Am-slag, 20. Mai 19L4

Erstes Wsrgerrvkatt der Arsnstfurker Zerkrrng

Ms Wett und Leben.

Ein Legikimiläkssireik.

' Ao' dem Pariser Gerichtshöfe wird ein Prozeß um die Legi- t n.itat eines Krndes verhanüelt. Im Jahr 1916 nahm eine reiche Amerikanerin MrS. Derek Walker, in ihr Haus in Wris ein dreijähriges Mädchen auf, das ein Mündel der öffentlichen Für- sorge von Nancy war. Bei ihrem Lode hinterließ Mrs. Walker der kleinen Hilda 600 000 Frs, ihrem Gatten aber nur 400 000. ~'c£ defekt von.7Miurthe-et-Moselle, der Vertreter der Fürsorge und als solcher Vormund der Kleinen, vertraute sie inzwischen einer wohltätigen Dame, der Comtesse de Merschoff an, da Mr Walker Vormund des Kindes werden wollte. Einige Zeit vor ihrem,Tode hatte Mrs. Walker einen italienischen Portier, rtntomo S ch i r o, in Dienst genommen, der vor dem Kriege in Palermo eine revolutionäre Zeitung leitete, gleichzeitig aber trat ,n ihre Dienste dessen Geliebte, Maria Morchel. Im Jahre 1921 i'un verheirateten sich die beiden in Paris, legitimierten die kleine Hilda als ihr Kind und verlangten als Eltern die Verwal­tung des e r e r b t e n Vermögens. Der Präfekt verlangt als Vormund des Kindes vom Gerichte die Annullierung der Anerkennung der Eltern, da der Akt auf Geldinteressen basiere. Die ytau des Schiro gab an, das Kind im Jahre 1913 in Nancy let einer yreunbin zur Welt gebracht zu haben, die jedoch unauf­findbar ist trotz aller Nachforschungen; die Eltern behaupten, daß die verstorbene Amerikanerin MrS. Walker, auf dem Laufen- den über ihr Verhältnis zu dem Kinde war, daß sie ihr aber schwören mußten, dem Kinde nie davon zu sprechen, da sie es sonst enterben würde.

i Ein falsches „SchiffahrtSkonlor".

«U Hamburg, 17. Mai. (Priv.-Tel.) Hiesige Kriminalbeam,e> brachten in Erfahrung, daß ein zugereister angeblicher Oskar Meißner, der sich Langereihe Nr. 71 einmietete, unter der Firma „Oskar Meißner Schiffahrtskontor für Passage und Frach­ten nach allen Plätzen der Welt" bedruckte Mitteilungen an die Direktoren höherer Schulen aller deutschen Städte versandte, nach denen das „Schiffahrtskontor" während der P f i n g st f e r r e n für die deutsche männliche höhere Schuljugend eine Fahrt nach Norwegen veranstalten wollte. Der Preis für die Reise einschließlich Verpflegung war auf 110 Goldmark festgesetzt. Die Schulen sollten Listen von Teilnehmern zusammenstellen und diese bis zum 12. Mai zusammen mit dem Fahrgeld einsenden. Oskar Meißner bediente sich zweifellos eines falschen Namens. Es wurde ein so umfangreiches Material über etngegangene Mel­dungen beschlagnahmt, daß Meißner wahrscheinlich bereits ein Riesengeschäft gemacht hat. Auf dem hiesigen Postscheckamt wurde eine größere Summe gestoppt. Als die Kriminalbeamten rm Kontor erschienen, wollte der Geldbriefträger gerade einen Be­trag von 6000 Mark abliefern. Meißner will im Dämmerzustand das Unternehmen gegründet haben. Im Interesse der Unter­suchung wirb dazu aufgefordert, daß alle Schulen und eventuell auch Einzelpersonen sich melden, die auf Druckschriften der Firma Meißner Geldbeträge eingesandt haben. Die Anzeigen sind an die Kriminalpolizei Hamburg, Inspektion 4, zu lichten.

Eine Niescnbrücke in Sydney.

Das an der Küste deS Stillen Ozeans zu beiden Seiten des Port Jackson auf Fclsengelände landschaftlich reizvoll gelegene Sydney, die Hauptstadt von Neu-Südwales, trägt sich schon feit Ende des vorigen Jahrhunderts mit dem kühnen Gedanken, ihre beiden durch den 500 bis 600 Meter breiten Meereseinschnitt getrennten, aber in aussichtsreicher Entwicklung begriffenen Stadt­teile zur Erleichterung bcS lebhaften, immer mehr angewachsenen Eisenbahn- und Straßenverkehrs durch eine feste Hochbrücke zu verbinden. Ueber die Gestaltung dieser zukünftigen Riesenbrücke in Sydney berichtet Regierungs- und Baurat Dr.-Jng. Herbst in der neuesten Nummer der „Bautechnik" (Verlag W. Ernst u. Sohn, Berlin) in einem längeren Aufsatz, der neben dem zur Ausführung bestimmten Entwurf auch zwei deutsche Projekte Bringt. Es handelt sich hier um ein Bauwerk von ungewöhnlichen Ab­messungen, das mit 500 Mr. Hauptspannweite und 48 Mir. Ver- lehrsbreite die Quebec-Brücke mit 550 Mtr. Hauptweite und 25 Mir. Breite sowie die Firth of Forth-Brücke mit 518 Mir. Hauptspannung und 10 Mir. Breite an Größe weit übertrifft.

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Zu der Notiz „Die höchste Brücke der Welt" (Erstes Mrgbl. vom 9. Mai) macht uns ein Leser darauf aufmerksam, daß die in­folge der Erweiterung des Nord-Ostseekaiials bei Rendsburg gebaute Hochbrücke über diesen Kanal, die eine Länge von 5. Kilometern und eine Höhe von 42 Metern über dem Wasser­spiegel aufweist, die geplante Brücke über den Kleinen Belt, die nur 33 Meter hoch werden soll, erheblich übertrifft.

Der alarmierte Nachtwächter.

