Mittwoch, a®. Jun! 1906.
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dem Kreischef Baron Rhaden nach Zennhof aus. Wer sie konnten nichts mehr retten, und die Bande war natürlich längst Der alle Berge.
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Die landwirtschaftliche Ausstellung in Berlin.
II. (Schluß.?)
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men, und die Posten, ihre cschießeiien yelmzulragen. :
Z Konstantinopel, 13. Juni. Nedjib Pascha Mel-
Ham 4, Unterstaatssekretär im Bautenministerimn, und seit der Joris-Affäre Faktotum im Jildizkiosk, hat vom Sultans im Laufe eines Jahres zwei wertvolle Konzessionen erhalten, nämlich die Verlängerung der in den nächsten Jahren' ablaufenden Konzession der von Pera nach Galata führenden Tunnelbahn, und die Konzession für elektrische Tramway und Lichtanlagen in der syrischen Hauptstadt Behrut. Die Tunnel-, bahnverlängerung verkaufte Nedjib an die erste Konzessionärin um 20,000 Pfund, während er die ihm verschriebenen elektrischen Privilegien in Behrut an den Trust Fränco-Belge werter- gab. Nedjib erhielt hierfür im Baren 37,000 Pfund sowie 200,000 Francs Gründeranteile.
Zerstörung eines Schlosses.
X Riga, 17. Juni. Die Einäscherung des dem Gra- feit Otto Keyserling gehörigen Schlosses Zenu- h o f — die Tatsache ist bereits durch den Telegraphen gemeldet worden — hat sich unter folgenden Umständen vollzogen: Vor einigen Tagen erschien Abends 11 Uhr eine Bande von 6 bis 10 Personen vor dem Schlosse. Gras Keyserling befand sich selbst in Mitau und das Schloß war nur schwach bewacht. Alsbald begannen die meist jugendlichen Verbrecher, von denen mehrere Schüler-Uniformen trugen, die Fenster des Schlosses zu beschießen; da sie nicht gestört wurde, so legten sie an verschiedenen Stellen Feuer an. Das Schloß war sehr mafliv gebaut, seine Zimmer hatten teilweise eine Höhe von 20 Fuß. Bald standen der Turm und das Dach in Flammen, worauf die Brandstifter abzogen. Nun versuchten die Gutsknechte zu löschen, was aber bei den unzulänglichen Mitteln nicht gelang. Als die Feuerwehr eintraf, war der größte Teil des Gebäudes eingestürzt. Graf Keyserling wurde gegen Morgen vom Brande benachrichtigt. Auf seine Veranlassung rückten Dragoner inrt
Fraitkfurler Zeitung
(Frankfurter Handelszeitnng.) ttttl* UMßtt* (Neue Frankfurter Zeitung.)
'ZKegrünöeL von Leopold Korrnernanrr.
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ginnt, von einem „rheinländischen" Pferde zu sprechen, haß das Wickrather Gestüt, dem ein rühmlicher Anteil an diesem Umschwünge zugesprochen werden muß, mehr und mehr in der Provinz gezogene Hengste an Stelle der Belgier cm-
freigelassen. ■
A Mannheim, 16» Mai. Ein humoristisches In- termezzo brachte in das trübselige Einerlei des Tüncher', streiks, der nun schon 10 Wochen dauert, etwas Abwechslung. Ein in der Nähe des Hafens wohnender Meister stellte, um die an feinem Haufe auf und abmarschierenden ■ Streikposten zu verhöhnen, ein rotgestrichenesSchilderhauS auf die Straße. Die Streikenden säumten nicht lange, diese Einrichtung in Gebrauch zu nehmen. Die nächste Ablösung map- schierte mit blumengeschmuckten alten Schießprügeln auf, die um billiges Geld bet einem Trödler erstanden worden waren,! und der Meister grhM^inen Döppelehrenposten. Die Polizei fand aber ein Haar darin, daß sich eine große Menge vor dem Hause anfammelte und sich an der spassigen Ehrenwache Belustigte. Sie zwang den Meister, das Schilderhaus wegzuneh-
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müssen. Er habe es als Offizier stets als seine Pflicht gehaltet, gegen Damen volle Nachsicht zu üben. Allein, wenn er nicht so sehr blind gewesen wäre, bann hätte er schon in den ersten Jahren ihrer Vermählung sehen müssen, baß seine Frau nicht geistig normal war. Kurz vor der Hochzeit habe et er fahren, daß feine Frau noch eine große Rechnung in Genf zu begleichen habe. Aus diesem Anlaß wäre die Verehelichung beinahe gescheitert. 