r Sette. Nr. 141.

ktm theuren Naturwein froh, wenn er einen gesunden Kunstwein ksufen könne. Redner wendet fich gleichfalls gegen den § 13; man dürfe nicht den Stand büßen lassen, was Einzelne verschuldeten. In der heutigen 79. Sitzung dreht sich die Debatte stundenlang um den § 13, der endlich in der Regierungsfasfung mit 34 gegen 21 ^Stimmen angenommen wird. Ebenso wird der 6 1 in der Regier- nngsfasiung angenommen, und sodann da« ganze Gesetz gegen dir stimmen der Abgg. Schlüssel, Hoffmann und Rau. Morgen: Kirchensteuergesetz.

Frankreich.

G Paris, 18. Mai. Tie Kammer wird morgen ihre legislatorische Thätigkeit mit der Berathung des Gesetzentwurfes chber die Sparkassen beginnen. Derselbe liegt bereits seit zwei Jahren in der Kommission der Kammer und hat, trotzdem [er Reformen von prinzipieller Wichtigkeit enthält, nicht ftührr .zur Erledigung gelangen können. Was die Organisation der ^Sparkassen in Frankreich anlangt, so weiß man, daß dieselben [ursprünglich durchgehends private Anstalten waren. Seit dem Jahre 1881 istneben den privaten noch eine staatliche Spar- [kasst begründet worden, welche den Titel führtCaisse dEpargne 'nationale oderpostale. Alle privaten Sparkassen sind verpflichtet, ihre Einlagen an die staatliche Caisse des Depots et Consignations abzuführen. Der Staat trägt die Verantwort­ung für die ihm fo anvertrauten Summen, die er aber «ach seinem Gutdünken verwendet. Es ist nun bekannt, daß diese Verwendung, wie sie der jetzige Finanzminister Rouvter vorgenvmmen, darin besteht, daß die Caisse des Consignations den größten Theil der an sie abge- Dhrten Sparkassen - Einlagen in französischen Renten - Titres angelegt hat. Es ist weiterhin bekannt, daß durch diese Ankäufe vor Allem es ermöglicht wurde, die französische Rente auf jene bisher kaum ja erreichte Courshöhe hinaufzubringcn, auf der sie fich in den letzten Jahren erhält. Es ist aber endlich auch 'bekannt, mit wie schweren Gefahren dieses finanzministerielle Kunstwerk verbunden ist. Die Sparkassen-Einläufe bei der Caisse [des Consignations beziffern sich zur Zeit auf ca. 3 Milliarden iunb werden binnen Kurzem die Zahl von 4 Milliarden erreicht [haben. Der Staat, welcher durch die geschilderte Operation [Schuldner dieser euormen Summe ist, könnte eines Tage? unvor- Ihergesehmer Weise zur sofortigen Rückzahlung gezwungen werden, [denn die Sparkasfenfouds sind insgesammt Depots und geben den Inhabern der Sparkassenbücher das Recht, die Rück­zahlung auf Sicht zu verlangen. Es brauchte also nur ein Krieg, eine Revolution oder sonst irgend ein die Existenz des Staates bedrohendes Ereigniß auszubrechen und all' die ängstlichen kleinen Leute würden ihre Fonds Mrückfordcrn: Die Folge würde eine finanzielle Katastrophe hon einer Dimension fein, welche selbst den famosen öster- reichischen Staatsbankerott übersteigen würde. Diesen Gefahren dsrzubeugen, ist nun der nächste Zweck des morgen zur Berath­ung kommenden Gesetzes. Zu diesem Zweck enthält dasselbe zwei .Bestimmungen. Die eine die Auffrischung einer früher bereits lin Kraft gewesenen Anordnung setzt fest, daß das Gesammt- jKonto der Sparkassen-Einlagen für den Einzelnen 2000 Franks nicht übersteigen darf. Es soll dadurch dem rapiden Anwachsen der Sparkaffenfonds und damit der vom Staate geschuldeten O *ne ein Hemmschuh angelegt werden. Die zweite esti uuung gibt der Regierung das Recht, falls die Um- s.auo. dies erheischen, die Rückzahlungen auf 50 Franks alle 14 Tage einzuschränken. Dadurch soll der angedeutrten Eventualität vorgebeugt werden, daß fich eines Tages die Staatskasse dem furchtbaren Ansturm von Tausenden und Abertausenden von sofort zu befriedigenden Rückforderungen ausgesetzt sieht. Selbst im Fall einer Katastrophe würde die Regierung Zeit gewinnen können, um die erforderlichen Kapitalien zu beschaffen. Auf der anderen Seite aber fragt es ifich, ob diese Bestimmung nicht wieder eine nachtheilge Rück­wirkung auf dm Willm zum Sparen haben wird. In Zeiten der Noth braucht der Privatmann Geld ebenso nöthig und eben­so rasch, als der Staat. Und nicht am Wenigstm für die Zeiten [der Noth spart er. Gründlich aber kann Einem die Lust zum Sparen verleidet werden durch ein Gesetz, welches den Sparendm dem aussetzt, daß in Zeiten der Noth ihm der Staat die Rück­zahlung seiner Einlagen verweigert bez. ihm nur ganz geringe Raten in Zwischenräumen von je 14 Tagen zurückzahlt. Diese Bestimmung greift die Grundlage des Sparkaffenwesens an. Dmn die Sparkafsen-Fonds sollm eben keine Kapitalsanlagm mit den Risikos von solchen, sondern Depots mit aller Sicherheit dieses Rechtsinstituts und mit dem Zinfenvorthril der Kapitals­anlage sein. Im klebrigen hält der Entwurf die Bestimmung aufrecht, nach welcher alle privaten Sparkassm ihre Einlagen an die Caisse des Consignations abführen müssen. Eine wettere wichtige Bestimmung desEntwurfsist die, welcher dieZinsenzahlungbetrisst. Bisher ist die Caisse des Consignations verpflichtet, unter allen Umstanden den gesetzlich festgesetzten Zinsenbetrag zu zahlm. Da sie aber von den Papierm, in welchen sie die Sparkassen­fonds anlegte, in der Regel einen geringeren Zins bezog, so gab es ein Defizit, welches durch einen Kredit im Budget gedeckt wurde. Um diesen Rekurs an das Budget und damit au die Steuerzahler zu vermeiden, bestimmt der Entwurf, daß in Zu­kunft die von der Caisse des Consignations zu zahlenden Zinsen bemessen werden sollen nach dem Zinsrnertrag, den sie selbst ans der Anlage der Spargelder bezieht. Was endlich diese Anlage selbst betrifft, so bestimmt der Entwurf, daß die Caisse des Consignations nicht mehr, wir ftüher, die Spargelder aus­schließlich in Staatspapieren anlegen müsse, sondern auch be­rechtigt sei, Papiere mit Staatsgarantie und die Obligationen von Departements, Gemeinden und Handelskammern dafür zu kaufen. ___________________________________________

