Mittwoch, 11. Mai t-27

Zweites Morgenb!<rtt der Frsrttf«rter Hetttrrrg

ststÄistfl? ®4S Getto I

In der

Jndnstriekommiffion

Dollar getroffen, in den Vereinigten noch Verhandlungen Anleihe von

eine Anleihe von 5 Millionen die gum Ankauf von Jndustriemafchinen Staaten dienen sollen. Znr Zeit schweben über den Abschluß einer weiteren

daß die liberalen Truppen entwaffnet werden würden, falls sie nicht einwilligtcn, daß Diaz Präsident bleibe.

Berlin, 10. Mai. (Priv -Tel.) Die demokratische Reichstagsfraktion hat heute beschloffcn, eine Inter­pellation gegen die geplante Port»erh5hung der Reichspost einzubringen.

Msdeeairfnrchme

der fesnzsfrfcheu Kamrnerverhkrrrdlirlrgen.

SZL Paris, 10. Mai. (Priv.-Tcl.) Die Abgeordnetenkammer hat heule nachmittag um 3 Uhr ihre Session wieder ausgenommen. Die Arbeiten wurden mit einem Bericht über die Einrichtung von Vorschußkassen für die Gemeinden eingeleitet, an den sich eine wenig bewegte Diskussion knüpfte. Interpellationen sind diesmal nur in geringer Anzahl eingebracht worden, unter denen nur zwei kommunistische zu politischen Diskussionen Anlaß geben werden, eine über die Rede des Innenministers in Constantine gegen den Kommunismus, die andere über Poincares Rede in Bar-le-Duc und die darin enthaltenen Ausführungen über das Beamten- k a r t e l l. Der Termin für diese Interpellationen wird wahr­scheinlich am Donnerstag festgesetzt werden. Der Aeltestenrat hat heute beschlossen, die Debatte über die Vorschußkassen, falls sie heute nicht zu Ende kommt, am Donnerstagvormittag weiterzuführen. Der Bericht der Anneckommifsion über den Ge­setzentwurf, betreffend die allgemeine Organisation der Armee, der heute verteilt wurde, soll am 20. Mai beraten werden. Das Projekt über die Verpachtung des Streichholzmonopols könnte dann unter Umständen am 24- Mai in Angriff genommen werden. Die Kanrmer will möglichst heute noch die Tagesordnung für ihre künftigen Arbeiten festsetzen. Es wird dann entschieden werden, ob es möglich ist, die Erörterung der Zollnovelle schon diese Woche zu beginnen. Die Aussichten dafür sind nicht sehr groß, zumal da sich die sozialistische,Kammergruppe heute geschlossen gegen eine übereilte Beratung dieses Gesetzentwurfes ausgesprochen und damit die Opposition noch verstärkt hat.

h Budapest, 10. Mai. (Priv.-Tel.) Auf einer amtlichen Mis­sion begriffen geriet gestern ein Motorboot, in dem sich der Kurial­richter Ivan Marty und der Staatsingenieur Erkclen.cz befanden, in ein Gestrüpp in einem Donauarm. Das Boot, in dem sich noch zwei Personen befanden, kippte um. Marty und Erkelmcz ertranken. .

Die Kassenführrmg

der MrrhchkM StttdeuLerrSchafL.

(Privattelegramm derFrankfurter Zeitung".)

ch- Berlin, 10 Mai. Die demokratische LandtagZfraktion hat folgende kleineAnfrage eingebracht: Anläßlich der Zeitungs­berichte über die Verwaltung der für die studentische Gefallenen- gedeiikstiftung eingegangenen Gelder fragen wir das Staats- Ministerium, ob es richtig ist,

1. daß eine ordnungsmäßige Kassenführung, insbesondere abgesehen von den in mündelsicheren Papieren an­gelegten 21OOO RMk. ein Sonderkonto für die Gelder nicht bestand;

2. daß von dem Vorsitzenden des vorläufigen Vermögens- beirates für die Deutsche Studentenschaft als Deckung für die fehlende Summe von rund 16 000 RMk. das Haus der Deut­schen Studentenschaft in Göttingen genannt wurde;

3. daß erst nach dem Eingreifen der Kriminal­polizei eine Deckung der Fehlsumm- aus den für andere Zwecke bestimmten Kopsbeiträgen der Studentenschaften erfolgte und durch einen Scheck des Hochschulringz Deutscher Art, der erst am Vortag ausgestellt oder erneuert war:

4. daß dieser Scheck als Rückgabe einer dein Hochschulring vor Jahren von der Deuffchen Studentenschaft überwiesenen Summe bezeichnet wurde? Wir fragen weiter, wenn diese An­gaben stimmen:

5. Wie rechtfertigen sich diese Beziehungen zwischen der Deutschen S t u d > n t - u scha f t und dem H o ch - sch uIrin g, dessen dem Staat feindliche Bestrebungen fei den diesjährigen Etatsberatungen im Landtag festgestellt wurden?

6. Ist die Deckung des Fehlbetrages aus den Kopf­bei t r ä g e n im Rahmen des Haushaltsplanes der Deutschen Studentenschaft erfolgt und zu billigen?

7. Ist der Herr Minister noch immer bereit, den Einzelstudenten- schasten der preußischen Hochschulen die Beteiligung an der Deut­schen Studentenschaft zu gestatten, wenn diese nicht der disziplinären Aufsicht einer Reichs- oder Länderinsianz unterstellt wird?

