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Abendblatt dee MaEfneter A-ttrmg

Mlttlvach, M. Mal 1987

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Berantwortlich: Politik u. Ällgem.: Alb. Biischiu»; Feuilleton: B. Reifenberg; Handel: Albert Oeser; Anzeigen: Robert Fuckert; sämtlich in Frankfurt a. M. Druck und Verlag der Frankfurter Societäts-Druckerei ®. nu 6. H.

Berlin, 14. Mai.

©o$ Großkraftwerk Klingenberg, das jetzt seiner Be­stimmung übergeben wurde, verdankt seine Entstehung einem kühnen Entschlüsse. In den kritischen Jahren 1923 und 1924 hatte die Berliner Elektrizitätsversorgung Formen ange­nommen, die für die Zukunft geradezu ihren Zusammenbruch fürchten ließen. Beträgt doch der Diehrbedarf Berlins, pro Jahr mindestens 50 000 Kilowatt, d. h. eine Leistung, wie sie ungefähr die Stadt München benötigt. Dazu kommt, daß rund die Hälfte der Berliner Haushaltungen immer noch nicht , an das Netz angeschloffen ist. Man entschied sich für die Errich­tung eines Kraftwerks im Weichbild der Stadt, weil man die Sicherheit der Stromversorgung eines so empfindlichen Verbraucherzentrums wie Berlins damit garantieren zu können glaubte. Der bestehende Fernstrombezug aus den Zen­tralen Tschernowitz, Trattendorf und Lauta soll auch weiter­hin bestehen bleiben, doch in einem solchen Verhältnis zur eigenen Erzeugung, daß die Berliner Wirtschaft bei Stö­rungen in den Fernleitungen niemals empsindli-ch getroffen werden kann. Im Jahre 1925 wurden die Beschlüsse über die Errichtung des neuen Großkraftwerks in Rummelsburg gefaßt und die Aufbringung der notwendigen Geldmittel im Anleihewege bewilligt. In der Bauzeit von 15 Monaten wurde das Werk aufgeführt, nachdem am 15. September 1925 der erste Spatenstich getan war; im Dezember 1926 konnte bereits die erste Turbine anlaufen und Strom, produzieren. Das Andenken des Erbauers, dessen Pläne für die riesige An­lage maßgebend waren, des Geh. Baurats Prof. Dr. Klingenberg, hat man dadurch geehrt, daß man das

Lagerplatz wird sie maschinell der Mahlanlage, der Kohlen- sabrik, zugeführt. Jede der Mühlen vermahlt in der Stunde 12 Tonnen Kohle zu Staub.. Vorgewärmte Saugluft führt den Kohlenstaub hinüber in die Dampffabrik, in die riesigen Feuerungsräume, die so groß sind, daß man eine Villa bequem hineinstellen könnte. Nichts erinnert in den beiden Kessel­häusern mehr an die Arbeit, die ftüher das Heizpersonal zu leisten hatte. Das Innere des ganzen Werkes ist mit lichten Klinkern bekleidet. In jedem Stockwerk des Kesselhauses, das von allen Seiten Licht erhält, ist keine Spur von Staub und Ruß mehr zu finden, weil der ganze Transport des Heizgutes in geschlossenen Röhren vor sich geht und keine Hand gerührt werden muß, um ,es an Ort und Stelle zu bringen. In jeder Etage arbeitet nur ein Mann ; er empfängt aus der Hauptwarte, dem Gehirn, des ganzen Werkes, auf optischem Wege die Signale, und einige Hebelgriffe an der Schaltanlage genügen, die Heizung und Dampfzuführung nach diesen Anordnungen zu regulieren. In dem Maschinenraum, der Elektrizitätsfabrik, ist das Bild das­selbe. Alles bewegt sich von selbst, nur ein Mann führt „das Kommando in dem riesigen Raume, der von dem, Gedröhne der Turbinen erfüllt ist. Er sitzt an seinem Schreibtisch, das Telephon und die verschiedenen Druckknöpfe neben sich, mit denen er das Ganze in Gang hält. Das Gewirre der Röh­ren (blau für Luft, grün für Wasser, rot für Dampf, schwarz für Kohlenstaub) bietet, obwohl nur durch die Gesetze techni­scher Zweckmäßigkeit gegliedert, ein ästhetisch reizvolles Farben­schauspiel. In der Hauptwarte wiederholt sich dasselbe Bild. In sinnreicher Weise wird das ganze Werk durch Fernsteuerung gelenkt, so daß drüben, jennseits der Straße, in dem großen Schalthause, wo die Spannung von 6000 auf 30 000 Volt transformiert wird, überhaupt keine Arbeitskraft mehr beschäftigt zu werden braucht. Alle zwei Stunden passiert dieses Haus eine Patrouille, um sich zu überzeugen, daß alles in Ordnung ist; die Regulierung der Schaltung selbst wird von der Hauptwarte aus besorgt. Neben dem östlichen Flügel des Maschinenhauses erhebt sich ein 42 Meter hohes Turmhaus mit 11 Stockwerken. Es war ursprünglich be­stimmt, in seinen obersten Etagen gewaltige Wasserkessel auf­zunehmen, damit das unten benötigte Betriebswasser den nötigen Druck erhalte. Dian hat diese Aufgabe zweckvoll, er­weitert: das Gerüst, auf dem die Kessel stehen, ist zu einem Hause ausgeweitet worden, in dem Bureaus und Verwaltungs­räume untergebracht wurden. Von dem Balkon des Hoch­hauses aus übersieht man die ganze gigantische Anlage, das Schalthaus, von dem eine ausgebaute Kabelbrücke zum Maschinenhaus führt, die beiden Kesselhäuser mit den acht eisernen Schornsteinen von 70 Meter Höhe, dahinter die Kohlenfabrik, daneben die Kohlenentladungsanlage mit dem Kanal, westlich anschließend an das Ganze das neue Freibad Lichtenberg, dem das warme Abwasser des Kraftwerks zur Erwärmung seiner Basins zugeführt wird.

