SKofag, 14. Aan«ar 1924

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New York, 1?. Januar. (Wolff). Foadsfrnrso.

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BerantwortI.:M'o!itiku.Aügem.t *21. BüftMuar st-euilleion: Kuvolf Geckt Handel: Serm. Stern: Anzeigen: R. Zuckert; fämtL in Frankfurt a. W

Druck und Beilag der ilrarüfurter SocietälB. Druckerei ö. tu. & &

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vorzugten 6 hi» 8 Wochenfristen hinaus. Dagegen wird man für die P r « d u k t i o n s k r e d i t e, für die der Landwirt naturgemäß längere Fristen, oft bis zu 9 Monaten beanspruchen muß, durch mehrfache Prolongation einen Ausweg schaffen, aber natürlich nur für solche Fälle, wo nicht die Tilgung durch die Erträge der laufenden Wirtschaftsperiode möglich war Hierüber sachverständig zu wachen, bleibt jetzt wie früher die Aufgabe der vorhandenen Organisationen

Die Leistungsfähigkeit der Rentenbank ist nicht un­erschöpflich, sie darf es auch nicht sein. Die Rentenmark soll ferner, wenn irgend angängig, keine Einrichtung von Dauer bleiben, also muß der Rentenmarkkredit als eine vorübergehende Erscheinung entweder enden durch die finanzielle Regeneration des wirtschaften­den Individuums oder durch Neuaufziehung des Spar- und Depositensystems, gegenüber welchem gerade die Bank­gründungstätigkeit der Landwirtschaft während der letzten Jahre sehr deutlich den Willen bekundet hat, das ganze Geldwesen möglichst im eigenen geschlossenen Kreise aus­zubauen.

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Wetterberichte vom 14. Januar.

(Von der Wetterdlenstebtellung des Unlv.-Inst. für Meteor und Geophyslc)

Dio Frosttemperaturen, die in den vergangenen Nächten in ganz Deutschland wieder auftraten, haben heute bereite wieder eine Abschwächung erfahren, die eich an den nächsten Tagen fortsetzt und in Westdeutschland und im Küstengebiet allmählich zu milde­rem Wetter führt. In Ostdeutschland hält sich der Frost noch. Vorhersage für Frankfurt a. M. und Westdeutschland: Wolkig, meist trocken, Temperatur zunächst um den Nullpunkt, später milder südliche bis südwestliche Winde. Oestlichea Deutschland: Wol­kig, trocken, kalt, Östliche Winde.

Wetterbeobachtungen von 8 Uhr Vormittage.

Umsatz Import

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die. prel. Cir&Fecad Am. Sn. 42. tazcoada.. U. S. Steel dto. prel. Amerie. Cas. HldcäLetib. die. pref.

Centr.Leath. Isterd C.Cp. Studebaker Aktieeums-

Berickftiznng.

Im Ersten MorzenLlatt vom 13. Januar sind in dem Tele­grammSie Aufgaben der Sparkommission des Reiches" zwei Worte ausgefallen, wodurch der tetr. Satz miß­verständlich ist. Dieser Satz lautet richtig:Von beteiligter Seit« wird ganz entschieden in Abrede gestellt, daß irgendwelche Poli­tischen Tendenzen bei der Berufung der Mitglieder ter Kommis- ion mitgewirkt hätten und betont, daß die drei Herre» lediglich auf Grund ihrer sachlichen Fähigkeiten bestellt worden feien-"

Sport.

Frankfurt, 13.Januar: Maxim. 4- 1.7. Mlalm. 51. Tagesmitte! 1.8. Normalm. 0.2 Feldberg I. T. : Maxim + 2.5. Mlalm. 2.6. Tagesm. + 1.0. NIcderschL Bm Schneeberichter Feldbarg 1. Tanins; 70 cm Schnee.

feUbtri L SehwamraM: 180 cm Sehne*

Statt jeder besonderen Mitteilung. k

Freunden und Bekannten die traurige Nach- | richt, daß mein geliebter Mann, unser lieber Schwie- | gersohn, Bruder, Schwager und Onkel

Herr <JM8S BelfflOilte

nach kurzer Krankheit heute sanft entschlafen ist.

Im Samen ihr Iraner* Btehliehenen: Lina Belmonte geb. Hamburger.

Frankfurt a. M 11. Januar 1924.

Die Einäscherung findet in der Stille statt Kondolenzbesuche dankend verbeten. [E6417

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8 Ze? Kredllfrage in Uad Bad SML

Gesuche um Rentenmark.

° r Berlin, 12. Januar.

