt) auf den Holzbänken der dritten Klasse, nicht auf den Pol­stern der zweiten Platz nehmen! Diese Polster neben der Plüschbekleidung und Fenstervorhängen können die Zwischen­träger zahlreicher infektiöser Krankheiten werden. (Da müßten doch die Eisenbahndirektionen mit größter Beschleu­nigung daran geben, die neuen Drucklust-Äpparate, von denen es heißt, daß sie sich sehr bewähren, zur Säuberung der Wagen mit Polstersitzen in Gebrauch zu nehmen. D.Red.) Die Reise mutze hat daher als Schutzmittel vor An­steckung ihre besondere hygienische Bedeutung. Daß durch die Eisenbahn benutzende Reisende und deren Gepäck auch anderweitig eine Krankheitsübertragung selbst auf große Entfernungen stattfinden kann und besondere Maßregeln für eine Hygiene des Eisenbahnreisens erforderlich sind, soll hier nicht weiter erörtert werden.

= (Akademische Rackirichte«.) Aus Göttingen wird uns gemeldet: Der o. Prvsessor für mathematische Physik an der diesigen Universität Dr. Walther N - r n st hat einen Ruf an die Universität Berlin erhalten. Au» A a ch e n wird un» ge- meldet: Professor Dr. L. H«f f 11 r-B onn erhielt einen Rus an bte hiesige Technische Hochschule auf ben freigewordenen Lehrstuhl für Mathematik. Aus Münster wird uns berichtet: Die hiesige Universität erhält im kommenden Frühjahr Einrichtungen für eilt medizinische» Studium von fünf Semestern bis zum Physikum. Aus Berlin vom 27. d. wird berichtet: Inder Berliner Medizinischen Gesellschaft hielt gestern Herr Robert Koch einen Dortrag über feine wissenschaftliche A u s - beute in Afrika. Er gab ein Bild von der Verbreitung und dem Wesen der sogenannten Trypanoiomenkrankheit, besonder» der unter den Negerstämmen grassierenden S ch l a f« krankheit. Die Bekämpfung müsse nach den gleichen Grund­sätzen wie bei den übrigen Infektionskrankheiten erfolgen. Man schreibt un» aus T ü b i n g e u: Der Professor der Geographie, Dr. K. S a p p e r, der im vorigen Jahre eine Reife nach Martini­que unternahm, weilte während der Herbstferien bei dcr württem- bergiichen Expedition auf der Insel Kos, die Nachgrabungen nach dem ASklepieio» der Stadt Kos unternimmt. Zum etats- mäßigen Professor an der Berliner Bergakademie ist der Berg­assessor Georg Baum in Essen ernannt worden. An der Wiener Universität hat sich Dr. S. P u » r ar i u al» Privat­dozent für romanische Sprachen niedergelassen. Professor Aloys de Mo lin tritt, wie uns berichtet wird, al» Lehrer der Kunst­geschichte an der Universität Lausanne zurück.

--- [gtattffttrtct Stadttheater.! Die Intendanz der O p «r teilt mit; Infolge Unpäßlichkeit von Frl. Schttoktz fingt

teuflischen Plan zur Ausführung zu bringen, der über Mainz so viel Schrecken und Jammer brachte und ihm selbst auch daS Leben kostete. Zur selbigen Zeit gingen einige Offiziere zufällig über di« Gauiorbiücke und sahen zu ihrer begreiflichen, größten Verwunderung, wie sich ein österreichischer Soldat mit brennender Zigarre an einem Fenster de» Pulverturm» zeigte, worüber sie "so­gleich Anzeige gemacht haben sollen. Jedoch zu spät, denn bald nachher erfolgte die furchtbare Explosion. Diese Einzelheiten waren damal» allgemein bekannt, und es bestand kein Zweifel darüber, w e r daS Pulver-Magazin St. Martin in die Lust gesprengt hatte. Es wäre doch wunderbar, wenn die UnierinchungSbehörde hiervon leine Kenntnis gehabt und man Herrn TwardowSky für den Täter gehalten hätte. Wenn dieser irgendwie zur Verantwortung gezogen wurde, so konnte sich dies höchsten» «nb lediglich auf eine vermeintliche Vernachlässigung seiner Obliegenheiten als Wächter bet Pulvermagazine beziehen, - als Täter konnte er aber nicht in Frage kommen; umloweniger, alS er ja überhaupt nur unter streng vorgeichriebencr Begleitung, nie allein, biese Räume betreten bürste. - K. W.