A«s dem Mahlkampf itt MeckleadavK.

W Schwerin, 17. Mai. (Priv.-Tel.) Der mecklenburgische Finanzminister warnt soeben öffentlich davor, den Staats- kredit des Landes im gegenwärtigen Wahlkampfe zum Gegenstand parteipolitischer Kämpfe zu mmynt Es stellt dabei fest, daß die Parteien der Rechten durch ihre Landespreffe und durch ihr nahestehende Berliner Blätter syste­matisch den Versuch gemacht haben, die Stimmung der Börse aus parteiagitatorischen Gründen zu beeinflussen. Durch un­richtige Darstellung der Finanzlage des Landes habe man er­reichen wollen, daß die Börse die von der Linksregierung auf­gelegten Anleihen boykottiere, um damit, unbekümmert um di- schwere Schädigung der Landesinteressen,, der Linksvegierung Schwierigkeiten zu machen. Das Finanzministerium veräffens licht gleichzeitig Unterlagen, aus denen hervorgeht, daß sich während der Herrschaft der Linksregierung der Stand des j Staatsvermögens nicht nur nicht verschlimmert, sonder» sog« j gebessert habe. i

Rund 65 Millionen Mark hat die, Errichtung des Kraft­werk Klingenberg gekostet. Es wird für zwei oder drei Jahre ausreichen, den Berliner Strombedarf zu befriedigen, dann muß eine neue, ebenso große Anlage, sür die der Platz unmittelbar daneben bereit, steht, fertig sein, um den hinzuwachsenden Bedarf zu decken. Wie bei den Wasser- ttaftwerken ist auch bei diesem Kohlenkraftwerk die menschliche Arbeitskraft weitgehend ausgeschaltet, der Lohnanteil bei den Erzeugungskosten auf ein Mindestmaß reduziert. Nur 200 Menschen arbeiten bei vollem Betriebe in der Anlage, ein-

Vereinheitlichung der Zolltarife der europä­ischen Länder oder wenigstens eine gemeinsame Grundlage für die Handelsverträge mit unzweideutiger Interpretation der Meistbegünstigungsklausel zu erzielen.

Der dritte Entschlicßungsentwurf betrifft die Ausfuhr­zölle und Gebühren, von welchen alle Rohstoffe Befreit werden sollen. Ausnahmen in möglichst niedrigen Ansätzen sollen,nur ge­macht werden dürfen aus fiskalischen Gründen und bei außer­gewöhnlichen Wirtschaftslagen des betreffenden Landes. Auf alle Fälle sollen keine Ausfuhrzölle echoben werden dürfen, um die In­dustrien anderer Länder au? Konkurrenzgründen zu belasten, und ebenso sollen sie keine Unterschiede auswessen für die verschiedenen Länder. Die gleichen Grundsätze sollen möglichst auch Anwendung finden auf die VerbrauchSgegenMnde.

