DkenAkrg, 88. September I92G
ErPeS Morgenblatt der frankfurter Stihttt«
R«ottti et 721 Seite S
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ch- verNn, A. Septbr. (Priv.-Tel.) Reichskanzler Marr tritt Dt^St"/- ^«chSministcr des Auswärtigen
*-*■ ‘J *U 6 *Ln beaibt sich nächste Woche noch Köln, um an
^dem^Partcitag^der Deutschen Volkspartei teihunehmen.
■n.im?16er®' s1" < Wolff.) Hier ist der bekannte polnische
nÄsuÄ ‘»«malige österreichische Reichst«gSobgcordnete Untt)cr|itatSprD|cf[or Halban gestorben.
Demokratische Tagungen.
(Prlvattekegtamme der „Frankfurter Zettun g'.)
Sachse«.
•°- Tw*b«, 26. Septbr. Die Deutsche Demokratische Partei in Sachsen hielt heute in Dresden einen angesichts der kommenden Wahlen anberaumten außerordentlichen Lande-parteitag ab.
Reichsinuerrminister Dr. Külz,
Südtirol.
n Innsbruck, 25. Septbr. (Priv.-Tel.) Eine amtliche Mt- tcilung au? Bozen besagt, dost doS DivisionSkommanbo ab 4. Oktober von Trient nach Bozen verlegt wird. In den Städten südtirolS wurde ein Erlast der Militärbehörde angeschlagen, wonach an der Grenze Italiens ein Streifen von zwei Kilometer Breite alSmilitärischeDefestigungSzone erklärt wird und das Betreten verboten ist.
allCU iuniu)titt>rt|cf>en Diplomatik und Quellenkritik lz. B §I^Eer dem Nürnberger Chronisten Neudörser aus der mitte M ^6. Jahrhundert»i wäre die Aufgabe nicht zu lösen gewefcn, Unterschiede, also eine ^weniger gelenkt trifte1"'* BC' Qualität die Unterscheidungen
Meller wor vor die Aufgabe gestellt, dar persönliche Werk ff« brt ®einf'1 gegeneinander abzugren.«».
SS1 b?rum. au, der dandw-rNichen Gemeinsebaft der C letzbutte bie_ individuellen Phhstognomien berauSzusinoen: die de» Baler, vennann., die de« Sohne» Peter (eben unseres mcifict,). die der fünf söhne. Keine geringe Ausgabe. Um so ^'^s- alS Handschriftliches von Peter Bischer, do» wesent-
„ff51,6 ,-DJintc^,ü,um "°Uag. Aber auch mit den Mitteln aller kunsthistorischen Diplomatik und Quellenkritik (; nenfTTlth.-r rwm » (TI—„1.1 m.v W - . M
daran geknüpfte Bemerkung bezieht. Er sagt darin: -Es ist nicht richtig, d<H ich in einem Düsseldorfer Zinswucherprozeß mit Herrn Prost Dr. Mahr ancinandergeraten bin. Ich kenne weder Herrn Prof. Dr. Mohr b!S auf den heutigen Tag persönlich, noch ist mir bekannt gewesen, daß er in einem Prozeß gegen mich aufgetreten ist. Dos in Rede stehende Gutachten ist mir e r ft i n b e m Augenblick bekannt geworden, als es mir vom Rekt der Handelshochschule zur Begutachtung Vorgel o g t w o r d e n ist. ES ist ferner nicht richtig, daß ich mich auf ein Urteil des Düsseldorfer Landgerichts berufen habe. Eine Veröffentlichung des Gutachtens würde ohne weiteres erkennen lassen, daß eine solche Bezugnahme auch gar nicht nötig war. Endlich ist er auch nicht ganz richtig, wenn gesagt wird, daß ich mich abfällig geäußert habe; ich bars wohl sagen, baß meine Ablehnungin sehr bestirnter Weise erfolgt ist. Selbstvetständ- lich bezieht sich mein Urteil nicht auf bie sachliche Stellungnahme der Verfassers, sondern lediglich auf bie Art unb Weife, wie bas Gutachten eine» Wissenschaftlers abgefaßt worben ist.
^bereitend den Charakter de« Gründers bet ScrUtatt, des al er en Hermann, einen wesentlich handwerklichen e^eS^im Beispielen bestimmt hat, unternimmt
C1Vr. tm U'tteil seines Buches, unseren Meister Peter zu gestalten. Die Geschickte seine, werk» beginnt mit einem nie auSgefuhrten Urgedanken zum Sebald u «grab in der Rürn. berger »ebaldskireye. Denn, nicht was wir beute dort sehen und 5s C1 re1 fc’?en' teidenschasirlosen Liebe lieben, ist PelerS erste Idee.^Er hat zuerst einen etwa 17 Meier hohen Freibau Über b.m Lorg de? Heiligen errichten wollen — eine Art von Turm Der Gedanke ist den Nürnbergern aber zu aussistweifend gewesen lo scheint ei; ledenfalls ist die Verwirklichung nicht über gewisse (von DdtUer nockgewiescne) Anfänge hinoiiSgekommen. Im Zuiarnmenbang bicicr Probleme spricht Meller die an eine These «rei^enre Vermutung an», die Messingstatue dc, sogenannten Ast.