Vertretungen der landwirtschaftlichen Interessen verhan­deln, wie schon erwähnt, mit der Deutschen Rentenbank über die infolge der Geschäfts- und Preisentwicklung der jüngsten Zeit besonders dringlich gewordenen Kreditbedürf- nisse. Der ländliche Kapitalhunger scheint nicht weniger ungestüm zu sein als der von Handel und Ge- werbe, und seine Befriedigung nicht weniger schwer, gleich­seitig, ob die Ursachen in ungünstigerer Wirtschaftsweise oder in übertriebener Bauerei und Anschafferei liegen, in welcher dio nach den ersten Verlusten an gehamsterten Noten markscheu gewordenen Landleute unbewußt ihre Substanz verpulverten. Wie die Großbanken durch die Geldentwertung weitgehend ausgehöhlt sind oder auch aus Selbsterhaltungstrieb ihrem Restvermögen Verwendung inJezSi^TKr Anlage gegeben haben, so sind auch die genossen- schafdichen und sonstigen Bankorganisationen, die sich der Landbau errichtet oder die der Staat in ihrem Interesse gefördert hat, heute, wo wieder in Goldmark ge­rechnet wird, ungemein knapp an Kapital. Das Depositen­wesen will sich nur langsam entwickeln, und doch scheint ebenso wohl für die gewerblichen Kreditorganisationen wie für die landwirtschaftlichen diese Quelle die einzige mit Hilfe deren auf die Dauer dem Bedürfnisse zu genügen ist. Also wird man die Bedingungen und die Werbetätigkeit für den Spar verkehr, in Stadt und Land verbessern müssen. Die Hereinziehung von ausländischem Kredit scheint, trotz interessanter Bemühungen einiger Bankseiten, doch noch stark von der politischen Konstella­tion abhängig zu sein; die Kreditmöglichkeiten, die einzelne ins Ausland hinüberreichende Konzernherrscher teils aus­nützen wollen, teils ausgenutzt haben, stehen der Landwirt­schaft nicht zur Verfügung. Die Bauernschaft jedenfalls konnte weniger als Handel und Gewerbe zurückgreifen auf Privatbestände, die von besonders geschäftsgewandten Ein- zelgrtippen oder Einzelpersonen früher aus Gründen ins Ausland verbracht sind, und die nuntmehr fast tagtäglich, wie die Verkäufe von Devisen und die Verkäufe heimischer Werte für sogenannte Auslandsrechnung beweisen, mit einem gewissen Heroismus herangezogen werden für die Aufrechterhaltung der bedrohten deutschen Betriebs- Interessen.

Umso stärker macht die Landwirtschaft ihre Ansprüche geltend auf das Kreditkontingent, das ihr nach der nun x?-nOn 'an'äufig gewordenen Auffassungin Höhe von 600 Mi.l. Rentenmark, zusteht. Das ist die Frucht der Aus­legung welche, die lautlos von der Reichsregiering geneh- migte Satzung im § 20 dem Verwendungszweck des Privat­wirtschafts-Kredites von 1200 Mill, gegeben hat, indem sie Verwaltungsrat geradezu daraf yerpflichtete,

daß die Weitergabe der Kredite durch die Reichsbank und die Frlvatnotenbanken in einer den Bedürfnissen der Berufsstände und ihrer Beteiligung i> n der Deutschen Rentenbank entsprechenden Weise erfolgt.

Obwohl bei Erlaß der Renitenbankv'&iTodiriuing vom Oktober ch durchaus nicht der ausmachende Betrag von 4 pCt des Wehr Beitrages für die Landwirtschaft einerseits und für In­dustrie, Gewerbe, Handel und Banken andererseits zu über­blicken war und obwohl also nicht vorausgesehen werden kennte, daß die beiden Beiastungssummen sich gleichen, legte der § 2 der Verordnung Kapital und Grundrücklage von aus. 8200 Mill. Renteromark z u g 1 e i c h e n T e i 1 e n auf beide Gruppen um. Somit glaubt sich die mit 50 pCt. ideellem Grundkapital beteiligte Landwirtschaft unstreitig im Rechte, auch 50 pCt.alter Privatkredite, also jene 600 Mill., bean­spruchen zu dürfen. Es wird immer nowendiger, einmal die Ergebnisse der 4proz. Belastung festzustellen und zu spezialisieren, damit die Allgemeinheit sich überzeugen kann, wie die Dinge in Wirklichkeit liegen, sei es unter Nichtberück- dichtigung oder Berücksichtigung des besetzten Gebietes und des allmählich aus der Zwangswirtschaft herauskommenden städtischen Grundbesitaes.

Item; die Landwirtschaft hat dringenden Bedarf und will das Bärenfell geteilt sehen. Gewiß finden sich aber bei gutem Wullen Möglichkeiten für einen vorläufigen Ausgleich. So wird man, wie wir hören, einen sehr großen Teil des Kredit- bedürfnisses der Reichsgetreidestelle, die in ge­wissem Grade heute Funktionen des Handels erfüllt, natür­licherweise über das Agrar- Kontingent leiten, d. h. man wtrd wohl nur denjenigen kleinen Teil der staatlichen Brot- irucht'bewegung, der der eigentlichen Kaufmannschaft ver­blieben ist. innerhalb desjenigen Kreditausschnitte befrie­digen, den die Privatbank weit bei der Reichsbank im Rahmen des gewerblichen Kontingente von 600 Mill, erlangen kann.. Also wird der größere Teil der Reichsgetreid&käufe zum jeweiligen Reichsbankdiskont nebst einem, wie cs heißt, sehr mäßigen Vermittlungszuschlag durch die Preußen- k a s s,e bei der Reichsbank ä conto des Agrarkonfingents finanziert werden, offenbar zumeist in Form des wertbestän­digen Rentenmarkd'iskonts.

= srtus den Frankfurter Theatern.^ 8tm kommenden Sonntag %12 Uhr vormittags wird Helene Mayer im Neuen Theater eine Tanzvorführung veranstalten, bei der sie nach der Musik von Schubert Delibes, Bach, Glazounow, Mendelssohn- Bartholdy, Mozart, Chopin, Poldini tanzt. Am Flügel begleitet Hermine van Dorp, ..............L

(In engi. Ptd. 454 g.) Aeeyptische . I

Frankfurter Handelsblatt.

