4 Seite, is. Jamrar 1905.
Abendblatt »er Jraabfürttr J-ttmrs, IS. Januar ismml Ur. 1*.
Frankfurter Handelsblatt
Drahtberichte von den Produktenbörsen.
Kohlen-Streik.
Egypter in Alexandrien per Jan. 127/321 per März 123/».
•) Schluß-Kurse.
17.
selbst
Zittau
996.- 682.-
1634 561. 798. 471.- 294.- 558.- 464.-
996.- 680.-
1634 560. 797.- 470.- 294.- 557.- 460.-
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1.65 N. Die M i ttaesbör se wag auf den Rückgang der Eisenwdrte ve’stimmt, nur Kohlen-Aktien blieben fest, Länderbank auf Realisierungen schwach 459.50. Oesterreichische Kreditaktien 679.75, Ungarische Kreditaktien 797.—, Staatsbahn 652.—, Alpine Montan 515.50, 3proz. Südbahn 319.25.
Liverpool, 18. Januar. (Baumwolle.) Anfangs- Kurse. loko Tendenz ruhig. Mutmaßlicher Umsatz 8000 B. Total Import vorn vorherigen Tage 20,000. Import von Amerik vorn vorherigen Tage 14,000. Tendenz für amerik. Lieferungsware ruhig — Amerik. good ordinary Lieferungen:
■ do--Juli Weizemehl
c Mannheim. 18. Jan- 1.50 N. Getreidemarkt. Bei etwas nachgiebigeren Preisen findet regelmäßiges Geschäft statt, — 81 kg neuer Bahia Bianca Semance Russe Februar März X 144 —, 80 kg neuer Bahia Blanka Semance Russe Februar-März X. 142AO, 80 kg neuer Plata Ungarsaat Februar-März X. 142.50, 80 kg neuer Plata Semance franpaise Febr.-März Xt 143, Ulka 9 P. 20 X13950. Ulka 9 P 25 X 141.—. Ulka 9 P. 30 X 142.—. Ulka 9 P 35 X 116.—, Ulka 10 P 147 50, Rum? n Weizen 80 ko Mark 148-10, Ruß. Roggen 9 P 15 20 X. 113.50. Russische Futter- gerste OOfil kg X 96.— Amerikanischer Mixed Mais X 95.50. Nord-Russischer Hafer ie nach Qualität X 100—115. Alles per 1000 Kg cif Rotterdam.
H. Wien. 18 Jan., 1 40 N. Die heutige Fru chtböree 5080 belebt und ohne Kursänderung. — Spiritus
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nen, der bei früherem Anlaß auf rund X 5 Mill, geschätzt wurde, gelangt erst im laufenden Jahre zur Verrechnung. Die Charter-Geschäfte hängen bekanntlich mit dem rus- sich-japanischen Kriege zusammen und waren Ende 1904 noch nicht abgewickelt. Dagegen wurde der Nutzen aus den vorgenommenen Schiffsverkäufen bereits verrechnet. Verkauft wurden bekanntlich die Dampfer ,,Fürst Bismarck“ (8430 Reg. -T.), ,,Augusta Victoria“ (8479 Reg.-T.), „Columbia“ 7241 Reg.-T.) und „Belgia“
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Berlin, Willen Mai -•do -lall .....
-•do- - Sepetmber- Roggen Mai --do--Juli ■ -do- -September • Safer Mai
Die_ Vorbörse war mangels Anregung reserviert und schließlich infolge der Geschäftsstille allgemein schwächer. Nur Kohlenpapiere blieben relativ behauptet. Buschtiehrader Lit. A 2895, Lit. B 1070.50. Brüxer Kohlen 690, Prager Eisen 2490. Böhmische Montan 1499, Karpathen 1072. Schodmca 7b2. Privatdiskont 2l5/ls pCt
10 V Kreditaktien 681.25 Staatsbahn 653— Lombarden 91.20, Marknoten 11750. Ungarn 118,80. Oesterr Papierrente 100.25 Oesterr. Kronenrente 100.30; Ungarische Kronenrente 9880. Alpine —.—.
1L5 V. Kreditaktien 680.50 Staatsbahn 652.50 Lombarden 91.—. Marknoten 11750. Papierrente 100L5. Ungarisch» Kronenrente 98.80 Alpine 517.25.
.(Kurse von 1 Uhr 45 Mül)
Wiedergabe der mit * bezeichneten Artikel and der Privat-Depeschen eu6h deren telegraphische oder telephonische Verbreitung ist nur mit deutlicher Quellenangabe „Frkt. Ztg.“ gestattet.
Wiener Börsenbericht
x- Wien« 18. Jam»«.,
„Fürst Bismarck“ (8430 Reg.-T.), „Augusta Victoria“ (8479 Reg.-T.), „Columbia“ 7241 Reg.-T.) und „Belgia“ (7507 Reg.-T.). Der Gewinn aus diesen an Rußland verkauften Dampfern Wurde damals von Seiten der Direktion auf X 3 bis 4 Mill, beziffert; damit war aber offenbar der Gewinn gegenüber dem Effektiv-Wert gemeint, den die Schiffe bei Vollversicherung hatten und der den Buchwert stark überstieg; gegenüber dem Buchwert war s. Zt. der Nutzen aus dem Verkauf der Dampfer auf rund dl 10 Mill, geschätzt worden. Gerade mit Rücksicht auf diesen TExtra-Gewinn sollen wohl auch die
Verband deutscher Drahtstiftfabrikanten, Berlin. Nach dem Geschäftsbericht des Verbandes für Dezember hat die im letzten Monatsbericht erwähnte Ge- fchäftsstille ans dem Inlandsmarkte in den ersten drei Wochen m verstärktem Maße weiter angehalten. Dagegen trat nach Bekanntwerden der Erneuerung des Drahtstiftverbandes ein Umschwung ein, das Geschäft belebte sich ganz bedeutend, sodaß die Verkaufsstelle sich in einzelnen Falten sogar Be Schränkungen in der Abgabe der für das Inland gewünschten Mengen auferlegen mußte. Auf dem Weltmärkte zeigte sich eine sehr lebhafte Nachfrage; die im Ausfuhrgeschäft erzielten Umsätze und Ergebnisse seien als befriedigend anzusehen.
