Gamstag, 27. November 1926

Zweites Morgenblatt der Frankfurter Zeitung

daß es dem hohen Hause gelingen wird, ein Gesetz zum Schutz der deutschen Jugend zu Missen. (Beifall rechts, Zurufe und Lachen links.).

Staatssekretär Dr. Weisman«:

Im Namen der preußischen Staatsregicrung habe ich folgende Erklärung abzugeben:

Ter Widerspruch namhafter Vertreter des deutschen Geisteslebens gegen dieses Gesetz hat die preußische Regierung zu einer erneuten Prüfung der einschlägischen Fragen veranlaßt. Preußen würde gegen ein in dieser Form zustandegekommcncs Gesetz aus folgenden Gründen im Reichsrat Einlegung des

Einspruch«!

beantragen müssen:

1. Wenn die Entscheidung darüber, ob eine Schrift auf die Liste gesetzt werden soll, zunächst durch Prüfstellen der Länder erfolgt, so bestehen Bedenken dagegen, daß diese Entscheidungen unmittel­bar für das ganze Reichsgebiet wirken sollen, wie es der Entwurf vorsieht. Diese Bedenken werden auch nicht durch das dem Reich und jedem Land eingcräumte Recht beseitigt, bei der Oberprüfstelle einen Antrag gegen die Aufnahme einer Schrift in die Liste oder auf Streichung einer Schrift von der Liste zu stellen. Aus grundsätzlichen Erwägungen muß vielmehr gefordert werden, daß die Ent­scheidung einer Landesprüfstelle nur die Bedeutung einer Vorentscheidung erhält, und daß eine Schrift auf die Liste in jedem Falle erst gesetzt werden darf, nachdem eine von amiswegen eintretende nochmalige Prüfung durch eine Reichs- stelle stattgefundcn und die Vorentscheidung der Landesprüfstclle bestätigt hot.

Lebhafte Zwischenrufe rechts; der Staatssekretär antwortet darauf: Jeder Verleger, dessen Schrift beschlagnahmt wird, hat genau so dos Recht der aufschiebenden Beschwerde (erneute Rufe rechts: Beschlagnahme!). Was wir verhüten wollen, ist, daß irgend ein kleines Land dadurch, daß es eine Schrift auf die Liste setzt, ssir das ganze Reich eine Entscheidung trifft. Man kann sagen, daß jedes Land das Recht hat, Beschwerde bei der Reichsprttfstelle ein- zulegen; diese Beschwerde hat aber den Nachteil, daß das Land, gegen das Beschwerde eingelegt ist, nicht von sehr freundschaftlichen Gefühlen für das Land erfüllt sein wird, das die Beschwerde einge­legt hat. Deshalb ist es viel wichtiger, daß von amiswegen sofort eingegriffen wird.

Der Staatssekretär fährt dann in der Erklärung der preußischen Regierung fort: 2. Die nach den Ausschußbeschlüssen vorgesehene qualifizierte Mehrheit in den Prüfstellen, die er­forderlich ist, um eine Schrift auf die Liste zu setzen, r e i ch t n i ch t aus, um berechtigte künstlerische und literarische Interessen gegen Fehlentscheidungen zu schützen. Bei der jetzigen Fassung des Ge­setzes kann es vorkommen, daß die beiden Vertreter der Kunst und Literatur, sowie des Buch- und Kunsthandels von den anderen in doppelter Anzahl vertretenen Gruppen in Gemeinschaft mit dem Vorsitzenden überstimmt werden. Dies ist um so bedenklicher, als der Entwurf von einer Bestimmung der BegriffeSchund und Schmutz" bewußt int Vertrauen darauf abfleht, daß nur solche Schriften ge­troffen werden sollen, in deren Verurteilung sich alle Wohlmeinenden einig sind Wenn es auch aus praktischen Erwägungen nicht an­gängig erscheint, volle Einstimmigkeit aller Ausschußmitglieder zu fordern, um eine Schrift auf die Liste zu bringen, so mutz doch eine Erhöhung der Mehrheit von fünf auf sechs Mitglieder sowohl bei den Landesprüfstellen als auch bei der Reichsprüfstelle als unerläßliche Voraussetzung bezeichnet werden. Die preußische Staatsregierung hofft, daß der Reichstag sich diesen Erwägungen im Interesse des Zustandekommens eines möglichst weite Streife des deutschen Volkes befriedigenden Gesetzes nicht verschließen wird. (Beifall links.) .

Aba. Schreck (Soz.)

beantragt mit Rücksicht auf diesen Einspruch Preußens, die Vor­lage an den Ausschuß zurückzuverwcisen.

Minister Dr. Külz

sprach sich gegen diesen Antrag aus. Die Bedenken Preußens könnten im Reichsrat erörtert werden.

Der Antrag Schreck wurde gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, der Kommunisten und der demokratischen Abgg Lemmer und Schneider abgelehnt.

