». S-U-I «r. aas.
privaten Conversation mit Franzosen weiß, scheut mir, ohne Siner allzu optimistischen Regung Raum zu geben, doch ein Fortschritt in der Klärung der Anschauungen der Franzosen zu sem. Mr scheint schon Manches erreicht, wenn ernste ftanzösische Politiker bedingungslos erklären, die Angelegenheit, die ihr ganzes Herzleid ist und sie von uns scheidet, sei einem europäischen Schiedsgericht zu untertverfen. Es ist deutsches Verdienst, daß auf die Tagesordnung der diesjährigen Sitzung Fragen von praktischerBcdeutung gestellt sind. HerrBaumbach erscheint mit einer wichtigen Proposition betreffend den Schutz des Privateigen- thums zur See in Kriegszeiten. Er wünscht diesen Grundsatz durch eine internationale, von denRcgierungen berufeneConferenz sanktio- nirt zu sehen und schlägt vor, daß auf ein feindliches Fahrzeug nur in den Fällen Jagd gemacht werden dürfe, wo dies auch neutralen Schiffen gegenüber statthaft ist, d. h. wenn es an den Feindseligkeiten Theil genommen hat oder dazu bestimmt ist, wenn es bei Verletzung der Blokade ergriffen wurde oder fiir Rechnung und zum'Gebrauch des Feindes Lebensmittel führt. Theodor Barth will, daß bei der Annahme von Handelsverträgen in jedem Lande der Gedanke durch parlamentarischen Beschluß ausgesprochen werde, daß alle aus Handelsverträgen etwa entspringenden Streitigkeiten von einem Schiedsgericht zu schlichten sind. Wie wichtig dieser Beschluß wäre, hat heute Morgen Herr Droz überzeugend dargelegt. Denn nach den Ausführungen des ge- wandten Leiters der Auswärtigen Angelegenheiten ist diese Barth- ’fche Anregung geradezu bestimmt, die Form sür die Austragung anderer internationaler Streitigkeiten zu geben. Da sieht man so recht, wie gut es ist, auf praktifchem Boden zu b'.eiben; die Schwierigkeiten, die sich der geplanten Neuerung in unserem internationalen Verkehr entgegenstellen, werden so häufig spielend überwunden werden. Einen Antrag gleicher Art, wie derjenige Baumbach's, stellt der Spanier Marco artu, nämlich Meer- und Landengen, sowie submarine Kabel zu neutralisiren. Das ist das Wichtigste, was neben der Organisation eines permanenten interparlamentarischen Eentralbureaus, aus diesem Kongreß erledigt werden soll. Es scheint gering, ist aber doch höchst werthvoll, denn alles das, was hier beschlossen werden soll, ist derart, daß es der Annahme durch die Einzelparlamente sicher ist. Geschieht dies, so hat die Konferenz sich praktisch bemüht und das wird ihrem Ansehen und ihrer zukünftigen Arbeit von höchstem Nutzen fein.
XXXIX. General-Versammlung der Katholiken Deutschlands.
S Mainz, 1. September.
Heute, an ihrem letzten Tage, trat die Generalversammlung bereits Vormittags 8 Uhr in Thätigkeit. In der geschlossenen Versammlung gelangten u. A. mehrere Anträge sozialpolitischen Inhalts zur Annahme, so der vom Abg. Hitze empfohlene Antrag Etötzel über die Errichtung von RechtSbureau's für Arbeiter in den Industriestädten, ferner eine Resolution, die Besuch und Unterstützung de« sozialpolitischen Kursus in München-Gladbach empfiehlt, ’Unb folgender Antrag Hitze: „Die 39. General-Versammlung be- ibautti di« Erklärung der Vertreter der verbündeten Regierungen jbom 24. Nov. 1891 und gebt der Ueberzeugung Ausdruck, daß eine •gesetzliche Regelung des Lehrlings- und Gesellen- wesens mit der Meisterprüfung als Abschluß der Vorbildung und die weitere gesetzliche Förderung der korporativen Organisation des Handwerkerstandes dringend nothwendig ist/ Zur Annahme gelangte ferner nach einem Referat deS Prof. Schürer ,und einigen empfehlenden Worten des Herrn Dr. von Steinle- ^Franksurt der gestern mitgetheilte Antrag auf Gründung einer 5roßen, über ganz Deutschland fich erstreckenden Gesellschaft für iriftliche Kunst und ein Antrag Ratte, der fich gegen unsittlich« Theaterstücke wendete. Schließlich sprach Domkapitular Reich über die Presse und bekämpfte die sogenannten parteilosen Organe als besonders gefährlich.
Um 10 Uhr Vormittags begann in der Stadthalle die vierte und letzte öffentliche Versammlung, die wiederum ein sehr zahlreiches Publikum, darunter einen reichen Damenflor angezogen hatte. Der Vorsitzende Dr. Porsch theilt mit, daß ihm vom Grafen von Steinl?) 8000 äst zu wohlthätigen Zwecken übergeben sind, darunter 1000 <M. für arme Arbeiter, 1000 für die afrikanische Mission.
i Ali erster Redner spricht Nationalrath Dr. DeScourtius, lebhaft begrüßt, über den verstorbenen Bischof Emanuel von Ket- teler als Sozialpolitiker, der zuerst gerade in Plainz dem kommunistischen Manifest ein christlich-soziales Manifest entgegensetzte. Redner fiihlt sich als schweizerischer Demokrat verpflichtet, Ketteler heute noch dafür zu danken, daß er im Frankfurter Parlament so eifrig für die Freiheit und Selbstständigkeit der Gemeinden eingetreten sei, wie es ein Demokrat nichtbefser habe thun können. Redner geht dann näher auf Ketteler's sozialpolitische Thätigkeit ein, der trst ein späteres Jahrhundert vollständig werde gerecht werden; nur Eines könne der Sozialdemokratie und ihrem fertigen, abgeschlossenen Programm wirksam entgegentreten, die Kirche. Die Ketteler'schen Schriften seien die beste Erklärung der Encyclika des Papstes über die soziale Frage, man könne sie nicht oft und eifrig genug lesen, und auf dem Boden, den er bereitet, müsse weiter gebaut werden, dann brauche man die letzte groß« Schlacht nicht zu fürchten, die nach einer alten Sage geschlagen werden müße. lGroßer Leisall.) Der Vorsitzende begrüßt den Vorkämpfer der schweizerischen Katholiken und dankt ihm unter lebhafter Zustimmung der Versammlung.
