zu riskieren, daß man, falls Organisation wieder ändern

Bereinigte Staaten.

leiser Form etwas wi

schlossen.

Niederlande

dt Ö.93 Mill, (e^ Ö.95 Mill.) JL 0.42 Mill. UL O.45 Mill.)

Der N-rttervamcr Streik.

',3

TI. Landestuberknlose-Bersammlnng

Waren- und Produktenberichte.

Hopfen.

Tabak.

»ie Frage wird aufgeworfen.

ie Ge

gen zur cneri

Pannwi

*JL Ausgenommen Kinder im il. Lebensjahr.

MOO

1901

829, 327,

413,8

419,8

1885 190.

1895 389,

Bestrebungen auf dem Gebiete der Bekämpfung der Tuberkulose und betonte, daß in Paris daS deutsche Prestige in dieser Frage anerkannt worden sei, wie vor allem auch das leuchtende Borbild Badens auf diesem Gebiete. Der nächste internationale Kongreh werde 1908 in Washington stattfinden.

Gegen 5 Uhr schloß Geheimrat Battlehner die interessanten' Verhandlungen.

litt manchmal nt keinesfalls

BezirkSregierun^ Gtraßenba

1902 450,7

1903 559,0

( sie undemokratisch sei, zwei und die zeitliche tim'"

egen dir Zahl von 21 Lehrstellen. Auch das scheint idtrat noch etwas zu viel; er möchte deshalb auf andere elfen. Gegenwärtig herrscht an unseren Primarschulen klaffemnsiem: jeder Lehrer unterrichtet eine Klaffe und

Vichts dagegen haben, wenn das stadtzürcherische Schulwesen einen ausgiebigeren Schritt vorwärts tut, als er selber ihm vor- Mllügt.

In den Jahren 19011904 starben im Durchschnitt an Tuberkulose in: Freiburg 12,43 pCt., Heidelberg 12,37, Karls­ruhe 12,66, Konstanz 11,32, Mannheim 11,74, Pforzheim 14,81 im gesamten Großherzogtum 10,62 pCt. In den großen Städten sei die Bekämpfung dringend nötig, vor allem durch Besserung der Wohnungsverhältnisse. Obermedizinalrat Dr. Hauser redet einer kräftigen Säuglingsfürsorge das Wort; 75 pCt. der Säuglinge gehen an verkehrter Nähr- weise zu Grunde. Die einzig richtige Ernährung sei die Mut­termilch. Nur noch 30 bis höchstens 40 Prozent der Mütter stillen ihre Kinder selbst. Staatliche und städtische Verwaltun­gen sollten sorgen, datz reine, gute Säuglingsmilch abgegeben ...... tzjb

Gewerkschaft Gflnthershall. Halberstadt. Der Vorstand bat auf Grund des früheren Beschlusses der Ge­werken versamm lang zur weiteren Deckung der Kosten des Schachtbaues die Einziehung einer Zubuße von Ul 100 be-

Snndwiger Eisenhütte, Maschlnenban-Akt.- Ges., Sundwig i. W. Die Gesellschaft verzeichnet für 190405 nach Ul 44,483 (i. V. UL. 50,582) Abschreibungen einschließlich Ul 37,263 (Ul 23,952) Vortrag Ul 201,138 (UL 171,591) Reingewinn, aus dem 12Vs pCt. (10 pCt) Dividende auf UL I.05 Mill. Aktien­kapital zur Verteilung gelangen. Im neuen Jahre hat nach dem Bericht der Auftragsbestand die doppelte Höhe wie zur gleichen Vorjahrszeit erreicht.

Duisburger Maschinenbau - Akt. - Ges. worin. Bechern u. Keetman, Duisburg. In 1904/05 ermäßigte sich der Bruttogewinn auf UL 271,080 (l V. UL, 277,306). Nach Reduzierung der Abschreibungen auf UL 96.000 UL 111,000) werden 5 pCt Dividende gegen 4 pCt im Vorfahre verteilt, wonach der Vortrag von Ul 20,145 auf Ul 7963 sinkt. Der Re­serve für die Beteiligung an der Jekaterinoslawer Maschinen­bau-Akt-Ges. werden Ul 20.000 überwiesen. Diese Beteiligung steht mit Ul 437,500 (wie i. V.) zu Buch, Bar und Effekten mit Ul 607,884 UL 657,745), Ausstände mit UL 2.77 MilL Ul l.R9 Mill.), andererseits schweben Verbindlichkeiten mit Ul I.50 Mill UL 1-19 Mill.). Die Vorräte sind mit Ut 693,451 UL 472,459) be­wertet. Die Immobilien figurierens mit UL. 1^ Mill, die Ma­schinen und Geräte mit Ul 650,000, während bei UL 3 MilL Aktienkapital und UL 1 Mill. Anleihe UL 625,000 an ordentlichen Reserven und UL 60,000 Reserve für Jekaterinoslaw (einschließ­lich der neuerlichen Zuweisung) vorhanden sind. Die Aussichten für das neue Geschäftsjahr wurden als besser bezeichnet.

Schwarzenberger Emaillier- und Stanz werk worin. Beiustrom «fc Pilz, Akt.-Ges..Schwarzen­berg. Wie der Bericht mitteilt, ist das Unternehmen in 1904/05 stets voll beschäftigt gewesen und hat die gesamte Pro­duktion glatt abgesetzt, auch jetzt halte die flotte Beschäftigung an, so daß nicht alle Aufträge prompt ausgeführt werden könnten. Nach UL 28,450 (i. V. UL 11,949) Abschreibungen ver­bleiben einschließlich Ul 48,333 Vortrag Ul 129,198 UL 118,485) Reingewinn, aus dem bei Ul 18,559 Vortrag wieder lOpCL Di­vidende auf UL O50 Mill. Aktienkapital ausgeschüttet werden.

