Dienstag, 88» November 1936
Frankfurter Handelsblatt.
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*Zur Kursoßstaltuno der preußisdien Rens ßnhrißfß
D Berlin, 20. November.
Die Kurse der preußischen Rentenbriefe sind seit ihrer amtlichen Wiedernotierung am 18. Febr. d. J. fast auf das Dreifache des Einführungswertes gestiegen, in der letzten Woche unter vielfachen Repartierungen. Wir haben uns am 10. März d. J. eingehend mit der einschlägigen Aufwertungsmaterie befaßt. Sofort nach Notizaufnahme setzte die lebhafte Bewegung ein. Es war aber noch nichts über die Teilungsmasse der Rentenban’ken bekannt. Die Veröffentlichung der ersten Ziffern erfolgte erst Ausgang August. Sie lieferten Aufschluß über die Auftriebsgründe und brachten diese neu zur Wirkung. Denn die Maximalquoten für die Rentenbriefaufwetung übertrafen z. T. weitaus die der Hypothekenbanken und Landschaften. Den niedrigsten Satz von 20 pCL verzeichnete die Rentenbank für das ehemalige Herzogtum Lauenburg, den höchsten Hannover mit 29.8 pCt. Wie sich nun weiter der Kurs der Rentenbriefe einstellen kann, hängt wesentlich ab von der Frage nach den voraussichtlichen Abzügen auf Grund nicht durchführbarer Rückwirkung oder auf Grund der Härteklausel des § g Aufw.-Ges. Die ersten Mitteilungen der Rentenbanken über das Maß dieser Herabsetzungen und die Zahl der Anträge sind laut Verordnung vom 9. Februar 1920 erst in 1927 bis 31. August zu erwarten. Die Veröffentlichungen über die Teilungsmassen erfolgen im Gegensatz zu denen anderer Realkreditinstitute nur einmal im Jahr. Daher ist man auf Schätzungen angewiesen. In der Motivierung solcher Schätzungen beruht manches auf bloße Annahme, manches auf irriger Interpretierung der Rechtslage. Nur im Kerne kann man kaum danebengeifen.
Wir hatten s. Zt. darauf hingewiesen, daß selbst unter Fortfall falscher Voraussetzungen eine Reihe von Momenten bleibt, die eine Vorzugsstellung dor Rentenbriefe vor den Pfandbriefen der Hypothekenbanken oder der Landschaften begründet. Es sind dies kurz: 1. die unbedingte Erststelligkeit im Grundbuch, 2. der Fortfall jedes Verwaltungskostonbeitrages (Hypotheken- banken-Masso 8 pCt., Landschaften-Masse 5 pCt.) und 3. die Bestimmung, daß die eigenen aus Mitteln des Reservefonds angekauften Rentenbriefe von der Verteilung ausgeschlossen sind.
Von diesen drei Vorzügen kommen die beiden letzten schon in don, von der nachfolgenden Tabelle wiederholten Quoten zum Ausdruck, auch im Vergleich mit denen der Hypothekenbanken; denn diese haben den Verwaltungskostenboitrag jeweils sofort abgesetzt. Dio Erstrangigkeit der Eintragung spricht für die Wahrscheinlichkeit, daß die Ausfälle aus der Rückwirkung, die an sich, wie uns erklärt wird, in großem Umfange stattgefunden hat, klein sein werden, und daß sie seltener vorkommen, als wenn die Schuld an zweiter oder dritter Stelle stände. Man glaubt an der Börse, daß .diesen Herabsetzungsanträgen deshalb wenig Erfolg beschieden sei, weil auch die zugrunde liegenden Forderungen meist unbedeutend seien. Dies trifft jedoch, wie wir s. Zt. ausgoführt hatten, nur bedingt zu. Die von den Rentenbanken aufzuwertenden Rontenforderun- gen zerfallen in zwei Arten, in die sog. Ablös ungsrenteu (Ablösung für frühere Reallasten in Diensten und Rechten) und in die Rentengutsrenten, die aus der Kolonisationstätigkeit entstanden sind. Die Ablösungsrenten sind in der Tat gering. die Rentengutsrenten, die wahrscheinlich den größten Teil dor Masse ausmachen, aber.nicht. Denn die Beleihung der Rentengüter ging bis zu 90 pCt. des Taxwertes, und es wurden jährlich etwa 31 20 Mill, für diese Zwecke hergegeben. Immerhin ist der Gesamtumlauf an Rontonbriefen erheblich schmäler als der an Hypothekenbank-Pfandbriefon.
Rentenbanken 18/2. 1113. I 20/8.
22/11.
Teilungs- mässe
Max ■ Quote
Kurs in Proz. d. Masse
Hannover .....
Kurmark .......
Pommern
Rhein!.-Westfalen ....
Schlesien ............
tiohlesw.-HolsL
Hy p. - Banken Bayer. Hyp. ......... Franks. Pf.-Bk. ..._.
Gothaer Grdkr. —....
Prouß. Boden ...—
PronB. Centralb.. ....
6.75
16.9
16.5
6.5
10
14.75
6.4
9.1
12 6
6.5
9.75
16.75
6.8
10.9
16.35
6.4
9.25
13.5
8.7
9.7
14.95
10.17
11.7
13.25
8.75
9.89
11.95
7-5
9.1
9.75
8-17
8.97
10.15
209
29.8
69.8
17.0
25.6
27.7
64.0
1925
64.9
—
29
65 8
19.50
26.7
73.0
1675
243
66.9
17.6
24.72
5.13’
70.4
1565
22.33
2.51"
69.4
14.20
19.45
4.33"
71.9
11.55
18.35
5.71"
62.4
1225
18.70
5.34"
65.3
16.10
23.78
673
Landsch. Ztr.
13.75 14.25 14.05
• Davon Rückwirkungshypotheken in pCt
Vorausgsetzt, daß die Berechtigung des jetzigen Kursstandes der Hypothekenbank-Pfandbriefe von etwa 65 bis 70 pCt. der Maximalquoten aus der Teilungsmasse anerkenn wird, so erscheint ein Kursniveau der Rentenbriefe in gleicher Flöhe verständlich. Dieses ist, wie die Tabelle zeigt, jetzt erreicht. Für den weiteren Verlauf wird es darauf ankommen, wie die Durchführung der Teilungsmassenablösung vor sich geht. In der schon zitierten Verordnung vom Februar wurde die Ausschüttung von G o l’d - renten Briefen angekündigt, also eine Maßnahme, die die Hypothekenbanken gerade jetzt treffen. Aber man hat nichts mehr von der Ausführung dieser Absicht durch die Rentenbanken gehört. Auf Anfrage hören wir, daß man warten wolle, bis mehr Herabsetzungsanträge erledigt seien, sodaß der Ueberblick über die Ausfälle größer wird. Das deutet wohl darauf hin, daß im Gegensatz zu den Hypothekenbanken Teilausschüttungen vermieden werden sollen.