: Nach einem Vortrag des Priors Odilo W o l f von St. Emmaus ,4n Prag über christliche Kunst und deren Pflege, der fich vornehmlich ,|egm die „falsche Naturwahrheit" wendet, erhält das Wort
1 Reichstags- und Landtagsabgeordneter ErafBallestrem, der von der Versammlung stürmisch begrüßt wird, zum Schlußvor- frage über die a l l g e m e i n e L a g e. Im vorigen Jahre habe man .in Danzig gleichsam um offenen Grabe Windthorst s gestanden und noch nicht gewußt, tote die Dinge für das Centrum sich ohneWindt- horst gestalten würden. Seine, Redners, Aeußerungen in diesem Jahre könnten die Ueberschrift tragen: Ein Jahr ohne Windthorst. Der Blick der Katholiken richte sich bei jeder Umschau zuerst nach Rom, nach dem den Päpsten widerrechtlich entrissenen Rom, wo der Papst als Gefangener sitzt in der Stätte, die er nicht verlassen kann, ohne daß ihm Schmach angethan wird. Noch bei der letzten Colum- busseier seien die katholischen Vereine, die einen Kranz niederlege» wollten, von liberalen Banden überfallen und mißhandelt worden; Militär und Polizei fei zum Schutze der Katholiken nicht vorhanden. (Pfui!) Neuerdings sei wieder eine Agitation zur Abschaffung des Garantiegesetzes im Gange. Allerdings kann der heilige Stuhl als souveräne Macht dieses Garautiegesetz niemals anerkennen, da es ein einseitiges Gesetz ist, das jeden Tag abgeschafft werden samt. Ter Papst hat ein Recht auf Nom, wenn dieses Recht und Besitzthum nicht mehr heilig und sicher ist, dann ist kein Kaiserthum, kein Königthum mehr sicher. Die Unabhängigkeit des Papstes sei auch eine Nothwendigkeit, der Papst dürfe keines Menschen Unterthan fein, schon deshalb, damit es nicht scheine, als ob er das Land bevorzuge, dessen Unterthan er sei. Redner erinnerte an das Schiedsrichteramt des Papstes, das er als Unterthan einer Macht nicht ausüben könne. Deshalb müsse immer wieder die Forderung erhoben werden: Man gebe dem Papste fein Eigenthum zu- rück, denn Eigenthum bleibe Eigenthum, auch wenn es der Kirche -gehört. (Lebhaftes Bravo!) Das Eintreten für die Wiederherstellung der weltlichen Macht des Papstes fei mit dem Eintreten für den Dreibund wohl vereinbar. Redner wendet fich gegen die diesbezüglichen Angriffe der „Köln. Z!g.". Es fei eine Beleidigung für die Katholiken, daß dieses Blatt den Papst „eine Verlegenheit für das tEentrum“ genannt habe. Umgekehrt werde auch das Centrum niemals eine Verlegenheit für den Papst fein, es ist untrennbar von dickem. Das schließt aber nicht aus, daß man die völkerrechtlichen 18ertrage, welche die berechtigten Faktoren im Interesse der Friedenserhaltung geschloffen haben, anerkennt. Auch manche Katholiken ■feien der Meinung, daß dies nicht immer die Stellung des Cen- strums gewesen sei. Das sei aber ein Irrthum ; Windthorst selbst habe sich noch im Jahre 1888 auf der Freiburger Generalversammlung in gleicher Weise klipp und klar für den Dreibund, zugleich ober für die territoriale Unabhängigkeit des Papstes ausgesprochen, die mit jenem durchaus vereinbar sei. (Redner verliest unter öfteren Deifallsbezeugungen der Versammlung die Freiburger Aeußerungen Windthorst's.) Auf dieser Erklärung Windihorft's stehe auch er, iviedner, und die gejammte Reichstagsftaktion heute noch; Mi ertvähnen sei noch, daß die Windthorst'sche Erklärung Meiner Zeit vom Papste in einem Breve gebilligt toor- wett sei. Redner geht zur innerpolitischen Lage über." Als er heute ffrüh seine vorigjührige Danziger Rede durchgelesen, habe er sich genagt : du bist doch ein alter unverbesserlicher Optimist. Im vorigen Jahre habe es ausgesehen, als wolle die preußische Regierung wirklich das Staatswesen auf christliche Grundlage stellen. Der Schul- tofefcenttourf entsprach nicht dem Ideal der Katholiken, aber seine »t undlage war gut. Da kam der Märzenschnee, der alle Hoffnungen «teber vernichtete. Das Wort des Grafen von Caprivi vom Christentum und Atheismus werd« man ihm nie vergessen ; an den Kultus- Inmifter, dies« Edelmann vom Kopf bis zur Zehe, brauche er nicht |u erinnern. (Bravo.) Und die Freunde des Schulgesetzes waren glj&r Kammer siegreich — da kam plötzlich der Befehl zum Rück-
Zweites Morgenblatt der Frankfurter Zeitung.