Wiener-JSeiistädter Lokomotlviabrik vorne. G. Sigl. Nach Kr. 74,300 (i. V. Er. 78,250) Abschreibungen schließt die Gesellschaft in 1904/05 mit einem Reingewinn von Kr 368,315 gegen Kr. 196,979 im Vorjahr und verteilt 5 pCt (i. V. 4pCt) Dividende auf das Aktienkapital von Kr. 84» Millionen,

M .71 ]R/r Pnveo<^nf11are -SUF rannee 1903 par Gust. H.

IL A 1 Y s seist ei du Port de Rotterdam par

Kttrnberg, 18. Novbr. (Original-Bericht der Frankfurter Zeitung.) Wahrend der ganzen heutigen Berichtswoohe wickelte eich das Ge­schäft am Markte in der seitherigen schwer fälligen Weise ab, indem seitens des Kundschattshandels der Einkauf nur auf den augenblick­lich notwendigsten Bedarf beschränkt blieb und die Entnahmen des Exportes im Verhältnis zu den großen Lagervorräten und den sich immer dringender gestaltenden Verkaufsangeboten zu gering waren. Der Preisstand vermochte sich daher auch nicht zu behaupten und es traten wieder Rückgänge um einige Mark ein. Für inländischen Kund­schaftebedarf fanden hauptsächlich mittlere und gute Markt hopfen zu X 85- 45 und feine Gebirgshopten zu X 4855, gutmittlere und prima Württemberger zu X 56, 60 und 65. sowie gute und prima HoOedauer zu X 6072 Absatz. Wirkliche Prima- und Ausstich- Hopfen gelangten mit Ausnahme einer Pai sie Auer Biegelgut zu X 84 und eines Pöst­chens Tettnanger zu X 80 nicht zum Verkauf. Amerikanischer Ex­port übernahm fränkische Lanohopfen zu X 40-52 und gi dnfarbige Holledauer zu X 6072. Dagegen wurden für englische Austnhrzwecke voi wiegend nur untergeordnete, gelbe und billige Gattungen in der Preislage von X 18-30 dem Markte entnommen. Der Gesamtwochen- umsatz beziffei t sich aut 2500 Ballen; zugefahien wurden im gleichen Zeitraum vom Lande 700 und durch die Bahn 2000 Ballen. Stimmung und Tendenz «>nd als gedrückt und flau zu bezeichnen. Heute notieren: Markthopfen p.lma X 3845, mittel X 25- 38. geringe X 18 -25, Gebirgsi opfen prima X 50- 55. mittel X 00-00. geringe X 00 00. Aischgründer prima .«40 52. mittel X 30-40, geringe X 18-25, HoHe- dauer prima X 70 - 75, mittel X 50-65, ge inge X 35 45, do. Siegel­gut prima X 70-80, mittel X 55 - 65, geringe X 00- 00, Spalter Siegel­gut prima .«70- 90. mittel X6970, geringe X 4555, Kindinger Siegel­gut prima X 70-80. mittel 50 - 65 geringe .ZOO- 00, Württemberger prima X 6575, mittel X 4560, geringe x 35-45, Badische prima X 65 75, mittel X 45 55, geringe X 30 - 45, Elsässer prima X 50 65. mittel X 4045, geringe X 35- 40, Posener prima X 6068. mittel X 50- 55, geringe X 0000.

werde. Bürgermeister Holzwarth sprach endlich

Bekämpfung der Tuberkulose durch b. ____

meindeverwaltung und den Tuberkulose-Ausschutz ist Pforzheim, die beide eine Reihe bemerkenswerter Einrichtun­gen zur energischen Bekämpfung getroffen haben. Professor itz.Berlin sprach über die internationalen

I Gerichtszeitung.

I Polnischer GrheimbündeleiprozeH.

» O.C.B. Glewitz, 20 Novbr. vor der ersten Straf- lammet des hiesigen Landgerichts begann heute die Verhand­lung gegen 25 der Geheimbünbelei (vergehen gegen §§ 728 und 129) angeklagte Personen, darunter drei Mädchen, aus Zabrze. Dte geheime Verbindung erblickt die Anklagebe- Hörde in per Zugehörigkeit der Angeklagten zu dem Verein I »Eleusis", der sich als Mäßigkeitsverein ausgebe, indesien I in Wirklichkeit unter diesem Deckmantel grotzpolnische I Tendenzen fördere. Die Mitglieder des Vereins hätten zu I £em Auslande sehr enge Beziehungen unterhalten. Den I Gegenstand der Anklage bilden sodann noch verschiedene Ueber- I tretungen des Vereinsgesetzes, wie Nichtanmeldung von Ver- I sammlungen. Die Angeklagten gehören mit Ausnahme des Hauptangellagten Johann Wyzisk, der Schuhmacher ist, dem Bergmanns- und Hüttenberuf als Arbeiter an. Wyzisk beritt seine Schuld. Er kenne keinen Mätzigkeitsverein

IEleusts". Er lebe in der vierfachen Mäßigkeit, und es sei seine Aufgabe, Anhänger für die Idee zu gewinnen. Die ein­zelnen Vereine kenne er nicht. Er stellt auch in Abrede, datz er für Wiedererrichtung des polnischen Reiches schwärme. Ihm wurde verschiedenes Belastende vorgehalten, so daß er in Galizien als Redner aufgetreten fei und mit großvolnischen Führern Konferenzen abgehalten habe. Der zweite Angeklagte, Former Zieleßny, war Kassierer der polnischen Lesehalle. Ueber den Verlauf einer Kosziusko-geier Auskunft zu geben, lehnte er ab. Er gab zu, daß in seiner Wohnung Vortrage über Ge­schichte gehalten worden seien. Im ganzen ergaben die meisten Aussagen wenig Positives, nur der Gebrauch der polnischen