Wiedergabe and drahtliche Verbreitung der Artete! mit * end der Privatdepeschen nur mit genauer Quellenangabe ,Frki Ztg * gestattet

19.89 19 35 Mal

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Warenmeldungen.

Berlin. (Wolff.) Von beteiligter Seite werden zu der Frage der Herabsetzung der R 0 h e 1 s e n p r e i s e nachstehende Aus- luhrungen gemacht: Die Mitteilung, wonach der Roheisenverband die Koheisenpreise entsprechend den veränderten Marktverhältnissen heraogesetzt habe, ist irreführend. Die früheren Preise berech- n° ft«SäCh pur VG- M- = P!und Sterling. Bei der Dis­parität des Pfund Sterling ergab sich daraus ein tatsächlicher Gold­markpreis, der um 11.1 pCt. unter dem Nennpreis lag. Die neuen Preise sind basiert auf 1 Goldmark = 10/42 Dollar. Hierdurch ist also die Disparität herausgebracht. Wenn nun der Verkaufspreis für Hamatit, wie es geschehen ist, von 116 auf 106 Mark geändert wurde, so, bedeutet diese Aenderung, keine Ermäßigung, sondern wegen der bei dem früheren Preis von 116 Mark cinzurechnenden Disparität eine Erhöhung von 104.50 auf 105 Mark. Bei den übrigen Rohcisensorten jät lwar eine tatsächliche Preisverminderung eingetreten, jedoch sind überall von der prozentualen Auswirkung 11.1 pCt. abzusetzen. Der dann verbleibende Rest ist so gering, daß er als den jetzigen Verhält- nissen genügend keineswegs angesehen werden kann. Dazu kommt, daß für einige Hüttenwerke neue Aufpreise festgesetzt wurden, welche die an sich geringe Ermäßigung für einige Roheisensorten noch weiter vermindern, und daß durch Wahl einer neuen Frachtbasis auch der verbleibende Rest durch die für eine große Zahl der Verbraucher erhöhten Frachten fast ganz aufgezehrt wird. (Der Roheisenverband als solcher sollte sich zu dieser Angelegenheit bald äußern. D Red.)

A Nürnberg, 12. Jan. Am Hoprenmarkt hat in der abgelaufenen Woche die Nachfrage angehalten. Die einlaufenden Zufuhren vom Lande und per Bahn konnten zum größten Teil ver­kauft werden, wobei die Preise aller Sorten weitere Steigerungen erfahren haben. Umgesetzt wurden in dieser Woche 600 Ballen. Die Stimmung ist fest. Es notieren zuletzt (in Billionen Jt): Prima* hopfen 540/550, Gutmittelhopfen 500/530, geringere 400/480.

Liverpool, 12 Jan (Wolü.) Baumwolle.

Sie ssHstsches GZM'mtzeryWe«.

Dresden, 14. Jan. (Priv.-Tel.) Die sächsischen Ee- metndeiEsien. sind gestern ohne Zwischenfall vor sich gegangen, a ^EA'ligung beträgt, soweit sich bis jetzt schützen läßt, durchschnitllich 65 Prozent, das sind etwa 10 Prozent weniger P, . Wahlen zum Landtag. Das Charakteristikum

dieser Wahlen Ist der starke Rückgan'g der sozialisti­schen L>ünnnen, der bei weitem nicht durch die Zunahme der ^mmumstischen Stimmen ausgewogen wird und eine glatte Niederlage bedeutet. So sind in den vier sozialdemokratischen EAchourgen Leipzig, Dresden, Chemnitz und Zwickau die so- zialdemorratischen Stimmen in ter Minderheit geblieben. Wenn in Chemnitz trotzdem die Sozialdemokraten und Kom­munisten zusammen einen Sitz mehr haben als die anderen Parteien, so liegt das an der Listenverbindung bei größerem Stimmrecht.

In Dresden z. B. stehen nunmehr, wenn man die Deutsch- sozrale Pgrtei als bürgerliche anspricht, 44 bürgerliche 31 so­zialistischen Gemeindevertretern gegenüber, während dos Ber- hälÄvis bisher 42 zu 42 war. Betrachtet man die beiden Gruppen Sotialdemokraten-Kommunisten auf der einen und bürgerliche Parteien,auf ter anderen Seite, dann ergibt sich, test die Sozialdemokraten an die Kommunisten abgegeben, haben, und daß ande^rseits die Deutsche BolkSpartei sehr, erheblich an die Deutschnationalen Stimmen verloren hat, die wiederum an die antisemitischen Gruppen Stimmen abgegeben haben. Die De m0 kr a te n haben durch­schnittlich ihren Besitzstand relativ mindestens behauptet. An der demokmtischen Hochburg Zittau haben die Demokraten auf ihrer Liste immer noch mehr Wählerstimmen vereinigt als Teutschnationale und Deutsche BolkSpartei, die eine Gemein- schafisliste ausgestellt hatten, zusammen aufzubringen imstande gewesen sind.

