Freitag, 11. Juni 1026

Abendblatt der Frankfurter Zeitung

Nummer 428 Seite 8

6

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Schriftstücke

Eine Erklärung des BernarkwitersührerS

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= lDonaueschinger Rammermufikfeft 1926.] Dir dies-

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+ 163

-12 5 em 142 8 cm 148+31 cm 156+19 cm 120+ 2 cm

Minimum + 10.9 + 53 + 6.6

Tagesmittel + 15.2 + 93 + 89

Maximum + 203 h 13.2 + 12.0

Gefängnis zu stürmen und die Arbeiter zu befreien, was zu blutigen Zusammenstößen führte.

Fluglinie LondonBerlinMoskauPeking.

Die ArdetterKramalie kn Gstrowiex.

-t- Warschau, 11- Juni. Die A r b e i t e r t u m u l t e von O st r o w i e z wurden gestern erst am späten Wend unterdrückt, nachdem sowohl der Starost wie der Woiwode des benachbarten Kieler herbeigeeilt waren und Polizeiverstärkung aus der ganzen Umgebung zusammcngezogen worden war. Im ganzen find bei den Zusammenstößen zwischen Arbeiern und Polizei sechs Per­sonen getötet und sechzehn mehr oder weniger schwer verwun­det worden. Als erster ist ein Polizist gefallen. Der Konflikt hat lediglich lokale Bedeutung. Arbeiter hatten einen mißliebigen Ingenieur zur Fabrik hinausgeworsen, die betreffende Mteilung war von der Fabrikleitung geschloffen worden und einige Arbeiter wurden verhaftet. Eine Menge von 2000 Arbeitern suchte das

Die im Deutschen Bühnenverein zusammengeschloffenen deut­schen Opernbühnen haben beschlagen, in dankbaxce ^ourvtguag der Bedeutung Carl Maria v. Wehers für die deutsche Oper der

Viereth Schweinfurt Wurz bürg M. Lohr Main

P Krefeld, im Juni. In Asperden, Kreis Kleve, verstarb im 76. Lebensjahre der katholische Pfarrer Gustav Ferbers, der fich durch Erneuerung der Kichenmusik und auch buch eigene Kompo- fitionen verdient gemacht hat.

führung: Friedr. Wilh. Lothar (Freiburg i. Br.), Streichquartett; Hoiis Krasa (Prag), Streichquartett; Gerhart Münch (Dresden), Konzert für Klavier und Karmnerorchester; Ernst Pepping (Berlin), Suite für Trompete, Saxophon und Posaune; Erwin Schulhofs (Prag), Konzertina für Flöte, Viola, Contrabaß; Hugo Herr­mann (Reutlingen),Marienminne" für gemischten Chor; Her­mann Rentier (Stuttgart), .Gesang vom Tode", Kantate für ge­mischten Chor mit Klarinette und Streichquintett; Karol Rathaus (Berlin), Gemischte Chöre ohne Text; Uostp Siolccr (Agram), Gemischte Chöre. Das dritte Konzert bringt Original werke für mechanische Musikinstrumente (Welte-Mignon- Klavier) von Paul Hindemith, Gerhart Münch, Ernst Toch undAbstraktes Ballett" von Oskar Schlemmer (Bauhaus Dessau), mit Musik von Paul Hindemith, geschrieben für eine mechanische Orgel (Welte). Beim Emfffangsabend gelangen zur Aufführung Originalkompositionen für Blas- o r ch e st e r (Militärmusik) von Paul Dessau, Hans Gül, Paul Hindemith, Ernst Krcnek, Ernst Pepping, Ernst Toch. Anmel­dungen bei der Musikabteilung der Fürstlichen Bibliothek, Donau­eschingen.

| Kinder in Not ] Hans Balnschek, Professor Georg Bran­des (Kopenhagen), Dr. Max Brod (Prag), Professor Albert Ein­stein, Stefan Großmann, SanitätSrat Dr. Magnus Hirschfeld, Arthur Holitscher, Heinrich Eduard Jaeob, Gustav Kiepenheuer, Siegfried Jacobsohn, Hans Land. Karin Michaelis, Heinrich Mann, Thomas Mann, Alfons Paquet, Gustav Nickelt, Ferdinand Timpe, Heinrich Vogeler (Worpswede), Professor Heinrich Zille und andere haben sich zu einem Kuratorium für die Kinderheime in Elgersburgs und Worpswede zusammengeschloffen. In diesen Heimen, die seinerzeit von derNoten Hilfe" begründet wurden, finden ohne spezielle Parteizugehörigkeit die gesundheitlich notleidenden Kinder jener politischen Gefangenen Aufnahme und ärztliche Behandlung, die als Kämpfer für eine soziale Republik verurteilt wurden.

fTheaier-Nundschau. ] Alfons Paquets Drama Sturmflut", das in Berlin feine Ur-Aufführung erlebte^ ist von den Hamburger Kammerspielen, unter Ziegels Leitung, und vom Ukrainischen Theater in Odessa zur Auf­führung angenommen worden.

Völkischer Gesrhgebmigsdiiettantismns.