-t- Warschau, 10. Mai. Bei Jcik Szwarceiiberg, auf der Dcikastraße 14 in Warschau, planten vorgestern zwei Ein­brecher ein größeres Unternehmen. Sie schlichen sich deshalb in den Keller ein, der unmittelbar unter den großen Manufaktur- lagern der Firma liegt. In der Nacht Begannen sie mit bemer­kenswertem Fleiß die steinerne Kellerbecke anzubohren, um sich eine Oefsnung nach den Lagern zu verschaffen. Aach mehrstün­diger Arbeit fühlten sie auch, wie der Bohrer durchdrang. Aber sie hatten eines nicht bedacht. Im Manufakturlager waltete ein Nachtwächter seines Amtes. Das heißt, angefüllt von köst­lichen, zuvor genossenen Schnäpsen, lag er, wie gewöhnlich, auf dem Boden und schlief den Schlaf des Gerechten. Und weder das Knirschen des Bohrers, noch die herunterfallenben Steine ver­mochten ihn zu wecken. Als die Beiben Einbrecher aber merkten, dost der Bohrer Lust bekam, machten sie noch ein paar Drehungen. Da? war die Ursache, daß die Spitze des Bohrers in jenen Körperteil des schlafenden Wachpostens einbrang, dessen Benen­nung man gewöhnlich aus Sittfamkeitsgründen verschweigt. Diese Störung veranlaßte den braven Wachposten zu einem furchtbaren Gebrüll, auf welches Alarmsignal hin die Bewohner des Hauses zusammenliefen und die erschrockenen Einbrecher Hals über Kopf den Ort ihrer aufopfernden Tätigkeit verließen. Und so wollte es ein merkwürdiger Zufall, daß wirklich einmal einer der zahl­losen Warschpuer Einbrüche nicht zur Ausführung kam.

Der Schlafwandler auf dem V-Zug.

Auf der Fahrt des Nachtschmllzuges von Dronthciin nach Kristiania bekam ein Passagier eines Schlafwagens, der S eh l a f- Wandler ist, einen Anfall; er zerschlug mit beiden Händen das Fenster eines CouM und kletterte auf das Dach des Wagens, wo ihn ein Schäffner zufällig entdeckt« und alle? versuchte, um ihn aus seiner gefährlichen Lage zu befreien. Glücklicherweise waren auf der Strecke keine Tunnels zu passieren, sonst wäre der romantische Pasiagier ohne Zweifel getötet worden. Er Batte sich zahlreiche Schnittwunden an den Händen zugezogen, als er das Fenster durchbrach. ► >

Mussolinis-

Wie man uns aus Rom mitteilt, ist in Ostsizilien, unfern non dem Städtchen Caltagirone der Grundstein zu einer nach dem ita­lienischen Ministerpräsidenten Benannten neuen Ortschaft Mussolini ain Gegenwart Mussolinis gelegt morden.

In SHel findet vom 21.-30. Juni 1924 anläßlich der Laguna des Nordwestdeutschen Handwerkerbündes eine Hand- Werksausstellung statt, der die Räume der NordischenMesse zur Verfügung gestellt worden sind.

K Leipzig, 19. Mat. (Priv.-Tel.) Im Lagerkeller der Firma Mittentzwei it. Co. In der Bergstraße wurde am Montag die Leiche eines 15jährigen Mädchens aufgefunden. Die Schädel- decke war eingeschlagen. Die Tote hatte einen Knebel im Munde und einen Strick um den Hals. Es handelt sich um die Fabrik­arbeiterin Gertrud Lederer, die Bet der Firma in Arbeit steht und von einem dort Beschäftigten Markthelfer am Sonntag ins Geschästslokal gelockt worden war. Der Mörder ist flüchtig. ES liegt Lustmord vor. . _

-o- Dresden, 19. Mai. (Priv^Del.) Der 68jährige G e - weindevorstand Wüstner in Dittmannsdorf Bei Reins­berg in Sachsen wurde am Sonnabend in seiner Wohnung er­mordetaufgefunden. Mit einem Beil, das man am Tatort fand, ist ihm die Schädeldecke zertrümmert worden. Nach den Aus­sagen bet ebenfalls durch Beilhiebe schwer verletzten Eheftau ist Wüstner nachts das Opfer zweier etwa 20 Iah«: alter Ein- brechet geworden, die nach der Tat den Geldschrank WüstnerS beraubten und dann verschwanden.

1 Mannheim, 19. Mai. (Priv.-Tel.) Aus Eifersucht mißhan- beite der 46jährige Spengler Wilhelm Schippers aui Slmd> gart seine um 20 Jahre jüngere Frau, eine Kellnerin, und war f sie aus einem Fenster der im vierten Stock gelegenen Wohnung auf die Straße. Die Frau starb bald daraus. Schipper» wurde 6irStmrfr 19. Mai. (Wolff.) Im 61. Lehen-jchr ist Met Tn- Jng h. e. Julius Brenzinget gestorben, einer der füh­renden Persönlichkeiten auf dem Gebiete des Beton- und Eisew Betonbaues. Der Verstorbene war Mitbegründer imb langjähriges Vorstandsmitglieb bcS Deutschen Beton-B er eins, der die Grund­lagen schuf für die Entwicklung des Eisenbetons al» beherrschende S)a@t.n^nfiett. 19. Mai. (Wolfs.)' Belm Baden im Mühl­bach sind gestern vier Schulkinder aus dem benachbarten Tolbavingen e r t r u n k e n. Die Leichen konnten geborgen werden.

W Zürich, 18. Mai. (Priv.-Tel.) Vor dem Bezirksgericht Zurich stand der frühere Verwaltungspräsident d-r in geratenen

Bagk W Hgndtl und Industrie in Zurich, Viktor Wil.c»ei,

unter der Anklage, Vermögen dieser Gesellsthaft auf ble Seite geschafft zu haben, eigenmächtig über Gelder deS In­stituts im persönlichen Interesse verfügt, Rechnungen von Handels­büchern von 1915 Bis 1921 und damit die Jahresberichte und Bilanzen gefälscht zu haben. Der Bezicksanwaft beantragte drei Jahr« Arbeitshaus. Der frühere Direktor der Bank Jakob Gut stand unter der Anklage des betrügerischen Bankerot ts und des leichtsinnigen Konkurses. Der Strafantrag lautet für ihn auf ein Jahr Arbeitshaus. Die Urteilsverkündung findet in 14 Tagen statt.

Radio.

Das Frankfurter Sonntagsprogramm.

