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Auch auf dem Gebiet des Eisenbaues hat die rück­läufige Preisbewegung eine Belebung des Geschäfts mit sich gebracht. Die Nachfrage war sowohl der Zahl als auch dem Umfang der Objekte nach recht rege. Insbesondere bot die m Ausbau begriffene Nutzbarmachung der Was­serkräfte und die fortschreitende Elektrifizierung großer Gebiete, vorzugsweise in den süddeutschen Landes­teilen, weitgehende Geschäftsmöglichkeiten. Zu Abschlüs­sen ist es bisher jedoch nur in wenigen Fällen .gekommen, da die vergebenden Stellen die Auftragserteilung in Erwartung weiteren Preisrückganges solange wie möglich hinauszuschie- ben suchen.

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r Berlin, 13. Jan. Bei der Bank für Landwirtsch a ft A.-G. in Berlin (früher Kabelwerke Ummendorf-Eisleben) soU lautDeutscher Handelsdienst. nur die zur Fusion mit der alten Bank für Landwirtschaft beschlossene Kapitalserhöhung auf M 370 Mill., nicht aber die weitere auf M 1 Milliarde durchge­führt werden. Stattdessen soll die Umwandlung des Kapitals in Goldmark mit möglichster Beschleunigung vorgenommen werden. Der Umtausch der alten Bank für Landwirtschaft-Aktien in solche des neuen Instituts soll mit der Umwandlung in Goldmark-Aktien verbun­den werden.

Infolge Veränderung im Aktienbesitz nahm die Berliner Sel­ten- und Sodawerke A.-G. Neuwahlen vor. Es wurden ge­wählt Direktor Baer (Baer u. Stein A.-G.), R.-A. Dr. Max Auerbach, Direktor Siegfried Hirschberg, Kaufmann Oskar Simon und Direktor Fritz Altmann, der schon dem alten Aufsichtsrate angehörte.

e München, 13. Jan. Die Süddeutsche Treuhand­gesellschaft A.-G. in München, welche der Bayrischen Hypo­theken- und Wcchselbank nahesteht, veröffentlicht erst jetzt ihren Jahresbericht für 1922. Danach beträgt der Reingewinn M 939 843 (462 639), die Dividende 10 (i. V. 8) pCt.

Jfew York, 12. Jan. (Wolff.) Die Börse nahm heute unter Deckungen einen festen Verlauf, die Kursschwankungen waren jedoch unbedeutender Natur. Der Umsatz betrug 600 000 Stück.

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Der Auslandsmarkt lag sehr ruhig und war wenig auf­nahmefähig. Mit Ausnahme des englischen Marktes, wo die Preise eine weitere Befestigung aufwiesen, zeigte er weichende Richtung.

Im Gebiet des mittel de utschen Braunkohlen­bergbaus betrug im November die Rohkohlenförderung 6 070 662 t, die Briketterzeugung 1 250 276 L Es ergab sich somit gegenüber dem Vormonat eine Steigerung bei der Roh­kohlenförderung von etwa 12 pCt., bei der Briketterzeugung etwa 3 pCt. Auf die arbeitstägliche Leistung aber bezogen, sich sogar auf 20 bezw. 11 pCt. erhob. Für Dezember wird etwa mit den gleichen Zahlen wie im November zu rechnen sein. Die Abraumleistungen blieben infolge der ungünstigen Jahreszeit allenthalben hinter den Leistungen des Vormonats zurück; in den letzten Tagen mußte infolge des starken Frostes die Massenbewegung sogar ganz eingestellt werden.

Auf dem Brennstoffmarkt hat sich die Lage kaum verändert; die Absatzmöglichkeiten waren nach wie vor gering. Ab 2. Januar ist bekanntlich eine Kohlenpreisennäßigung tun 10 pCt. eingetreten.