Abg. Mumm (Du.)

erklärte unter lautem Widerspruch der Kommunisten, das Gesetz liege gerade im Interesse der Arbeiterfamilien, die ihre Kinder nicht so sorgsam vor Schmutz und Schund bewahren könnten wie die Begüterten. Die Proteste gegen das Gesetz feien vielfach von Profitinteresse gewisser Verleger diktiert. Der Protest der D!ck>ter- sektian bet Akademie der Künste beweise, daß es ein verfehltes Experiment war. die Kunst staatlich zu organisieren. Wer die Kinder lieb habe, der müsse für die schleunige Verabschiedung des Gesetzes eintreten. (Beifall rechts.)

Abg. Schreck fSoz.):

Diese Vorlage fei nicht die Erfüllung der von der National­versammlung erhobenen Forderung. Das vorliegende Gesetz segle unter falscher Flagge, wenn es sich als Jugendschutzgesetz ausgebe. Es fei auch verfassungsändernd und könne darum nur mit Zweidrittelmehrheit angenommen werden. Die gesamte literarische Erzeugung werde durch diese Vorlage bedroht. Positiver Jugend- schutz wär viel besser zu treiben, wenn die großen Summen, die die Durchführung des vorliegenden Gesetzes ersordert, zur Unterstützung von guten Jugendbüchereien verwandt würden.

Aba. Frau Weber (Ztr.)

erklärte, das Fehlen einer klaren Begriffsbestimmung fei für das Gesetz kein Schaden. Die Praxis werde hier schon bestimmte Richt­linien schassen. ES sei nicht recht verständlich, warum die Sozial­demokraten hier als Schützer jenes Schundkapitalismus auftre'en, ter fein Geschäft macht mit der Spekulation auf die niedrigsten In­stinkte (Unruhe bei den Sozialdemokraten). Die Befürchtung, daß das Gesetz zu mißbräuchlicher Anwendung gegen bestimmte Rich­tungen kommen könnte, müsse zerstreut fein durch die Sicherungen, die Der Ausschuß geschaffen habe.

Abg. Dr. Rnnkcll (D. Vp.)

bedauert, daß die Erklärung der preußischen Regie­rung so spät gekommen sei. Der Ausschuß hätte sonst wohl den preußischen Bedenken Rechnung tragen können. Die Volkspartei habe bei der Vorberatung des Gesetzes immer dahin gewirkt, den Polizeicharakter der Vorlage nach Möglichkeit zu mildern. Die Ein­richtung und Zusammensetzung der Prüfstellen nach den Vorschlägen

der Volkspartei würde viele Befürchtungen zerstreuen können, die jetzt geltend gemacht würden.

Abg. Rosenbaum (Komm.)

erklärt das Gesetz für schädlich und überflüssig. Gegen unzüchtige Schriften biete fchon das Strafgesetzbuch hinreichenden Schutz Tas Gesetz solle nur ein neues Mittel fein, die revolutionäre Literatur zu verfolge». Auf der dein Ausschuß von der Regie­rung vorgelegten Liste der Lchniidverleger befänden sich u. a. die Verleger derBerliner Morgenpost", desBerliner Lokal­anzeigers", derDeutschen Allgemeinen Zeitung" und derGer­mania". (Hört! hört!) Dis beweise am besten, welche Wirkung ein solches Gesetz hohe» würde. Dieses Gesetz gehöre in die Wolfsschlucht und mit ihm der Minister Külz (Händeklatschen aut den Tribünen.)

Um halb 7 Uhr wurde die Weiterberatung auf morgen 1 Uhr vertagt.

Eine Eingabe gegen dasHchmuh nnd Schandgesetz".

-ch- Berlin, 26. Novbr. (Priv.-Tel.) Die Berliner Jndustrie- unb Handelskammer hat in einer Eingabe an den Reichstag auf die schweren Bedenken aufmerksam gemacht, die in wirtschaft­licher Beziehung gegen das sogenannte Schmutz- uut> Schandgesetz erhoben werden müßten. Die Eingabe kritisiert vor allein den Mangel einer Begriffsbestimmung für Schund und Schmutz; sie befürchtet, daß die Einrichtung von Landesprüsstelle» die einheitliche Handhabung des Gesetzes ver­eitele und verlangt für die Entscheidungen der Landesprün'tellen aufschiebende Wirkung. Die Prüfstellen sollen nach dem Vorschlag der Eingabe paritätisch besetzt werden in der Weise, daß von sechs Besitzern drei den Kreisen der Kunst, der Literatur und des Buch­handels entnommen werden sollen.

Die ermäßigten 3olli ätze für Lebensmittel.

Eine bevorstehende Regierungsvorlage.

(Privattelegramm derFrankfurter Zeitung".)

Berlin, 26 Novbr. Im Zusammenhang mit dem schwedi­schen Handelsvertrag sind, wie man sich erinnert, für eine Reihe wichtiger Nahrungsmittel ermäßigte Zollsätze mit Wirkung bis zum 31. Dezember festgelegt worden. Dies galt für Getreide, Schweinefleisch, Speck und Schmalz. Ter Vertragssatz sür M e h l, der im deutsch-französischen Han­delsprovisorium auf 10 Mark festgesetzt ist, ist außerdem gleich­zeitig im Wege einer Verordnung autonom bis zum 31. Dezem- ber auf diesen Satz gestellt worden. Es muß also für die ge­nannten Lebensrnittel rechtzeitig eine neue Regelung ge­stossen werden, wenn man die Gefahr vermeiden will, daß am 1. Januar die hohen autonomen Sätze in Kraft treten (für Mehl würde der Vertragssatz noch bis zum 27. Februar gelten).

