s. JWltt. 5S. Okvkttär 1906.

Iwrites Morsenbtatt der Urankfnrter Stltung.

Telegraphische Depeschen.

f Machdruck, telegraphisch« oder telephonische Verbreitung ist nur mit deutlich« i Lueüenaugabe ,grtf. Zlg.' gcjtatteül

Krivst-Arprschrn der Frankfurter Zeitung.

K Breslau, 24. Febr., 8 N. Der Re^ierungSprL- .'sident wies, nach derVolksmacht", die Beschwerde der 'Breslauer Sozialdemokraten gegen dar ungesetzliche ,Polizeivcrbot der für Montag, den 22. Januar ge- i plant gewesenen Gedenkfeier für die Opfer der ruf- i fischen Revolution auf Grund des § 10, Teil 2, Titel 17 ^des allgemeinen Landrechts zurück, weil die der Allgemein­heit drohende große Gefahr vorlag, in jener Versammlung würden die Schreckenstaten der russischen Revolution mit ihrem Hochverrat, Mord, Staub, Plünderung, Brandstiftung ja. f. w verherrlicht und zur Nachahmung empfohlen werden, wie dies früher schon Redakteur Locbc in einem Artikel der Volksmacht" getan hätte, wegen dessen die rechtskräftige Verurteilung Locbes zu einem Jahr Gefängnis erfolgt sei.

m Hamburg, 24. Febr., 7.45 N. Tie nächste Sitzung der Bürgerschaft ant Mittwoch wird über die Wahl­rechtsvorlage endgültig abzustimmcn haben, da der Antrag auf en bloc-Annahme vorliegt und der Ausschuh­bericht in der alten Form.wieder eingeüracht werden wird.

! J Stuttgart, 24. Febr., 7.25 N. Das hiesige Gewerk. !s,chaftSkart ell hat für dieses Jahr wieder die Abhaltung eines MaiumzugcS beschlossen, nachdem der sozialdemo- i kratische Verein sich dafür ausgesprochen hatte. Im Vor- j jähre war der Umzug, der mit jedem Jahr an Zahl der \ Teilnehmer abgenommen hatte, unterblieben, was besonders bei den radikalen Sozialdemokraten abfällig kritisiert wurde. Auch in diesem Jahr war zunächst in den Kreisen der Ge­werkschaften wenig Aussicht für einen Umzug. Man hat sich nun aber doch, Wohl unter dem Einfluh der sozialdemo-

Irakischen Partei, allseitig und um des lieben Friedens i Willen zur Abhaltung eines Umzuges entschlossen.

j <x. Wien, 24. Febr., 7.10 N. An maßgebender Stelle ermächtigt man mich zu der Erklärung, daß die Behauptung, die Wahlrechtsvorlage enthalte eine versteckte Kurie ; der Slaven und Föderalisten, falsch und nicht geeignet sei, , dar Reformwerk zu fördern. Die Regierung wird es mit ; Freuden begrüßen, wenn auf dem Kompromißwege durch -Schaffung einiger neuer Mandate, sei eS für Wien ober sei eS für Brünn oder andere Orte, die Beschwerden der Deut- scheu gehoben würden. Die Zahl 455 sei keine heilige. Die Vorlage der Regierung sei das Produkt einer äußerst müh. ; seligen, vom Sinne der Gerechtigkeit und der Absicht der Durchführbarkeit geleiteten Aickeit, deren Motive kein ehr- kicher Freund der Reform verdächtigen dürfe. Nun sei eS Sache der Parteien, durch ein Kompromiß die Vorlage ihren Wünschen noch entsprechender zu gestalten.

Trotzdem von serbischer Seite keinerlei Schwierigkei« ten mehr gemacht werden, dürfte eS doch zu einem Provi» s o r i u m kommen, da die Verhandlungen in den nur noch zur Verfügung stehenden vier Tagen schwerlich den neuen Handelsvertrag unter Dach bringen werden.

S Wien, 24. Febr., S dl. Die s e r b i s ch e R e g ie r UN g verbindet mit den Modifikationen deS s e r b i s ch - b u l g a r i. scheu Vertrags den Wunsch nach Aufhebung der Grenzsperren. Die hiesige Regierung will jedoch auf dieses Verlangen nicht eingehen.

, H Salanik, 24. Febr., 6 N. Albert Sounichin, ein Amerikaner, angeblich Korrespondent desNewhork Hcrald", der von Salonik nach Vodcna gereift ist und dort die Um. gebung besucht hat, ist seither verschwunden. Man ver­mutet, daß er entführt worden ist.

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Molff's telegraphisches Correspsndrnr - Bureau,

Amftervam, 24. Febr. Wie den Blättern aus B a t a v i a !gemeldet wird, überfiel eine Anzahl Atchinefen eine niederländische Patrouille in ihrem Biwak. Ein Leutnant fiel, sieben Soldaten wurden verwundet.

Laudon, 24. Febr. Bezüglich der au8 Paris stammenden Nach­richten, daß König Eduard Cherbourg am 28. Februar besuchen und dann nach Paris und Biarritz sich begeben werde, wird amtlich festgestellt, daß darüber bisher noch nichts 'Bestimmtes festgesetzt ist.