0 Weimar, 10. Juni. (Priv.-Tel.) Der anfangs Mai vom Thüringer Landtag gemäß einem nationalsozialistischen Antrag gefaßte Beschluß über eine den thüringischen Ban­ken und Bankgeschäften aufzulegende einmalige Sonderabgabe von 10 000 Mark für jedes Hauptge­schäft und von 5000 Mark für jede Zweigstelle zu Zwecken der Erwerbslosenfürsorgs ist nunmehr von der thüringischen Lan­desregierung beantwortet worden. In dem an den Landtag gerichteten Schreiben wird es von der Regierung, wie schon kurz gemeldet, ab gelehnt, jenem Landiagsbeschluß durch Unterzeichnung und Verkündung Gesetzeskraft zu geben. Der fragliche Beschluß des Landtags könne als gesetz­licher Akt nicht angesehen werden schon deshalb nicht, weil dies in den Beratungen des Landtags und in der Fassung des Beschlusses unzweideutig hätte zum Ausdruck kom­men müssen. Auch schließe die Inanspruchnahme von Steuern für das Reich die Erhebung gleichartiger Steuern durch Län­der und Gemeinden aus, wenn nicht reichsgesetzlich etwas an­deres vorgeschrieben sei. Fenier dürften nicht 2 an beisteuern erhoben werden, die geeignet seien, die Steuereinnahmen des Reiches zu schädigen. Beide Fälle lägen sowohl nach Auffas­sung der Landesregierung als auch des Reichsfinanzministers vor. Mit dieser Stellungnahme der thüringischen Rechtsregie­rung, die fich in dem materiellen Teil ihrer Begründung mit den in derFrankfurter Zeitung" alsbald nach Bekanntgabe jenes Landtagsbeschlusses geltend gemachten Einwendungen (Vgl. Erstes Morgenblatt vom 8. Mai) vollinhaltlich deckt, ist der völkische Antrag wohl auch für weitere VoWkreise, auf die er Eindruck machen sollte, als das gekennzeichnet, was er war: ein plumpes Agitationsmittel, das nun zu einer für seine Ur­heber peinlichen politischen Bloßstellung geworden ist.

Moskau, 11. Juni. (United Preß.) Zwei deutsche Inge­nieure derDeutschen Lufthansa" find in Nowo Sibirsk eingetroffen, um Vorstudien für die Einrichtung einer Luftlinie Moska uP e k i n g zu machen, die mit Unter­stützung der russischen Flugbehörden eingerichtet werden soll. Für die Linie ist die Verwendung von zunächst drei JunkerSmaschincn vorgesehen. Mit der Durchführung des Planes wäre eine direkte Lustverbindung zwischen London und Peking geschaffen, die später bis Tokio ausgedehnt werden würde.

Gin deutsch-französrsches

MirLschafLsadlrommen.

Wieder keine Fertigstellimg des .Handelsvertrags.

Berlin, 10. Juni. (Priv.-Tel.) Die Pariser Verhand­lungen über einen deutsch-französischen Handelsvertrag haben ergeben, daß es unmöglich ist, eine Einigung über den gesam­ten Fragenkomplex noch in diesem Sommer zustande zu bringen. Deshalb hat die französische Delegation der deutschen vorge­schlagen, die Punkte, über die man sich bisher geeinigt hat, zu einem Wirtschaftsabkommen zu vereinigen und dieses dann sofort zu verabschieden. Der Führer der deutschen Dele- gatton ist nach Berlin beordert worden, um über diese Frage mit der deutschen Regierung zu beraten. Ein solches Wirt­schaftsabkommen würde natürlich nicht mit dem Frühjahrs­abkommen über Gemüselieferung in Parallele zu stellen sein, sondern mit den Wirtschaftsabkommen, die wir inzwischen auch mit anderen Ländern abgeschlossen haben.

Fraulfort a. 10. Juni

Felibcfg LT.

Wasserkappo

Man nimmt an, daß die Regierung das Bcweismatcrial besitzt, wie diese? Geld über Frankreich nach England gelangte. Ferner stellte .Hicks eine baldige Mitteilung über die im kommu­nistischen Hauptquartier in London beschlagnahmten C" in Aussicht.

Niederschi.

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Wasserstau«!. u. .7uni früh

Miltenberg _______

Gr. atoinheim 234+ 1 cm

Maxau Uh 619 2 cm Mainz UD 246 -11 cm Canb llh. 398-16 em Köln 392 8 cm Jagstteld 170+ 3 cm

jährigen Donaneschinger Kammermustkaufführuugen zur Förderung zeitgenössischer Tonkunst finden Samstag, den 24. und Sonntag, den 25 Juli statt. In zwei Kammerkonzerten gelangen zur Auf-

Frankiurt 24215 cm

Kostheim M. 21111 cm

Kostheim Schlensen-

Unterpegei .. 410 om

Fahrtiefe alteSchl.230 cm

Höningen 308 - 9 om

G!«e Fluglinie ScmrftvÄckrn-Ftmnkfnrt.

