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Nr. 9. VI. Jahrgang, 1924.

Frankfurt a. M., 25. April

DAI TECHNISCHE BLATT

ILLBSTAIERTE BEILAOt HER FRANKFURTER ZEITUNG

Feuerschutz durch selbsttätige Melder.

Melder streichen und die Feder rasch die Tem­peratur der Umgebung annehmen kann. Ein federnder Bflgel dient dazu, den Melder an der Wand oder der Decke erschütterungsfrei zu be-

peratur, so wird der Kontakt je nach der Stellung der Exzenterscheibe bei einer bestimmten Tem­peratur unterbrochen. Die Temperatur, bei der die Unterbrechung erfolgen soll, ist bei den Meldern normaler Ausführung von 5 zu 5 Grad und im Bereich von 40 bis 90 Grad C. einstellbar. Die

durch ein metallenes Gehäuse geschützt, das durchbrochen ist, so daß die Luft frei durch den

Abb. 1. Das Innere eines selbsttätigen Feuermelders.

Der Brand in der landwirtschaftlichen Halle in Frankfurt a. M. ist ein charakteristisches Bei­spiel für ein Schadenfeuer, das nur dadurch großen Umfang annehmen konnte, daß längere Zeit ver­ging zwischen seinem Entstehen und dem Augen­blick, in dem es bemerkt und gemeldet wurde. In solchen Fällen ist meist der Schaden* schon groß, auch wenn die Feuerwehr in kürzester Zeit nach erfolgter Meldung an der Brandstelle ein- trint, und selbst bei bester Ausrüstung der Wehr ist es ihr um so schwerer, dem Feuer Einhalt zu tun, je mächtiger es sich schon entwickelt hat. Für einen ausreichenden Feuerschutz ist es also eine unerläßliche Forderung, daß Errichtungen vorhanden sind, durch die ein Brand möglichst bald entdeckt werden kann. Es ‘SJ a^er immer mehr oder weniger ein Zufall, wenn ein Mensch ein Feuer gleich nach dem Entstehen bemerkt; namentlich da, wo leicht brennbare otoffe in größerer Menge oder in selten betretenen Räumen gelagert, wo wertvolle Gegenstände auf­bewahrt sind, genügt es nicht, sich auf einen solchen Zufall zu verlassen. Auch Wächterkon- trollgänge bieten hier nicht die Gewähr, daß ein Brand immer entdeckt wird, ehe er größeren j VW- an8enommen hat. Denn in der Zeit, die der Wächter braucht, um von einer Stelle wieder an dieselbe -Stelle zu kommen, kann ein Brand unbemerkt entstehen und weit um sich greifen. . ®s einzige Mittel, das Entdecken des Feuers von jedem Zufall unabhängig zu machen, ist, das Feuer P* zw>ngen, sich selbst zu verraten. Da bei jedem euer auch Wärme entwickelt wird, ist eine so ehe selbsttätige Feuermeldung möglich, wenn man Geräte, und Einrichtungen verwendet, die auf jede ungewöhnliche Temperaturerhöhung in ihrer ”«ebung aufmerksam machen.

solche Apparate sind die selbsttätigen euermelder. Sie bestehen im wesentlichen n?8 U-förmigen Feder (Bild 1), die aus zwei Pi*c.s re*Jen zusammengeschweißt ist. Die beiden - Innenteile des Melders sind vor Beschädigungen । *-hstreifen sind aus verschiedenen Metallen ' * " ~ '" . _ .