Petersburg, 24. Febr. Eine Zirkulardepesche des Ministers des Innern ermächtigt die Gouverneure, bekannlzu- geben, daß mit den Wahlen der Delegierten zu den Wahlen für die D u m a am 5. März begonnen werden kann, da­mit dieselben etwa am 23. März, wenn möglich, beendet sind.

s k» Berlin, 24. Febr., 10.40 N. Arthur Schnitzlers .SchauspielDer Ruf des Lebens" fand nach dem ersten Akt lebhaften Beifall, begegnete nachher aber auch nicht minder starkem Widerspruch. Ein junger Mädchen steht im Mittelpunkt der Geschehnisse, die ihrem alten, quälerischen Baier den Schlaftrunk so kräftig mischt, daß eS für ihn kein ^Aufwachen mehr gibt. Sie tut es, um eine Rächt dem Mann 'Ufrer Liebe anzugehören. Der aber, ein junger Offizier, geht am anderen Morgen aus ihren Armen in den Tod, weil fein Leben an eine andere um seinetwillen von ihrem ©as­ten getötete Frau verschuldet ist. Trotzdem ergeht nachher 'der Ruf des sich immer verjüngenden Lebens wieder an dies 'Mädchen, das so Schweres verschuldet und ertragen hat. Schnitzlers neues Drama ist diesmal reich an äußeren Gescheh­nissen und gewaltsamen Vorgängen, aber die Handlung ist nicht klar genug herausgearbeitet; sie scheint allzu kompli­ziert, ist auch reichlich mit Jdeenlast befrachtet. Die Auf. führung mit Frl. Triesch in der Hauptrolle bot Gutes, itear aber auch' von argen Mißgriffen nicht frei.

A Rom, 24. Febr., 9.10 N. Ueber eine Automobil» affärc Vanderbilts in P ont ed e re bei Florenz fönt. ,m«n Einzelheiten, die ihn in unschönem Lichte zeigen. Er über, .fuhr ein Kind und bedrohte die herbeiströmende Menge mit ; einem Revolver, worauf ihm die Waffe aus der Hand gerissen ' und er selbst durchgeprügelt wurde. Vanderbili wurde nur mit !Mühe von Carabinieri gerettet. Nach der Tribuna handelt es sich nicht um Banderbilt, sondern um einen Bruder des be­kannten Rockefeller.

New-Uork, 24. Febr. Die Kcnhon-Militär-Aka- 'bemie in Gambier (Ohio) ist durch Feuer völlig zer­rst ö r t worden; drei Kadetten werden vermißt, acht sind verletzt, chrei von ihnen schwer.

Draht-Meldungen des Handelsteils.

r Berlin, 24. Febr. 9 N. Im heutigen Prolonga­tionsgeschäft bedangen (alles in Prozent: Bep ort: Disconto-Commandit 0,30, Deutsche Bank 0,375, Dresdner Bank 0,2375, Handels-Anteile 0,25, Commerz- und Disconto-Bank 0,10, Darmstädter Bank 0,20, NationaToank 0,075, Schaaffhausen 0,2375, Oesterr. Credit 0,375, Franzosen 0,175, Gotthard 0,35. Deport: Lombarden 0,2375, 4proz. Italiener-, 4proz. ungar. Kronen-Rente, 1880er russische Anleihe, 4proz. russische Kon­sole 0,075, russische Anleihe von 1902 0,20, 4proa. russische Rente 0,05. Alles mit Kurtage.

Zum Börsenhandel sind zugelassen: Shanghai-Taels 2,500,000 neue Aktien der Deutsch - Asiatischen Bank in Shanghai, Umrechnungskurs dl 2,50 für 1 Shanghai-Tael, lieferbar gleich den alten Stücken.

Die Obligationen der Berlin - Buchenwälder Wollwarenfabrik Akt. - Ges. vorn. Wilhelm Müller in Berlin sollen am 26. d. M. an der hiesigen Börse zum erstenmale zur Notiz gelangen.

Die Akt. - Ges. vor m. Frisier u. Rohmann in Berlin schlägt 10 pCt. (wie i. V.) Dividende vor.

Die Arnstadter Bank, vorm. Kuelmer, Czar- nikow u. Co. in Arnstadt schlägt aus JH 71,677 (i. V. M 51,298) Reingewinn 17 pCt. (12 pCt.) Dividende vor.

Von den dl 2 Millionen Aktien der Neuen Oberlau­sitzer Glashüttenwerke Schweig u. Co. werden nunmehr dl 1 Million am 1. März zu 190 pCt. zur Zeichnung aufgelegt. Dafür, daß die Zulassung erfolgt, übernimmt die Berliner Handels-Gesellschaft keine Gewähr.

Die C. Müller Gummi waren - Fabrik in Ber­lin schlägt 9 pCt. (wie i. V.) Dividende bei gleichen Abschrei­bungen vor.

Das Rheinisch - Westfälische Elektrizi­tätswerk in Essen beabsichtigt, durch den bereits gemel­deten Erwerb eines erheblichen Teiles der Aktien der B o- c h u m - Gelsenkirchener Straßenbahn Akt.- G e s. sich einen maßgebenden Einfluß für die Stromlieferung auch im Bochum-Gelsenkirchener Bezirk zu sichern. In den Verhältnissen der Bochum-Gelsenkirchener Straßenbahn tritt, wie mitgeteilt wird, hierdurch eine Veränderung nicht ein, ins­besondere auch nicht in den Verhältnissen der Gesellschaft zu der Siemens u. Halske Akt.-Ges. als Betriebspächterin des Un­ternehmens.

Die am Mittwoch hier in Berlin geführten Verhandlungen auf Verlängerung des Walzdrahtverbands über den 31. März hinaus haben nach derB. B.-Ztg. ein posi­tives Ergebnis nicht gehabt. Man hat die weiteren Verhand­lungen auf Anfang März vertagt; dann soll eine neue Ver­sammlung stattfinden, zu der sämtliche in Betracht kommen­den Werke eingeladen werden.