Die großen und kleinen Kinder, die gestern Nachmittag dem Märchenonkel zugehört haben, werben sich gewiß über die lustige Geschichte, die er ihnen erzählte, gefreut haben, vorausgesetzt, daß sie alles verstanden haben. Denn leider sprach der Erzähler etwas schnell, und der Sender ließ eine Weile lang stark nach. Die zu­gegebenen Anekdoten dagegen waren recht wenig für Kinder ge­eignet. Das Abendprogramm war von hervorragender Güte. Mr haben sowohl Herrn Permann wie Herrn Gläser kaum je so hinreißend und schön singen hören wie gestern vor dem Mikrophon. Auch die verstärkte Funkkapelle half dazu, diesen Verdi-Abend zu einem sehr genußreichen zu machen.

ImttkfurLer ArrgMercheiLw.

= Verbot des Frankfurter WerbetageS. Wie dar Wolffsche Büro berichtet, ist durch Verfügung des Ministeriums des Innern der für kommenden Sonntag geplante großzügige Werbetag der Frankfurter Sportverbände, der seine Krönung in einem Masfenaufzug der Sportverbände und in Ansprachen auf dem Römerberg finden sollte, infolge der Ereig­nisse, wie sie sich in Halle und in anderen Orten abgespielt habe», verboten worben.

SvVrt.

Die Jnksrnatronale Motorrad-Spork-Aussiellung in Stuttgart

f Stuttgart, 17. Mai.

Wir haben gestern schon kurz über die Eröffnung ber Inter­nationalen Motorrad-Sport-Ausstellung berichtet, die vom 16. bis 22. Mai im Hause für Technik utib Industrie hier abgchalten wird. Tröger des Unternehmens ist der Motorrad-Klub Stutt­gart. Die Ausstellung ist von etwa 300 Ausstellern beschickt und umfaßt neben der Motoren- und Motorradindustrie vor allem auch die sämtlichen Hilssinbustrien unb die Fahrzeugfabriken, die sich mit den Uebergangsformen vom Motorrad zum Kleinauto und 3um Kraftwagen überhaupt befassen; auch die Flugzeugindustrie ist mit einzelnen Spezialmaschinen vertreten. Das Hauptinteresse gehört naturgemäß zuerst den mancherlei Neukonstruktionen, sowohl was die Form, wie besonders di« maschinell« Anlage und Artung anlangt. Hier bietet sich eine Mannigfaltigkeit, die freilich teil­werfe, besonders waS die Beiwagen betrifft, fast zur Spielerei wird und von der manches streng sachlichen Anforderungen nicht lange siandhalten wird.

Sehr instruktiv und ein Beweis rastlosen Strebens sind die vielen technisch-mechanischen Konstruktionsneuerungen im Mo­torenbau, in der Anwendung und Kombination und ganz beson­ders ber MiaterialausWertung unb Bearbeitung bei Herstellung der einzelnen Bestandteile. Hier treten die Erfahrungen au$ der Zeit bet Materialknappheit und bet gleichzeitigen höchsten Beanspruchung des Materials während des Krieges vorteilhaft in Erscheinung. Man sieht Proporzionen von Form, Gewicht und Leistungskrast, die erfiaunlich sind- Dabei mag eS für eine bessere Nationali­sierung der Wirtschaft in einem so üppig aufblühenden GeschäftS- zwcig auch nützlich sein, sich einmal flat zu machen unb vor Augen zu halten, wie hier doch eine gewisse Uebergeschäftigkeit und Eigen- brödelei droht, die sachlich und technisch ebenso unvorteilhaft,ist. wie kaufmännisch-geschäftlich Der Eindruck einer fast nervösen Zersplitterung ist bei ruhiger Heberlegung und Betrachtung des einen unb anderen Zweiges der Ausstellung nicht ganz abzuweisen. Aber alles in allem geht man mit erhobenem Gefühl durch die Ausstellung.. Wir müssen materiell auf dürftigerer Grundlage weiterbauen oder neu aufbauen, aber wir bringen an geschulter Erfahrung, schöpferischer Phantasie und kühnem VorwLrtswillen in mancher Hinsicht auch Neigungen gegenüber ber Vorkrigszeit mit, die ausgleichend wirken. Manches von dem, was hier gezeigt wird, ist freilich auch nur Ausdruck eines Augenblicks und einer unruhigen Zeit und Wird rasch verschwinden. Sehr vieles aber fügt sich mit sieghafter Kraft in die stolze Kette technischen und gestaltende» AuftriM ein, her nicht nur hier im Kraftfahrsport und ber Kraft- fahtzeugindusiti«, sondern auch sonst unter uns lebendig ist, daß man berechtigt ist, zu sagen: komm und fielje es!

=x Schachmeister Reti. Der Schachmeister Reti ist kommenden Donnerstag Gast des Frankfurter Schachvereins Ariderssen und wird eine Blindvorftellung gegen zwölf Spieler geben. Die Veranstaltun.z Beginnt im Veteinslokal Bütgervetein, Ein­gang Stiftstraße, abends 7 Uhr. Gäste haben Zutritt.

— Reit- und Fahckurniere. Das Frühjahrs-Reit- unb Fahr­tutniet in Bab Homburg v. d. H. findet dieses Jahr Sams­tag den 31. Mai und Sonntag den 1. Juni auf dem Turnier­platz im Kurpark statt. Die Nennungen sind zahlreicher aus­gefallen als im vergangenen Jahr. Guter Sport steht in Aus­sicht. — Im Rahmen ber Berliner Turn- unb Sportwoche wird ber Reichsverband am 25. Juni ein Reit- und Fahrturnier, unb zwar auf ber Rennbahn Grünewald veranstalten. Das große Herbstturnier int Sportpalast nimmt am 9. November seinen Anfang und wird sich mit wöchentlich zwei Ruhetagen über insgesamt zwei Wochen bis zum 23. November erstrecken.