Urgestein, und zwar sind solche Metalle gewählt, Je sich beim Erwärmen verschieden stark aus- j nen- Der Blechstreifen aus dem Metall mit • ? größeren Ausdehnungsvermögen befindet en auf der Innenseite der Feder. Diese biegt sich

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pfpngseinrichtungen in der Zentrale zu der den Strom liefernden Batterie führt. In der Anlage fließt also ständig ein Strom, und zwar von etwa 40 m A Stärke. Durch den Betrieb der Anlage mit Ruhestrom und durch das Parallel- schalten eines-Widerstandes zu der Kontaktstelle der Melder ist dreierlei erreicht. Es kann nicht nur jede ungewöhnlich starke Temperatur­erhöhung, sondern auch jede Unterbrechung der Leitung, sei sie durch einen zufälligen Draht­bruch oder durch böswilliges Zerschneiden der Drahte, z. B. durch einen Brandstifter verursacht, ganz selbsttätig gemeldet werden, zudem ist es aber noch möglich, für Feuer- und Drahtbruch­meldung von einander verschiedene Alarmsignale anzuwenden. Denn wenn ein Melder anspricht, kann der Strom zwar nicht mehr über die nur geringen Widerstand bietende Kontaktstelle, aber immer noch durch die Widerstandsspule fließen. Es wird also nicht unterbrochen, sondern nur geschwächt. Bei Drahtbruch dagegen hört der Strom ganz zu fließen auf. Durch zwei verschieden geschaltete und verschieden wirkende Relais der Empfangseinrichtung werden in der Zentrale Fall­klappen ausgelöst, und es wird, je nachdem, ob oer Strom nur geschwächt oder ganz unterbrochen ist, entweder die Fallklappe mit der Aufschrift „Eeuer oder die andere mit der Aufschrift „Drahtbruch sichtbar. Gleichzeitig ertönen Wecker — ein Drahtbruch- bezw. ein Feueralarm- Wecker —, so daß ein Mißverständnis über die Ursache des Alarmes ausgeschlossen ist. Handelt es sich um Anlagen mit mehreren Melder­schleifen, so wird die Art der Meldung — Feuer Drahtbruch und auch Störung (z. B. durch Erd­schluß) — gewöhnlich noch durch Aufleuchten von Glühlampen hinter Scheiben mit transparen­ter Aufschrift angezeigt, außerdem geben beson­dere Fallklappen auch die Nummer der Schleife an, aus der die Meldung kommt! Zu der vollstän­digen Feuermeldeanlage gehören noch Geräte, wie Stromzeiger, Schalter usw., mit «leren Hilfe es jederzeit möglich ist, die Anlage auf ihre Be­triebsbereitschaft und den guten Zustand der Isolation zu prüfen.

Die Relais, die Alarm- und Prüfeinrichtungen sind in der Regel in einem Holzkasten mit ver-

■ Feuermelder im Schutzkorb und mit Bügel zum Aufhängen.

Abb. 3. Empfangseinrichtung in Holzkasten für Anlagen mit einer Melderschleife.

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Sehenau^’ wenn sie erwärmt wird. Der eine der and . Federbügels ist am Melder befestigt, KontaL(er® ’st bei und an seinem Ende mit einer Tenn sP*fre aus Platin versehen. Bei normaler eine g alur liegt die Platinspitze auf einem durch auf pa*Znn,erscheibe verstellbaren Gegenkontakt hohem w/*j zu den Kontakten ist eine Spule mit Widerstand eingeschaltet. Steigt die Tem-

festigeii (Bild 2). Um besonders starke Erschütte­rungen vom Melder fernzuhalten, verwendet man auch Pendeldosen, an denen man den Melder auf­hängt, in Materiallagern oft auch eiserne Schutz­rohre, in die die Melder mit Hilfe von federnden Traggestellen eingesetzt werden.

Ein oder Jauch mehrere solcher Melder sind in eine Leitungsschleife gelegt, die über <U» P-»

schließbarer Glastür untergebracht. Abb. 3 zeigt einen Kasten für eine Anlage mit einer Melder- schkife in geöffnetem Zustand. In manchen Fallen, z. B bei Meldeanlagen in Bergwerken oder auf Schiffen ist es nötig, die Anlagen in Ein­zelheiten den besonderen Anforderungen des ,an,zuPassen; man trifft dann beisniek-

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