'Mach ihrer Vermählung -habe er erfahren, bah seine Frau noch weitere Schulden habe. Mit gehobener Stimme fährt v. Zander fort: „Ich muß von vornherein be- metten, daß ich vom Herrn Untersuchungsrichter in einer ganz furchtbaren Weise behandelt worden bin.' Der lltttersuchungs- richter, Landgerichtsrat Firle, hat mich geradezu mit Hohn überschüttet. Ich bin 32 Jahre Offizier gewesen und hctte mir njemals da? Geringste zu Schulden kommen lassen. Ich wurde aber vom Unters uchungsrichter nicht wie ein anständiger Mann behandelt, dem erst die Schuld bewiesen werden muß, sondern wie jemand, der eines Mordes verdächtig ist. Sobald ich eine Einwendung machte, sagte der Untersuchungsrichter: Führen Sie oder ich das Protokoll? Nicht Sie, sondern ich habe zu bestimmen, was in das Protokoll hineinzukommen hat. Ich bin aus tiefstem Herzen Preuße und Deutscher. Ich habe 80 Jahre in vollen Ehren den Rock meines Königs getragen, ich hätte eS aber niemals für möglich gehalten, daß ein Untersuchungsgefangener in Preußen so behandelt wetten könnte. Ich bin vom Herrn Untersuchungsrichter geradezu mit grinsendem Hohn behandelt wotten. Alle meine EntlastuttgSanträge wurden mit grinsendem Hohn zurückgewiesen. Ich bin erst in den letzten drei Tagen in 6er Lage gewesen, etwas zu meiner Ent-
Heute begann ein Prozeß gegen den Bezirkskommandeur Major a. D. v. Zander und dessen Frau. Beide sind wegen Betrugs in etwa 70 Fällen, Meinet6 8, etn. fachen und betrügerischen BankerottS, Major v. Zander außerdem der Unterschlagung und Untreue beschuldigt. Als dritter muß Rittergutsbesitzer Suettig wegen Beihilfe zum betrügerischen Bankerott auf der Anklageb rnk Platz nehmen. Weit über 200 Zeugen, zumeist Kaufleute und Großindustrielle, sind geladen. Major v. Zander war Bataillonskommandeur des 6. pommerschen Infanterie-Regiments „Graf Dönhoff" in Griesen und zuletzt Bezirkskbmman- deur in W oh lau. Das Zandersche Ehepaar soll wert über seine Verhältnisse gelebt und, da die Mittel nicht ausreichten, Waren aller Art in großen Mengen in den verschiedensten Städten Deutschlands unter falschen Vorspiegelungen auf Borg entnommen, außerdem sich gegen Wechsel große Summen geliehen haben. Für Beschaffung des erbl:chen AdelstitelSan einen Amtsrat erhrelt v. Zander 800,000 Mark und kaufte sich dafür das Rittergut Schmoegerle, um ein Majorat für seinen Sohn zu errichten. Da die Gläubiger drängten und Pfändung beantragten, soll er das Rittergut zum Schein an den Rittergutsbesitzer.Suettig mit dem Recht des Vorzugs-Rückkaufs verkauft haben. In diesem Verkauf erblickt die Staatsanwaltschaft den betrügerischen Bankerott. v. Zander hat beschworen, daß der Kaufvertrag kein Scheinvertrag war; dadurch und bei Leistung mehrerer Offen- barungseide soll er und feine Gattin sich des wissentlichen Meineids schuldig gemacht haben. Nachdem er seinen Abschied genommen, war et AufsichisratSmitglied mehrerer Jndustrie-Gesellschaften. In dieser Eigenschaft soll er sich der Untreue und der Unterschlagung schuldig gemacht haben. Außerdem sollen beide Eheleute mehrfach falsche eidesstattliche Versicherungen abgegeben haben, v. Zander ist 1853 als Sohn eines Regierungsassessors geboren. Er hat daS Abiturientenexamen gemacht, dann Jura studiert und ist Ritter zahlreicher hoher Orden. Frau v. Zander ist als Tochter eines Pfarrers 1872 zu Peese, Kreis Gifhorn, geboren. Suettig ist 1851 geboren, Hauptmann der Landwehr a. D. und Inhaber mehrerer Orden, v. Zander und Frau befinden sich seit Mai 1905 in Hast. — Den Vorsitz deS Schwurgericht ShofeS führt LandgerichtSdirektor Studemund.
v. Zander, der einen etwas krankhaften Eindruck macht, bemettt auf Befragen des Vorsitzenden mit sehr leiser Stimme, er sei bereit, Rede und Antwort zu stehen. Er ersuche aber, mit ihm Rücksicht zu üben. Er habe durch die dreizehnmonat- "uchungShaft körperlich und geistig sehr gelitten. ES urchtbar schwer, etwas gegen seine grau sagen zu st habe es als Offizier stets als feine Pflicht
Vermischtes.
* Mainz. 19.3mtt. Der Heizer eines hier vor Anker liegenden! Schiffes wollte gestern Nachmittag auf ein nebenan liegendes Schiffs überspringen, sprang aber zu kurz, stürzte ins Wasser und verschwand sofort in den Wellen. — In der Feldbergstraße stürzte sich gestern Nachmittag ein dortiger Einwohner ans dem- vierten Stock auf die Straße. Der Unglückliche der an Verfolgungswahn gelitten haben soll, war sofort tot.
# Memmingen. EinenPfennigGemeindeumlagen- mit —2 0 Pfennig Zustell gebühren müssen mehrere Nach» bargemeinden an unsere Etadtkasse zahlen. Auch , ein Beitrag zur Dielschreiberei, über die kürzlich im Landtag debattiert wurde.