Notionolmuseum — diese, .DiSkoboloS ber ibutichen Plastik — fe, ur,prunglich al» Tragfigurine für ben eriten pran zum «cbalbsgrab gemeint gewesen
ES folgt die Analyse der Grabes Ernsts von Sachsen nn M a g d e b u rg e r Dom (das Werk von 1494 und 14951 Gj h StnashlC Di'.bopester Estristophstatu'ttc ber Grabplatten der Epitaphien (dieser handwerklichsten Stücke ou, m,r, *\orm b.r$ ®cl,"re' dieser trabitionalsten. unpersönlicheren Bekiindungeni. Danach greift die Darstellung zum Sebaldkgrob ,urüL Dem Proiekt von 1458. dessen gotische Kühnheit auS einer schonen Zeichnung Peter» in der Wiener Akademie ersichtlich am. ^:i^x.^l^cn,crbic "tu beginnende Arbeit zwischen 1507 und 1512
zunächst wohl noch angeschlossen. Als eigentlicher Ikern der Ar-
r n vom Norden zugewandert. Hermann - daS Nurnberger Bürgerrecht. Um 1470 Hebt bie Werkstatt sthou im Flor. Hermann stirbt 1488. Die ÜSerfiiatt L^.'!.dU".v»erbt,ber um 1460 zur Welt gekommen „rFc, ®ltb r*c bl« zu feinem Tode - im Jahre 1529 - ver. nvSr V.r'a,'.? l§t Jn yicn drei Jahrfünften auch nickt aC*r_ ,L1St$cn_ywcS Geiste» au,prägt. Der dritte Sohn °"?- §brt die SBerfftattr nach dem Tod des Baiers während zwanzig ^jagre.
ganische Weise gesunden hat, was die neue Mode, also ein Anorganisches schließlich doch nut bis zur Mißbildung treiben konnte- Mellet legt den größten Nachdruck auf die These, daß der Vischer Kla'luf’e'ri^irt Sl0nK” • ‘‘er'Autochthoner deutscher trinrm Klassiker aus ihm selbst heraus, aus
!°manistsschen Jm?°rt' rornaniftischen Mode, nicht aus dem
M untragischen Tragödie. Noch 15 Jahre steht Vischer bet 2Bcrf=
entscheidet, legt alle Verantwortung au» SuReckve Diete M? chanck des Ungerechten ist ber rechte Gang bet Seit . ®
Die Wcrtbestkmmung der Einfuhr sch eine.
ch- Berlin, L. Septbr. (Priv.-Tel.) In bet Meldung über die gestrige Reichsratssitzung ist dem parlamentarischen Büro, baS die Berichterstattung aus ben Reichsratssitzungen besorgt, ein Irrtum unterlaufen. Die Derorbnung über die Aufhebung des Gesetzes über bie Weribestimmung bet Einfubrscheine, bet der PeichSrat gestern zugestimmt hat, wird nicht am 1. Oktober, son- dem erst am 10. Oktober in Kraft treten. An diesem Tage also würde, wenn ber handelspolitische Ausschuß bcS Reichstages dem Pesch uß de, ReichSratS zuftimmte, bie Angleichung ber Einfuhr- kcheine an bie feit bem 1. August geltenden neuen Getreidezölle in Kraft treten können.
9<r Ueberfall in der Tauerrhienstratze.
ch- JSeriin, 27. Septbr. (Priv^Tel.) Zu dem ungemein frechen Siaub, bet am dellen Tage in bet Tauentzienstraße ftattfanb, ist noch ck melden, daß nach genauerer Feststellung bie Zahl der ge- raubten Stücke, deren Wert etwa 120000 Mark beträgt, sich auf 61 erhobt hat Der ganze Vorgang hat sich i n to e n 1 g c n Minuten abgespielt. Die Verbrecher hatten es sehr eilig Der eine erstieg blitzschnell einen Sessel, ber im Laden stand, langte über die Scheidewand zwischen Schaufenster unb Laben, die ver- chloffen wat und beten Schlüssel bet Geschäftsinhaber in ber ?<W hatte, hinüber, unb streckte seine Hand gleich nach dem Brett in ber Mitte bes Schaufensters auf ber zweiten Bank aus, auf bem bie wertvollsten Sachen lagen. In höchster Eile packte er alles in ferne braune Aktentasche. Was herunterfiel, konnte er nicht auf- taffen, weil eben bie Scheidewand verschlossen wat
Mit einem sehr großen Aufgebot hat die K r i m i n a I p 0 l i z e i auch die vergangene Nacht hindurch nach den Verbrechern gesucht ,jn Berlin würben bereits mehrere Leute angehalten, auf bie aus bem Publikum heraus aufmerksam gemacht worden wat. Sie kommen aber für das Verbrochen nicht in Betracht unb wurden wieber entlassen. Auf telegraphischem Wege würben auch alle
>'°d te be nach ti chtigt: Wien, London, Paris, Druffel, Antwerpen, Amsterdam, die Zentrale beS Diamantbanbels. bestimmte Spur ist noch nicht gefunden. Man verfolgt auch alle Fingerzeige von früheren Raubfällen ähnlicher Art.
Daß es sich um einen von langer Hanb vorbe- tC-r-tetC.n sch lag handelt, darüber besteht kein Zweifel. Plan-
mäßig hat wohl auch der eine der Verbrechet, der steine schlechtes .Beug angezogen, um die Ermittelungen der Kriminalpolizei zu «schweren. D« Erkennungsdienst hat am Tatort FingeraS- Lr„ömC .??iuuben, bie wobl von den Verbrechern betrübten. In rinb di- Abdrücke bisher nicht ge- funden Die Herkunft der FeuerwerlSk orper, die sie zur W nn m nr=HlnbsIi4en P-r'°nen abbrannten,
'u «uch noch nicht testgestellt. ES handelt sich um mindestens sechs ®n 3ünbmatenr^LagC Frösche mit dem erso^r-
Aus dem Reich.