r Kein Führerschein mehr für Elektro-Kleinwagen. Den ver­einigten Slnftrcngungen des Neichsverbands bet Automobil- industrie und bet Elektro-KIeinwa-gen bauenden Werke ist es gelungen, eine bedeutsame Erleichterung deS Verkehrs zu er­zielen" Nach einer Verordnung des Neichsverkehrsministers ist das Fahren mit elektrischen K I e i nf a h r z e u g e n bis z u 1 Steuer PS. nunmehr ohne Führerschein gestattet. Personen unter 18 Jahren aber dürfen solche Wagen noch nicht führen. Der neuen Verordnung ist im Laufe des vorigen Jahres eine andere vorausgegangen, durch die leichte Krafträder bi« zu 1 Steuer PS. von ber Führerschein- unb Zu- lassnngspflicht befreit wurden. Sie stützt sich auf die in der Begründung des Gesetzes über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen zugelassenen An ° nahnt ehe stimm u »gen für Kraftfahrzeuge mit geringer Fahrgeschwindigkeit unb beschränktem Verkehrsgebiet.

n Große Rheinische Sportwoche. Die britische Behörde hat angeordnet, daß die neuen Bestimmungen für die Einreise ins englischbesetzte Gebiet erst am 20. Juni in Kraft treten, der Siebte Bildzwang also vorläufig nicht eingeführt wird. Alle, die zur Großen Rheinischen Spottwoche »ach Köln reifen, brauchen nur ihren Personalausweis nach Köln an das PrasidialBureau des Bundes deutscher Radfahrer in Köln, Gilbachftraße 17, einzu­senden. Auf Grund des Personalausweises wird der Geleiischein für die Reise ins besetzte Gebiet erteilt. Der Geleitschein gilt Bis zum 20. Juni. Es ist also nicht nötig, zwei unaufgezogene Photo­graphien mitzusenden, der Personalausweis, der von jeder Orts- polizei ausgestellt wird, genügt

= Olympia - Stadion Ludwigshafen - Rheingönnheim. DaS Olympia-Stadion LudwigShafcn-Rheingönnheim schreibt für die Eröffnung seiner neuerbauten 400 Mtr. langen Zement - Rad- unb Motorrad-Bahn folgende Rennen anS: 1. Junior-Et- ösfnugspteiS für Flieget, 2000 Meter, Zulassungsläufe zum Große» Pfingstpreis, Motorradrennen in 4 Klassen BIS 150, 250, 350, 500 cbom Rauminhalt; 1 8. Juni: Großer Pfingstpreis, Flieger- und Steher-Rennen mit Schrittmacher-Motoren 20 und 30 Km, Eröffnung?-, Vorgabe-, Erst- und Tandemfahren. Mel- düngen für 'Motorrennen sind an Martin Jung in Ludwigshafen, Mundenheimerstraße 245, zu richten; für Radrennen an die Direk­tion des Olympia-Stadions Ludwigshafen, Karl LanchL, Krongasse 1.

x Schweizer Alpensahck. Der Schweizer Autopiobilflub ber- anstaltet vom 7. bis 12. Juli feine Rundfahrt um den Alpen- vokal Die Gesamtstrecke beträgt 1446 Km. unb führt von Genf über Chan; be Fonds—Langon—Luzern—Linthal—Alt- dock nach Lugano und über Freiburg—Zweisimmen und Lausanne nach Genf zurück.

--- Jugendarbeit der Deutschen Turnerschast. Der JngenbmiS- schuß der Deutschen Turnerschaft hat beschlossen, da» nächste deutsche Jugendtreffen am 2. und 3. August in Marburg a. d. Lahn zu veranstalten. Für den ersten Tag sind Spiele, Staffeln und Vorführungen turnerischer Art an verschiedenen Stellen der Stadt vorgesehen. Sonntag den 3. August findet ein Wimpelstreit statt, bei dem jeder Verein ein Lied singen, einen Tanz und eine selbstgewählte turnerische Vorführung zeigen muß. Allgemeine Freiübungen auf der Festwiese beenden das Tressen. Auch eine Reihe Kreise und (Saue macht Mitteilung von Jugend­treffen So veranstaltet der MittelrheinkrelS der D. T. am 24. und 25. Mai in Frankfurt a. M. ein Jugendtreffen, bei dem auch der Jugendwart der D.T., Oberstudienrat Dr. Neuendorsf, anwesend sein wird. Der Kreis III b Brandenburg hält sein Jugendtreffen in Potsdam-Brandenburg am 5. und 6. Juli ab. Die bayrische Jugend trifft sich zu Pfingsten in Regensburg. Auch der Vriegnitz-Gan vereint seine Jugendlichen zu Pfingsten in Seddin, .....u

Frankfurter Handelsblatt.

Wiedergabe und drahtliche Verbreitung der Artikel mit ♦ end der ^riratdepeschcn nur mit genauer Quellenangabe »Erks gestattet

* Der eiserne Besen. Aus Bern, 17. d. M„ schreibt unser r-Korrespondent: „Unsere bisherigen Berichte über die Vorfälle bei der Metallen A.-G. enthalten bereits den Hin­weis, daß vor Jahren ein Vorstandsmitglied der damaligen Baer u. Stein A.-G. mit der ungefähren Begründung ausschied, daß es nicht gewillt sei, Handlungen zu decken, die andere Verwaltungsmiiglieder für sich selbst, aber unter Mitver­pflichtung der Gesellschaft vorgenommen hätten. Wir werden jetzt darauf aufmerksam gemacht, daß der damals resignie­rende Direktor, Walter Friedmann, schon damals Vollmachts­mißbrauch auch des Direktors Baer zum Anstoß genommen habe, und daß der Aufsichtsrat s. Zt. abgelehnt habe, aus den Befugnisüberschreitungen die Konsequenzen zu ziehen. Herr Walter Friedmann ist inzwischen verstorben, aber aus den Akten des Aufsichtsrates müßte es sich doch feststcllen lassen, wie weit diese Angaben den Tatsachen entsprechen, und also, wie weit der Aufsichtsrat Pflichten versäumt hat, 'namentlich in seiner alten Zusammensetzung. Nun scheinen zwar die Gläubiger, auch die Inhaber der Kunstwechsel, eine gehobene Aussicht auf Vollbefriedigung zu haben. Aber hier­mit steht noch nicht fest, welchen Schaden die Gesamtheit der Aktionäre, namentlich auch die Kleinaktionäre, erleidet, und vor allem, welchen das Ansehen der Gesellschaft und schließ­lich auch die öffentliche Moral. Der Vorgang gehörte zu­nächst u. E. vor eine außerordentliche Generalversamm­lung, und gegebenenfalls auch vor das Gericht. Wir können es unter keinen Umständen gutheißen, daß man in diesem Fall wie auch in anderen. die