Der folgende Entwurf handelt von den Einfuhrgebüh- r e n und läuft in den Wunsch aus, daß sämtliche Einfuhrgebühren in gleichem Maße die Produfte aller Länder wie diejenigen des eigenen Landes belasten und keinerlei besondere Konsumgebühren oder ähnliche auf die ausländischen Waren erhoben werden sollen, um die einheimische Produftion zu bevorzugen.

Der fünfte Entschließungsentwurf empfiehlt den Staaten die Ratifikation der Konvention von 1921 kür die Schaffung des Internationalen Statisttschen Amtes in Brüssel, wodurch die MöglieMeit gegeben werden sMe, zu einer ein­heitlichen Zollnomenklatur zu gelangen.

Schließlich bringt ein sechster Resolutionsentwurf noch eine Reihe von Grundsätzen über die Anwendung der Zoll­tarife, die wie folgt lauten:

1. Untersuchungen und Nachforschungen zwecks Anwen­dung von Wertzöllen oder sur die Aenderung der Zölle sollen gebührende Rücksicht nehmen auf die kaufmännischen Inter­essen und die guten Beziehungen unter den Bokkern.

2. Für Streitfälle soll eine Schiedsgerichtsbarkeit vor­gesehen werden, vor welcher sich die Importeure verteidigen lassen können.

3. Die Zahl der Streiffälle soll durch klare Fassung der Handelsverträge möglichst vermindert werden.

Sodann wird noch eine möglichst niedrige Festlegung der Konsulargebühren und eine Ergänzung der Konvention über die Vereinfachung der Zollformalitäten im Sinne der Ein- führungs- und Beschwerdemöglichkeiten an die Ratifikation dieser Konvention empfohlen.

In der Aussprache von heute abend sind eine, Reihe von Heineren Abänderungsanträgen zum größten Teil wieder zurück­gezogen worden. Einige Punkte, welche die Landwirtschaft be­treffen, werden im Ausgleichsausschuß noch zur Sprache kommen. Damit wurde der erste Entschließungsentwurf über die Höhe der Zolltarife als angenommen erklärt.

Die Jndustriekommission hat den ganzen Nachmittag weiter über die Resolutionen betreffend die Rationalisierung und den Ausbau und die Vereinheitlichung der I n d u st r ie- statistik debattiert und schließlich beide Vorlagen mit ganz ge­ringen Textänderungen angenommen.

SchöwbüMv.GM. 7.

Waldheim v.GM. 6.

Der Fall Himmelsdach rirr dayeifchs» Landtag.

Cr München, 17. Mai. (Priv.-Tel) Zum Fall Himmels- bach gibt heute das Finanzministerium auf eine Anfrage im Landtag eine Darstellung, der zu entnehmen ist, daß die bayri­sche Staatsforstver.var!ung auf eine abermÄige Be- ftagung des Reichskanzlers sich bereit erftärt hat, die Ver­gleichsverhandlungen fortzusctzen. Sie bezeichnet jedoch den Versuch einer Verständigung für aussichtslos, solange die Firma sich nicht zu der Erkenntnis duvchringt, daß ihre SchadenersaHforderungen der Begründung entbehren und daß es ihr auch mit dem Druckmittel von Presseangriffen nicht gelingen werde, die Zahlung der Beträge zu erzwingen, die die Firma zur Wdeckung ihrer in ganz anderen Ursachen als dem ?lbbruch der Geschäftsbeziehungen wurzelnden Verluste braucht.

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(Privattelegramm der ,Fr««kf»rter Leitung'.)

London, 18. Mai. Die gestern im Moskau überreichte Note, in welcher die Sowjetregierung wegen der Durchsuchung der Han­delsdelegation in London Beschwerde erhebt, bestättgt und ergänzt in der Hauptsache den schon überreichten Protest des russischen Ge- schäftsttägers in London. Die Sowjetregierung steht auf dem Stand-

punkt, daß die Durchsuchung der Büroräum« der Handelsdelegation eine direkte Verletzung des Handelsabkommen, von 1921 sei, wonach es u. a. der Handelsvertretung in bewen Ländern ausdrücklich gestattet sei, C h i f f r i e r k o d e zu gebrauchen. Nichtsdestoweniger habe sich die Polizei mit Gewalt in den Besitz der Chisftieffchlüffel und der chifftierten Telegramme und Schrift- stücke der Handelsdelegation gesetzt. Die Durchsuchung einer große« registrierten Handelsfirma, wie die »Arcos' sie darstelle, sei eben­falls ohne Beispiel in der Geschichte der City von London.