Rechts«««schütz de« Reichstags.
Berlin, 27. Septbr. (Priv-Tel.) Auf ber TageSorbnu'. bes^rechtSauSschusser b e S , R e ich »ta g e » der am 18. Ottobet seine erste Sitzung na-y ben Ferien asthal:, stehen u. a ein Bericht bet Unterkommission über bie Strafprozeßreform; ber Gesetzentwurf über ben Vergleich zur Abwendung be» Kon- kurse» unb demokratische sowie sozialdemokratische Anträge über die Reform des Ehescheidungsrechtes.
Der evavgrlisch-soziale Kongreß.
* Berlin, 27. Septbr. Die diesjährige Hetbstvetsamm- lung des evangelisch-sozialen Kongresse» in Frankfurt a. b. Ober wurde gestern Zmrtfj ben Vorsitzenden, NeichZgerichlspräfident Dr. S i m 0 n » - Leipzig. eröffnet, ber in seiner, Begrüßungsansprache zeigte, baß dieBobensrageeineuropäischesPtoblem ist. Der bekannte Führer der Sobenreformberoegung, Dr. Dammschke, sprach über bie soziale Wirkung bet W 0 hnungS- n 0 t. In ganzTeutschlanb seien 1159 000 Wohnungen zu wenig vor- hanben Das müsse zu Katastrophen führen, wenn eS nicht gelinge, d-n burch bie Einflüsse bet modernen Wirtschaft zermürbten Jnbu- ftriearbeitern ein Eigenheim zu schaffen. Deutschlands Zukunft hängt davon ab, ob unstr sterbende» Volk wieder ein Kindervolk werde. Zu ben Forderungen bei Heimstättengesetze» habe sich auch ReichSptäsibent von Hinoenburg schon vor langem bekannt. Da» Grundgesetz bet Bodenreform sei in ber ReichSversassung verankert.
Weitere Vorträge wurden gehalten von Pfarrer Schubring- Derlin übet bie Kunst in bet Wohnung unb Frau Geh.-Ra! H. Titiu», bie forderte, daß bie Frau von ben nicht notwendigen Arbeiten in bet Wohnung befreit werde, um zu ihren eigenen Pflichten zu kommen, ber Pflege beS Geiste», der Reinheit unb Mütterlichkeit im Heim. Privatdozent Dr. Bechiel-BreSlau sprach über bie Bobenftage al» soziale» Grunbproblem.
Zum Konflikt an der Kandelshochschnle Mannheim.
Zu bet in Nr. 708 bet .Franks. Ztg." veröffentlichten Korrespondenz über ben Konflikt an ber Handelshochschule Pta anheim, übersenbet un» Herr Pros. Dr. W. Prion eine Berichtigung, bie sich auf bie von ihm erstattete gutachtliche Aeußerung unb bie
le sich ber positiven Mitarbeit am Staate endgültig zürnenden ober in verhängnisvollem Opportunismus ben Kommunisten nachlaufen wue. Ueber europäische WirischaftSfragen referierte Staatspräsident a. D. Prof. Hummel (Heidelberg). Et wandte sich gegen bie Behauptung, daß bie internationale Wirtschaftskrise au» Bern Wesen bei Kapitalismus flösse. Tie Ursachen bet Krise seien vielmehr, auf ber einen Seite bet Versailler Vertrag und andererseits da» bolschewistische WittschaftSshstem in Rußland Äl» Endziel für bie Sirt- !chaft»beiri«d!guug Europas forderte er bie Zollunion
_ 3n bet Aussprache ergriff u. a. ber sächsische Finanzminister Tr. Dehne das Wort zu einet bemerkenswerten kritischen Betrachtung der wirtfchasls- unb finanzpolitischen Verhältnisse. Dr. Dehne warnte vor allzu großem Optimismus auf wirtschaftlichem Gebiet. SS fri sehe bedenklich, wenn man das Erwerbslosenproblem mit bem re atze abseitigen wolle, daß man noch auf lange Zeit mit eineinhalb Millionen Erwerbslosen zu rechnen habe. Aus die Dauer ^nne^kein Staat eine solche Menge Beschäftigungsloser ertragen. Dw »olgen eine» solchen Zustande» bewiese bie steigende Stimina- huir. Auch bk produktive Erwerbslosenfürsorge sei keine ent« scheidende Hilfe. Sie würbe auf Jahre hinaus für jeben Etat ben iituin bedeuten. Wirksam zu bekämpfen sei bie SrwerbSlosennot nur an bet Wurzel, nämlich auf dem Wege übet die Außenpolitik. Ter internationale Güteraustausch müsse wieber voll in Fluß kommen, und bie schwachen Valuten in Europa müßten verschwinden Es sei töricht, sich zu freuen, wenn der Franc ober bet pawische Zloty fielen. Auf steuerlichem Gebiet wie» Minister Dr. Dehn« den Vorwurf be» Rrichzsinanzminifterium» zurück, daß, nachdem da» Reich mit ber Sparsamkeit korangegangen sei, nun die Länder und Gemeinden ihm nicht folgten. Man vergesse im Reich, daß bie Länder gar nicht frei im Handeln seien, sondern m weitestem Maße durch reichsgesetzliche Vorschriften gebunden waren, vor allem aber könnten Länder unb Gemeinden bie Finanzpolitik des Reiche» nicht fortsetzen, wenn im Reich sortwährenb ®*Irife gemacht würden, beten tinanzklle Durchführung man auf bie Länder abwälze. Al» ber jetzige Reichssinanzminister Reinhold sich von ,einem sächsischen Wirkungskreis verabschiedete, habe bf sachiische Etat balanciert. Heute sei ein D e f i z i t von 39 Millionen vorhanden. Da» beweise, welche Lasten unterdessen da» Reich den Ländern neu ausgebürdet habe.