Die Regierung beabsichtigt, trotz manchen Widerstän­den aus dem agrarischen Lager demnächst eine Vorlage über die Verlängerung der geltenden ermäßigten Sätze einzubringen. In Besprechungen, die sie heute nach- miitag mit den Koalitionsparteien und danach mit den Sozial­demokraten und den Deutschnationalen abhält, ist es jedoch, wie wir hören, noch nicht zu einer vollen Einigung über die Dauer der Verlängerung gekommen. Die Regierung scheint hauptsächlich mit Rücksicht auf schwebende Handelsvertrags- Verhandlungen nur eine dreimonatige Verlängerung Vorschlägen zu wollen. Die Demokratische Fraktion verlangt jedoch eine sechsmonatige Verlängerung, ebenso die Sozial­demokraten. Ein weiterer Streitpunkt ist die Frage der Futter­mittelzölle. Auch hier wird von demostatischen Seite eine weitere Ermäßigung auf dem Verordnungswege verlangt. Schließlich spielt auch das Futtermittclgesetz herein, das zur Zeit im volkswirtscha ftlich en Ausschuß beraten wird. Auch hier bestehen bei den Demokraten Wünsche in der Rich­tung, daß die Betätigung des Handels nicht unbillig erschwert werde. Die Besprechungen sollen in den nächsten Dagen fort­gesetzt werden.

Der süddeutsche Einxelhandelstag

gegen die Ko«snmffnan;ier«ng.

München, 26. Novbr. Die am vergangenen Sonntag in München versammelten Vertreter des süddeutschen E i n z e lh a n d e l s t a g e s haben einstimmig beschlossen,' die Ein­führung der bisher bekannten K o n f u mff i n a N z i e r u n g s - und Sl u n b c n f r c b i t f 1; ft e m c a b 'z u lehn e n. Dieser Be­schluß wirb l. u. mit fastenden Erwägungen begründet:

Während die amerikanischen Käufer Kundenkredite aus künftigen Ueberschüssen zu decken in der Lage seien, würden sie für den deut­schen Käufer eine Vorwegnahme seines im Durchschnitt das Existenzminimum kaum überschreitenden künftigen Arbeits­lohnes bedeuten Die Folge würde auf der einen Seite Ueber- fchuldung, auf der anderen eine Scheinkonjunktur mit nachfolgendem um so stärkeren Rückschlag sein, da schwache Kauflrast nicht durch Kredite gestärkt werden könne. Weiter brächten die gegenwärtigen Konsumfinanzierungspläne eine starke finanzielle Mehrbe­lastung mit sich, die mindestens 12 bis 15 Prozent des Waren­preises bc'ragen und die Ware verteuern werde. Das Prinzip des Einzelhandels sei und bleibe Umsatzsteigerung durch möglichste Niedrighaltung der Preise. Er werde darum nicht jeden persönlichen Kredit ablohnen, sondern versuche», der Kundschast nach Möglichkeit noch weiter entgegenzukommen.

Das Arbeitsschntzgesetz.

(Privattelegramm der »Frankfurter Zeitung".)

-ch- Berlin, 26. Novbr. Nach weiteren Ressortbesprechungen, die im Laust- des Tag s ftattfanben, befaßte sich heute nachmittag das Reichskabinett abschl'ietz-nd mit dem Entwurf des Ar- beitsfchutzgef.tzes. Nach eingehender Aussprache wurde der Ent­wurf vom Sabinett einmütig gebilligt. Der Entwurf ist jetzt dem Reichswirtschaftsrat zugeleitet worden.

Minister Dr. Hopker-Aschoff

über Finanzen und Wirtschaft.

(Privattelegramm derFrankfurter Zeitung")

-X Koblenz, 26. Novbr. Die Vereinigten Wirtschaftsver­bünde von Handel und Industrie in Koblenz hatten heute zu einem Vortragsabend eingeladen, zu dem der preußische Finanzminister Dr. Höpker-Aschoff erschienen war. Der Minister hielt einen Vortrag über das Thema Finanzen und Wirtschaft, indem er u. a. ausführte:

Die Gesamtbelastung des deutschen Volkes durch Reich, Staat und Gemeinden beträgt 10 bis 11 Milliarden gegen 16 Milliarden in England. Die preußische Finanzverwaltung hat den Zuschuß- bedarf im Jahre 1926 um etwa 100 Millionen gegenüber dem Jahre 1925 ermäßigt. Im Jahre 1927 werden wir alle Mehraus­gabe» gegenüber dem Jahre 1926 vermeiden sönnen. Diese Ein­schränkung der Ausgaben, die im preußischen Staat durchgeführt wird, muß auch in den Gemeinde» durchgeführt werdend Auch die Gemeinden müssen sich zum Ziele setzen, keine Mehrausgaben- zu machen, sonder» nach Möglichkeit die Ausgabe» einzuschränken. Ob die Ausgaben für die Erwerbslosenfürsorge und die Neubau­tätigkeit eingeschränkt werden könne», hängt im wesentlichen von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Diese kann so gekennzeichnet werden, daß eine gute Konjunktur im Herbst 1925 durch eine Plötzliche Krise und diese Krise etwa im Februar 1926 durch einen Zustand der Depression abgelöst wird. Wir können heute die ersten Anzeichen dafür erkennen, daß diese Depression sich ihrem Ende nähert und

einem Zustand allmählicher Aufwärtsentwicklung Platz macht.