Mrchige Ke«rtett«ng in Moskau.

Moskau, 18. Mai. (United Preß.) Man weist auf den durchweg maßvollen Ton der Note hin und rechnet in hiesigen in- sormietten Kreisen nicht mit einem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu England.

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0 Weimar, 17. Mai. (Priv.-Tel.) Sin schwerer €1»- j bruch wurde in der letzten Nacht in dem thüringische» j Rentamt zu Vieselbach bei Weimar ausgeführt. Die Ein- < brech er erbrachen den Geldschrank mit modernen Einbruchswerk- ? zeugen und entnahmen demselben eine bedeutende Geldsumme, ? deren Höhe bei Entdeckung der Tat noch nicht festgestelli werden ’ konnte, da die Kassenbücher und der Kassierer nicht zur Stelle waren. Die Täter sind noch nicht ermittelt

Sport.

— Berliner Schachturnier. In der zweiten, am 15. Mai ge­spielten Runde trafen die beiden Favoriten Bogoljuboff und Nimzowitsch zusammen. Bogoljuboff eröffnete mit dem Damen­bauern, Nimzowitsch wählte die indische Verteidigung. Im Endspiel opferte Bogoljuboff einen Turm gegen einen Läufer und erlangte dadurch ein entscheidendes Dauernübergewicht auf dem Damen» ftügel Nach etwa fünfzig Zügen mußte Nimzowitsch die Partie aufgeben. — Die Partie Mieses-Brinkmanu wurde nach lebhaftem, wechselvollem Kampfe remis. Gleichfalls mit remis endeten nach interessantem Verlause die Partien Schweinburg« Ahues und Enoch-List. — Unbeendet blieb die Partie Elstner-Sämisch, die nach sechsstündigem Kampfe abgebrochen wurde. Der Stand nach der zweiten Runde: Brinkmann, Enoch, List, 1%, .Ahues, Bogoljuboff 1, Sämisch Yi (und eine Hänge­partie), Mieses, Schweinburg %, Elstner 0 (und zwei Hängepar­tien), Nimzowitsch 0 (und eine Hängepartie).

— Bräutigam-Leistsig siegt in Wien. Anter großer Anteil­nahme der Bevölkerung und in Gegenwart zahlreicher offizieller Persönlichkeiten, darunter des deutschen Gesandten Grafen Lerchen­feld, wurde in Wien zum erstenmal das vom Oesterreichischen Leicht­athletikverband veranstaltete Laufen ,Ring-Rund' ausgetragen, zu dem Läufer aus Deutschland, Ungarn, Südftawien sowie die

besten Wiener Vertreter gemeldet hatten. Di« Rennsttecke, deren . Start und Ziel beim Rathaus war, führte über die Ringstraße bt \ einer Gesamtlänge von 5.5 Kilometer. Sieger blieb Bräuttgam- ' Leipzig, der nach etwa 2 Kilometer die Führung übernahm und I mit 30 Meter Vorsprung in der sehr guten Zeit von 17:40 vor ; den Wienern Bierbrauer und Tuschek gewann. Der zweite deutsche J Bewerber Prinzler sowie die bekannten ungarischen Langstrecken» j laufet Groß und Kultsar endeten im geschlagenen Felde. Bräutigam J gewann den von der „Wiener Montagspost"' gestifteten Wanderpreis, einen goldenen Pokal. :

Mr Kntschireßrmgerr der Gerrfrr IoÄKommWon.

gäpte Aenderungen drrrchgepertscht. — Die russischen Vorbehalte.