U. Saarbrücken, 10. Juni. Die von hiesigen maßgebenden Kreisen geförderten Bestrebungen, das Saargebiet an das Lust- veckehrsnetz anzuschließen, scheinen jetzt ihrer Verwirklichung ent­gegen zu gehen. Infrage kommt zunächst eine Verbindung Saar- brücken-Frankfurt mit dem Anschluß an die dortigen Lnst- veckehrslinien, sowie eine zweite Verbindung über Mannheim oder Karlsruhe nach München. Wegen einer dritten Verbindung von Saarbrücken nach Köln und darüber hinaus schweben noch finanzielle Verhandlungen. Die noch erforderlichen Verhandlungen zwischen dem deutschen Reiche, der Saar-Regierung und der

Das große römische Amphitheater im alten Capua, der üppigen Haupfftadt Kampaniens, an Umfang und Reichtum der dort ausgestellten Bildwerke dem Kolosseum ebenbürtig, wird aus Kosten des italienischen Staates wieder hergestellt. Bei früheren Grabungen im Bannfelde des Theaters kamen die Prächtigen Statuen der Venus Victrix. des Adonis und der Psyche, bU lefet im Neapler Nationalmuseum stehen, zum Vorschein.

Dr. F. R.

= Akademische Nachrichtens Bonn: Der Berliner Phypker Pros. Max Planck wird am 6., 7., 8. und 9 Juli an öet Universität Vorlesungen über das ThemaDer Energiebegriff und seine Wandlungen" halten. München: Der Komponist Gencralmusikdirektor Alfred Lorenz ist znm Honorarprof, für Musikwissenschaft in der philosophischen Fakultät der Universität ernannt worden. Hamburg: Der Kunsthistoriker Honorar- profeffor an der Hamburgischen Universität Dr. phil. Aby Warburg, Leiter der Kulturwiffenschastlichen Bibliothek War- bürg, vollendet am 13. Juni das 60. Lebensjahr. Graz: Der mit dem Titel a. o. Prof, für römisches Recht Artur Stein- w enter ist zum o. Pros, ernannt worden. Marburg: Im Alter von 57 Jahren verstarb hier plötzlich der o. Prof, und Direktor des physiologischen Instituts der Universität Berlin Franz Hofmann.

Berlin, 11. Juni. (Priv.-Tel.) In einer Versammlung des Bezirks WilmerSdors-Derlin der Deutschen Demo­kratischen Partei sprach Justizrat Kopp l "'' Flaggenftage, den Volksentscheid und die Liberale Vereinigung. Er stellte als Ergebnis seiner Ausführungen folgende drei Leitsätze auf: a) Die Flagge der deutschen Republik ist und bleibt schwarzrotaold; b) die Mitglieder der Deutschen Demokratischen Partei haben für den Volksentscheid zu stimmen und sich jedenfalls an der Abstimmung zu beteiligen, um das Wahlgeheimnis zu bewahren; c) einer gleichzeitigen Mitgliedschaft bei der Deut­schen Demoftaiischen Partei und bei der Liberalen Vereinigung ist zu widerraten. Die Versammlung stimmte diesen Leitsätzen zu.

Krankfurier Angelegenheiten.

Von der Universität. Auf Einladung des Englischen Semi­nars der Universität wieg Reverend W. B. D r u m mond D.. D. aus London, heute, Freitag, den 11. Juni, abends 7 Uhr, in der Universität, Hörsaal D, einen Vortrag in englischer Sprache halten über:Religiöses Leben in England". Der Eintritt ist frei. Fragen können nach dem Vortrag gestellt werden.

Vom Konsulatswesen. Dem zum amerikanischen Konsul in Frankfurt a. M. ernannten Carlos Grimm ist jetzt namens des Reiches das Exequatur erteilt worden. Sein Amtsbereich erstreckt sich auch auf die bayrische Pfalz.

Wetterberichte wm 11. Juni.

(Fen s«r WettcräianstalbtaUiuig des Dnlv -Inst. Hur EletaorglOBla ml Oaophyr.ilr.)

Die BSenfront, die gestern Westdeutschland überschritten hat, ist heute auch über Ostdeutschland hinweggegan gen und hat hier ebenfalls kräftige Niederschläge gebracht. Der Cyklon über Groß­britannien hat sich weiter verstärkt, so daß noch mehr Tiefdruck- ausläufer zu erwarten sind, die auch weiterhin kräftige Nieder­schläge bringen. Der Zustrom der kühlen ozeanischen Luft hält an. Vorhersage für Frankfurt a. M. West- und Ostdeutsch­land: Wechselnd bewölkt, Niederschläge in Schauern, kühl, süd­westliche bis westliche Winde.

Wetterbeobaehtxiiiareii von 8 Uhr vormittag.

London, 11. Juni. (Wolff.) Der Sekretär des Bergarbeiter- verlmndcS Cook teilte gestern in einer Rede mit, daß die Berg­arbeiter aus Rußland 380 000 Pfund erhalten hätten. Diese Gelder kämen nicht von der inssifchen Regierung, von der er Übrigens Gelder anzunehmen bereit sei, da es sick) um eine Arbeiterregicruna handele, sondern von den russischen Gewerkschaften. Coo-I griff bett Führer der britischen Eisenbahner heftig an und beschul­digte ihn, im Einvernehmen mit der britischen Regierung und mit Sfteikbrcchern zu stehen.

Enr Manifest der Bergarbeiter.