17. hi 1% 180.50 180.50
Für die Eisenbahnen besteht zwar zunächst wohl noch keine Gefahr, denn sie unterhalten seit dem letzten großen Streik dauernd große, für etwa sechs Wochen berechnete Vorräte. Unmittelbar aber und zwar bereite jetzt machen sich die Wirkungen des Streiks bei der E i s en - In du strie scharf fühlbar. Hier sind es namentlich die Werke mit eigenen Zechen, die weder Lager noch Abschlüsse haben, welche zunächst betroffen werden. Aber die anderen folgen bald; das Kohlen-Syn- dikat hat seinen Abnehmern bereite mitgeteilt, daß auf Lieferung der fälligen Mengen bis auf weiteres nicht zu rechnen sei. Und so mehren sich bereits die Meldungen, daß große Eisenwerke ihren Koblenvorrat schwinden sehen, daß sie nur zum Teil und unter Opfern sich Er- =na»renkT«uU-hbe nhaf^K vermögen, während sie zum uXn betriebe einschränken oder ganz still-
j GtZWU5gen. ieiernde Arbeiter in großer U/Ch.'U de,n Ausständigen hinzu. Wie lange vernäh Im uPter“,ch*n Umsländen seine Lieferungs-
verpfiichiungcn aufrecht erhalten, wie dadurch Weiter-Ver- arbeüer.Maschmen-Fabnkenundsoimmer größere Kreise in Mitleidenschaft gezogen werden dürften, das ist heute nicht zu sagen, es hängt völlig von dOr kürzeren oder längeren .Dauer des Streiks ab Für unsere Fisnn Industrie ist diese Frage aber von großer akuler ße- ngMGer.ade -jeJzt ¥l m ihr nach der Stille der letzten Monate wieder eine gewisse Belebung zu ver- Aufträge’ erzielt wuX T\v® 4Ur^h vermelirtc"Auslands- Aunrage erzielt xx urae. Wird sie letzt ffpwnlRnm in ihrer Leistungsfähigkeit beselr-änkt. so wird vermehrt^ ausländischer Wettbewerb an ihre Stelle reien für rio
bun„. sondern um dauernden Lnlgang von Arbeit und
. * Lieferung von Eisenbahn-Rollmaterial •R* Hallen. Aus Mailand, 17. d. M., berichtet unser o-Korrespondent: .Bei der letzten Veigebung von Roll- matenat für die Italienische Mittelmeerbahn erhielten von ausländischen Firmen einen Auftrag die Ma- sohin en -und Waggonbaufabrik Simmert n gauf 15 Personenwagen dritter Klasse mit durchgehendem Korridor und die Ständiger Waggonfabrik auf 7 Gepäckwagen Der Löwenanteil der Lieferung, 40 Personenwagen dritter Klasse, 4 Personenwagen erster und zweiter Klasse und 10 Gepäckwagen, fiel einigen italienischen Werken zu.
, namentlich industrielle Gattungen hier noch immer be- ’ 1 vorzugt. An erster Stelle handelt es sich dabei um die common s-hares der Steel Corporation, die hier unausgesetzt Aufnahme finden. Auch die vor einigen Monaten eingeführten common share« der Consolidated Rail- way Lighting & Refrigerating Company werden zur Zeit
I lebhaft gehandelt, anscheinend nur deshalb, weil sie das niedrigst notierte Spekulationspapier bilden. Einzelne
I leichtere Eisenbahngattungen wie Missouri Kansas Texas und Rock Island begegneten gleichfalls Begehr, während
I Kansas City Southern noch immer an das Ausland abgegeben werden. Als Käufer für die Shares wird der bekannte Groß-Spekulant Gates genannt, der berevst seit der Reorganisation dem Aufsichtsrat der Gesellschaft angehört und einer der „Votihg trustees“ derselben bildet. In hiesigen Kreisen neigt man der Ansicht zu, daß diese Ankäufe mit der bevorstehenden Auflösung der voting trust im Zusammenhang stehen dürften. Ein viel besseres Aussehen als die amerikanische Abteilung trugen die lokalen Werte zur Schau. Namentlich in Tabakaktien war der Handel recht animiert, wobei die Kurse erheblich gestiegen sind. So sind z. B. Amsterdam Oeli von 584 auf 599. Dell Maatschappy von 464 auf 479, Nieuwe Assahan von 118 auf 134 pCt. gestiegen. Dieser große Preisaufschlag hängt auf der einen Seite mit den Erwartungen einer kleinen Ernte, bezw. höherer Preise bei den Versteigerungen für Sumatra-Tabak zusammen, während auf der anderen Seite auch das gute Resultat der jüngsten Versteigerung von Java-Tabak animierend gewirkt hat. Auch Kulturwerte waren wieder bevorzugt. Die Aktien der Cultur Maatschappy der Vorstenlanden zogen weiter von 89% auf 92 pCt. an. Die Gewinnscheine, die um die gleiche Zeit des vorigen Jahres Fl. 6% notierten, werden jetzt schlank zu Fl. 25 gehandelt. Diese Gewinnscheine wurden s. Zt. an die alten Aktionäre der Dorrepaalschcn Bank als einzige Vergütung für deren Besitz abgetreten, wobei die Aktionäre noch Fl. 10 in Bar hinzuzuzahlen hatten. Die Aktien der Niederländischen Handelsmaatschappy, sowie die der Barge Moormann-Geieilschaft liegen gleichfalls fest Petroleum werte waren matter. Seit Samstag hat sich die Tendenz jedoch auch für diese Werte gebessert, unter dem Einfluß einer Aufwärtsbewegung in Moeara Enim Aktien, auf Gerüchte über eine bevor