Steigerung der Deviftnlr«rie.

Frankfurt, 10. Mai. An der gestrigen Börse und im gestrigen Nachmittagsverkehr stiegen Pfund - und Dollarkurs teil­weise über den Goldausfuhrpunkt. Die Ursachen dieser Bewegung und ihre Konseguenzen werden in zwei Artikeln des Handelsteils dieser Nummer ausführlich erörtert. Selbstverständ­lich steht die Stabilität der Währung, deren Schwankung zwischen den Goldpunkten in allen Goldwährungsländern eine natürliche Erscheinung ist, ganz außer Frage. Möglicherweise aber könnte, wenn die Devisennachfrage anhält, die Reichsbank zur Wahrung der bankgesetzlichen Decknngsvorschriftcn genötigt sein, eine Dis- kontsteigerung vorzunehmen. Aber sich.xx oder auch nur wahrscheinlich ist das einstweilen nicht.

10 Millionen, die ebenfalls nahe bevorsteheo soll.

Amerikanische Uerftärknugen für Nicaragua. Gin Protest Saeasas?

Washington, 10. Mai. (Wolff.) Admiral Latimer, der der Allsicht ist, daß die kämpfenden Parteien in einigen Teilen Nicara­guas möglicherweise das Abkommen über die Niederlegung der Waffen nicht ausführten, hat um Marinetruppenverstärkung ersucht. Das Marineministcrium hat daraufhin den Befehl erteilt, daß 800 Mann, die in Quantico (Virginia) und in Port a u P r i n c e stehen, sich bereif zu halten haben, nach Nicaragua ab­zugehen, falls die Entwicklung der Lage in den nächsten Tagen dies erforderlich machen sollte. Zusammen mit den Truppen würden sechs Flugzeuge nach Nicaragua entsandt werden.

Washington, 10. 3IJßi. (Wolff.) Das Staatsdepartement be­merkt zu der Entsendung von weiteren 8 0 0 ain c r i ka - nischen Marinesoldaten nach Nicaragua, diese Truppenv^rstärkung sei keineswegs durch die neue Erschwerung der Sage verursacht, sondern lediglich durch die Erfordernisse der 1 Sicherstellung des Friedens. Wie dieAssociated Preß" aus Puerto I Cabezas meldet, protestierte Sacasa dagegen, daß Diaz weiter

Gins rusftfcho Anleihe in Amerika.

New Jork, 10.Mai. (United Preß.) Eine Reihe von Privat­banken hat mit der Sowjetregierung ein Abkommen über

Ausland.

UittschanSste in Stockheim?

(DrahtMeldung unseres Korrespondenten.)

dk Stockholm, 10. Mai. Wie jetzt bekannt wird, waren am letzten Samstag Wend und in der Nacht zum Sonntag alle dienstfreien Schutzleute der Stadt Stockholm vom Poli­zeipräsidenten in aller Stille nach dem königlichen Schloß und dem Hauptregierungsgebäude in der Nähe des Schlosses kommandiert worden. Diese Mobilisierung der Schutz- mannschaft wird damit erklärt, daß die Polizeileitung Nachrichten erhalten hätte, welche diese Maßnahmen erforderten. Ueber den In­halt dieser Nachrichten will jedoch die Polizeilcitung keine Aus­kunft geben. In der Presse werden Vermutungen ausgesprochen, daß man einen kommunistischen Putsch befürchtet habe. Uebrigens sollen schon früher ähnliche Maßnahmen mehrfach ge­troffen worden sein. Man tut wahrscheinlich gut daran, den ganzen Vorfall nicht zu überschätzen, da man sich kaum vorstellen kann, daß schwedische Kommunisten wirklich Putschabsichten in die Tat um- setzen könnten. Schweden mit seinen sehr guten wirtschaftlichen und sozialen Verhältnissen ist kaum ein günstiger Boden für kommu- Wische Aufruhrpläne.

D- Berlin. 10. Mai. Der diesjährige Herb st lehrgang der

Vereinigung für st a a t s w i s s e n s ch a f t l i ch c Fortbildung, r . . .

findet vom 29. August bis 17. September in Bad Homburg > Präsident bleibe und erklärte, höchst ubcrraicht darüber zu ;em, daß u, ik H. statt. Stimjoa teure«. Vertreter« und General Moncada mitgeteilt habe.

Sinnt, d. Red.: Es wird immer unklarer, was sich nun wirklich in Nicaragua ereignet hat. Wenn der oberste Führer der Liberalen, Sacasa, gegen die Entwaffnung seiner Trup­pen protestiert, kann natürlich auch von keinerBeilegung des Konflikts" gesprochen werden. Auch die Entsendung weiterer amerikanischer Truppen bestärkt die Vermutung, daß der Amerikaner Stimson doch nicht der große Friedensbringer war, wie nach den ersten Meldungen aus Washington anzu­nehmen war.

BeÄrohrrrrg A au karr s durch die Usrdtrmppen?