2. September 1882.
zug. tote im Jahre 1848 an die siegreichen Truppen. Nicht da» Christenthum, wohl aber da- Königthum habe damit einen schwer« Echec erlitten. Durch dieses Vorgehen der Regierung hätten alle Parteien, nicht bloß baS Centrum, das Vertrauen in die Regierung verloren. Vielleicht sei es nur eine vorübergehende Episode, da ja ein christlicher Mann die Kultusgeschäfte leite, aber es erfülle ihn doch mit Sorge, ob Boffe das durchsetzen könne, was ein Zedlitz nicht durchzusetzen vermochte. Mit der damaligen Aufregung sei es eine eigenthümliche Sache gewesen: die Nationalliberalen hätt« die Reden gehalten, die Sozialdemokrat« haben ihnen zugejubelt; nichtsdestoweniger sei das Gesetz diesem .Rütlibunde von Bcnnigsm bis Bebel" zum Opfer gefallen; das lasse tief blicken. Das Centrum habe sich durch di« Zurückziehung der Vorlage nicht aus dem Häuschen bringen lasten; die Konservativen hätten den Rückzug etwas schnell angetreten, da sei das Centrum eiugeschwenkt und habe den Rückzug gedeckt. Infolge dessen hätten die Gegner die Verfolgung nicht fortzusetzen gewagt und die Konservativen reorganiftrten sich noch heute unter dem Schutz dieser Deckung. Die gestrigen Ausführungen Sieber1« über das Jesuitengesetz würden einstimmig von all« Cenirtimsmitgliedern gebilligt; er, Redner, werde in diesem Punkt der Testamentsvollstrecker Windthorst« sein; die Exekution der Erbschaft sei infolge der bekannten Verhältnisse nur um ein Jahr verschoben worden. Warme« Lob zolltRedner sodann bett deutschen Missionen in Afrika. (Lebhaftes Bravol) Da« Centrum werde im Reichstage immer die Jnteresten der Missionare vertreten. Die Sozialdemokraten seien in diesem Jahr merkwürdig stille gewesen, sie hätten fich untereinander gezankt, aber man dürfe dem nicht zu viel Bedeutung beilegen, sie würden fich wieder vertragen. Die Sozialdemokraten sind kluge Leute, ft« stürzen sich nicht in Unkosten, wenn andere Leute ihre Geschäft« besorgen, wie es bei der Schule der Fall war. Auch sonst haben fie gute Geschäfte gemacht: wer hätte das vor einem Jahre geglaubt, daß der Vater des Sozialistengesetze« als „Commis voyageur“ aller Unzufriedenen durch Deutschland reisen, auf offenem Markte seine Bude aufschlagen und feine Arcana aiipreisen werde. Es fei eine sehr gefährliche Sache, wenn ein so bedeutender und rücksichtsloser Mann wie Bismarck antimonarchische Agitation treibe, da« sei ein Triumph der Sozialdemokratie. Demgegenüber habe das Centrum in Versammlungen und Preffe gewirkt, sei Fürst Bismarck als „Commis voyageur“ der Unzufriedenen umher gereift, so sei namentlich Dr.Lieber als Engel umhergezogen, der für Christenthum und Monarchie eingetreten sei. Redner spendet weiter der ultramontanen Preffe warmes Lob, leider sei dar Centralblatt, die „Germania", noch immer nicht genug gehalten; es sollte namentlich auf keinem Pfarrhof fehlen. (Hier und da ein Bravo!) Die „Legende" von der Uneinigkeit des Centrums, zwischen dem „konservativen" und „demokratischen" Flügel möchte Redner ein Ende machen; die Geschichte von den beiden Flügeln deS Centrums fei ein alberne« Gewäsch der liberalen Blätter. Ob man zwischen seinen, Frhrn. von Schorlemers, der angeblichen Aristokraten, Reden und Reden Liebers und Groebers auf dieser Versammlung einen Unterschied herausgehört habe? Das Centrum sei nie einiger gewesen als jetzt, als nach dem Tode Windthorsts und diese Einigkeit werde nie gestört werden. (Langanhaltender und stürmischer Beifall.)
In seinem Schlußwort preist dxr Vorsitzende Reichstagsabgeordneter Dr. P or sch den glänzenden Verlaus der 39. Versammlung; die Katholiken seien im Jahre 1892 dieselben Wege gewandelt, wie 1848, wie damals so habe auch jetzt das katholische Volk vertrauensvoll zu seinen Führern gestanden. Redner spricht dem Vorsitzenden der Fraktion, Grafen Ballestrem, unter jubelnder Zustimmung den Dank der Versammlung aus. Die Wähler könnten zu der Fraktion, die unter solcher Führung stehe, volles Vertrauen haben. Noch seien für die Kirche viele Rechte zu erkämpfen, Freiheiten, die die tonangebende Presse für jeden russischen Juden rekla- mirt. Aus den Beschlüssen der 39. Generalversammlung hebt Redner als die wichtigsten hervor: die Niedersetzung eines Comitts für die Vorbereitung der Feier des 50jährigen Bischofsjubiläums des Papstes ; die Bildung eines Centralcomites für die Abhilfe der Kirchennoth in Berlin, für die einleitende Schritte auf der Generalversammlung bereits gelhan worden find, und schließlich die Gründung einer Gesellschaft für die Pflege der christlichen Kunst. Mit demWunsche, daß diese Generalversammlung nach allen Richtungen hin die besten Früchte tragen möge, und dem Danke an die groß- herzoglichen Behörden, die die Versammlung trotz der Cholera- gefahr gestattet haben, an den Fürsten Löwenstein, die städtischen Behörden, den Bischof, das Lokalkomite schließt Redner unter stürmischem Jubel die 89. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands, der Bischof Haffner unter Dankesworten für den Vorsitzenden Dr. Porsch den Segen ertheilt. Heute Mittag findet noch ein Festmahl und alsdann eine Festfahrt auf dem Rheine statt.