I Sprache bei den Zusammenkünften. Zeugen, die früher be- lastende Aussagen vor der Polizei gemacht haben, bestritten das nachträglich. Amtsrichter Scharntke nahm die Haus- suchung bet Wyzisk vor. In einem Schränkchen fand er polni­sche Lieder und polnische Embleme vor, in einem Geheimfach viele Bücher, Mitgliederlisten und Satzungen des Mähigkeits- bereinSEleusis", in einer Fußbank ein Kontobuch und Quittungen über nach dem Auslande gegangene Sendungen. Gendarm Kupka gab an, datz den ganzen Sommer über bei dem Angeklagten Pika Versammlungen hinter verschlossenen Türen stattgefunden hätten; nach einem Geständnis der Ehe­frau seien zu diesen Versammlungen zahlreiche Personen aus ganz Oberschlesien gekommen. Auch bei BiSkupitz habe Pika Nachts Versammlungen unter freiem Himmel abge- halten. Der Angell. Pika teilte dazu mit, daß er in seiner Eigenschaft als Vertrauensmann der königl. Louise-Grube die Besuche empfangen habe. Polizeirat Mädler machte Mit- teikung über das Ergebnis der Haussuchungen bei Wyziski in Zabrze und Gleiwitz, sowie bei Zielehny. Er habe in der Lese­halle mehrere verbotene Bücher, Satzungen derGleufiä", Bilderbücher usw. gefunden, ferner den Schlüssel zu den Ver- ?eichnissen, in denen nur Zahlen und Buchstaben die Mitglieder ingierten. Während früher in Lemberg eine Mätzigkeitsver- einigungEleuteria" bestand, wurde im Januar 1903 in Krakau eine Abzweigung unter dem NamenEleusis" be- schlossen; eS waren aus Oberschlesien der Gründer der Glei- witzer Guttemplerloge und der Angeklagte Rybarsch anwesend, die Bereinigung habe als Hauptzweck die vierfache Enthaltsam- keit, indes hatten die Sitzungen einen politischen Anstrich, in- dem man den Kindern die polnische Sprache, polnische Ge­schichte und polnische Literatur beizubringen suchte. Kurz vor- her war in Gleiwitz eine Guttemplerloge gegründet worden. Das Interesse an dieser schwand, weil sie auch Deutsche ohne Unterschied der Konfession aufnahm, und viele der Mitglieder traten in dieEleusis" über. Wyzisk habe sich wiederholt an Ausflügen nach Krakau beteiligt und steht ferner in Verbindung mit der anderen nationalpolnischen Mähigkeitsvereinigung Philarethen"; er sei aufgefordert worden, monatliche Berichte zu erstatten und die Berichte geheim zu halten. In den Satzungen der Eleusen heitzt es, datz alle Teilnehmer zum Wohle des polnischen Vaterlandes vereint werden sollten.

g Gleiwitz, 21. Novbr. (Priv -Tel.) Im Geheimbünbelei» Prozeß wurden von 25 Angeklagten sechs wegen Vergehens gegen die Paragraphen 128, 129, neun wegen des § 128 und sechs wegen Vereinsübertrelung verurteilt und vier Angeklagte wurden f r e i g e s p r o ch e n. De, Hauptangeklagter W h c t S k erhielt ein Jahr drei Monate, zwei Angeklagte neun, einer sechs, drei vier, sechs drei, zwei einen Monat Gefängnis und sechs geringe Geldstrafen.

ChocolA-Plantagen-GesellBchaft, Hamburg. Nach dem Bericht für 1904/05 wurden nur 8300(1 V. UL ll,25'l)Quin- tales Kaffee geerntet; doch fiel die Qualität besonders schön aus. Der Erlös betrug UL 356.847 (L V. UL 488,480). Die Zuckerplan­tagen lieferten annähernd das nämliche Quantum wie in den Vorjahren; doch waren die Preise ausnahmsweise hoch. Da auch das Viehzuchtgeschäft guten Nutzen abwarf, so konnte auf Chocola ein üeberschuß von UL 48,453 (i V. UL 626) erzielt wer­den. Nach Abzug der Unkosten und Zinsen, Ul 75,< 00 (Ü 100,000) Abschreibungen auf Konto Verwaltung Cbocolä, sowie nur UL 59,547 UL 87,385) auf Gebäude und Maschinen ergibt sich einschließlich Ul 16,037 (UL 7125) Vortrag ein Reingewinn von UL 143,642 (UL 180,717). wovon UL 6380 (.// 8679) der Reserve über­wiesen und, wie schon gemeldet, UL 130.000 (UL 156,000) als Divi­dende von 5 pCt. (6 pCt.) verteilt und Ut 7261 (UL 16,037) vorge­tragen werden. Nach dem Bericht des Verwalters, der im Juli d. J. persönlich in Europa war, seien der jetzige Stand der Elan- tage und die bevorstehende Kaffee- und Zuckerernte äußerst be­friedigend; auch die Arbeiterverhältnisse haben sich durch Heranziehung weiterer Kolonisten gebessert. Bei UL 2.m MilL Grundkapital Ul 0.7« Mill. Obligationenschuld stehen die Kaffee- Pflanzungen mit 1.28 Mill (wie i. V.), die Zuckerrohr-Pflan­zungen mit Ul O.go Mill, (wie i. V.) Gebäude und Maschinen mit UL O.93 Mill. (UL O.95 Mill.) und die Verwaltung in ChocolA mit UL O.42 Mill. (UL O45 Mill.) zu Buch. An Reserve werden Mark 218,450 ausgewieseu.