die Oeffentlichkeit weniger interessierten, zum Beispiel bei Schlesinger-Trier, lediglich das materielle Interesse der Gesellschaft an der höchstmöglichen Wiedererlangung der entwendeten Beträge die weitere Haltung bestimmt, und daß die verantwortlichen kaufmännischen Organe den erziehe­rischen Zweck der Strafverfolgung und Personalsäube­rung anscheinend mir schwach in Betracht ziehen. Wenn jetzt die deutsche Geschäftswelt kein Bedürfnis bekunden wollte nach öffentlicher Bloßstellung und Verurteilung solcher in den Jahren der Unmoral aufgekommener grundsatzloser und charakterschwacher Elemente, dann wäre es schlecht um unseren Kredit in der Welt und um unsere Zukunft bestellt. Mit eisernem Besen muß jetzt wieder bei allen Fällen von Untreue, namentlich in den gravierenden (des Unterschrifts­mißbrauchs und der Verwechslung von Unternehmens- mit Familieninteressen) vorgegangen werden. Bestätigt sich z. B. die Behauptung, daß derselbe Herr Baer, der jetzt für die Finanzierung seiner Familienverwaltung die Wechsel der Baer u. Stein A.-G. heimlich herangezogen hat, schon vor einigen Jahren ähnlicher Machenschalten beschuldigt, aber nicht verfolgt worden ist, so erkenne man daran, welche schleichende Gefahr die falsche Rücksichtnahme in vielen Fällen nach sich zieht. Wo immer die alte Ehrlichkeit und auch nur die Angst vor Strafe durch die zersetzenden Neben­wirkungen der Inflation und zuvor des Kriegs beeinträchtigt worden sind, da muß beides mit rücksichtsloser Strenge wie­der hergestellt werden. Möchten die Verwaltungen und auch die Aktionäre diesen Gesichtspunkt, doch nicht über den nackten Portemonnaie-Interessen vergessen.“

♦ Verbesserungen im Bentenmarkverkchr der üeichsbank. Aus unserer Berliner Redaktion wird uns unterm 17. d. M. berichtet: „Dem Verlangen des Publikums folend hat nunmehr die Reichsbank den E i 1 ü b e r w e i - sungsverkehr im Rentenmark-Giro eingeführt; dabei betragen die Gebühren 1 Mark pro Avis zuzüglich Porto. Ferner werden jetzt auch Rentenmark Schecks von der Reichsbank bestätigt und damit ein oft gebrauchtes Hilfsmittel wieder angewendet. — Noch nicht wieder­hergestellt sind dagegen die Postscheckkonten bei allen Provinzbankanstalten der Reichsbank. Es wird also tatsächlich, sehr entgegen den Erfordernissen eines weitreichenden bargeldlosen Zahlungsverkehrs, das Postscheckguthaben der Reichsbank ausschließlich in Berlin unterhalten, und zwar schon seit dem Zeitpunkt, wo die Post schlagartig, aber finanziell schwach vorbereitet, vom Papiermarkverkehr zum Rentenmarkpostscheckwesen her­umschwenkte. Beschwerden namentlich aus kleineren Städ­ten zeigen uns, daß der Uebergangszustand, um den es sich handelt, fast zu lange dauert. Allerdings bleibt zu berücksichtigen, daß durch die Veränderung der Verwal­tungsformen bei der Post wie bei der Reichsbank das ge­samte Verhältnis z.wisphen beide» einer N eu­re g e 1 u n g bedarf. Ueber diese schweben die Verhandlun­gen und man will aus dem neu zu schließenden Vertrag, der aus kredit- und währungspolitischen Gründen auch die Geld­verwaltung der Post selbst mitberühren dürfte (vergl. unsere früheren Ausführungen darüber) nicht Einzelpunkte hera um­greifen, wartet vielmehr von Seiten der Reichsbank die Ver­ständigung über alle Einzelfragen ab, auch wenn im Grunde das Einvernehmen schon erzielt ist. Wir können nur wün­schen, daß die abschließenden Verhandlungen von beiden Seiten aufs entgegenkommendste beschleunigt werden, und daß spätestens Ende dieses Monats der dem Wirtschafts­interesse entsprechende glatte und kostensparende Ueber- gang vom Giro zum Postscheckverkehr und umgekehrt bei ! allen 450 Bankanstalten wieder hergestellt, sein wird.“

* Durchführungsbestimmungen zur Aufwertungs- Verordnung. Unsere Berliner Redaktion schreibt: „Die ursprüngliche Absicht, sämtliche Einzel- und ZweÜelfragen in einer einzigen Durchführungsverordnung zu regeln, hat sich nicht verwirklichen lassen. Nach dem kürzlich die Ersten Ausführungsbestimmungen vorn .1. Mai 1924 zu Artikel I der dritten Steuernotverordnung herausgekommen sind, sieht demnächst dem Vernehmen nach zunächst der Erlaß von Vorschriften über Organisation, Arbeitsweise und Kompe­tenzen der Aufwertungsstellen bevor. Die weiteren Fragen werden dann etappenweise geregelt. Das Problem der Aufwertung von S p a r k a s s e n g ti t h a b e n unterliegt der näheren Klärung durch die Landesregierungen.

* Argentinische Sproz. innere Geldanleihe von 1907. Die Deutsche Bank, Direction der Disconto-Gesell- scha.it, und die Dresdner Bank fordern zwecks Tilgung von nom. Pes. 385.700 gleich Lst. 77.140 der Anleihe, im Anzeigen­teil Submissionsangeboie ein. Die Angebote können bis zum 28. Mai unter Angabe eines unter pari zu be­messenden und nach Londoner Usance zu stellenden Preises in Frankfurt a. M. tei einer der drei genannten Banken oder dem Bankhause Lazard Speyer-Ellissen eingereicht werden. Bei Einreichung ist ein Depot von 10 pCL des Nenn­werts des Angebots in effektiven Stücken der gleichen Anleihe zu stellen. Das Depot verfällt, wenn im Falle der Annahme des Angebots die Obligationen nicht bis 1. August d. J. ab­geliefert sind.