Schanghai, 10. Mai. (United Preß.) Nach übereinstimmenden Meldungen aus H ankau wird die Lag« der dortigen Regierung täglich kritischer. Die durch die sogenannte Rote-Speer- Organisation verstärkten Nordtruppen sollen nach verläßltchen Meldungen nur noch 10O Kilometer vor Hankau stehen. In hie tgen militärischen Kreisen wird damit gerechnet, daß die Stadt in den nächsten Tagen in die Hände Tschang Tso-lins fallen wird. Die Hankauer Regierung trifft noch verzweifelte Anstalten, ihre Haupt­stadt zu retten. Im Norden der Stadt werden Schützengräben auf- geworfem

Anstatt der Frrttmrgerr Korporationen ans dem Kschschnlekng.

Freiburg t Breisgau, 10. Mai. (Wolff.) Heute beschlossen die dem Hochschulring Deuffcher Art angchörenden Korporationen der Universität Freiburg einstimmig, aus dem Hochschulring Deutscher Art auszutreten. Den Anlaß zu diesem Be­schluß bildet das Rundschreiben des Hochschulringes vom 29. Januar, in dem die Aufforderung ausgesprochen wird, zu ver­hindern, was einst der preußische Kultusminister Bölitz als die Aufgabe der Studentenschaft bezeichnete, nämlich das Bekennt­nis zum heutigen Staat.

Koch erwidert Westarp.

Einheitsstaat. Die unmögliche Monarchie.

(Privattelegramm derFrankfurter Zeitung".)

W Schwerin, 10. Mai. Der demokratisch e Partei­vorsitzende Erich Koch setzte sich gestern in einer Wählerversamm­lung in Schwerin mit den Gegnern des unitarischen Reichsge­dankens auseinander, die in Mecklenburg augenblicklich stark mit der angeblichen Bedrohung des Eigenlebens der Länder Propa­ganda machen. Abg. Koch bezeichnete es als historische Unrichtig­keit, von einer Rückkehr zum sogenanntengesunden Födera- l i s m u s" zu sprechen. Diesen habe es bei uns n i e gegeben, denn die jahrhundertelangen Kämpfe der deutschen Fürsten unter­einander, die fast immer irn Bunde mit nichtdeutschen Mächten stan­den, könne man nicht als Bundestrene oder Treue zum Deutschtum bezeichnen. Es war ein unaufhörlicher Bruderstreit um dynastische Interessen. Bismarck war Unitarier, solange er die Reichs­geschäfte führte, und er ging mit seinem Unitarismus 1871 soweit, wie er damals konnte. Süddeutsche Reservatrechte (mittelbar auch die bayrischen) stützten sich auf den Einspruch der Württembergischen Königin, auf die als Zarentochter besondere Rücksicht genommen wurde; Interessen des schwäbischen Stammes wurden damals nicht in Betracht gezogen. Die heutigen Länder stützten sich auch nicht aufStammeseigenart", ant wenigsten Bayern, in dem die Bayern nicht in der Mehrheit seien. Man habe auch nie davon gehört, daß die vielen Stämme, die in Preußen vereinigt sind, in ihrem Eigen­leben irgendwie bedroht seien, weil sie eine einfachere, übersicht­lichere und billigere Verwaltung haben. An ein Aufgehen nord­deutscher Länder in Preußen denke kein vernünftiger Mensch. Der nächste, allerdings noch in der Ferne liegende Schritt müsse der sein, daß Preußen im Reichaufgehe.

Die Monarchie sei durch die Anerkennung der Weimarer Verfassung als Rechtszustand durch die Monarchisten begraben worden. Denn mit Gottesgnadentum habe ein Monarch, der mit 55 Prozent Stimmenmehrheit gewählt würde, nichts zu tun; bei nächster Gelegenheit könne er durch 53 Prozent Mehrheit wieder beseitigt werden. Die von Westarp in Rostock vertretene Rückkehr zur Monarchie auf verfassungsmäßigem Woge sei daher eine innere Unmöglichkeit. Verschwundene Monarchien könne man bei reifen Völkern auf diesem Wege nicht mehr Herstellen.

In der Außenpolitik könne man in Europa nur Verstän­digungspolitik treiben, aber man müsse sie ernstlich treiben, wenn man Erfolg haben wolle. Der Vorwurf Westarps, daß die Republik keine Führer aufbringen könne, sei unberechtigt. Ebert und Hindenburg bewiesen das Gegenteil, aber auch viele Minister, die niemals in ihre Aemter gekommen wären, in denen sie Namhaftes leisteten, wenn es noch nach dem Gardemaß gegangen wäre wie unterm Kaisertum

Verhandlungswege doch noch Besserungen gegenüber dem französischen Minimaltarifentwurf zu erreichen. Uebertriebene 'Hoff­nungen darf man einstweilen hieran allerdings nicht knüpfen.

Dio Komrrch sronsl»eratungott.

(Draht Meldung unseres Korrespondenten.)