In Dresden gab es nicht weniger als zehn Listen. Die Kommunisten und Sozialdemokraten hatten, ihre Listen ver­bunden, ebenso alle bürgerlichen Gruvpen mit Ausnahme ter Deutsch sozialen Partei. Das Ergebnis in Dresden ist solven­tes: Hausbesitzer 3, Handwerk, Handel und Gewerbe" 7, Deutschnationale 10, Deutsch-Soziale 5, Beamtenliste 1, ' Deutsche Volkspartei vereinigt mit dem Zentrum 10, Deutsche Demokratisch« Partei 7, Vereinigte Sozteltemokratisckie i Partei 21, Kommunisten 10, Unabhängige Sozialdemokraten 0. \

zunächst noch «ine liberale Mehrheit, die erst nach dem Rück­tritt Beckers durch eine Zentrumsmehrheit abgelöst wurde. Als ein Liberaler war er, von Düsseldorf aus, nach Köln ge­holt worden, aber als ein Liberaler alten Schlages, der die So­zialdemokratie als Lust behandelte und dem Politik und Verwal­tung letzten Ender ein Reservatrecht der Honoratio­ren waren. In den letzten Jahren lebte Becker vollkommen zu­rückgezogen. " ° -

61% t9% 48% - 46- 41% - 80%

Die Vereinbarungen mit der thüringischen Regierung.

Berlin, 14. Jan. (Priv.-Tel.) Die Verhandlungen zwischen ter Reichsregierung und der thüringischen Regie­rung sind nunmehr zum Abschluß gelangt. Die Rsichs- regierung verzichtet, wie wir schon ankündigten, endgültig ruf big Entsendung eines Reichskommissars sowie auf die übrigen geplanten Maßnahmen gegen Thürinaen. Dafür ist die thüringische Regierung ebenfalls eine Reihe von Ver- pfl'.chtun^-n eingegangen. Wie terSozialtemokvetische Par- lementzdienst" mitteilt, sollen die Vereinbarungen zwischen der Reichsregiemng und der thüringischen Regierung im Laust des heutigen Tages veröffentlicht werden.

Die Beurlaubungen khuringischer Mnifter.

Das Presseamt Thüringen teilt mit:

_ In einer Meldung aus Weimar hieß eS, daß die derzeitigen thüringischen Minister sich alle gegenseitig beurlaubt haben sollten, und daß eine Sitzung des thüringischen Gesamtkabinetts nur in Anwesenheit ter Ministerialdirektoren stattgefunden babe. Dieser Mitteilung liegt lediglich die Tatsache zu Gmude, daß in rtner Sitzung des thüringisryen Staatsminifteriums vom 28. Dezember Staatsministern, welche sich bei der bevorstehenden Wahl um einen Sitz im Landtag bewerben, gemäß Artikel 39 der ReichSv-rfassung vom 2. Januar bis 10. Februar kauenden Wahres der iur Vorbereitung ihrer Wahl erforderliche Urlaub bewilligt worden ist. Dadurch soll den einzelnen Ministern die Möglichkeit gegeben werden, abwechselnd und nach Bedarf in ihren. Wahlkreis sich zu begeben, wobei die jeweils ortsanwesenden Minister in der durch die Geschäftsordnung vorgesehenen Reihen­folge die Vertretung der abwesenden Regierungsmitglieder übrr-- nshmsn werden. Die Sitzungen des thüringischen Staats- numsteriums finden wie bisher allwöchentlich und in Anwesenheit sämtlicher stimmberechtigten ReKierungSmitglieder statt. Bei der Besprechung^ der thürinbifchen StaatSregierung in der Reichs­kanzlei am 5. ds. Mts. ist auch diese Angelegenheit zur Sprache gekommen und aufgeklärt worden. Nach der Darstellung des Sachverhalts hat. der Reichskanzler die vorgesehene Nrlaubs- regelung der thüringischen Minister zum Zwecke ter Wahlvor­bereitung als eine Selbstverständlichkeit empfunden.

Der Kölner Oberbürgermeister a. D. Becker f.

t Killn, 12. Jan. Fast 89 Jahre alt, ist Wilhelm v. B e ck e r, der von 1886 bis 1907 an der Spitze der Kölner Stadtverwaltung stand, hier gestorben. In dieser langen Zeit, innerhalb der sich eine mächtige, durch zwei große Stadterweiterungen veranschau­lichte Entwicklung Kölns vollzog, hat Becker sich, wie ihm auch von allen Seiten nachgerühmt wird, als ein hervorragend tüchtiger : Oberbürgermeister von tadellosen persönlichen Eigenschaften er­wiesen, der sich um die Stadt bedeutende Verdienste erworben hat Freilich steht man heute manches mit anderen Augen an als da­mals; die einst vielgepriesene Stübbenfche Stadterweite- * rung z. B., die Köln die Ringsttaße schenkte, findet heute nur noch wenig Verständnis. Wie ein Nachhall aus weit zurückliegen­den Zetren ferner muten einem heut- die politischen und sozialen meibungen der B-ck-rfchen Amtstätigkeit an. Die Stadtverord­netenversammlung hatte damals, unter dem Dreiklaffenwahlrecht '

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Gegen das geplante Aufwerkungsverbok für Hypothekenforderungen.