L Gelle, 18. Juni. Von den S ch u l k i a d e r n, die bei-dem Besuch der Kaiser» in Celle am Samstag Spalier bildeten,' wurden mehr als rin Dutzend infolge der Hitze und des langen Stehens ohnmächtig, oder doch dermaßen unwohl, daß man sie tiomi Platze tragen oder führen mußte. Da der Kaiser statt um 11 Uhr erst gegen 2 Uhren Celle eiutraf, hatte« die Kinder 3 bis 4 Stunden tat Spalier verharren müsse». „ , , !
r »ent, 17. Juni. Der, wie gemeldet, anfangs Mat unter dem Verdacht des Betrug» und der Unterschlagung verhaftete Advokat A ebi ist gegen eine Kaution von 10,000 Fr. auf , Een Fuß gesetzt worden. — Wie schweizerische Blätter mel-
; ist ein Bahnbeamter von Altdorf, Willy Meyer, der feinen Bruder in Barcelona besucht und mit diesem in Madrids geweilt hatte, nebst seinem Bruder al» der Beteiligung am Attentat auf das KönigSpaar verdächtig verhaftet worden. Nach- dem sie sechs Stunden auf das Verhör hatten warten müssen, tourten bette vom Gouverneur vernommen und dann sofort
schwarzen Aussehens ihrer Haut — weniger gern gekauft werden. Außer Pferden, Rindern, Schafen und Schweinen sind auf der Ausstellung Ziegen, Kaninchen, Geflügel, Fische und Bienen zu sehen, und zwar in sehr stattlicher Zahl und Aufmachung. Eine Neuerung besteht in der Vorführung ganzer Geflügelhöfe, an denen der Geflügelliebhaber lernen kann, wie er Stallung, Auslauf usw. für seine gefiederten Lieblinge — je nachdem, einfach und billig oder luxuriöser — einzurichten hat.
Es ist selbstverständlich unmöglich, ein auch nur leidlich erschöpfendes Bild der großen und inhaltreichen Veranstaltung zu geben; und das Obige möge deshalb zur Charakterisierung der Berliner landwirtschaftlichen Ausstellung genügen. Zum Schlüsse sei nur noch erwähnt, daß auch der technische Spiritus sich wieder bemerkbar macht. In unleugbar grossartiger und vornehmer Weise hat die Zentrale für Spiritusverwertung in einer gewaltigen Halle alles zusammengefaßt, was in der Spiritusbeleuchtung an Neuem und Beachtenswertem vorliegt, und zwar hält sie selbst sich als Ausstellerin zurück, überläßt das Feld vielmehr den einzelnen Industriellen, indem sie ihnen eben nur bequeme Gelegenheit gibt, sich vorteilhaft vorzustellen. Auch eine praktische Beleuchtungsprobe großen Stils hat sie sich geleistet durch Ausstattung des großen Biergartens im Hauptrestaurant mit vielen Hunderten von Spiritus-Glüh- ttchtlampen. Die Lichtwittung ist tatsächlich glänzend und stellt sich ebenbürtig — zudem wohlfeiler — neben die elektrische Jnnenbeleuchtuna der Hallen dieses Restaurants. Natürlich fehlt es auch in dem Zelte der Zentrale nicht an Gegenständen, bei denen der Spiritus als Heizstosf zur LerwMbung kommt, "'wtze; er ist bis
laftung zu tun.“ »
Verteidiger Justizrat Dr. M amr o th: Ich muß,bemerken, daß mir als Verteidiger die Einsicht in die Akten sieben Monate lang verweigert wotten ist, und ich den Angeklagten nur in Gegenwart des Untersuchungsrichters sprechen durste. Ich wette daher genötigt fein; die HauptentlastungSanträge erst g: in ter Hauptverhandlung zu stellen, v. Zander: Ich e als Leutnant zehn Jahre ohne jeden Zuschuß gelebt und terlei Schulden gemacht. Ich habe absolut keine Bedürf, nisse; ich bin an spartanische Lebensweise gewöhnt; ich habe aber schließlich entdeckt, daß meine Frau geradezu unsinnige Schulten gemacht hat. Nach der Geburt meines ersten Kindes machte ich die Entdeckung, daß meine Frau für 3200 Mk. Erstlingskleider gekauft hatte. Als ich dies dem Untersuchungsrichter sagte mit dem Bemerken, daß ich an ter geistigen Zurechnungsfähigkeit meiner Frau zweifeln müsse, versetzte der Untersuchungsrichter: Ich halte das für die Folge falscher Erziehung oder moralischer Minderwertigkeit. Herr Vorsitzender, Sie können sich denken, daß mich eine solche Bemerkung meiner Frau gegenüber, die ich über alles liebe, ungemein verletzen mußte. Vorsitzender: Herr v. Zander, in dieser Weise kommen wir nicht weiter. Die geistige Zurechnungsfähigkeit Ihrer Frau Witt auch Gegenstand ter Verhandlung sein. Ich muß Sie aber bitten, mir jetzt Rede und Antwort zu stehen. Andernfalls, wette ich annehmen, daß Sie sich nicht auslassen wollen und die Vernehmung mit Ihnen abbrechen. Zander: Herr Vorsitzender, ich muß zunächst die Behandlung schildern, die mir vom Herrn Untersuchungsrichter zu teil wurde. Dies ist ter ErklärungSgrund, daß ich bisher keine EnllastungSan» träge gestellt habe und kaum noch in ter Lage bin, meine Verteidigung zu führen, ich bin vollständig fertig. Vorsitzender: Wünschen Sie, daß deshalb die Verhand» lung vertagt wetten soll? Angeklagter: DaS wünsche tch nicht. Ich habe an ter dreizehnmonatisen Untersuchungshaft vollauf genug. Vorsitzender: ES würde mir sehr leid tun, wenn ich gerate gegen Sie irgendwelche Maßnahmen treffen mühte. Wenn wir aber weiter kommen wollen, dann müssen Sie mir schon Rede und Antwort stehen.