Genf, 10. Mai. Die

Handclskommiffio«

der Wirtschastskonserenz arbeite heute in ihren drei Unterausschüssen. Der erste hat die Beseitigung der Hindernisse und Erschwerungen tut internationalen Handel zu beraten, wozu als Diskussionsgrundlage die Berichte des Wirischastskomitees und der Internationalen Handelskammer dienen. Von englischer Seite ist ein A »trag eingebracht worden, wonach die staatlichen Handels- und Bank­geschäfte keinerlei Vorteile vor den Privaten genießen sollen. Der Antrag wurde dem eingesetzten Redaktionskomitee überwiesen. Im zweiten Unterausschuß sprach u. a. der österreichische Delegierte Professor Schüller wirksam gegen die Beseitigung der Einfuhr- besckiränlüngen und -Verbote. Der Pole O k o l s k i änßerte sich ins­besondere gegen die zu weitgehende Aufteilung der Zolltarife. Der Belgier A n s i o u x erhob eine Reihe von Vorbehalten zu den französischen Vorschlägen, während dessen Landsmann Gerard davor >»arnte, von der Vereinheitlichung des Zollwarenverzeichnisses zu viel zn erwarten. Professor Cassel erklärte sich mit der Ver­einheitlichung des Warenverzeichnisses und mit der (Stabilisierung der Zolltarife nach dem französischen Entwurf einverstanden, brachte dazu jedoch noch einige weitere Anträge ein, u. a. für ein Verbot der Erhöhung der Zolltarife zu Verhandlungszwecken U" Ul Festsetzung eines Maximums des Zollschutzes.

Der Franzose S e r r u y s verteidigte lebhaft seine Anträge, wobei er sich dagegen verwahrte, daß sie schutzzöllnerifch orientiert feien, und feine Kritiker ansforderte, ihrerseits andere, aber auch praktisch durchführbare Vorschläge zu machen. Die Meistbegun- stigungsktausel sei zu empfehlen, aber unter gewissen Garantien- Ter Amerikaner Norman Davis reicht ebenfalls einige Ergän­zungen zn den französischen Entwürfen ein. Insbesondere legt die amerikanische Delegation großen Wert auf das Prinzip der vollen Gleichbehandlung. Der Engländer Layton erklärte in seinem, offenen Freimut, daß di« englische Delegation den französischen Vorschlägen znstimnie, daß mit der Annahme dieser jedoch noch sehr wenig erreicht sei. Er sprach wiederum sehr eindringlich für eine baldmöglichste Herabsetzung der Zolltarife. Der Norweger Rygg unterstützte Cassel und Layton. Sir Campbell Rhodes legte die Gründe budgetärer Natur auseinander, welche Indien, trotzdem es freihändlerisch gerichtet ist, veranlaßten eine Reihe von Zöllen einzuführen. Der dritte Unterausfchuß be­handelte ohne große Debatten die Bekämpfung des Dumpings.

Graf K e y s e r l i n g k, der Präsident der Neichslandbundes, den die Reichsregierung der deutschen Delegation als handelspoli- tiichen Sachverständigen beigegeben hat, unterließ es nicht, die agrarische Handelspolitik entsprechend zur Darstel­lung zu bringen. Die deutsche Landwirtschaft könne eines ihrer Eigenart augepaßten Schutzzolles nicht entbehren, was nur die in der Hauptsache auf die Ausfuhr veredelter Erzeugnisse eingestellten Landwirtschaften vermöchten, sie könne auch nicht auf einen Ve­terinärschutz verzichten. Aber deshalb sei die deutsche Landwirt­schaft nicht hochschutzzöllnerifch, denn sie habe kein Interesse daran, daß ihr die industriellen Erzeugnisse, die sie kaufen müsse, erheb­lich verteuert würden. Ein« Ueberspannung der Zölle liege also ebensowenig im Interesse der Landwirtschaft wie der Industrie. Ein Abbau aber könne nut unter Berücksichtigung der landwirt­schaftlichen Situation der verschiedenen Länder erfolget.

Die MirtschttfLsdekmtte im Preußischen Kemdtag.

(Privattelegramm der .Frankfurter Zeitung".)

D- Berlin, 10. Mai. Im Landtag wurde im weiteren Ver­laufe der heutigen Tagung die Aussprache zum Handelshaushalt durch

Abstimmungen zur Berg-, Hütten- und Salinen-Verwaltung miterbrochen. Angenommen wird gegen die Rechte und die Wirtschaftliche Vereinigung u. a. de« Ausschußantrag, der die baldige Verabschiedung eines besonderen Bergarbei- terschutz- sowie des Arbeitszeitgesetzes fordert, ferner die Anträge auf Erzielung eines Reichs-Berggesetzes, Verbot der Zahlung von Revierprämien und gesetzliche Festlegung einer bergbaulichen Arbeitszeit von sieben Stunden unter und acht Stunden über Tage, weiter der Antrag, in Verbindung mit der Reichs­regierung zu veranlassen, daß die begonnenen Verhandlungen zwecks Aufhebung der Saargängerzulage eingestellt werden und die Zulage vorläufig weiter gezahlt wird, ferner ein Antrag, durch Maßnahmen die Lebens Möglichkeit der Industrie von Ober- und Niederschlesien, insbefonder« der Bergbauindustrie, auch bann zu erhalten, wenn durch die Fertig­stellung der Kanalbauten in Mittel- und Westdeutschland die Absatzmöglichkeiten der rheinisch-westfälischen Industrie durch Frachtverbilligung usw., erleichtert werden. Angenommen wurde auch der Antrag des Verfassungsausschusses, der den kommunisti­schen Antrag, der sich gegen die fristlos« Entlassung des Abg. Abel aus der Preußag wegen seiner Zusammenstöße mit dem Sozial­demokraten Osterrolh int Landtag ausspricht, ablehnt. Mit den Stimmen bet Rechtsparteien und des Zentrums wurde der deutsch- nationale Antrag angenommen, den Bergwerks-Verwaltungen zur Errichtung von Werkswohnungen .Hauszinssteuermittel zur Ver­fügung zu stellen.