1 QM— ,
Vermischter.
Königsberg k. "&r., 1. Sept. (Telegr.) Ein Theil des Gerüst e s, das am hiesigen Schlöffe wegen vorzunehmender Reparatur angebracht worden ist, stürzte heute Nachmittag ein; 12 Personen wurden verschüttet; vier wurden noch lebend hervorgezogen, von denen einer jedoch auf dem Transport nach dem Krankenhause verstarb. Acht der Verschütteten waren sofort todt.
# Alzey, 1. Sept. Bei dmReblausuntersuchungs- a r b e i t e n in der Gemarkung S ch i m S h e i m hat es sich ergeben, daß bis jetzt 200 Stöcke infizirt sind und der Reblausherd sich über mehrere Weinberge erstreckt. Wie die Infektion erfolgt ist, konnte noch nicht festgestellt toerben.
Frankfurter Angelegenheiten.
Frankfurt a. M., 1. September. Born Tage.
*.* Tageskalender für Freitag, 2. September: Versammlung der Droschkenbesitzer im „Storch", Abends 8fte Uhr. — Evangelischer Arbeiterverein, Sedansfeier im Vereinslokal, Schäfergaffe 17. — A m a t e u r - PH o t o g ra- phen-Verein, Vorlage von Bildern für die Wandermappe, im Vereinslokal, Restaurant Hartmann, Abends 9 Uhr. — Stä- del'sches Kuilstinstitut (Schaumainkai 63), 11—1 Uhr.— Naturhistorisches Museum (Bleichstraße Nr. 59), 11—1 Uhr.— Kaisersaal rc. im „Römer", 11—1 Uhr. — Beth- mann'sches Museum (Friedberger Anlage), Danneckers „Ariadne" enthaltend. Werktags von 10—1 Uhr (bis Mitte September auch Nachmittags von 8—5 Uhr), Sonntags von 11—1 Uhr.
Wegen Raummangels erscheint die Rubrik „Sand- wirthschaftUches" diese Woche, statt im Freitags-, im Samstags-Morgenblatt.
Telegraphische Depeschen.
Privak-Deprschrn der Jrnnltfurltr
N Berlin, 1. Sept., 8.30 N. Der Kaiser hat heute wieder längere Zeit mit dem Kriegsminister und dem Chef des Militär- kabinets gearbeitet. In der Zeit vom 20. September bis 7. Oktober gedenkt er sich auf seinem Jagdschloß Romintcn in Ostpreußen aufzuhalten.
X Herford, 1. Sept., 10.30 N. Bei der heute stattgehabten Reichstagsersatzwahl in Halle- Herford haben bisher in 19 Ortschaften erhalten: H a m m e r st e i n (kons.) 2339, Delius (nat.-lib.) 1584, Buskühl (freist) 950 und Zwiener (Soz.-Dem.) 1048 Stimmen. (Bei der letzten Reichstagswahl erhielten die Konservativen 7899, die Nationalliberalen 2168, die Freisinnigen 1286 und die Sozialdemokraten 2191 Stimmen. Red.) Auffallend ist der Rückgang der sozialdemokratischen Stimmenzahl.
M Budapest, 1. Sept., 7.35 N. Der Handels- minister reiste heute in Begleitung mehrerer Beamten über Effegg-Eisernes Thor nach Konstantinopel. Auf dem Rückweg wird er die Ausstellung in Philippopel und Sofia besuchen. Der Zweck der Reise ist die Anstrebung einer Befferung der Handelsbeziehungen zu den Balkanstaaten.
ck Brüssel, 1. Sept., 5.50 N. Durch eine Explosion schlagender Wetter entstand heute Morgen in Agrappe bei Mons ein Grubenfeuer, wobei 33 Arbeiter verunglückten. 25 Todteund acht Schwerverletzte konnten sofort zu Tage gefördert werden.
Wolff's Irlrgraphisches Correspoildrnz-Burra«.
Potsdam, 1. Sept. Der Kaiser ist heute Abend mit Sonderzug nach P y r i tz abgereift.
München, 1. Sept. Der König vonDänemark ist heute Nachmittag aus Tölz hier eingetroffen und nach dreistündigem Aufenthalt nach Berlin toeitergereift.
Bukarest, 1. Sept. Zwischen Sinaja und Ploesci sind zwei Eifenbahnzüge znsam meng« stoßen. Vom Zugperfonale wurden zwei Personen getobtes und sechs schwer verwundet.
PrivatdeDegcben der Frankfurter Zeitung,
L
31.
1.
31.
2014
21
Union Pacific
88— 87}<
29)4 29)4
3%
2%
Chic. Rock Isl. Pac. 80% 80%
15- 114%
5.55
13% 112%
31. , 7.80.
3L
83% Schmalz Januar
84-,
56-
51.291
55.
31.
Weizen Septemb.
74%
74— 'Schmalz Januar ..
t» vi/.cu ucpiviuu. i*t7i —। ocnnittia
Weizen_December 77% 77—fKiba S^teinber
Mais September..
49%
48% Rifis Januar.
72000 76000
175000 175000
49%
7.52
56% 55% 70% 69%
113% 113%
21.—
30.—
11.62
1.