Der Vorsitzende hält dem Angeklagten vor, daß er sich im Jahre 1897 von einem Freunde 6000 Mk. geliehen habe, die bisher noch nicht zurückgezahlt seien, v. Zand er: Ich muß zunächst bemerkn, daß ich mich tasiachlich von meiner Frau getrennt hatte; meine Frau war ein halbes Jahr in England. Ich habe ernstlich erwogen, ob ich mich von meiner Frau scheiten lassen soll. Die 6000 Mk., die ich von meinem Freunde Baute! für eine diesem erwiesene Gefälligkeit erhalten hatte, habe ich zur Bezahlung der Schulden meiner Frau verwandt. Ich habe, während meine Frau in England war, so sparsam gelebt, daß ich nicht einmal im Kasino gegessen und mir keinen Dienstboten gehalten habe. Ich habe mir lediglich von meinem Burschen ein paar Kartoffeln kochen lassen. Der Angeklagte erzählt im weiteren sehr umständlich: Sein Freund Bandel habe durch ihn Unsummen an Kali verdient, dafür habe ihm letzterer die 6000 Mk. und schließlich auch noch mehr geliehen. Weiter hält ter Vorsitzende dem Angeklagten vor: Er fei 1894 in das 66. Magdeburgische Infanterie-Regiment als Hauptmann und Kompaniechef nach Magdeburg versetzt wotten. Dort hatte er in ter Nähe der 66er Jnfanterie-Kaserne eine Wohnung für 1300 Mk. Jahresmiete. Er versteuerte eine jährliche Einnahme von 8981 Mk. Angeklagter: Ich habe damals von Bandel eine jährliche Zulage von 6000 Mk. erhalten. Der Vorsitzende hält dem Angeklagten ferner vor, daß er laut Tagebuch im Jähre 1897 10,000 Mk. Schuldenlast hatte; er habe auch vielfach feinen Feldwebel angeborgt, v. ganter bemerkt: Er sei ein paarmal vom Pferde gestürzt und habe dadurch starke Gehirnerschütterungen erlitten. Er habe dämms tatsächlich wiederholt öffentlich gesagt, er fei nicht ^heirate.
Auf Auffottern des Vorsitzenten erzählt ter Angeklagte b. Zander: Er sei eines Tages von seinem Freunde B a n o el nach Wilhelmshöhe eingelaten worden, Bantel habe ihm ge-
Aus de« Ziollstauds-ReMer des Mudesamts-SeMs Frankfurt a. M.
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«ufgebottne. Juni 15. Müller. «ndreaS, Metzger, mit flühner, Johanna Regina, beide dahier. — E chn app auf. Johann «ndreas. Metzger, mit Shrist. Carolina Helena, beide dahier. Widmatzer. Heinrich Frlldrich Schloster, mit ft t n p e I Maria, beide dahier.- tz ° f m ann aojann, ffa6nl. arb. mit Neilb old. Anna Maria, beide dahier^ - H i l d Sarü Sp-ngl-r. mit H a h n , Anna Soft«, beide dahier. - Krantz. Carl Phil.. Chrmigraph dahier mit Keil. Johanna Friedrile — Müller, Emil Isaak. Kaulmaun zu Frauenfeld, mit Stern. Rosa dahier. - Weber. Peter Anton. Schrift- setzer dahier, mit K ° ch . Satharina Sofia ,u Homburg v. d.. H. — 16. H eh r, Joseph, Eärtner ,u «innheim, mit 8-14-' TH->-fi°. in Ringet Johann Deorg, Schutzmann zu (taflet mit Schl Ml* «Btwelmtne 8Iuanfta Lina »u Mrlsunarn. — Rauch Michel Otto, Schrrruer, nut S ch ä ser Mkuaaretc^"Dienstm^. bzu Rödelheim. - D e u der t. August. Kaufmann dahier mit Ditchtnger, El!« Sofia, Contorifturzu Mannheim. — Sira u tz
Sofie' ’ÄÄ beide",u Miinchen.-
ff tt a e I ’tebanit Martin Hermann, Kriegsg .Rat, mit Kühne, Augusta Berta, be"d? Ä - D ach l. Seo-g. Fabritardeiter mit Burkard, Wilhelmine
->uni 18. Aernutz. Friedrich Robert. Schuhmacher, mit lm 8E?M°-t° Minna, beide d"hi-r. - Leon. Moses. Arzt, m ^-liel^uliebeid-zu Manninston. - Traf Christian Wilhelm Kauf- mann mit Fra»c°öiS. Emma Eugen?., beide dahier. - Troll Georg Joseph Seiler mit Wtegand. Martha, beide dahier. - Leimbach, Hernrrch, Post, bete' mtt L en Mari» Friedrcke. beide dahier. - B ° l l m ° n n. Ernst Hugo. Iitbln »it PradeL Hedwig Mina. beide dahier. - 19. Sitzmann, Ernst «Tann, mit «tirzel. Elisabeth geb. LooS Wwe. beide dahier.