Auch auf dem Roh- und Betriebsstoffmarkt^machte sich eine gewisse Entspannung bemerkbar sowohl hinsichtlich der Zahlungsbedingungen als auch der Lieferfristen. Wäh­rend zu Anfang des Monats bei wertbeständiger Zahlung noch Nach­lässe bis zu 30 pCt. bewilligt und bei Papiermarkzahlung fast all­gemein Entwertungsrisikozuschläge zum Teil sogar bis zu 50 pCt. eingerechnet wurden, wird heute ein Unterschied in der Bewertung der Zahlungsmittel kaum noch gemacht.

Die Roheisenpreise blieben mit Ausnahme derjenigen für Luxemburger Gießereieisen, die eine geringe Herabsetzung er­fuhren, die gleichen wie im Vormonat; ab 1. Jan. ist bekanntlich eine der Kohlenpreissenkung entsprechende Ermäßigung eingetre­ten. Infolge des weiter bestehenden Koksmangels und dadurch sich notwendig machender teilweiser Stillegung von Hochöfen war die Roheisenbelieferung während des Berichtsmonats nicht immer gleichmäßig.

Auf dem Schrott- und Gußbruchmarkt hat die im vorigen Monat beobachtete Zurückhaltung der Händlerschaft einem reichlichen Angebot Platz gemacht. Nach anfänglichem Anziehen der. Preise trat gegen Mitte des Monats ein Rückgang ein, und die Preise stellten sich zuletzt für Kemschrott ab Versandstation auf etwa 50 Gm..je t. Ebenso sind die Gußbruchpreise von etwa 100 Gm. gegen Mitte des Monats auf etwa 85 Gm. je t zurückgegangen. Auch für die übrigen Werkstoffe ergaben sich fast durchweg Er­mäßigungen, die sich durchschnittlich im Rahmen von 10 bis 15 pCt. hielten. Lediglich für Zement konnte sich eine Steigerung um etwa 20 pCt. durchsetzen.

Im Verkaufsgeschäft war die Auflösung des Deut­schen Stahlbundes und die damit verbundene Aenderung in der Preisgestaltung das beherrschende Merkmal des Berichts­monats. Die immer noch anhaltende Zurückhaltung der Abnehmer einerseits, das allmähliche Ingangkommen der westlichen Werke anderseits drückten im Verein mit der Kohlenpreisermäßigung auch auf die Preise für Walzzeug; es fehlte infolgedessen nicht an ge­genseitigen Unterbietungen, insbesondere auch von Händlerseite. Von den mitteldeutschen Werken wurden anfänglich die letzten Stahlbundrichtpreise als Grundpreise beibehalten und darauf je nach Art der Bezahlung mehr oder minder hohe Nachlässe bewilligt. Dio Nachfrage war im ganzen zwar lebhafter als im Vormonat, zu tat­sächlichen Abschlüssen ist es jedoch nur in verhältnismäßig ge­ringem Ausmaß gekommen, da ein großer Teil der sich bietenden Aufträge an den billiger anbietenden ausländischen Wettbewerb fiel. Auch das Auslandsgeschäft ließ zu wünschen übrig; mit den außerordentlich niedrigen Angebotspreisen * '

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Die Lage des deutschen Eisenmarktes im De­zember 1923. Der Monatsbericht der FachzeitschriftStahl und Eisen weist darauf hin, daß im Dezember im Rhein­land und in Wes falen weitere Werke Abkommen mit der Micum geschlossen haben. Nach der Wiederauf­nahme des Bahnverkehrs wurden Zechen, Kokereien und große Werke allmählich wieder in Betrieb gesetzt.