Medizinische Warenhaus Akt. - Ges.. Berlin. Nach dem Bericht für 1904/05 beträgt der Bruttogewinn Ul 81,696, die Abschreibungen UL 40,546 (gegen Ul 12,537 i. V.), der Rein­gewinn ausschließlich Vortrag und Zinsen Ul 47,239 (gegen Mark 12,537). Als Dividende gelangen 7 pCt auf die Stamm- und Vorzugsaktien (i. V. I1/. und 6 pCt.) zur Verteilung. Mit Rück­sicht auf die im April erfolgende Fertigstellung und Ueber­nahme des neuen Geschäftshauses wurde beschlossen, das Kapi­tel um Ul 100.000 durch Ausgabe von Stammaktien auf Mark 500,000 zu erhöhen und Ul 100.000 5proz. Obligationen auszu­geben. Die neuen Aktien wurden zu 105 pCt. zum Bezüge an­geboten. Die Ausgabe der Obligationen erfolgt zu Pari. In den verflossenen vier Monaten des laufendgn Jahres wurden be­friedigende Umsätze erzielt.

h Wiesbaden, im Novbr. Kürzlich konnte man hier ein Jubiläum feiern: genau vor sechs Jahren, am 14. Novbr. 1899, regte die WieSbcwener Stadtverwaltung bei der hiesigen die Konzessionierung emcr elektrischen _ , n Wiesbaden-Bierstadt an, liefe da­

bei die Wahl zwischen drei verschiedenen Linienführungen innerhalb der Stadt und betonte auch ausdrücklich, datz nach dem Gutachten elektrotechnischer Sachverständiger selbst größere als die hier zu überwindenden Steigungen keine Schwierigkeiten bieten. Die Verhandlungen scheiterten jedoch zunächst an der Forderung Merstadts, daß Wiesbaden die für die Bahn nötige Stratzenreinigung aus der ganzen Strecke übernehmen solle. Dann verstrichen die Jahre. MS man sich allmählich wieder näher kam, erllärte überraschender Weise am 1. März 1905 der I Wiesbadener Magistrat keine der drei früher von der Wies- badener Stadtverwaltung selbst vorgeschlagenen Strecken zur Ausführung für geeignet urw bekundete weiter seinen Eifer für die Sache unterm 14. März ds. Js. durch den Bescheid, die Stadt habe (in mehr als vier Jahren!) eine Konzession von der Regierung noch nicht erhalten! Allerneuestens verschanzt man sich hinter der angeblichen Unrentabilität, bei deren Er- Mittelung wahrscheinlich recht mechanisch zu Werk gegangen worden ist. Jedenfalls wird die Haltung der Stadt in dieser für ihre Gesamtentwicklung wichtigen Frage in weiteren Kreisen sehr abfällig beurteilt. Sogar die Frage wird aufgeworfen, ob gewisse Grundbesitzinteressen, die ohnedies hier manchmal einen ungebührlich starken, für die Allgemeinheit keinesfalls nützlichen Einfluß haben, etwa auch in dieser Verkehrsfrage neben sonstigen Privatinteressen einen Rolle spielen können.

Trier, 21. Novbr. Die Mosel steigt wieder rapid; der Pegel stand ist 3.40 Mir. Die Ufer find bereits überschwemmt.

d Mannheim, 21. Nov. Als gestern in der Schwehingcr Dorstadt einhochbeladenes Lastfuhrwerk, defien Fracht schlecht verwahrt War, fich in Bewegung setzte, fielen sieben mit Glas gefüllte Kisten und zehn Bündel Kübel herab. Drei vorübergehende Kinder im Alter von 5 bis 8 Jahren wurden getroffen und mntzten schwerverletzt dem Bllg. Krankenhause übergeben werde«, wo man Bein- nndRippenbrüche nebst sonstigen Verletzungen seststellte. Die Inhaber einer ambulanten Fabrik gefälschter Legi­tim attou S pap i ere. ter sich als akademilch gebildeter Landwirt Knrt von Haarn ausgebcnde Hausierer Franz K n e l l e r aus Leul hern und ein g'wifier R o tzmaher wurden gestern verhaftet, Kneller in Ludw gshaieu, Roßmetzer in Homburg Man sand bei ihnen eine komplette Ausrüstung von den verschiedenste« Stempeln von Behörde» und Geschäften zur Herstellung sog .Fleppen'.

* Lüttich, 18. Rov Wie uns nachträglich mitgeteilt wird, hat in der Weltausstellung di« in unserer Liste nicht avfgesührte Firma 6. Graue, L Cie. in Aachen in Klaffe 24 (Elektrochemie) das Ehrendiplvm und in Klaffe 22 (Maschinen uud Mechanik) dt- j

Medaille erhaltW, |

C W Hamm, i. W., 14. Novbr. Ueber die Frage, ob die Lieferung schlechten Bieres den Wirt zur Auf­hebung seiner Bezugsverpflichtung berechtigt, hat das Oberlandesgericht Hamm, unter Abänderung eines Ur­teils des LandgeriHs Essen, eine für weite Kreise beachtens­werte Entscheidung getroffen. Durch das aufgehobene Urteil war ein Wirt in Hehler verurteilt worden, an eine Brauerei in Langendreer eine Vertragsstrafe von Mk. 600 zu zahlen, die für den Fall festgesetzt war. Sah er sein Bier von einer anderen Brauerei b^og. Der Wirt hatte von der Brauerei ein Dar­lehen erhalten und sich ihr gegenüber zur Bierentnahme ver- vflichtet, bei Vermeidung der erwähnten Vertragsstrafe. In der Berufungsinstanz führte der Wirt aus, die betreffende Schuldurkunde sei dahin auszulegen, datz der Wirt zum Bezüge deS Bieres auS der Brauerei der Klägerin nur so lange ver­pflichtet sei, als er das erhaltene Darlehen nicht zurückgezahlt habe. Bei einer gegenteiligen Auslegung sei die Verpflichtung, alS gegen die guten Sitten verstoßend, nichtig. Er wendet ferner ein, datz das von der Klägerin gelieferte Bier andauernd schlecht gewesen sei. DaS Oberlandesgericht hat fest­gestellt, datz die Bierlieferungen der Klägerin tatsächlich häufig mangelhaft gewesen find. Die Lieferung schlechten Bieres habe aber den Beklagten berechtigt, den Bierbezug bei der Klägerin einzustellen. Zwar berechtige für gewöhnlich beim suceesflven Lieferungsvertrage die mangelhafte Beschaffenheit einer oder einzelner Lieferungen den Empfänger noch nicht zum Rücktritt vom Vertrage. Allein für den Bierlieferungsvertrag treffe aus besonderen Rücksichten das Gegenteil zu. Das ganze wirtschaftliche Fortkommen des Wirtes, der sich auf Jahre hinaus zum Bierbezuge verpflichtet, hänge von der regel- mätzigen Lieferung guten Bieres ab. DaS Wesen des Bier- lieferungsvertrages lasse erkennen, datz er unter der selbstver­ständlichen sftllschweigenden Bedingung stehe, datz der Bier- brauer fortgesetzt kaufmannsgutes Bier liefere. Die Lieferung fchlechten BiereS berechtige daher den Wirt zur ein­seitigen Aufhebung seiner Bezugsverpflichtung. Im vorliegenden Falle muffe der Beklagte umsomehr für befugt er­achtet »erben, seinen Bezug bei der Klägerin einzustellen, als er die mangelhafte Beschaffenheit des Meres dem Vertreter der Klägerin gegenüber wiederholt gerügt habe.