Hesse«.
X ®eb RauhEm, 96. Septbr. Der heutige Tag begann mit «Übungen bet Ausschüsse für Landwirtschaft, für Handel und Ge> «tbe unb tut Beamtens ragen. Ta» Ergebnis sand seinen Riedet- fchlag in einer Reihe von Entschließungen. Die Verhandlungen be» Parteitags begannen um 10 Uhr unter bet Leitung be» Abgeordneten Schreiber mit bet Erstattung be» Geschäft», und Kassenbericht». Den Vorschlm;en be» Vorstände» auf (Errichtung eine» Okneraifckctariat« wurde zugestimmt. Finanzminister H e n. rieb sprach in einftünbiger Rebe über die hessischen Fragen. Abg. Reiber berichtete über die Landtag», unb Fraktion»arbeit unb ba» Volksbegehren be# Wirtschaft», und Ordnung» blocke. Während bei der Voranschlagsberatung für das Jahr 1925 der Bauernbund mit seinen Anträgen auf Abbau und mit ber Art feinet Kritik an bet hessischen Finanzwirtschaft noch ziemlich allein ftanb, sand er bei der nut wenige Monate später flattjinbenben Voranschlags, beratung für 1920 weitgehend die Unterstützung ber Teutschen Linkspartei, bie in dieser Zeit offensichtlich eine Schwenkung nach reefet» vollzogen hatte. Da» gemeinsame Vorgehen im Landtag dann zur Bildung bei sog. OrdnungSblocke» und feinem Volksbegehren auf Landtagsauflösung. E» entspricht durchaus dem, was man sich unter einem Ordnung» block vorzustellen hat. der Hessen von seiner Mißwirtschaft befreien will, daß sich zahlreiche seiner Anhänger, durchweg an» ben gehobenen Bevölke- ningrschichten, zweimal eingezeichnet haben, und daß viele Listen zu einem guten Teil von einer Hand hergestellt sind. Die Lozialdcmokraten unb bie Demokraten haben bereit» eindeutig "klärt, daß sie gegen bie LandtagSauflösung kämpfen unb stimmen werben. Da» Zentrum hat eine solche Erklärung noch nickt ab» geben können. Gewisse Umstände lassen darauf schließen, daß einer naren Stellungnahme be» Zentrum» Schwierigkeiten entgegen, stehen Worstand und LanbesauSschuß stehen einstimmig aus dem ^tar.opunrt, baft e- bie Auflösung ber hessischen Koalition bebeutc wenn eine Partei ben Volksentscheid nickt klar und beutlick ab-' lehnt. (Stünnischer Beifall.) Eine Di»kufsi»n fand nicht statt, in einer Resolution wurde diese Erklärung einstimmig gutgeheißen.
Die VoiNandSwoblen ergaben bie Wiederwahl ber seitherigen Mitglieder. Neugewählt wurde Dr. Matz, Darmstadt, al» 3weiter Vorsitzender. Am Nachmittag vereinigte eine öffentliche Kundgebung die republikanische Bevölkerung Bad Nauheims. NeickStagSabgcordncter Hummel und Finanzminister Hen. r i ck warben hier noch einmal unter stärkstem Beifall für ben Ge. bansen de» Einheitsstaates. An bie Führertaguiig bei Republi- Fanifwen Relebsbiuibe» in Berlin wurde ein Sympathie-Telc. gramm abgefanbt.
beitSepoche entstehen aber das Selbstbildnis von 1508 unb bie Apostel.
Unb nun ereignet sich, wa» man in bem von Meller mit ein. locker, dennoch spannender Kunst dargelegten Ablauf die Peripetie nennen mag. ES geschieht, daß Peter Vischer feine höchste Höhe «rr«>cht. um unmittelbar nach bem großen Moment feinet Frei- h"t wie ins Leere zu stürzen. Der Kaiser Maximilian ruft tbn zur Arbeit an den Innsbrucker Erzfiguren. 1513 beendet Pcter Vilcker, bet Arbeit am SebalbSgrab zeitweilig entzogen, den Arthur und ben Theoderich. Ein Handwerksmeister, der den Meistern der freien Künste in bet sozialen unb wirtschaftlichen Hierarchie nicht völlig ebenbürtig ist. tut zwei Werke einer größe- reu Freiheit — unb es ist keineswegs verstiegen, wenn Meller an Giuliano unb Lorenzo vom Medieeergrab bei San Lorenzo in Florenz erinnert Theoderich gleicht an Würde bet Erscheinung bem Pensieroso beS Michelangelo mehr, als die verblüffte Meinung Zunächst wahrhaben mag. Don dieser glorreichen, im edelsten, maßvollsten Sinne emanzipierten Leistung, neben der im Urteil Meller» die übrigen Innsbrucker E^figuven freilich ein wenig .ck niedrig angesetzt scheinen, tritt Vischer in sene einigermaßen engbrüstige Bürgerlichkeit ber Nürnberger Verhältnisse zurück, die auck den aus Venedig unb ben Niederlanden wiederkehrenden Dürer so seht bedrängt hat und die. wahrscheinlichen Protesten der konventionellen Romantik zum Trotz, Nürnberg bis heute zu einem ebenso fatalen als merkwürdigen, zu einem ebenso beklemmenden als erregenden Erlebnis macht.