(Drahtmeldung unseres Korrespondenten.)

tg Genf, 17. Mai. Der Unterausschuß für Zollfragen der Kandelskommisflon der Wirtschastskonferenz hat seine um 6 Uhr begonnene Sitzung erst nach %10 Uhr beendet und dabei sämt­liche Textentschließungsentwürfe sozusagen ohne Aende­rungen durchgepeitscht. Die gestellten Ergänzungs-

Wänderungsanträge betrafen zumeist Sonderwünsche die'ser oder jener Art für Länder in besonderen Lagen oder für besondere Produtte, und sind mit Ausnahme einiger bloß redaktionellen Aenderungen, di« vom Redaktionskomitee noch bereinigt werden sollen, sämtlich nach kurzer Diskussion zurück­gezogen oder abgelehnt worden. Von einigem Interesse war ^bei di« Diskussion über zwei Anträge der Sowjet­delegation, wovon der eine die Beseitigung aller Getre i d e z ö l le, der andere aber für die wirtschaftlich noch unentwickelten Länder volle Zollsouveränität ver- lanÄe. Der Widerspruch ist leicht zu verstehen aus der Tat­sache, daß die Sowjetdelegation sowohl für die hauptfächlich- ffen Interessen der Industriearbeiter, wie für diejenigen der sogenannten halbkolonialen Völker sprechen möchte.

Sowohl in der Sitzung des Zollausschuffes wie der Jndu- Uiekommiffion gab die Sowjetdelegation je eine Er- Wrung ab, daß sie der Uebertragung verschiedener Wünsche und Empfehlungen der Konferenz auf Organe des Völkerbun­ds nicht zustimmen könne. Damit ahmte die Sowjet­delegation, und schließlich mit gutem Recht, nur die a m e r i - kani sch e Delegation nach. Der Berichterstatter der Industrie- kommission konnte sich aber doch nicht versagen, auf beide gleich­lautenden Vorbehalte eine verschiedene Antwort zu geben: den Iowjetdelegierten, da die Konferenz durch den Völkerbund vor­bereitet und einberufen worden und daß er somtt auch die be­rufene Instanz sei, um die Konferenzarbeiten weiterzuführen, den Amerikanern jedoch, daß man sich über die Möglichkeiten einer weiteren Zusammenarbeit wohl werde verständigen lönnen.

W KomrmKESVMthEdkmSe«.

(Drahtmeldung unseres Korrespsndenten.)

tg Genf, 17. Mai. Der zweite Unterausschuß für Zollfragen der Handelskommission her Wirtschaftskonferenz hat in seiner heute abend sechs Uhr begonnenen Sitzung von seinen Redaftivnskomi- itei nicht weniger als sechs zum Teil recht lange Entschlie­ßungsentwürfe vorgelegt bekommen.

Der erste Entwurf über die Höhe der Zolltarife ist der umfangreichste und grundlegende. Er ist ein eigentlicher Bericht mit verschiedenen Kapiteln: 1. Gegenwärtiger Stand der Zoll­tarife, 2. Ursachen, 3. Krittk der Handelspolitik und 4. Empfehlun» g-n. In diesem letzten Abschnitt wird festgestellt, daß die ho h en und beständig sich ändernden Zolltarife Verhängnis- zolle Folgen für die Produktion und den Handel mit sich bringen, daß eine Erleichterung des internationalen Handels die wirtschaftliche Lage wesentlich zu verbessern vermöchte, daß die Zolltarife nur der Souveränität der einzelnen Staaten unterstehen, aber nicht nur nationale Interessen betreffen und auch auf den internationalen Handel den größten Einfluß ausüben, daß die Gründe, welche in der Kriegs- und Nachkriegszeit die Erhöhung der Zölle bedingten, nunmehr größtenteils nicht mehr zu Recht bestehen.

1. daß die Staaten sofort Maßnahmen ergreifen für eine Her­absetzung d er Zollschranken und dabei mit jenen Zöl­len beginnen, welche aus Gründen der Kriegszeit entstanden leeren;

2. daß die Staaten onden Abschluß von HandelSvet« trägen nach den Empfehlungen der Konferenz Herangehen;

3. daß in Zukunft keine General- oder Kampf- tarif e in Kraft gesetzt werden ohne vorherige Vertragsverhand­lungen;

4. den Wirtschaftsausschuß des Völkerbundes einzuladen, alle Möglichkeiten zu Prüfern welche geeignet sind, eine Erleichterung des internationalen Handels und den allgemeinen Zollab­bau zu beschleunigen.