London, 11. Juni. (Wolfs.) Der Bergarbeitervcrband hat gestern ein Manifest veröffentlicht, in dem er nochmals seinen Standpunkt darlcgt und eine Intervention der Regierung anregt, um eine Regelung in der Kohlenindustrie hcrbcizuführen.

r. b.

m = lUrauffiihrunK tut Aachener Siadttheater.1Das Netz heißt bas Stück des in Deutschland noch unbe- kannten spamichen Schriftstellers P a r m e n o, dem dank dem ftotten Zusammenspiel und der guten Regie Adolf Barths ein wohlverdtcnter Erfolg bcschicden war. Das am 12. Dezember 1918 tu Madrid erstmalig mit großem Erfolge aufgeführte Stück es ctubte allein in Madrid 250 Vorstellungen hintereinander trat rof: ftinen SicgcSzug durch ganz Spanien und den spanisch sprechenden -retl von Amerika an und steht noch heute auf den X?'"pchnen der besten Bühnen dieser Länder. Der Autor, seines burgcrltchen Zeichens Rechtsanwalt, schrieb eine fesselnde dramati- <.an t5?. Achiz. Er wirst die Frage auf:Ist ein <r' durch bie Dialektik des Richters in die Enge getrieben sich selbst des Mordes für schuldig erklärt, zu bestrafen, wenn auch Beweise sur seine Unschuld vorhanden sind?" Der Dichter will beweisen daß Menschen nicht Über Menschen Richter sein können und daß dieses Recht nur einem höheren Richter zustcht. Zweifel- los eine anerkennenswerte idealistische These, die sich aber in !"ö'j?^8ffcher Hinsicht als unhaltbar erweisen dürste. Das Stück ist bühnenwirksam aufgebaut, die Charaktere sind größtenteils gut gezeichnet. Die ergreifende Handlung spielt im kleinbürgerlichen Kihcu einer spanischen Ortschaft. Ueberaus packend ist die Schluß­szene: der angeblich Gemordete betritt die Gcrichfsstude in dem

darstellt. Paul, Seiler, der seit dreiviertel Jahren das Stoats- thcater in Kassel leitet, und bisher in seiner Bühne »arbeit den gleichen, zielsicheren Formwillen bchinbct, wie ihn seine kunstihcorc- tischen Schriften spiogelii, hat sich nun zum ersten Male als Spiel­leiter eine große Aufgabe gewählt. Eine Aufgabe, besonders schwierig, weil sie festgefügte Tradition vorfindet und doch die freieste Führung des Geschehens nicht nur ermöglicht, sondern fordert. Bei der szenischen Neubildung derZauberstote" hat der Regisseur in Konsequenz seiner bisherigen kunstpäda­gogischen Aufzcigiing einer stilistischen Linie (von dem Hamme ropern-Zyklus über GlucksArmide" und Komödien Busonis) auch Mozaris Werk unter dem gleichen geistigen Aspekt gesehen. Bestimmend wird hier der Charakter des Volksstückes, welches jaDie Zanberflöte" im höchsten Sinne darstellt. Die Kontraste des Spiels, her tiefe Sinn seiner bunten Welt, in der sich Hoheitsvolles und Triviales mit künstlerischer Freiheit binden, die Symbolik von Schwarz und Weih der Figuren, alles wird gestaltet nach den programmatischen EinführungSftitzen: . . . . die in jeder bühnenmäßig empfundenen Musik latent ent­haltene szenische Disposition därzulegen," Eine solch bewußte musikalisch-szenisch bauende Regie von echter, geistiger Grund­haltung ob sie auch int einzelnen sich kleiner stilfremder Eigen­willigkeiten nicht begab! wird unter allen Umständen einer zufälligen, rein improvisatorischen oder konstruktiv klügelnden Szenenvildnerei vorzuziehen sein, eben weil sie das höchste Gesetz befolgt: Ehrfurcht vor dem Kunstwerk!

Unter ökonomischer Verwendung der begrenzten Mittel entsteht die Szene plastisch einfach und symbolhaft aus zwei Spiel-Ebenen, die durch eine flache Schräge verbunden werden, so daß geschickte Ausnutzung des Raumes nach Breite, Höhe und besonders nach dec Tiefe hin unb eine rasche Szeiienfolgc bei offenem Vorhang mit kürzesten Pausen ermöglicht wird. Einfachheit als Prinzip versinn­bildlichen auch bie Dekorationen (Rheinische Werkstätten für Büh- nenknnst, Otto Müllcr-Gobesbcrg), bie Figuren wie bie bynantische Bindung unb Lockerung bet Massen So gewann biefeZauber- flöte" szenisch eine starke Bildhaftigkeit und auch musikalisch die rechte Intensität. Die klare, geistig beschwingte Führung des Orchesters durch Ernst Zulauf war stilvolle Begleitung der Vor­gänge; bie Chöre entwickelten Reinheit unb Klangkraft. In ben führenben Partien zeigten fich verschiedentlich gute stimmliche unb darstellerische Fähigkeiten. Risa Hirschmann fand sich aner­kennenswert mit der Königin-Partie ab, Sofie Brandstätter gab der Pamina ergreifende Haltung, Alice Tanner-Wünsch bewährte ihr Talent als Papagena wie als erste Dame, Martin Kremer (Tamino) konnte die Jngendfrische seines Tenors ent­falten, Viktor Mossi stellte den Papageno vor allem gesanglich fesselnd hin. Das gut besuchte Haus war animiert und spendete ben gesamten Leistungen großen unb anbauemben Beifall,en.

= iMexandre Blanchet.^ In ber hier bereits erwähnten Reche der Verlags B. Schwabe in Basel, bie bet zeitgenössischen Schweizer Kunst gewibmet ist, wurde ein Bändchen dem Maler Blanchet gegeben. Bcarbefter ist wie bet dem Bändchen über

Mrr Unterausschuß für Anleiheablösung.