Bremen $a Nov. (Wv-Z.) Umsatz 309 Pck. Paraguay.

Holz.

R Aua Süddeutachland, 18 Nov. (Ong.-Bencht der Krankt Zig.) Die Geschäftslage am Mainzer und Sohiersteiner Rohholz­markte ist in ruhigere Bahnen eingeienkt. Die Nachfrage der rheinischen und westfälischen Sägeindustrie wurde schwacher, doch blieben die Preise behauptet. Zuletzt wurde der rheinische Knbiktuß Wassermafi frei Köln-Duisburg nut 59 Pfg. bewertet. Der Bobholz- verk hr am Mannheimer Markte hat in der verflossenen Bei ichta« woebe weiter abgenommen, da die Sägewerke des Mittel- and Nieder» rhefns den Hauptbedart für den Winter jetzt eingedeckt haben. Im Vordergrund des Juleiesses stand bisher Meßholz, Kleinholz fand da­gegen wenig Beachtung. Die Zufuhr belief sich aut 6 Flöße mit un­gefähr 2500 Stammen. Die Tendenz war ziemlich test. Einiges wurde nach Krefeld und nach dem Obeirhein verkauft Dabei stellten eich die Preise für das Feslmeter loco Hafen, wie folgt: für Kleinholz auf X 21%. Mittelholz 23%, Meßholz x 25% und Holländerholz X 27%. (Nachdruck vei boten).

K Au» Hessen, £0. Nov. (Orig.-Bermht der Frankfurter Zeitung.) Die seitens der staudesheirlichen oberhessischer, Verwaltungen abge- balfene Submission aut Nutzholz war von Kautliebbabern ziemlich gut besucht. E«chensUtnmbolz war flott gefragt. Erlenroller wurden mit X 8-9 und Li lenst, mm holz mit X 14 16 bewertet. Botbnchen- stämme e. zie len bis zu x28 per Fe-imeter. desgl. Schwellenholz - wilde mit X 11-12. Eichengrobenholz mit X 9-13. Eichenstammholz mit durebo-bniitlicb X 42 und desgl. Schwellenholz mit X 2025 be­zahlt. Birkenstammholz erlöste x 10 50. Piehienstammholz ist dem Vorjahr gegenüber um X2l Oper Festmet er gefallen. Kiefer nachwetlen- holz stellte eich aut .410-12, Kiefeinbanholz bis zux 21 per Festmeten (Nachdruck verboten.)

Metalle and Mineralien.

Blieben, 20 Novbr. Manstelder MB. A Kupfer 1591« per 100 kW ah Baluuuunn HMUU4t naU» KV

An Tuberkulose in Prozente» Gestorbene *) aller Gestorbene»

4528 17 82 <

4633 17.58

4781 18.73

4716 18.16

4593 17.21

4246 16.87

4132 15.82

Durchschnitt der Jahre

187375

187680

1881-85

188690

189195

18961900

190104

Sammt, wirb für einzelne Stunden nach verschiedenen, den Leh- «ra überlassenen Systemen parallelisiert, nach dem Alphabet, nach der Größe, nach Fähigkeiten, nach dem Geschlecht. Der sStadttat schlägt nun dem Großen Stadtrat die Einführung Lines besonderen Zweiklassensvstems für die Elementarstufe (1. i« III.) vor; der Lehrer bekäme zwei Klassen zum Unterricht iten, die aber nur wenige Stunden, Turnen, Gesang, Sitten« Lohre gemeinsam hätten. In den übrigen Fächern wären sie zerstreut zu unterrichten. Dabei müßte aber, um den Lehrer tmcht zu überlasten, die Stundenzahl der Schüler pro Woche «ff das gesetzliche Minimum von 15 für die I., 18 für die II. und 20 für die III. Klasse herabgesetzt werden; jetzt beträgt sie 20, 22 und 24. Dem Uebelstand, daß in Folge dessen die Kin- Ler ärmerer Leute länger als bisher ohne Aufsicht wären, soll dmch eine Vermehrung der Jugendhorte abgeholfcn werden. So n&K ti möglich, einem Lehrer 70 Schüler zu geben und doch de« Twrchschnitt sowohl aus der Elementar- als der Realschul- stufr hrrabzusehen, wobei imme^-noch weniger Lehrstellen nötig wäre»; statt einer Vermehrung von 21 nur 15. Dabei soll jtzas System in Anlehnung an die Erfahrungen, die man in Mannheim mit Dr. Sickinger'sOrganisation aroher SoH#fd)uIfi)tptt nach der natürlichen Leistungsfähigkeit der Kinder" gemacht hat, mit sogenanntenFörder- Lasten" kombiniert werden, in welche alle schwächeren Hchül«, soweit sie nicht als schwachsinnig in Spezial- Waffe« unterzubringen sind, ausgenommen würden. Diese Vorschläge finden bei den Schulaufsichtsbehörden und ter Lehrerschaft starke Oppositi wo^l einen Versuch mit dem <s nem oder zwei Kreisen, um ni es sich nicht bawährt, die gai

.s

Weizen Gerste Mair

328.0 109,3 25,4

805,6 292,8 108,!