Die Nachfrage nach einigen Erzeugnissen, darunter auch Stab­eisen, war rege, während sie im allgemeinen stockte. Die Preise gaben allerdings nach, was in erster Linie auf die billigen Angebote aus Luxemburg - Lothringen, z. T. auch auf das Arbeitsbedürfnis der deutschen Werke zurückzuführen sein dürfte, die für die Wiederaufnahme ihrer Betriebe gerüstet sein wollen. Den Nachfragen stehen aber nur verhältnismäßig wenig Geschäftsabschlüsse gegenüber. Es wird eine gewisse Zeit dauern, bis sich im freien Wettbewerb ungefähre Richtpreise herausgebildet haben werden. Ob sich diese einheitlich gestalten oder ob sich Unterschiede zwischen dem besetzten und unbesetzten Gebiete er­geben, bleibt abzuwarten. Vielfach kann nur erst aus dem Vorrat geliefert werden, denn für die Aufnahme der neuen Erzeugung fehlt es vielen Werken noch an dem erforderlichen Bestand an Brenn- und Rohstoffen. Im besetzten Gebiet wird der Versand durch die ungenügende Wagengestellung behindert, allgemein aber wird er durch die Schwierigkeit der Beschaffung der mancherlei Zu- und Ablaufbewilligungen hingehalten. Auch im Au s 1 a n d s- gesohäft geben die Preise sehr nach. Der belgische Wettbe­werb macht sich sehr bemerkbar.

Die Lage auf den Eisenbahnen des besetzten Gebietes ist fortgesetzt unzulänglich. Die Schiffahrt auf dem Rhein und auf den Kanälen hat sich im allgemeinen etwas gebessert.

Auf den Zechen wurde nach Zustandekommen der Einzelab­kommen mit der Micum die Förderung und die Koksherstellung gesteigert. Zum Teil sind die Zechen bereits wieder in vollem Be­trieb. Ob die Zechen mit wieder vorgeschrittener Förderung diese aufrochterhalten können, ist keineswegs sicher, denn die Absatz- und Versandmöglichkeit ist noch sehr ungenügend. Dazu tritt der Umstand, daß sich gerade das Wiederinbetriebkommen der großen Werke der Eisenindustrie im besetzten Gebiet so empfind­lich verzögert; sie fallen daher mit ihrem bedeutenden Brennstoff­bedarf für die Bergbauindustrie als Abnehmer zumeist noch aus.

Bei den Siegerländer Gruben haben sich die Verhält­nisse gegenüber dem Vormonat nicht verändert; indessen scheint es, daß im Januar der Eisensteinversand an die rheinisch-westfäli­schen Hütten wieder ausgenommen werden kann. In den Förder­und Versandverhältnissen dos Lahn- und Dillgebietes ist gleichfalls keine Besserung eingetreten. Der seit dem 22 Oktober 1923 in Geltung gewesene Preis von M 15 f. d. t Roteisenstein er­fuhr mit Wirkung vom 24. Dezember eine weitere Ermäßigung um M 1.50 je L Aber auch zu dem ermäßigten Preise sind bis jetzt Verkäufe in Lahn- und Dillerzen nicht getätigt worden. Das Ge­schäft in Auslandserzen ruhte vollkommen.

Auf dem Roheisenmarkte trat keine Besserung ein, da die verarbeitende Industrie sich wenig aufnahmefähig zeigte Der Versand hielt sich auf der Höhe des Vormonats. Im besetzten Ge- biet begannen die Verbraucher wieder mit der Eindeckung ihres

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düng lurückverwiesen worden. In den reichsgerlohillchen Entscheidungsgründen hierzu heißt es:

Wie die Revision mit Recht rügt, tritt in der Auffassung des Oberlandesgerichts eine Rechttverikennung der an den Nachweis der Unmöglichkeit der Leistung zu stellenden Anforderunggen zu Tage. Die Unmöglichkeit einer Gattungsschuld, vielleicht einer auf den Lagerbestand der Beklagten beschränkten G'attungsschuld, ist grundsätzlich in ednem wirtschaftlichen Sinne zu denken. Auch im Sinne des § 279 BGB. kommt es grundsätzlich entscheidend darauf an, ob die Ware durch Mittel, mit deren Anwendung nach Treu und Glauben zu rechnen ist. beschafft werden Kann. Regel­mäßig wird es geschehen und vorausgesetzt, daß der Verkäufer die Ware am Markte ankauft. Dabei ist immer vorausgesetzt, daß die Ware am Markte vorhanden ist. Eine Ware, die sich be­reits in den Händen der Verbraucher befindet hier der Holzwarenfabrikanten, welche die Schrauben zu verwenden haben , ist nicht mehr am Markte. Sowohl aus diesem Grunde als auch wegen Nichtberückülchtigung des Antrags auf Aufwertung wegen der eingetretenen WährungsVerschlechterung ist das Urteil des Oberlandesgerichts aufgehoben worden. Mit Rücksicht auf die §§ 279, 275 BGB. ist in der neuen Verhandlung aber noch ein weiterer Gesichtspunkt zu prüfen. Die gekennzeichnete Unmöglich­keit kommt der Beklagten erst dann zu statten, wenn sie sie nicht subjektiv verschuldet hat. Auch als Händler muß der Inhaber der beklagten Firma regelmäßig Kenntnis von der Markt­lage haben, also wissen, ob für Ware, die er verkauft, Aussicht besteht, daß er sie erlange. Uebemimmt er die Lieferung, so über­nimmt er möglicherweise auch das Risiko der Lieferbarkeit. Der Lieferant muß hier noch beweisen, daß die Unmöglichkeit ohne sein Verschulden emgetreten ist.

Der Kapitalsbedarf der Weltkunstseiden-Indnstrie. Die internationale Kunstseidenindustrie hat in den letzten Jahren eine überraschende Entwicklung durchgemacht und zwar vor allem durch Bildung umfangreicher Fabrikations­konzerne, die durch finanzielle Beteiligung gleichgerichtete Unternehmungen in ihren Interessenkreis zu ziehen suchen. Diese Trustbildung ist in letzter Zeit besonders stark hervorgetreten und überdies macht sich angesichts der stei­genden Nachfrage für diesen textilen Rohstoff eine lebhafte Cründungstätigkeit bemerkbar

DerKonfektionär berichtet, daß der englische Oourtaulds- Trust Filialfabriken in Kanada errichtet und hierbei seinen K.apitalsumfang erheblich erweiterte. Ebenso plant die italienische S n i a Viscosa in Turin eine Kapitalserhöhung von Lire 350 auf 600 Mill., bei der auch französische Interessenten mitwirken. Ferner erhöhte die Soo. Seta Artifioiale di Padova in R o m unter gleichzeitiger Firmenänderung in Soc. Generale Italiana de la Viscosa das Kapital von Lire 40 auf 60 Mill, und die Seta Artifioiale Ceriano S. A. in Mailand von Lire 50 000 auf 7.5 Mill. Auch in der Tschechoslowakei wird bei der Ersten Böhmischen Kunstseidenfabriks A.-G. in P r a g eine Kapitalsveränderung vorgenommen, um die Sanierung des Unternehmens zu erzielen. Der belgiscbeTubize-Kon- z e r n erhöhte sein Kapital von Fr. 20 auf 25.2 und sodann auf 60 Mill., nm mit diesen Mitteln in Lyon einen französischen Zweig­betrieb zu eröffnen.

Deutsch es Kapital tritt in der Weltkunstseidenindu­strie ebenfalls lebhaft in Erscheinung Erst kürzlich hat sich ein Konsortium gebildet, das in Altenburg (Ungarn) ein Kunst­seidenwerk ins Leben rufen wird.

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Emil Jsaak und Frau

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Dr. Werner Wolff und Frau Lolo geb. Simon.

Bedarfs, der indes in sehr engen Grenzen blieb. Die Wioderinbe- [ der belgischen und Saarwerke konnten die inländischen Werks triebsetzung der Werke geht nur sehr langsam vor sich. Bisher I bisher nicht Schritt halten. Die gleichen Erscheinungen beherrsch sind erst wenige Hochöfen wieder angeblasen worden. Der aus­ländische Wettbewerb auf dem Inlandsmarkte war sehr lebhaft.