Dock nicht nur, daß Vischer in diese Situation zutückfinden mug (im Verhältnis zu der er dem StbalbSgrab doch eine so schöne, so weit atmende Liberalität des Intimen gibt): cs kommt nach bmzu, daß ein größerer Vater, nun etwa 50 Jahr« alt. von bett «ohnen überholt, daß er auch vom öffentlichen Bewußt- sein zur Seit« geschoben wird. E» ist die schönste, die am tiefsten bewegende Stelle des Buch», wo dies Exil in Nürnberg selbst mit mehr ahnenden als behauptenden Worten beschrieben wird. Die Arbeit am SebalbSgrab beginnt 1514 wieder. Allein sie steht nun nn Zeichen einer ausgesprochenen und anerkannten Mi'arbeit der Söhne — einer sozusagen offiziellen, schon vom damaligen Nürnberg gewährleisteten Mitarbeit. Die Gestalt Peters stehl nun fctttoarfS.
Er ist auf feine Weise beinahe schon boS, was man heute einen Reaktionär nennen würbe. Er besitzt eine Sammlung von 300 ober 400 „altfränkischen (da» ist: gotischen) Figuren. Er begegnet in bteier Sammlung, leibst ein Romantiker auf seine Weise, bem Ro- manhSmuS seines Kaisers. Aber bie neue Zeit will eine neue Mobe.
ck die italienische Mobe. Hermann, ber älteste Sohn (^ermann der Zweite), hat Italien bereist. Han», ber Bilbner bes Upollobrunnen» im Nürnberger Rathaus, ist ein Romanist. Aber es ist eine neue Mode, nickt eigentlich eine neue Gesinnung, eine neue Wahrheit, bie ben fünfzigjährigen Peter Vischer aus bem ®lctS brangt; und es ist — wohlzuverstehen — auch nicht ein ä-r, C tCtCifn rUc6t cm. "»fruchtbar gewordener Peter Drsther. ben bie neue Mode au» „.m Weg wirst, sondern ein Disch«?, der auf ot>
. Slnlf£r “b ®- dr°s. Dr. Sehfert. der Vorsitzende bet demokratischen Sanbtngsfraftion, trat für die Koalition ein wobei ” "^ngSvoll daraus blnroie», daß diejenigen auf bet Rechten, bie die Wirtschaftskrise jur Agitation gegen bie Koalition au», nuben sich 'm «runde derselben Demagogie schuldig machten, mit ber seinerzeit bie Kommunisten die Not der Erwerbslosen für ihre Parteizwecke ausgebeutet haben. Auf kulturpolittschem Gebiete bestehe bie Gefahr, daß bie Begriffe national unb christlich, die in ihrem tiefinnerften Sinn ber Demokratie heilig seien, mißbraucht und zu Iben Schlagwörtern begrablert würden.
t ^kftrate sanden den lebhaftesten Beifall der zahlreich beschickten Versammlung. Eine rege Aussprache brachte weitere Klärung der akuten Probleme und verstärkte den Eindruck daß die Partei geschloffen und schlagfertig in den Landtagswahl, kampf gehen wird.
Wir«schaf»-au«fchvS der sächsischen Demokraten.
Huf einet v°>n Wirtschaft», ao»schuß bet Deutschen Demokratischen Partei in Sachsen ab- e?T. Vräsidcnten des Ausschusses Pros. Dr. Kastner dihung sprach Dr. Wieland (Ulm), der Präsident de» ReichSauSschusse» für Handel. Industrie und Gewerbe beim Hauptvorstand der Deutschen Demokratischen Partei, über die Zukunft bet deutschen W i r t s ch a s ft Et kam ü. a. auf bie ’t-Otberungen Eilverbcrg» zu sprechen, bie er start unterstrich $ie Sozialdemokratie stehe jetzt vor ber schweren Entscheidung, ob ftretfe in Rechtecke, schwingende Rundungen in stumpse Trapeze.
■FP0®oJt ckifgehvrt hat. zu existieren, weil die Popen »ick! mehr Dom Staat erhalten werden, scheint die Ueber- Zeugung der meisten zu sein. Die Naivität in metaphysischen ■,r<orCn fl,nbct man in dieser Art und Vollkommenheit nur noch n*Slm^l^L ^nb ?n Moskau tarn es wirklich zu einem äffens. äro,l^tn dem Führer einer ber häufigen ame- ?7°N'scken Delegationen und einem Moskauer Professor über die Existenz Gotte» und über die Verttäglichkeit des Glaubens .m,t ,®et marxistijchen Weltanschauung. Unb eS war gan, wie in einem New Borker Klub . . .
E» wäre freilich ander» kaum möglich. Dielleicht muß Mc große Masse zuerst durch die Oberfläche der Erkenntnis. I mi'L1'!. -X™ .eilti8c 5a£,tc befreit von der tiefsten Blind- heitl Wahrjcheinlwh muß es dauern, bis allgemein wird, was wirklich neu tm schöpferischen ist. Denn eine neue Art, zu Ichas, en und aufzunehmen, zu schreiben unb zu lesen, zu denken unbj'u Horen, zu lehren und zu erfahren, zu malen unb zu betrachten, ist hier entstanden. Daneben bleibt alles andere »a» eS ist: gespenstisch. — '
Teter Wscher.
Zu einer Monographie.