In namentlicher Abstimmung findet mit 203 gegen 136 Stimmen der Antrag des Geschäftsorbnungsausschusses Annahme, der die Genehmigung zur Strafverfolgung oes Abg. Grube (Komm.) wegen Beleidigung des Reichspräsidenten erteilt. Tann wird die

Aussprache zum Haiidclsetat fortgesetzt.

Abg. Frau Hanna (Svz.) beschäftigt sich eingehend mit der E r it> c r b S I o f i g£ c i t und wendet sich scharf gegen die von der Reichsregierung beabsichtigte Beseitigung der Krisenfürsorge. Die weiter beabsichtigte Kürzung der Unterstützungsdauer müßte auch von der Wirtschaft um deswillen abgelehnt werden, weil dadurch große Erbitterung in der ganzen Arbeiterschaft erzeugt und auch die Zahlwilder" Stiaßenhändler usw. erhöht wird. Zur Be­kämpfung der Arbeitslosigkeit bedürfe es zunächst eines g u t funktionierend en Arb eiksuachw eis - Sy st em s. Die Arbeitsnachweise dürften aber kein Organ bet Wohlfahrts­pflege, sondern der Wirtschaft sein. Weiter verlangt die Rednerin Ausbau des Arbeiterschutzes durch vermehrte Gewerbeaufsichts­beamte.

Abg. Dr. Jacobshagen (Dnat.) warnt vor übertriebenem Optimismus bei Beurteilung unserer Wirtschaftslage, die nur unseren Gegnern Material dafür geben könne, daß sie ihre Forde­rungen nicht herabzusetzen brauchten. Redner wendet sich gegen die Verordnung des Justizministers, daß Ucbertretung der Arbeitszeit.Vorschriften, die vor kurzem noch straffrei war, nun plötzlich unter besonders schwere Strafe gestellt iverden soll. Die Kanalprojekte seien leider vielfach unter­schätzt worden. Insbesondere müsse der Dorimund-Ems-Kanal endlich fertiggestellt werden. Der schlimmste Teil unserer Steuer­last liege in dem Dawesplau begründet.

Abg. Altegör (Ztr.) empfahl die Anträge seiner Fraftion auf Erhöhung der Mittel für Berufsschulen, auf Unterlassung des zentralen Einkaufs der Behörden, auf Abstellung der Konkurrenz des Mittelstandes durch Gefängnisarbeit usw-

Abg. Baycr-Waldbnrg (D. Vp.) erklärt, daß an der Meister- lehre nicht gerüttelt werden dürfe. Das Bestreben des Hand­werks, in seinen Nachwuchs immer höhere Qualität hinein- zubringen, müsse unterstützt werden. Infolge der viel zu hohen Besteuerung seien die Handwerker in den Grenzorten nicht kon­kurrenzfähig mit den Handwerkern jenseits der Grenze. Die Gewerbesteuer könne in ihrer jetzigen Form als Sondersteuer nicht aufrecht erhalten bleiben. Diejenigen städtischen Regie­betriebe, die die steuerpflichtigen Handwerker schädigten, sollten noch viel stärker als bisher abgebaut werden.

Abg. Sobottka (Komm.) kritisiert die Einrichtung der Weltwirt- fchaftskonferenz, die die Oeffentlichkeit nur täusche über das, was wirtschaftlich vorgehe.

Abg. Kniest (Dem.): Vor allem müsse die Kaufkraft der Arbeiter, Angestellten, Beamten gestärkt werden. Nur so könne dem Mittelstand geholfen werden. Die Warenhausfteuer nütz« nichts, da sie auf die Lieferanten abgewälzt werde und so der Mittelstand die Kosten zu zahlen habe. Der Redner rügt die amt­liche Bevormundung. In Höchst habe der Magistrat den Ge­brauch von Emailleschildern verboten, ein anderer habe sie vor­geschrieben! So dürfe die Persönlichkeit in der Republik nicht eingeschränkt werden. Der Redner rügt die Konkurrenzierung des Mittelstandes durch gewerbliche Betriebe der Gemeinden und durch Nebenerwerb von Beamten. Auch die Einrichtung von Werks- bctrie'fen wie Tischlereien usw. kür Kriegsbeschädigte schädigte den Mittelstand erheblich. In den Gefängnissen solle man den Leuten das Arbeiten beibringen; das solle aber durch Handarbeit, nicht durch Maschinenarbeit geschehen. Der Redner empfiehlt den Antrag seiner Fraktion, in der Lehrlingshaltung vor­übergehend von der Bestinimung bei einzelnen Gewerben abzu­sehen, daß sie nur einen Lehrling ansbilden dürfen. Als Kriegs­folge werde sich sehr bald auch ein Mangel an Nachwuchs zeigen.