Eine auf 20. März berufene Generalversammlung der Ber­gischen Kleinbahnen Akt. - Ges. in Elberfeld soll den Beschluß der Generalversammlung vom 2.,Juli 1901 betreffend Erhöhung des Aktienkapitals um dl 2 Millionen auf­heben und über Aufnahme einer zur ersten Stelle grund­bücherlich sicherzustellenden 4 p r o z. Obligationen- Anleihe in Höhe bis zu di 5 Millionen beschließen.

Auf den 17. März ist eine Generalversammlung der Säch­sisch - Thüringischen Portland - Zem en t- FabrikPrüssingu. Co. Komm. - Ges. auf Aktien in Göschwitz berufen, welche über Einführung der 4J4proz. Obligationen-Anleihe an der Börse befinden soll.

Im Januar wurden vereinnahmt an Effektenstempel ,< 1.800,820 (i. V. 3.490,030) und in der Zeit vom 1. April 1905 bis Ende Januar d. J. dl 26,258,080 (4- dl 8,161,283). An U m- satzstempel betrugen die Einnahmen dl 3,581,238 (Mark 2,042,363) bezw. dl 17,683,304 (4- dl 3,868,744).

Die B i e r q u e 11 en Akt. - Ges. A sohin g er in Berlin wird nach demB. T." 8 pCt. (i. V. 5 pCt.) Dividende vorschlagen.

Eine auf den 22. März berufene Generalversammlung der Aktienbrauerei Simmerberg soll über Ankauf der Brauerei Ottobeuren, Eigentümer Herr Florian Geiger, und Er­höhung des Aktienkapitals auf dl 1 Million durch Begebung von dl 350,000 neuen Aktien beschließen.

Am 26. März wird in Saalfeld (Saale) eine von der Reichsbankstelle in Gera (Reuß) abhängige Reichsbank­nebenstelle eröffnet.

d Dresden, 24. Februar. 7.40 N. Die Vereinigten Fabriken photographischer P apiere in D r e ad en schließen in 1905 mit einem Reingewinn von «dl 855.275 (i. V dH 372,253) ab. Der Aufs'chtsrat schlägt eine Dividende von 10 pCt. (i. V. 12 pCt) aut die Aktien und d< 35 (i V. JL 40) pro Stück auf die Genußscheine vor bei dl 27,393 (dl 20,892) Vortrag. .

Der Aufsichtsrat der Dresdner Albumin -Papier- Fabrik Akt -Ges. schlägt aus dem Reingewinn von Mark 152,437 (.dl 176899) eine Dividende von wieder 8 pCt. und je dt'82 Vdt 40) nut die Genußscheine vor.

1 Bonn, 24. Febr, 7.20 N. Der Aufsichtsrat der West­deutschen Jute - Spinnerei und Weberei in Beuel beschloß für 1905 6 pCt (4 pCt) Dividende vorzu- schlapen.

k Bremen. 24 Februar, 8.10 N. , Der Aufsichtsrat der Deutschen Dampf schiff- Akt i.eri-Gesellschaft Hansa in Bremen schlägt 9 pCt. (wie ü V.) Dividende vor und beantragt eine Kapitalserhöhung um <dL 5 Millionen huf dl 25 Millionen zur Vergrößerung des Schiffsparks.

Die Generalversammlung der Bremer Li n ole um werke Delmenhorst genehmigte die Kapitalserhöhung von Jl 2 Millionen auf «dl 3 Millionen. Die neuen Aktien werden von den Bankhäusern 8. Bleichröder in Berlin und E. C. Wey­hausen in Bremen zu '145 pCt. übernommen."

m Hamburg, 24. Febr.. 7,45 N. . Die Norddeutsche Jute-Spinnerei und Weberei in Hamburg schlägt für 1905 eine Dividende von 8 pCt (6 pCt.) auf die Vorrechts­aktien und 5 pCt. (2 pCt.) auf die Stammaktien vor, dl 263,685 werden für Abschreibungen und Dotierungen verwandt (i. V. dl 230,726 für Abschreibungen) und dl 100,000 einem zu bilden­den Dispositionsfonds überwiesen.

o München, 21. Febr., 8.20 N. Der,Abschluß der Bayerischen Vereinsbank für 1905 ergibt einen Bruttogewinn von dl 5,136,879 (i. V. dl 5.066,546). ,Nach Abzug der um dl 168.190 gegen das Vorjahr vermehrten Handlungs­unkosten bleibt ein Reingewinn von 4,131,689 (dl 4,213.781), aus dem wieder 9 pCt, Dividende zur Verteilung gebracht wer­den sollen.

a Nürnberg, 24. Febr., 6.35 N. Die Generalversammlung der Bayerischen Celluloidwaren fabrikvo r m. Albert Wacker in Nürnberg genehmigte die Anträge der Verwaltung, insbesondere die Verteilung einer Dividende von 12 pCt. (i. V. 10 pCL) sowie die Erhöhung des Aktienkapitals von .dl 750,000 auf dl 1 Million. Die neuen Aktien werden von der Bankfirma Gebr Klopfer in München zu 140 pCt. plus Stückzinsen mit der Verpflichtung übernommen, hiervon .dl 150.000 den Aktionären im "Verhältnis von einer neuen auf fünf alte Aktien zu 144 pCt anzubieten und dasgesamto Aktienkapital an der Frankfurter und an der Berliner Börse zur Einführung zu bringen. Es wurde mitgeteilt, daß der Umsatz der Fabrik im neuen Jahre gegen die gleiche Vorjahrszeit eine Zunahme aufzuweisen habe.

t Neustadt a. H., 24. Febr. 7.15 N. Wayß u. Frey­tag Akt. - Ges. in Neustadt a. H. sind demPfalz. Kurier zufolge umfangreiche Betonarbeiten und Wehrbauten für die neue Wasserkraftanlage der Stadt München übertragen worden, die sich auf rund 1% Millionen beziffern. Weiter sind

?Frieden seines Hauses nicht stören. Darauf antwortete Ni­kolski:

;Wie kommst du darauf? Vergiß nicht, daß ich japanischer 'Gouverneur bin, aber nicht Stadthauptmann von 'Odessa!"