Nun ist uns die Monographie über Peter Vischer, den Rürn« verger Erzbildner. endlich oargebracht. Sie ist die Arbeit des in Nck"ck<m lebenden deutsch-ungarische,1 Gclrbrteu Simon Mel. le r. Wkigltuende Arbeit: sie sst gelehrt- ohne un» bas Bewußt- auriudrängen: sie hat nickst ben widerwärtigen Ge. schmuck der .tvad,fhitnc ; sie ist nur einfach auf jede möcliche Weife gründlich: sie beherrscht die fritifdKn Methoden- ohne damit mehr zu «ollen al» etwa» Selbstverständliches, das auch dem Laien ein- Teuftet. JD<ht allen Sicherheiten ber wissenschaftliche,1 Forschuna «uigerusttt, gewahtt dies Buck dock den schönen Eindruck bei Niickrlicken. E» ist auf einem guten menschlichen Grunde gewach- wurzelt in der Unbefangenbeit unb Lebendigkeit der I^A-nn-«9- a^ikt «"ch das Kritisch Technische im richtigen k,« rett»! und mit dem reckten Ton. Eine glückliche Verbindung wfh-^-n G=bl Vu” Hc Allgemeinheit angenehm an.
gufr.crfKn- c' lernst bas den Forscher befriedigen wird, ohne den
J kr: 3,1 Tfl^,n- (Der schöne 'Band er-
c§.7r Ä-.-rr ^?^'^?nd etwa 150 Abbildungen in der von brraurgegebenen, vom Jnselvctlag getragenen Reihe der .Deutschen Meist-.?.)
crftf eigentliche Monographie über etnen .^beichend^i deutschen Künstler erstatten staben ist ts notwendig, über ben Rahmen einer kurzen Anzeige hinauszugehen.
Ktr-skman« 5ber Venlschland ««d Frankreich.
P-riS, Tl. Septbr. (Wolff.) Der ..Matt n* veröffentlicht heute etn bem sich zur Zeit in Berlin awhaltenden Außenpolitiker be» B atte». S a u e r w e i n. vom Reichsminister des Auswärtigen ge- wahrten Interview.
Rrichsminister Dr. S t r e f e m a n n führte barin. nachdem ihm ber Außenpolitiker de» ..Matin' über bie Haltung ber öffentlichen Meinung in Frankreich zu der Frage einer deutsch, rranzösiicken Annäherung feine Ansichten dargelegt und inSstcfon- bete heckorgehoben hatte, daß bei ben militärischen unb stnan- jietlen «eichverstänbigen Schwierigkeiten bei ber Anbahnung einer Annäherung der beiden Länder entstehen könnten, u. a. au»: Ich btn nicht überrascht, daß von den Sachverständigen beider Länder r •!n v u n 9 c n erhoben werden, aber vergessen wir anderer- seit» Nickt da» engliiche Sprichwort: Wo ein Wille ist, ba ® LR' Tatsache ist, baß Brianb und ich über bie Möglichkeit einer Annäherung einer Meinung sind. Dabei Hk.?, Stianb noch ich schlechte Pattioten sind. Eine Verhöhnung zwischen Frankreich und Deutschlanb wirb umso wirksamer tein, al, sie unter ber Mitwirkung von Staaten wie England, Belgien und Italien stattfinben wirb, bie auch ben Der-
Socarno unterzeichnet haben. Das Frankreich und Deutschland anbelangt, so ist aste» wie f st r e i n c Annäste - rung «»schaffen: die einander ergänzenden Wfttschasi». die geographische Nachbarschaft, die unbestreitbare Tapfer- leit beider Völker, ber Arbeit»- unb Ordnungssinn.
6» folgen im Buche Meller» die Kapitel über bie 1Snbne ec«-.
!?£ e ix' ÄpÄX» ! ।— Wilhelm Hausenstein.
EebeK^M. anä. flcmr,nt h°t, könnt?den Untertitel sEMsUß?°-- ertränkt, unb die Kalckemme in l.n.. Branntwein
meingut geworbene Weibchen toirbcrtrifrtc'',nätol*1^? ^um «schiebt, fällt ber Ä ÄS
wa^rha tig er 'zeigte flL ^de.ein bißchen geklatscht. Und Zigern. G?tt Vnd ÄCÄ. ÜLM Fünf-
er ferner bamftl ’ " M hc8 ^anit — aoer uns verschone
- - E. R.
3«r berliner Polizeia«skell«»g.
6ine (Einmischung des ReiehötoehrministerinniS.
(Privattelegramm bet „Frankfurter Zeitung*.)
O- Berlin, 27. Septbr. Die .Doff. Atg.' hat gestern über einen Eingriff von Reichsbehörden in bie Vorbereitungen der Großen Berliner Poliz-j-Au-stellung Mitteilungen gemacht, bie bringend einer Klarstellung von amtlicher Seite bedürfen. Danach stabe da» Reichswehrministerium vor einigen Tagen die Entfernung von gewissem Material aus der geschloffenen Abteilung der Polizei-Ausstellung verlangt- Nach Informationen d.'s Blattes handele es sich in der Hauptsache um folgende Stücke:
1. bie Maschinenpistole, mit der Walter Rachenau ermordet wurde. Da» ReichSwebrministerium begründet diese Forderung mit .Pietät gegen bie Angehörigen";
2. baS geiamte Material, da» mit dem Fememord Wilm» in Verbindung steht;
3. bie Ausstellungsobjekte übet bie Bandentaten bet Kommunisten Höl; unb Plettner;
4. da» Wort .Feme", selbst soweit es auf Plakaten be» Unter- luchungSrichterS verkommt. An Stelle von Fememorb sei ba» Wort .Scrrätermorb* zu setzen;
5. sei verlangt worben- alle militärischen Bezeichnungen, Dienstgrade usw., bei der Darstellung politischer Straftaten zu überkleben.