Wie die Ausstattung der Goldrentenbriefe sein wird, ist noch unentschieden. Man hat insofern keine Vergleichsmöglichkeit, als die Aufwertungstorderungen dor Rentenbanken keine mit festem Nominalzins ausgestatteten Lasten sind, sondern eben Renten, deren Verzinsung in der Höhe der Rate und der Dauer der Zahlungen lag. Die Verzinsung errechnete sich s. Zt. auf 3% bis 4 pCt. (so lautete auch der Zinsfuß der Ren- tenbriefo). Ob man nun folgern kann, daß gemäß § 28 Aufw.- Ges. die Festsetzung der Renten bzw. ihre Kapitalisierung so zu geschehen hat, wie dies einer 5proz. Verzinsung ab 1928 entspräche. steht dahin. Deshalb ist auch die Vermutung unge- w i ß, die Goldrentenbriefo müßten Sprozontig sein, weil der Verwaltungskostenbeitrag entfällt, der bei don Hypothekenbanken anläßlich der Normierung des Zinsfußes der Liquidationspfandbriefe auf 4'/-- pCt. eingerechnet wurde. Nach 8 6 dor mehrfach zitierten Februarverordnung soll dor Goldmarkkapitalwert nach dem alten Rentenbankgesetz von 1850 bzw. seinen Ergänzungen von 1891 und 1896 festgestellt werden, also eigentlich nicht nach dem Aufw.-Ges. Viel wichtiger als der Zinsfuß der Goldrentenbriefe dürfte die Frage der Tilgung sein. Ein fester Rückzahlungstermin, etwa das Jahr 1932, steht außer Betracht: dies nicht deshalb, weil wie bei den Hypothekenbanken ein Teil der Aufwertungsforderungen über 1932 hinaus prolongiert wird, sondern weil überhaupt die Forderungen der Rentenbanken nicht per 1932 fällig gemacht sind. Die Renten leben mit ihren ursprünglichen periodischen Ablösungsterminen wieder auf, die Rückzahlung der Amortisation sollte sich in Zeiträumen von bis zu 50 Jahren vollziehen. Der Wert der Goldrentenbriefe wird also in diesem Punkt, ganz davon abhängon, wie schnell man Auslosungen erwarten kann. Sind die Renten, auch die aus der Schaffung von Rentengütern herrührenden, wirklich so minimal, wie man glaubt, dann besteht die Möglichkeit, daß die Schuldner in großem Maße sich vorzeitig davon befreien, um die erste Stelle im Grundbuch freizumachen. Dio Tilgung kann nur durch Barablösung, nicht, auch durch Einlieferung von Rentenbrieien geschehen. Anscheinend soll dieses Prinzip auch nach Existenz der neuen Goldrentenbriefe erhalten bleiben.
Wir würden es für zweckmäßig halten, wenn sich die Aufsichtsbehörde, d. h. der preußische Staat nach Möglichkeit eine Beschleunigung angelegen sein läßt und daß mit der Herausgabe der Verordnung über die Goldrentenbriefe nicht bis zur Erledigung des letzten Herabsetzungsantrages und des letzten Aufwertungsstreites gewartet wird.
* Vom spanischen Kapitalmarkt. Man schreibt uns: „Am spanischen Kapitalmarkt ergeben sich unter der Einwirkung größerer Ansprüche in den letzten zwei Monaten die ersten Anzeichen einer Geldverteue rung, durch die Erhöhung des Hypothekarzinsfußes der Spanischen Nationalhypothekenbank (Banco Hipotecario de Espana), der seit Frühjahr 1925 ununterbrochen auf 5% (vorher 6) pCt. stand, auf 6 pCt. Die Tatsache, daß zu dem ordentlichen Bedarf der Wirtschaft von rund Pes. 35 Mill, und der vom Ministerrat genehmigten kolumbischen Anleihetransaktion von Pes. 100 Mill, (noch nicht aufgelegt), am 16. d. M. eine neue (nach telegraphischen Nachrichten vierfach überzeichnete) öproz. amortisable Staatsanleihe (rückzahlbar innerhalb 50 Jahren) von Pes. 225 Mill. (Emissionskurs 99 pCt., Nettorendite 5.05 pCt.) trat, scheint bestimmend für die Aenderung des Landeshypothekarzinsfußes gewesen zu sein. Von den in letzter Zeit begebenen Anleihen der Privatwirtschaft seien kurz erwähnt: Pes. 12.50 Mill, ßproz. Hvpothekarpfandbriefe des Banco de Crödito Local, Madrid (Emissionskurs 97 pCt.), Pes. 15 MiU, öprox. steuerfreie Hypothekaranleihe der Kunst-
Abendblatt der Nrankfnrter Zeitung.