Fortsetzung Mittwoch.

kamen am Nachmittag drei Arbeitervertreter znin Wort, zunächst Iouhaux mit einer längeren Rede gegen die Anklagen der Sowjetvertretung, wobei er den Nachweis führte, daß die Amster- daiuer Gewerkschaftsinternationale stets für die jetzigen Forderun­gen der Sowjetdelegation eingetreten sei. Dagegen aber könne diese kaum behaupten, daß in Rußland die gewerkschaftliche Frei­heit gewährleistet sei. Dann sprachen der Engländer P u g h und der Belgier Mertens, die in geschickter und entschiedener Weis« die Gründe barlegten, aus denen die Arbeiterschaft bie Wirt- fchastSrationalisterung unterstützten und auch der internationalen Kartellpolitik keine Opposition machen würden, sofern diese der verlangten Kontrolle unterstellt würde. Der Italiener Oli­vetti wandte sich ebenfalls teilweise gegen di« Russen, die in ihrem Lande auch alle Folgen der wirtschaftlichen Krise in stärk­stem Maße hätten erleben müssen, um zum Schluß vorsichtig auf das Bevölkerungsproblem hinzuweisen. Dieses wurde auch von dem ungarischen Delegierten Graf Kornfeld berührt, der im übrigen den Standpunkt vertrat, daß die Ilbsckaffung der wirt- schaftlick'en Grenzen und Zölle den Krieg in Zukunft ebenso wenig unrnögi7.h machen werde, wie sie auch in der Vergangenheit nicht die Ursache aller Kriege gewesen seien. Die Abschaffung der Zölle würde vor allem nur den großen und mächtigen Ländern zugute kommen.

In der

Lonbwirtschaftskommisfio«

sprach bet Sowjetdelegierte Obolenski-Ossinski ziemlich sachlich über die landwirtschaftlichen Verhältnisse Rußlands, der Ungar Somßich über dasselbe Thema für sein Land und der deutsche Sachverständige Oekonomicrat Keifer über die Versorgung der Welt mit tierischen Produkten, insbesondere mit Fleisch und Edelfetten. Diese Kom­mission fetzte sodann drei Unterausschüsse ein: erstens für die all­gemeinen landwirtschaftlichen Fragen, zweitens für das landwirt­schaftliche Genossenschaftswesen und drittens für die landwirtschaft­lichen Kreditfragen.

Hercher Timdtag.

($rib£ Hologramm b erFrankfurter 3 elfund*.)

X Darmstadt, 10- Mai. Bei ber fieutiacn Fortsetzung, .der Generaldebatte zum Etat versuchte als erster ^Redner der hessischr Führer der Deutschen Volkspärtet, Abg. Dingeldey, die Niederlage des von ihm geleiteten Wirtschafts- und Ordnungsblocks beim Volksentscheid der Wahlmüdigleit des Volkes zuzuschteiben und erklärte großmütigerweise, nun überlass« seine Partei di« volle Verantwortuiig für die hessisch« Politik und bie Finanzen bis zu den Neuwahlen den Negietungspatteien. Einen Kulturkampf gegen bie katholische Kirche lehne er ab. Die Simultanschule solle erhalten bleiben, solange sie auf christlichem Boden stehe. Besser als ein Konkordat sei die staats gesetzliche Regelung des Verhältnisses zwischen Staat und Kirche auf der Grundlage einer friedlichen Vereinbarung. Di« Frage des Einheitsstaates lasse sich nicht so leicht lösen, wie seine Freunde dächten. Es gälte deshalb, bie Selb­ständigkeit Hessens durch eine gesundere Finanzpolitik zu sichern, als sie bisher erfolgt fei.

Der demokratische Fraktionsvorsitzende Abg. Reiber betonte, daß bie hessische Simultanschule volle Rücksicht auf bie über­wiegend« Zahl der christlichen Eltern und Schüler nehme. Sie biene indem als Gemein,chastsichule dem konfessionellen Frieden ber Volksgemeinschaft. Der Einheitsstaat müsse in kultureller Be­ziehung ber Eigenart der verschiedenen Volksteile gerecht werden. Zur Verbesserung der LanfeSfinanzen sind bie Demokraten zu äußerster Sparsamkeit bereit, und wenn sie über den Etat hin­aus auf einigen Gebieten Mehrforberimgen erheben, so lassen sich diese offne neue Steuererhebung durchführen. Am stärksten haben bie Beamten unter der Finanznot zu leiden. Daher sei ein besserer Aufbau des Besoldungswesens und ein neues Beamtenrecht erforder­lich Das Ergebnis des Volksentscheids verspreche gerade den Parteien der Weimarer Koalition einen erfolgreichen Ausgang.

Der Rest ber Sitzung wurde ansgefüllt mit politisch belanglosen Reden ber Deutschnationalen und bet Kommunistischen Partei, wobei.es ber deutschnational« Abg. Kindt fertig brachte, in einem derartig nichtachtenden Ton von der in Darmstadt tätigen Berliner Reichskontrollkommission zu reden, daß Finanzminister Henrich ostentativ das Haus verließ. Er wird morgen bei Fortsetzung der ©cncralbebafte zuerst das Wort ergreifen.

Uerwifchte Uachrichterr.

Hoffeu-Nassauischer ®ajtoirttia0.

= Oberursel, 10. Mai. Der Pro vfuzialgastwirt «Ver­ba n d für Hessen-Nassau und Freistaat Wald» e ck hielt in Oberursel feinen 7. Verbandstag ab. Im Mittelpunkt der Tagung stand ein Vortrag des Präsidenten d«S Deutschen. Gastwirteverbanbes Emil Köster-Berlin über das deutsche Gastwirtsgewerbe im Rahmen der Gesamtwirtschast. Er gab einen Rückblick über die Steuerlast, die der Gastwirt aufzubringen hat, und behandelte den neuen Entwurf zum Schankstättengejetz, für) den er verschiedene Abänderungvorschläge Machte. Unter den An­trägen, bie bet Verbandstag annahm, stand an erster Stelle ber auf Verlängerung ber Polizeistunde für kleine Orte. Auf Antrag bes Gastwirtevereins Frankfurt unb Umgegend wurde beschlossen, zur Beseitigung von Mißständen mit dem Tonsetzetverband wegen eines tragbaren Vertrags in Verhandlungen zu treten. Um eine Verlegung des Volkstrauertages aus ber Karnevalszeit zu ermög­lichen, wirb man mit den vaterländischen Verbänden und der Kriegsgräbetfürsorge in Fühlung treten.