3 * «crfte*Pene. Juni 9. DiIger, Wihelm. Bauuniern. 54 I, Eppst-rner. «rafte VL — 11. Dauer. Heinrich. Orgelspieler. 59 I, int Etadtwald tot aus. Müdem - 16 »räinet. Helga. 3 M.. Gatten, t.atz. 229. - H ild . Anna BrilSuferin. ledig. 27 I., Etisistratze 30. - 17. Dahlem. Carl Nudol,. 24 T. Coblenlerstr. 28. - «nie! Theodor Conrad. Friseur Wwr. 51 I 6.
- 18 Don, David. Bankdir. zu Durban, perh.. 65 I.. Sartenstratze 229. — « itt e t, Michael, «ausmann, derh. 43 I . Wallstr. 12. — D S r r, Friedrich «tifem. Wwr. 44 I. kchnurg. 46. — Daubert, Catharina geb. Schneider, <4 Soselstr. 15. — Lehrmann Luise, 6 äst., Theobaldstratze 16. Fuller Wilhelm Friedrich, 1 I. Sermaniaftr. 40. — Kahn, Adols. Kaufmann, Perh.. 52 3.. tthlandstr. 40 - Dosch Johanna Catharina. 20 kllotzdorsirstr. 36.
19 Metzer, Olga Elisabeth, ledig 22 I , Sliddastr. 50. - Ulrich. Alfred, 4 I. Herderstr. 5.
Avsroiirügt Famlitu-Nachrlchten.
Geborene, «kn Sohn: Forftamim. Stier (Oflenrtz) SWntnb Rechts- ant». Dr. Prager lBerlin) Fürth i. B. - B. E u m p er, (Neu) München.- Notar eeitenfeben (stöbges) CSiu. — Sine Tochter: Dr. L>. Koch (Kahl- ban) Stuttgart. - Pros. Ti. Ra tzhrer (Scheiold) Stuttgart.
Beriodtc. Martha Kerner mit Ferd. Dressel. Ludwigsburg-Stu», gart. — Mina Zimmermann mit Oskar Starb. Stnt.gart—Leonberg. — Toni Neckarsulmer mit Beruh. Lernte, _
BermSIrltr. Adols Simon mit Sofie geb. DünlelSbnhler, Fstith r. B. — DrPI.-Ing. Ä. Schwarz mit Marie geb. Kernstock, Nurnoerg.
Dotzettelle. Priv, Chr. Äotttei, «ätiing.n. - Lb-rr-chnungSMat H. Trnnzer. v-rdelberg. - Psarrer -. D, Dr. K Pretschler. 60 I. B«st> Nauheim. - Dor. Ficht geb. vochstern Ww'..Nürnberg. - Lomm.-Nat F. F-nck. 59 I.. Franlenthar - Prof. 6. Poland, 65 I. München. — Sra»»- Heineberg gib. Frarü, 80 J^Hurf«- y -
sagt, er möchte gern im Interesse seiner Söhne ten e r b - lichen Abel höben. Er sei daraufhin nach Berkin gereist und dort auf dem Heroldsamt erfahren, daß jährlich min» testens 100 solcher Gesuche eingehen, von denen im Höchstfälle sechs berücksichtigt werden. Von irgend einer Beeinflussung' könne keine Rede sein, denn die Entscheidung hänge ausschlietz-' sich vom Kaiser ab. Er sei aber ton Freunden an einen hervorragenden Schriftsteller empfohlen wotten, ter sich gegen) ein sehr hohes Honorar bereit erklärte, die Erledigung der er-) forderlichen Formalien zu Übernehmen. Der Vorsitzende hält! tem Angeklagten v. Zander ferner vor, daß er durch ein Ver- mächtnis für seine damalige zweijährige Tochter 2000 Mk. er- halten habe, diese aber zur Bezahlung von Schulden und im Haushalt verwendet habe. Anklagter v. Zander: Die 2000 Mk. habe et für ErziehlwgSzwecke seiner Kinder erhalten. '
4^ Hanau, 19. Juni. (Telegr.) Das Schwurgericht verhandelte heute gegen den 30 Jahre alten Fabrikarbeiter Jo-1 Hann Weidemüller aus Bischofsheim bei Fechenheim we° 1 gen Giftmordsversuch, begangen gegen feine Ehefrau. Der Angeklagte war in der chemischen Fabrik auf ter Mainkur beschäftigt und knüpfte dort mit einer Fahrikarbetterür1 ein intimes Liebesverhältnis an. Er soll, um diese heiraten zu können, wiederholt den Versuch gemacht haben, seine Ehe-' fran durch Gift aus der Welt zu schaffen. Es wurden 31 Zeugen und drei Sachverständige vernommen. Der Angeklagte wurde zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt.