Dieses auf die Amtsführung des berüchtigten Neid- Hard gemünzte Extempore fand beim Publikum einigen Beifall. Kurz nod) dem Abgang Nikolskis kam der dienst- : tuende Polizeiwachtmeister zu dem Frevler auf ble Bühne und sagte zu ihm im strengen Amtstöne:

Ter Herr Kommisiär läßt Sie ersuchen, Ihre Bemcrkun- Igen über Gouverneure und Stadthauptleute fortzulassen!" Nichtsdestoweniger gestattete sich der beliebte Schauspieler, eine neue Anspielung, die er dem braven Wun-Tschi gegen­über äußerte:Ich habe mir," sagte er,für dich eine Strafe auLgedacht. Ich mache dich zum Redakteur der ;Mitrailleuse" (ein Witzblatt, dessen Herausgeber Schebu- 'jeto mit einem Jahr Gefängnis bestraft wurde), dein Eigen­tum aber laste id) öffentlich versteigern."

Diesmal kam der gestrenge Herr Polizeikommis, sär in höchsteigener Person auf die Bühne:

Sie erdreisten sich, alle möglichen Bemerkungen über die Gouverneure und die Polizei zu machen. Unterlassen Sie das, sonst wird man Sie zur Verantwortung ziehen. Uebrigens ist das nach meiner Meinung nicht sehr g e i st. r e i.ch!"

Mit einem ironischen Blick antwortete Nikolski:Die Schärfe des Geistes wird nicht von jedem mit gleichem Maße gemessen."

Dieser Stick erboste den Herrn Kommistär und mit un- heildrohendcr Miene notierte er sich Namen, Heimat und Adresse dessen, der cS gewagt hatte, an der Schärfe seiner Urteilskraft zu zweifeln. Der Zwischenfall hatte sich unter, besten im Publikum verbreitet, das den lustigen Gouver­neur bei seinem Wiedcrauftreten mit demonstrativem Applaus begrüßte. Nikolski verbeugte sich dankend und sagte:

Ter Herr Polizeikommistär hat mir erklärt, er werde bei der geringsten Herabsetzung eines Würdenträgers nicht nur mich bestrafen lassen, sondern auch die Vorstellung ab- brechen lasten. Nur um nicht der Direktion Ungelegenheiten zu bereifen, sehe id) mich daher gezwungen, mein Couplet fortzulassen und weder von Herrn Durnowo, noch von dem Goldschatz der Staatsbank, noch von Herrn Dubassow zu fingen. . Id) habe dem Herrn Kommistär zwar vorgeschlagen, ihm in Zukunft meine Couplets zur Zensur vorzulegen (tosendes Gelächter im Publikum), be- vor ich sie singe, aber er hat dieses Anerbieten abgelehnt."

Nach der Vorstellung nahm der beleidigte Beamte ein .sorgfältiger Protokoll auf.

x sBewahrt das Feuer und das Licht !"J In einer süddeutschen UniversitStsstadt war, wie man uns von dort berichtet, eine Anzahl Studenten beim akademischen Senat um die erforderliche Gutheißung eines neugegründeten AereinS für Philosophie etngekommen, der zunächst für akademische Bürger gedacht ist, aber sein Licht and) sür sonstige Sterbliche außerhalb des UnlversilätS- bannes leuchten läßt und seitdem and) bereits einen sehr stark besuch­ten Vortragsabend abgehallen hat. Die Gründung war nicht nach dem Geschmack der an der Hochschule mächtigen theologischen Fakultät wohlgemerkt protestantischer Färbung. Ein Verein, der auch in Bürgcrkreisen Wurzel schlagen möchte, erschien an sich schon etwas verdächtig, und erst ein Verein, der nicht Bier trinken und Tarock spiele», sondern sich) mit philosophischen Gedanken beschäftigen wollte!

»Denken Sie nur", sagte eine Stütze der theologischen Wissenschaft voll schwerer Bedenken zu einem Kollegen der philosophischen Fakultät, wenndirjungenLeute nun gar Nietzsche zu lesen anfingen!'

Das sollen sie ja!' erwiderte der andere kurz.