düngerfabrik S. A. Gros, Barcelona, (A.-K. 30 Miss, Res. 18 Mill, Dividende 1920/1925 je 10 pCt.; Emissionskurs 96 pCt, Nettorendite 6.25 pCt.) und Pes. 5 Mill, steuerfreie ßproz. Obligationenanleihe des Wasserwerkes Aguas Potables y Majoras de Valencia (Emissionskurs 96 pCt.)“
* Rekordeinnahmen der amerikanischen Eisen- bannen. Unser New Yorker m-Korrespondent schreibt: „Die Reineinnahmen der amerikanischen Eisenbahnen werden in diesem Jahre schätzungsweise Doll. 1.240 Mill, gegen Doll. 1.136 i. V. betragen und damit eine bisher noch nie erreichte Höhe erzielen. In den ersten 9 Monaten wurden bereits netto Doll. 887.9 Mill, eingenommen, und da auch die Oktobereinnahmen sehr hoch sind und die Statistiken der Wagenverladungen in den letzten Wochen recht günstige Ergebnisse aufwiesen, sind die Erwartungen der Eisenbahngesellschaften hoch. Die Bahnen erwarten die seit langem nicht mehr erreichte günstige Verzinsung von etwa 5.75 pCt. auf ihren durch die Interstate Commerce Commission auf Doll. 21.1 Milliarden veranschlagten Wert. Die Roheinnah- m e n in den ersten 9 Monaten betrugen Doll. 4.748 Milliarden, übersteigen also die Roheinnahmen des letzten Jahres von Doll. 4.534 Milliarden um 4.7 pCt. In der gleichen Periode sind die Betriebskosten nur um 2.7 pCt., nämlich von Doll. 3.396 Milliarden in den ersten 9 Monaten des letzten Jahres auf Doll. 3.488 Milliarden in den ersten 9 Monaten dieses Jahres gestiegen, was eine rationellere Betriebsführung beweist.“
* Zum Streit über das Kompensationsverhältnis bei der Filmeinfuhr schreibt unsere Berliner Redaktion: „Das Kompensationssystem knüpft bekanntlich das Recht, Einfuhrfilme.zur Aufführung zu bringen, an den Nachweis des Verleihers, daß er in seinem Vertriebe für jeden ausländischen Film einen zensierten, vorher noch nicht verliehenen, neu hergestellten deutschen Film von ungefähr gleicher Bildlänge verleiht. In Nr. 619 haben wir dieses System näher erläutert und damals auch auf Bestrebungen verwiesen, die auf eine Verschärfung des Kompensationsverhältnisses von 1:1 auf 2:1 hinausliefcn, so wie es für ausländische Lehr- und Kulturfilme bereits der Fall ist
Diese Bestrebungen sind inzwischen fortgesetzt worden, und heute vertritt neben dem damals erwähnten Reichsverband der deutschen Lichtsnieltheater auch der Zontralverband der Filmverleiher, der der Spitzenorganisation der deutschen Filmindustrie angeschlossen ist, und ebenso dio dor Spitzenorganisation bis jetzt nicht angehörende Vereinigung Deutscher Filmfabrikanten, die eine Reihe von mittleren und kleineren Herstellern umfaßt, die gleiche Forderung. Innerhalb der zahlreichen übrigen Verbände sind die Meinungen geteilt. Der Verband der Filmindustriellen (Spitzenorganisation). dem dio großen Firmen wie Ufa, Phöbus und ihre Töchter angeboren, ist aber gegen eine Aenderung des bisherigen Zustandes. Die Streitfrage bekommt insofern gerade jetzt Bedeutung. als in jedem Dezember die Richtlinien für die Einfuhr belichte ter Kinofilme für nächste Jahr neu festgesetzt werden. Innerhalb dor Spitzenorganisation der deutschen Filmindustrie hat im Hinblick heirauf kürzlich eine Auseinandersetzung über die Gestaltung dos Kompensationsverhältnisses stattgefunden. Da Uebereinstimmung nicht erzielt werden konnte, hat die Spitzenorganisation es abgelehnt, im zuständigen Reichswirtschaftsministerium einen entsprechenden Antrag zu unterbreiten, so daß die Verbände, die für eine Verschärfung auf 2:1 sind, von sich aus dem Ministerium ihre Wünsche mitteilen worden. Bis jetzt sollen allerdings offizielle Anträge noch nicht cingegangon sein.
Die Befürworter behaupten, daß die Gegner jeder Aenderung des bisherigen Zustandes sich im wesentlichen aus denjenigen Fabrikanten und Verleihern rekrutieren, die wie z. B. die Ufa feste Abmachungen mit amerikanischen Fabrikanten eingegangen. sind. Denn nur in deren Interesse läge eine Aufrechterhaltung des alten Verhältnisses. Würde es nämlich verschärft, so würden diese Fabriken ihre amerikanischen Kontrakte unter Umständen nicht erfüllen können, es sei denn, daß sie die doppelte Zahl von eigenen Filmen zu Kompensationszwecken herstellen, was ihnen aber schwer fallen dürfte. Andererseits behaupten die Gegner, daß das bisherige System sich bewährt habe, und daß eine Erschwerung der Kompensationen den Wert dos jedem neuhergestellten deutschen Film anhaftenden Kompensationsrechts entsprechend mindern und daher auch dio nicht amerikagebundenen Fabrikanten schädigen würde.
Wir haben schon in dem Eingangs erwähnten Artikel bemerkt, daß der Außenstehende nicht zu beurteilen vermag, ob eine Erschwerung der Kompensation dem Gesamtinteresse der Filmindustrie entspräche. Dazu wären zahlenmäßige Angaben u. a. darüber erforderlich, wie w i e 1 e Auslandsfilme bei der jetzigen Regelung hereinkommen, wie hoch demgegenüber die gesamte deutsche Film Produktion jetzt und im Vergleich zu früher ist, wie hoch die Preise für Einfuhrfilme und für deutsche Filme sind, wie hoch heute der Wert des neuen Filmen anhaftenden Kompensationsrechtes zu veranschlagen ist, welche Rolle der Mehrwert des Kompensationsrechtes im Etat der einzelnen Firmen Spielt; usw. Höchstens kann man allgemein sagen, daß es mißlich ist, in einem Augenbick eine Verschärfung von Handelsbeschränkungen vorzunehmen, in dem gerade auf den Abbau solcher Beschränkungen, so weit sie über zollpolitische Maßnahmen hinausgehen, hingearbeitet wird. Die zuständigen Regierungsstellen scheinen aus diesem handelspolitischen Grunde auch zu einer Aenderung nicht geneigt, zumal Gegenmaßnahmen dem deutschen Export gegenüber zu befürchten wären.
* Die Standard Oil Co. in Rumänien. Dio Standard Oil hat, wie man uns ergänzend schreibt, durch den Erwerb der Petroloumgesellschaft Phoebus, die nach dem Kriege aus neun britischen Gesellschaften hervorgegangen war, jetzt eine Kontrolle über 18 pCt. der gesamten rumänischen Petroleumindustrio. In Rumänien ist man seit kurzem nicht mehr gegen die Betätigung der ausländischen Konzerne auf diesem ehemals nationalisierten Gebiete überscharf eingestellt, da die andauernd steigende rumänische Erzeugung infolge des Fehlens an Kapital für die Errichtung von Raffinerien und Röhrenleitungon zeitweise einen Druck auf don Gesamtmarkt ausübt. Nicht nur der saisonmäßige Verbrauchsrückgang, sondern die Steigerung der Produktion hat erst jüngst die Herabsetzung auch des Preises für Pennsylvania crude von 3.15 auf 2.90 Dollar je Barrel veranlaßt. Aus den gleichen Gründen der Kapitalzufuhr wurde es auch in Polen nicht ungern gesehen, daß jüngst die Standard Oil die Aktienmehrheit dor Gebr. Nobel erwarb, die vom 1. Januar 1927 unter „Standard Nobel“ firmieren soll.