= Setpjig, 19. Juni. Das Reichsgericht verwarf heute die Revision des BanklehrlingS Karl Brunke, der vom Landgericht Braunschweig am 21. März wegen Tötung der Geschwister Haars mit deren Einwilligung sowie wegen Dieb- stahls in 20 Fällen zu acht Jahren Gefängnis verurteilt worden war.
DevtscheS Reich.
0 Nattheim, 17. Juni. Der größte Teil der hiesigen Bürgerschaft leidet unter einemeigenartigen Vorgehen der Steuerbehörde. In Hessen herrscht .Selbsteinschätzung-. Nun sollte man meinen, daß wenn ein Pensionsinhaber seine Steuererklärung unter Vor- legung ter Bilanz abgibt, derselben Glauben geschenkt werden kann. Weit gefehlt! Die Steuerkommission besteuert trotz der Selbstein- schätzung nach eigener Schätzung viel höher, und alle Reklamationen sind erfolglos. Seit drei Jahren wiednholt sich beispielsweise dieser Modus bei mehreren Pensionsbesitzer«. Dazu kommt noch, daß in Nauheim die sog. ,S a i s o n st e u e eingeführt ist. Wer während des Sommer» in irgmd einer Weife Geld in Nauheim verdient, muß Steuer« zahlen, auch Hausmädchen, Kellner, Köche rc. Aber diese werden nicht, persönlich zur Steuer herangezogen, sondern der Arbeitgeber muß die Höhe des Verdienstes seiner Angestelltm angeben. Das ist ihm ganz unmöglich, denn ein großer reit de« Persona« ist auf Trinkgelder angewiesen «nd der Prinzi- pal erfährt überhaupt nicht, wie groß die Einnahmen stich; er weiß auch gar nicht, ob die Leute «ährend der ganzen Saito a bei ihm bleiben. Die« alle» interessiert ater die Steuerkom- Mission nicht. Unter Androhung von Geldstrafen bi« zn 100 Mk. wird er gezwungen, z« deklarieren. Wie er die Höhe deS Ber- dienste« herausfinden soll, darüber belehrt ihn die Behörde nicht. DaS Merkwürdigste an der ganzm Geschichte ist jedoch, daß nicht alle Billen- und Penfionsivhaber zur Sttuerzahlung für ihre An- gestellten gleichmäßig herangezogen werden, sondern daß von der Behörde eine Auswahl getroffen wird. Wie sich da« erklärt, ist Geheimnis; die Steuerkommissio» venveigert darüber jede Er- klärung. ____
# SluS Thüringen, im Juni. Im Thürmger Volks- patteUichen Freisinn, macht sich ein Gegensatz zwischen tem rechten und ten linken Flügel der Pmtei bemerkbar. Nachdem vor kurzem Herr P h i l i p p « ü h n e r - E i s e» a ch, der langjährige Führer der dortige» Freisinnigen, auS demDorstanteteSGisntacher- Vereins der Freisinnigen VolkSpartei ausgeschieden war, weil seiner „Eisenacher Tagespost' in der letzten Generalversammlung deS Vereins wegen ihrer demokratischen Haltung eine absprechende Kritik zuteil wurde, ist nunmehr auch in G o t h a zwischen einem Teste des Vorstandes des Reichsvereins, wie sich der dortige Verein bet Freisinnigen Volkspartei nennt, und der Parteipresse ein Zerwürfnis entstanden. Der Vorstand veröffentlichte eine Er- klämng des Inhalts, „daß er daS .Gothaische Tageblatt" nicht mehr alS sein Parteiorgan anerkennt." Dem gegmwärtigen Redakteur deS Blatte« wird zum Vorwurf gemacht, daß er daS „Gothaische Tageblatt" nicht mehr im Sinne beS Programms der Freisinnigen Volkspartei und ihrerZentralleitung führe, mit der der Vorstand de» RekchsvereinS in voller Uebereinstimmung handle. Die Veröffentlichung dieser Erklärung »inte nach einer lebhaften VorstandSfitzung gegen eine beachtenswerte Minorität ge- faßt, ohne daß eine Ptenarversammlung der Parteigenossen Gelegenheit gehabt hätte, sich mit der Haltung deS demokratisch redigierten „Gothaischen Tageblatts" zu befassen. Die nach rechts neigenden Parteigenossen, welche die Majorität im Vorstand besitzen,. verübelten dem „Gothaischen Tageblatt" insbesondere, daß e« gegen die R i ch t b e st S t i g u n g sozialdemokratischer Gemeindebeamten imEinklang mit dem Eisenacher Programm der Freisinnigen Volks- Partei von 1894, welches die Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetz ohne Unterschied deS politischen Bekenntnisse« fordert, Stellung nahm, und daß es Die Slichwahlparole der Dar m- städter Liberalen billigte. Man darf auf die weitere Entwicklung der Dinge in Gotha gespannt fein. Redakteur Walter vom „Gothaischen Tageblatt" der bei der VorfiandSwahl in der letzten Generalversammlung deS Reichsvereins nur 3 Stimmen weniger erhielt als der derzeitige erste Vorsitzende des Vereins, ist anscheinend bet Unterstützung weiterer Kreise der Parteigenossen sicher. *
K München, 18. Juni. Zu dem Vorkommnis in Ingolstadt, wo Trichinose beim Militär festgestellt wurde, schreibt die Schlachthofdireftion Ingolstadt der „Münchener Post":
Rach de« Reichsfleifchbefchangesetz vom 3. Juni 1900 ist die Einführung der Trichinenschau den etnjelnen Landesregierungen überlassen. Da in Bayern kein Bedürfnis vorhanden war, die Trichineu- ichau allgemein vorzuschreiben, und besonder» im südlichen Bayern Trichinoien soviel wie unbekannt waren, so Haden die daheriichen Städte südlich der Donau einschließlich der Hauptstadt München keine amtliche Trichinenschau für geschlachtete Schweine...