ihn nicht sein'großes Talent für die Malerei bestimmt hätte, die­sem Drange in edelster und schönster Weise gerecht zu werden, so glaube ich ihm, wenn er sagt, daß er im Stande gewesen wäre, fich einer Kunstreitergesrllschaft anzuschließen, so stark war sein Sinnen und Trachten, mit diesem edelsten der Thiere in Be­rührung zu bleiben. Wer konnte, fragt man sich, einem solchen Bestreben als Kunstjüuger, am Städel'schen Institute als Leiter dienen? Gewiß Niemand! Schreyer war demnach eigentlich Autodidakt. Keiner Malerschule hat er das, was er in so vol­lendeter Weise darstellt, entnommen. In ihm selbst lag die Be­gabung; lag die Eigenart seiner Erzeugniffe, wie schon eines seiner Jugendwcrke, das er noch im Städel'schen Institute vollendete, und das in den Besitz des Berliner Kunstfreundes Ravene über­ging,eine Cavallerie-Attaque", zur Genüge beweist. Als weiser, nach Vervollkommnung strebender Künstler hat er aber das, was seinem Empfinden zusagte, nach seiner individuellen Anschauung, durchdrungen von seinem eigenen Geiste, in sich ausgenommen. Jmitirt hat er nie; sein eigener Fonds ist mehr als zureichend, seinen Gebilden sein eigenstes Gepräge zu verleihen. Es ist nicht zu verkennen, daß die französische Schule in ihrer Darstellung und in ihrer technischen Richtung seiner Eigenthümlichkeit mehr zusagte, als die deutsche; aber die Eindrücke, die er schon als Schüler in dem damals unter der Oberleitung des von ihm hoch­verehrten Meisters Philipp Veit stehenden Städel'schen Institut und später bin d) sein Zusammenleben mit der Cronberger Maler- colonie, in. welcher ihm der alte feinfühlige Dielmann besonders sympatisch war, empfing, gingen nicht spurlos an ihm vorüber. Sie bewahrten den überreich begabten Künstler vor maßlosen Ausschreitungen. Wie in seinen sarbeg'ühenden Bildern aus den, Orient das Maß des Schönen und Wahren nie überschritten ist, wirken in den der Wallachei entnommenm Darstellungen Ton und Ltoff so überzeugend und reizvoll, daß den unbefangenen Beschauer die sremde Natur sofort anheimelt und er die Ueber­zeugung gewinnt: so und nicht anders kann es nur sein. Mit diesen hervorragenden Künstlerqualiläten verbindet Schreyer noch ein feines poetisches Gefühl, das sich in wunderbaren Gesammt- wirkungeu ausspricht. Herzerfreuend wirken seine sonnigen Bil­der aus dem Orient; tiesergreifend sind seine tragischen Darstel­lungen, von welchen ich seinAbandonnö (im Besitz der städti­schen Gemäldegalerie in Manchester) und das alsder Schrecken" bezeichnete Gemälde hervorhebe, und von welch' idyllischem Reize find Gebilde, wie die Pferdetränke u. A.

Nachdem Schreyer das Städel'sche Institut verlassen hatte, machte er zu Studienzwecken noch verschiedene Reisen und besuchte für kurze Zeit die Akademien von Düsseldorf und München. Von bedeutungsvollem Einfluß auf seine künstlerische Wirksamkit war

Crstes Morgenblatt der Frankfurter Zeitung.

Gerichtszeitrmg.