Zu diesen Veröffentlichungen wird vom ReichSwehtministerium erstatt, daß eS bei bet Vorbesichtigung ber Ausstellung bem ReichSministerium bes Innern gegenüber lediglich zum Ausdruck gebracht habe, wie eS unter Punkt 5 bet Mitteilungen bet .Voss. 3tg.' angebeutet wurde, auf den ausgehängten Plakaten bie Bezeichnungen .Schütze", .Felbwebel" usw. zu entfernen, wo» vom Reichswehrministerium damit begründet wurde, daß bie auf ben Plakaten genannten Personen gar nicht Soldaten gewesen seien unb sich bie T ienstgrabbeZeichnungen zu Unrecht selbst beigelegt hätten. An den unter Punkt 1 bis 4 aufgeführten Beanstandungen fei baS ReichSwehtministerium nicht beteiligt.
Mit diesen Feststellungen ist die Sache natürlich nicht erledigt. Eine Aeußerung anderer Reichsstellen, die hier in Frage kommen, vor allem be» Reichsministerium» bes Innern, nrirb sich nicht umgehen lassen.
Dr. Friedrusdurg.
(Ptivattelegtammbet..FrankfuttetZeitun g*.)
Berlin, 27. Septbr. Die Angaben, bte Vizepräsident Dr. FriebenSburg auf ber Tagung be» Republikanischen ReichSbunbeS über bie Verhaftung be» Dr. Dietz gemacht bat, haben bte Teutsch, nationale Dolkspartei unb die Teutsche Volk»Partei veranlaßt, im Preußischen Landtage Anfragen an die Regierung zu richten. Die Anfrage der Deutschen Volkspartei zitiert aus der Rebe Dr. FttebensburgS b:e Sätze, baß es bet preußischen Regierung im Fruhjanr b. I. trotz schwersten Belastungsmaterials nicht möglich gewesen sei, einen bet an ben reasttonären Putschvorbereitungen Beteiligten auch nur in Untersuchungshaft zu bringen, daß bagegen vor einigen Wochen, währenb bas Verfahren gegen bie Hochver- rötet noch schwebte, einer ber Leute, bie in erster Linie ber preu« bocken Regierung baS Belastungsmaterial hätten zukommen lassen, wegen angeblichen Verrats militärischer Geheimnijso verhaftet worden sei. Diese Darlegungen Dr. Friedensburgs seien, so behauptet bie Anfrage, ein unbegrünbetet unb unberechtigter Angriff gegen die Rechtspflege. Das Staatsministerium wirb gefragt, ob es bie(es Vorgehen be» Berliner Dizepolizeipräsidenten billige. Die Deutfchnaflonalen beschränken sich ihrerfeit» auf bie Frage, ost Dr. Dietz tatsächlich ber Vertrauensmann der Polizei gewesen sei und welche positiven Angaben er gemacht habe.
Berlin, 27- Septbr. Zu der Feststellung de» Dizepolizei- prästdenten Dr. Friedensburg, daß der Enthüllet des Elatz- sch-n Putschplanes, D r. H e i n r i ch D i e h, auf Weisung bei Oberraichsanwalt» verhaftet worden ist, hören wir noch, daß der Polizei vom Qberreichsanwalt lediglich mitgeteilt worden ist, Dietz sei wegen Verrats militärischer Geheimnisse in Hast genommen worden. Aus welche Tatsachen sich dieser Vorwurf stützt, war in dem Schreiben de» Oberreichsanwalts an di« Polizei nicht angegeben. Um so dringender muß demgegenüber die Forderung erhoben werden, daß die amtlichen Stellen sich möglichst bald und möglichst klar über diesen sonderbaren Fall äußern.
Eine Kichtiglrellvng.
Berlln, 26. Sesttbr. (Wolfs.) Polizeipräsident Friedens, bürg bittet da» W. T. B. um Aufnahme folgender Richtigst e l l u n g: In einem Teil bet Presse werben über bie Diskus- jwnSrede. bte Polizeipräsident Frieden Sbura am Samstag auf bet Republikanischen Führertagung hielt. Mtteilungcn ge- bracht, bie bem Wortlaut dieser Rede nicht entsprechen und Anlaß zu M i tz v e r st ä n d n t s s e n geben können. Bel der Schilderung der Ungleichmäßigkeit in ber Dehanblung polizeilicher Maßnahmen hat FriebenSburg, ber im übrigen felbstverftäntflick al» reiner Privatmann unb al» Bundermitglieb sprach, bie Auflösung einer rabikalen Organisation erwähnt, aber nicht etwa gesagt, bet be- treffenbe Verein habe sich nach München begeben, sondern er hat zur Schilderung der Reck;tSlage daraus hingewiesen, der in Preu. Ben aufgelöste Verein könne sich in einen anderen Einzelstaat be- geben und dort feine Tätigkeit forisetzen. Eine ungleichmäßige pol!- zeiliche Behandlung von Einzelfragen in Berlin und München ist nur unter dem Gesichtspunkt der Ausweisungen erfolgt, wobei Frie- benssturg barauf binwieS, daß sich in Müicken jemand aufhalten könne, der in Berlin aus Preußen ausgelaufen worden sei, und umgekehrt. Weiter bat Friedensburg nicht gesagt, da» Hochverrats- Verfahren gegen Elaß könne auf keinen Erfolg rechnen, sondern führte au», nur der AuSgang diese» Verfahren» sei noch zweifelhaft.