849,6 208,o 374,2

1149,2 254.4 272,6

1131,o 302,i 256,9

1243,8 327,8 413,,

a New N»rk, 6. Novbr. In Washingtoner Regierungs- kreifen hat der Artikel des Herrn Georg SvendsenZoll- srf+liAZünrrfMrfi. I Pc r Säbelrasseln" in Nr. 250 derFrankfurter Zeitung" fS Ätt I Beachtung gefunden und dasDepartment of Commerce and Labour" hat eigens eine Zusammenstellung des Handelsverkehrs mit Deutschland und einen Kom- mental dazu veröffentlicht, um die Ausführungen des Prof. D) o l f zu entkräften. Das Department betont, datz von den 214 Mill. Doll. Ausfuhr nach Deuffchland allein 151 anifl. Rohstoffe, die für die deutsche Jndusftie nötig sind, darstellen, während die deutsche Ausfuhr nach oen Vereinigten Staaten größtenteils (76 Mill, von 109 Mill. Dollars) aus Fabrikate besteht. Es mutz jedoch hier darauf hingewiesen werden, datz das Department sich hier einen kleinen Kniff erlaubt, indem es Kupfer und Mi neralöI, die es bei allen sonstigen Statistiken zu den Fabrikaten rechnet, hier unter die Rohmaterialien einreiht. Die Folgerungen, die die Be­hörde aüS dieser Zusammenstellung zieht, enthalten nichts Neues, sie vertreten den einseitigen und nicht gerechtfertigten Siandpunft, daß Deuffchland keinen Zollkrieg mit Ame­rika aushalten könne, Amerika aber umgekehrt sehr gut. Das Journal of Commerce", das vom Handelsdepartement in­spiriert scheint, yeht sogar soweit zu sagen, datz die Vereinigten Staaten ein Wirtschaftsgebiet darstellen, das sich vollständig selbst genügt.Sie bringen alles, was sie nötig haben, selbst hervor und könnten sogar leben, wenn die Welt toll genug wäre, um sie eine Zollmauer von einer Meile Höhe aufzubauen. Welche andere grotze Nation kann das von fich sagen?" Solche törichten Prahlereien bedüffen keiner Widerlegung und ver­nünftige Leute, wie der Tarifsachoerständige Stone in dem­selben Department, sehen ein, daß auch Amerika von einem Zollkrieg Schaden erleiden würde und treten deshalb für einen Vertrag ein. Die ausführenden Behörden in Washington sind im allgemeinen der Reziprozität günstig. Schatzseftetär Shaw hat nicht viel Anhang für seinen Stand­punkt, daß Reziprozität mit Deutschland nicht wünschenswert und auch wirffchaftlich nicht zu rechtfertigen sei, und daß man einen neuen Kampftarif aufstellen müsse, bei dem die Dingley- Sätze das Minimum bilden. Aber der Senat hat sich stets durchaus feindlich gegen die Reziprozität gestellt und er ist durch das Nachgeben Rußlands unb der Schweiz in seiner Meinung bestärft worden, daß die Vereinigten Staaten nur auszuhalten brauchen, um gut behandelt zu werden, ohne felbst Zugeständnisse zu machen. Auf den Einfluß des Senats ist es auch zurückzuführen, daß Staatssekretär Root dem deutschen Boffchafter bei bei Eröffnung der Vorverhandlungen über einen Vertrag sagte, er könne nur einen Vertrag schließen, der auch die Zustimmung des Senates erhalten würde. (Man wird auch in den Vereinigten Staaten wissen, daß die Handels­beziehungen zu Deutschland denn doch etwas anders gelagert sind als jene zu Rußland und selbst zur Schweiz. Red.)

Frankfurter Handelsblatt i

Wiedergabe der mit * bezeichneten Artikel und der PriTut-Depeedhae js auch deren telegraphische oder telephonische Verbreitung ist nur mit : deutlicher QuellenangabeFrkf. Ztg. gestattet

Oesterreichische Waffenfabrika - Gesellschaft^ Wien-Steyr. In der Generalversammlung, zu der 31 Aktionäre mit 17,610 Aktien erschienen waren, gab die Ver­waltung Auskunft über die Aussichten des laufenj den Geschäftsjahres, die noch vor einem Monat bei Veröffentlichung der Abschlußziffern für 1904/05 ungün-i stiger als im Vorjahre beurteilt wurden, ohne freilich den Kurs der Aktien (zur Zeit rund 295 pGt bei 10 pGt Divi­dende) wesentlich zu beeinflussen.

Anfangs 1905 seien die Arbeiten sehr eingeschränkt worden,1 nachdem die bestehenden Lieferungsverträge erledigt waren. Infolge dessen wurden fast bis in die letzte Zeit fortwährend Arbeiterentlassungen vorgenommen. Gerade in den letztenTagen sei eine gewisse Wandlung zum Besseren eingetreten und so­wohl von der heimischen Kriegsverwaltung eine kleine Bestell­ung erfolgt, als auch mit einem auswärtigen Staat (gemeint ist Griechenland) die Verhandlungen so weit gediehen, daß, falls nicht unvorhergesehene Störungen noch im letzten Augenblick eintreten, womit man immerhin rechnen müsse, ein Abschluß zustande kommen werde; dieser Abschluß werde der Gesellschaft für geraume Zeit Beschäftigung sichern und jedenfalls zur Folge haben, daß von weiteren Albeiterentlassungen keine Rede sein kann, daß der Arbeiterstand sich eher allmählich erhöhen werde. Daraus seien keine irgendwie überschwenglichen Et Wartungen abzuleiten, sondern zu erwarten, daß die Störung in den Ar­beiten, die in den letzten Monaten begonnen haben, für einige- Zeit als behoben zu betrachten sei. Die Gesellschaft baue in- Steyr eine elektrische Zentrale, die eine wesentliche Verbillig*) ung der Produktionskosten und Erhöhung der Leistungsfähigkeit erwarten lasse.