Zu diesen Untersuchungen sollen neben Vertretern der Staaten auch solche des Handels, der Industrie, der Land Wittschafl und der Arbeiterschaft herangezogen werden, um den berechtigten Interessen der Produftion und des Handels sowie der Arbeiter und Konsu­menten jm Sinne einer Hebung der Kauflraft eine angemessene Würdigung zuteil werden zu lassen.

Der zweite Entwurf Über die Handelsverträge stellt einleitend sest, daß der Krieg das Handelsvettragsnetz zerstött und die Nach­kriegszeit nur kurzfristige Verträge gebracht habe; andererseits führten die Inflation und andere Gründe zu einem Verlassen oder zu starker Umgehung der Meistbegünstignngsklausel. Mit der fortschreitenden Stabilisierung der WährungsverhMniffe uiib der Rückkehr normaler wirtschaftlicher Zustände wünschen die Böller je länger je mehr auch eine größere Stabilität derselben und die Beseitigung aller Diskriminationen. Das beste Mittel dazu ist die Rückkehr zu langen Handelsverträgen mit voller Gleichberechtigung. Um dazu zu gelangen, müssen an­dererseits die Methoden her Handelsvertragsverhandlungen mög­lichst vereinheitlicht werden. Die Konferenz ist deshalb der An­sicht: 1. daß die volle gegenseitige Gleichberechtigung in bezug auf die Meistbegünstigungsklausel ein Hauptelement her freien wirtschaftlichen Entwicklung darstellt und haß hie Staaten sie so liberal wie möglich ohne jegliche Einschränkung anwenden mögen; 2. daß der Völkerbundsrat den Wirtschaftsausschuß be­auftragt, alle ihm gut scheinenden Wege zu untersuchen, um eine

Werk nach ihm benannte.

Das Kraftwerk Klingenberg, das zu den in der Bewag vereinigten Städtischen Elektrizitätswerken Berlins gehört, ist, wie Fachleute dem Besucher versichern, die größte und modernste Krafterzeugungsanlage in Europa. Es besitzt, in seinem erstenAusbau drei Hauptturbinen mit einer Maximalleiistung von je 80 000 Kilowatt, drei Haus- oder Vorwärmeturbinen mit einer Leistuno von je 10 000 Kilowatt, 16 Kessel von je 1750 Quadratmeter Heizfläche und einer Dampfspannung von 37,5 Atm. und 425 Grad Ueberhitzung, ferner eine gesonderte Kohlenaufberei­tungsanlage mit sechs Pendelmühlen, in denen die Kohle zu feinstem Staub zermahlen wird. Das Werk könnte also be- cprem die Kraftversorgung einiger deutscher Großstädte, von über 500 000 Einwohnern zusammen übernehmen. Es ist ein Kohlen-Dampfwerk, aufgebaut auf der modernsten Feuerungs­anlage, die es gibt, der Kohlenstaubverfeuerung.

Dem Besucher, der sich dem Werk von der Cöpenicker Chaussee her nähert, bietet sich ein imposanter Anblick: auch architektonisch hat man versucht, den strengen Gesetzen , des modernen industriellen Zweckbaues Genüge zu tun. Eisen, Beton und Klinker sind außen und innen in einfacher, der Idee des Ganzen angepaßter und "deshalb schöner Formgebung vereinigt. Das ganze Werk hat vier große Fabriken: eine Kohlenfabrik, eine Dampffabrik, eine Elektrizitätsfabrik und ein großes Schalthaus, von dem die Kraftleitungen in die Stadt führen. Es ist in nächster Nähe der Spree gelegen und mit ihr durch einen Stichkanal verbunden. Die Kohle, und zwar schlechteste Abfallkohle, kommt in großen Kähnen auf dem Wasserwege aus Oberschlesien oder tion_der Ruhr; sie wird aber auch in Sonderzügen mit Großgüter­wagen unmittelbar an die Betriebsstätte gebracht. Zwei Lagerplatzbrücken von 119 Meter Spannweite und 16 Meter uruvucu u<t uuu.nu ... «»y, -----

HM Menen zur Entladung der Kohle aus den Kühnen. Vom schließlich aller Arbeiter, Angestellten und leitenden Beamten.

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Wir machen darauf aufmerksam, daß die Frist zum Umtausch unserer zum 1. Oktober 1927 gekündigten MW W-WNWWM W« 2 Ausgabe vom 1. Juli 1924 in unsere

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— Kündigung und Auslosung bis 1. Januar 1932

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