Der Staat kann nicht auf die Dauer Arbeit schaffen, denn er kann nur mit den Ueberschüssen und Ersparnissen der Wirtschaft (Steuer und Anleihen) produzieren, und er entzieht dadurch der Wirtschaft Mittel, mit denen diese sonst produzieren würde. Preußen hat aber mit Mitteln der Hauszinssteuer im Jahre 1925 100 OOO Wohnungen gebaut und wird im Jahre 1926 130 000 Wohnungen fertigstellen. Im Jahre 1927 soll eine noch stärkere Förderung der Bautätigkeit durchgeführt werden, indem man außer den Mitteln der HauSzinssteuer auch Mittel des Kapital­marktes für die Neubautätigkeit zur Verfügung stellt. Es ist nicht möglich, die HauSzinssteuer schärfer anzuspannen, wir werden viel­mehr daran denken müssen, Härten durch einen Umbau der HauSzinssteuer auszugleichen. Auf der anderen Seite kann aber eine planmäßige Förderung der Neubautätigkeit nur erfolgen, wenn man die Gewißheit hat, daß diese Hauszins- steuer nicht über Jahr und Tag beseitigt werden wird. Die stärksten Klagen werden von der Wirtschaft nicht über die Haus.-inssteuer, sondern über die Gewerbe st euer erhoben. Die preußische Novelle zum Gewerbcsteuergesetz sieht für das Jahr 1927 zwei sachliche Milderungen vor. Einmal sollen bei der Berechnung des Ertrags die Mieten und Pachten erlassen werden) sodann soll bei der Bewertung bes. Kapitals bas Grunbvermögen nicht mehr ein- bezogen werden. Diese Aenederungen werben zu einer erheblichen Erleichterung führen. Zusammenfassenb darf gesagt werben, baß eine Entwicklung der Wirtschaft nur ganz allmählich durchgeführt werden kann, aber auch durchgeführt werden muß.

Tie Forderungen der WirtschastSverbände gehen stark über das Ziel hinaus.

Sehr bedenklich ist auch die Entwick'ung unseres Partei­wesens, wie sie in der Bildung von Wirtschaftsparteien zum Ausdruck kommt. Die W i r t s ch a f t s p a r i e i e n, die nur die Interessen gewisser Stände verfolgen, um zu den großen Fragen der Außen- und JnnenpolitA Stellung zu nehmen, bedeuten eine große Gefahr für d e n Staat. Der Ausgleich zwischen den wirtschaftlichen Interesse» der verschiedenen Stände, der innerhalb der politischen Parteien herbeigeführt werden kann, findet in solchen Wirtschaftsparteien nicht statt. Tie beste Förde­rung erfäfit die Wirtschaft dadurch, daß eine e r f o J g = reiche Außen- und Innenpolitik Betrieben wird. Tas Bedeutet nach außen hin Fortführung der Bisherigen Derständigungspo'itik und gute Handelsverträge und nach innen hin Ordnung. Ruhe und Stetigkeit auf dem Boden einer republi­kanischen Verfassung.

Preuße» uud der Dermaltnngsrai der Reichsbahn.

(Privattelegramm derFrankfurter Zeitun g".)

Berlin, 26. Novbr. Die preußische Regierung scheint ihren Anspruch auf Benennung eines preußische» Vertreters im Verwaltungsrat der Reichsbahn nicht auf­geben zu wollen. Formell mag dies daraus zu erklären sein, daß der Rechtsstreit zwischen dem Reich und Preußen über diese Frage noch vor dem St-aatsgerichtshof schwebt. Man glaubt aber hierüber hinaus gelegentlich der jetzt erfolgten Auslosung die preußischen Ansprüche durchsetzen zu kön­nen, umsomehr als das Los unter anderem den früheren Reichskanzler Luther getroffen hat, um dessen Verwal­tungsratsstelle seinerzeit heftig gestritten worden ist. Ob. eS ratsam ist, diesen Streit jetzt neu aufleben zu lassen, möchten wir aus mancherlei Gründen bezweifeln. Es dürste sich doch wohl auch ein anderer Weg finden lassen, um den preußischen Ansprüchen cnlgegenzukommen, am besten in der Weise, daß eines der vom Reiche ernannten Mitglieder zugleich als Ver­treter Preußens betrachtet wird.

Eröffnung der griechischen Kummer.

Athen, 26. Novbr. (United Preß.) Die Kammer wurde heute unter dem Vorsitz des Präsidenten der letzte» Nationalversammlung eröffnet. Nach den Eröffnungsfeierlichkeiten gelangte eine Bot­schaft des Admirals Kondhlis zur Verlesung, in der die Versammlung ermahnt wurde, alles daran zu setzen,. um die normalen Zustände und den nationalen Wohlstand wieder herzu­stellen. Die Kammer vertagte sich sodann auf den 6. Dezember.