(Kleine Mitteilungen^ Aus M a i n z, 23. ds., wird uns berichtet: Heute besuchte das Komitee des Karneval - Ver­eins das S t a d t t hc a t e r, das in einn ä r r i s ch e s H o f- theater" umgewandelt worden war. Präsident D a u b ver­kündete aus der Frcmdenloge, daß Prinz Karneval dieses Jahr nicht persönlich erscheinen könne, da er in Worms festgehalten worden sei, um dort der Synode einen Vortrag über Sittlich­keit, Moral und rheinischen Karneval zu halten. Dieauf aller- gnädigsten Befehl seiner närrischen Hoheit des Prinzen Kar­neval LXVIII." gegebene preisgekrönte PosteMainzer Blut" von K. Schlemmer, die schon von einigen Jahren die Diihnenprobc bestanden hat, wurde von Narhallesen- Schauspiclern nickst ohne Geschick dargestellt. In den Zwischen, alten wurden die von Elz, Korn und Binder verfaßten Chor, lieber gesungen. Aus Paris wird uns geschrieben: Ein englischer Bibliophile, J!)afe8 Thompson, hat der Bibliotheque Nationale ein kostbares Geschenk gemacht, nämlich ben 2. Band der französischen Uebersetzung von Fla­vins JosephusAntiquitatum iudaicarum libri XX." Bisher befaß die Bibliothek nur den 1. Band. Thompson fand den zweiten vor einigen Jahren bei einem Londoner Anti­quar. Leider fehlten in dem kostbaren Band etwa 12 Sei- ten. Es stellte sich heraus, daß die kehlenden Blätter mit Miniaturen sich im Schloß von Windsor befanden. König Eduard erklärte sich bereit, sie herzugeben, um den Band wieder vollständig zu machen. Der Band hatte früher dem Herzog von Berry, Bruder Karls V., gehört. In Rouen wurde, wie uns gemeldet wird, eine von BuSnach verfaßte Bühnenbearbeitung von Flauberts Roman Madame Bovary" aufgeführt. In Paris starb/ wie man uns mitteilt, der Historienmaler Adrien Moreau im Alter von 62 Jahren.

der Gesellschaft die umfangreichen Silobauten der Societa Anonima Silos Granari in Genua im Gesamtbetrag V<m etwa dl 1 Million übertragen worden.

x Wien. 24. Febr., 6.55 N. Die Schodnica Akt- Ges. für Petroleum-Industrie in Wien erzielte in 1905 nach Kr. 1,687,005 (Kr. 1,578.420) Abschreibungen einen Reingewinn von Er. 694,899 (Kr 678,941) und verteilt daraus, wie mitgeteilt, eine Dividende von 6 pCt. (wie i. V.).

Die Pottendorter Baumwoll-Spinnerei und Zwirnerei in Wien weist für 1905 einen Reingewinn von Kr. 452,130 (Kr. 322,958) aus. Davon ei halten die Reserven Kr. 46,725 (Kr. 5145). der Unterstützungslönde Kr. 25.000 (0), die Aktionäre Kr. 228,000 (Kr. 192.000) als 7 pCL (6 pCt) Dividende auf die Vorzugs- und 6 pCt. (5 pCt.) auf die Stammaktien und die Verwaltung Kr. 55,905 (Kr. 20,932) Tantieme, wonach Kr. 96.500 (Kr. 104.881) Vortrag bleiben.

b Wien, 24. Febr. 10.20 N. In Wien trafen nach der N. Fr. Fr. Anfragen amerikanischer und deut­scher Eisenproduzenten ein, obFerromanganin Oester­reich verfügbar sei.

Der Verein Wiener Kohlen großhändler strebt nach dem gleichen Blatt gemeinsam mit den oberschlesi­schen Kohlengruben die Festsetzung einheitlicher Verkaufsbedingungen an.

A Rom, 24 Febr., 850 N. Die Generalversammlung des Istituto Italiano di Credite Fondiario in Rom beschloß, von dem Reingewinn von Le 2,057,760 (i. V. Le2,057.001) an die Aktionäre wieder Lire 1,920,000 gleicn 4>z pCk (wie L V.) als Dividende zu verteilen

K Amsterdam, 24. Febr., 6,5 N. Die Inkasso bank in Amsterdam gibt am 2. März fl. 1 Million junge Aktien zu 123 pCt. aus. Den Aktionären steht ein Vorzugsrecht zu.

An der heutigen Börse notierte Vista London 12147/g. Geld war flüssig. Pnvatdisoont 2°/i« pCt.

u Bukarest, 24. Febr. 8.30 N. Zufolge Berichtes des Staatskommissärs über beim Credit Rural vorgekommene statutarische Unregelmäßigkeiten belegte heute die Staatsanwaltschaft die Bücher des Instituts mit Beschlag. Die Bonität des Institutes soll dadurch nicht berührt sein.

Loudon, 24. Februar. An der heutigen Börse notierte Griechische Anleihe von 1881 52 Vs, da von 1889 42.

o New York, 24. Febr.. 4 N. (Durch Kabel.) Die Börse war weiterhin nicht einheitlich mit anziehender Tendenz.

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New York. 24. Februar. 5 Uhr Nachmittags. (Durch KabeL) Produktenmärkte. In New York und Chicago war Weizen auf die Ankündigung kalter Witterung fest eröff­nend, dann auf Realisationen infolge bedeutender Ankünfte nachgebend. Mais höher auf ungünstige Witterung und be­deutendes Exportgeschäft. Kaffee nach schwächerem Beginn auf spekulative Käufe befestigt. Baumwolle anfangs nied­riger auf Liquidationen, später erholt auf Interventionskäufe, schließlich rückläufig infolge Baissedrucks.

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-18.50

36.25

18.80 28.- 27. 17.87 18.50 36.25

r.A 6.65 6.75 6.90 6.95

-36.50 -36.50

Setreidelrachlen Liverpool

Bremen Hamburg

Schmal«

Western steara

Bote a. Broth.

Wilcox Terpentinlewyork 6o. Savannen ..

Baumwolle:

Ank. L Atlant-Häfen Ank. L Oolf-Häfen .. Ank. im Innern .... Anst nach England Anst o. d. Contlneni middl. loco .....

Februar Mirs ............

7.35 7.40

7.50 7.55 2 7/8

Anguss September Oktober., lorember

1 3/a 2 »ft

Kaffee Augast .. Kaffee September Kaffee Oktober , Kaffee Kerember Kaffee December Kaffee Januar , Zucker Musooe.