London, 18. Mai. Herr Walter, als Eigenthümer der Times", hat gegen Herrn Steinkopf, den Besitzer der,St. James Gazette", einen Prozeß wegen unbefugten Abdrucks eines Artikel» angestrengt. Im Wesentlichen handelt es fich dabei um die principielle Frage, was andere Blätter von dem Inhalt einer Zeitung ohne Vergütung nachdrucken dürfen. Die Besitzrr derTimes" halten insbesondere den Nachdrrck ihrer Telegramme, welche ihnen Tausende von Pfunden Sterling jährlich kosten, für eine Verletzung des englischenCopyright". Einer der juristischen Punkte bei der Frage ist der, obliterary skill (literarische Ge­schicklichkeit) bewiesen werden muß, ehe ein Recht auf eine in einer Zeitung enthaltene Notiz begründet werden kann. Der Anwalt derTimes" gab auf die Frage des Richters North den Bescheid, daß nach feiner Meinung eine Thatsache in einer anderen Zeitung ungestraft wiedergegeben werden dürfe, aber nicht in derselben Fassung. Der Anwalt der beklagtenSt. James Gazette" machte geltend, daß dieTimes" selbst einst einige Paragraphen aus der St. James Gazette" über die Krankheit Kaiser Friedrich'« wieder- gegeben habe und der Abdruck aus Zeitungen etwas allgemein liebliches sei; die anständigsten Blätter thäten dieses mit Quellen­angabe. DieTimes" hatte kürzlich einige Artikel gebracht und deren Verfaffer Rudyard Kipling eigens unter der Ueberschrift genannt, um mit desto größerem Rechte wegen Nachdrucks vorgehen zu sönnen. Der Anwalt derTimes" leugnete nicht, daß dieses eigens zu dem Zwecke geschehen sei, um endlich einmal gerichtlich entscheiden zu lassen, was ungestraft aus einem anderen Blatte nachgedruckt werden dürfe und was nicht. DieSt. James Gazette" hat Auszüge aus den Artikeln gebracht und deßhalb richtete sich die Klage derTimes" gerade gegen dieSt. James Gazette". Die Times hatte ferner der Vorsicht halber die Artikel Rudyard Kipling's eigens als ihr literarisches Eigenthum eintragen lasten. Die Gerichtsverhandlung wurde gestern beendet, doch wird der Richter fein Urtheil erst später abgeben.

Vermischtes.

* Merlin, 18. Mai. (Von der Marine). DieKreuzerkorvette ,Pr in z e ß W i l h e l m", Kommandant Kapitän zur See Boeters, ist am 17. Mai er. in Christiansand eingetroffen. Das Fahrzeug Loreley", Konimandant Korvetten-Kapitän Gras v. Moltke L, ist an demselben Tage von Konstantinopel nach Saloniki in See gegangen.

* Fanten, 18. Mai. DasMörser Kreisblatt' will erfahren haben, daß der Xantener Knabenmord nicht in Cleve, sondern am Landgericht in Duisburg zur Verhandlung kom­men werde.

* Kamönrg, 18. Mai. Der hiesigeFriedrichsruher Staatsanzri- ger" bringt fvlgendeHofnachrichten:Wie wir erfahren, treffcn®raf und Gräfin Hoyos mit ihrer Tochter, der Gräfin Marguerite, der Braut des Grafen Herbert Bismarck, in Begleitung bcS Letzteren künftigen Sonnabend Mittag zum Besuche in FriedrichS- ruh ein. Für st Bismarck beabsichtigt, diesen Besuch demnächst zu erwidern und an der Hochzeit des Gräflichen Paares, die gegen Ende Juni in Fiume stattfinden soll, theilzunehmen. AlSdann dürste fich der Fürst auf der Route durch Bayern zur gewohnten 1 Kur nach Kifsingen begeben. Auch ist ein vorheriger Aufent­halt in Gastein nicht ausgeschlossen."

A Koma« i. T., 19. Mai. Am morgigen Tag feiert der Ver­walter des hiesigen herzoglich nassauischen Hofgutes, Herr P. Hiller, daS fünfzigjährige Jubiläum seines Eintritts in die Dienste des Herzogs von Nastau. Gleichzeitig mit ihm feiert der Schloßverwalter Herr B u z in Biebrich fein ^fünfzigjähriges Jubiläum.

O Aus Aheinheffen, 13. Mai. Die von dem landwirthschast- lichen Verein der Provinz Rheinhesten projektirte Errichtung einer Obst- und Weinbauschule in der Provinz, speziell in der Stadt Oppenheim, erfordert nach den nunmehr vorliegenden Voran­schlägen nicht unbedeutende Kosten, und zwar find als erstmalige Kosten 232,000 JL und als jährlich fich wiederholende 30,000 X. vorgesehen. Diese Mittel sind von den Landständen zu bewilligen. Wie wir zuverläffig vernehmen, ist die Stadt Oppenheim bereit, einen Theil bet erstmaligen Kosten zu übernehmen bezw. die für die Schule nothwendigen Anlagen und Gebäulichkeiten zu stellen; da» von der Gemeinde zu stellende Gelände hat einen Werth von 40,000 X, das Gebäude einen solchen von 175,000 X