Wahlfälschung.

X Koblenz, 10. Mai. Wie aus St. Goarshausen gemeldet wird, hat der Bürgermeister von Nievern an ber Lahn das Geständnis abgelegt, baß er bei ben letzten Kreistags- Wahlen im Kreise St. Goarshausen Wahlfälschungen borgenommen hat. Wenn das zutrifft, wird bie Wahl wohl für ungültig erklärt, unb zum zweiten Male ein« Neuwahl ausgeschrieben werfen müssen.

Ei« Fallschirmspringer.

X Darmstadt, 10. Mai. (Ptiv.-Tel.) Hier Würbe ber bekannte Fallschirmabspringer Karl Ulrich wegen eines Sittlichkeitsdelikts an einem zehnjährigen Mädchen verhaftet. Während seiner Verneh­mung auf dem hiesigen Polizeiamt sprang Ulrich, ohne daß man ihn daran hindern konnte, blitzschnell aus dem Fenster des Parterre auf die Straße. Es gelang jedoch, den Ausreißer wieder festzunehmen.

Erbstotz.

h Budapest, 10. Mai. (Priv.-Tel.) Im Alföld wurde heute vormittag /IO Uhr wiederum ein mit heftigern unter­irdischen Rollen begleitetes mehrere Sekunden dauemdes Erd­beben verspürt.

Metz, 10. Mai. (Wolfs.) Heute früh sind bet den Uebungen eines Flugzeuggeschwaders kurz nach dem Ausstieg zwei Flugzeuge zusa ni menge stoßen und brennend abgestürzt. Di« Insassen, zwei Offiziere und zwei Unteroffiziere, wurden getötet.

wg Zürich, 10. Mai. (Priv.-Tel.) In Langnau im Kanton Luzern erschoß der Automechaniker August Scheuzger im Walde seine Frau und fein zehn Monate altes Söhnchen. Er legte die beiden Leichen in das Dickicht und Begab sich nach Hause. Dort brachte er sein Verbrechen zu Papier unb bezeichnet« genau den Ort. Dann erschoß ersich selbst.

Sport.

Rennen pr Hop^sgoeten.

Gras Ferry-Remien. 1400 Mir. 2800 Mk.: 1. M. Herdings Mariann« (E. Böhlke), 2. Rom, 3. Konrad in. Ferner: Houlgate, Fechter, Vidouze, Kamtschatka, Stasima, Flämin, Florida, Dio- efettan. Tot.: 53:10; Pl.: 20, 16, 31:10. 12%Sg.

Optimist-Rennen. 1200 Mir. 2800 Mk. 1. Gest. Weils Stahleck (W. Tarras), 2. Waldprinzessin, 3. Praxedis. Ferner: Hellespont, Süd Cap, Burgfink, Elea, Schwälbchen, Brünne, Pagode, Nord- land, Friemersheim. Tot.: 97:10; Pl. 22, 12, 24:10. 241Sg.

Ossian-Remien. 2000 Mir. 3900 Mk. 1. Stall Halmas Hart- schier (A. Sajdik), 2. Rosanera, 3. Hochstabler. Ferner: Saturn, Williger, Lindwurm, Taugenichts, Engadin, Casanova, Viktoria. Tot.: 49:10; Pl.: 19, 27, 15:10. 2Sg.

Fels-Nennen. 1600 Mir. 6500 Mk. 1. O. Blumonfelbs u. R. Samsons Torero (E. Hahnes), 2. Baba, 3. Serapis. Ferner: Theoberich, Altenberg, Silberkatze. Tot.: 14:10; Pl.: 11,' 18:10- 2Sg.

Lorbeer-Rennen. 1400 Mir. 2800 Mk.: 1. Friedr. Schreibers Fabba (M. Schmibt), 2. Perlenfischer, 3. Trajan. Ferner: Stamm- herr, Gio, Prinz Kuckuck, Sanktion, Valid, Begonia. Tot.: 38:10; Pl.: 14, 30, 12:10. 22%ßg.

Grave and Gay-Rennen. 1600 Mr. 5200 Mk.: 1. Frhr. S. A. v. Oppenheims Madame Pompadour (L. Varga), 2. Orgel, S. Graue Theorie. Ferner: Phantasie. Tot.: 24:10; Pl.: 13, 15:10. K.-K.2^3Lg.

Omen-Rennen. 1800 Mir. 2800 Mk.: 1. Stall Hagos Milon (L. Varga), 2. Graziella, 3. Mohrenglück. Ferner: Rudi, Ofter­dingen, Sonechilbe, Bacherlors Quarter, Vedette, Edelweiß, Türkin. Tot.: 25:10; Pl.: 14, 18, 62:10. X4K.

Aennen Keesln«.