Menschenwitterung.

Ueber Ludwig Aub.

Von Bernhard Diebold.

In München lebt in einer dunkeln Kleinbürgerwohnung, im Durcheinander eines faustischen Studierzimmers, zwischen Papieren, Bildern, Büchem, Harmonium und SchreiBtisch wie ein geheimnisvoller Eulenvogel eingenistet, ein Mann mit Namen Ludwig AuB. Wenn du zu ihm in's Zimmer tritt, so sagt er dir etwa vor jeder anderen Frage ober Gegenrebe:Sie ftubieren Medizin; interessieren sich für Psychologie; lieben Musik." Oder er sagt nach kurzer, scheinbar oberflächlicher Konversation:Ihr Großvater war Theologe, Ihr Vater war Kaufmann. Ihr Vater war ein großer korpulenter Man». Er hatte eine Glatze und trug einen Schnurrbart. Das eine Auge war etwas kleiner." Oder: .Ihre Mutter spricht gut deutsch, ist aber keine Deutsche . . , sie ist Engländerin, aber vielleicht in Oesterreich ausgewachsen." Oder:Sie sind verlobt mit einer Dame aus Thüringen." Ober Aub liest aus ihm vorgelegten Schriften:Diese Dame hat Selbstmordgedanken!" oder etwa auf Grund einer Postkarte: Lösen Sie die Verlobung mit dem Betrüger auf!" Solche Dinge sagt Aub.

Diese Aussagen BlieBen alle zweifelhaft und unBeträchtlich, wenn sie sich nicht durch Wirklichkeit und Ereignis bestätigten: Jene Dame, eine sehr lebenslustige Münchener Schauspielerin, hat wenige. Wochen. nach Aubs Spruch sich selbst getötet. Und jener Bräutigam, dem Aub betrügerische Merkmale in der Handschrift nachwies, wurde nach einem Jahr zu einer erheblichen Freiheits­strafe verurteilt. Einem Gelehrten, dem Aub erklärte, daß er von der Mutier her polnisches Blut in sich habe, bestätigten erst nach­trägliche Familienforschungen die Richtigkeit einer ihm bisher nicht bewußten Tatsache.

Ich beziehe diese wunderbar anmutenben Berichte aus einem Dutzenb von Broschüren, in benen. sich Aerzte, Psychologe» und Schriftsteller über das Phänomen Ludwig Aub erkläre» und be­wundernd aussprechen (und von denen mir die psychiatrische Studie von Dr. med. Muz in München die sachlichste zu sein scheint:Der Charakterologe Ludwig Aub" Max Hueber - Verlag München). Ich lese Gutachten von Wedekind, Halbe, Wolzogen, Frances Külpe, Raoul France, Gruber, Enking, Gerstner; Briefe von Dutzenden von praktischen Aerzten, die Auh zugunsten ihrer Patienten konsultierten und ihm für tiefe Auf­schlüsse Dank wissen. Ich finde auch bedenklichere Deutungen des Aubschen Wesens von Leuten, die mit den Worten .^Okkultismus" undHellsicht" mir zu unbedenklich umgehen und damit das wahre und bedeutende Wesen Aubs bei Vielen eher verdächtigen als offenbaren. Aber wenn ich ob allzu wunderbar erzählten Mären über diese» Aub auch stutzig und skeptisch geworden wäre, so ist jeder Zweifel an der Echtheit dieses Mannes und an seiner übernormale» Fähigkeit der Menschenspürung feit dem 1. Novem­

ber dieses Jahres geschwu»den: denn an diesem Tage war ich selbst bei Aub sah ihn, fragte, erwog, vertraute und glaubte.

bei aller Bildung doch nicht vom Intellekt betonte Mensch, er erfährt durch seinen schweren kranken. Körper hindurch die Um-

*

_ Ein schwerbeleibter kleiner Alarm von etwas über sechzig Jahren erschien; aber der runde Körper wurde dennoch unansehnlich vor dem Eindruck des riesigen Kopfes, eines Hydrozephalen Hauptes, mit Breiter hoher Stirne, mit trotz fleischiger Weichheit fest kon­struierter Nase, mit dem großen und im Schweigen schon beredten Munde. Ueber dieser Sprache des Gesichts spricht aber am ein­dringlichste» daS Auge. Es ist nur eines. Das andere ist operativ entfernt und wird von einem schwarzen Verband bedeckt DaS sehende Auge aber ist bämmerblinb. Es ist weit offen; sein Blick ist unscharf; es blickt und bohrt und späht nicht Es schaut weit über dich hinaus und fleht Dich doch weit inniger und tiefer an als jede Scharfsicht.