* Darmstadt, 18. Mai. Die Großh. Centralstelle für die Ge­werbe veranstaltet während der größeren Ferien an den Volksschulen in diesem Jahre durch bewährte Lehrkräfte an der hiesigen Landes- baugewerkschule einen Unterrichtskursus zur Ausbildung von Leh­rern an den hessischen Handwerkerschuleu. Den Bewerbern kann eine angemessene Unterstützung bewilligt werden. Die 68 Handwerkerschulen des Großherzogthurns erhalten für daAlauseude Schuljahr au» Gemeindekaffen, Sparkassen und Kreiskassen Sub­ventionen im (Befammtbetrage von 65,551 X. Die höchste Unter­stützung mit 16,530 X bezieht die Handwerkerschule zu Offenbach; e8 folgen Mainz mit 13,000 X. Darmstadt mit 7000 X, Worms mit 3000 X, Bingen mit 2000 X und Gießen mit 1800 X. Die Beiträge für die übrigen 62 Schulen schwanken zwischen 50 und 1000 X.

f "Sfatts, 18. Mai. (Ein Redakteur im Unterstaatssekretariat der Kolonien hat aus den Archiven der Rue Royal werthvolle Bücher entwendet und dann verkauft. Die Sache ist da­durch entdeckt worden, daß ein Verwandter des Verfassers dieser Werke, sehr überrascht darüber, dieselben eines Tages in einem Bücherladen zu finden (da diese Bände tm ausschließlichen Besitz des Staates bleiben sollten), eine Klage einreichte. Der Unter- staatssekretär Jamais ordnete eine Untersuchung an und al» der Schuldige wurde ein Beamter entdeckt, der außer seinem ziemlich hohen Gehalt noch über ein ansehnliches Privatvermögen verfügt. Er wurde vor eine UntersuchungSkommisfion gestellt und von dieser abgeseht.

* Mewyork, 17. Mai. Das Gebäude des deutschen Gesang­vereinsZoellner Männerchor" an der Ecke des Broadway und der Willoughby Avenue in Br voll in ist gestem völlig niedergebrannt. Zwei Personen kamen in den Flammen um und mehrere andere retteten nur mit knapper Noth ihr Leben. Der Verlust wird auf Doll. 150,000 geschätzt. Im Parterre befand fich daS Postamt 8. Mit Ausnahme der in einem feuersicheren Schrank aufbewahrten eingeschriebenen Briese wurden sämmtliche Postsachen ein Raub der Flammen.

fein Anschluß an bis zur Zeit bes Krimkrieges mobilisirte öster­reichische Armee. Bei biesrr Veranlaffung machte er seine um- fassenben Studien in Ungarn, der Wallachei unb bis nach bem südlichen Rußland hin, bie ihm $o viele reizvolle malerische Motive boten. Von hohem Werthe für ihn würbe bie freundschaftliche Zuneigung des Fürsten von Thurn und Taxis, der bas Regiment befehligte, bem Schreyer sich enger anschloß, unb in dessen und anderer Offiziere Gesellschaft er Konstantinopel , Kleinasien, Syrien u. s. w. besuchte. Ter Freundschaft dieses Gönners hat er durch ein imposantes Gemälde:Des Fürsten Verwundung bei Temeswar während des ungarischen Feldzuges im Jahre 1849" ein schönes Denkmal gewidmet. Im Jahre 1857 verließ er die österreichische Armee, kehrte aber erst 1859 nach Frankfurt zurück, woselbst er bis 1861 verweilte. Während seines dortigen Aufenthaltes vollendete er mehrere hervorragende, seinen Reise­skizzen entnommene Gemälde. Sein lange gehegter Wunsch, Nordafrika kennen zu lernen, kam im Jahre 1861 zur Ausführ­ung. Er reiste über Paris dahin, und diesem unb dem später wiederholten Aufenthalte dafeldst entsprangen die umfangreichen und vortrefflichen Studien zu feinen Bildern aus dem Orient. Er wandte sich sodann nach Paris, um in dieser Metropole der Kunst dauernd Aufenthalt zu nehmen. Dort wurde er von Künstlern und Kunstfreunden herzlich ausgenommen. Schon seine ersten daselbst ausgeführten, größtentheils orientalischen Motiven entnommenen Gemälde sanden begeisterte Anerkennung, und ich wüßte die ihm entgegengebrachte Sympathie nicht über­zeugender darzustellen, als sich dies in einem liebenswürdigen Briefe Theophil G a u t i e »s ausspricht. Gautier, der ihn zu besuchen beabsichtigte, aber nicht zu Haufe fand, schrieb:Mein lieber Schreyer! Ich wollte Sie mit Hert unb Martinet besuchen. Sie waren aber ausgegangen; Ihr Genie jedoch war zu Hause geblieben. Wir haben Ihr herrliches Gemälde:Das Schnee­gestöber" mit wahrer Bewunderung betrachtet; so wahr, so pit­toresk, fo dramatisch ist eS. Ich schmeichle mir, kein schlechter Richter in diesem Punkte zu sein. Ich selbst war einst in der Gegend von Kowno in einen solchen Schneewirbel eingehüllt und Ihr Gemälde machte mich frösteln; es war mir, a(§Jei ich noch in Rußland. Mau hat uns Hoffnung gemacht, daß Sie die Güte haben werden, dieses Meisterstück unserer Ausstellung zu über­senden. Ich wage kaum an eine solche Chance zu glauben und danke Ihnen dafür, sowohl in meinem Namen, al8 dem der soeiäte des beauxarts. Ihr Bewunderer Th. G."