stehende befriedigende Dividende. Die Aktien der Hannover Oelbrunnen-Gesellschaft waren eher rückgängig und bleiben 200 pCt. nach 208 pCt. Internationale Rumänische still 91 pCt. Sehr lebhaft ging es in der süd- amerikanischen Abteilung zu. Namentlich Colum- bianer und Venezuela waren stark bevorzugt für ausländische Rechnung. Hier fanden zu den gestiegenen Preisen große Gewinnrealisationen statt. Peruaner waren gleichfalls fest, doch stiller. In den besseren Gattungen wie Brasilianern und Kubanern fanden ziemlich erhebliche Meinungskäufe statt. In Russen bestand großes Angebot in den älteren Gattungen im Tausch gegen die neue Anleihe. Nach deren glänzendem Erfolg verminderten sich jedoch die Verkäufe und auch die neue Anleihe, die vorübergehend dumh Verkäufe von Konzert-Zeichnern gedrückt waren, konnte den Preisverlust
Aber auch davon abgesehen, ist die Bedeutung des Streiks fiir die Industrie keineswegs so gering, wie Börse und Publikum zu glauben scheinen. Für eine geringe Frist scheint allerdings die Kohlen-Industrie Ziemlich gerüstet. Nicht nur, daß ja zunächst noch zum Teil gefördert wird; auch, Lager sind vorhanden, der (Wettbewerb ist, durch die hohen Transportkosten erschwert, zumal im Winter bei Verhinderung der Schifffahrt; die zunächst in Betracht kommende belgische Kohle list nicht für alle Zwecke geeignet, und der Syndikats- Vertrag ist eine scharfe Waffe, indem er dem Syndikat alle, den Abnehmern überhaupt keine Rechte gibt und den Kohlenbezug der letzteren daher völlig von seinem Belieben, abhängig macht. Aber gegen die Schädigungen des Betriebs, die,mit einer auch nur kurzen Arbeitspause verknüpft sind, gibt es keinen Schutz. Ist auch sicher anzunehmen, daß zur Wasser-Beseitigung, zur Aufrichtung und Ergänzung der Galerien etc. die Zechen fortlaufend genügende Arbeitskräfte linden werden, so bedeutet das in allen Fällen große, außergewöhnliche Kosten, daneben auch eine weitere Entziehung selbst der Arbeitswilligen. Und daß die Konkurrenz alle Möglichkeiten voll auszunützen gewillt ist, das zeigt ihre von überallher gemeldete lebhafte Tätigkeit: zwar das oberschlesische Revier scheint nicht sehr in Betracht zu kommen, um so eifriger aber rüstet sich das Ausland, Böhmen für Süddeutschland, Belgien für den Westen, England für den Norden laden jetzt schon ihre Vorräte ab, und wenn das Zunächst auch noch nicht weiter ■gefährlich ist, so ist es doch jedenfalls für die westfälischen Zechen ein dauernder Ausfall. Je länger der Streik dauert, desto schärfer müßten sich natürlich diese beiden Momente, die Schädigung der Gruben-Anlagen und das Eindringen fremder Konkurrenz, geltend machen. Denn daß das Syndikat seine rigorosen Vertrags-Bestimmungen auch in diesem Falle aufrecht erhalten und damit einem großen Teil der deutschen Volkswirtschaft den Kohlenbezug sperren könnte, ist natürlich völlig ausgeschlossen. Dafür aber müßten die Zechen gewärtigen, daß auch nach Beendigung des Streiks durch die Notwendigkeit von Reparaturen in den Gruben, vielleicht durch inzwischen erfolgten Abzug von Arbeitern etc. ihre Förderungsfähigkeit eingeschränkt bleibt, während e ,. bslKOSteu sich erhöhten. Ein gewichtiges Moment !,lrr.. e, künftige Rentabilität der Zechen, das zugleich die Befürchtung einer Preiserhöhung durch das Syndikat naher rucken ließe. Und dies wieder eine Gefahr für , n V 6 r o r a u c h, der ohnehin bei längerer Dauer des Streiks schwer zu leiden hätte, weil er fremde Kohle,
wenn überhaupt, nur mit beträchlichen Preisopfern sich beschaffen kann.
1070 583.- 505.
348.-
5540 420.