7JBS
90000
2005
12000
28000
MoSka«, 1. Sept. Zahlreiche Mitglieder de« Eisenbahn-Kongresses find heute hier eingetroffen. Morgen findet ein feiten« der russischen Eifenbahnverwaltungen zu Ehren der Gäste gegebmes Dejeuner, übermorgen ein Diner beim Stadt- Haupte statt.
37%
23%
54%
24000 12000
4000 kevo
67000 14000 10JSÜ
51.30
21.90
22 — 22.60 23.—
13.90 14.10 1*4.75
14.90
60.—
Mais December Schmalz Septbr.
24.
Bio
Roheisen Coltness 21.— Stahlsch. (östl. W.) 30.— Kupfer disponibeljll.57
13.20
13.-;
13.—।
6.83
7.20
7.50
7.70
3%
F
2.95
16.13
* Frankfurt, 1. Septbr. Wie in Berlin, so haben auch, wie uns aus den betreffenden Orten telezraphirt wird, die Hotelbesitzer in Braunschweig beschlossen, keine Reisenden aus Hamburg, die Hoteliers in Kopenhagen überhaupt keine Deutschen aufzunehmen. — Der IV. nternationale Alkoholkongreß wird einem Telegramm ausAmsterda m zufolge, wegen der Choleragefahr dort nicht stattfinden. Er ist bis auf Weiteres vertagt.
49% Pork September 7.47 Pork Januar
Baumw. Middl. Ny.;7% Baumw.Middl. N-0[7—• Mehl (Sprg. Wheat
| C'lears) (disponib.) 2.95 Kaffee FairR.Misp.j 16.25 KaffeeNr.7R.(lf.M.K
5b% 56% Baumwolle Septbr. „„..Baumwolle Decbr.
58% 58% Baumwolle März..
7.80 7.85 Baumwolle Mai..
72000
40000 :
34000 •
H. Bio de Janeiro, 31. Aug. (Per Kabel) Kaffee. Tendenz in Rio still, in Santos fest.
>1.90
21.90
22.40
22.751
13.75-
14.10
14.40
14.75
59.—
59% 58% 111% 109%
26% 25%
104% 103-
18% 18-
42% 41%
24. 31,
Cholera.
(Privattelegrammeder „Franks. Zeitung".)
N Berlin, 1. Sept., 8.10 N. Außer dem bereits gemeldeten Cholerafall des Arbeiter« P e 11 k e, der inzwischen gestorben ist, istkeinneuerFall feit gestern in Berlin konstatirt. Daß Pettke, der mit dem verstorbenen Krmnrey verkehrt hat, von diesem angesteckt Word« ist oder daß beide die Infektion an der gleichen Stelle erworben haben, unterliegt kaum einem Zweifel. Die Sani- tätspolizei hat eifrig nachgefvrfcht, wo der Krumrey zuletzt verkehrt hat. Es ist nachgewiesen, daß er in der Nähe des Lehrter Bahnboss sich Herumgetrieben hat, und das legt die Vermuthung nahe, daß er mit Personen oder Waaren, die aus Hamburg kamen, in Berührung gekommen ist. Im benachbarten Char'lottenburg find, tote bereits gestern konstatirt, nur 3 Erkrankungen vorgekommen, darunter eine tödlich verlaufene. Das ist aus Serin und seiner Umgebung bisher Alles, und auch im übrigen Deutschland handelt ei fich nur um vereinzelte Fälle Nachweis- barerEinschleppungvon Hamburg ans. Man kann daher sagen, daß es, außer Hamburg, eine Choleraepidemie in Deutschland noch nicht gibt.— Ueber das Entstehe nderEpi- bemie in Hamburg enthalten die gestern erschienenen Veröffentlichungen des kaiserlichen Gesundheitsamtes folgende intereffanteMittheiluug: „In Hamburg lastenfich die ersten Erkrankungen an Cholera bis zum 16. August verfolgen, sie betrafen fast ausschließlich solche Personen, welche am Hafen beschäftigt waren oder auf der Elbe verkehrten. Die S e u ch e ist höchstwahrscheinlich durchAuswandererausRußland verschleppt worden und zwar in der Weise, daß aus der für diese Auswanderer erbauten Baracke die Schmutzwäsier, welche von der Reinigung der Wüsche u. f. to. herrührten, sowie die sämmtlichen F e c a I i e n der Auswanderer undesinfizirtinden nahen Elbarm gelangten, was nm so gefährlicher war, als in nicht erheblicher Entfernung die Wasterentnahme für die W a s s e r l e i t n n g der Stadt Hamburg stattfindet. Die geschilderte Einschleppungsart der Cholera ist durch die an Ort und Stelle im Auftrage des kaiserlichen Gesundheitsamts von dem Geheimen Medizinal-RathProfessor Dr. Koch und Regierungsrath Dr. Raths gemachten Beobachtungen säst zur Sicherheit geworden." — Kein Berliner Hotel nimmt fett gestern mehr Reisende aus Hamburg auf; der Verband der Gast- wirthe hat sich darüber geeinigt. Der Fremdenverkehr ist überhaupt hier sehr merklich zurückgegangen.
f Hannover, 1. Sept., 7.20 N. Bis jetzt ist hier ein aus Hamburg Zugereister und ein Dreher der Koerting'f chen Maschinenfabrik in Koertingsdors an C h o l e r a erkrankt. Die bakteriologische Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Der „Waldecker Hof", wo der Hamburger abgestiegen war, ist geschlossen und des- infizirt worden.
E Köln, 1. Sept,, 11.15 N. Beunruhigung rief hier die Nachricht hervor , daß eine große Zahl Hamburger Ersatz- reservisten auf der Wahner Heide in den nächsten Tagen zu Uebungen eintreffen sollte. Heute find militärischerseits die betreffenden Dispositionen zurückgezogen worden; die Hamburger Ersatzreservisten werden also nicht in's Rheinland kommen. — Die heutige Stadtverordnetenversammlung bewilligte 32,000 Mark für außerordentliche Maßnahmen zur Abwehr derCholera.