* Verschärfung des Prämienkampfes in der Feuerversicherung. Die Würzburger Verhandlungen über die Möglichkeit einer neuen Verständigung in der Feuerversicherung zur Beendigung des sich immer schärfer entwickelnden Prämienkampfes sind nach unseren Infor­mationen in dieser Hauptfrage völlig gescheitert. Eine Verständigung war von vornherein dadurch, unmöglich, daß der Gerling -Konzern, bei dem, wie wir vor kurzem ausführten, die maßgebenden industriellen Interessen einer Hinaufsetzung und Gesundung der Prämien wider­streben, auf der Versammlung nicht vertreten war, obwohl mit ihm von den übrigen Feuerversichorungsgesellschaften Fühlung genommen worden ’.-t. Die kleineren früheren Außenseiter (Ritzau, Intag-Phöbus usw.) sind bisher ebenfalls noch nicht für eine Neuregelung in Betracht gekommen. Der Prämienkampf geht also weiter; er hat sich in der aller- jüngsten Zeit von neuem ganz außerordentlich verschärft. Man muß abwarten, ob bis zu einer neuen Versammlung, die noch ohne Datum in Aussicht genommen ist, die Lage sich ändern wird. In Versicherungskreisen nimmt man an, daß im Laufe der nächsten 4 bis 6 Wochen, der Prämienkampf Formen angenommen und Folgen gezeitigt haben wird, die eine Möglichkeit zu einem neuen Versuch der Verständigung schaffen können. Gegenwärtig ist ater auch innerhalb der auf der Würzburger Tagung vertreten gewesenen alten Ver­bandsgesellschaften die Stimmung durch den herrschenden Kampf derart beeinflußt, daß eine Möglichkeit zur Einigung unter ihnen nicht in Frage kommen konnte. Die Rück- versicherungs-GesellBC haften, die an der Entwicklung der Lage im höchsten Grade finanziell beteiligt sind, zogen für den Fall einer neuen Verbandsbildung scharfe Maßregeln in Erwägung, insbesondere nach der Richtung, daß Firmen, die ein zu schaffendes Verbandsprämien-Niveau unterbieten würden, von jeder Rückdeckung bei ihnen aus­geschlossen sein sollten. Vorerst sind die deutschen Rück­versicherer im allgemeinen noch durch Verträge zur Ueber­nahme der Rückdeckung bis Jahresende gebunden, eine Kün­digungsmöglichkeit besteht frühestens zum I. Juli 1924. Auf der Würzburger Tagung wurde im übrigen die Arbeits­gemeinschaft in der Feuerversicherung, die sich mit der Wahrung der Interessen der Feuerversicherung in Bezug auf die Gesetzgebung, die Presse usw. beschäftigt, mit neuen Satzungen sereeheni, , ... .. .......

__Nummer 374 Seile 3 ■

♦ Meeh. Tri co t web er ei Matthes Lutz A.-CfJ Hesigbeim. Die noch mit dem Driedenskapital von Jt 1.5 MÜL arbeitende Gesellschaft berichtet für 1923, daß der Umsatz im Inlands­geschäft eine erhebliche Einbuße erlitt, die durch das unregelmäßig verlaufende Auslandsgeschäft nicht auszugleichen war. Erst gegen Jahresende wurde die Beschäftigung zufriedenstellend; auch weiter­hin sei man mit Aufträgen gut versehen. Die Exportmöglichkeit leide unter der beträchtlichen Steigerung der Herstellungspreise. Der Reingewinn wird, ohne daß Abschreibungen ersichtlich gemacht werden, mit Pap.-a'Z 155 779 Bill. (6.67 Mill.) ausgewiesen. Eine Divi­dende (i. V. ICO pCt.) soll, wie gemeldet, nicht verteilt werden. •it. 30 Bill, dienen zur Neuerrichtung des Werkerhaltungsfonds, A 800 Bill, für Tantiemen, sodaß .11 151079 Bill, zum Vortrag verbleiben. In der Bilanz (in Bill. A, Vergleichszahlen in Mill. M) befindet sich auf der Aktivseite ein „Kreditoren-Konto” (Vorauszahlungen) mit 4144.17 (i. V. 4.39) weiter sind beziffert: Debitoren 11 462.33 (0.15), Bankguthaben 3043.57 (8.29), Kasse 2780.68, Brennmaterialien 7832.0 (1.86) und Vorräte 156 587.94 (7.10). Die Gold Bilanz soll in einer besonderen G.-V. vcrgelcgt werden. (G.-V. 2L Mai.)

* Hznllesche Pfännerschaft, Halle. Man schreibt uns aus Breslau: „Der Gesellschaft, die in diesem Jahre bereits 12 Braunkohlenbergwerke in der Provinz Schlesien (10 im Kreise Glogau und 2 im Kreise Steinau) verliehen bekommen hat, sind vom Oberbergamt Breslau elf weitere Braunkohlenbergwerke im Kreise Glogau auf Grund der von der Aktiengesellschaft einge­reichten Mutungen verliehen worden und zwar: das Bergwerk Franz Bernhard hei Tauer, das Bergwerk Felix Berthold bei Jätschau, das Bergwerk Wolfgang bei Modlau, das Bergwerk Schloin 1 bei Schloin,, das Bergwerk Rauschwitz bei Rauschwitz, das Bergwerk Maximilian bei Gusteutsche, das Bergwerk Karl Heinz bei Brostau, das Bergwerk Heureka bei Herrndorf, das Bergwerk Hellmuth, eben­falls bei Hermdorf, das Bergwerk Hallenser bei Quilitz und endlich das Bergwerk Emst Günther bei Nilbau. Jedes der elf Bergwerks- fclder hat einen Flächeninhalt von 2 200 060 Quadratmetern.“