414.- 652.-
91.- 395 - 409.- 117.50 240.17
95.57 148.95
19.11 117.50
1069 584.— 505.— 347.—
5540 419.— 413.— 652.—
90.— 397.— 409.— 117.48 240.20
95.60 198.95
19.11 117.48
- Mit elementarer Gewalt haben sich die Dinge im Ruhrgebiet entwickelt Was schon seit langem in immer drohenderem Grollen sich ankündigte, ist jetzt zur furchtbaren Tatsache geworden. Die Hoffnung, daß der Kampf »och einmal vertagt, daß er wenigstens auf einen günstigeren Termin verschoben werden würde, hat sich nicht erfüllt. Der Generalstreik ist proklamiert und wenn er auch noch nicht vollständig durchgeführt ist, so sind doch jetzt bereits weit über die Hälfte der 268,000 Bergai beiter des Ruhrreviers im Ausstande und ihre Zahl wächst täglich, stündlich. Zwei Weltanschauungen prallen in gewaltigem Anstoße gegeneinander: auf der einen Seite der Arbeiter, der seine Menschenrechte sich erobern, der auch • seine Arbeit als Ehre anerkannt wissen will; aufder anderen Seite der Unternehmer, der das Frühlingsbrausen der heuen Zeit noch immer nicht verspürt, der immer noch glaubt, all ihren Ideen zum Trotz seinen Macht- und Herrscher-Standpunkt behaupten zu können! Weit mehr «1s em rein wirtschaftlicher Kampf ist cs, der jetzt vor unseren Augen sich abspielt. Aber darum doch ein Wirtschaftliches Ereignis von eminenter Bedeutung, für dessen Beurteilung jetzt bereits sich wenigstens einige Anhaltspunkte ergeben.
Betrachtet man das Barometer des Wirtschaftslebens, ’fieBÖrse, so merkt man in ihrer Kursbewegung allerdings so gut wie nichts von der Erregung, welche die ganze Oeffentlichkeit durchzittert. Die Kurse der Industriepapiere, speziell der Kohlen-Aktien, haben bisher nur ganz geringe Einbußen erfahren, auch die Proklamation des Generalstreiks selbst vermochte sic kaum Xu beeinflussen, und im allgemeinen bleibt die zuversichtliche Haltung der Börse, wenn auch bei einiger Zurückhaltung, unverändert bestehen, Das hat, wie wir bereits kürzlich ausführten, zu gutem Teil seinen Grund darin, daß die Kohlen-Aktien, deren Umlaufender Betrag ja ohnehin durch die Fusionierungen und die großen dauernden Beteiligungen einzelner Groß- Interessenten beträchtlich vermindert wurde, z. Zt. überwiegend in den Händen des Privatpublikums sich befinden, unter Ausschaltung der zünftigen Spekulation. Das kann, wenn etwa künftig einmal aus irgend einem unvorhergesehenen Anlaß eine plötzliche Beunruhigung sich des Publikums bemächtigen sollte, leicht bedenklich werden. Vorläufig aber sehen die Besitzer jedenfalls noch keinen Grund für solche Beunruhigung, vielmehr halten sie mit auffallendem Optimismus an ihren Papieren fest, denen sie für die großen Gewinne des letzten Jahres zu Dank verpflichtet sind. Ausschlaggebend ist dabei jedenfalls die Erwartung, daß der Streik nur kurze Zeit andauern werde, sei es, daß die Vermittelung der Regierung eine Einigung herbeiführen, oder daß die Not die Arbeiter zur Wiederaufnahme der Arbeit nötigen würde. In Wirklichkeit ist heute ein Urteil über die Dauer des Streiks noch gar nicht zu geben. Gewiß ist richtig, daß hei der Größe des Streiks dieser an die Arbeiter materiell wie moralisch außerordentliche Anforderungen stellt, daß die kalte Jahreszeit, die Kündigung ' der Zechenwohnungen und anderes den Arbeitgebern wesentliche Hilfe leistet. Die großen Bemühungen der Arbeiterführer, den Streik gerade für den gegenwärtigen Augenblick zu verhüten, zeigen gewiß wie viel Berechtigung diese Erwägungen haben. Es ist aber auch {licht zn übersehen, daß die materielle Lage der Arbeiter zunächst, keine verzweifelte ist; die gewachsenen Spar- kassen-Einlagen des Reviers zeigen, daß Ersparnisse gemacht worden sind, der Halbmonatslaim ist erst kürzlich ausgezahlt worden und der eisenharten Zähigkeit der Westfalen wird, wie die moralische Unterstützung der öffentlichen Meinung, so auch die finanzielle durch die übrige deutsche Arbeiterschaft kaum fehlen. Und weiter bleibt nicht zu vergessen, daß eine Niederwerfung des Ausstandes für den Augenblick ja keine Lösung für die Zukunft wäre; der Zündstoff, durch den Zorn über die Niederlage vermehrt, würde nur ständig weiter glimmen und hei der ersten Gelegenheit wieder in hellen Flammen auflodern.
519.
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119.50 100.25 100.25
91.80 118.75
98.80 157.50 274.- 210.
113.25 135.-
gleichzeitig um eine ebenfalls dauernde Schwächung ihrer Position auf dem Weltmärkte, wie sie von dem Stahlwerksverbande mit gewaltigen Mühen und Opfern erreicht worden ist. Auch eine Vermehrung der Kosten tritt hinzu; die Kosten der Wieder-Inbetriebsetzung eines jeden wegen Mangels an Brennmaterial ausgeblasenen Hochofens betragen nicht weniger als, X 50 bis 60,000.