Aub läßt dich nah an feinem Sessel niederfetzen, zieht dich dicht an feinen Körper und hätt den schweren Arm um dich. Es ist, als wollte er die Atmosphäre deines psychophysischen Mechanismus mit Nase, Ohr und Auge wittern und erspüren, die Strahlung auf- nehmen; die Wärme, den Blutschlag, die Vibration von Nerv und Muskel auf feinen eigenen Körper übertragen. Er spricht bereits von den Grundzügen deiner Anlagen und Talente, und trifft das Gültige. Und schon im Sprechen betastet er den Schädel, mißt mit den Finger» die Dimensionen des Gesichts, prüft Hände und Ge­lenke und erklärt dir schon die Summe deiner Vererbungen; fragt über Vater und Mutter und die früheren Ahnen; kombiniert aus diesen Daten weiter und reißt die Logik der Assoziationen plötzlich ab, um wie hellsichtig dir aus deinem gegenwärtigen Da­sein und Befinden das Wichtigste zu sagen.

Du bist plötzlich ersannt in deiner Problematik, entlarvt in deinen Schwächen, bestätigt in deinen positiven Eigenschaften. Du weißt in der Einsamkeit der modern umgetriebenen Seele auf ein­mal: daß hier ein Mensch dich in der seelischen Geheimzelle an- trifft, versteht und klärt. Dein Individuum findet die Brücke zum Außerhalb deS armen Ichs aus seiner Selbsteinkerkerung. Es ist der psychologische Sinn einer Beichte, die hier als Se'bstentladung von Spannungen und Henmluicge». vorn Andere» provoziert Wurde. Es ist, als ob der Andere den trägen Ballast des Un­erklärten deiner Seele auf sich hinübergenommen hätte. Wie in Betäubung verläßt man denCharakterologen".

weit weniger mit dem Einzelsinn des Auges oder Ohres, der Nase, Pore ober des Lustgefühls, als durch die gleichzeitige Er­fassung durch alle Sinne. Er erfaßt nicht etwa die Bewegung eines Mitmenschen einzig durch das Auge, sondern er kombiniert sich jede Beobachtung automatisch mit allen übrigen instinktiv gewonnenen Erfahrungen am Objcikt. So ist er auch' nurunter anderem" Graphologe obwohl ihn alle deutschen Graphologen Mjr wohl kennen, aber mit Systematisierung seiner animalischen Dumpfheit und Jnnenschau nicht beikommen können.

Denn Aub treibt nicht Wissenschaft, sondern Kunst der Menschenkenntnis. Und Wie bie Konzeption unb Vision des Künst­lers im Letzten ein Geheimnis bleibt, so ist auch diese Kunst der Menschenwitterung nur aus der Genialität, aus unerhörter Ein­fühlung und Blutsgefühl erklärbar. Alles was zauberhaft erscheint an diesem Manne, der bald wie ein fröhliches Kind, bald wie eine raunende Sibylle, bald wie ein panischer Schigolch uns bannt und bindet, ist nicht zweifelhafter unb magischer als bas Un­erklärte in bet höchsten Kunst. Daß seine Hell- unb Fernsicht über unsere Jnbivibualität hinaus bis zu ben Vorfahren reicht, baß seine seelische Ahnung und körperliche Berührung Dinge erfaßt- und erklärt, die uns selber nicht bewußt sind, bedeutet wohl: daß Aubs sinnliche Betrachtung nicht aktiv-wollend auf die Ober­fläche des Körpers zielt und dann schon an bet Haut zurück­prallt, sondern, daß er wie einguter Vampyr" das Leben deines Binnenkörpers unwillentlich einsaugt unb somit Blut und Nerven in gleicher Schwingung initcmpfindct: ein einzigartiges Instrument zur völlig passiven Emplängnis der menschlichen Emanationen aus der unsichtbaren Erbmasse unseres Körpers.

Das empfänglich Weibliche in ihm ist stärker als das 'Männliche. Die Sehergabe ist den Frauen von der Pythia, Kassandra bis zu Macbeths Hexe» auch mythisch garantiert. Aber Aub sagt nichts Zukünftiges; blind wie Homer, sagt er das Ge­schehene: nichts Astrologisches, nichts ausschließlich Chiromanti- sches. Phrenologisches oder Graphologisches. Er hält nur die Ecke eines Briefes an sein verschleiertes Auge und spürt schon ohne weitere systematische- Kombinationen der.Details das Ganze. Fühlt er vielleicht die Schwingungs Energien des Schreibers nach; oder wittert er die von der Hand auf das Papier imprägnierten Säfte oder anhaftenden Strahlungen?

Man fragt mich: ist bas Hellseherei unb Okkultismus? Ich sage einfach: es ist Kunst ber Menschenkenntnis. Wie wir alle praktisch unb menschliche» Gesichtern lesen, wie uns Handbe- toegung, Fingerstellung ober Kopfhaltung an einem Anbere» lym­phatisch ober unsymphatisch Vorkommen, wie wir Anziehung unb Abstoßung unter Menschen täglich empfinden all' dieses Un­erklärliche an Strahlungen und Schwingungen, das unsere Freund­schaft, Feindschaft und Menschenwertung jeden Tag stärker be­stimmt als alles sichere Wissen um die Eigenschaften .der Be­treffenden dies unsagbare Fluidum ist für die geistigen Lungen Ludwig Aubs die Lust zum Atmen. Er, der Dämmerblinde, unb

Ich weiß es nicht. Unb er selber könnte es mit aller seiner Bilbung unb Sprachkunst so Wenig sagen als ein Kind, wenn es die Schönheit einer Blume ober die Siebe zu seiner Mutter erklären müßte.Kindsein unb Blinbsein!" bas sei sein Schicksal, sagt er. Im Kerker bes kranke» Körpers lebt seine übersensible Seele unb empfängt Besuche anbetet Seelen im Schattenreiche. Et ist wie bie weise Eule, bie tagblinb nur im Dunkel sieht. Seine Charakterologie" taun niemals Wissenschaft werben .Die -logie ist nicht bie bentenbe Logik, sondern ber angeschaute Logos: bet bilbhafte Sinn, mit bem bie Seele butch ben Körper spricht. Mit Subtoig Aubs Leben steht unb fällt seine Kunst bet Menschen­kenntnis.