Eine KundgeSuna des Kardinals Bertram.

ch Berlin, 12. Jan. (Priv.-Tel.) Der Vorsitzende ter Ful­daer Bischofskonferenz Kardinal Bertram, Fürstbischof von Breslau, hat an den Reichs kanzler eine Eingabe ge­richtet, worin er sich gegen das geplante Aufwertungsverbot für Hypothekenforterungen ausspricht. In ter Eingabe heißt es u. art

»Wenn auch das Privateigentum in ter Not für das Steatswohl große Opftr zu bringen hat, so darf daS doch nicht von ihm in einer Steift gefordert werten, bte a-g-n Grundsätze der Gerechttokeit und gegen das gesunde Rechtsempfinden verstößt, sowie die Begriff« von Billigkeit, Arten und Glaube im Volke erschüttern und verwirren muß;, auch dürfen dies« Lasten nicht mit erdrückender Schwere ge­rade wichen Volkskreiien auferlegi werden, di« unter der Geldent- wertung der letzten Jahre schon ohnchin zu erliegen drohen. Die runsttiche Beschränkung einer gerechten Aufwertuna werd« ferner eine große Enteignung der Kirchen und ihrer Stif- t u ng e n bedeuten, die sie schlechterdings nicht ertragen können Da ihnen durch ein; solche Maßnahme die notwendigen Mittel zur wirksamen Durchwyrung ihrer heilsamen Tätigkeit im Volke ent-

^ten, mußte, weil es sich hier um eine staatSnowendige ^attgteit handelt, der Staat sie doch wieder in Form von erhöhten Zuichusten zuruckgewähren. 1

. So fthr es zu wünschen ist daß der berrschenden Unsicherheit m den Rerhtsverhältnissen zwischen Gläubiger und Schuldner ein S^»b^-und, so wenig es zu begreifen ist, daß auch die wichchaftlichs Lage teS Schuldners nicht unberücksichtigt bleiben kann, muß doch vor Maßnahmen dttnaend gewarnt werden die in ihren Wirkungen eine umstürzende Verletzung der in köV/^"^Vrtrggen gesicherten Rechtsver-

tnisft bedeuten, indem sie den Inhalt und Sinn der zwi- ^ÜEger und Schuldner getroffenen Vereinbarung verkehren durch Meichstellung einer vollständig wertlosen Sache mit dem zum Nutzen des Darlehensnehmers gegebenen wertvollen Vertraqsoe- gsnstand, ,muß gewarnt werten vor Maßnahmen, die in ihren sitol- gen verhängnisvoll für weite Volkskreise und für wichtigste tem Volke dienende Jnstituttonen werden müssen/

Wette

bedeckt wolkig bedeckt bedeckt wolkig heiter

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Schweninger gestorben.

« München, 14. Jan. (Priv.-Tel.) Professor Dr. ErnstSch we­il i n g e r, der einstige Leibarzt des Fürsten DismarS, ist im 74. Le­bensjahre in Münehen gestorben.

Juwelendiebe.

, ch- Berlin, 14. Jan. (Priv.-Tel.) Vor einigen Wochen wurde in L 0 n d 0 n ein Einbruch verübt, bei dem den Dieben I u - welen von ungeheurem Werte in die Hände fielen. Auf die Wiedererlangung des gestohlenen Guter waren 10 000 Pfund Be­lohnung ausgesetzt worden. Ferner sind große Juwrlendiebstähle in Holland und in der Schweiz verübt worden. Am to. November v. I. wurde in Basel einer der Täter auf ftischer Aat ertappt und nach längerer Verfolgung erschossen. Erst kürzlich haben die Behörden festgestellt, daß der Erschossene mit dein Kaufmann Kurt Brachmann identisch ist, der gemeinsam mit den, Landwirt Fritz Hausmann in Bad Berka bei Weimar «ne Villa besaß. Hausmann wurde von den Behörden verfolgt und. schließlich festgenommrn. Gegenwärtig befindet er sich in Berlin, wo er eingehenden Verhören unterzogen worden ist. Er gestand, an dem Einbruch in London beteiligt gewesen zu sein, und es gelang der Polizei, ihm auch eine Reihe von Einbrüchen in ichweizerstchen Städten nachzuweisen. In seiner Villa tourte eine ganze Reihe gestohlener Juwelen gefunden, di« zum Teil aus dem Einbruch in London stammen. Die Polizei vermutet, daß Brachmann und Hausmann die vielen Einbrüche nicht allein ausgefühtt haben können, sondern daß eine große inter­nationale Bande am Werke war Kriminalkommissar Trettin vom Berliner Polizeipräsidium ist mit der Aufklärung des Falles beschäftigt.

Madrid, 14. Fan. (Europavreß.) Am Samstag abend ist im Apollo - Theater in Barcelona ein Teil der Zu- schauertribüne «ingebrochen. 15 Personen wurden verletzt.

Bcuthen, 11. Jan. (WoW. Sett aestem sind die Belegschaf­ten ter DonnerSmarckhütt« und der Deichselwerke wegen Verweigerung verlängerter Arbeitsleistung ausgesperrt worden.

IWetter || stZ

* Britisches Kapital und deutsche Banken. Wenn dieFin. News" unter dieser Spitzmarke von der Absicht einer großen Londoner Bankfirma, Interesse an einer bedeu­tenden deutschen Bank nehmen zu wollen, gesprochen hat, so ist darin offenbar der Ausgangspunkt oder der Wider­schein der jüngst auch an deutschen Börsen aufgetauchten etwas anders lautenden Lesart über eine internationale Fühlungnahme zwischen deutschen, englischen, hol­ländischen, skandinavischen und sonstigen Bankkreisen zu er­blicken, die den Zweck hätte, einen gemeinsamen Mittelpunkt für gemeinsame Kreditvcrsorgungsgeschäfte zu konstruieren sowohl zur Hebung der internationalen Geschäfts Beziehungen als auch _ zur Belebung der kapitalarm gewordenen deut­schen Wirtschaft. Möglicherweise sind sogar von ver­schiedenen Seiten mehrere solcher Versuche und Fäden angesponnen worden. Was zustande kommt, muß die nähere oder fernere Zukunft lehren.