Beiden Teilen, den Arbeitern wie der Industrie, schlägt jeder Tag des Streikes schmerzende Wunden' Und einer schweren Zeit geht Rheinland-Westfalen entgegen, wenn der Kampf wirklich bis zum äußersten geführt werden soll. wenn nicht bald eine Einigung zustande kommt. Noch sind die schlimmsten Folgen für beide Parteien zu verhüten; ob es geschieht, liegt bei denen, die bisher die Forderungen der Arbeiter pure abgelehnt haben und nicht einmal zu Verhandlungen bereit waren. Eine schwere Verantwortung — und wenig Hoffnung auf eine günstige Wendung.
Budapest, 18 Januar, (W. B.) Getreidemarkt. Ab 2. Januar verstehen sich sämtliche Preise per 100 Kilogr, Weizen por April 19.50 G, 1952 B. per Oktober 1716 G.. 17-18 B. Ruh. — Roggen per April 1530 G. 1532 B.. per Oktober 13 98 G., —B. Ruh. — Hafer per April 14.— G, 14 02 B. perOktbr 1214G., —.— B. Ruh. — Maie per Mai 14.86 G., 14.88 B Ruh — Kohl ran« per August 22 30 ( t , 22.50 P Ruh'g. Wetter: Schön aber kalt.
Magdeburg, 18 Januar. 2.30 N. Z uc k e r bericht. Kornzucker 88 Prozent ohne Sack 15.75--15.90—. Nach-
prodnkte exkl. 75. pCt ohne Sack 13.--13.30—, Ruh
Brodraffinade L ohne Faß —.--. Gemahlene Raffinade
m Sack 25.70----. Gern. Melis m Sack 25.20----. Kristallzucker I. m Sack 25.70---Ruh Stet Rohzucker I. Produkt:
per Januar 32.— G., 82.40 B. —.---- bz. per Februar
3210— G., 3230 B., bz. per März 3235— G,
32 50- B.. —.--- bz. per Mai 32.75- G., 32.85- B„ —bz.
per August 32.95 G„ 3-3.— B. bz. per Oktober-Dezbr. 24.10 G . 24 20 R„ -----bz. Fest
b Hamburg, 18 Januar. 10.40 V. Kaffee good aver. Santos per Januar 40-, per Februar —, per März 40Uz, per April —, per Mai 41—, per Juni---. per Juli 4PA.
per August---, per September 4S/4- per Oktober —per
November ——. per Dezember 42W Beh — Tägl Kaffee- Zufuhren fär Rio 5000. Santos 18000. — Rübenzucker I. Pr. Basis 88% Rend, neue Usance frei an BordH amburg, per Januar 82.10, per Mürz 32.40, per Mai 32.70. per August 32.95, per Oktober 2365, per Dezember 22.75 per 100 Kilo — Tendenz: Fest — Wetter: Frost
M Antwerpen, 18 Januar. 12.56 N Kaffee. Santo» good average per Januar 50—, per März 5M/L, per Mai 51—, per Juli 51V». — Weizen amenkan. 18^—19—. Petroleum disponible IM. per Januar IM. per Februar IM, per März 19—. — Häute--Stück verkauft. —
Wolle. Deutsche La Plata Kammzugwolle (Kontrakt B\ per Januar 522—, per März 520—, per Mai 520—, per Juli 520.—. — Rübenzucker per Januar 3M, per Februar 89t2, per März April- Mai 39Vs — Schmalz amerikan. 85— R4— — Salpeter loco Januar-Februar-März 25.60.
W Bremen. 18 Januar, 1.56 N. Baumwolle. Upland middling loco 86.75 Ruhig.
Livernool, 18. Januar. Getreide. Weizen per März 6 IVA. per Mai 6.105/8. Ruhig. — Mais per März 4.0%, per Mai 4.1 Vs Ruhig, Bio, 17. Januar (Kaffee.) Tendenz flau. Preis für Kaffee Nr. 7 N. Y. 6050 M. R. (zuletzt 6125). Ankünfte des Tages 5000 S„ Kaffee Vorrat 465.000 8. Verkäufe für die Verein Staaten 7000 8., Verkäufe für Europa 1000 8.
Sanios, 17 Januar. (Kaffee.) Tendenz flau. Preis für Kaffee good averago 5600 M R. (zuletzt 5600). Kaffee- vorrat 1,657,000 8 Ankünfte des Tages in Santos 18,000;S. Ankünfte im Innern 20,600 8.
Ungar lose ......
Bulgar 6% E.BJIyp Türkenlose
Bank-Aktien.
Besten. Bodenkr.-- • •do ••Kreditaktien ••do ■■Ungar Bank Wiener Bankverein Ungar Kreditbank ••do ••Escompt •• Anglobank WienerUnionbank" Dorten Länderbank
Industr.-Aktien.
Brüxer Kohlen •••• Bährn Xontanges." Frager Eilen ......
Annaberg, Ezg.
Augsburg I «4 Berlin Bernstadt,ScbL
Blankenese Bremen Breslau
HL L Cöln Düsseldorf Eggenfelden
Eßlingen
17. Fran kf. a. II. Gebweiler
Gelsenkirchen Guben
Anna Aug Herles, Schnittwaren h.
Politzer L Stein, B‘ kleidungshaus Bobei t Kramer, Kolonial warenh.