• Landesbank der Rheinprovinz. Nach einem Zwischenbericht per 31. Oktober d. J. wurden bei dem Institut im Oktober 16 540 Wechsel mit 313t 7 269 967 gegenüber 15 514 Wechsel mit 6 588 638 im Vormonat und 145 247 Schecks mit 41 881 126 gegenüber 134 708 mit Jt3L 40 325 108 im Vormonat hereingenommen. Dio Wechselproteste sind der Stückzahl nach von 6.7 pCt. auf 5.7 pCL gefallen. Im Berichtsmonat wurden 30 Hypotheken auf städtischen und ländlichen Grundbesitz von 3131 515 300 gegeben. Zur Förderung des Kleinwohnungsbaues wurden 31 Darlehen von 3131 514 000 bewilligt. Aus Mitteln der Golddiskontbank gab die Landesbank 50 Darlehen von 211 000. Den Kommunen wurden 91 langfristige Darlehen von 11 627 440 und 57 kurzfristige von <A-K 5 867 500 gewährt. Zur Konsolidierung früher eingegangener kurzfristiger Verpflichtungen wurden den Kommunen weitere 3131 4 728 940 langfristige Konvertierungsdarlehen bewilligt. —< Die Sparund Giroeinlagen bei den rheinischen Sparkassen (berichtet haben 215 Sparkassen) stiegen von 662.7 auf 675.9 Mill. 3?. 3t. Auf die Spar- und Giroeinlagen der Rheinprovinz entfällt demnach fast ein Drittel der Einlagen in ganz Preußen.
* Thode’sche Papierfabrik A.-G., Hainsberg. Der G.-V. (18. Dez.) werden wieder 5 pCt. Dividende auf Reichsmark 1125 OOO A.-K. und 313t 0.35 Gewinnanteil auf jeden Genußschein (insgesamt 40 000 Stück) vorgeschlagen.
* Mitteldeutsche Transport-Versicheiuiigs- A.-ft., Leipzig. Aus Leipzig, 20. d. M„ wird uns geschrieben: „Die G.-V. genehmigte die Uebernahme des nicht aufsichtspflichtigen Geschäftsbestandes der Titan Leipziger Versicherung«- A.-G. mit Rückwirkung vom Gründungstage dieser Gesellschaft an, da die ganzen Geschäfte durch die „Mitteldeutsche“ abgeschlossen worden sind. Es verbleibt bei der Titan A.-G. demnach nur der Mantel bestehen. Die Genehmigung der Rechnungsabschlüsse wurde zurückgestellt.. Es dürfte ein Verlust von ca. 313t. 2000 zu verzeichnen sein. Anstelle eines ausscheidenden Aufeichtsratsmitglicdes wurde Kfm. Robert Oschatz in Werdau neu gewählt. Es wurde ferner beschlossen, die Aktienvolleinzahlung (bisher sind 25 pCt. eingezahlt) sofort vorzunehmen. Der Vorstand erstattete bedingte Anzeige gemäß § 2 40 HGB„ da von dem Hereinkommen neuer Gelder das Fortbestehen der Gesellschaft, (gegr. Januar 1923) abhägngig sei. (A.-K. Reichsmark 56 000.)“
* Zuckerhausse. Der internationale Zuckermarkt zeigt seit etwa Monatsmitte eine außerordentliche Festigkeit. Vom 15. bis zum 20. Novbr. ist die New Yorker Notiz um fast 30 Punkte gestiegen, nämlich von 2.76 für Dezemberlieferung und 2.89 für Mailieferung auf 3.05 bzw. 3.17 Cents pro engl. Pfund; gestern ergab sich eine kleine Schwankung auf 3.04 bzw. 3.15. die nach der vorangegangenen Steigerung kaum ins Gewicht fällt. Am deutschen Markt, der vorher, wie früher ausgeführt, im Hinblick auf die Zollfrage seine eigenen Wege ging und sich von der Gestaltung des Weltmarktes wenig beeinflussen ließ, ist ebenfalls ein Preisanstieg zu verzeichnen gewesen, nachdem durch die noch ausstehende Erledigung in der Zollangelegenheit der Anschluß an den Weltmarkt wieder hergestellt ist. Hierbei fällt auf, daß zur Zeit des Preis rücklaufes bei derselben Lage der Zollfrage die internationale Marktens Wicklung außer acht gelassen wurde, während bei steigenden Preisen der Konnex rasch wieder da war. Im übrigen ist am deutschen Markt das Geschäft klein, da die Fabriken bei den hohen Preisen die Ein- deckung verzögern. Allgemein mag für die deutschen wie
überhaupt europäischen Verhältnisse mitsprechen, daß die Rüben ernte auf dem Kontinent etwas hinter der des Vorjahres zurückbleibt. Der starke Anstieg des Zuckerpreises an den Weltmärkten geht in der Hauptsache auf die V a lorisieru.ngsmaß nahmen auf Kuba zurück. Die Pflanzer hatten durch die niederen Preise der letzten Jahre große Verluste, und die Regierung will ihnen durch die Verordnung über die künstliche Einschränkung der Anbaufläche aufhelfen. Eine Erzeugung von nur 4% Mill, t würde die statistische Lage des Zuckers wesentlich verbessern, zumal in den europäischen Hauptländern '(mit Ausnahme Deutschlands, wo' die Verhältnisse etwas besser liegen) die ungünstige Witterung einen Ausfall von 340 000 t erwarten läßt und auch Java einen Minderertrag von über -300 000 t hat. Als kürzlich Kuba von einer Sturmkatastrophe h.eimge- ■ii'.cht wurde, erfuhr der Marktpreis eine Stütze, weil die Zerstörung in den Zuckcrplantagen als „furchtbar“ hingestellt wurden, und es hieß, daß der Orkan über 