Nummer 884 Seite 3

Das Danziger Ermächtigungsgesetz.

(P rivai-Telcg ramm derFrankfurter Zeitung" )

3E Danzig, 26. Novbr. Der Volkstag verabschiedete heute in dritter Lesung das seit einigen Wochen heißumstrit­tene Ermächtigungsgesetz. Die Beratungen ginge» diesmal glatt von statten, da die Regierungsparteien nur unter sich waren; denn die Oppositionsparteien hatten als' Protest gegen deren Vorgehen die weitere Teilnahme an den Beratungen eingestellt und den Sitzungssaal verlassen. Zu Beginn der Sitzung erklärte der Präsident des Senats, daß der Senat nach eingehenden juristischen Prüfungen zu dem Er­gebnis gelangt sei, daß das Ermächtigungsgesetz mit der Ver­fassung in Einklang stehe. Weiter erklärte er gegenüber Ge­rüchten in der auswärtigen Presse, daß die Nachricht über den Abschluß einer Anleihe jeder Begründung entbehre. Der sozialdemokratische Abgeordnete Grünhagen zog die Richtig­keit dieser Erklärungen in Zweifel. Ueber den freiwilligen Verzicht der Danziger Beamtenschaft auf einen Teil des Gehalts machte der Nationalsozialist -Hohnfeld einige Mitteilungen, die, wenn sie richtig sind, ein Fiasko des Notopfers der Beamtenschaft bedeuten würden und eine Regelung des Gehaltsabbaues im Gesetzwcge nach sich ziehen müßten. Danach sollen allein im Zollamt di« 13 Dezernenten die Unterschrift unter den Verzichtrevers verweigert haben. Das Ermächtigungsgesetz wurde endgültig verabschiedet. Die Vertreter der Danziger Regierung werden sich in den nächsten' Tagen nach Genf begeben, um dort mit dem Finanzsachver- ständigen-Komitee des Völkerbundes zu verhandel'-

Der Reichsffnanzminister und die Wünsche der Keamte«.

* Berlin, 26. Novbr. (Priv.-Tel.) Reichsfinanzministet Dr. R e i n h o l b hat heute nachmittag bie Vertreter ber Beamten- organifationen empfangen, bie bie Notlage bet Beamten schild.r- tcn. Im Verlaufe bet Besprechungen teilte bet Reichsfinanz­ministet mit baß bie Regierung in allernächster Zeit eine Hilfsaktio n für bie Beamte» durchführen werbe. Ueber bie Einzelheiten seien »och keine endgültigen Entscheidungen getroffen. Die Reich sp ost werde sich der Hi'fsaktion für bie Reichs­beamten anschießen, mit ber Reichsbahn werbe verhandelt, unb ebenso fänden Verhandlungen mit den Ländern statt. Im nächsten Iaht würden dann voraussichtlich die Verhandlungen über die endgültige Geh altsregelung beginnen, doch müsse baran festgehalten Werben, daß vor bem Abschluß bes end- gültigcn Finanzausgleichs auch eine enbgültige Gehaltstegelung der Beamten nicht möglich fei.

Bei der Hilfsaktion handelt es sich nicht um eine Erhöhung der laufenden Bezüge, sondern nur um eine einmalige Bei­hilfe. die voraussichtlich zu Weihnachten ben Beamte» ?-'= kommen soll.

Ei« deutscher Richter für die Gemischte« Gerichte i« Kairo.

(Privattelegramm betFrankfurter Zeitung")

Berlin, 26. Novbr. DieTimes" meldet aus Kairo, es sei dort beschlossen worden, einen deutsche» Richter für ein Richter-amt erster Instanz in den Gemischen Gerichten zu ernennen. Es handelt sich dabei um folgendes: Im Ver­sailler Vertrag hat Deutschland auf alle Kapitulationsrechte in Aegypten verzichtet. Im vorigen Jahre ist jedoch in einem neuen Vertrage zwischen Deutschland und Aegypten, die deutsche Konsulargerichtsbarkeit über Deutsche wieder hergestellt worden. Dieser Vertrag liegt gegenwärtig dem ägyptischen Parlament zur Ratiftkation vor. Eine logische Ergänzung dazu ist die Beteiligung von Richtern deutscher Herkunft an den Gemischten Gerichtshöfen. Im Einvernehmen mit dem britischenlegal adviser" hat die ägyptische Regie­rung von deutscher Seite die Vorlage einer List« von Kandi­daten erbeten, aber, soweit hier bekannt, bis jetzt noch keine Auswahl getroffen.