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Hanseat Dampf- sehifis Reederei
G. Docken, Wirt Flau Ida Paelzol O. J. Oster Manufakturwaren In Jos. Bit we. Sohreinermeister
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Wilh. Seheilmann, Kf (Agent)
J Pouoer, Hotelier B. Bchrülkamp, Schuhwarenhdlr.
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Malermeister t 1 Bloh. Osw. Beißig Privatmann
P. L. Hagelstein, Herrenschneider .
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Ernst Schmidt, Hotclboeitzer
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Karl Fouget, Kt. ! W. Trost, Architekt Karl Schwab, Bauer. Friedrich Behacke, Schuhwarenh.
Rosalie Silber mann Handelsfrau ]
Carl (ji'st. Hir ehe. Altwarenhändlers '■
do. Stuttgart Amt
Velbert
Zabrze
Produktenmarkt 17. laa. 18. Safer Sep ember Mais Bai
...... 141.50
--- 21.50 bis 23.75 - Weiler Frost
Sehma Atgsburg Berlin Bernstadt Blankenese Schorf Breslau
Cöln Düsseldorf Messing Eßlingen Frankfurt Gebweiler Gelsenkirch. Guben
-•do-Jeli - do- - September^ Bübol Bai •-do "Juli
_ do.
Plieningen
Velbert
KL-Zabrze
Zittau
17.
535.- 705.
916.
723.
später anbringen. Wie bereits telegraphisch gemeldet, wurde hier auch für dauernde Kapitalanlage sehr stark gezeichnet und dürfte hier sogar mehr als der ganze Nominalbetrag der Anleihe eingeschrieben worden sein.“
* Aktieii-Gesellschaft für Seilindustrie vorm. Ferd. Wolff in Mannhehn-Neckaran. Man schreibt uns: ,Die ,Frankfurter Zeitung“ hat s. Zt. über einen Prozeß berichtet, den die Pfälzische Bank in Ludwigshafen a. Rh. gegen die Aktien-Gesellschaft für Seibndustrie führte, wobei die Letztere in erster Instanz verurteilt worden ist, das Guthaben der Pfälzischen Bank zu bezahlen, während die von der Seibndustrie erhobene Widerklage aut Herausgabe von 1200 Aktien der .Internationalen Seilfabriken“ abgewiesen wurde. Gegen, dieses Urteil des Großh. Landgerichtes Mannheim hat die Aktien-Gesellschaft für Sedindustrie Berufung zum Großh. Oberlandesgericht Karlsruhe eingelegt. Die Beratung wurde heute kostenpflichtig abgewiesen; die Forderung der Pfälzischen Bank war inzwischen in der Hauptsache bezahlt worden.“
Argentinische Geldanleihen. Dem .Finanzherold“ wird aus Buenos Ayres gemeldet daß infolge des größeren Interesses, das Argentinien in den letzten Jahren an seinen eigenen auswärtigen Geldanleihen nimmt ditr Firma E. Tornquist & Co. in Buenos Avres autorisiert wurde, die Zinsen und verlosten Stücke einer ganzen Reihe auswärtiger Geldanleihen der Regierung, unter andern auch der 4proz. Goldbonds von 1896 und 1899, die bis jetzt nur in Europa zahlbar waren, auch in Buenos Ayres einzulösen.
Farbwerke vorm. Meister, Lucius & Brüning, Höchst. Vor mehreren Wochen erzielten die Aktien der Gesellschaft bekanntlich eine starke Kurssteigerung. Jetzt kommt dafür nachträglich eine Erklärung. Nach dem „Hann. Kur.“ soll derselbe Erfinder, der vor einigen Jahren das von den Höchster Farbwerken angekaufte Verfahren zur Herstellung von künstlichem Indigo entdeckt hat, neuerdings eine neue wichtige Erfindung gemacht haben. Er habe ein Verfahren gefunden, durch welches es möglich wird, den in der Technik unter dem Namen „türkisches.Rot“ bekannten Farbstoff mit. der Hälfte der bisherigen Kosten herzustellen. Die Höchster Farbwerke stehen nach dem genannten Blatte auch wegen Erwerbs dieser Entdeckung in Unterhandlung.
* Erste autoniatieelie €• iiUstabikugelfabrik vorm. Friedr. Fischer, Schweinfurt. Akt.-Gew. In Ausführung des neulichen Generalversammlungsbeschlus- ses, das Grundkapital von JL 1.003,000 durch Zusammenlegung der Aktien im Verhältnis von 2 zu 1 auf X 500,000 zu reduzieren und X 150,000 neue 6proz. Vorzugsaktien auszugeben, fordert, die Gesellschaft nunmehr die Aktionäre auf, ihre Aktien bis längstens 15. März d. J. zur Abstempelung einzureichen bezw. ihr Bezugsrecht bis 1. Februar d. J. auszuüben. Ein Bezugspreis ist nicht angegeben. Nach einer neulichen Angabe der Verwaltung sind die jungen Aktien bereits untergebracht. Das in 1897 mit X< Lgs Mill. Grundkapital errichtete Unternehmen nahm schon einmal in 1899 eine Kapital-Reduktion auf X 416,000 und gleichzeitige t r- höbung nm X 587,000 vor. Eine Dividende gelangte bisher nicht zur Verteilung.
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532.- 700.— 90«.— 720.—
516.'— 535.— 610.—
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•-de--September •• —.— —.—
Spirit»70er lew-• I .- | —.—
Boggenmehl"" 16.90 bis 18.40
116.75
116.50
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45.70
119.60 100.25 100.25
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98.85 158.- 274.