-ch- Berlin, 10. Juni (Priv.-Tel.) Der HauShaltsaus- schuß des Reichstags hat beschlossen, einen Unter­ausschuß einzusetzen, in dem mit bet Reichsregierung alle die­jenigen Fragen erörtert werden sollen, die sich auf dem Anleihe- ablösungSgebiet seit dem Erlaß des Anleiheablösungs- gesetzcS ergeben haben. Don jeder Fraktion werden zwei Mitglieder in ben Ausschuß entsandt. Der Ausschuß tritt beute vormittag zum ersten Rtale zusammen.

Die Sachliefernngen für Frankreich.

Paris, 11. Juni. (Wolff.) Auf einem Bankett der Vertreter der elektrischen Industrie hat ber Minister für öffentliche Arbeiten b e Monzie eine längere Rede gehalten, in beten Verlauf et sich über bie Sachlieferungen aussprach. Er erklärte, man sei in Frankreich geneigt anzunehmen, daß bie Sachlieserungen dem Schatzamt Einnahmen zuführen müssen, damit Frankreich seinen Schuldverpflichtungen gegenüber England und Amerika Nach­kommen könne. Gewiß. Aber man komme ber Zeit nahe, in ber c8 Frankreich möglich sein werbe, ben gesamten Jahresairteil an ben brutschen Zahlungen in Form von Sachlieferungen entgegen­zunehmen. Bis jetzt sei er leicht gewesen, ben gesamten fran­zösischen Anteil an ben Sachlieferungen zu verkaufen, aber diese Möglichkeit habe Ihre Grenzen. Man werde verpflichtet sein, un­verzüglich zu wählen zwischen bet Transferierung in bat, bie schwierig werde, ber Unterbringung ber deutschen Eisenbahn» und Jnbustrieobltgattonen, bie ziemlich ernste Ungelegenheiten nach sich ziehen würde, und den Sachlieferungen in Form von Vervoll­ständigung der französischen Industrie unb von Arbeiten im öffentlichen Jntereffe.

Diese letzte Art der Regelung fei feinet Ansicht nach emp­fehlenswert. Die Regierung habe bereits bie Verwendung bet letzten Annuitäten zu einem noch zu bestimmenden Prozentsatz in dieser Form zugestanden. Das Ministerium für öffentliche Ar­beiten und das Kolonialministeriiim hätten ein Programm aus­gearbeitet, das gegenwärtig geprüft werde. Dieses Programm sei im Hinblick aus eine deutsch-französische Zusammenarbeit aufge­baut, die für ein derartiges Projekt unerläßlich sei- Diese Zu­sammenarbeit sei aber aus verschiedenen Gründen schwierig, nament­lich deshalb, weil sie eine gerechte Verteilung der Lieferungen an die entsprechenden französischen Industrien zur Grundlage habe. Er, de Monzie, habe jedoch seit den letzten Wochen und besonders seit der Konferenz zwischen deutschen und französischen Parla- mentariem, die kürzlich in Pari« statffand, die besten Hoff- n u n g« n. Ptobearbeiten seien bereits abgeschlossen, einige von ihnen in Ausführung begriffen. Aber man müsse sich mich mit den französischen Finanzierungsmöglichkeiten beschäftigen, die von den einschränkenden Maßnahmen des Slbkommens Wallenbetg ab­hängen. Wie könne man die französische FinanzierungSmög- lichkeit außerhalb ber massiven Gruppe freier Kapitalien vomuS- sehen? Das könne burch eine Art Besteuerung bet Nutznießer ber zu erwartenden Lieferungen geschehen. Das fei übrigens auch die einzige Dtöglichkcit, um nuS ber gegenwärtigen schlechten budgetären Lage herauszukommen.

Die Fümrrznot Frankreichs.

Sfc Paris, 11. Juni (Priv.-Tel.) Der SachverständigemmS- schuß seht seine Arbeiten fort. Mm, versichert, daß er bis Ende dieses Monats seine SanisningSvorschlSge ferttgstellen unb dem Finanzminister unterbreiten wird. Erst danach wird Herr Pöret aus der Grundlage dieser Vorschläge seine Sanierungspläne fertig­stellen und die entsprechenden Gesetzentwürfe in der Kammer em- reichen. Der Finangminister soll jedoch die Möglichkeit erwägen, gewisse Einzelmaßnahmen, namentlich die Aufhebung der Kupon­kontrolle, bereits früher der Kannner zur Beratung und Beschluß­fassung vorzulegen.

Dir iLnlierrisch-r«mnrrische Schnldenregelvng.

Rom, 10. Juni. (Wolff.) Gestern wurde hier ein Abkommen über bie definitive Regelung ber rumänischen Nachkriegs- schnlden gegenüber Italien unterzeichnet. Das Ahkommen sieht eine Rückzahlung ber Schulden in Höhe von 90 Millionen Lire innerhalb von 12 bis 26 Jahren je nach dem Stand ber rumäni­schen Valuta vor.

Keine Sympathie der Berliner Stirdenterr für Hannover.