Die Krankheit des Königs von Rumänien.

(Drahtmeldung unseres Korrespondenten.)

<lt Wien, 26. Novbr. Nach übereinstimmenden Meldungen-, aus Bukarest ist der Gesundheitszustand des rumänische^! Königs hoffnungslos. Der König leidet an Mast­darmkrebs, und die behandelnden Aerzte sollen sein Lebe» bereits aufgegeben haben. Diese Tatsache ist auch trotz wieder­holter Dementis in ganz Rumänien bekannt.

Die verschiedenen Parteien rüsten sich bereits im Falle dcö Ablebens des Königs zum entscheidenden Kampf um die Uebernahme der Macht. Auf der einen Seite steht die rumli­tt ische Bauernpartei, der auch ein großer Teil der rumänischen Armee angehört und die den Exkronprinzen wieder in seine Rechte einsetzen will, während auf der anderen Seite A v e r e s c u und B r a t i a n u, die bekanntlich einen großen Anteil an der Abdankung des Kronprinzen hatten, einen Widerruf seines Thronverzichtes mit allen Mitteln zu verhin- 6 dem «ächten.

Wie gemeldet, soll die K ö n i g i n von Cherbourg aus ohne Aufenthalt in Paris sofort nach Bukarest reifen. Dies wird einerseits mit dem Gesundheitszustand des Königs be­gründet, des wetteren will man auch die Möglichkeit einer Begegnung mit ihrem Sohne C a r o l in Paris unter allen Umständen vermeiden, da man befürchtet, daß sich die Königin Marie durch Carol zu seinen Gunsten beeinflussen lassen würde.

Ehamberlai«, Kria«d «nd M«ffoU«i.

(Privattelegramm berFrankfurter Zeitung") London, 26. Novbr. Zu bet in Pariser Blättern bebat- üetten Mitteilung über eine gerüchtweise von Sir Austen Cham­berlain angeregte Zusammenkunft Brianbs mit Mussolini schreibt berEvening Standard", offenbar habe Chamberlain unmittelbar nach seiner Zusammenkunft mit Musso­lini in Leghorn im September Brianb zu veranlassen gesucht, bie Initiative für eine Einlabung an Mussolini zu ergreifen.- Chamberlain scheine nicht baran gedacht zu haben, baß solch eine Einladung eine große Steigerung bes Prestiges Mussolinis in Italien hervorgerufen unb Frankreich in eine schwierige Si­tuation gebracht hätte. Chamberlain habe, feine Bemühungen vor etwa 14 Tagen erneuert, währenb in der gleichen Zeit Mussolini die italienische Oefsent.ichkeit durch feine Presse informierte, daß Chamberlain versucht habe, ein Interview zu arrangieren, wobei Vviaud daran liegt, Mussolini zu treffen.

FranMsche Kammer.

in ?ot>Ar (Priv.-Tel.) Die Kammer, bie gestern

Abendstunde die Beratungen des ersten Abschnittes des f?"dgets der öffentlichen Arbeiten zu Ende geführt hat befaßte 6a n^r aOrmittS mit zweiten Abschnitt, der dem'Etat ber " de l sm ar in e gewidmet ist. Heute nachmittag Wurde ksi- Diskussion in beschleunigtem Tempo fortgesetzt.

Das ungarisch-rumänische Schiedsgericht.

(D ra h t m e l du n g u n se r es K o r r e sp o n d e n t e n.)

-;^iEudapeft, 26. Novbr. Nack einer Bukarester Meldung des rter Mir da^ungansch-rumamsche Schiedsgericht am 29. Novenl-

sJ^nr Sitzung zusammen und wirb über bieKlagevon 21 früheren sieb enbürgischen ®tunbbefifeern f s ®runi der neuen rumänischen Bodenreform k o si'

Ij^öiert würben, zu entfdjeiben haben. De» Vorüü wird Hn gurift führen und als Rechtsvertreter der Rumä

der frühere ftanzostfche Ministerpräsident M i 11 e r a n b fungieren

USikerbirnds-Enquete über de« Achtstundentag.

steh" aus'1-^Miwl^dern" Achtstunbentag. Die ^Kommission be- Svan en La S 'o Unb Ä vier .Regierungsvertretern (Spanien, Englanb, Italien unb Polen) vier SMeifsieberner- tretern, darunter Vogel (Deutschland) und vier Arbeiinehm I- vertretern darunter Müller (Deutschland). Die Diskussion b7zoa &5eÄBaeiUie@S*6ung in ben tu benaoen Wir «" ,u6er den Mangel an Material bhie ® n Fn U^e 'n/°lgebesfen beschlossen, vollstäu-

- tln mbÄ "ber die bestehende Regelung der Arbeits­zeit in ben verschiedenen Landern sowie über die dort aufaetrcte- toCncr@SoTbenfimitCn hinsichtlich der Ratifikation der Washing- dann im 2 zusammenzustellen. Diese Unterlagen werde! (Senf statischen wr ^rfammlung, die im Jamm'- 7" (Senf Itattfinben soll, eingehend geprüft werden.