210.
113.50 135.-
Fonds.
Oesterr-Doldrente" •-do--Silberrente ■ •do- ■ Papierrente ••do--314 Invest. 1 Ungar Geldrente-- ••do-■Kronenrente 1860er Lose ......
1064er Lose ......
Neue 4%proz. russische Anleihe. Aus Petersburg, 16. d. M., wird uns geschrieben: „Das Konsortium, das die letzte 4J-prozentige Staatsanleihe übernommen, hat jetzt die Option auf die nicht zur Subskiption aufgelegten dl 176 Millionen bereits ausgeübt. Ueber die Weiterbegebung dieses Betrages sind noch keine Bestimmungen getroffen; es verlautet aber, daß der größte Teil davon nach Holland, Belgien und Frankreich weiterbegeben werden dürfte. Durch diese neue Anleihe sind zunächst die Guthaben im Auslande für den Zinsendienst aufgefüllt worden und ferner wurden größere Summen für Bestellungen veitwendet. Es ist deshalb nicht darauf zu rechnen, daß aus dem Anleihe-Erlöse Summen von Belang nach Rußland kommen.“ — Wie uns mitgeteilt wird, werden die seitens der hiesigen Zeichnungsstelle zugeteilten Stücke der neuen Anleihe am Montag Abend auf die Bank gegeben, sodaß die Abnahme am Dienstag Vormittag erfolgen kann.
* 3%proz. Stadtanleihen. Aus Berlin, 17. d. M., wird uns geschrieben: „Das Quartalsgeschäft hat sich diesmal in 3/4proz. Werten recht befriedigend gestaltet und bei Banken und Firmen die Sichtung der älteren Bestände fühlbar gefördert. Es gelangen jetzt daher verschiedene, für 3%nroz. Stadtanleihen noch bestehende Konsortien zur Auflösung, nachdem die übernommenen Posten bis auf unbedeutende Beträge verkauft sind. Hierzu gehören die Konsortien für die letzten Anleihen von Köln (Ausgabe Dezember 1903), Wiesbaden (April 1904) und Dortmund (April 1904).“
* Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Ge- sellschaft. Vor einigen Monaten eregte es Aufsehen, daß eine Hamburger Information den Brutto-Gewinn der Gesellschaft für 1904 auf nicht weniger als X 35 Millionen schätzte. Man hatte allgemein geglaubt, daß die Ergebnisse des abgelaufenen Jahres durch den Tarifkampf mit der Cunard-Linie stark beeinträchtigt worden seien; umso mehr verblüffte die damals, im Oktober, veröffentlichte Gewinn-Schätzung. Und doch erweist sie sich jetzt als zutreffend. In dem gestern veröffentlichten Kommunique der Verwaltung wird zwar der Jahresgewinn mit nur rund dl 30 Mill, beziffert gegen X 22 Millionen im Vorjahr. Dabei wird aber ausdrücklich hinzugefügt, daß in diesem Betrage der Nutzen an den bekannten Charter-Geschäften der Gesellschaft nicht enthalten ist. Der Gewinn aus diesen Transaktio-
Dampfscb Iffahrt s - Gesellschaft auf dem n iinnwee (Stai nbergersee), München. Aus eine: Beförderung von 3*11,561 (i. V. 376,582) Personen und Restaurationspacht vereinnahmte die Gesellschaft in 1904 X 226 282 (X 223,189). Nach X 16,000 (wie i. V.) Abschreibungen bleiben X 54,062 KX 41,466) Reingewinn, woraus, wie bereits gemeldet 10 pCt. (i. V. 9 pCt) Dividende an die Aktien und X 6860 (X 5516) als Gewinnbeteiligung an 392 (394) Prioritäts-Obl gationen zu X 350 bezahlt werden. Das Grundkapital besteht aus X 154,000 vollgezahlten und X 616,000. mit 25 pCt .einbezahlteil Aktien. Die 4 Dampfschiffe, ein Schleppschiff" nebst sämtlichen Betriebsanlagen stehen mit X 403,772 (X 417,895) zu Buch.
Zahlungseinstellungen. Ueber den Baumeister Trump in München wurde nach der .Köln. Zeitg.“ der Konkurs verhängt Die Schulden überschreiten X 2 Millionen. Ein großer Häuserbesitz soll einen annähernden I Gegenwert darstellen. — Die Basler Brotfabrik in B a s e 1 ist in Zahlungsschwierigkeiten geraten und hat nach dem .Schweiz. Ilandelsbl.“ ihren Gläubigern einen I Vergleich auf Basis von 50 pCt. angeboten, der jedoch von I einer Anzahl derselben zurtickgewiesen wurde. Dio Ver- I gleichsverh -ndlungen dauern fort. Besonders stark beteiligt I sei der Mannheimer Getreidehandel. Das Aktienkapital der Gesellschaft beträgt Fr. 200,000 und ist mit 80 pCt. eingezahlt
Konkurs-Ei öffnung-eiL 'Liste 15.)
E = Eröftnungstermin; A = Anmeldefrist — Ablauf; G—.Erste Gl äubigerversammlung: P — Prüfungstermin.
Namen. | Wohnort j Amtsgericht | E | 4 | G~'|"P.