Reitpferde-Jagdrennen. (Nichtoffentl. Rennen.)

Preis von Kmidschütz. 1200 Mir., 1800 M. 1. Frhr E. v. Budbenbrock-Pläswitz Felsenfest (W. Schröder), 2. Sag mal, 3. Bengali. Ferner: Fantafca. Tot.: 20:10; Pl.: 13, 14:10. 2% 1-5 Sg.

Janitscher-Jagdrennen. 3000 Mir., 2000 Mk. 1. Frhr E. v. Buddenbrock-Pläswitz Per mala (Hr. v. Borcke), 2. Balan, 3. Duselkopf. Ferner: Heliade, Galeote, Sonja. Tot.: 41:10; Pl.: 19, 17:10. 28 Weile.

Preis von Pleß. 1600 Mir., 2100 Mk. 1. A. Levys Alexander der Große (A. Pretzelt), 2. Maid, 3. Helios. Ferner: Streitfrage, Hexenmeister. Tot.: 58:10; Pl.: 19, 16:10. 1^H.K.

Preis der Schlesischen Zeitung. 2000 Mir-, 2000 Mk. 1. I. Palffys Licinus (Hr. H. Palffy), 2. Rekaret, 3. Bubi. Ferner: Nebich, Sanballad, Venus IV, Atlantic, Heldrastein. ToU: 250:10; Pl.: 22, 16, 12:10. %-%-2 Sg.

Preis von Oltaschin. 1400 Mir., 2000 M. 1. H. v- Herders Doktor (W. Schröder), 2. Irrlehre, 3. Doktor Mabuse. Ferner: Blaufelche, Paladin, Kronprinz, Seeadler. Tot.: 58:10; Pl.: 18, 17, 17:10. 1%%% Sg

Silesia-Jagdrennen. 3500 Mir., 2000 Mk. L G. Kucklicks Fuchsie (Hr. v. Borcke), 2. Turfball, 3. Chronos. Ferner: Dia­mant. Tot.: 26:10; Pl.: 14. 53:10. 10^ Sg.

Preis von Klettendorf. 1800 Mr, 1800 Mk. 1. M. Lückes Zier (O. Müller), 2. Hazard. 3. Schaumschläaer. Ferner: Odeig, Ma- gyarin, Roskilde, Tavaly, Lindenblüte, Wolga II. Tot.: 28:10; Pl.: 15, 25, 25:10. %-%-2 Sg.

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Die 9. Olympischen Spiele werden im Sommer 1928 in Amsterdam abgehalten, bie Winterspiele im Februar in St. Moritz. Sie Jugend nahezu aller Nationen der Erde nimmt an ihr teil, bie deutsche zum ersten Male nach sechzehnjähriger Pause. Die Kampfe auf grünem Rasen, auf ber Aschenhahn oder in unb auf Dem Wasser werden b'er Prüfstein dafür fein, wessen Landes Jugend ihren Körper am besten gestählt, ihren Willen zur Selbstbehauptung am stärksten gehärtet, Geschick unb Geschmeidigkeit, Ausdauer unb Aiegesfreudigkeit am höchsten en.wickelt hat. Die Augen ber ganzen Welt sind daraus gerichtet, ob Deutschland trotz Kriegs- und Nach- kriegselend die alten Kräfte bewahrt, neue errungen hat, um ehren- öoff in diesem Wettstreit der Völker zu bestehen. In deutschen Erfolgen wird man den Wiederaufstieg Deutschlands erkennen. So geht es um eine nationale Aufgabe großer Bedeutung bei ber Mvmpiade Amsterdam. Ans breiter Masse unserer Jugend müssen bie_ Besten ausgewählt und vortrefflich ausgerüstet in den Kampf geianbt werden. Große Mittel sind hierfür erforderlich. Die von Reich und privater Seite bisher bereitgestellten reichen für diese Aufgaben nicht aus. Die Ilnterzeichneten wenden sich daher an ? xtl?reul?vC < ^er Turn- und Sportbewegung geeinten d°ut chen Jugend mit der Bitte, zu dem Olympia-Fonds des ^eutichen Reichsausschusses sür Leibesübungen einen Beitrag ge­wahren zu wollen.

Spenden über 10 Mk. werden durch Ueberreichung der Olympia- Icabel ausgezeichnet, die in Gestalt eines kleinen vergoldeten Ab­zeichens einer antiken Gemme nach gebildet ist.

Berlin, im April 1927

Der Vorstand des Deutschen Reichsausschusies für Leibesübungen.

Der Deutsche Olympische Ausschuß.

Beiträge für die Deutsche Olympia-Spende nehmen alle Reichsbank- anstalten, die Kaffen aller großen Banken und das Postscheckkonto Nr. 12 890 Berlin entgegen.

Es sind bei uns eingegangen : Verlag derFrankfurter Zeitung" RM 300 Dreyfus & Co. RM. 250.-, Lincoln Menny Oppenheimer RM 250.-, Lazard Speher-Ellissen RM. ^-IH^acob S. H. Stern RM. 250., Baß & Herz RM. 20O--, Dusche ®ffectcn= n Wechselbank RM. 200.-, Ludwig Deutsch RM. 100., R. R. Bauer RM. 50.; Sa. RM. 1850.

-®citere Spenden nimmt entgegen:Frankfurter Zeitung" Postscheckkonto 20930 Frankfurt a. M.