* Eisenwerk Briinner Ä.Artern. Bei der Gesellschaft war 1921 der Geschäftsgang bis Mitte des Jahres zu­friedenstellend. Alsdann trat eine Absatzstockung ein, die bis Ende des Jahres anhielt. Die Arbeitszeit mußte zeitweise verkürzt werden. Die mit der Kapitalserhöhung um A 13.9 auf 20 Mill, beabsichtigte Stärkung der Betriebsmittel ging infolge der Valuta­verhältnisse nicht in Erfüllung. Dor Reingewinn beträgt 196 905 Bill. Eine Dividende (i. V. 69 pCt.) wird nicht verteilt. Der Gewinn kommt vielmehr der Goldmarkeröffnungs- b i 1 a n z per 1. Januar zugute, die gleichzeitig vorgelegt wird, und die eine Zusammenlegung des Aktienkapitals von A 20 Mill, auf A. 400 000, d. i. im Verhältnis von 50 zu 1, vorsieht. Die A W« Mill. Vorzugsaktien, wovon A 100 080 im November 1921 (Einz.ahlungswert 16 Goldmark pro nom. A 1003) und .11 1.40 Mill, im September 1823 (Einzahlungswert ca. A 1 /2Ono Goldpfennig pro nom. A ICOO) ausgegeben wurde, sollen aber vorher in Stammaktien umgewandelt werden. In welcher Weise das geschieht, ob die Vorzugsaktien dabei noch eine Zuzahlung zu leisten haben usw., teilt der Bericht nicht mit. Der Goldmarkeinzahlungswert der gesamten V.-A., der bei der Umstellung auf Goldmark nach den gesetzlichen Bestimmungen für die Vorzugsaktien höchstens in An­satz gebracht werden dürfte, stellt sich nämmlich auf 16 000 Gold­mark, während die Vorzugsaktionäre bei der beantragten Umwand­lung nom. SO 600 Goldmark-Stammaktien erhalten würden. Die G o 1 d m a r k b i 1 a n z verzeichnet bei A 400 000 (Ende 1913: 270 000') Grundkapital A 35 153 (246 146) Kreditoren gegenüber M 56 518 (218 589) Debitoren nur .11 2-07154 (209 118) Fabrikaten. Grundstücke sind mit .11 15 000 (10 000), Gebäude mit A 100 000 (01 300), Maschinen mit A 63 000 (41510). .verschiedene Inventarteile mit einigen Tausend Mark bewertet. Einige Anlagewerte sind so­mit höher als 1913 eingesetzt- Die Reserve enthält A 30 420 (7 1 831). Der Betrieb sei seit Anfang 1924 voll im Gange. Die Absatzmög­lichkeit habe sich in den letzten Monaten gebessert. (G.-V. 22. Mai.)

* It Jiistnzig-. Das Institut will sein

Kapital auf 225 000 Gulden umstellen. In 1933 wurde ein Gewinn von 20CO3 Gulden erzielt, aus dem eine Dividende von 5 Dollarcents je 1000-Mark-Aktie verteilt wird.

* Ans dem I$r.te iinItoMeii7terKba.fi. Eine M a r k g r a f A.-G. für Braunkohlenbergbau in SchÖnebeck-Elbe will über Erwerb und Aufschließung neuer Felder Beschluß fassen lassen und beantragt Sitzverlegimg nach Magdeburg.

• Von den deutschen Börsen.

Fraitlrfwrt a. 31., 19. Mai. '

Tendenz: abgeachwächt.

Nach dem Ilochtrieb aer Kurse in der letzten Woche, der schon zum Schluß der Freitagbürse eine gewisse Abschwächung erfahren hatte, setzte sich heute Entlastungsbedürfnis durch, da, wie im Leitartikel vom Samstag ausgciührt, die allgemeine Lage, besonders in Industrie, Handel sowie nn Kreditwesen keine fühlbare' Milderung des Drucks erkennen läßt. Daß die Arbeitslage im Ituhr- revier trotz des "Berliner Schiedsspruchs nach wie vor verworren und ungünstig liegt, veranlaßte heute fernere Realisationen. Ins Ge­wicht aber fielen besonders die ernsten Schwierigkeiten, die sich in der Großindustrie zeigen. Noch ist die Kredittrage bei Mansfeld und Tiag nicht endgültig erledigt, bei den Deutschen Werken zeigt sich die Notwendigkeit zu Arbeitskvnzcntiation und Betriebsein­schränkung, auch sonst verlautet von überall drückenden Rück­wirkungen der Kredit- und Konjunktur -Krise in der Großunternehmung. Dazu trat — was besonders auf die Ten­denz deprimierend wirkte — der Fall Stahlwerk Becker, von welchem besonders im Auslande wenig günstige Rückschlüsse auf die Lage der deutschen Industrie befürchtet werden, wozu aber festzustellen ist, daß in diesem Spezialfalle eine besonders ungeeig­nete und ungenügende Finanzwirtschaft den peinlichen Ausgang wesentlich veranlaßt hat. So war im ganzen die Stimmung ge­drückt, die Eröffnungskurse waren, z. T. ansehnlich, ermattet. Es setzten u. a. niedriger ein: Deutsche Bank %, Diskonto 0.425, Dresdner Bank %, Danatbank s/^, Metallbank J4, Commerzbank %, Barmer. Bankverein 0.15, Mitteldeutsche Creditbank 14. Hapag %, Lloyd 0.35, Deutsche Erdöl-A.-G. V/-, Laurahütte Harpen 7p-, Aschersleben %. Westeregeln 1%, Caro 2>i, Oberbedarf 1%, Bhein. Braunkohle 3, Buderus Mansfeld 0.525, Guano 1, Höchst 0.60, Elberfeld 54, Ludwigshafen y., Griesheim 0.55, Hammersen 2, Schcideanstalt 0.30, Holzverkohlung %, Rütgerswerke %, Rhenania 1 (gleich % des Vorkurses), Sichel 0.475, Chem. Mainz 0.625, Rhein- metall Vi, Heidelberger Zement 34, Esslinger Mas eh. %, A.E.G. Schuckort 1)4, Bergmann %, Holzmann 0.65, Wayß u. Freytag 0.40, Waghäusel J4, Frankenthal Z. 0.00, Heilbronn Z. % Dill. pCt. Stär­ker ermattet waren I n a g 1.65 (zuletzt Lpl) Bill. pCt. Sonst von kleineren Werten: Ganz 070 (— 80), Miag 825 (— 125), Voigt u. Haff­ner 1.40 (— 0.20) Bill. pCt. Befestigt waren anfangs nur Rom- bach 1%, Kraus 0.30, Heddernheimer Kupferwerke 0.40, Pokorny u. Wittekind % Bill. pCt. Am deut­schen Fondsmarkte herrschte Ruhe. S^proz. Reichsanleihe 205 (— 15), Kriegsanleihe 77J4 (— 3), 3proz. Konsuls 260 (— 30) Md. pCt., aber 3Hproz. Bayern 370 (+ 10) Md. pCt. — Fremde Werte meist mäßig schwächer. Zolltürken 5 (— 0.30), Bagdad II 4% (— %), Anatolier I 6% (- %) Bill. pCt.