* A.-O., Clia-rlottenhütte, Niederschelden. Die G.-V. genehmigte die Verwaltungsanträge und setzte die Dividende für 1922/23 auf 1 Dollar für je nom. M 1000 Actien I. Gattung fest. Die ausscheidenden, Aufsichtsratsmitglieder wurden wiedergewählt. Mit Rücksicht auf die neuen industriellen Verbindungen wurden neu in den Aufsiehtsrat gewählt: die Herren Robert Caro, Hamburg, Bankier Carl Chrambaeh, Breslau, Generaldirektor Dr. Eichberg, Ber­lin, Bankier Jakob Goldschmidt (Darmstädter und Nationalbank), Berlin, Generaldirektor Dr. Vogler, Dortmund, Hugo Stinnes, Mül­heim-Ruhr, Baron v. Schröder, (J. H. Stein) Köln.

Personals eil. Herr Jakob Kehrer hat unter fier Firma Kehrer & Co. in Biebrich ein Bankgeschäft in Form einer Kommandit-Gesellschaft eröffnet.

Gefährdung des Hefesyndikats. Das Kertell- 8 e;r loht hat bereits eine Enischeiduing von großer Trag­weite gefälltt. Eine dem Hefesyndikat angehörerade Firma hatte beantragt, sofort aus dem Verbände austreten zu dürfen. Diesem Antrag ist von dem Kar teil genich t stattsegeben wor­den. Da sich dieser Klage gleichzeitig noch zwölf andere Syn- d'ikafsmitglieder angeschlossen haben, so ist der Bestand des Hefesyndikats stark gefährdet.

* $F-numwoIInt arkt und WoIInaarltt. Aue Bremen, . 'lanuar wird uns geschrieben:Am Baumwolhnarkt wurden bei ziemlich guter Frage der Spinnereien auch im Import- und Platz- gtocfcäft, befriedigende Umsätze getätigt. Die amerikanischen Ab­geber zeigten sich weiter fast. Die Terminmärkte schwankten « Vre£®1'?ftßi=er> bald schwacher, bad fester Hatung. Die heutige offizille Notierung der Bremer Baumwollbörse für loko ameriean midd- ung lautet 36.52 Cents per engl. Pfund gegen 37.35 Cents am vorigen « Zufuhren zum Bremer Markt betrugen diese Woche

17 421.Ballen, ausgeführt wurden 25 600 Ballen. Seit Beginn des neuen Erntejahres, dem 1. Aug. 1323 wurden zugeführt 593 125 Bll. nord- amerik. (im 5, orjahr 511 136), 3374 Bll. ostindische (4362) und 7362 Bll.

SoJten (tLSI), aurgefülirt wurden in der gleichen Zeit 566 297 BH. nordamenk. (579 617), 14 192 Bll. ostind. (4099) und 10 088 Bal.en verschiedene Sorten (2798). Die V 0 r r ä t e am Bremer Markt betrugen 58 600 Bll. nordamerik. (25 750), 440 Bll. ostindische (1210) 1922 Bll. verschiedene (39). Schwimmend auf Bremen sind °?E BH. Am Bremer Wollmarkt fand da« Angebot in habnkwäschen größtenteils Aufnahme bei guter Kauflust in fester Haltung. . Unverändert lebhafte Nachfrage herrschte nach Kämm­lingen, die sich z-i weiter anziehenden Preisen schlank verkauften. Die feste Stimmung auf den überseeischen Märkten hielt auch In der Berichtswoche unvermindert an.

aufgewrrtet Werden. Zu dieser Erwartung Haben sie nicht so sehr volkswirtschaftliche Erwägungen geführt, die meiner Tante aber schon sehr fern liegen, als viel mehr ein auf vage Zukunstshoff- nung «ogestimmtes Temperament, das durch gewisse D-tte»en eme Bestärkung erftchrrn hat, zu denen sie glaubt Parallelen ziehen zu müssen.

Auf ernste Vorhaltung hin erwidert meine Tante erst allge- Mttn:Was heißt denn unmöglich? Hättest Du es für möglich ge­halten, daß ttn Ltveichholz einmal S Milliarden kostet?"

,T>ss hak man nicht. Und der Nachweis, daß dem zwar so isi, daß daS verfallene Geld aber trotzdem für immer verfallen ist erfordert einen solchen Aufwand an Dialeftik, daß meine Tante nicht folgen kann und deshalb den erforderlichen Redefluß mit resignierter Handbewegung unterbricht imb ein neues Argument auffahrttHättest Du es noch vor zwei Monaten gedackd daß di« Mark ivredrr etwas gilt?"

Die Mack,' erwidert« ich,hat Immer etwas gegolten: die Gold- mari namlrch. Der Unterschied gegenüber früher ist nur der, daß ste vor zwei Monaten noch nur ein« rechnerische Größe war wäh­rend si« jetzt «ine real« geworden ist.' '

»Und der Kupferpfennig, der vor zwei Monaten genau so real war wie heut-, aber damals nicht und heute sehr tooM wieder als Pfennig in Zahlung genommen wich!?"