H. Newyork, 1. Sept., 5 — N. (Per Kabel.) Im „Weißen Hause" fand heute eine vom Präsidenten einberufene Konferenz zur Berathung von Maßnahmen gegen die Einschleppung der Cholera statt. Die Konferenz wird durch eine Proklamation eine zw anzig t ä gi g e allgemeine Quarantäne und eine Reihe anderer Maßregeln, wie Desinfizirung der Postsachen rc. verfügen. Diese Quarantäne kommt einer völligen Ausschließung der Einwanderer gleich. Von den Paffagieren der isolirten ,Mo- rabia" ist bisher Niemand weiter erkrankt.
(Wolsf's telegraphisches Corr.-Bureau.)
Charlottentmrg, 1. Septbr. Die an der Cholera erkrankte Frau Knobloch ist gestorben; di« Aufwärterin der Verstorbenen, Wittwe A n g e r ft e i n, ist gleichfalls unter Cholerafhmp- tomen erkrankt.
Hamburg, 1. Septbr. Eine unter Theilnahme des Senators H a ch m a n n stattgehabte Versammlung von Vertretern der Bürgervcreine und Aerzten beschloß die Bildung von Sicherheitskommissionen, die im Verein mit der Polizei in allen Bezirken der Stadt die Desinfizirung der Wohnungen der an Cholera Erkrankten ausführen sollen.
Lübeck, 1. Sept. Bis heute Mittag sind keine neuen Cholerafälle festgestellt; die Erkrankten sind auf dem Wege der Besserung. Das Polizeiamt verbietet alle öffentlichen Vergnügungen, Tanzmusiken rc.
Wien, 1. Sept. Der Bürgermeister erklärte in der heutigen Stadtrathssitzung, daß gegen die Choleragefahr die umfassendsten Maßnahmen geflossen seien, die Einsetzung einer Cholerakommission jedoch nicht am Platze sei, da ein Chol« ra» f a 11 im Reichsgebiete bisher nichtkonstatirt sei.
Troppau, 1. Sept. Die Meldung der Blätter, daß der Tod des hiesigen Zollamtsverwaliers unter Cholerasympto- m e n erfolgt sei, wird authentisch für u n b e g r ü n b e t erklärt. Die Obduktion ergab Herzlähmung als Todesursache.
Rom, 1. Septbr. Die „Agenzia ©tefani" bezeichnet die auswärts verbreitete Meldung vom Auftreten der asiatischen Cholera in Venedig, Florenz, Neapel und Brindisi als völlig unbegründet, bisher sei kein einziger Cholerafall in Italien vorgekommen. Die Gefundheitsverhältnisse im ganzen Königreiche seien bis jetzt vorzügliche.
Havre, 1. Sept. Gestern kamen 59 Choleraerkrankungen ugd 19 Todesfälle vor.
Antwerpen, 1 Sept Gestern wurden sechs Cholera- kran k e im Hospital eingeliefert, von denen einer gestorben ist. Heute bis Mittag fand keine weitere Einlieferung statt. Das Wetter hat fich merklich abgekühlt.
Kopenhagen, 1. Sept. Die Postverbindung mit Schweden wird nur einmal täglich über Hoeeu. wo ein schwedisches Observationsjchiff fiationirt ist, aufrechterhalten.
Stockholm, 1. Sept. Die Regierung erklärte, Großbritannien und Irland sei von der C h o I e r o angesteckt.
Petersburg, 1. Septbr. DieChokeraist neu aufgetreten im Gouvernement N o w g o r o d, wo bis zum 31. August zwei erkrankten und einer starb. Erkrankungen bezw. Todesfälle kamen vor: Am 30. August in den Gouvernements Woronesch 582 und 524; in Ssamara 547 und 256; in Ssaratow 245 und 106; im Dongebiet am 28. und 29. August: 621 und 296; im Gouvernement Stawropol am 29. August 459 und 134; und nach Meldungen aus Teheran am 28. und 29 Slug, über 200 Todesfälle.
Koustantiuopet, 1. Sept. Die Herkünfte von der Nordsee, von Flensburg bis zur niederländrschen Küste, die Küste Dänemarks ausgeschloffen, find einer zehntägigen Quarantäne unterworfen.
Weizen Septbr. ..
Weizen Oct ober..!
Weizen December Weizen Januar ..
Weizen Mai......
Mais Sept ......
Mais Ociober ....
Mais December ..
Mais Januar
Mais Mai........
Schmalz Septbr...
40300 6000
12030 76000!
13950
11—1
Büböl September • ■do-- October ...
• ■do-- Nuv.-D cbr.
• •do-- Januar-April Tendenz: still.
Soiritns September ..do---. Jan.-April Tendenz: still.
Zucker September • -do- • Jan.-April • • Tendenz: fest.
Mehl September • • ..do-• October • •do-- Nov.-Febr.
13.30
13.05
12.90
12.90
6.83
7.19
7.49
7.69
r. Chicago, 1. Sept., 5 Uhr Nachmittags. (Per KabeU Schlufinotirungen :
Telegraphische Dampfernachrichten
der Frankfurter Zeitung.
(Nachdruck ohne Quellenangabe nicht gestattet.)
Angekommen in Lissabon D. „Potosl“ von Südamerika
55.