Baumwolle

8. 8.10 8.10

72 69

8.- 8.10 8.10 72 69

1 JA 2 3/4

37 45

Petroleum Bet

in Cases ..... do. Stand. lewy.. do. Tanks do. Cred. Balano.

Talg prima City...,

Juni Juli

Eisen Ho. 1 ... Stahl-Schienen.. Bessemer Stahl. Kupfer.......

Bob-Kinn .....

10.30 7.60

4.70 1.58

5/♦

6.65 6.75

6.85 6.95 7.05

Kaffee-ffo.7 loco . Kaffee Februar ... Kaffee Mirs Kaffee April Kaffee Mai.......

Chicago, 24. Februar. 5 ühr Nachmittage. (Durch KabeL) Produktenmärkte. Schlußnotierungen:

Schwelae-Zutubren im Westei 49.000 Sttlek Schweine-Zufuhren in Chicago 15.000 Stück.

Weisen Februar ....

Waisen Mai........

Weisen Juli ...... ..

Weizen September ..

23.

821/4

81 3/8

80 7/g

24.

821/4

Leinsaat Mal .... Schmale Februar ., Schmale Mal...... Schmale Jnll ..,.

40

40 1/4

43 1/2

Park Februar

Mats Mai..........

43-

Pork Hai........

Mais Juli..........

43 5/8

43 7/,

Pork Juli........

Mais September ....

441/e

44 1/2

Baier Juli..........

30 1/8

29 3/e

30 3/8

29 3/4

Hippen Februar ..

Bippen Hai ......

Bippen Juli......

Roggen Februar .«..

ew

wee

Speck ..........

Koggen Mal ........

651/2

651/2

Leinsaat lene nordw.

113 1/2

1131/2

Schweine, leichte.. Schweine, schwere

23. 11*1/2

7.77

7.85

15.62

15.20

8.22

8.25

8.45

8.50

6.11

6.10

24. 114V1

7.75

7.77

AIS 8.17

8.45

8.50

Kew Orleans,24. Februar. Schlußkurse. Baumwolle loko 109/lä, per Februar 10.37, per April 10.47.

H. Bombay, 24. Februar. (Per Kabel.) Manchenter- Waaren. 6pfd. Shirtings per Stück Rap. Ad, 8*/apfd. Shirtingo per Stück Rup As. Mule Twist 40er per Morah A. Baumwolle ruhig, stetig. New Good Dhollerah. Verschiffungen 42.000 B. Wechsel-Kurs auf London 2 ML Bankwechsel 1 sh. 2"/z» d. Fracht für Baumwolle nach Liverpool.

»-----

Berliner Liquidations-Kurse.

Jan.

Febr.

3% Reichsanleihe-

89.

69.10

8% Preuss. Consols-

89.

89.10

Oesterr. Credit ......

212.-

211.25

Lombarden..........

24.

24.50

Franzosen ..........

142.50

144.-

Handelsgesellseh.

173.75

174.25

Darmstadter Bk.

148.50

149.50

Deutsche Bank......

241 -

242.25

Diseontogesellsch. Dresdner Bank......

189.50

190.

166.50

165.50

Nationalbank........

130.75

133.75

Russische Bank

132.-

136.

Lübeck-Büohen-

190.50

189.

Bustihtehrader

285.50

284.75

Canada Pacific......

174.75

174.25

Gotthardbahn

198.75

197.75

Italien. Meridionab-

149.

151.

..dO'-Mittolmeer >

89.

89.50

Oeet Nordweetb.----

107.50

106.75

do.-Elbthal ....

113.-

112.50

Prince Henri-.......

132.50

134.-

Warschau-Wien

128.-

126.50

6% Buenos Aires- -

102.75

103.

5% IKlfier Chinesen

102.75

101.75

50

213.75 214.

84. 78.50 74.50 70.- 92.25

161.

83. 84. 80. 74.75

69. 93.75

145.50

96.- 95.50

165.75

128.

179.50

146.- 96.75 96.25

165.50

127.-

177.25

I Jan. Febr.

106.25 106.50

Italiener .....

Oesterr. ISOüerLose Buss. 4% Consols

do 1880er Anleihe

-do--4% Bente

do--3>4% Gold-- do--3% Gold Spanier Türken -dO-'-'D ........

dO"-'Lose.......

Ungar. 4% Gold

-do-43s, Kron.-B. Hamb. Paeketfahrt, Nordi Lloyd Dynamit Trust Buss. Noton

Heutiger amtlicher Dnrch- schnittskurs für deutsche Fonds und Eisenbahn-Aktien.

AmtL Durchschnittskurs vom 24. d. Mts. für Oesterreich. Noten, Wechsel pr. Wien u. Petersburg.

3t>roz. Sächsische Rente 88., Anrtoller (60tC) 130.50, 1898er 4Mnroz. Chinesen 96.50, Buss. 1902er Anleih« 83.50, Gr. Berliner Strassenbahn 196.. Hamburger Strassenbahn 190.. Sohaafflianaener Bankverein 165., Sproz. Portugiesen 69.75 Wiener Bankverein 144.. Sproz. Areen Eisenb.-Anieihe 101. Baltimore & Ohio 114.. umflz. Türken 93.. Hansa Dampfaehift 141.25. Commerz- und Disconto- bank 125. , Oesterr. .Länderbank 113.75, Pennsylvania 131.25, 4%proz. Japaner 94..

wasaerstandsnachriciiten vom 24. Februar.

rrtnt-Telagnoac der Jntü. Zig. Wäribarg. mrgns. Maln 1430.09m Lehr, morgens Main l.+0.07m Asebaffenbarg. ihres. Main 1.75-H).15m Banas, mittags Main 1.74-HL07m Frankfurt, mittags Maln 2.13-f-O.Olm Kostbeim. mittags Main t).240.02m Hünlngsn. mrgns. Rhein 1.060.02m Stralbarg. mittags Rhein L51»02m

HachArnot ob« Q«Utoaa»ib« rortrtoa.