-i- Berlin, 11. Juni. Die Studentenschaft der Universität Berlin teilt folgende einstimmig angenommene Ent­schließung mit, der sich auch die Studentenschaft der Handelshoch- K: Berlin einstimmig an schloß:Der Ausschuß ber Stubent ew- ber Universität Berlin (unb Hanbelshochschule) erklärt, baß er zu den Vorgängen an ber Technischen Hochschule Hannover in keinerlei Weise Stellung nimmt, bis ein objek­tiver Bericht vorliegt". Auf dem gestern in Eberswalde ab ge­haltenen Kreistage des Kreises Brandenburg der Deutschen Studentenschaft wurde auf Antrag der rechtsradikalen Vertreter ber Technischen Hochschule Charlottenburg mit ben acht Stimmen der kleineren und fleinsten Hochschulen des Kreises Brandenburg, bei Stimmenthaltung der zehn Vertreter der Universität und der Handelshochschule Berlin, ein Sympathietelegramm für daS Vorgehen des verhetzten Teile? der Hannoveraner Studenten angenommen. Darin spricht die Minderheit, die sich fälschlich als dieDeutsche Studentenschaft des Kreises Brandenburg" bezeichnet, den Hannoveraner Studenten ihrebegeisterte Anerkennung für ihr mannhaftes Vorgehen" aus, obwohl ber Antragsteller selbst zugeben mußte, daß der Kampf nicht in eimvandfteier Weise geführt worden sei. Diese Erklärung bedeutet also nur die Ansicht einer Minderheit von etwa 4000 Studenten (der Technischen Hochschule, Bergakademie, Tierärzt­lichen Hochschule und der Forstakademie Eberslvalde) gegenüber den 11000 Studenten, deren Vertreter die Er­klärung ablehnten.

Ans der Demokratische» Partei.

Uermischte Uachrichien.

Die Afchaffcnbnrger Kmrstfchätze.

Aschaffenburg, 10. Juni. (Priv.-Tel.) Hier weilte eine Kom­mission aus München, bestehend aus je einem Vertreter des bay­rischen Kultusministeriums, ber ehemaligen bayrischen Krongut­verwaltung unb ber bayrischen Staatssammlungen. Der Besuch ber Kommission soll bem Zweck bienen, eine bessere Aufstellung und Zu­gänglichmachung ber im Aschaffenburger Schloß vorha»- benen Kunstschätze zur Schaffung einer staubigen Ausstellung, ähnlich ber in ber Münchner Staatsbibliothek, herbeizuführen. Die seiner Zeit, anläßlich ber Ruhrbesetzung, aus bem Aschaffenburger Schloß nach München verbrachten wertvollen Kunstschätze sollen in ber nächsten Zeit wieber nach Aschaffenburg zurückgeführt werben.

Ein Revolverattentat.

Pans, 10. Juni. (Europapreß.) Heute ist ber sogenannte Pro­zeß ber Georgier eröffnet worben. Es handelt sich um das gericht­liche Nachspiel eines blutigen Zusammenstoßes zwischen kommu­nistischen Georgiern unb Anhängern der georgischen Unabhängig­keit. Als ber Hauptkläger Veschapely, Direktor ber Zeitung Sa Georgie Nouvelle" bas Gerichtsgebäube verließ, feuerte ein Wjähriger kommunistischer Georgier brei NevolVorschüsse auf ihn ab. Zwei ber Schüsse brangen ihm in bie Lunge. Vescha- pelh ist im Laufe bcs Abenbs gestorben. Der Attentäter Merabachvily gehörte früher in Georgien ber Tscheka an und absolvierte später mit erneut Stipendium der Sowjetregierung in Berlin eine Schule. Später wandte er sich vom Bolschewismus ab unb gehörte eine Zeitlang der nationalistischen Organisation bet georgischen Studenten in Paris an. Er wurde aber bald wieder ausgeschlossen, da man in ihn kein Vertrauen setzte. In Wahrheit entsprang seine gestrige Tat weniger politischen als familiären Beweggründen, es handelt sich um eine Art Blutrache.

Ern neues Diamantenfeld in Johannesburg.

Johannesburg, 11. Juni. (United Preß.) Heute morgen wurde in ElandSpumte ein neues Diamentenfeld frei» gegeben. Schon während der Nacht hatten sich 10 600 Diamanten­gräber aus allen Teilen der Bevöllkrung an der Grenzlinie an» gesammelt, die, als bei Tagesanbruch der Schuß, ber die Freigabe anzeigte, ertönte, in wilder Hast sich über das Gelände ergossen, um sich bie besten Claims zu sichern.

Ein schweres Eisenbahnunglück in Australien.

Melbourne, 11. Juni. Der zwischen Brisbane unb Sidney ver­kehrende Expreßzug ist bei Scone verunglückt, wo eine Brücke zusammenbrach, als der Zug darüberfuhr. Mehrere Wagen stürtzten ab. Bisher sind acht Tote und über 60 Verwundete unter den Trümmern hervorgezogen worden.

Auch in China katastrophale Neberschwemmungen.

Hongkong, 11. Juni (United Preß.) Bet einer plötzliche» riesigen Ueberschwemmung sind mehr als 100 Per­sonen in der Umgebung von Kanton ums Leben gekommen. Der Sachschaden wird auf 4 Millionen geschätzt. Der Bahnverkehr mit Kanton ist durch die Flut unterbrochen.