Im freien Aktien verkehr war die Tendenz, zu Beginn durch die Becker-Angelegenheit, gedrückt, später zogen einige Werte leicht an. Der GeschMtsaufsichts-Antrag beim Stahlwerk Becker nach dem endgültigen Scheitern der Berlin-Frankfurter Kredithilfe-Verhandlungen ermäßigte den Kurs schon im Frühverkehr auf 3500 (— 1500) Md. pCt., an der Börse wurde gehandelt 3500, 3375, dann bei schärferem Angebot 2875 Md. pCt. Becker Kohle waren in Mitleidenschaft gezogen, an der MittagsMrse gingen eie um zu 6125 (— KOO), 6375, dann verschärft angeboten, 6000 Md. pCt. Im übrigen wurden gehandelt 11. a. (alles in Milliarden pCt.): Handels- nnd Gewerbebank Frankfurt a. M. 25, Frankfurter Han­delsbank 40, Api 4250 (— 375), 41.25, 4250, 4375, 4250, 4000, Hotelbetrieb Frankfurt a. II. 1450, Chem. Andreae 375 (— 25), Chem. Elz 120, Efdemo 150. Demeta 700 (— 100), Hagen Bergbau 600, Hol- satia 600, Growag 237% (— 12J£), 240, 230, 225, Kreichgauer 75, Krügershall 4375 (— 650), 4250 , 4125, Otto & Quantz 1650, 1600, Union- brennerei 275, Ufa 5750 (— 125), Ufra 437Rt, 425, Wronker 1100 Md. pCt. — Alte Hypothekenpfandbriefe 1% Bill. pCt. Geld. 2 Bill. pCt. Brief, aber Frankfurter Hypotheken-Kreditverein ca. Ljj Bill. pCt. — Alte (V 0 r k r i e g s -) S t a d t a n 1 e i h e n: Darmstadt 6 Bill. pCt.

Im Verlaufe war die Börse erheblich weiter ah- geschwächt, vor allem unter dem Einfluß des Berliner Marktes, von welchem späterhin stärkere Abgaben erfolgten. Der Einfluß der schwierigen industriellen Lage scheint sich dort ebenfalls nach­drücklicher auszuwirken, besonders auch die komplizierte Lage im Ruhrgebiet. Gerüchte über weitere neue Schwierigkeiten waren dagegen hier nicht verbreitet. Die Lage am hiesigen MetaHmarkte gilt vielmehr nach wie vor für den Mai-Termin als relativ unge­fährlich hinsichtlich der Engagements. Am Montanmarkte gaben nach: Deutsch Luxemburg 3.3, Gelsenkirchen 3%, Klöckncr- werke gegen Freitag 5, Rheinstahl gegen Freitag 4%, Mannesmann 3. Phönix lyK, Caro %, Laurahiltte %, Rom-" bacher Hütte 13. Harpener 2, nachbörslich 52^5 (— weitere 2RJ). Von chemischen Werten senkte sich die Farbengruppo um ca. 1 Bill. pCt. Am Elektromarkte waren besonders Schuckort scharf rückgängig — 5H, Lahmeyer — 0.4, A. E. G. — %, Elektr. Lieferungs-Ges. — IVv Der Kurs für Akkumulator e.n wurde mangele Interesses gestrichen. Im übrigen gaben noch stärker nach: Rheinmetall %, Zementwerke Heidelberg, Tellus 0.3, Maschi­nenfabrik Eßlingen N. 8. II. %, Zellstoff Waldhof 1, Heddern­heimer Kupferwerke V», Zucker Aktien blieben knapp gehal­ten. In ag später leicht erholt 1% (-L 0.1). Von Bankwerten wurden niedriger: Deutsche Bank %, Diaconto Ges. %, Danat­bank 0.3, Metallbank 0.8, Reichsbank 1’/t, Sildd. Discdnto-Gee. 0.9. Barmer Bankverein 0.45, Dresdner Bank etwas leb­hafter 5% (+" %), dann 6%, 5%, 6% Bill. pCt,

Heimische Anleihen gaben ebenfalls weiter nach bis auf Zwangsanleihe, in der <de Zuteilungen zum Kurse von 7 Md. pCt, (unv.) wieder rationiert werden mußten. Orders unter A 20 Mill, fallen aus. Stark gedrückt war die Schutzgebiets- anleihe 1000 (— 300) Md. pCt. Sparprämienanleihe nach Pause 101 (zuletzt 115) Md. pCt. Ferner wurden niedriger 3J4proz. Reichsanlelho 6, Sproz. Reichsanleihe 10, 4proz. Konsole 5, Sjiproz. Konsole 10 Md. pCt. 4proz. Bayern wurden nach Panse mit 400 (zuletzt 410) Md. pCt. notiert. 3% p r 0 z. Baden mangels Materials gestrichen, Taxe 250 (zuletzt 225) Md. pCt. Auslands- warte lagen still und unverändert.

Besondere Bewegungen und Vorgänge: Am Versicherungenktienmarkte guten heute Frankfurter Allgemeine Vers.-Ges. starker nach A 67 (—8) Bill., Mannheimer Vers.-Ges. .11 44 (—2) Bill. — Indus trieobligationen zogen meist eine Kleinigkeit an. 4% proz. Bad. Anilin 3100 (+100), 4% proz. Höchster Farbwerke 1650 (+50) Md. pCt- — Vor­zugsaktien zeigten meist nur geringe Veränderungen. 6 proz. A. E.-G. nach Pause 3 (+%) Bill. pCt., do. 5 proz. 1'A (—0.1) Bill. pCt. Zellstoff Waldhof nach Panise 1.6 (zuletzt 2) Bill. pCt. — Der Einheitsmarkt war nicht im gleichen Maße nbgeschwllcht wie der Schwankungsmarkt. Stärkere Kurseinbußen hatten zu verzeichnen: Epstein, Moguln, Veithwerke, Ultramarinfabriken, Elsliss. Bad. Wollfabriken, Berzelius, Brockhues, Löhnberger Mühle, Greffeniv Wacker, Sildd. Eiseribahngesellschaft, Continentale Ges, fflr elektr. Untern. Die Kurse für Lippstadt und Trh.nkno«