40 Plantagen hinweggegangen sei, von deren Ernte so gut wie nichts übrig gelassen hätte. Man wollte ein Drittel der Gesamterhte als vernichtet betrachten; später korrigierte man auf ein Viertel. Wenn jetzt die Regierung zur künstlichen Er n t e ve r- m in der u n g Grund zu haben glaubt, so darf man annehmen, daß die Verminderung durch das Naturereignis ziemlich belanglos, war. Für den Augenblick hat das behördliche Eingreifen, einen starken Erfolg .gezeitigt, und es wurde bisher nicht beachtet, daß die europäischen Märkte die Zufuhr von annähernd 2 Mill, t brasilianischen Zuckers zu erwarten haben, dessen Preis um 50 pCt. verbilligt sein soll. Die Ankündigung einer Steigerung der Zuckerproduktion auf den Philippinen hat begreiflicherweise noch nicht wirken können, da ein Erfolg ja erst Jn ferner Sicht zu erwaretn' ist. Jedenfalls ist die gegenwärtige Marktgestaltung interessant, da eine Gesamt-Ernte von rd. 24.38 (i. V. 23.65) Mill, t vorliegt, deren bisher nicht üntergebrachte Teile über kurz oder lang an den Markt kommen werden. Für die nächste Campagne schätzt man einen Ertrag von 23.85 Mill. t. Auf der Gegenseite hat auch der Konsum, namentlich in Amerika, zugenommen, die Steigerung dürfte für eSptcmber und Oktober' gegenüber den gleichen Monaten des Vorjahres 15 pCt.-betragen, in Europa im September etwa 4 pCt. Diese Verbrauchsvergrößerung hilft natürlich mit, die statistische Lage zu ver- hessern. Die am Montag eingetretene Kurssteigerung für Z uc k e r f ab r i k s a k t i e n dürfte auf die Festigkeit der ZuQkerpreise zurückzuführen sein.
, .* Starke Veränderung der Refeiligungszahlen beim Kohlensyndikat, Durch die in der letzten Zeit in der westdeutschen Bergwerks- und Hüttenindustrie erfolgten vielfachen Umgestaltungen durch Rationalisierung, Fusionen usw. sind starke Veränderungen in den Beteiligungszahlen beim Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikat eingetreten. Nach dem Stande vom 1. November 1926 weist die Beteiligungsliste 58 Unternehmungen mit einer Gesamtbeteiligung für Kohle von 163 033 715 t und zwar 135 654 520 sonnen Verkaufs- und 27 379 195 t Verbrauchsbeteiligung aus. Die Verkaufsbeteiligung für Koks beträgt 28 302 710 t (noch nicht endgültig) und die für Briketts 7 637 980 t. In der nachfolgenden Uebersicht sind die Beteiligungen unter 1 Million t bei 20 Syndikatsmitgliedern nicht auf geführt; bei 5 Mitgliedern geschah dies aus Rücksicht auf die ihnen zugestandenen hohen Verbrauchsbeteiligungen.
Stand vom 1. Novbr. 1926 (in t)
Verkaufsbeteiligungen für
Verbrauchsbeteiligung
Kohle
Koks
Briketts
Ver. Stahlwerke
25310300
3959 058
1200650
10307520
Harpener................
9123400
2 365 800
417 620
Hibernia ................
Recklinghausen B. A. G. Rhein. Stahlw. Admiral,
6684300
1612800
ICO 150
_
6 285 000
2060400
530 000
Hermann V............
6033800
1395 325
400400
2269800
Ess.Steinkohlen,Victoria
5 182 700
566 580
1225 300
180 000
Köln-Neuessen, Trier ..
4900 600
1063 540
Mannesmann ..........
4572700
1243 000
216 000
520600
Klöckner-Werke........
Ver. Constantin, Ein-
4268200
1342 340
72 000
1492200
tracht, Deutschland ..
3 882 900
1300200
223 350
_
Ewald, Blankenburg, Hammerthal..........
3486900
554 000
Rheinpreußen ..........
3402000
915500
_
—- "
Lothrg. einschl. Herbede
3 349 800
964 400
358400
140 000
Gatehoflnungshütte ....
3330500
215000
212400
1835 200
Graf Bismarck..........
3 243 300
300000
50 000
Mathias Stinnes........
2 442 200
248 195
-
Erosclier-Lippe ........
2 200 000
950150
_
—
E^Ludw.einsbhlV.Trappo
1908700
682650
_
Rombach ................
1850 000
487 400
_
350 000
Neumühl................
1808700
563000
-
Gblsenkirch.Bergw.A.-G.
1750000
500 000
—
_
Mülleimer Bergw. - Ver.
Hoesöh ................
MM
95000 WO 800 283 OOO
625 500
1289000
Dahlbasch..............
1589200
_
Essener Bergw.-Ver..... Adl^r einschl. Deimeldb.
1540 200
512167
70200
10 000
1438 100
626950
Göbr. Stumm einschl. Aplerbccker..........
1370000
20000
100000
1100 000
Ver.,Helene u. Amalie..
1323200
387 000
450000
72000
Friedrich Heinrich ....
1250000
_
Westfalen ..............
1200000
290000
__
_
Sachsen ................
1060 000
300000
——
-
Ver. Welheim ..........
Victoria-Lünen ........
1000 00.)
200 000
_
1000 000
300 000
_
Friedrich der Große....
735 300
30 000
750 toO
Fried. Krupp.. .......
708100
3 3i 0 000
do Wehdel..............
600 000
66700
—
990 001
Mansfeld................
384620
300000
__
40? 000
Auguste Victoria ......
100000
28 025
—
900 000
GesemtbeteiJig. d. Synd.