Ueber die mit Kr. 3.33 MüL ausgewiesenen Kreditoren­teilte der Vorsitzende mit, dass sie, abgesehen von den Spar­einlagen der Arbeiter, nur Buchungsposten enthielten, die das Unternehmen nicht mit Zinsen belasteten. Zum Vor» sitzenden des Verwaltungsrats wurde Ritter v. Taussig er­nannt.

, -t- Amsterdam, 20. Novbr. Heute früh haben die aus- stäMge» Vetreidewäger und -Messer in Rot­terdam die Arbeit wiüer ausgenommen. Eine «id^lMge Beilegung der Differenzen in diesem eigenartigen Strsik, der so starr die Interessen des westdeutschen Getreidehandels berrchrt, ist aber hiermit noch feines- ® erreicht. Denn vorläufig und scheinbar nur haben die ter im Kampf gegen die Benutzung der Gefteideelevatoren $ett Sieg davongetragen. Es ist wahr, die Elevatoren machen eme grotze Anzahl Arbeiter überflüssig. Aber die Anschaffting dieser Maschinen war nicht zu umgehen. Me Getreidezufuhr im Hafen von Rotterdam ist während der letzten Jahre ganz gewaltig gestiegen. Eine dem mustergültigen Bencht für 1903 des rumänischen Generalkonsuls entnommene Tabelle beweist Lies deutlicher, wie alle Worte.*) Es kamen an (zu 1000 Tonnen) :

und bei anderen Interessenten darauf hinzuwirken, bei Ab­schluß von Kaufverträgen die Elevatoren auszuschließen.

Die Arbeiter haben also scheinbar über die Älaschinen ge­siegt. In Wirklichkeit ist, der Rotlage enffprechend, lediglich ein Waffenstillstand abgeschlossen worden. Etwa 55 Prozent aller in Rotterdam angeführten Cerealien kommen auS der Gegend am Schwarzen Dieere. Eine große Anzahl Ge- tteideschiffe mit Bestimmung nach Rotterdam sind von dort unterwegs. Selbstverständlich ist es unmöglich, für diese Schiffsladungen Frachtverträge aufzusetzen, die die Wägung der Ladung mittels Elevatoren ausschließt. Bis wirklich der­artige Verträge in Anwendung kommen, bürste der Winter vor- I bei und die sechs Monate abgelaufen sein. Andeffeits wird die Wägung des Getreides an Bord des Schiffes durch Arbei- I ter, während die Elevatoren löschen, Mißhelligkeiten herbei- Kn. Die Arbeiter können nicht so schnell messen, wie der ltor wegnimmt. Die Folge wird sein, datz ungewogenes I Getreide auf die Leichterschiffe verladen wird, und der Carga- | dor wird die für Wägung hierdurch entstehenden Mehrkosten dem Getreideimporteur aufrechnen. Kommt es aber infolge­dessen zum Prozeß, so siegen entweder die Cargadore, also die Elevatoren, oder es sind die Jmpotteme, die gewinnen. Im ersteren Falle haben die Arbeiter ohne weiteres verspielt. Denn die Importeure werden die hohen Kosten bei Nichtwägung durch Elevatoren scheuen. Siegen aber die Importeure, dann bleibt der Elevator-Gesellschaft immer noch das Mittel, ihre Kostensätze zu erniedrigen. Vorläufig hält die Elevator-Ge­sellschaft dieselben Tarife aufrecht, wie sie die übngen Gesell- chaflen berechnen, die lediglich imt Arbeitern wägen und

öschen. Hinsichtlich der Kosten bleibt es sich also für den jetzt o gezwungen arbeiterfreundlichen Getreidehändler gleich, ob er durch den Arbeiter löschen und wägen läßt oder dmch die Aiaschine. Mrd aber der Elevator wesentlich billiger, dann wird auch in Rotterdam die Maschine den Arbeiter besiegen, einzelne brotlos machen und die übrigen Winqen, ihre Arbeits- ort zu ändern.

maßt Feit der geistigen Entimcklung der Kinder außer acht lasse. Man fürchtet wohl auch in diesen Kreisen, daß die Stadtver­waltung, wenn sie einem Lehrer zwei Klassen zu 85 Schülern Übergibt, mit der Zeit höher gehen werde, namentlich aus finan- zielle» Rücksichten. Der Kampf um die Neuorganisation der Schuk wird hart werden; die stadttätlichen Vorschläge haben itt allen Patteien Freunde und Gegner, sodaß die Frage keinen parteipolittschen Charafter annehmen wird. Bei der ausgepräg­ten Schulfreundlichkeit unserer Bevölkerung darf man aber zum Mindesten vorausschen, daß den Entscheid nicht die fis- ralischen Erwägungen geben werde», die wie es scheint, im Stadttat einen starken Einfluß ausübten. Nimmt ihm der Große Stadtrat diese Verantwottung ab, so wird er schließlich

Hafer 61,i 190fl 825,3 288,4

<P Pforzheim, 20. Novbr.