assitzende der Landespartei, hielt ein umfassende» Referat r Feststellung begann, daß lediglich die Politck ,u Er- folgen gefühn haste, deren Vorkämpfer früher al» Landesverräter ^zeichnet worden feien. Der große moralische Erfolg der Genfer Ereignisse sei, daß die deutsche Republik nun al» Großmacht an- ettannt werde. Ästet man müsse auch betonen, daß Deutschland für bte «öircreeritänbtaung die größten Opfer brinae. und et fei 3“ »offen, daß auch Poincar« einfehe und danach handele, daß die Ätmojphäre eine andere geworden sei. Das Gebot der Zeit »erlange die europäische W i 11 sch a f t s-E n t e n t e. Poin- rarst müsse sich sagen, daß In einem Teutlchland. da» aus einem folgen Organismus nicht wegzudenken und Mitglied be» Völker- bunbe» ist, für Kontrollkommissionen, Besatzung und Saarregime tein Raum mehr Ist Allecklnas müsse man sta> darüber klar jein daß die Befreiung de» Saargesttet« ohne finanzielle Opfer nicht möglich ist daß wir vertraglich verpflichtet sind, bie Saargruden Mtückzukaufen. Siner etwaigen Revision be» Dawe»- batte» dürfe der Weg nicht verstaut werden, denn eS muhe gesagt werden, daß da» Tawesabkommen, ba» einst sinnvoll gewesen fei, heute nicht getragen werden könne. Minister Kulz fasste seine außenpolitischen Darlegungen. In einem Bekennt- ni» zum Optimismus zusammen, ber berechtigt sei,
weil die internationale Winschaftlnot ganz natürlich zur internationalen Verständigung zwinge. Eine internationale wirtschaftliche Kooperation fei unbedingte Notwendigkeit, unb schließlich müsse die europäische Zollunion angeftrestt werden; denn nur so könne da» jetzt in zwanzig Wirtschaftsgebiete gerriffene Suropa sich gegenüber bem großen geschlossenen amerikani;chen WirtsehaftSaesttet behaupten. Der Redner wandte sich bann den i n n e r p 01i 11 sch e n Fragen zu. Gewisse Kreise hätten anaeoeutet. baß Teutsck'.and «in sozialer Fürsorgestaat ge- worden sei. Er nehme diese» ironisch gemeinte Wort in positivem Sinn; denn tratst bem verlorenen Kriege müsse Deutschland ein sozialer Fürsorgestaat fein. Wer glaube, diese Aufgaben einschränken zu können, fei ein Utopist. Hinsichtlich bet Wirtschaft», frife fei manchen, besonder» industriellen Unternehmern der Vor- wun nicht zu ersparen, daß sie während bet Inflation bie Betriebe ncht intensiv verbessert, fonbern bie ProbuktionsstnsiS extensiv ver- brettert hasten, unb bie» zu einer Zeit, als die Konsumkraft be» Innenmarke, ravid sank. In rein politischer Hinsicht fei wohl unbestritten, baß dir Republik sich konsolibiert stabe und nicht mehr al» ernstlich gefästtbet angesehen werben könne. Wer heute zu putschen veriuche, spiele nut noch mit feiner eigenen Existenz. Daß sich immer mehr einst ganz oppositionelle Schichten verstände», mäplg zur Republik finden, bewiesen die Kongresse bet letzten sielt. Auch die Rechtsparteien haben in Wirklichkeit ringesehen, daß' bte bemofratiicsten unb republikanischen Parteien in der Masse bei Bolle» Fuß gefaßt hasten. Die Deutsche Demokratische Partei müsse jede Politik verwerten, bie darauf attSgehe, da» Voll zu spalten und bie Sozialdemokratie von der Mitarbeit am Staate auSzu- schließen. Da» oelt« gan, besonder» von Sachsen, wo bet mittlerweile geichcfterte Versuch, einen Bürgetblock aufju- mo4en einen bibcstologlststen Fehlgriff schlimmster Art datstelle. Bon einet sozialistischen Mißwirtschaft in Sachsen zu sprechen, sei flnt fwfje 2üge. Im übrigen schienen bte Bürgerstlock-Anstänger bet Volkspartei ganz ck .vergessen, hast sie ja mit ihren Ick ^Täcksen gäbe e» überhaupt keine andere Regiening». mögNchkelt als He Zusammenarbeit mit ber eojlafbemejratle. Dte W i r t s ch a f t» p a r t ei e n feien gänzlich überflüssig. Es fei zu bekämpfen, baß allgemeine poNUsche Notwendigkeit durch wirtschaftliche Son- derinteressen aufgelo&rt trab getrübt würden. Den Wehr- verbänden bestrettet ber Redner jede» Recht, zur nationalen Samin, lung auizurufen. Ersten» feien die verbände unter sich selber auf» ärgste «theilen, unb zweiten, machten diese Verstände ihr natio-
*" 9°n» verfehlter, nämlich in außenpolitisch gefästr. Itistet ZBeife geltend. Die Soldatenspleleret, durch die nebenbei nicht einer wehrhaft gemacht werde, stabe nut den Erfolg, < kraus^sischrn Ehauvinisten Argumente in die Hände' gebe. Wenn die Wehrverbände wtrNich national sich betätigen »anten, bann müssten sie sich diese Wirkungen Hat machen.
Der nächste Referent, ber sächsische Finanzminister Dr. Dehne «rteibigte energisch die sächsische K oa l i I i 0 n » p ol l i i k' Er wandte sich entschieden gegen dte Bürgetblock-Be- ftrebungen unb peOte bte Forderung auf, daß man ntemanb, ber ebtn* auf bem Boden bet Verfassung mltjuarbeiten willen, [et, ckrückweisen dürfe.