135 654520
28302730
7 637 980
28302710
Ein Vergleich mit den uns vorliegenden Beteiligungszahlen von 1924 ergibt vor allem eine starke Zunahme der Beteiligungszahlen der im Stahlverein zusammnn- gefäßten Werke und seiner Muttcrgesellschaften, die seinerzeit. über eine Verkaufsbeteiligung von insgesamt 27.88 Mill. Tonnen und eine Verbrauchsbeteiligung von 12.54 Mill, t verfügten. Die jetzigen Beteiligungssummen sind 33.09 bzw. 12.58 Mill. t. Eine relativ starke Zunahme, der .Verkaufsbeteiligung (auf 5.18 gegen 1924 4.34 Mill, t) haben ferner U. a. die, E s s e n e r Steinkohlenbergwerke,, die H i b e r n i a (von 5.81 auf. 6.68 MiU. t) und der Klöckner- Konzern (von 3.35 auf 4.27 Mill, t) zu verzeichnen. R o m- bachs Verkaufsbeteiligung stieg auf 1.85. (1.20) Mill, t, während die Verbrauchsbeteiligung auf 0.35 (1) Mill, t herabgesetzt wurde, eine Folge der Abtrennung der Eisenbetriebe. Die Beteiligungsquote der Harpener Bergbau A.G. hat sich kaum verändert.
* Vom Leipziger Rauch Warenmarkt. Aus. Leipzig wird uns geschrieben: „Das Rauchwarengeschäft zeigt weiterhin befriedigende Entwicklung. Die Umsätze betreffen in der Hauptsache Nachbestellungen von den Kürschnern und der Konfektion vorwiegend in billigen und mittleren Qualitäten. Besonders sind die für Besatz geeigneten Pelzgattungen gefragt und hier sind es wieder Imitationen der heimischen Felltiere, vor allem Kanin. Auch gefärbte Zickel. Maulwürfe und vereinzelt Füchse finden Nachfrage. Einer der Hauptmode-Artikel sind noch immer amerikanische Opossum. Im Auslandsgeschäft ist Amerika Hauptinteressent. Für Feh hat Amerika ziemlich hohe Preise angelegt. Rohe’ Treibei, Weißfüchse, russische Kidfüchse und Luchse sind z. T. knapp. Auch Baummarder und sämtliche Sorten Rotfüchse sind gesucht. Im übrigen hat dor Export weiter zugenommen. Frankreich. England, die Nordstaaten, Oesterreich und Ungarn kaufen zufriedenstellend. Die Zahlungseingänge sind zufriedenstellend. Die Verhandlungen mit Rußland wegen einer stärkeren Beteiligung Leipzigs .am russischen Rauchwarenhandel sind noch nicht zum Abschluß gekommen. Die Bestrebungen, das Abzahlungssvstem zu pflegen, um damit eine Konsumsteigerung herbeizuführen, werden in der Pelzbranche nur vereinzelt propagiert.“
* Noöi eine Berliner Verhehrsanleihe.
Bürgschaft der Stadt Berlin für 313t 60 Mill, noch abzu- schließendo Inlands - Anleihe der Berliner Straßenbahn-
Betriebs - G. m. b. H.
Berlin, 23. Novbr. Der Magistrat Berlin beantragt bei - dor Stadtverordnetenversammlung nunmehr die Bürgschaft für eine von der Berliner Straßcnbahn-Betriebs-G. m. b. H. aufzunehmendo Inlands-Anleihe von 313t 60 Mill. Endgültige Verhandlungen über dio Begebung und Bedingungen der Anleihe sollen „erst, eingeleitet werden, wenn die Stadtverordnetenversammlung zugestimmt hat“. (Vorbesprechungen dürften schon erfolgt sein. Red.) Die Bürgschaft wird notwendig, weil die Straßenbahn nur eine Betriebsgesellschaft darstellt, während Eigentümerin der Anlagen die Stadt ist. Die Straßenbahn hat in den letzten Jahren ihre Erneuerung.«- sowie Erweiterungsausgaben aus den laufenden Einnahmen bestritten, da ihre Abgabe an die Stadt nur 5 pCt. betrug und außerdem für 1924/25 gestundet worden ist. Da 1926 mit der Abdeckung der gestundeten Beträge begonnen und gleichzeitig die Abgabe auf 10 pCt. erhöht wurde und durch den Nachtragshaushalt die Abführung weiterer UÜberschüsse an die Stadt, bisher bis 3t 3t 10 Mill., verlangt wird, hat sich das seitherige Verfahren nicht mehr fortsetzen lassen. Nachdem 1926 bereits 13.1 Mill, durch kurzfristige Kredite beschafft worden sind, deren Umwandlung notwendig wird, will man 1927 für den Ausbau des Netzes und den Neubau von Bahnhöfen 34.7 Mill, und 1928 weitere 5 Mill, investieren. Bei Berücksichtigung dor in der Zwischenzeit sich ergebenden Veränderungen und des vor aussichtlich lieh en Disagios hält man eine Abrundung des erforderlichen Anleihebetrages auf 60 Mill (statt 52.8 Mill.) für zweckdienlich.
Valuta- und Geldmarkt.
* Frankfurt a. M., 23. Novbr. Vormittags war im Usancenver'kehr Paris und Mailand befestigt. London gegen Paris 134. Mailand 115. Zürich 25.14% New York 4.84%. Mark gegen Pfund 20.43, Dollar 4.21.30.
Zürich, 23. Nov.l WnlfH. 9 Hhrvm. Deutsch!. 123.12^ Cts Holland 207.30—
138.10—IBelerad 9 14%|Helsin«if 13.06*4
15.35-|Sofia ••
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Brüssel 72.12*5 Oslo
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133.40—jßadap. | 74.60—IWarseh 57 ^Buenos 21L^
Nummer 873 Teile 4
Drahtmeldungen.
Hamburg, 23. Nov.
22. 22. I
Brief Geld |
Juli 76 ;U 76 y»V Sept. 75. *4 74.% 1
Okt. —---
Hamburg, 23. Nov.
10.30 V. f Amtl. <Ku ciremotlerun.tr. März ..'17,40|17.35|1740 August 18.
Lebhaft
1830
18.10
Okt.Dez.
;18 05.l7.95j
JanMärz
17.30
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April Mai Juni uli
Ankauf
16.50 pro
bez.
17^—
23. Briet 83 - 80 «j
I 23 Brief 77.3$ 76.
Dez. Man Mai
22 Geld 8134 79,*4 78.—
23. I 23. Geld bezahlt 82 *4 — 80 y»--
79 — —
23. Geld 77. *4 75*/s
22 Brie’ 81.*4 7 Mi 78.y3
Behauptet
23. bezahlt
Die Bank von Frankreich se*zt den Preis für den von Goldmünzen mit dem heutigen Tage von Fr. Gramm Feingold auf Fr. 15.50 herab.
Warernnehftingen.
Berlin. 23 Novbr.