56.75
45.75
44.25
38.65
39.60
50.75
50.75
50.96
120% 19%
65— 54%
Terpentinöl |
Petroleum70’ i.Fäs.6.10 Petroleum roh.... '5.55 Petroleum Certific 54%
— - - 33C00 42006 122000 I 12800 12800
~7, Kaffee October .. 89% 89,4 Kaffee December
56—^Kaffee März
56% 56—'Kaffee Mai
Weizen September • • •-do-•••October •••• -•do-•••Nov.-Febr. •• • do- • • -Januar-April Tendenz: still.
Koggen September - - -•do-. October • -do - -Nov.-Februar • - do - • Januar-April •• Tendenz: still.
Talg
Wetter: schön.
Santos 62000 -
g. Newyork, 1. Sept., 5 Uhr Nachmittags. (Per Kabel.) Schlufinotirungen:
.... 37%
.... 24%
.... 54% auf
Silber per Unze ..
Atsch.Top.SantaFe 27% 26% Canadian Pacific.. 83— G7% Canada Southern 58— j-56%
Central Pacific.... 29% 29% Chic. Burl. Quincy 100% 98% Chic. Milw. St. Paul 82- 80% Chic. Milw, Pref... 125% 124% Chic. North - West 115% 114%
3L । 1- „
■--! 78% Schmalz October
80% 80% Schmalz Decbr.
Wöchentliche Zufuhr- .....•■•■ Sack
Vorrath Ton Kaffee..............
Neue Ablad. nach d. Ver. Staaten , « • ■ d.Kanalu. Elbe „
e - - Hamburg ••••
„ „ „ Triest
Gemachte Verk. seit letzter Den. „
Preise von Ordinär; flrst...........
Wechselcours aut London
I-.— 13.55 128.50 28.50 lel0 6.10
5<t.75 Mehl Januar-April 55.— Tendenz: still.
Petersburg, 1. Sept., 2 Uhr Nachm. Wechsel auf London (3 M.) 98.60, 2. Orient-Anleihe 162%. 3. Orient 104%, Große Rassische Eisenbahnen 2s9%, Rass. Südwestbahn 116%, Petersburger Diskonto-Bank 474—, Russ. Bank für auswärtigen Hanuel 264—, Internationale Handelsbank 443%, Petersburger Privat- Handelsbank —, Primat-Diskont —, e%pCL Russ. Bodenkredit- Pfandbriefe 153%.
London, 1. Sept. Clearinghouse - Umsatz 112 Millionen, gegen die gleiche Woche des vorigen Jahres 19 Mill. Abnahme.
L 680 7.70 6.15 10.27 12.10
Telegraphische Handelsberichte.
Nachdruck, telegraphische oder telephonische Verbreitung ohne Vereinbarung untersagt.
WoltPs telegr. Correspondenz-Bureau.
Paris, 31. Aug 1. Sept. (Produktenm. I 31. Aug 1. Bept
-T- Havre, 1. Sept., 4.55 N. Baum wo He. Schlufiberieht New-Orleans tres ord. dispon. 48. — Terminnotirungen
per September 45.10, per October 46.60, per Januar 46.80 I per April 48.—, per Juli 49.12%.
W Havre. 1. Sept., 5.— N. Schlußbericht Kaffee | Santos per September 84.25. per Octobcr 85. -, per Novcm- -i ber 85.25, per December 85.50, per Januar 84.75. per Februar 3 84.50, per März 84.50, per April 84.25, per Mai 84.—, per Juni 84.—.
— Havre. 1. Sept., 5.20 N. Wolle per September i 138.50, per October 139.50, per Januar 141.50, per April 144.50. p per Juli -. Ruhig.
F.Paris, 1. Sept., 7.-- N. Mehl per September 50.50, , per Octob .'•-December 50.25. per November-Februar 50.60. — Rüb öl per September 55.—, per November-December 5550. - per Januar-April 56.50,
e. Paris, 1. Sept.. 7.10 N. Zucker per September 39.—, , per October-Januar 39.12%. per Januar-April 39.62%.
t London, 1 Sept., 5.50 N, Kaffee still Pfeffer theuerer. Jute und Hanf fest.
n. London, 1. Sept., 5.50 N. Metallbörse. ) Blei spanisch 10%, ditto englisch
K Rotterdam, 1. September, 3.40 N. Kaffee ruhig. Zucker behauptet Zinn ruhig. Petroleum matt M arg ar in fest. Gut ord. Java-Kaftee in loco 55% c. Rü- i benzucker laufende Sichtfl. 16% geboten. Zinn Banca prompt fl. 57%. Billiton Lieferung fl. 55% geboten. . Am er. Petroleum in loco fl. 6.65. do. Spätjahr fl. 6.65. '« Margarin, prima amer. Marken fl. 63 gehalten. Verkauft i wurden —.— Fässer.
c Itolterdani, 1. Sept, 3.40 N. K affee - Termin- : notirungen: Java September 54% c, December 52— c, ■ । März 49% c. — Santos September 40% c, December 40% c, März 40% c. Umsatz: 1000 Ballen.