K (Zur Hygiene bcS Eisenbahnreisen».) Uns wird, ge­schrieben: Jetzt ist wieder einmal die Zeit gekommen, wo das frequentiertest- aller Transportmittel zahlreiche Vor­tragende, Sänger und Sängerinnen, welche die Stimme ausgiebig und nutzbar zu verwerten,gedenken, ihrem Bestimmungsort entgcgenführt. Um diesen Zweck wirksam zu erreichen, bieten die Vorschriften der Eisenbahn­verkehrsordnung zwar Schutzmittel allenthalben, indes hängt der schließliche Erfolg von dem Verhalten des Ein­zelnen ab, und nur durch dessen aktive oder passive Anteil­nahme kann eine Hygiene des Eisenbahnrei­sens verwirklicht werden. Viele, die gegenwärtig ihrem Bestimmungsort zueilen, erreichen ihn nach längerer Fahrt sehr zu ihren Lasten unter Enttäuschungen mit einem Eisenbahnkatarrh". Woher diese unliebsame Er­scheinung? Und wie ist ihr zu begegnen? Wir alle wissen, welche Mengen von Staub nach einer größeren Eisen- bahniour an unseren Kleibern, im Gesicht, in ber Nase und in den oberen Luftwegen haftet. Wie kein anderes Organ sind die Atmungswerkzeuge der Einwirkung von außen her auf sie eindringender Schädiger ausgesetzt. Nicht nur fest­körperliche Elemente können mechanisch Gewebeveränderun­gen der Schleimhäute im Kehlkopf und weiterhin zu stände bringen, noch mehr kann dies geschehen durch entwicklungs­fähige Keime. Nasenatmung ist daher sowie überall, auch zum Schutz der Luftwege beim Eisenbahnfähren eine notwendige Voraussetzung. Begünstigend für die Entstehung vom Eisenbahnkatarrh können ferner wirken: Zugluft, die um so leichter eineErkältung" hervorrust, wenn der Kör­per durch eine etwaige Ueberheizung des Wagens im Zu­stand der Transpiration sich befindet, ferner durch Heizung ausgetrocknete Lust, Rauchbelästigung. Demgemäß wird man um so sicherer Schutz finden vor Rauch und dem seinen Staub, der, am Eisenbahnkorper durch die Raschheit des Dampfrosses in Bewegung gesetzt, den Weg zum Kupee- fentzer hereinnimmt, je mehr man in die hintersten

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in ber heutigen Aufführung von .Mignon' Frl. Hang^ vom Hosiheatcr in Wiesbabcn die Partie ber Philine.

(Kleine Mitteilungen.) Vielfach geäußerten Wunsch entsprechenb Hai, wie man uns mitteilt, bas Komitee der S tra burger historischen SchmnckanSstellung im all Rohanschloß (Schloßplatz 2) ben auf ben 25. Oktober festgesetzt Schlußtermin ber Ausstellung bi? zum 1. November verlängert- Dom 26. b». schreibt man uns aus Mainz: Zum SebSchtnir j Peter Cornelius, der am 26. Oktober 1874 in Mainz gest: ben ist, würbe heute im zweiten Sinfonie-Konzert bie Ouvertt zuDer Barbier von Bagbab' von bem städtischen Orchester Ulk Leilung beS Herrn Kapellmeister» Steinbach gespielt. Leb« ten Beifall errang Frl. E. H o l m st r a n b mit Cello- und 8 G. S n g g i a mit GesongSvortrSgen. Mit Bezug auf ben p Dr. E. Istel in seinem Aussatz .Peter Corneliu» al» Mensch» Künstler' lvgl. .Frankfurter Zeitung' v. 25. d».) geSußett Wunsch, t» sei an ber Zeit, daß bem genialen Künstler auch! Süßeres, wenn auch bescheibenes Zeichen des Gedenkens errich werde, schreibt un» ein Leser ans Mainz: Ein äußere» rungSzeichen an Cornelius existiert hier schon und zwar ist el « Anregung hiesiger Gesangvereine entstanden. ES besteht an» eti Marmortafel mit dem Reliefbild deS Komponisten « ist an feinem Geburtshause Mittlere Bleiche Nr. 88 angebracht, AuS Wiesbaden vom 26. ds. schreibt man uns: D« > einemJahrneubegründete.Verein für Anthropolog' Ethnologie und Urgeschichte' hielt heut«seine« Jahresversammlung ab. Herr LSwenihal erstattete den Gesch« bericht. Herr SanitStSrat Dr. Florschütz referierte über 1 Höhlenforschungen bei Steeten a. b. Lahn. Wie un» mitge« wirb, hat Frank Webekinb bie .Geschicke ber Luln seinen Beiben Tragödien .Erdgeist' undDie Büchse der 5g bota* in ein abendfüllender Drama zusammengefaßt. » neue Schauspiel, baS ben Titel .Luln' trägt, wird im .3 timen Theater' in Nürnberg zum erstenmale anfaeW Herr Webekinb wirb in der Aufführung Mitwirken. - Man beriM un» auSKrefelb: Im hiesigen Stadttheatersollte gestern> Wolzogensche Schauspiel «Die Ätnber ber Exzeile geben werben. Da sich um 6 Uhr abenb» bte Darstellerin krank melben ließ unb ein Teil des Personals nach M.»GlM bad; gefahren war, um dort ba» DramaIm Hafen' voNM^ Engel zu spielen, so mußte bte hiesige Vorstellung atwfg Ein solcher Zustanb bürste boch auf die Dauer kaum haltbarM - Herr Eugen Marlow ,bisheriger Bonvivant am in Darmstadt, wurde: wie man un» witteilt, von ber «W Spielzeit an für das Düsseldorfer Stadttheater eeffffl Aus Antwerpen v. 24.. tnelbet man unS: w£* fand hier bie Aufführung von Verholst» prei-geWW vlSmijchen DramaJefuS der Nazarener' statt-M vlämische Theater war nahezu ausverkauft, der Erfolg etn Wg schlagender. Wie un» au» Nürnberg v. 15.. wirb) starb bort Herr Professor Wilhelm Behrens, Sg® ber kgl. Kunstgewerbeschnle, früher Lehrer an der «nnstlWW Kassel.