Dio deutsche Zuckerbank A.-G. in Berlin, deren Tätigkeit sich in der Hauptsache auf die Verwaltung der bekannten Zucker- w_er ta n l ei h e erstreckt, verteilt, wie kurz gemeldet, wieder 15 pCt. Dividende auf ihr kleines Kapital von 3t 3t 600 000. Die besondere Rücklage wird aus dem Reingewinn von Reichsmark 146 009 (157 096) mit 3t3t 25 000 (40 000) dotiert und übersteigt damit die gesetzliche Reserve von 313t 60 000. Der Rückgang des Reingewinns erklärt sich aus einer weiteren Ermäßigung der Verwaltungskosten beiträge von 0.20 auf 0.12 pCt.. d. h. von 3t3t 96 018 auf 47 882. Die Spanne zwischen dem Zinseingang aus den Darlehen (1988179 gegen 2 362 615) rind den - Anleiheznsen (1964 954 gegen 2 358 548) hat sich etwas vergrößert Aus Wertpapieren und Bankguthaben wurden, (Ji-31 132 407 (135 504) Zinsen und als Gewinn auf Wertpapiere (Jl.il. 79 509 ( 68 383) vereinnahmt. Infolge Amortisation sank der Umlauf der Zuckerwertanleihe auf L75 (1.88) MUI. Zentner, die unverändert mit je 3lC 15. d. L ein Durchschnittswert für die zwölf Jahre dauernde Amortisation, ein- ;stehen, genau mit 26.23 (28.22) Mill. Der Anleihekur» hat sich vorn 31. August 1925 bis 31. August 1926 von 3t 3t 9 auf \3l3t 13.60 je Zentner gehoben, während sich der Preis der zu Grunde liegenden Zuckerart von 3t3t 22 auf 313t 18.75 je Zent- ner senkte. Der Rückgang des Landeszinsfußes kam also auch 'hier zum Ausdruck. Seinerzeit erwähnte Verhandlungen der deutschen Zuckerfabrik mit einer englieoh-amerikaniechen Gnrpoo über eine langfristige Anleihe sind mit Rücksicht auf die Zinsermäßigung in Deutschland und die demgegenüber verlangte hohe Effektivverzinsung abgebrochen worden. Verluste hat die Bank nicht gehabt. Den Kreditoren von JR.3L 23B 163 (244 428) stehen Bankguthaben von 313t 625 025 (581 737). Debitoren von 152 462 (151 602) und Wertpapiere von 3l3t 641706 (654 968) gegenüber.
Der zur Ordnung der städtischen Finanzen der Stadt Glashütte bestellte Staatskommissar gibt bekannt, daß es gelungen sei. die städtischen Gläubiger für ein Moratorium bis Ende März 1928 zu gewinnen. Die Stadt zahle bis dahin weder Zinsen noch Tilgungsraten. Mit der Besserung der Wirtschaftslage dürfe gehofft werden, daß die Stadt ihren Verpflichtungen allmählich nachkommen kann.
Bei der Sparkasse der Stadt Berlin nahmen die Einlagen im Oktober um 3t 3L 3.90 Mill, zu: der Bestand an Spareinlagen belief sich auf 31.31 110.48 Mill. Die Sparkonten haben «sieh um 9600 (September 11 000) auf 260 300 vermehrt Die Einlagen bei den Girokassen der Berliner Stadtbank betrugen am 31. Oktober 3131. 51.95 Mill, auf 26 258 Girokonten. Die monatlichen Ausweise sind eine Zeitlang nicht veröffentlicht worden, so daß genaue Vergleichs Ziffern fehlen.
Die Volta werke Elektrizitäts A.-G. in Berlin (Gruppe Ges- furel) erlitt nach der. vorjährigen Sanierung erneut einen' V e r- I u s t von 3131. 157 108 (273 957), von dem etwa die Hälfte durch Auflösung der offenen Reserven getilgt und der Rest von 3t3t 71065 vorgetragen wird. Das Kapital beträgt nach Sanierung und Wiedererhöhung 3l3t 600 000, wovon ein Teil noch nicht eingezahlt ist. Vorräte betragen 3131. 1.14 Mill. (778 745), Debitoren 326 357 (177 997); andererseits Bankschulden 3t3t 1.28 Mill. (753 910) und Kreditoren 3t3t 281 111 (161 204).
Die Handels- und Verkehrsbank A.-G. in Magdeburg, eine ehemalige Beamtenbank, mit 3t 3L 100 000 Kapital, trat unter Geschäftsaufsicht.
Die Immobiliengesellschaft München-Südost A.-G. beantragt eine vorschußweise Rückzahlung an die Aktio- näre von 3l3( 34 300, d. h. von 3131. 50 auf die Aktie von 3i3t 1100 (Kapital von 3131. 754 600).
Die Kommunale Landesbank in Darmstadt erhielt Genehmigung für 3l3t 2 Mill. 7proz. S c huld v e r s eh re ibun- g,en, tilgbar ab 1. April 1927 mit 1 pCt. und ab 1932 evtl ver- stärkt. Zweck ist die Anlage von Wasserleitungen und Straßen, Wohnungsbau und Feldbereinigung.
Die Becker-Fiebig-Bauunion A.-G. hat ihr Kapital von 3131 300 000 auf 60Ö 000 erhöht; eine weitere Erhöhung wird bereits jetzt angekündigt. In den Aufsichtsrat wurde gewählt: Dipl.Tng. Kunz in München. Die Firma sei zur Zeit stark beschäftigt.
p Hamburg'. Die Aktienbrauerei Lübeck erzielte nach AU Schreibungen von 3131. 0.09 (0.08) Mill. 313t 38 000 (15 OOO) Reingowmn, aus dem 3 (0) pCt. Dividende verteilt und 313t 12 OOO vorgetragen werden. Die i. V. begonnenen Umbauten seien fertiggestellt und hätten erhöhte Abschreibungen nötig gemacht. Man erhoffe von den modernisierten Anlagen wesentliche Betriebst ensparnisse. Aus der Bilanz: Debitoren 3131. 0.14 (0.1) Mill., Hypotheken und Darlehen 0.21 (0.18) Mill., Vorräte 0.08 (0.13) Mill., Kreditoren 0.46 (0.42) Mill.