. Bonbon, 11. Juni. (Wolff.) Verschiedene Blätter berichten, daß der russische Geschäftsträger und sein Sekretär an dem gestrig offiziellen Empfang im Buckinghampalast teilgenommen Haven, ti sie in der alten Tracht erschienen seien unb zwar in Knie­hosen unb mit juwebcnbesetztem Degen.

AuberjonorS Hous Graber. Blanchet ist 1882 zu Pforzheim in I Augenblick, wo ber Richter soeben ben venneintlichen Mörder durch

~<tr.en Astier ist Welschschweizer, die Mutter Süd- seine spitzfindigen Fragen überführt zu haben glaubt. Das gut

iueftbeutfd)e- Er wachst in Genf auf, bildet sich dort zu den ersten besetzte Hans ließ sich von demNetz" einfangen unb spenbete lev-

Anfängen des Malens, vollendet bie Schulung in Paris (1905 ' " ~ ~ ~ -

19071914), Rom und Florenz (1906). Adhnlich wie bei dem erwähnten Auberjonois hat man soweit das Schwarz-Weiß der (übrigens recht guten) Abbildungen ein Urteil erlaubt ben Ein­druck einer sehr kultivierten Begabung, bie vom Grellen der zeit­genössischen deutschen Bemühungen angenehm absticht, aber doch wohl auch einer Haltung, bie kaum im stärksten Sinn« primär genannt werden sann. Da» Persönlich« erscheint in den schönen Ltanb romanischer Gemeinbildung ausgenommen und von ihm her angenehm gespannt; e5 erscheint nicht ebensosehr individuell- elementar. Indes hat man doch das Gefühl, daß Blanchet stärker sL Auberjonois: den Arbeiten Blanchets scheint eine größere Stetigkeit und Sättigung der malerischen Gestalt, eine größere tfullc vegetativen Daseins, eine stärkere formale Dichtigkeit ein ruhigerer unb kräftigerer malerischer Zustand überhaupt eigen wohl 2" xr.elne. bedeutendere Größe bet Anschauung. Doch selbstver- stanblich kann diesen vom Abbild empfangenen Eindrücken nicht der Charakter eines genugsam gegründeten Urteils gehören. Es werden^mehr Vermutungen ausgesprochen als Entscheidungen er= Tmrrl, lst ftboch gerade hier, toas schon bei jenem anderen Lel,chichweizer so angenehm bewegte: die Reinheit, Sachlickkeit und ungememe Durchbildung der malerischen Anschauunq im Sinn des late!m,chen Standards und bet wohltätige Sinn für das 0. chs?m gesellschaftliche Maß, bas als Maß auch offenbar bes eigentümlichen Ausbrucks nicht durchaus zu entbehren braucht.

Das neue Heft bet Zeitschrift:Freie Volksbildung" (Steuer Frankfurter Verlag, Frankfurt), die unter ber Leitung ~ " Angermanns, Robert v. Erbbergs und Eduard Weit sch s steht, veröfftutlicht Aussätze aus ihrem engeren und weiteren Arbeitsgebiet von Fritz Kaphahn, F. Angermann, Richard Miller unb Harald Fick.

in Dresden lebenden Enkelin des Komponisten ein« Ehrenspende aus den Einnahmen der Weber-Aufführungen vom 5. Juni zu überweisen.

[Steine Mitteilimgen.I Die Tagung für deutsche Orgelt nnft (27. bis 29. Juli 1926), bie von bem Musik- wissenschaftlichen Institut der Universität Freiburg i. Br. unter Leitung von Prof. Dr. Gurlith gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Verbandes bet Orgelbaumeister Deutschlanbs, Dr. h. c. Walcker (Ludwigsburg), veranstaltet wird, um bie erneuerten Fragen der Orgelmusik und des Orgelbaues zu för­dern, setzt sich aus Berichten (mit Aussprache), Vorträgen und Orgelvorsührungen namhafter Fachmänner zusammen.

Unter ber Führung von Norbert Jacques (Sinbau) hat sich eine größere Anzahl Künstler bes Bobensee-Gebieies, Maler unb Schriftsteller, zusammengetan, um gemeinsam ihre Interessen zu pflegen. Der Name ber neuen Vereinigung heißt Ser Kreis". Er umfaßt Künstler Badens, Württembergs, Bayerns, des Vorarlbergs unb der Schweiz. Nach einer ersten Ausstellung int Museum von St. Gallen veranstaltet bie neue Vereinigung gegenwärtig eine Ausstellung in Konstanz, die Be­achtung findet.Der Kreis" soll nach unb nach burch Aufnahme namhafter Schriftsteller unb Musiker erweitert werben.

Genf, 10. Juni. (Wolff.) Der Völkerbunbsrat beschloß, einen kleinen Ausschuß von Vertretern der Internationalen Sele= g r a b f) c n a g e n t u r c n zur Vorbereitung bet Zusammenkunft eines größeren Ausschusses von Sachverständigen für internatio­nale Pressefragen unb zur Verbilligung der telegraphischen und telephonischen Verbindungen, zur Erleitcherung ber journalistischen Arbeit usw. einzusetzen. Sechzehn Nachrichtenagenturen, darunter die großen internationalen Nachrichtenbüros, sollen zur Entsen­dung von Vertretern in diesen Borbereitungsausschuß, ber im August zum ersten Male in Genf zusammentreten soll, eingeladen werden.