..Jaaa: der Kupferpfennig! Der ist aus Metall und trägt seinen Wert in sich, ober daS Papiergeld ist ein WischN

»Und di- Rentenmark Ist etwa nicht aus Papier?"

In diesem Stadium der Debatte verliere ich die Geduld und schreie heraus:Liebe Tante! Der gesamte Notenumlauf des Deustchen R-rcheS Beträgt wenig über oder unter zwei Milliarden Goldmack. Wenn Dein Papiergeld wieder aufgewsrtet werden würde, würdest Du einige Dutzend mal dar Vermögen besitzen, das der gesamte ZahlungSmiitelumlauf Deutschlands repräsen- tirrt. Viel Glück dazu!"

Mein« Tonte erwidert:ES braucht ja gar nicht allez, c3 brauchen ja nur einige Scheine wieder den früheren Wert zu ockommen . . .

Ich führe einige Dutzend Argumente dagegen an Und bin über bte Unfähigkett meiner Tante, volkswirtschaftliche Tatsachen mit nüchierncr Logik zu behandeln, aufgebracht.

Meine Tante lächelt:Was Du Dich nur darüber so auf- regst. Ez kann doch jedenfalls nichts schaden, wenn ich die Scheine ausbebe."

Run bin ich erledigt. Einfach dem Tone nach bin ich er- ledigt. Meine Tante erscheint als die spielerisch Ueberlegen« mit kühlem Blute und ich als der eifernde Fanatiker, als der von der fixen Idee Besessene, a's der Vückschrittler, der noch die Barriöre Unmöglich! aufbaut, wo die tatkräftig« Jugend schon den Sturm­beck ihres Dennoch! angesetzt hat.

Seit, einiger Zeit unterhalte ich mich nicht mehr mit meiner Tante iiier ihre lächerliche Sammlung. Sie wird ja selber sehen daß sie nie , einen Triumph über mich erlebt.

Wenn ich eS sagen darf: schon deswegen nicht, weil, wenn toicklich, ich in einer entlegenen Westentasche selber noch einige 500 MMoneneScheine verborgen halte.

II

Mit den unmittelbaren Arbeitskrediten der Landwirtschaft befassen sich zurzeit die Verhandlungen. Dabei wird Rück­sicht zu nehmen sein auf die vorhandenen Systeme der Kre­ditorganisation. Im wesentlichen ist zu unterscheiden zwi­schen Warenbezugskrediten und Produktionskrediten. Der Warenumschlag hat seine besonderen genossenschaft­lichen Organisationen, die sich in Preuzen z. B. über die Haupt­genossenschaften bei den provinzialen Verbandskassen bei der Preußenkasse versorgen können. Die Produktions kre- dite dagegen nimmt der Landwirt meist bei seiner Spar- und Darlehenskasse, und diese wieder über die ihr vorgeordneten Institute bei der Preußenkasse. So ist die Gliederung im sog. Reichsverband, bei Raiffeisen ist sie etwas anders. Oft arbei­tet sie mit d re i Vorstufen, ehe das Bedürfnis sich endgültig bei der Reichsbank stillt, soweit es nicht aus eigenen Einlagen des Konzerns gedeckt wird. In der Kreditverteilung für Handel und Gewerbe wird als Normalfall der angesehen, daß nUL*",.z ^.e. Zwischenglieder zwischen der Reichsbank und dem schließlichen Kreditkonsumenten stehen, die Großbank und ihre Provinzialverbindung Von jeher war die Lage dann so, daß Handel und Industrie Spesen und Zinsen an wenige Vordermänner zu zahlen hatten, wenngleich jedesmal teurere, wogegen der Bauer die Spesen von mehr Instanzen zu tragen hatte, aber herkömmlicherweise jedesmal leichtere. Auf das letztere Ziel scheinen sich die Bestrebungen der Landwirt­schaft denn auch mit zu richten.