Abschreibungen besonders reichlich bemessen werden. Während sie in 1902 X 11.4 Mill, und in 1903 X 13.8 Mill, betragen hatten, werden in 1904 nicht wem- ger als X 18 Mill, für diesen Zweck verwandt. Ende j 1903 hatte der Buchwert der Schiffe X 149.83 Mill, betragen, worauf die diesmaligen Abschreibungen rund 12 pCt. ausmachen. Inzwischen hat sich allerdings der Buchwert der Schiffe erhöht, denn der Geschäftsbericht für 1903 führte 10 Neubauten mit zusammen 72,400 Reg.-T. auf, während andererseits die verkauften vier Dampfer mit 31,657 Reg.-T. in Abzug kommen. Die Dividende von 9 pCt. (i. V. 6 pCt), zu deren Auszahlung auf X 100 Mill. Aktienkapital X 9 Mill, erforderlich sind, entspricht der Schätzung, die anfangs auf 8 pCt. lautete und später auf 8 bis 10 pCt. erhöht wurde. Das ganze Ergebnis beweist, daß die Gesellschaft, die den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit ebensowohl im Güterverkehr wie im Personenverkehr sieht, unter dem.Tarifstreit, der nur den letzteren betraf, nicht übermäßig stark zu leiden hatte. Ueberdies betraf der Tarifstreit nur das nordatlantische Geschäft; das südamerikanische und westindische Geschäft aber soll in diesem Jahre besser gewesen sein als im Vorjahr. Größere Havarien sind nicht vorgekommen, und schon dieser Umstand bedeutet bei dem inneren Assekuranzsystem der Gesellschaft einen großen Zuschlag zum Reingewinn. Im vorigen Jahre, wo ebenfalls kein größerer Schiffsunfall zu verzeichnen war, konnten M 3.8 Mill, aus dem Versicherungsfonds zum Nettogewinn geschlagen werden. Was die in dem Kommunique der Gesellschaft erwähnten Reserven aus 1903 betrifft, durch welche die Kosten des Tarifkriegs gegen die Cunard-Linie gedeckt werden konnten, | so ist daran zu erinnern, daß nach dem vorjährigen Geschäftsbericht der Gewinn aus den in den letzten Monaten des Jahres angetretenen Reisen nur sehr niedrig in den damaligen Abschluß eingestellt wurde; damals bemerkte der Bericht, es sei aus diesen Reisen ein nicht unerheblicher Mehrertrag zu erwarten, der alsdann dem Jahre 1904 zugute kommen werde. Im Zusammenhänge damit hatte sich in 1903 die in der Position „nendantc Reisen und interne Abrechnungskonten“ liegende stille Reserve von X 3 Mill, auf X ti.se Mill, erhöht. Schließ- I lieh ist noch daran zu erinnern, daß das Abkommen der Gesellschaft mit dem Morganschen Schifffahrtstrust für 1904 bekanntlich außer Kraft gesetzt worden ist. Nach diesem Vertrage darf der Trust von eder der deutschen Gesellschaften ein Viertel der
Summe, welche diese ihren Aktionären als Dividende geben, als Gewinnanteil beanspruchen, wogegen die deutschen Gesellschaften für eine Summe, die einem Viertel ihres Aktienkapitals entspricht, vom Trust eine feste Dividende von 6 pCt. vergütet erhalten. Da die Packet- fahrt-Gesellschaft ihre Dividende auf 9 pCt festgesetzt I hat, so hätte sie auf Grund dieses Vertrages dem Trust I für 1904 eine Zahlung von X 750,000 zu leisten, was nun I aber in Wegfall kommt.
* Griechische National bank. Aus Athen, 13. d. M., wird uns geschrieben: „Dio Nationalbank Griechenlands verteilt iür das zweite Semester 1904 wie für das erste Semester eine Dividende von 90 Drachmen (i. V. 85) pro Aktie im Nominalwerte von Dr. 1000. Die Aktien notieren an hiesiger Börse seit lange zwischen Dr. 3800 bis 3950, in Prozenten 380 bis 395. Bei einem Jahreserträgnis von Dr. 180 (gleich 18 pCt.) verzinsen sie sich also zum gegenwärtigen Kursstände mit rund 4% pCt.“ I
* Von der Amsterdamer Börse schreibt man uns am 17. d. M.: „Ebenso wie an den meisten ausländischen Börsen hat sich das Geschäft auch hier in der ! letzten Woche meist innerhalb enger Grenzen gehalten I und die Stimmung war wenig animiert. Der Geldmarkt blieb im Zusammenhang damit flüssig und der I Privatdiskont ermäßigte sich sogar von 2% auf 2% pOt., I worauf allerdings eine kleine Versteifung auf 2u/u pCt. folgte. Der Prolongationssatz ging weiter von 3 auf 2 7a pCt. zurück und bleibt ungefähr auf dem niedrigsten Niveau. Die ausländischen Wechselkurse erfuhren nur ! geringfügige Veränderungen Vista London zog weiter von 12.06)4 auf 12.07)4 an, während die deutsche Devise I auf 59.05 eher etwas schwächer liegt. An der Börse I blieb in der amerikanischen Abteilung Realisationslust vorherrschend. Namentlich gilt dies von den besseren Werten, wie Union Pacific und Atchison Topeka, worin übrigens das Material infolge der anhal- I (enden Verkäufe in den letzten Monaten stark einge- I schrumpft ist. Dagegen bleiben die. leichteren Werte, |
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Scbodnlca Donau Dampfschifl Oeat.Ungar.Lloyd" Türkische Tabak - Oesterr Alpine"" Oest.Waflenfabrik" Intern Elektrizität
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