Schreyer's Erfolg in Paris war fort und fort ein außeror­dentlicher. Seine Gemälde sanden die ihrer Bedeutung ent­sprechende Ausnahme und zwei derselben: das vortreffliche »Kosakenpferbe im Schnee" und »ein Artillerieangriff", wurden

Frankfurter Handelsblatt.

Wiederabdruck der mit * bezeichneten Artikel, sowie der Privatdepeschen ist nur mit Quellenangabe gestattet.

* Vom Geldmarkt. Der Londoner Markt zeichnet sich nach wie vor durch über aus billige Geldsätze aus. Für täglich verfügbares Geld ist, soweit solches überhaupt anzubringen ist, nicht mehr als M bis % pCt. Zinsen zu machen; der Privatdiskont für Dreimonatswechsel wird uns mit3/i6 pCt. gemeldet; dabei ist die Goldnachfrage sehr unbeträchtlich, so daß die Goldzuflüsse meistens in die Bank von England gehen. Das Institut hat in den letzten acht Tagen Lst. 91,000 aus dem Aus­land erhalten, für Ende der Woche ist eine große Sen­dung aus Australien angekündigt. Der Baarvorrath der Bank hat sich im Laufe der Woche, "da auch das nach Schottland gegangene Gold zum Theil bereits zurück­strömt, sich um Lst. 532,000 vermehrt und beläuft sich jetzt auf Lst. 25,ia Mill, gegen Lst. 21.9? Mill, zur gleichen Zeit des Vorjahres und Lst. 22.12 Mill, vor 2 Jahren. Das Portefeuille der Bank hat sich um Lst. 333,000 vermehrt, die Privatdepositen sind um Lst 859,000 die Staatsguthaben um Lst. 75,000 stärker geworden. Der Notenumlauf hat sich um Lst. 100,000 verringert, sodaß die Totalreserve um Lst. 632,000 anwachsen konnte; die­selbe deckt mit Lst. 16.05 Mill. (1891 Lst. 13.84 Mill.) jetzt 43.52 pCt der Verbindlichkeiten gegen 42.92 pCt. vor acht Tagen und 35.80 pCt zur gleichen Zeit des Vorjahrs. Die fortgesetzte Kräftigung des Status der Bank von Frankreich hat das Institut, das seit September 1888 mit seinem Diskontsatz nicht unter 3 pGt. gegangen war, heute veranlaßt, eine Ermäßigung desselben auf 27s pCt eintreten zu lassen, nachdem in den letzten acht Tagen ihr Portefeuille neuerdings um Fr. 50.31 Mill, zurückgegangen ist und der Baarzufluß sich um Fr. 32.12 Millionen fortgesetzt hat, davon Fr. 26. 4 Millionen Gold und Frs. 5.88 Mill. Silber. Die Privatdepositen sind nur wenig verändert, die Regierung hat von ihrem Gut­haben Frs. 4.86 Mill, zurückgezogen. Der Notenumlauf hat sich um Frs. 30.66 Mill, verringert, sein Verhältniß zum Baarvorrath berechnet sich mit 90.56 pGt. gegen 88.66 pCt. in der Vorwoche und 83.14 pCt. in 1891.

* Türkische Loose. Nach einer uns zugehenden Information aus Wien finden dort gegenwärtig Konfe­renzen einer Finanzgruppe statt, welche anscheinend in erster Linie mit den Verhältnissen der Sociäte de Raccordement, bezw. mit der seit lange geplanten Anleihe sich befassen sollen, daneben aber auch mit der Frage einer Konnvertirung der Gruppen­türken. Nicht das von Paris aus lancirte, seitdem aber von allen Seiten als undurchführbar erkannte Kon­versionsprojekt soll die Grundlage der Erörterungen bil­den, sondern die Frage, ob und nach welcher Richtung ein andersartiges Projekt aufzufinden wäre, welches den Besitzern der Gruppentürken und zugleich der Pforte Vortheil bieten dabei aber doch die dem Pariser Projekte anhaftenden Schwierigkeiten vermeiden könnte. Die jüngst durch den Telegraphen verbreitete Aeußerung des Prä­sidenten der Administration, Herrn Vincent Gaillard, er­scheint durchaus berechtigt, daß eine Konvertirung nur möglich wäre mit Zustimmung der Bondholders und in voller Uebereinstimmung mit dem Mouharrems - Dekrete, und auch erst dann, wenn ein befriedigendes Arrange­ment mit den Besitzern der Türkischen Loose er­zielt sein wird. Für die Frage der Konversion unterscheidet sich nämlich die Loosanleihe zu ihrem Vortheil von den Serien. Zwar sind die Loose, wie die Serien, für die Quote an den überwiesenen Einkünften im Nominal­beträge reduzirt worden (auf 45.w pCt.), aber während die Serientürken durch Registrirung endgiltig auf den reduzirten Betrag heruntergesetzt wurden, hat für die Loose diese Herabsetzung thatsächlich bisher nicht statt­gefunden, so daß dieselben nach wie vor auf den ursprüng­lichen Nominalbetrag von Frs. 400 lauten und nach wie vor den vollen Anspruch haben, soweit die vorhandenen Mittel reichen, die ihnen zugesicherten Prämien, eventuell auch eine Verzinsung bis zu 3 pCt zu erhalten. Es würde also schon deshalb nicht angehen, die Serientürken zu konvertiren und die Loose unverändert fortbestehen zu lassen. Die Loose würden sonst, wie sie mit Recht an den Ersparnissen aus der Konvertirung der fünf­prozentigen Privilegirten zu partizipiren verlangten, bei einer Konversion der Gruppentürken noch viel weiter­gehende Ansprüche stellen können. Dies um so mehr, da das Mouharrems - Dekret bekanntlich fest­stellt, daß aus den überwiesenen Einkünften vier Fünftel für die Verzinsung der Anleihen verwendet werden müssen, und daß das restliche eine Fünftel für die Tilgung zu dienen hat, und zwar zuzüglich der ersparten Zinsen auf die schon getilgten Beträge. Würde nun eine Kon­version in der Weise erfolgen, daß man durch Umtausch der jetzt mit nur 1 pCt. verzinsten Gruppentürken in 4procentige deren Nominalbetrag mit einem Schlage sehr stark heruntersetzt und somit die allmählich durch­zuführende Amortisation auf eine lange Reihe von Jahren vorwegnimmt, so müßte hierdurch der für Amortisationen nach Maßgabe des Mouharrems-Dekretes zu verwendende Theilbetrag dementsprechend anschwellen, und dies zum V ortheil der nicht auf die Konversion eingehenden Gläubiger, also namentlich der Loose, sofern diese außer­halb der Konversion gelassen würden. Hieraus ergibt sich, daß eine Konvertirung der Gruppentürken die Zustimmung der Loose zur nothwendigen Voraussetzung hat und folglich eine Kombination erfordert, welche den Loos- inhabem acceptabel erscheint. Ob dies gelingen wird, bleibt abzuwarten; einstweilen werden aber die Gruppen­türken sich nicht allzu weitgehenden Hoffnungen hingeben dürfen in Bezug auf die Vortheile einer Konversion, die nur unter sehr schwierigen Umständen erfolgen kann, und bei welcher sie zuvor angemessene Vortheile an die