Die diesjährige Landesversammlung der Tuberkulose-Aus- schüffe des Landes tagte heute in Gegenwart der Großherzogin im städtischen Saalbau unter dem Vorfitz des Geheimrats Dr. Battlehner. In seiner Begrüßungsansprache gab er der Genugtuung Ausdruck, daß die Teilnahme an den Bestrebungen der Tuberkulose-Bekämpfung in der Bevölkerung immer weitere Kreise ziehe. In 53 von 56 Bezirken bestehen jetzt 73 Tuber- kulose-AuSschüsft, die eine reiche Tätigkeit entfalteten. Medi­zinalrat Dr. R e h m a n n - Pforzheim sprach über die Tu- berkulose im Amtsbezirk Pforzheim. Sie sei dort in unheimlicher Verbreitung vorhanden, was nicht zuletzt auf mangelhafte Wohnung-verhältnisse zurückzuführen sei. Er befürwortet in seinen prophylaktischen Vorschlägen u. a. einen rationellen hygienischen Unterricht in den Volksschulen, der auf die einfachste Weise einzurichten sei. Die Frage der Fürsorge für öffentliche Gesundheitspflege werde erst dann eine befrie­digende Lösung finden, wenn die Bevölkerung in den hygieni­schen Vorschriften von Staat und Gemeinden nicht mehr Akte oer Willkür, sondern Schutzmaßregeln zum Wohle der Ge­samtheit erblicke. Eine notwendige Bekämpfung liege vor allem aber auch in der Verbesserung der sozialen Gesamtlage des Volkes.

Oberregierungsrat Dr. Lange, der Vorstand des statistt- scheu Amts in Karlsruhe, sprach über die Verbreitung der Tuberkulose im Großherzogtum Baden. Die Zahl der Opfer sei zwar noch eine sehr große, doch sei sta- tisttsch festgestellt, daß seit 1900 jährlich durchschnittlich 600 Menschen weniger durch die Krankheit hingerafft wurden als in den letzten 20 Jahren. Die Verhältnisse in Baden zeigt fol-> gender Ueberblick:

Schiffes das Getreide maßen und wogen. Die Elevator-Ge­sellschaft, die beim Löschen das Getreide mittels Elevatoren auch zugleich wägt, vefficherte, daß sie nur geschulte Arbei­ter verwenden könne und daß die Beibehaltung des Messens und Wägens an Bord eine Mehrbelastung von 105 Gulden per Tag für sie bedeute. Die Messer und Wäger von Rotter­dam enlätien darauf den Ausstand, und da die beiden Elevatoren absolut nicht genügten, um alle ankommenden Boote zu löschen, so sammelten sich sofort etwa dreißig Schiffe en, die ungelöscht im Hafen liegen blieben, und von einem Tag zum andern wuchs die Störung. Am lebhaftesten hatten darunter die deutschen Getreideimporteure zu leiden, die weitaus den größten Teil der Cerealien empfingen. Der Winter steht vor der Tür; die Wasserwege drohen einzu- ftieren; der 1. März, jener fatale Termin, an dem die'höheren Zollsätze für Getreide in Kraft treten, nähert sich. Die Mann- neimer Produktenbörse und die rheinisch-westfälischen Börsen befanden sich also in einer Zwangslage, als sie zwölf Vertteter ttach Rotterdam entsandten, um den Stteik unter allen Um­ständen beizulegen. Eine Abmachung, das Getreide bis auf weiteres ungewogen in Empfang zu nehmen, wenn der Betrag der Ladung bis zu einem gewissen Prozentsatz garantiert würde, nützte nichts, zumal die Allgemeine Rheinische Schif- )fervereinigung in Rotterdam die Verantwortlichkeit für un- «ewogene Getreidefrachten ablehnte. Dem Diebstahl wäre Tor und Tür geöffnet worden. Die Arbeiter, die wohl ein- sahen, welchen unfreiwilligen Bundesgenossen sie an den Ge- tteidehändlern hatten, gaben nicht nach. Mehrfache Verhand­lungen scheiterten. Also ' blieb den Getreidehändlern nichts Äbng^ als ihrerseits die Arbeiter gegen die Schiffsmakler und fr« Schiffslöschgesellschaften zu unterstützen. Unb so erklärte sich dann die Mannheimer Produktenbörse nut bem Bermittlungsvorschlage einverstanden, mit dem am letzten T^reitag die nach Rotterdam entsandten zwölf Delegierten die Rotterdamer Getreidemesser und -Wäger zur Wiederaufnahme dtt Arbeit gebracht haben. Der Getreidehandel verpflichtet fft9 danach, auf die Dauer von sechs Monaten, fein durch Ele­vatoren in itoiterdam verwogenes Getreide zu empfangen;

Die Zunahme des Schiffahrtsverkehrs von Rotterdam be­trug i. I. 1903 113,8 Prozent (Antwerpen 98,5; Hamburg 55,1 Prozent)! Bei einer derartig großartigen Steigerung des Handelsverkehrs hatet der Rotterdamer Hafen alle Ursache, seine Installationen aus der zweckentffrechenden Höbe moderner Effordernisse zu halten und taffächllch haben es die Arbeiter begriffen, daß es nutzlos und verkehrt wäre, sich der Auf- skllung von hydraulischen und elekttischen Kranen, Kohlen- honen usw. zu widersetzen, lauter Jnsttumente, die den Arbei­tern den Verdienst schmälerten. Ueberdies zeigte es sich bald, daß der stark gesteigerte Hafenverkehr wieder den größten Teil der frei gewordenen Arbeitskräfte aufbrauchte. Gegen v« Einführung von Getteideelevatoren war also füglich nichts ein- Wwenden. Das Abwägen und Löschen des Getreides mittels Elevators geschieht augenscheinlich rascher als durch Arbeiter. Das Getteide wird in staubfreierem, von Fremdkörpern reine­rem Zustand abgeliefert. Die Getreidehändler hatten also keinen Grund, sich gegen die Elevatoren als solche zu richten, linb sie haben auch offen zugegeben, daß sie keineswegs Gegner der Elevatoren feien. Als aber Rotterdamer Cargadors nach langem Zögern dazu schritten, eine Elevator-Gesell­schaft ins Leben zu rufen, beging diese den Fehler, ledig­lich zwei Elevatoren in Betrieb zu setzen, die bei weitem nicht m Löschung aller ankommenden Getreideboote jnügten. Die Arbeiter, die durch diese zwei Elevatoren verdrängt wurden, verlangten nun Anstellung bei der Elevator-Gesellschaft zu den gleichen Löhnen, die sie genossen, als sie an Bord des