Die Einführung der Trichinenschau in Ingolstadt würde eine Schlachtgebührenerhöhung von 9—10,000 Mark verursachen. Nun da» Letztere kann kein HinderungSgrnnd sein. Müssen die Konsumenten den Bauern in ten Zöllen höhere Preise bezahlen, erhalten die Bauern Entschädigung für Schlachtvieh, da« als krank vom Genuß ausgeschlossen wird, so kann man auch das Nötige zum Schutz von Gesundheit und Leben der Konsumenten tun. Hier handelt es sich um eine sanitäre Maßregel, und der Ingolstädter Fall zeigt, daß sie notwendig ist. WaS vorgekommen ist, kann sich leicht wiederholen.
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Major a. D. v. Zander «nd Genosse«.
H. F. Breslau, 18. Juni.
stellt. ,
Im edlen Warmblute steht nach rote vor Ostpre u ß e n I; an der Spitze der Zuchten. Aus dem kleinen aber „drahtigen" B Sittauer mittels arabischen, später nur noch englischen Vollblutes herausgezüchtet, in rauhem Klima aufgewachsen, batet Sommers über Tag und Nacht ohne jeglichen Schutz im Freien lobend, ist der Ostpreuße ein hartes, widerstandsfähiges, ausdauerndes und dabei schnelles, temperamentvolles Tier geworden, das als Kavalleriepferd kaum seines Gleichen in der Welt hat, überhaupt ater als leichtes Reit- und Wagenpferd selbst auf bent Weltmärkte mit in erster Reihe steht. Das staatliche Hauptgestüt Trakehnen bildet den Vermittler zwischen dem eigentlichen Vollblute und dem ostpreußischen Landpferde, das fast allgemein nur von Bauern gezüchtet wird, während der Großbesih die Absatzfohlen von den Bauern aufkauft. DaS Gestüt verwendet in der Hauptsache Vollblut, und aus ihm fließt ter Strom dieses edlen Blutes durch tausend sich immer weiter verzweigende Kanäle in alle Teile des Landes, so daß man sagen kann, jedes ostpreußische Pferd hat 50 bis 80 Prozent Vollblut in seinen Adern. Auf der Ausstellung ist der Ostpreuße reichlich und vielseitig vertreten. Er zeigt sich als Soldatenpferd unterm Reiter und vor dem Geschütze, er zeigt sich als Zögling der Remontedepots, von denen mehrere ausgestellt haben; er wird vom ostpreußischen Stutbuch für edles Halblut Trakehner Abstammung vorgeführt und endlich auch durch die Vatertiere der Zucht, die Hengste aus den Haupt- und Sandgestüten, repräsentiert.
Eine Art Mittelding zwischen dem leichten und dem schroe ren Pferde bilden die Karossiers und schwereren Kutschpferde, die noch zu den Warniblütern zählen, aber im Blute dem Cft- | preußen nachstehen, dies nm meisten die Oldenburger, deren älterer, auf dem fetten nahrhaften Marschboden der I; nördlichen Landesteile gezüchtete Zweig der schwerste aller Ka- gh rossierschläge ist, während neuerdings auf dem dürftigern Gestboden im Süden Oldenburgs ein nur mittelschweres elegantes Wagenpferd gezogen wird, das schon eine sehr gute und ausgeglichene Dualität erlangt hat. Beide Vertreter der oldenburgischen Landespferdezucht sind von ten Zuchtvereinigungen im Norden und Süden des Landes zur Ausstellung ge- bracht und haben gut abgeschnitten. Gut gezogen stellen sich auch die im Blute etwas edleren Wagenschläge, die Hannoveraner, Schleswig-Holsteiner und Mecklenburger vor.