Laoterbnrg, mittgs. Rhein ,W0.03m Kobleni. morgens Rhein 2260.02m Köln, morgens Rhein 2A04-04X)m Dasseldorf, mrgns. Rhein 2J4+0.04m Bnbrart. mrgns. Rhein 1 jl3-f-0.08m Heilbronn, mrgns. Neckar 0.980.09m Trier, morgens Mosel 1.320.12m

25. x-druar 190®. Mr. 55

Frankfurter Handelsbla

* Berliner Börse,

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Industriepapiere konnten fast ohne Ausnahme B Kurse gut behaupten. Die heutige Freitagsbörse war 6 EröSnung eher fest, weil aus London etwas bessere Min# Kurse eintrafen und mehrfach Deckungskäufe vorgenomnaf wurden. Später trat eine Ermattung für Eisenwerte ein, d sich bald über den gesamten Markt ausbreitete. DerIrW monger" bringt wieder einen recht pessimistischen Beriet und schließlich- waren auch noch über Algeciras recht wüi Gerüchte in Umlauf. Dabei muß aber ausdrücklich hervo

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Wiedergabe der mit * bezeichneten Artikel und der Privat-Depee» auch deren telegraphische oder telephonische Verbreitung ist nur a deutlicher QuellenangabeErks. Ztg.* gestattet.

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die hiesige Spekulation o_ o_ . Russische Valuta still und eher nach unten neigend. G< bleibt aus der Liquidation übrig. Diskonten notierten;, bis 3% pCt. Tägliches Geld 3Yi bis 3 pCt. und darrst Ultimogeld i'A bis 4 pCL und darunter. Die Seehandl hat reichliche Summen zu verschiedenen März-Terminen

gehoben werden, daß die Umsätze auf keinem Gebiet ei größere Ausdehnung erreichten. Fremde DeviM weiter recht fest. London schließlich eine Kleinigkeit ahg schwächt. New York höher, weil viel Geld nach dort weg der höheren Zinssätze abgegeben wurde. Madrid sehr W hat ansehnliche Beträge geka#

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* Berliner Handelsgesellschaft, Berlin. Hel die Abschluß!iSern des Instituts für 1905, die wir bereit® L Morgenblatt erörterten, deutlich den Stempel der gfifll gen allgemeinen Konjunktur' des letzten Jahres getragen^ kommt deren Wirkung in den B i 1 a n z-Z Usern noch tz» tanter zum Ausdruck. Das ist durchaus natürlich bei eM Institut, das von jeher die Pflege und den Ausbau indusS ler Beziehungen sich zur besonderen Aufgabe gemacht M So mußten bei ihm die Kredit-Ansprüche der Industries durch reichliche Beschäftigung und speziell durch die=l fige Anspannung im Ein- und Verkauf vor

neuen Handelsverträge stark angewachsen waren, besass

Konsolidation und Nordstern wurden bevorzugt auf ( rächte, daß man doch vielleicht mit der Möglichkeit der A< gäbe von neuen Aktien wird rechnen können. Der Ha , Jahresabschluß der Dortmunder Union hat nicht ganz ig iriedigt. Das Kuxen geschält nahm bei wiederho schwankenden Kursen einen ziemlich lebhaften Verlas