bringen. Wenn die Bayrische Volkspartei glaubt, mit der Staatsvereinfachung auf dem flachen Lande besonders gute Geschäfte zu machen, so wird sie sich gründlich irren. Sie selbst hat in jahrzehntelanger Demagogie das bayrische Volk gelehrt, politische Entscheidungen vom engsten lokalen Gesichtspunkt aus zu treffen, unb bet Bauernbund wird das in der Agitation auch zu nutzen wissen. Wird also die Bayrische Volkspartei selbst nicht die nötigen Mandate schassen, so kann sie nur auf einen gewaltigen Machtzuwachs der Deutschnationalen durch den Zusammenbruch der Völkischen und Nationalsozialisten hoffen. Der dcutschnationale Führer Hilpert scheint ja der Vater dieser Idee der Landtagsauflösung zu sein. Aber die scheinbar so sichere Rechnung der Deutschnationalen kann täuschen, gründ­lich täuschen, und etwas Aehnliches luic in Mecklenburg kann auch in bayrischen Wählerkreisen vor sich gehen. Aber wenn sich auch die deutfchnationalen Hoffnungen erfüllten, für die Bay­rische Volkspartei würde die völlige Abhängigkeit von Herrn Hilpert recht schmerzliche Erfahrungen bringen, und deshalb meinen wir, die Bayrische Volkspartei wird sich die Landtags­auflösung noch einmal reiflich überlegen.

Aber sollte die Drohung ernst gemeint fein, so wäre das das Eingeständnis, daß bei hem Plane der Verfassungsände­rung viel mehr auf dem Spiele stand als nur die Streitfrage im Gemeindegesctz oder die Aufhebung eines Ministeriums. Daß dafür der gewaltige Aufwand von Neuwahlen gemacht werden soll, wer will das glauben? Nein, dann hat die Ab­stimmung vom Dienstag tatsächlich noch anderen Plänen der Bayrischen und Deutschna!tonalen Volkspartei einen Riegel vorgeschoben. Dann sollte die Verfassungsändermrg dem baatsprästdenten und der Zweiten Kammer freie Bahn schaffen als den Vorläufern unb Wegbereitern d e s M o n a rche n, auf den Herr Hilpert getoastet hat. So hat die Minderheit, die, den Beteuerungen der Regierungs­parteien nicht trauend, die Erleichterung von Verfassungs­änderungen abgewiesen hat, mit der Drohung der Landtags- auflöfung die stärkste Rechtfertigung erhalten.

Gngjand und Rntzland.

Die Unrerstüftungsgelder

für 0en Streik.

London, 10. Juni. (Wofs.) Im Unterhaus erfärte ber Innen­minister auf eine Anfrage u. a., es sei ihm bekannt, baß Mitgieber der russischen Sowjetregierung währenb ber letzten zwei Jahre wiederholt öffentlich erklärt hätten, daß e8 ihr Wunsch unb ihre Absicht sei, sich in die wirtschaftlichen Angelegenheiten Großbritanniens e i ii z u m i s ch e n, unb baß sie besonders ihre Absicht bekundet bäten, im Generalstreik und im Bergarbeitersireik Partei zu ergreifen. Ferner habe er Informationen über bie E n t- sendung beträchtlicher Summen Geldes im Betrage von einigen hunderttausend Pfund aus Rußland für den General­streik und für den Bergarbeiterverband. Die ganze Frage sei sehr bedeutungsvoll und werde augenblicklich von der Regierung er­wogen. Der Minister wies ferner auf die intimen Beziehungen und die enge Zusammenarbeit zwischen der Sowjetregierung und ber Dritten Internationale und verschiebenen anderen Organisationen in Rußland hin unb fügte hinzu, das Foreign Office teile ihm soeben mit, es sei überzeugt, baß während des Generalstreiks Geld von der russischen Regierung nach England gesandt worden sei.

Macdonald iwterbrach. inbem er darauf hinwie?, daß bk Führer des Generalstreiks dieses Geld abgelehnt hätten, unb fragte, ob bas Foreign Office behaupte, baS Geld für bie Bergleute entstamme der gleichen Quelle.

Johnson Hick? erwiderte, für den Generalstreik sei Geld aus Rußland gekommen, baTuuter Gelb von der russischen Regierung. Gegenwärtig werde Geld von verschiedenen russischen Organisatio­nen für die streikenden Bergleute gesandt. Die Regierung sei noch zu keiner Entscheidung gelangt, toelche Schritte wegen der Geld­sendungen aus den erwähnten Anlässen unternommen werden sollten. Johnson Hicks stellte schließlich für Donnerstag eine ausführliche Erklärung in Aussicht. Wie weiter gemeldet wird,'be­reiten bie zuständigen Ressorts eine Denkschrift über die nissischen llnterstütznngSgelder für die britischen Bergleute vor.

interalliierten Rheinlanb-Kommission bürsten der Verwirklichung des Anschlusses des SaargebietS an das Luftverkehrsnetz keine Schwierigkeiten mehr entgegenstellen. Um fein Jntereffe an dem Anschluß zu betonen, hat ber LanbeSrat in seiner letzten Sitzung beschlossen, der RegierungSkommiffion die Bereitstellung eines Be­trages von 200 000 Franken zur Förderung der Lustfahrtinteressen SaargebietS bereit zu stellen. Man kann wohl erwarten, daß Regierung-Kommission dieser Anregung Rechnung tragen wird.

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