für die Galerie des Luxembourg angekauft. Dreimal wurde ihm die große goldene Medaille verliehen. Im Jahre 1870, nach dem Ausbruch des deutsch-französischen Krieges verließ Schreyer Paris und begab sich nach Cronberg, woselbst er sich später an- kauste. Seine künstlerische Thätigkeit theilte sich von da ab zwischen diesem ländlichen Aufenthalte und Paris, wo er alljähr­lich mehrere Atonale verweilt. Es wäre überflüssig, die Orte näher zu bezeichnen, wo man die Gemälde des Künstlers zu suchen hat. Allüberall, wo man Kunst zu schätzen iveiß, in allen Ländern, in allen Welttheilen fanden und finden sie noch enthu­siastische Aufnahme. Gleich den beiden erstgenannten Künstlern ist Schreyer noch in voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit. In jeder Hinsicht hat auch er des Lebens Kunst, in vorgerückten Jahren jung zu bleiben, wohl verstanden.

Diese Mittheilungen über Künstler unserer Vaterstadt haben zunächst den Zweck, auf die Leistungen unserer hiesigen Künstler hinzuweisen. Die Sprache in Form und Farbe ist eine andere als die des gesprochenen oder geschriebenen Wortes und wer sie verstehen lernen will, muß sie an der Quelle studiren. Es wäre darum vielleicht kein zu verwerfender Gedanke, wenn man eine SeparatauSstellung von Werken der besprochenen Künstler auf einige Wochen während der kommenden Reifezeit veranstalten würde und dieser von Jahr zu Jahr andere folgen ließ. Wenn dem Lokalpatriotismus genügt ist, so dürfte auch zu solchen nicht- hiesiger Künstler, von welchen die hiesigen Privatsammlungen so reiches Material bieten, geschritten werden. Ich habe immer ge­funden, daß eine Anzahl von Werken weniger Künstler, nament­lich wenn solche einer heterogenen Richtung angehören, belehrender und eindringlicher auf den Beschauer wirken, als ein Wust zu- fauimengewürselter Erzeugnisse auf großen Ausstellungen es ver­mag. Für den hiesigen Künstlerverein oder auch andere der Förderung der Kunst gewidmete Unternehmungen und selbst für verständnißvolle Liebhaber wäre dies eine schöne und dankens- w-rthe Ausgabe. M. v. U.

Kleines Feuilleton.

Frankfurt a. M., 19. Mai.

+ sAlexis Douvier.j Man schreibt uns aus Pari», 18. Mai: Alexis Bouvier, der Verfaffer unzähliger populärer Romane, ist heute Morgen hier gestorben. Er ist im Jahre 1836 in Paris geboren und war ursprünglich ein einfacher Hand­werker. Erst schrieb er Chansonetten und Operetten und dann eine lange Reihe von Romanen, von denenLa Grande Jza und La belle Greise" einen außerordentlichen Erfolg hatten und bem Verfasser viel Geld eintrugen. Nichtsdestoweniger lebte Bouvier in dm letzt« Jahren tm größten Elend.

20. Mai 1892;

3,119.976,000 80,<

88.66% in der Vorowche.