Das Verlangen einzelner Bauemorganisationen, die Ren- 1 6 l n k nivge selbst in den praktischen Verkehr mit den ländlichen Kreditorganreationen eintreten, ist jedoch unbedingt abzuweisen. Ist es schon eigenartig, daß der Verwaltuogsrat die Rentenbank, obwohl deren Beteiligte im Grunde doch ein Opfer bringen wollten, und obwohl sie nicht nur dem Reich, sondern auch sich selbst mit der Rentenbank zu einer Kreditquelle verhalfen, vom ersten Tage an seine Be­fugnisse aus § 20. mit der Reichsbank und den Privatnoten­banken die erforderlichenVereinbarungen über die Höhe der ihnen zu gewährenden Kredite und deren Bedin­gungen zu treffen im Vollgefühl der Selbständigkeit weit­gehend aus.egte. und manchmal fast Forderungen ausspricht, die allenfalls ein Parlament stellen kann, so soll die Renten­bank wenigstens eine billige Verwialtungsorgainiisation bleiben und kein Betrieb werden. Der § 16 der Grandlverordimmg schreibt vor, daß das Institutbank-mäßige Geschäfte nur mit dem Reiche, der Reichsbank und den Privatnotenbanken machen darf. Vielleicht läßt sich hier nicht immer streng die Scheidegrenze riehen, so wenn die Bank nun auch einen Schalter für den Umtausch von Rentenmark in Rentenbriefe eröffnet oder sich zur Ausstattung ausländischer Renten- markbeobachtungsposten mit einem Devisenrückhalt versehen hat Aber an dem Grundsätze, daß im Kemland das Kredit- gebäude praktisch nur eine einzige Spitze haben soll, sollte unter keinen Umständen etwas geändert wenden. Die Reichs­bank, richtig durchgebildet und überschauend, muß Durch- "angsstelle für alle Privatkredite bleiben. Damit wer­den eich auch ländliche Organisationen um so besser einverstanden erklären können, als tatsächlich ihre Interessen von der Rentenbank gerade auch in Rahmenver­einbarungen mit der Reichsbank verständnisvoll gewahrt wer­den können Sonderzinssätze usw kann es auch für die Land­wirtschaft nicht gut geben, so wünschenswert für ihre Erzeug­nisse eine Produktionsverbilligung sein mag. Der Reichsbank­diskont m u ß die Grundlage bleiben, aber die Aufschläge der Zwischenstellen sind entsprechend niedrig zu halten. Der Wechsel, den der Großgrundbesitzer schon kennt, und den für den kleinen Mann die örtliche Genossensenaft mit ihrer Zentral- und Verbandskasse ausfertigt, sind im Renten­markgeschäft genau so anwendbar wie im früheren Papier­markgeschäft, das vorläufig auch noch fortbesteht. Was diee Warenfinanzierung der Lagerhäuser usw. betrifft, so können die ganz allgemein für Umschlagskredite gültigen Lauf­zeiten durchgreifen, notfalls unter kurzer Erstreckung über die bisher im Industrie-Wechsel geschält .von der Reichsbank be­

statt»

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98% 88%

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56 22%

Valuta-Markt.

* Frankfurt a. M., 14. Jan. 10.45. Im üsancenhandel nannte man lieute Vormittag Paris und London weiter abgeschwächt New°YoricS2170arla $28% gegen New York 4.26. Pari, gegen

,4._Jan (Wolff) 9 Chr vorm. Cs-Kchl 138 Cent«) Holland 216 40 Wien p0081. |Faris..128.62% Italien 125.37% padaoes! 10.0307% |8elmd|6 BO Pra? 16 SO London 124 59 Mssol 24.05|New York 5.77M WiSo* Stockh, 151.% IKopcnh ;100 % Ibcscos |188. |chris!anlal 82.ajMadrid 73 «

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r Großer Dauerlauf des Skiklubs Schwarzwald. In St. Ge­orgen fand, wie schon kurz telegraphisch gemeldet wurde, am Samstag der GroIe Dauerlauf des Skiklubs Schwarzwald über 85 Km. mit Start und Ziel in St. Georgen in den Gebieten der Vereinigten OrtZgruppen Triberg, Schonach, Schönwald, Furttoangen und St. Georgen statt. Streckenweise lag auf dem satten Altschnee eine Schicht leichten pulvrigen Neuschnees, sodaß die Schneeverhältmsse befriedigen konnten. Die Veteiligunz an dem Lauf, dessen ursprürwliche Strecke über 40Km. am Vortag infolge des unsicheren Wetters um 5 Km. gekürzt worden war, belief sich auf 27 gegen 21 im vergangenen Winter. Vom Ausland nahm der bekannt« Tiroler Meister Schneeberger teil, ferner lief em in Freiburg wohnender Schwede. Von den 27 Teilnehmern haben 22 die ganze Strecke durchlaufen. Die Zetten differieren zwischen 3:34 und 5:08. Die besten Zetten können durchaus befriedigen, zumal Klebefähigkeit deS Mittags- schnees hemmend wirkte. Die Einzelergebnisse sind: 1. Schnee­berger - Tirol 8:34:26, 2. Braun-Baiersbwnn 8:38:36, 8. Dietsche-MtglaZhütten 3:44:86, 4. Allgeier-Freiburg 8:37:25, 5. Richter-Freiburg 8:49:03 6. Josef SOver-Schönwald 3:54:10, 7. Fröhlich-Freiburg (Schweden) 3:55:45, 8. Rötscher-Freiburg 3:57:54. Dte übrigen Zeiten liegen über vier Stunden.

8 Rugby. Am Samstag tagten in Heidelberg-Neuenheim Vorstand, Propaganda-Ausschuß und Spiel-AuSschuß des Süd­deutschen Rugbh-Fußball-VerbandS. Es wurde u. a. beschlossen, imß die süddeutsche Meisterschaft durch V-rbandöspiel« nach dem Pokalsystem dieses Frühjahr <tu$getragen werden soll. Ein Sil­be r s ch i l d, der vom Reichsausschuß für Leibesübungen für den Nugby-Spott gestiftet tourte, soll durch einen Wettkan.-pf der Mannschaft tes ReckarkreiseS gegen die der Mainkreif-S in Offen- bach ausgewogen werden. Wegen des Austritts des Süddeutsche^ Verbands aus dem Deutschen Rugby-Fußbril-Verbanh würd« der Vorstand beauftragt, eine Besprechung mit dem Vorstand d-S Deutschen Verband- abzuhalten.

= Fußball. Der in Paris zum AuSttag gekommene Fußball- Länderkampf Frankreich . Belgien tourte von Frankreich mit 2:0 gewonnen.

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