Zur Beurteilung der Wjcrftzusammenschlußverhandlungen bzw. der Stellung dös Norddeutschen Lloyds zur A.-G. Weser ist. bemerkenswert, daß der vorn Llovd beschlossene Neubau eines Luxusschnelldampfers von 35 000 B. R. T. voraussichtlich an die A.-G. Weser vergeben wird, sobald dio schwebenden Verhandlungen zum Abschluß gekommen sind und eine gewisse Konsolidierung erwarten lassen. Außerdem wird angenommen, daß die A.-G. Weser einen oder zwei Frachtdampfer aus dem Lloyd-Programm in Auftrag orltaltefl wird.
Hiesigen Blättern zufolge hat die Reederei Horn in F 1 e ns b u r g bei der Sdhi-chauwcrft in Elbing zwei Motorfrachtschiffe für den Westindiendienst in- Auftrag gegeben. t Düsseldorf. In der G.-V. der. Metall-, Walz- undTlät- tierwerke Hindrichs-Auff ermann A.-G. in BarmenRitters- hausen, wurde eine angeregte Dividendeerhöhung von 6 bis auf 10 oder 8 pCt. von der Verwaltung mit dem Hinweis abgelehnt, daß sie mit der Erhöhung der Dividende die bisher verfolgte solide Basis der Bilanzierung verlassen müsse. Dio Dividende wurde sodann für die St.-A. und V.-A. auf 6 pCt. festgesetzt. Im Zusammenhang mit der allgemeinen wirtschaftlichen Lage habe sich in der letzten Zeit ein besserer Eingang von Aufträgen bemerkbar gemacht.
, Köln. (Wolff.) Der A.-R. der Hubertus Braunkohlen A.-G. beschloß, der am 18. Dez. stattfindenden a. o. G.-V. die Erhöhung des A.-K. um 3131 1.2 Mill, auf 4.3 Mill, mit Bezugsrecht 3 zu 1 vorzuschlagen. A’s Ausgabekurs sind 135 pCt. in Aussicht genommen. Die neuen Mittel sollen zur B e tr i e b s v e r besser u n g verwendet werden.
e Mfinelten. Die Aktien der Dachziegclwerke Ergoldsbach ■ ian der Münchner Börse in letzter Zeit eine rückläufige Bewegung zu verzeichnen, die ihren Grund in Gerüchten über weniger günstige Divider.denaussichten (i. V. 10 pCL) u ii3n* t^* N- N.“ ist der Geschäfteffamr z. Zt. zufriedenstellend : die Lage habe sich aber noch nicht überblicken lassen und Dividendenschätzungen seien noch nicht am Platze.
8chloßbrauer-ü Planegg A^-G. in Planegg verteilt aus 313t 147 547 (1. V. 114 -38) Reingewinn eine Dividende von 10 (8) pCt. auf 313t 0.9 Mill. A.-K. (G.-V. 5. Jan.).
sw Paris, 23. Novbr. Das Finanzminfeterium teilt mit daß die Anleihe von schw. Fr. 75 Mill, auf die elsaß-lothringischen Eisenbahnen in der Schweiz mehr als 20fach überzeichnet worden ist.
| Brief I Geld Novewb 17 60 16.80 Dezemb. 17.— 16.96 lanaar 17.25 17. Febr .<17.30.17.10
<17.40:17.35117 40 Ausust 18.15 18.10 .'17.50'17.45 17 50 Sept . 18 30 18.10 ■17.85'17.80117.80 O'Ktbr.. ---.—
' 17 95’17.85 —.— OKl.Dez.--
1 Wolfl.i Paffer. An ’i.T.-X 10 nin vm
Amerikanischer Wirtschaftsdienst.
k Jfow York, 22. Novbr. (Funkspruch.) Unter dem Ein- druck der festen Haltung der Fondsbörse war der Rohzuckertermin- mar nt zunächst fest. Berichte, daß die deutsche Rübenzuckerernte 000 t geringer sei, führten zu einer Preissteigerung bis o Punkte. Später auf Realisationen schwächer. Die Preise für raffinierten Zucker stiegen um 10 bis 15 Punkte.
Nach einer Meldung aus Butte (Montana) ist gelegentlich der öffentlichen Versteigerung der Chicago, Milwaukee and St. Pauls Eisenbahn hier heute nur ein einziges Gebot von Doll. 140 Mill, abgegeben worden, und zwar von den Vertretern des Reorganisationskomitees. Dieses Gebot wird dem Bundesgerichtshof in Chicago am 13. Dezember zur Genehmigung unterbreitet werden.
Ein Sitz der Effektenbörse wurde zum Rekordpreis von Doll 170 000 verkauft (zuletzt 160 000).
Nach dem Ausweis des Federal Reserveboard hatten die Makler der Effektenbörse am 17. d. M. bei den korrespondierenden New Yorker Banken des Federal Reserve - Systems Kredite ^von Doll. 2609 Mill, in Anspruch genommen (Vorwoche
k INew York, 23. Novbr. (Funkspruch.) Von dem von Seiten der Makler an der New Yorker Effektenbörse bei den New Yorker Mitgliedsbanken des Federal Reservesvstems in Anspruch genommenen Maklerkrediten von Doll. 2609 (Vorwoche 2603) Mill, haben die New Yorker Banken Doll. 799.2 (797.6) Mill, für eigene Rechnung und Doll. 1065.5 (1059.7) Mill, für Rechnung außerhalb gelegener Banken ausgeliehen.
Wie verlautet, schweben Verhandlungen zum Zwecke der Fusion der Century Ribbon Mills mit einer nicht genannten bedeutenden Bandfabrik.
m Yew York, 23. Novbr. (Via Transradio.) Ein Konsortium unter Führung von J. P. Morgan & Co., dem außerdem Kuhn, Loeb & Co., die National City Co., die First National- Bank und die Yokohama Specie-Bank angehören, bietet Dollar 19 740 000 6proz. nach 15 Jahren zu 115 kündbare Bonds der Stadt Yokohama zu 93 pCt. an. Die Emission wirft also eine Rente von 6% pCt. ab. Die jährliche Tilgung durch ein Sinking Fund beträgt 1 pCt.
Verantwortlich: Politik u. Allgem.: Alb. BMchiug; Feuilleton: B. Reifenberg: Hanbel: Albert Sefer; Anzeigen: Robert Zuckert; sämtlich in Frankfurt a. M. Truck und Verlag der Frankfurter Societäls-Druckerer G. m. b. H.