r Berlin, 1. Sept.. 8.30 N. per „Reichsanzeiger“ bringt heute folgenden Bericht über die Ernteaussichten in Rußland: Nach den neuesten uns aus St. Petersburg - zugegangenen Nachrichten dürfte die Ernte des Wintergetreides im Wolgagebiet (Saratow-Samara-Zarizyn) sowie in Orenburg, Charkow, im Tambow’schen und Don’schen Gebiet als gesichert zu betrachten sein. Wenn die Roggenpreise an diesen Orten noch nicht wesentlich gesunken sind, so ist der Grund dafür der, daß der Lokalbedarf und der Ersatz in die geleerten Gemeindespeicher vor der Hand viel absor- birt. Nennenswerthe Ueberschüsse sind übrigens auch nur im Kaukasus und im Weichselgebiet vorhanden. Diese werden . zunächst zur Deckung des Ausfalls in den acht bis neun von Mißernte heimgesuchten Gouvernements dienen müssen und erst der Rest wird zum Export Verwendung finden können, vorausgesetzt, daß Roggen ins Ausland verlangt werden sollte. Mit dem Sommergetreide ist es schlechter bestellt. - Die Regengüsse seit drei bis vier Wochen haben den Weizen • und namentlich den Hafer fast gänzlich vernichtet in fol- i genden Gouvernements des Nordens und Nordostens : St. Petersburg, Donez, Nowgorod, Wjatka. Archangelsk, Jaroszlaw, Twer, Kostroma, Wologda, sowie in einem Theil der Ostsee- i Provinzen; das macht nachträglich einen ganz merklichen Strich durch die Rechnung, denn der Ausfall an Weizen wird i durch Roggen ersetzt werden müssen, und Hafer scheint im ganzen europäischen Rußland knapp gerathen zu sein. Der Süden und Südwesten wird Hafer in großen Quantitäten 1 brauchen. Von einer allgemeinen durchschnittlichen Mittelernte für alle Getreidesorten kann nach dieser Quelle nicht mehr die Rede sein, namentlich wenn man berücksichtigt daß in den Gouvernements Kursk, Woronesch, Podolien und Cherson auch das Sommergetreide verloren gegangen ist. — Das MünchenerBrauhaus, Aktiengesellschaft, hat in den ersten elf Monaten einen Mehrabsatz von 2560 Hektolitern zu verzeichnen. — Die Schöneber ger Schloß- Brauerei hat in den ersten elf Monaten 98,744 Hektoliter oder 17,564 Hektoliter Bier mehr abgesetzt — Wie dem .Berliner Merkur“ aus Koblenz berichtet wird, wäre nach langwierigen Verhandlungen das Kartell der Träger- Walzwerke soeben neubegründet worden, es fehle noch die Unterschrift eines Werkes, das aber auch, seinem Prinzip I nach, sich zum Anschluß an das Kartell bereit erklärt habe. | — Auf die Aktien der in Liquidation befindlichen Berliner Produkten- und Handelsbank kommt jetzt die dritte Liquidationsrate von 5 JL per Aktie zur Auszahlung. —- Im Konkurse der Centralhotelbank Friedländer & Sommerfeld kommen jetzt auf 268.824 festge-
: stelltet Forderungen 53,764 «TL zur Auszahlung.
D Wien, 1. Sept, 10.40 N. Die „Neue Fr.-Presse“ meldet: Der Kurator der Staatsbahn-Priontäten verlangte heute ! vom Präsidenten der Staatsbahn eine Erklärung, daß die Gesellschaft im Falle des Unterliegens im Prozesse den Priori- . täten-Besitzern den Restbetrag auszahlen werde und sie in . I der vorbehaltlosen Annahme der Theilzahlung nicht einen Verzicht auf den Restanspruch erblicke. Der Präsident er- । widerte, er sei nicht in der Lage, Namens des Verwaltungs-
rathes eine solche Erklärung abzugeben.
F Prag, 1. Sept., 10.10 N. Das Kartell der österreichisch- ungarischen Feinblech Walzwerke erhöhte heute die Schwarz- z blechpreise um 50 Kreuzer per Mtrztr.
b. Hamburg, 1. Sept.. 8.30 N. (Privatverkehr.) Kredit 268.50, Staatsfiahn 635.50, Lombarden 213.—, Mainzer j —, Russische Noten 206.20, Lübecker 149.—, Diskonto- Kommandit 194.70, Norddeutsche Bank —, Laurahütte 117.50. Packetfahrt 118.10, Nobel Dynamit —.—, Deutsche Bank —.—, Nationalbank für Deutschland —, Dortmunder —, Galizier —Ostpreußen —.—. Nordd. Lloyd
Fest. 3
! T. Triest, 1. Sept., 11 N. Privatverkehr. Kreditaktien ultimo 315.25, Käufers Wahl dreimonatlich 316.50, Verkäufers Wahl halbjährig 315.—, Ungar. Goldrente ult
I 111.65, Ungar. Papierrente 100.55, Italiener ult. 91.20—, Lon- I don 119.72—, Napoleon 9.49% prompt — ultimo, 1881er Grie- ! chen —.—, 84r Griechen -. -, Türkenloose 45.50, Mittelmeer i —. Meridionaux 669.50. Italienische Kreuzloose —.—.
' g. Mewyork, 1. Sept., 5 Uhr Nachmittags (Per Kabel.) Die Aktienbörse eröffnete und schloß flau. — Umsatz: 455,000 Shares.
Schlußcourse.
54.75
55.— 55.50 56.75
46.—
44. -
38.60 39.10
51.30
56.75
50.90
Wafiash Pref.
Pennsylvania
Geld on call — | Regier-Bonds ..
Geld on call auf andere Werthe.. 2%
Denver RioGr.Pref. 49— 48—
Illinois Central ..199— 97% Lake Shore 133-131%
Louisville Nashv... ,67% 66% Miss. Cansas Texas Missouri Pacific ..
Newyork Central.. Erie..............
Erie II. Mortgage NewyorkOntario.. Norfolk WestPref. North American.. (Oregon u. Tansc.)
London60 T. Sicht’486%'4.86%'Northem Pacific.. Lond. Cable Tansf. 4.88— 4.88—jNorth. Pac. Pref... Paris k. S.........5.16% 5.16% Dhio Mississippi..
Deutschlandk.S...'95% ,85% Philad. Reading .. 83% 83% St-Louisu South.W ,8t. Paul Mm. Man.
“•I 6.77! 7.70’ 6.17j 10.07! 12.-