Baarvorrath in Gold... Baarvorrath in Silber , Wechsel Notenumlauf Guthaben der Privaten

Guthaben des Schatzes

485,657,000

167,164,000 4,1

486,696,000 + L se Fr. 555,000.

Vorschüsse auf Werthpap. u. Bull. . Zins- und Diskont-Erträgnisse Fr. 555,000.

Verhältniß dee Notenumlaufs zum Baarvorratb 4QJ6X i

Bank von Frankreich. Ausweis vorn. 19. Mai. .

1.536,391,000 4- 26,242, L289,174.000 4- 5.876, 450,542.000 50,31»

Loosanleihe überlassen müßten. Und eben wegen Schwierigkeiten dürften auch die L oosinhaber nicht jetzt schon Hoffnungen auf den Vortheil «S etwaigen Konversion zu escomptiren, deren Durchführt keit mindestens als ein überaus schwieriges Problem» zeichnet werden muß und auch von den mit der Fm beschäftigten Finanzkräften als eine Aufgabe betrat* wird, die, wenn überhaupt, erst in Monaten oder Jahren zu lösen sein wird. c

* Amerikanische Eisenbahnen. KabelberiJ aus Newyork besagen, daß der mehrfach erwähnte! organisationsplan der Richmond und Wes Point Terminal Go. zurückgezogen worden , Es habe sich aber bereits ein neues Komite gebildet J einen neuen Plan ausarbeiten und als Basis desseffi ein Assessement auf die Shares vorschlagen wird. Die Norfolk und Western Bahn kündigt , daß sie weitere 10 Millionen Dollars preferred Shti emittiren werde; die Hälfte soll noch im Laufe d. Ll geben werden. Das bisherige preferred Shares-KapÜ beträgt 40 Millionen Dollars. Die Shares notiren g3| wärtig nur ca. 47. Heute findet das Direktoren-» ting der Northern Pacific Bahn statt, in ehern über die jetzt fällige Quartalsdividende auf 2 preferred Shares Beschluß gefaßt werden soll. Die K dereinnahmen der letzten Monate und der ziemte scharfe Coursrückgang der Shares lassen die auch a einigen Tagen in Newyork verbreitete Annahme zu, H die Dividende diesesmal wegfallen oder vielleicht! Scrip abgefunden werden dürfte. Von den zu Gungj der Central Pacific und Western Pacific Bahnen von D Stadt San Francisco ausgegebenen Bonds sind h einer heute erst eingetroffenen Bekanntmachung vom ] Februar zufolge die No. 341 bis 356 beziehungsweise B 215 bis 222 zur Rückzahlung auf den 15. März gekündj worden. Es ist bedauerlich, daß solche Kündigung nicht rechtzeitig von zuständiger Seite in Europa vi öffentlich! werden. Etwaigen hiesigen Besitzern obig Nummern erwächst jetzt schon ein Zinsverlust von 2 Monaten. Der Aprilausweis der San Francisi und North Pacific Bahn verzeichnet an Brut! einnahmen Doll. 64,585 (mehr 1790), an Nettoeinnahui Doll. 17,480 (weniger 1106) und für 10. Monate Dt 731,945 (m. 56,413) resp. Doll. 259,215 (m. 40,770). W

* Finanzielles aus Holland. Aus Amsterdam, j d. Mts., wird uns geschriebi n:Auf die gestern i Submission gebrachten Fr. 1 Mill. 3 %p roc. Obligj tionen der Stadt Amsterdam wurden! 2,435,000 gezeichnet. Zugewiesen wurden 11. 889,000 zg Course von 98% pCt., während der Rest heute aus <j Hand zum gleichen Course abgegeben wurde. Der Rüj gang der Aktien der Staatsbahnen-Betrieb; Gesellschaft und der Amsterdam-Rotte damer Eisenbahn hat sich an heutiger Böj fortgesetzt. Erstere fielen auf 118 pCt, letztere auf 111 pCt. Für beide Gesellschaften, deren in Folge des neu Regierun«Vertrages vergrößertes Kapital zum erst Mal an den letztjährigen Erträgnissen partipizirt, wi eine sehr unbefriedigende Dividende erwirlet.

* Aktienbrauerei zum Eberl-B'aber, Münch» Aus München, 18. d. M., wird uns geschrieben:Die Ian verzögerte Generalversammlung soll nun auf Mitte -<j einberufen werden, und die Herren Schülein, Graf u Genossen hoffen bestimmt darauf, die von ihnen so gefürchtete Verlesung des Revisionsberichtes durch i Vorarrangement verhindern zu können. Sie wollen > die Tagesordnung daher auch nichtVerlesung des Re sionsberichtes oderVorlegung des Revisionsberichte sondernAnträge der Revisionskommission" setzen. 1 Arrangementsverhandlungen werden nun auf der Basis | führt, daß die vielbesprochenen Prioritätsaktien in 01 Stationen umgewandelt, für gewisse in die Nähe Schäle fallende Gläubigerbeträge Obligationen im Betrage 1 einigen hunderttausend Mark gegeben werden, Schul, selbst einen hohen dem Wirthschaftsverkaufgewinn nal kommenden Betrag erstatten und der Vorbesitzer Ponkr Hypothekkonzessionen machen soll. Bei dieser Gelegi heil sei bemerkt, daß die über die falschen Bilanzen < beiden ersten Jahre vor Kurzem gegebenen Ziffern nie genau waren. Die nunmehr herausgerechnete Unterbik des ersten Geschäftsjahres beträgt 31,546 X, die < zweiten 84,938 X Bekanntlich wurde in beiden Jahi je 3 pCt. Dividende gleich 51,000 X den Aktionären Wege künstlicher Bilanzstellung bezahlt."