Berlin, 23. Februe

Die Börse hat gegenwärtig ein eigenartiges Ausseh Tag für Tag bespricht man die Algeciras-Konferenz, itfg wieder kommen Nachrichten, die sowohl die Hausse^Ry als auch die Kontremine für sich ausbeuten könnten. A beide Parteien erzielen dabei keinen besonderen Nutzem die Kurse weder nach oben wie nach unten größere V derungen aufweisen. Die Börse bleibt zurückhaltend,. ' aber keineswegs matt; im Gegenteil sind diejenigen in Ueberzahl, welche sich für eine steigende Bewegung j ' essieren würden. Hierzu gehören aber immer wieder ni Käufer; denn die bloßen Deckungskäufe genügen nicht, 1 der Börse ein lebhafteres Gepräge zu geben. Es fehlen nun schon seit Wochen diese neuen Käufer, die bisher das an den Markt kommende Material skrupellos aufgensi men haben. Das Publikum ist infolge desKriegsgeschr ängstlich geworden und betätigt dies dadurch, daß es ] Kaufordres zurückhält; es nimmt aber auch, wie besou hervorgehoben zu werden verdient, keine Verkäufe Mancherseits hofft man, daß, wenn schließlich die M rokkofrage in günstigem Sinn erledigt sein wieder eine steigende Bewegung einsetzen werde. Jedo< vergißt man dabei, daß, selbst wenn die Politik ruhig bl vermutlich die traurigen Zustände auf dem Lon Minenmarkte recht wohl für längere Zeit gegen < Haussebewegung intervenieren werden. An dieser Stelle immer wieder hervorgehoben worden, welch bedeute Interesse sowohl in den Kreisen der Finanz, wie auch Privatpublikum für Minenwerte besteht, und man wird halb nicht erstaunt darüber sein, daß aus dem neu Rückgänge dieser Papiere auch dem hiesigen Markte q außerordentliche Verluste erwachsen sind. Es ist sehr lei möglich, daß sich diese Verluste bereits bei einigen Banti Schlüssen zeigen werden, und die allzu hoch gespannten Wartungen hinsichtlich der Höhe der Dividende vielte! doch nicht bei alten Banken in Erfüllung gehen. Es < ferner nicht außer Acht gelassen werden, daß mit dem kiafttreten der Handelsverträge das gegenwärtig gemein lebhafte Getriebe in Industrie und Handel wes lieh geringer werden dürfte und man später wohl nicht von einer so enormen Beschäftigung hören wird, wie dies s letzter Zeit der Fall gewesen ist. Bin getreues Spiegel dieser gewaltigen Kraitanstrengungen, welche noch bis Beginn der Handelsverträge gemacht worden sind, geben Einnahmen der deutschen und preußische Eisenbahnen ab; man wird immerhin mit der W scheinlichkeit rechnen können, daß diese enormen M einnahmen in der nächsten Zeit kaum wieder erreicht den. Daß man die politische Situation gegenwärtig als ni gar zu gefährlich ansieht, darauf läßt schon der Umstan schließen, daß verschiedene deutsche Bundesstaaten, ei große Anzahl von Städten, sowie von Banken und Industr gesellschaften sich neue Geldbeschaffung a legen sein lassen. Es war jedenfalls interessant, in den Etz ladungen zu den Generalversammlungen vieler Banken 1 sehen, daß es sich in vielen Fällen um Beschaffung n Gelder handelt, und man kann wohl mit einiger Sicherste darauf rechnen, daß, nachdem die kleinen Banken den zeigen, ihren Kapitalsbedarf zu offenbaren, nun auch schiedene der größeren Banken ihnen folgen werden. Das gebnis der Subskription auf die einzelnen Staats- ui Kommunalanleihen soll, wie mitgeteilt wird, ein recht deutendes sein und dürfte vielleicht der Subskription auf noch ausstehenden Anleihen beschleunigend zu Gute ko men. Besonders interessant war die Subskription bezw. Einführung einiger neuer industrieller Werte, bei de wieder einmal Publikum und Konzertzeichner sich in un bäuerlicher Weise Überboten haben. Lediglich auf die nähme hin, daß eine weitere Steigerung der betreffend Werte in Aussicht genommen werden kann, wurden Zek nungen und Kaufaufträge abgegeben, die schließlich Kurse weit über dasjenige Man hinaus steigerten, das Emissionshäuser selbst beabsichtigten. Die Liquidatio ist sehr glatt verlaufen und schließlich zu einem Zinsfuß v sich gegangen, der unter den obwaltenden Umständen sehr niedrig bezeichnet werden muß. Auffällig ist es, sich ein direkter Stückemangel für russische Anleihen, ru sehe Banken, Japaner, Chinesen und Türken einstellte j

Das Handelsprovisorium mit Amerika, sowie die Aendj rungen des Reichsstempelsteuergesetz gingen vollkommen spurlos an der Börse vorüber, und die wenig erfreulichen innerpolitischen Verhältnisse Oesterreich-Ungarn, die Botschaft Fallteres, die englL Thronrede mußten gegenüber den Nachrichten aus AlgecirD Völlig in den Hintergrund treten. Vielleicht wird erst d wenn die Aenderungen des Börsensteuer-Gesetzes zur Wir! lichkeit geworden sein sollten, dje Börse hierauf mehr agieren. Das Geschäft in inländischen Anleih ei in den verschiedenen Bundesanleihen und Stadtobligatiom war verhältnismäßig gering und die Tendenz vorwiegen schwach. Wie es scheint, ist hier viel Material anläßlic des Ultimo heraussekommen, und die Kurse bröckelten, a eben schon kleine Verkaufsbeträge genügten, durchweg etwa ab. Von,fremdenRenten waren russische Werte fee Argentinier konnten sich gut behaupten, Türken w_.. wieder etwas besser, Japaner und Chinesen dageg schwächer; letztere vermochten sich von ihrem Tiefsta.~, schließlich wieder etwas zu erholen. Der Eisenbahn aktien-Markt war auffallend ruhig, obgleich die M einnahmen doch einige Anregung hätten geben müssen. Vdj inländischen Bahnen wurden einige Kleinbahnen, wie Allste meine Lokal- und Straßenbahn, Allgemeine Kleinbahn-Gt Seilschaft von Süddeutschland aus gekauft. Oesterreichisd Bahnen behaupteten sich gut. Italienische Bah gingen neuerdings in größeren Posten nach Italif Meridionalbahn waren insbesondere recht fest. In Prir Henri-Aktien fanden vielfach Gewinn-Realisationen sti Amerikanische Bahnen hielten sich in guter Tendenz. Anregung, welche die Hansastädte für Schiffahr il aktien gaben, folgte man hier nicht; trotzdem aber hi sich die Kurse verhältnismäßig fest. Der recht befriedig Jahresabschluß der Nationalbank für DeutscI land blieb auf die Kürsentwicklung ohne Einfluß, weil der Veröffentlichung des Abschlusses bereits große Beträ gekauft worden waren und nun neue Käufer, wie schon merkt, überhaupt fehlen. Die Aktien der Dresdener waren eher schwächer, weil man vielfach glaubt, daß <6 Dividende nicht in vollem Umfange den hochgespannten Wartungen genügen wird. Diskonto-Kommanditanteile 11 fest in der Erwartung neuer Geschäfte, sowie eines günstige Abschlusses. Russische Banken waren gut behaupt Bergwerksaktien lagen still, und erst in den letz Tagen machte sich namentlich für Kohlenwerte mehr F bemerkbar auf die Nachricht, daß in Pensylvanien der J beiterausstand auf den Kohlenzechen unausbleiblich M