Vom Rinde war schon kurz die Rede; die Abteilung der Schafe gibt in ihrer ungewöhnlichen reichen Beschickung einen Hinweis daraus, daß die infolge jahrzehntelanger ungünstiger Konjunfturen für Wolle und Schaffleisch vielleicht über Gebühr eingeschränkte deutsche Schafzucht sich wieder erholen dürfte. Was die Fleischschafe betrifft, so sind die Shrop- shires herrschend, wenn auch Hampshires und Oxfords in ganz guter Qualität gebracht wurden. Das Southdown hat abgewirtschaftet; dafür tritt das schwarzköpfiae Sllffolk-Schaf auf, das sich durch ein gutes Verhältnis von Fleffch und Fett, dazu durch volle, fleischige Keulen auszeichnet und einigermaßen verwandt unserm Rhönschafe, sich vielleicht mit Votteil fc zu dessenVreedeluna verwenden läßt. Sehr beachtenswert ist das aus Buchara vor emigenJahren eingeführte Karakul-Schaf, eine Fetffchwanzsorm, deren Vließ dem Krimmer sehr ähnlich ist. L >^hr Aussteller, der bekannte Agrikulturchemiker Geheimrat Julius Kühn-Halle, ist der Ansicht, daß sich durch Kreuzung der Haidschnucke mit diesem äußech aenügsamen und harten Wüstentiere eine für unsere ärmeren Bodenarten sehr geeignete Rasse herauszüchten lassen wird. Bei den S ch w e i n e n hat sich die feit Jahren angestrebte und durch das Ausstellungsprogramm erfolgreich geförderte Vereinfach- I ung und Vereinheitlichung der deutschen Zucht endgültig vollzogen. An Stelle der planlosen Kreuzung der vorhandenen Schweine mit englischem Blute ist eine reinliche Scheidung in )rei Gruppen getreten. Die eine unifaßt unser altes , boten-
tändiges, unveredeltes Landschwein, die zweite das im roefent- ichen reinblütige, unseren Verhältnissen angepatzte Edel- chwein, die dritte einen Mischling beider, das veredelte Land- chwein, bei dem nun die weitere Zufuhr englischen Blutes aufgehört hat und eine Weiterzüchtung auf Konstanz durchge- sühtt ist. Alle diese drei Gruppen haben ihre bestimmten Vorzüge und ihre daraus begründete rationelle Verwendung. So eignet sich beispielsweise das veredelte Landschwein ganz vorzüglich zur Herstellung von Dauerwaren wegen seines festen, haltbaren und doch noch ausreichend zarten Fleisches. Alle drei ©nippen sind auch auf ter Ausstellung vortrefflich vertreten; außerdem die schwarzen Barkshires, die sich durch volle Schinke auszeichnen, nn allgemeinen ober bei uns wegen des
M ' Für den Landwirt selbst pflegt die „lebende Ausstellung", M ■ Me Tierabteilung also, den Schwerpunkt des Interesses zu bilden. Und sie verdient das in diesem Jahre ganz besonders. Reicher beschickt als irgend eine ihrer Vorgängerinnen, bietet sie ein Anschauung«» und Studienmaterial, von tem jede Einzelheit den passionierten Landwirt stundenlang zu fesseln vermag. Allettinas leitet unter der nördlichen Sage des Ausstellungsortes die Vielseitigkeit und Ausgeglichenhett der Beschickung; es überwiegen bei dm Rindern ganz außerordentlich die norddeuffchen Tieflandschläge, und das Bild dieser Abteilung ist im wesentlichen schwarzbunt. Bei den Pf er- ff- den gar tritt nur der Westen des Reiches, Rheinland, mir dem Äorden in Wettbewerb; der Süden fällt ganz aus. Immerhin bleibt genug des Sehens- und Prüfenswerten übrig. Beginnen wir bei den Pferden, so fällt zunächst der gerate in Nord- und namentlich Mitteldeutschland bestehende Gegensatz zwischen dem edlen Warmblute und dem schwerm Kaltblute scharf ins Auge. Seit einem Menschenalter etwa steigt die Nachtrag/ nach schweren Arbeitspferden durch den rasch zunehmenden Bedarf der mächtig mtwickelten Jndusttie; ater auch die Landwirte selbst bevorzugen mehr und mehr das schwere Tier, das sich mit großer Körpermasse uich breiter Brust ms Geschirr werfen kann, wo es sich bei der Tiefkultur des Bodens — namentlich für den Zuckerrübenbau, in den Brennereiwirt- schatten usw. um erhebliche Zugleistungen handelt Infolge dessen entstand ein Kampf zwischen den Verehrern des Warmblutes, welche die staatlichen Anstalten für Pferdezucht lediglich als Remontenfabriken betrachtet wissen wollen, und denen, die den Staat für verpflichtet halten, auch für die praktischen Bedürfnisse des Gewerbes zu sorgen. Lange widerstrebte der Staat. Als aber die Einfuhr schwerer belgischer und dänischer Pfette immer größeren umfang annahm und allmählich Absatzschwierigkeiten für das leichte Reit- und Wagenpferd entstanden, bequemte et sich den Forderungen der Zeit an, reservierte der Armee nur eine beschränkte Anzahl von „Remonte- provinzen" und begann im Uebrigen auch schwere Aalt«, bifiter als Land beschälet aufzustellen — umsomehr, je Industriell entwickelter die Gegend ist. Anfänglich wurde nun auch damit herumexperimenilert. Englische Schläge — Sus- folket- Clydesdalet — Normannen, Percherons usw. kamen an die Reihe, bis schließlich das belgische Pferd allen Mittewerb aus tem Felde schlug und allein noch zur Verwendung gelangte, i Die Landespferdezucht hat damit in gesunde Bahnen eingelenkt und auch schon erfreuliche Erfolge für die Kaltblutzucht ' )nen. Insbesondere kann sich tue Rheinprovinz rüh- schweren Kaltblüter in den wenigen Jahrzehnten zu Äkommenheit gezüchtet zu haben, daß man schon be-
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