* Brüsseler Metallbörse. Aus Brüssel, 18. d. M.. w uns geschrieben: ,.Die Haltung bleibt weiter günstig und Umsätze sind ziemlich belangreich. Kupfer in Barren tot fand leichten Absatz zu 130 und ist besonders disponi Waare begehrt. Für Zinn Banca wurde 244 und für Billi 242 bewilligt und besteht für Rohzink (belgische Mark gute Nachfrage zu 60. Weiches Blei notirt 30 und rei Antimonium ist zu 137 anzubringen. Der Eisenmarkt wui durch die Konstituirung des Syndikates günstig besinfli und konnten sich die Preise befestigen. Eisen No. 1 ( 1000 Kilo) notirt 120. Trägereisen 121 und Kehlrinnen 1 Für Bleche wurde 135 bewilligt und fanden in Gußei luxemburgische Marken) einige Schlüsse zu 53 statt

* Wemmer Gold Mining Company. Man schreibt u Die bis zum 6. Juni a. c. eingetragenen Aktionäre obii Gesellschaft haben ein Bezugsrecht auf neue Aktien ä 50 im Verhältniß von 18 neuen auf 100 alte Aktien. Da Niehtausübung dieses Rechtes dasselbe auf den Garant Herrn H. Eckstein in Johannesburg, fällt, und bei dem d zeitigen Course von 67J4 sh für die alten Shares dasse immerhin ein werthvolles ist, so dürfte es im Interesse Aktionäre liegen, die Frist für Ausübung des Bezugsrecl nicht zu versäumen."

De Beers Diamanten - Gesellschaft. Das Cirkular Firma Ludwig Lippert in Hamburg führt die schwa- Haltung der De Beers-Aktien, welche bis auf Lst. 1 zurückgegangen sind, auf Gerüchte zurück, daß die Ges schäft anfangs Juli eine Dividende von nur 10 sh. erklä werde, nachdem die am 31. Dezember erklärte lei Semestraldividende sich auf 12J4 sh. belaufen hatte. Al dings wird hinzugefügt, daß ein fester Beschluß in Bei hierauf noch nicht vorliege, da die Höhe der Dividende v Geschäftsgang bis zum Schluß des Halbjahrs abhängen wei Wenn aber thatsächlich nur 10 sh. beschlossen werden sol so wäre der Rückgang gegen das letzte Erträgniß n größer, als es den Anschein bat. Da die Gesellschaft narr» beschlossen hat, ihr Bilanzjahr, welches bis jetzt am 31. M abschloß, aut den 30. Juni zu verlegen, so würde die alsdä zur Verth ei hing kommende Dividende nicht einem omoi liehen, sondern einem 9monatlichen Gewinn entsprech Das erwähnte Cirkular hält einen Rückgang der Dividei angesic ts der verminderten Nachfrage nach Diaman für völlig erklärlich, zumal das Erträgniß noch immer s günstig bleibe; jedoch wendet es sich dagegen, daß die v waltung, statt die Position der Gesellschaft weiter zu kni gen, bei Schluß des Vorjahres eine um 25 ptt. höhere D dende als bisher erklärt hat. Man habe an eine Aufbesseri der Dividende nicht früher gehen sollen, bis die Verwalte sicher gewesen wäre, die hohe Dividende auch ferner um ändert zahlen zu können.

Märkische Bank, Berlin. Auf der Tagesordnung der den 4. Juni einberufenen Generalversammlung steht ein i trag auf Kreirung einer fundirten Anleihe bis zu X. 300,1 sowie auf Rückkauf eigener Aktien bis zu X 700,000. i ganze Aktienkapital des Instituts beträgt nur JL. 1 Milk

* Ungarische Kohlenbergwerks - Gesellschaft Badot Basel. Die Gesellschaft, welche erst im April 1891 du Herrn G. E. Staen^len gegründet und mit einem Akt) kapital von Frs. 3 Millionen ausgestattet worden ist. um Ungarn Kohlenbergwerke zu erwerben und zu betreit tritt, wie uns geschrieben wird, schon jetzt in Liquid t i o n. Auf den 15. Juni ist nach Basel eine Generali eammluug einberufen, welche über die Auflösung Besch fassen soll.

Bank von England. Ausweis vom 19. Mai. (Privat-, pesche derFrankfurter Zeitung.)

lotalreserve ........................ 16.048,000 + 632,

Notenumlauf 25,592,000 10ft Baarvorrath . 25 190,000 -4- 53J

Portefeuille 27.232,000 + Privatguthaben .. 31,196,000 -f- 859

Staatsschatzguthaben 5,418,000 + 7$

Notenreserve....................... 14.793,000 + 639

Regierungs-SicherL. 11,256,000 unverftm

Procentverhältniß der Reserven zu den Passiven 43.52A gegen 42.92% in der Vorwoche.

Der Edelmetall-Verkehr mit dem Ausland während Woche ergab per Saldo einen Import von Lstr 91.000.